Beiträge von Sonnenschein CoA

    Hallo,

    es ist Zeit für ein Update.

    Mir geht es gut. Ja, mir geht es wirklich gut. Trotzdem tauchen immer wieder diese kleinen Dämonen in meinem Kopf auf, die mich straucheln lassen.

    Die Kinder sind gefestigter. Beide haben ihre Abschlüsse geschafft und das trotz aller Hindernisse noch besser als gedacht. Die Kleine hat auf den letzten Metern sogar noch eine Lehrstelle ergattert. Ich bin so wahnsinnig stolz auf die beiden und so glücklich, dass sie jetzt einfach Teenager sein können.

    Ich gehe weiterhin wöchentlich in meine reale Selbsthilfegruppe für Angehörige und bleibe am Ball.

    Meinen Ex habe ich vor einigen Wochen überall blockiert. Damit fahre ich ganz gut. Er schreibt jetzt meiner Anwältin oder mir Briefe. Anonyme Anrufe nehme ich nicht an und so wird es ruhiger.

    Die Scheidung zögert er weiterhin hinaus und ich versuche mich damit abzufinden.

    Dann gibt es Tage wie heute. Ich habe von einem Geschäftspartner erfahren, dass er meinen Ex vor einiger Zeit zufällig getroffen hat. Er hat ihn nach Essen angebettelt und wollte ihm irgendwelche Dinge verkaufen um an Geld zu kommen. Und dann war da bei mir gleich wieder dieses Gefühl. Ein Gefühl, dass ich schon fast vergessen hatte. Dieser Krampf im Bauch, die schnelle Atmung, der Fluchtinstinkt und die Scham. Alles auf einmal. Dann kam die Wut und dann die Trauer. Ich versteh es noch immer nicht, wie man sich so ergeben kann. Und nun ist das schlechte Gewissen wieder da. Er kämpft ums Überleben auf der Straße und bettelt nach Essen und ich liege in meiner sauberen und ordentlich eingerichteten Wohnung. Ich weiß, was jetzt der eine oder andere von euch schreiben wird. Und ihr habt recht. Doch immer schaffe ich es nicht diese Gefühle nicht zuzulassen.

    Ich hab seit einigen Wochen wieder täglich Albträume und ich frage mich allmählich: Wann hat das alles mal ein Ende?

    Ich lebe jetzt seit einem Jahr ohne Partner. Na eigentlich schon seit fast 2 Jahren, wenn man die Zeit mitzählt, wo er mehr abwesend als anwesend war.
    Nach dieser Zeit und den vielen Beschimpfungen und Beleidigungen und Demütigungen hatte mein Selbstbewusstsein erheblich gelitten. Ich habe angefangen zu daten und nach 2 Dates bereits aufgegeben. Mir war relativ schnell klar, was ich in meinem Leben nicht mehr möchte. Aber was WILL ich eigentlich? Daran arbeite ich zur Zeit. Ich finde mich langsam wieder und ich hoffe auch, dass sich alles andere fügt.

    Liebe Grüße ☀️

    Hallo Nine,

    vielen Dank, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt.

    Ich habe mich vor 1,5 Jahren von meinem Mann getrennt. Ich konnte den körperlichen und gestiegenen Verfall nicht mehr ertragen. Das war mit Abstand der schwerste Schritt in meinem Leben. Bei ihm ist es leider so, dass trotz vieler gesundheitlicher Warnsignale, Verlust von Führerschein und Job und Geld, bis hin zu Straftaten, sich bei ihm noch immer nichts getan hat.

    Ich hab ihn vor 8 Monaten zuletzt gesehen und da war er optisch den Toten näher als den Lebenden. Ich erwarte täglich eine Todesnachricht. Und auch bei mir schwingt bei diesen Gedanken Trauer und Erleichterung mit, auch wenn ich sehr wütend auf ihn bin.

    Ich lese dich und danke dir für diesen Einblick.

    Liebe Grüße ☀️

    Hallo Kicky,

    ich verstehe deine Sorge. Das war einer der Gründe, warum ich noch 10 Jahre geblieben bin. Am Ende war ich isoliert, die Kinder gezeichnet und ich hatte ein Jahrzehnt meines Lebens unglücklich verschwendet.

    Ich habe keine Patentrezept für deine Situation. Dafür sind die Geschichten zu speziell. Du solltest dich auf jeden Fall beraten lassen.

    Liebe Grüße ☀️

    Liebe Elara,

    ich bin fassungslos. Für sich selbst so einen Weg zu wählen ist eine Sache, aber jemand anderen so mit reinzuziehen eine ganz andere.

    Es tut mir so unglaublich leid für dich. Ich wünsche dir, dass du alle Hilfe annehmen kannst, die dir angeboten wird. Bitte bleib bei dir und lass dich nicht für den Rest deines Lebens dadurch zeichnen. Du darfst trauern und dich zurückziehen und auch wütend sein. Alle deine Gefühle sind richtig und dürfen ausgelebt werden. Und wenn die Zeit gekommen ist, wünsche ich dir, dass du wieder Glück und Liebe finden kannst. Du hast es verdient.

    Ich wünsche dir alles Gute.

    ☀️

    Liebe Cookie,

    Ich muss nicht. Ich weiß ich muss gar nichts tun am Ende. Ich

    Das ist richtig und das ist grad alles sehr viel. Ich bin der Meinung: DU MUSST

    Du bist Mutter, wie ich.

    Als bei uns daheim das Drama seinen Lauf nahm, waren meine Kinder 14 und 17. Damals war ich mir sicher, dass sie nicht viel mitbekommen haben oder zumindest nichts schädigendes. Ich hatte ja schließlich alles immer schon gedeckt und vertuscht. 1,5 Jahre später weiß ich, dass ich mich geirrt habe. Und noch viel schlimmer…. Meine Töchter sind krank geworden. Der Absturz meines Mannes und die Seite, die von ihm zum Vorschein kam hat die Kinder stark geprägt. Meine große Tochter hat eine Angst- und Panikstörung entwickelt und dazu Zwangsgedanken, wie sie dem ein Ende setzen kann. Meine kleine Tochter leidet an einer mittelschweren Depression und PTBS. Beide haben sich schon 2x geritzt.
    Ich versuche zu 100% für meine Kinder da zu sein und solche Sachen im Keim zu ersticken, aber selbst als Mutter ist man da hilflos. Die Gefühle, die einen da überkommen sind unbeschreiblich.
    Inzwischen sind beide in Therapie, der Alkoholiker raus und bei uns kehrt langsam wieder Normalität ein.

    Meine Kinder trauern um ihren Vater. Aber sie sind auch unglaublich dankbar, dass sie aus dieser kranken Familiendynamik raus sind.

    Du bist stark. Ganz sicher. Wenn es um die eigenen Kinder geht, mobilisiert man alle Reserven. Und auch du wirst neue Kraft finden, wenn der Elefant nicht mehr im Raum steht.

    Du bist der einzige funktionierende Elternteil. Nur du kannst dafür sorgen, dass es dir und deinen Kindern besser geht. Und deshalb MUSST DU etwas unternehmen.

    Du bist auf einem guten Weg.

    Fühl dich gedrückt.

    LG ☀️

    Hallo Feuersalamander,

    Die Frage ist nur, WANN er es sieht und ob ich dann noch da bin.

    Wann habt ihr die Reißleine endgültig gezogen?

    Ich hab die Reißleine Ende 2024 gezogen, als mir klar wurde, dass er trinken möchte und ich damit nicht mehr leben will. Zu diesem Zeitpunkt kam die psychische Krankheit meiner Tochter in Erscheinung, die mit der häuslichen Situation ausgelöst wurde. Die Trennung hat dann noch einmal viele Monate gedauert.

    Ich möchte mich hier noch einmal wiederholen:

    Nicht DU nimmst den Kindern etwas, sondern ER nimmt es euch durch sein Verhalten. Er weiß, welche Konsequenzen das hat. DU nimmst deinen Kindern die Chance unbelastet aufzuwachsen, wenn du weiter in dieser Beziehung verharrst. DU kannst ihnen mit so einer Entscheidung nichts schlechtes tun. Sie werden es irgendwann verstehen und dir dankbar dafür sein.

    LG ☀️

    Guten Morgen Sternenfee,

    es wird sich gleich ein Moderator bei dir melden und dich freischalten. Hab noch etwas Geduld.

    weswegen er meint, ich übertreibe und er hat kein Problem.

    Wenn es für dich ein Problem ist, dann ist es ein Problem. Und das ist es ganz offensichtlich, sonst wärst du nicht hier.

    Ob er Alkoholiker ist oder nicht, kann nur er für sich entscheiden. Das ändert nichts an deinem Problem mit seinem Konsum.

    LG ☀️

    Guten Morgen Silberstreifen,

    Lass Dich nicht verunsichern. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du gehandelt hast. Deine Bekannte weiß doch gar nicht wovon sie spricht. Leute, die nicht in so einer Situation waren wie Du und so fühlen wie Du können das gar nich wirklich beurteilen.

    Das kann ich genauso unterschreiben.

    Ich würde diese Person in Zukunft meiden. Sie weiß nicht wovon sie spricht, erlaubt dich aber ein Urteil darüber abzugeben. Das ist anmaßend und übergriffig.

    Lass dich nicht verunsichern und schieb die Zweifel beiseite. Du bist nicht freiwillig gegangen. Dein Ex hätte dir auch die Wohnung überlassen können.

    Ich kann dich zu 100% verstehen. Ich bin ganz oft dankbar, dass mein Noch-Mann ein paar Ortschaften weiter gezogen ist. So kann er nicht innerhalb weniger Minuten vor der Tür stehen. Wenn er zu uns will, ist es etwas aufwendiger mit dem ÖPNV oder teuer mit dem Taxi, also bleibt er wo er ist.

    Ich mag gar nicht daran denken, was es mit mir oder den Kindern machen würde, wenn er draußen im Garten steht und durchs Fenster sieht oder man ihm beim Einkaufen oder auf dem Weg zum Schulbus über den Weg läuft.

    Du hast vollkommen richtig gehandelt. Die Bekannte ist nicht in der Position, deine Entscheidung zu bewerten.

    LG ☀️

    Hallo,

    es wird mal wieder Zeit für ein Update.

    Es hat sich seit meinem Beitrag nicht wirklich viel neues ergeben.

    Den Brief an meinen Vater habe ich nur in meinem Kopf formuliert, ihn aber nie aufgeschrieben. Es war wie immer. Nach unserem letzten Treffen habe ich nichts mehr von ihm gehört. Die Gedanken sind dann ganz schnell wieder in der Versenkung verschwunden.

    In der Zwischenzeit gab es einen Vorfall bei meinem Bruder auf einem Konzert mit zu viel Alkohol und Marihuana. Bei mir hat sich sofort ein Schalter umgelegt, als ich davon gehört habe, als es grad passiert ist. Alle Gefühle von damals mit meinem Mann waren wieder da. Natürlich war da auch Sorge und Wut, aber ich habe sofort in einen Schutzmodus gewechselt und ihn nach einer Standpauke für ein paar Wochen aus meinem Leben geschmissen.

    Ich liebe meinen Bruder sehr, aber mir war ganz klar, dass er nur ohne Alkohol und Drogen Zeit bei und mit mir verbringen darf. Gleichzeitig kam wieder das Gedankenkarussel. Vater Alkoholiker, da kann es doch sein, dass der Bruder ein ähnliches Problem hat. Wir werden sehen….

    Mein Noch-Mann hat Anfang April die Scheidungspapiere erhalten. Jedoch will er scheinbar nicht zustimmen. Ich kann somit keinen Schlussstrich ziehen und auch nichts zwischen uns endgültig klären. Es ist momentan ein Stillstand in meiner Entwicklung vorhanden. Ich habe alles getan und veranlasst, was ging, aber nun stagniert es, weil er etwas dazu beitragen muss und es nicht will oder nicht kann. Das belastet mich grad am Meisten.

    Unser großes Familienauto ist kaputtgegangen. Die Reparatur ist sehr teuer und das Auto schon alt. Da ich emotional daran hänge wollte ich es trotzdem reparieren lassen. Da das Auto jedoch auf meinen Noch-Mann läuft und er sich weigert es auf mich umzuschreiben, steht es nun am Straßenrand und wartet auf sein Ende. Ich habe immer alles bezahlt für das Auto und er hat weder Geld, noch Führerschein. Aber er hat damit wieder einen Stein gefunden, den er mir mitten in den Weg legen kann.

    Nach 6 Wochen in denen ich vergeblich versucht habe etwas zu klären diesbezüglich, habe ich mich entschieden, mir ein neues Auto anzuschaffen. Gesagt, getan. Es ist nicht mein Traumauto, sondern ein Kompromiss für meine finanziellen Verhältnisse. Aber es hat sich richtig angefüllt. Nun brauche ich keine Angst mehr haben, dass er mir das Auto wegnimmt und ich nicht in die Arbeit komme. Das war nochmal ein großer Schritt Richtung Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit.

    Ansonsten bekomme ich ca. 1x in der Woche manipulative Nachrichten von meinem Noch-Mann, in denen er mir eine Notlage vorspielt, damit ich ihm Geld überweise. Und davor und danach unterschwellige Selbstmorddrohungen, Liebesbriefe und Beleidigungen. Ich reagiere einfach gar nicht. Und damit fahre ich ganz gut.

    Den Kinder geht es immer besser. Meine große Tochter hat heute zu mir gesagt: „Seit der Trennung bist du eine noch bessere Mama. Du warst immer so gestresst und so schnell genervt und jetzt lachst du über einen frechen Kommentar.“ Was soll ich sagen? Sie hat vollkommen recht.

    Ihr Vater allerdings hat seit über einem halben Jahr sich nicht einmal nach seinen Kindern erkundigt. Traurig, aber leider wahr.

    Mir geht es gut. Ich habe mich im Fitnessstudio anmelden und kann da ganz viele Emotionen abbauen. Ich gehe weiter jede Woche in eine Selbsthilfegruppe und lese fast täglich hier mit.

    Da ist jetzt dann doch so einiges zusammengekommen an Infos. 🫣

    LG ☀️

    Hallo Thess,

    Irgendwie hatte ich mir das Gespräch anders vorgestellt. Ich will sagen können, wie es mir geht, auch wenn es für ihn unbequem ist. Ich habe Angst davor, wie es weitergeht,

    du erwartest ein Gespräch auf Augenhöhe. Das gibt es nicht mit einem nassen Alkoholiker. Genauso wenig wie schöne Familienausflüge und störungsfreie Nächte.

    Deine Erwartungen werden nicht erfüllt und es wird sehr wahrscheinlich immer schlimmer werden.

    Finde und setze deine Grenzen.

    LG ☀️

    Klasse releaseme,

    das war so ein großer, wichtiger und symbolträchtiger Schritt. Du hast es geschafft. Bist wie ein kleiner Soldat einfach weiter marschiert. Sei stolz auf dich und gönn dir was besonderes.

    Das war ein Sprung in die Freiheit, Unabhängigkeit und ein Stück der Lebensfreude entgegen.

    Stress dich nicht mit allem anderen. Du darfst für dich das Tempo bestimmen. Und wenn es alles etwas länger dauert, dann ist das halt so. Du hast genug durchgemacht und darfst dein Tempo einfordern. Die Sachen landen schon von einem Haus im anderen.

    LG ☀️

    Hallo SchwesterS,

    wäre vielleicht besser, wenn ich nicht mehr aufwache"

    Diesen Satz habe ich bei meinem Noch-Mann auch oft gehört. Letztlich konnte ich es nicht mehr ertragen mitansehen zu müssen, wie er sich umbringt mit Alkohol, Marihuana und Kokain.

    Du kannst letztendlich nur den Notarzt rufen, wenn du meinst, dass er ärztlich Hilfe braucht. Alles andere kannst du nicht übernehmen. Er wird weiter machen. Ich weiß, es zerreißt einen innerlich. Es wird euch psychisch kaputt machen.

    Geht auf Abstand. Passt aufeinander auf. Weder du, noch dein Partner kann etwas ausrichten.

    LG ☀️

    Hallo Orangeblau,

    Oh, da kann ich dich so gut verstehen.

    Das belastet meinen Alltag im Moment auch. Ich soll mich auf mich konzentrieren und keine Fragen stellen. Die Fragen muss ich aber stellen, um zu verstehen und einzuordnen.

    Pass ich nicht genug auf? Sollte ich mich von dem Menschen fernhalten? Übertreibe ich? Bilde ich mir etwas ein? Bin ich überempfindlich?

    Und bevor ich etwas falsch mache, dann halt zurückziehen. Ende vom Lied. Ich habe zu den meisten männlichen Familienmitgliedern kaum noch Kontakt und traue mich nicht neue Menschen kennenzulernen.

    Durch deine Fragen habe ich z.B. gerade zum ersten Mal realisiert, dass das nächtliche starke Schwitzen meines Noch-Mannes all die Jahre wahrscheinlich Entzugserscheinungen waren. Im Nachhinein denk ich mir jetzt: „Ja klar, macht Sinn.“ Damals wurde mir gesagt: „Ich bin bestimmt krank und habe Fieber.“ Oder „Ich habe eine Glatze und da schwitzt man dann nun mal so viel am Kopf.“

    Lass dich nicht irritieren. Nur ein Co kann verstehen, wie sich ein Co fühlt. Genauso wie wir nicht verstehen können, wie sich ein Süchtiger fühlt.

    LG ☀️