Mit diesen Gefühlen, die ich bis heute nicht alle benennen kann meine ich die Gründe, warum ich mich nicht eher trennen konnte. Die meisten weiß ich aber manche sind mir noch immer unklar. Aber im Grunde genommen spielen sie jetzt auch keine Rolle mehr.
Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich lerne jetzt erst zu fühlen, gute und schlechte Gefühle auszuhalten, nicht wegzudrücken. Jahrzehntelang hat es der Alkohol für mich getan, weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll. Mich meinem Ex nicht widersetzen konnte. Irgendwann konnte ich mich selber nicht mehr spüren, habe nur noch funktioniert. Für mich ist es ein Prozess. Auch hier hole ich mir Hilfe von außen. Nur den Alkohol wegzulassen reicht nicht, jetzt folgen die psychischen Veränderungen. Das erste Jahr der Abstinenz war mir wichtig, stabil zu werden. Die ganze Gülle kam erstmal hoch und ich bin wieder zur Therapeutin. Ich krame nicht mehr in der Vergangenheit rum, konnte loslassen, aber es ist mir wichtig zu verstehen, warum ich so war/ bin, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu geraten.