Beiträge von Sonnenschein CoA

    Guten Morgen Jen,

    Was meint ihr kann er es alleine schaffen ? Wird er wieder trinken ? Ich weiß das mir dies niemand beantworten kann aber ich erhoffe mir ein wenig Austausch vielleicht einfach Mal eine Meinung von jemand der außen vor ist

    Wenn du in den Fäden der anderen Angehörigen hier liest, mein Faden eingeschlossen, dann wirst du recht schnell feststellen, dass es da viele Parallelen gibt. Meiner Meinung nach ist das, was du erlebst, grad der Anfang.

    Die Frau ist unzufrieden und sucht sich Hilfe und Information, während der Partner zwar beruflich funktioniert, aber ansonsten daheim nur durchhängt und zu nichts zu gebrauchen ist. Wenn sie bestimmter wird, dann legt er eine Trinkpause ein, alles entspannt sich und die Partnerin wurde wieder resetet.

    Vielleicht versteht er es irgendwann und schafft es sich Hilfe zu suchen, ohne die schafft es kaum einer. Vielleicht auch nicht. Wenn ja, wann wird das sein? Wie viele Jahre hast du dann bereits unglücklich in dieser Beziehung verharrt? Welchen Schaden haben die Kinder davon getragen? Ist es das wert?

    Wenn er es nicht schafft, dann wird es dir vielleicht irgendwann so gehen, wie das was ich erlebt habe. Und da bin ich hier nicht Einzige. Ich habe viele Jahre solche Extrarunden in der Beziehung gedreht, immer mit der Hoffnung, dass es diesmal klappt. Tatsächlich wurde es immer schlimmer und zum Schluss ging alles rasend schnell. Geld weg, Führerschein weg, Job weg, Auto schrott, Kinder psychisch belastet, Krankheiten, Gewalt und Strafanzeigen und Drogen kamen ins Spiel.

    Heute weiß ich, dass ich nie eine Chance hatte und wertvolle Lebenszeit verschenkt habe. Ich habe die Gesundheit meiner Kinder aufs Spiel gesetzt und am Ende alles verloren. Meinen Geschäftspartner, meinen besten Freund, meinen Mann, meine große Liebe, den Vater meiner Kinder, meine finanzielle Absicherung und meine Würde. Das alles wieder in Ordnung zu bringen, hat mir viel abverlangt und mich am Ende viel gekostet. Und er macht unbeirrt weiter. Er trinkt und konsumiert und fällt von einer Katastrophe in die nächste. Und in seiner Welt bin ich an allem Schuld, obwohl ich alles gegeben habe, bis zur Selbstaufgabe.

    Keiner kennt deine Reise, aber du bist schon ein ganzes Stück weiter als ich es ich damals war. Vielleicht denkst du darüber nach was deine Grenzen sind. Was du vom Leben und deinem Partner erwartest. Dann kannst du das klar kommunizieren und verteidigen und dann wirst du sehen was passiert. Nimm den Fokus von ihm weg und leg ihn wieder auf dich und die Kinder. Wenn er rumliegen will, dann lass ihn und genieß dein Leben alleine. Werde selbstständiger und „übe“ das alleine sein. Freunde dich mit dem Gedanken an, „was wäre wenn“ und denk ihn zu Ende. Du wirst in dir einen Prozess lostreten und er wird es merken und zeigen was in ihm steckt.

    Ich möchte dir etwas mit auf den Weg geben, was mir geholfen hat:

    Trinkpausen sind nicht aufhören. Aufhören ist aufhören. Trinkpausen dienen nur dazu das Umfeld in dem Glauben der Kontrolle darüber zu lassen.

    Versetze dich in die Vogelperspektive. Ist er wirklich noch so ein guter Mann, der arbeitet und alles im Griff hat und dann nur fertig ist? Ich habe mit meinem Mann immer zusammenarbeiten und daher wusste ich, dass da schon lange nichts mehr funktioniert hat. Nach außen hin, war er immer der super beschäftigte und fleißige Geschäftsführer. Kannst du das wirklich einschätzen? Ist es nicht eher so, dass er sich mit Kater und Entzugserscheinungen durch den Arbeitstag windet und gar nicht die richtige Leistung erbringen kann und dann vor Erschöpfung und Suchtdruck daheim dem Verlangen nachgibt?

    Und zu allerletzte: Rede!!!! Öffne dich gegenüber Familie und Freunden. Sprich hier, wenn es anfangs nicht so klappt. Du musst dich nicht schämen, du machst nichts falsch. Du darfst drüber reden, es betrifft schließlich auch dich. Deck ihn nicht weiter vor dem Umfeld. Gib ihm die Verantwortung für sein Handeln zurück. Warum sollte er sonst etwas ändern wollen, solange sich das Umfeld mit ihm arrangiert?

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen hilfreichen Austausch hier. Bleib am Ball und du wirst wieder glücklich sein können.

    Sorry für den langen Text. Das war nicht der Plan.🫣

    Liebe Grüße ☀️

    Liebe Aurora,

    herzlichen Glückwunsch von mir zu glücklichen 15 Ehejahren. Ich wünsche dir und Dante noch mindestens genauso viele Jahre in gesunder und trauter Zweisamkeit.

    Schön zu sehen, dass es auch ein Happy End geben kann.

    Liebe Grüße ☀️

    Hallo Eloed,

    ich verstehe, dass du Zweifel hast, aber die sind meiner Meinung nach nicht angebracht.

    Du hast Grenzen gesetzt und verteidigst diese. Du bist für deine Kinder da und das ist im Moment deine Hauptaufgabe.

    Natürlich versucht sie dich weiter zu beeinflussen. Das hat lange funktioniert und nun merkt sie wie du einen neuen Weg einschlägst.

    Mir hat damals geholfen, nicht so weit in die Zukunft zu planen. Lass es laufen. Hauptsache dir und den Kindern geht es gut. Und wenn es dir mit dem Kontakt zu ihr schlecht geht, dann schränke das ein. Du bist ganz wichtig im Moment. Deine Kinder sind auf dich angewiesen und deswegen muss es dir gut gehen, sonst funktioniert das nicht. Ich weiß, die Gefühle kann man nicht einfach ausblenden. Du wirst aber lernen klar zu kommen.

    Was ich eigentlich sagen wollte…. Lass sie die Therapie machen. Wenn du merkst, dass es für die Kinder nicht funktioniert, dann hol sie heim. Du wirst sehen, wie ernst sie es meint. Du musst nicht heute deine Scheidung festlegen. Mach kleinere Schritte. Vertrau deinem Gefühl. Du machst das vollkommen richtig.

    LG ☀️

    Hallo Eloed,

    schön, dass du uns gefunden hast. Ich habe einen ähnlichen Weg durchgemacht wie du, nur das meine Konder schon älter waren, ich mich viel zu lange damit aufgehalten habe und es am Ende eskaliert ist. Ich hatte die gleichen Gefanken und Gefühle und ich kann mich nur anschließen.

    Du machst alles richtig. Du bist das einzige funktionierende Elternteil und du musst für deine Kinder da sein. Sie selbst können sich nicht aus der Situation befreien. Du machst das toll. Das ist anstrengend, ich weiß. Du bist mit deinen Kräften am Ende. Aber es wird besser werden. Nicht von heute auf morgen, aber stetig.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und das du dich von deinem Weg nicht abbringen lässt.

    LG ☀️

    Hallo Farfalla,

    Wie kann man mit dieser Wut und Verachtung umgehen? Unsere Familie ist sehr eng miteinander vernetzt, einen Kontaktabbruch will ich nicht

    Ich glaube nicht, dass hier jemand darauf eine zufriedenstellende Antwort geben kann. Du musst einen Katalysator finden, der dir hilft diese Gefühle zu reduzieren, umzuwandeln oder verschwinden zu lassen. Und meiner Meinung nach, bleibt dann nur der Kontaktabbruch, um nicht weiter solche Gefühle aufkommen zu lassen. Sonst drehst du dich ständig im Kreis.

    LG ☀️

    Guten Morgen Lenethu,

    ich schließe mich Morgenrot an. Du darfst deiner Wahrnehmung trauen. Das ist nicht ernst gemeint und wird zu nichts führen. Sowas habe ich mir auch anhören dürfen und hat immer wieder Hoffnung in mir geweckt.

    Ich frage mich, was in dieser Situation eigentlich besser ist. Immer wieder eintreten und fragen, wie es ihm geht. Zeigen, das man da ist.

    Auf keinen Fall. So ein Verhalten hat mich in der Spirale gehalten. Eine Versprechung, eine Handlung und schon keimt ein Hoffnungsschimmer und ich habe mir alle Gliedmaßen ausgerissen, um zu helfen.

    Dieser Eiertanz ist für mich Stress pur. Ich bin zuhause, sollte mich hier eigentlich wohl fühlen und kann kaum abschalten. Die Gedanken kreisen nur um dieses eine Thema.

    Das ist es. Stress pur. Ich war irgendwann nicht mehr bereit so zu leben. Ich wollte nicht mehr hoffen, bangen und leiden. Mir war es irgendwann egal ob er trinkt oder nicht, ob er sich Hilfe sucht oder sonst was tut. Ich habe angefangen wieder für mich und meine Kinder zu leben und nicht für ihn und seine Sucht. Gib ihm seine Verantwortung zurück.

    Wenn du glaubst, der Urlaub könnte dir etwas gutes bringen, dann mach ihn. Ansonsten würde ich den absagen oder verfallen lassen. Warum willst du freiwillig Lebenszeit mit unschönen Momenten verschwenden?

    LG ☀️

    Hallo Potterzauber,

    atme erst einmal tief durch. Du musst dich beruhigen, sonst landest du in einem Strudel aus Angst und Panik.

    Schön, dass du hierher gefunden hast. Ich habe dich still mitgelesen und möchte dir nun einige Gedanken dazu aufschreiben.

    Ich bin Mutter von 2 Töchtern. Meine größere Tochter (18 Jahre) hat im November/Dezember 2024 eine Angst- und Panikstörung entwickelt. Dies führte zu Zwangsgedanken. Ich habe mir sehr oft anhören müssen, wie sich meine Tochter vorstellt ihr Leben zu beenden. Das ist das Schlimmste, was ich als Mutter ertragen musste. Es hat mich gebrochen. Ich kann mir also sehr gut vorstellen, wie verzweifelt du bist.

    Zeitgleich habe ich damals meinen Mann aufgegeben. Er ist Alkoholiker und konsumiert weitere Drogen. Der körperliche Verfall war so rasend schnell, dass ich jedes Mal kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, wenn er sich umzog und ich ihn ohne Kleidung sehen konnte. Innerhalb kürzester Zeit war er mit seinen 1,85 m nur noch ein Hauch von 62 kg. Das mitansehen zu müssen, hat mir das Herz zerrissen. Auch er war vorher schon mehrfach im Krankenhaus mit ganz schlimmen Werten und Verdachtsmomenten. Damals war Corona und ich durfte ihn nur vor der Notaufnahme abliefern und habe mich zwei mal in 2 Jahren von ihm verabschiedet. Ich dachte wirklich, dass ich ihn verliere.

    Auch ich wurde belogen, betrogen und manipuliert. Kleinigkeiten, aber auch über große und wichtige Dinge. Ich bin an seiner Sucht fasst zerbrochen. Erst der Rückfall nach einer 14 wöchigen Trinkpause, was dann auch noch die psychische Erkrankung bei meiner Tochter ausgelöst hat, hat mich handlungsfähig gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war ich ganz weit unten. Ich wusste nicht, wie ich das psychisch überleben sollte. Ich habe mir nur noch Sorgen gemacht, bin jeden Morgen mit einer Panikattacke in den Tag gestartet, ich konnte nicht mehr essen und nicht mehr schlafen. Ich war an meinem Tiefpunkt wegen seiner Sucht,

    Du wirst erstaunt sein, wie viel Kraft du aufbringen kannst, wenn du musst. Du hast alles richtig gemacht und deine Grenzen gesetzt. Du musst das nicht alleine aushalten. Du hast deinen Sohb und ganz viele Mitleser. Versuch den Ballast hier nieder zu schreiben, triff dich mit Freunden und rede, geht in eine örtliche Selbsthilfegruppe für Angehörige, tu dir was Gutes. Das hat mir alles geholfen. Es dauert und beginnt ganz langsam und auch ich habe Rückfälle und mir geht es dann schlecht, aber wird sind nun einmal Menschen mit Gefühlen und keine Maschinen.

    Deine Tochter ist erwachsen und sie weiß wie und wo sie Hilfe bekommt. Das muss sie alleine schaffen. Jetzt kannst du zuschauen und dich zerfleischen oder weiter machen. Beides ändert nichts an ihrem Zustand, aber an deinem Wohlbefinden.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

    Liebe Grüße ☀️

    Hallo Tiger,

    es tut mir leid, dass du sowas durchmachen musst. Ich kann mir gut vorstellen, wie grausam das für dich ist. Und welche Schäden das bei den Kindern verursacht.

    Meine Kinder sind inzwischen groß und verweigern sich dem Vater. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Jugendamt und Anwalt. Das sind die Zauberwörter. Das Sorgerecht zu entziehen scheint fast unmöglich zu sein, aber vielleicht findest du eine Möglichkeit für sicheren Umgang bzw. für Umgang mit Auflagen. Ich brauche auch ständig seine Zustimmung für Entscheidungen. Dafür gibt es Wege beim Gericht. Mühsam, aber machbar.

    Zu deiner Frage mit den Lügen und der erfundenen Vergangenheit und Realität. Das kenne ich. Mein Mann führt ein Doppelleben. Er erklärt z. B. sein krankes Aussehen mit einer Krebserkrankung, die es nie gab. Sogar Krebskranken erzählt er das und sammelt sich Mitleid. Angeblich konsumiert er nicht mehr, bestellt sich aber bei jeder Gelegenheit Alkohol und begründet das dann mit einem besonderen Anlass. Mein Mann hat die letzten 3 Jahre neu erfunden und selbst die gewaltsame Attacke gegen unsere Tochter stellt er ihr gegenüber anders dar. Für sie ist das besonders schmerzhaft.

    Ich habe mich oft gefragt, ob es unbewusste Verdrängung ist oder bewusstes Lügen oder eine krankhafte Wahrnehmung. Ich weiß es nicht. Bitte lass dich aber nicht beirren. Geh weiter deinen Weg. Du hast so viel geschafft und bist so stark. Deine Wahrnehmung ist richtig und du darfst dich verteidigen. Ich habe gelernt, dass andere das ganz genau einzuordnen wissen. Der Suchtkranke kann diese Scheinwelt nicht ewig aufrechterhalten.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft.


    LG ☀️

    Hallo Lenethu,

    willkommen.

    Ich kenne diese Gedanken und Gefühle nur zu gut. Als im Oktober 2024 hier aufgeschlagen bin, war ich ungefähr an dem gleichen Punkt.

    Ich habe damals erstmals verstanden, dass ich meinem Mann nicht helfen kann und das ich nur etwas für mich mich ändern und tun kann. Das klang anfangs wie eine Floskel und war keine greifbare Lösung für mich. Dann lernte ich viel über Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Ein bis dahin für mich unbekanntes Wort. Ich habe mich wieder achten und lieben gelernt. Ich wurde mir selbst wieder wertvoll und konnte für meine Bedürfnisse eintreten.

    Und dann ist die Lawine von ganz alleine ins Rollen gekommen (für jeden hier nachlesbar). Ich hab meine Grenzen gesetzt, kommuniziert und verteidigt. Ich habe geweint, gewütet und getrauert. Anfangs war die Wunsch nach Einsicht meines Mannes und das unser vermeintlich schönes Leben wieder kommt. Irgendwann dachte ich, dass getrennte Wohnungen die Situation entschärfen würden. Am Ende musste ich einsehen, dass mein Mann sich körperlich und geistig so stark verändert hat, dass er für mich nur noch ein fremdes Scheusal war und ist.

    Heute kämpfe ich immer noch mit meinen Dämonen. Mit dem Unterschied, dass ich sie inzwischen kenne und ihnen gegenüber treten kann. Ich brauche keine Ängste mehr haben und ich schäme mich nicht mehr. Ich spreche offen über mein Leben und das tut mir gut. Viel zu lange habe ich mich isoliert und alles mit mir selbst ausgemacht. Der Weg ist nicht einfach, aber bei mir gab es irgendwann keine andere Option mehr.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen produktiven Austausch.

    LG ☀️

    Danke Simsalabim,

    das werde ich tuen. Ich schreibe einen Brief, um meine Last abzugeben. Was ich dann damit mache, kann ich immer noch entscheiden. Vielleicht kommt irgendwann der richtige Moment ihm den zu geben oder sogar vorzulesen.

    Oder eine Übergabe erübrigt sich und ich kann ihn irgendwann verbrennen.

    Das fühlt sich grad richtig an.

    Danke dir.

    LG ☀️

    Die Fragen habe ich mir auch gestellt.

    Was ist meine Motivation? Was erwarte ich mir davon?

    In Erster Linie möchte ich meinem Vater sagen, wie sehr ich ihn liebe. Ich kann mich nicht daran erinnern, das jemals getan zu haben. Ich hab viele schöne Erinnerungen an ihn bevor ich in Pubertät kam und wir uns noch nahe standen. Außerdem möchte ihm sagen, wie mich sein Verhalten in den letzten 30 Jahren immer wieder verletzt hat. Ich möchte ihm keine Vorwürfe machen. Ich wünsche mir nur Liebe und Aufmerksamkeit von ihm.

    Ich hab das Gefühl, dass ich es einfach mal los werden muss. Ich habe keine Erwartungen. Wahrscheinlich würde er den Brief gar nicht lesen, da er Konflikten aus dem Weg geht. Selbst wenn, würde ich höchstwahrscheinlich keine Reaktion erhalten oder er würde mich noch mehr links liegen lassen. Kommunikation ist seine große Schwäche. Und je nach Zustand und Pegel kommt eh nichts an oder wird falsch verstanden.

    Also wohl doch eine Schnapsidee.

    Danke, das gibt Kraft.

    Ich habe mir über die Osterfeiertage Ruhe verordnet. Ich habe letzte Nacht seit ewig mal wieder lange und gut geschlafen. Ich fühle mich emotional gefestigter. Schlafmangel ist ätzend für die Psyche.

    Ich möchte etwas teilen, was mich seit dem letzten Wochenende bewegt.

    Ich war auf diesem besagten Seminar vor 2 Wochen und habe mich mit meinen Schuldgefühlen auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang wurde näher beleuchtet, wie Schuldgefühle entstehen. Und es war nicht überraschend, dass meine Kindheit, Erziehung und Prägung einen großen Einfluss darauf hat. Die Alkoholabhängigkeit meines Vaters habe ich als Kind und Teenager bis zur Trennung meiner Eltern erlebt. Seither war der Kontakt zu meinem Vater kaum vorhanden oder sehr schlecht. Ich habe mich von ihm nicht geliebt und unerwünscht gefühlt seither.

    Ich hatte letzte Woche Geburtstag und mein Vater wollte mich mit einem Besuch überraschen. Wir wohnen über 800 km auseinander und haben uns zuletzt vor fast 2 Jahren gesehen. Er war nur 2,5 Tage da und es hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

    Ich war mir die letzten Jahre nicht sicher, ob ich seine Alkoholproblematik neu bewerten muss. Als Teenager war ich mir sicher, dass er Alkoholiker ist. Aufgrund der Entfernung, der seltenen Treffen und der Tatsache, dass er dann auch oft nur alkoholfreies Bier getrunken hat, hat mich an meiner Wahrnehmung zweifeln lassen.

    Wie war es jetzt? Jetzt, nachdem ich meine Co-Rolle bei meinem Mann erkannt und aufgearbeitet habe? Jetzt, wo ich die Brille abgenommen habe und klar sehen kann? Jetzt sind die Tatsachen bei mir klar aufgeschlagen.

    Da war mein Vater, der äußerlich gesund aussieht, abgesehen von dem massiven Bierbauch. Seine Frau erzählte mir, dass er aktuell kein Bier trinkt, das sein Arzt ihm vor einigen Wochen von seinen schlechten Leberwerten berichtet hat und er strickt auf Alkohol bis zum nächsten Kontrolltermin verzichten soll. Was sah ich in den 2,5 Tag noch? Meinen Vater, der sich ärgert, weil sein Arzt sich noch im Urlaub befindet und somit seine aufdiktierte Abstinenz um eine weitere Woche verlängert wurde. Am 2. Tag seines Besuchs hat er sich im Restaurant ein Bier bestellt und ansonsten wurde Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um sein Tonic zu besorgen, dass er gerade so dringend braucht.

    Seine Darmprobleme, wegen denen schon der eine oder andere Urlaub und einige Treffen abgesagt wurden, haben natürlich nichts mit seinem Konsum zutun. Seine Frau wurde nicht müde, dass mehrfach ausgiebig zu betonen. Sie selbst Tochter eines Alkoholikers und Ex-Frau eines Alkoholikers, beide inzwischen verstorben, lebt in ihrer Co-Rolle so richtig auf. Es hat mich fast zerrissen, diese Konstellation mit anzusehen.

    Seither führe ich einen Monolog in mir drin. Ich denke darüber nach, alles ungesagte meinem Vater zu schreiben. Ich würde ihm gerne so viel sagen und erklären, aber ich hatte nie die Möglichkeit dazu. Meine Wahrnehmungen und Gefühle in der Kindheit, dann später als wir auseinandrifteten und jetzt, was ich sehe und fühle.

    Meint ihr es wäre eine gute Idee? Oder ist es sinnlos? Ich habe schon kaum Kontakt zu ihm und ich habe Sorge, dass er sich dann ganz abwendet, wenn ich ihn konfrontiere.

    LG ☀️

    Hallo,

    ich habe etwas in meinem Faden gelesen. Ich muss das Stück für Stück machen, weil es mich sehr aufwühlt. Einiges hatte ich so nicht mehr auf dem Schirm. Verdrängt oder vergessen? Andere Situationen kann ich so krass nachfühlen, als wär ich wieder dort, in genau diese Situation. Verrückt!

    Vor einem Jahr war ich mir der Trennung so sicher und genau heute ist mein Scheidungsantrag bei Gericht eingegangen. Am Dienstag haben wir unseren 22. Hochzeitstag. Schon irgendwie makaber und traurig.

    Mein eigentliches Anliegen für diese Zeilen: Ich wollte einmal Danke sagen, an alle, die mich in der schweren Anfangszeit bis hier her so unterstützt haben, für die lieben Worte und die Arschtritte.

    Danke Stern, danke Aurora, danke Elly, danke Wichtelmama, danke API, danke Jump, danke Koda, danke Ino, danke Rennschnecke und natürlich noch ganz viele andere.

    LG ☀️

    Danke euch für den lieben Zuspruch. Und ja Stern, das mit der Wut ist so eine Sache. Ich habe ein Seminar besucht, in dem es um Schuld und Schuldgefühle ging? Und natürlich auch um Vergebung.

    Und genau da bin ich noch nicht. Ich kann nicht vergeben. Ich habe akzeptiert, dass er trinken will und das vergebe ich, da er krank ist. Aber alles was darauf folgte, all diese unnötigen Probleme, Provokationen, Beschimpfungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Manipulationen und Schuldzuweisungen kann ich nicht vergeben.

    Vielleicht ist es das, was mir die Energie raubt, das kann gut sein. Aber ich kann dieses Gefühl für mich nicht ändern. Er hat mir alles genommen und mich klein gemacht. Meinen Mann, meinen besten Freund, meinen Kindern den Vater, finanzielle Sicherheit und meine Würde. Und das alles für Alkohol und Drogen. Unfassbar für mich.

    Wie soll man je so etwas vergeben können und nicht mehr wütend sein? Ich weiß es nicht.

    Danke an euch fürs lesen.

    LG ☀️

    Hallo zusammen,

    ich war etwas abgetaucht und habe an mir oder mit mir gearbeitet. Ich muss gestehen, mir geht die Kraft aus. Die letzten 1,5 Jahre haben mir nicht nur viel abverlangt, sondern mich auch altern lassen.

    Ich weiß nicht, wo ich gerade stehe, aber ich setze trotzdem einen Schritt vor den anderen.

    Zu meinem letzten Beitrag wollte ich kurz noch etwas klarstellen: Der Frauennotruf hat mir sehr geholfen. Das wurde wohl falsch verstanden. Ich habe ein Ohr gefunden und man hat mich ausführlich beraten. Leider hat es dann an der Richterin gehapert. Nicht antworten auf Nachrichten heißt, nicht oft genug stop oder nein gesagt zu haben. Und antworten ist auch nicht richtig. Das sind genau diese Probleme, wie sie gerade aktuell in der Presse diskutiert werden. Und auch unser Jugendamt ist davon nicht ausgenommen. Anfang August 2025 ist mein Mann gegenüber meiner Tochter gewalttätig geworden. Seit der Wohnungszuweisung von Ende August 2025 weiß das Jugendamt davon. Und auch bei der Gerichtsverhandlung Mitte Dezember 2025 war jemand vom Jugendamt dabei und hat die Lage für die Richterin bewertet. Nachdem nun die Polizei meine Lage ernst nimmt, ging auch von deren Seite vor 2 Wochen eine Meldung an das Jugendamt heraus. Und man wird es kaum glauben: Letzte Woche, also 7 Monate nach dem Vorfall, hat sich jemand vom Jugendamt bei mir gemeldet und gefragt, ob ich Unterstützung brauche. Was soll man da noch sagen. Wochen lang hab ich vergeblich versucht meine Sachbearbeiterin zu erreichen um einen Beratungstermin zu bekommen. Und jetzt, nach 7 Monaten, geht es plötzlich von ganz alleine.

    Wie geht es den Kindern? Meine Große schlägt sich durch und ist mit der neuen Therapeutin und dem neuen Psychiater sehr zufrieden. Meine kleine Tochter wird gerade diagnostiziert und es läuft auf PTBS heraus aufgrund des gewalttätigen Vorfalls im August gegenüber der Schwester, was sie mit ansehen musste.

    Ich bin weiterhin sehr wütend auf meinen Ex. Er trinkt offensichtlich weiter und erzählt weiter seine Geschichten. Ich habe weiterhin jede Nacht Albträume und noch immer kein Geld von ihm bekommen.

    Inzwischen ist die Unterhaltsklage auf dem Weg zum Gericht und auch der Antrag auf Scheidung ist unterwegs. Mehr kann ich gerade nicht tun. Kopf über Wasser halten und weiter machen. Zu allem Überfluss streikt jetzt auch noch das Auto.

    Mein Ex macht mir weiter das Leben schwer und ich kann nicht die einfachsten Dinge mit ihm klären.

    Mir geht es gut. Die Trennung war die einzig richtige Entscheidung. Ich hätte es schon früher machen sollen, konnte es aber nicht. Die Erkenntnis kam erst mit dem Weg. Je mehr ich reflektiere, umso klarer wird alles. Trotzdem denke ich jedes Tag an ihn. Meist negativ, aber auch traurig und verständnislos. Und noch immer vermisse ich meinen Mann, den ich einmal geheiratet habe und noch immer verabschiede ich mich von meinen Zukunftsplänen.

    Ich gehe weiterhin jede Woche in meine örtliche Selbsthilfegruppe und habe dort ganz viele tolle Menschen kennengelernt, die mir inzwischen Freunde geworden sind. Wir waren zusammen auf einem Wochenendseminar für Angehörige und habe dort zusammen gelacht, geweint und gekämpft.

    Es ist viel passiert und ich habe viel geschafft und trotzdem hab ich das Gefühl emotional auf der Stelle zu treten. Der Stein in der Ritterrüstung, der zum wabbeligen grünen Schleimhaufen geworden ist, hat sich nun in einen Trauerklos verwandelt.

    Ich würde nichts ändern wollen, aber ich habe Federn gelassen und das spüre ich nun mehr und mehr. Ich bin nicht mehr die alte, nicht mehr der kleine Sonnenschein, der ich einst war. Ich bin ernst, traurig und funktioniere. Ich habe mich arrangiert mit der Situation.

    Ich hoffe mit dem Sommer kommt auch wieder der Sonnenschein zurück.

    Liebe Grüße an alle Leidensgenossen da draußen. Lasst euch nicht unterkriegen!

    ☀️