Beiträge von AnnaBlume

    Gehört das alles zum Krankheitsbild ?

    Die Frage ist: Warum hat dich das angesprochen? Gibt es bei dir ein Bedürfnis sich zu kümmern und wenn ja, kennst das auch von früheren Beziehungen und willst du das in zukünftigen Beziehungen auch?

    Wir wollen die Expartner irgendwie verstehen. Aber ist es nicht viel spannender zu verstehen was wir für einen Gewinn für uns aus einer solchen Partnerschaft hatten?

    Ich musste mir diese Frage ganz intensiv stellen, weil ich schon sehr viele extrem eigenartige Partnerdynamiken erlebt habe und mich fragen musste, ‚warum eigentlich nicht normal?‘

    Was du von ihr erzählst klingt unehrlich und verrückt, aber dadurch eben nicht alltäglich. Brauchst du diesen Reiz?

    Erst wenn man das eigene Bedürfnis dahinter versteht, tappt man vielleicht nicht gleich in die nächste Katastrophe.

    Zumindest in der Theorie.

    Herzlich willkommen auch von mir!

    Wenn du mit deinem Mann schon so lange zusammen bist und ihr offen gesprochen habt, ist doch bestimmt mal ganz schön die Gewohnheiten zu brechen und mal was ganz anderes zu machen. Das muss ja nicht gleich Bauchtanz oder Fallschirmspringen sein. Aber bouldern oder einfach wandern oder Kino/theater. Hauptsache es ist bei dir nicht mit Alkohol verknüpft.

    Ich wünsch euch neue Erlebnisse und einen guten Start in die Abstinenz!

    ob das eine gute Idee ist

    Von meiner Seite aus definitiv Nein! Das ist keine richtige Trennung. Auch für die Kinder ist es besser, wenn eindeutige Verhältnisse da sind. Ich hatte mit meinem Exmann ein Jahr lang ein Nestmodell. Für die Kinder und mich die Hölle!!! Sowas geht nur wenn die Eltern sich super verstehen, kein Liebespaar sind und es auch kein Problem wäre wenn neue Partner dazu kämen (die die Situation auch ok finden). Ist das bei euch so?

    Zumal ich auch Menschen zum Teil gut kannte, die schon Ende Ihrer Jugend schwer in eine Alkoholsucht gerauscht sind und in einzelnen Fällen daran gestorben sind.

    Dann warst du besser sensibilisiert. Nicht mal meine Oma, die täglich trank und das Haus nicht mehr verließ, wurde offiziell als Alkoholikerin bezeichnet. Ich wurde streng erzogen, aber saufen war absolut ok- auch vor meinen Eltern. Wenn jemand besoffen war, fand man das lustig, wenn er fast jeden Tag betrunken war, war es ein ‚Lebemann‘ der es krachen lässt.

    Auf dem Dorf wo ich aufgewachsen bin, war es normal zu saufen bis man umfällt. Auf Partys wurde gekotzt und es lagen überall besinnungslose Jugendliche rum. Ein Arzt wurde erst gerufen, wenn man das Gefühl hatte der atmet nicht mehr- hab ich selbst aber nie erlebt. Pinkelte sich einer ein, wurde das in der Schule als witzige Story erzählt.
    Ich stürzte einmal besoffen so schwer, dass ich mir das Nasenbein brach- dafür wurde ich in der Schule gefeiert- sogar die Lehrer machten Witze. Mir war überhaupt nicht bewusst, dass wir alle ein starkes Risiko eingehen. Nur eine Freundin von damals ist jetzt trockene Alkoholikerin. Die anderen hatten entweder damals schon bessere Grenzen, hörten wegen Familie irgendwann auf oder saufen eben heute noch.

    Ich war nicht auf meinem 30jährigen Abi letztes Jahr. Mir wurde nur erzählt wer noch richtig einen saufen kann.

    Absolut von keiner Seite kamen da Warnungen und ich kannte bis auf meine Oma keine nassen Alkoholiker persönlich.

    Ich hätte niemals gedacht dass es mich trifft! Der Verdacht dass da was nicht stimmt, kam erst so vor 6 Jahren. Da fing ich an, Tests im Internet zu machen und zu versuchen, kontrollierter zu trinken und Pausen einzulegen. Erst als das mit den Pausen auch nicht mehr ging, ich merkte, dass ich weniger auf die Reihe bekomme und allen voran mit Alkohol nicht die Mutter sein kann die ich sein will, wurde es klarer.

    obige Aussage kann ich kaum glauben.

    Ich bin da total bei Bono. Ich hatte jahrelang überhaupt gar nicht auf dem Schirm, dass mein Alkoholmissbrauch zur Sucht führt. Eben weil ich nicht jeden Tag getrunken habe und das in meiner damaligen Logik hieß ‚die feiert halt gern‘. Alkoholiker sein war total weit weg.

    Zumindest nicht von anderen

    Ich glaube das ist ein wichtiger Punkt. Dieses ‚das schaffe ich alleine‘ ist nicht hilfreich.

    Also: zum Werkzeugkasten gehört auch, sich bei Suchtdruck mitzuteilen. Mir hilft das zumindest sehr. Und auch wie hier schon geschrieben wurde: Sich vorzustellen, wie man dann den Rückfall hier beichtet und wie schrecklich man sich dabei fühlt.

    Gut, dass du das sofort gemacht hast, auch wenn DAVOR natürlich der richtige Weg gewesen wäre.

    Allerdings finde ich es ungerecht, wenn Menschen,wohlgemerkt( bewußt),Risiken eingehen und alle müssen für die Folgen gerade stehen.

    Aber wo fängt das an? Rauchen? Alkohol? Zu wenig Sport? Übergewicht und wenn ja, wie viel? Fahren ohne Fahrradhelm? Und was sind Risikosportarten? Fußball und Handball sind sehr verletzungsanfällig!

    Fahrradfahren oder erst mal Ski…

    Am Ende essen wir alle 1500 kcal am Tag, gehen gelenkschonend walken und als Hobby spielen wir Schach ausnahmsweise ohne Helm? Ich verstehe deinen Gedanken, aber mir fällt es schwer mir da sinnvolle Grenzen vorzustellen. Außerdem muss das ja irgendwie kontrolliert werden- und an dieser Stelle fängt bei mir das große gruseln an!

    die behandelnden Ärzte Bescheid wussten.

    Und Ärzte werden häufig genug erleben, dass Patienten es eben nicht vorher sagen und dadurch in Schwierigkeiten geraten. Deshalb erwarte ich eigentlich von Ärzten dass sie da eher positiv reagieren.

    Ich hatte in der Schule eine Lehrerin, die offen mit uns Schülerin über ihre Alkoholsucht gesprochen hat. Sie war 10 Jahre trocken und wollte aufklären. Bei mir ist ihr das echt gelungen, denn mein Blick auf Alkoholiker hat sich damals verändert.

    Naja, dass ich selbst einer wurde steht auf einem anderen Blatt.

    Aber ein offener Umgang damit ist schon gut- ich selbst bin da oft noch recht feige. Gerade im beruflichen Umfeld weiß niemand Bescheid.

    Gute Besserung!

    Was in meinen Augen nicht geht ist das Teile der Gesellschaft oder der Staat sich für etwas nicht zuständig erklären. Denn das würde wiederum Teile der Gesellschaft ausschließen.

    Den gleichen Gedanken hatte ich auch. Wenn man den zu Ende denkt ist man ganz schnell bei Dytopien wie Corpus delicti von Juli Zeh, wo man sich dem Staat gegenüber verpflichtet gesund zu leben, was auch streng überwacht wird.

    Man kann aufklären und Prävention betreiben. Werbung einschränken usw. Die Eigenverantwortung des Einzelnen ist dennoch ein hohes Gut - aber Menschen, die- egal ob selbst verschuldet oder nicht- in Not sind, sollten von einer Gesellschaft mit getragen werden. Das ist die Grundlage des sozialen Prinzips.

    Wir alle hier profitieren davon.

    Verbote haben keinen Sinn,

    Sehe ich auch so. Ich wusste schon sehr früh wie man an alle Arten von Drogeb kommt. Probieren wollte ich viele nicht, weil ich zu viel Respekt vor der Wirkung hatte.
    Verbote haben mich nicht gehindert, aber wahrscheinlich hätte es was mit mir gemacht, wenn mir das Zeug regelmäßig pro aktiv angeboten worden wäre und ALLE Menschen um mich rum konsumiert hätten.

    Ich finde gut, dass es unter den heutigen Jugendlichen weniger ‚cool‘ ist, sich völlig zu besaufen und man nicht mehr als langweiler gilt wenn man es ganz lässt. Bei uns früher war das absolut anders.
    So lange man sich auf dem Oktoberfest einpinkeln und Frauen begrabschen kann, ohne sein Gesicht zu verlieren - aber wehe man wird mit Koks erwischt - stimmt was nicht.

    Es gab mal ein Ranking von allen möglichen Drogen, das wirklich mal versucht hat nach neutralen Kriterien die Gefährlichkeit einzuschätzen. Alkohol war da an erster Stelle noch vor Fentanyl, Heroin und Koks.

    Machst du Sport? Du bist noch jung und kannst sogar neue Sportarten beginnen- in der Gruppe hat man dann ganz schnell Anschluss und es geht längst nicht überall ums ‚kabinenbier‘ danach. Ich finde das tut gut und Kontakte sind in einer Umkleide auch gleich viel entspannter.

    Was machst du sonst noch gerne?

    Außerdem meinte sie, dass das mit dem Trinken mit unserer Beziehung angefangen hat, weil sie so lange Single war und mit diversen Umständen nicht klargekommen ist. Aber sie gibt mir keine Schuld.

    Entschuldige, davon glaub ich kein Wort- du ja auch nicht, aber nur um dir da nochmal die Wahrnehmung zu stärken.

    Kann ja sein dass sie aufhören will. Ob sie es auch wirklich tut steht auf einem völlig anderen Blatt. Abwarten, Abstand halten und vor allem mal zu dir kommen. Was kannst du dir gutes tun, das nichts mit ihr zu tun hat? Geh raus, Triff Freunde, schaffe innere Distanz. Sie muss da jetzt selber durch.