Ich glaube den Zeitpunkt an dem ich wirklich ‚trocken‘ war, kann ich nur in der Rückschau festmachen. Ich lebte abstinent und hatte immer noch im Hinterkopf, irgendwann alles ‚wie früher‘ mitmachen zu können. Die gleichen Feste, die gleichen Leute, ja vielleicht irgendwann die gleichen Kneipen.
Allmählich veränderte sich das. Mir ging der Sinn abhanden, mich zwischen trinkende Menschen zu setzen, zu verfolgen wie die Gespräche immer blöder werden und dann zu spät ins Bett zu gehen.
Was ist an Kneipen schön, wenn man den Alkohol weg lässt? Was kann man nach 22 Uhr noch auf einer Geburtstagsfeier erleben, wenn man nicht trinkt?
Das Interesse ist anders geworden. Ich treffe immer noch super gerne Menschen. Aber eben Tags zu netten Aktivitäten oder einfach auf einen Kaffee.
Es war kein einzelner Moment an dem sich quasi ein Schalter umlegte und ich trocken wurde, sondern irgendwann war es einfach so geworden. Es ist für mich ganz persönlich ein innerer Zustand. Abstinent leben ist eine Verhaltensweise, die Voraussetzung dafür ist, trocken zu werden.