Beiträge von Sonnenschein CoA

    Hallo Tiger,

    es tut mir leid, dass du sowas durchmachen musst. Ich kann mir gut vorstellen, wie grausam das für dich ist. Und welche Schäden das bei den Kindern verursacht.

    Meine Kinder sind inzwischen groß und verweigern sich dem Vater. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Jugendamt und Anwalt. Das sind die Zauberwörter. Das Sorgerecht zu entziehen scheint fast unmöglich zu sein, aber vielleicht findest du eine Möglichkeit für sicheren Umgang bzw. für Umgang mit Auflagen. Ich brauche auch ständig seine Zustimmung für Entscheidungen. Dafür gibt es Wege beim Gericht. Mühsam, aber machbar.

    Zu deiner Frage mit den Lügen und der erfundenen Vergangenheit und Realität. Das kenne ich. Mein Mann führt ein Doppelleben. Er erklärt z. B. sein krankes Aussehen mit einer Krebserkrankung, die es nie gab. Sogar Krebskranken erzählt er das und sammelt sich Mitleid. Angeblich konsumiert er nicht mehr, bestellt sich aber bei jeder Gelegenheit Alkohol und begründet das dann mit einem besonderen Anlass. Mein Mann hat die letzten 3 Jahre neu erfunden und selbst die gewaltsame Attacke gegen unsere Tochter stellt er ihr gegenüber anders dar. Für sie ist das besonders schmerzhaft.

    Ich habe mich oft gefragt, ob es unbewusste Verdrängung ist oder bewusstes Lügen oder eine krankhafte Wahrnehmung. Ich weiß es nicht. Bitte lass dich aber nicht beirren. Geh weiter deinen Weg. Du hast so viel geschafft und bist so stark. Deine Wahrnehmung ist richtig und du darfst dich verteidigen. Ich habe gelernt, dass andere das ganz genau einzuordnen wissen. Der Suchtkranke kann diese Scheinwelt nicht ewig aufrechterhalten.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft.


    LG ☀️

    Hallo Lenethu,

    willkommen.

    Ich kenne diese Gedanken und Gefühle nur zu gut. Als im Oktober 2024 hier aufgeschlagen bin, war ich ungefähr an dem gleichen Punkt.

    Ich habe damals erstmals verstanden, dass ich meinem Mann nicht helfen kann und das ich nur etwas für mich mich ändern und tun kann. Das klang anfangs wie eine Floskel und war keine greifbare Lösung für mich. Dann lernte ich viel über Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Ein bis dahin für mich unbekanntes Wort. Ich habe mich wieder achten und lieben gelernt. Ich wurde mir selbst wieder wertvoll und konnte für meine Bedürfnisse eintreten.

    Und dann ist die Lawine von ganz alleine ins Rollen gekommen (für jeden hier nachlesbar). Ich hab meine Grenzen gesetzt, kommuniziert und verteidigt. Ich habe geweint, gewütet und getrauert. Anfangs war die Wunsch nach Einsicht meines Mannes und das unser vermeintlich schönes Leben wieder kommt. Irgendwann dachte ich, dass getrennte Wohnungen die Situation entschärfen würden. Am Ende musste ich einsehen, dass mein Mann sich körperlich und geistig so stark verändert hat, dass er für mich nur noch ein fremdes Scheusal war und ist.

    Heute kämpfe ich immer noch mit meinen Dämonen. Mit dem Unterschied, dass ich sie inzwischen kenne und ihnen gegenüber treten kann. Ich brauche keine Ängste mehr haben und ich schäme mich nicht mehr. Ich spreche offen über mein Leben und das tut mir gut. Viel zu lange habe ich mich isoliert und alles mit mir selbst ausgemacht. Der Weg ist nicht einfach, aber bei mir gab es irgendwann keine andere Option mehr.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen produktiven Austausch.

    LG ☀️

    Danke Simsalabim,

    das werde ich tuen. Ich schreibe einen Brief, um meine Last abzugeben. Was ich dann damit mache, kann ich immer noch entscheiden. Vielleicht kommt irgendwann der richtige Moment ihm den zu geben oder sogar vorzulesen.

    Oder eine Übergabe erübrigt sich und ich kann ihn irgendwann verbrennen.

    Das fühlt sich grad richtig an.

    Danke dir.

    LG ☀️

    Die Fragen habe ich mir auch gestellt.

    Was ist meine Motivation? Was erwarte ich mir davon?

    In Erster Linie möchte ich meinem Vater sagen, wie sehr ich ihn liebe. Ich kann mich nicht daran erinnern, das jemals getan zu haben. Ich hab viele schöne Erinnerungen an ihn bevor ich in Pubertät kam und wir uns noch nahe standen. Außerdem möchte ihm sagen, wie mich sein Verhalten in den letzten 30 Jahren immer wieder verletzt hat. Ich möchte ihm keine Vorwürfe machen. Ich wünsche mir nur Liebe und Aufmerksamkeit von ihm.

    Ich hab das Gefühl, dass ich es einfach mal los werden muss. Ich habe keine Erwartungen. Wahrscheinlich würde er den Brief gar nicht lesen, da er Konflikten aus dem Weg geht. Selbst wenn, würde ich höchstwahrscheinlich keine Reaktion erhalten oder er würde mich noch mehr links liegen lassen. Kommunikation ist seine große Schwäche. Und je nach Zustand und Pegel kommt eh nichts an oder wird falsch verstanden.

    Also wohl doch eine Schnapsidee.

    Danke, das gibt Kraft.

    Ich habe mir über die Osterfeiertage Ruhe verordnet. Ich habe letzte Nacht seit ewig mal wieder lange und gut geschlafen. Ich fühle mich emotional gefestigter. Schlafmangel ist ätzend für die Psyche.

    Ich möchte etwas teilen, was mich seit dem letzten Wochenende bewegt.

    Ich war auf diesem besagten Seminar vor 2 Wochen und habe mich mit meinen Schuldgefühlen auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang wurde näher beleuchtet, wie Schuldgefühle entstehen. Und es war nicht überraschend, dass meine Kindheit, Erziehung und Prägung einen großen Einfluss darauf hat. Die Alkoholabhängigkeit meines Vaters habe ich als Kind und Teenager bis zur Trennung meiner Eltern erlebt. Seither war der Kontakt zu meinem Vater kaum vorhanden oder sehr schlecht. Ich habe mich von ihm nicht geliebt und unerwünscht gefühlt seither.

    Ich hatte letzte Woche Geburtstag und mein Vater wollte mich mit einem Besuch überraschen. Wir wohnen über 800 km auseinander und haben uns zuletzt vor fast 2 Jahren gesehen. Er war nur 2,5 Tage da und es hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

    Ich war mir die letzten Jahre nicht sicher, ob ich seine Alkoholproblematik neu bewerten muss. Als Teenager war ich mir sicher, dass er Alkoholiker ist. Aufgrund der Entfernung, der seltenen Treffen und der Tatsache, dass er dann auch oft nur alkoholfreies Bier getrunken hat, hat mich an meiner Wahrnehmung zweifeln lassen.

    Wie war es jetzt? Jetzt, nachdem ich meine Co-Rolle bei meinem Mann erkannt und aufgearbeitet habe? Jetzt, wo ich die Brille abgenommen habe und klar sehen kann? Jetzt sind die Tatsachen bei mir klar aufgeschlagen.

    Da war mein Vater, der äußerlich gesund aussieht, abgesehen von dem massiven Bierbauch. Seine Frau erzählte mir, dass er aktuell kein Bier trinkt, das sein Arzt ihm vor einigen Wochen von seinen schlechten Leberwerten berichtet hat und er strickt auf Alkohol bis zum nächsten Kontrolltermin verzichten soll. Was sah ich in den 2,5 Tag noch? Meinen Vater, der sich ärgert, weil sein Arzt sich noch im Urlaub befindet und somit seine aufdiktierte Abstinenz um eine weitere Woche verlängert wurde. Am 2. Tag seines Besuchs hat er sich im Restaurant ein Bier bestellt und ansonsten wurde Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um sein Tonic zu besorgen, dass er gerade so dringend braucht.

    Seine Darmprobleme, wegen denen schon der eine oder andere Urlaub und einige Treffen abgesagt wurden, haben natürlich nichts mit seinem Konsum zutun. Seine Frau wurde nicht müde, dass mehrfach ausgiebig zu betonen. Sie selbst Tochter eines Alkoholikers und Ex-Frau eines Alkoholikers, beide inzwischen verstorben, lebt in ihrer Co-Rolle so richtig auf. Es hat mich fast zerrissen, diese Konstellation mit anzusehen.

    Seither führe ich einen Monolog in mir drin. Ich denke darüber nach, alles ungesagte meinem Vater zu schreiben. Ich würde ihm gerne so viel sagen und erklären, aber ich hatte nie die Möglichkeit dazu. Meine Wahrnehmungen und Gefühle in der Kindheit, dann später als wir auseinandrifteten und jetzt, was ich sehe und fühle.

    Meint ihr es wäre eine gute Idee? Oder ist es sinnlos? Ich habe schon kaum Kontakt zu ihm und ich habe Sorge, dass er sich dann ganz abwendet, wenn ich ihn konfrontiere.

    LG ☀️

    Hallo,

    ich habe etwas in meinem Faden gelesen. Ich muss das Stück für Stück machen, weil es mich sehr aufwühlt. Einiges hatte ich so nicht mehr auf dem Schirm. Verdrängt oder vergessen? Andere Situationen kann ich so krass nachfühlen, als wär ich wieder dort, in genau diese Situation. Verrückt!

    Vor einem Jahr war ich mir der Trennung so sicher und genau heute ist mein Scheidungsantrag bei Gericht eingegangen. Am Dienstag haben wir unseren 22. Hochzeitstag. Schon irgendwie makaber und traurig.

    Mein eigentliches Anliegen für diese Zeilen: Ich wollte einmal Danke sagen, an alle, die mich in der schweren Anfangszeit bis hier her so unterstützt haben, für die lieben Worte und die Arschtritte.

    Danke Stern, danke Aurora, danke Elly, danke Wichtelmama, danke API, danke Jump, danke Koda, danke Ino, danke Rennschnecke und natürlich noch ganz viele andere.

    LG ☀️

    Danke euch für den lieben Zuspruch. Und ja Stern, das mit der Wut ist so eine Sache. Ich habe ein Seminar besucht, in dem es um Schuld und Schuldgefühle ging? Und natürlich auch um Vergebung.

    Und genau da bin ich noch nicht. Ich kann nicht vergeben. Ich habe akzeptiert, dass er trinken will und das vergebe ich, da er krank ist. Aber alles was darauf folgte, all diese unnötigen Probleme, Provokationen, Beschimpfungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Manipulationen und Schuldzuweisungen kann ich nicht vergeben.

    Vielleicht ist es das, was mir die Energie raubt, das kann gut sein. Aber ich kann dieses Gefühl für mich nicht ändern. Er hat mir alles genommen und mich klein gemacht. Meinen Mann, meinen besten Freund, meinen Kindern den Vater, finanzielle Sicherheit und meine Würde. Und das alles für Alkohol und Drogen. Unfassbar für mich.

    Wie soll man je so etwas vergeben können und nicht mehr wütend sein? Ich weiß es nicht.

    Danke an euch fürs lesen.

    LG ☀️

    Hallo zusammen,

    ich war etwas abgetaucht und habe an mir oder mit mir gearbeitet. Ich muss gestehen, mir geht die Kraft aus. Die letzten 1,5 Jahre haben mir nicht nur viel abverlangt, sondern mich auch altern lassen.

    Ich weiß nicht, wo ich gerade stehe, aber ich setze trotzdem einen Schritt vor den anderen.

    Zu meinem letzten Beitrag wollte ich kurz noch etwas klarstellen: Der Frauennotruf hat mir sehr geholfen. Das wurde wohl falsch verstanden. Ich habe ein Ohr gefunden und man hat mich ausführlich beraten. Leider hat es dann an der Richterin gehapert. Nicht antworten auf Nachrichten heißt, nicht oft genug stop oder nein gesagt zu haben. Und antworten ist auch nicht richtig. Das sind genau diese Probleme, wie sie gerade aktuell in der Presse diskutiert werden. Und auch unser Jugendamt ist davon nicht ausgenommen. Anfang August 2025 ist mein Mann gegenüber meiner Tochter gewalttätig geworden. Seit der Wohnungszuweisung von Ende August 2025 weiß das Jugendamt davon. Und auch bei der Gerichtsverhandlung Mitte Dezember 2025 war jemand vom Jugendamt dabei und hat die Lage für die Richterin bewertet. Nachdem nun die Polizei meine Lage ernst nimmt, ging auch von deren Seite vor 2 Wochen eine Meldung an das Jugendamt heraus. Und man wird es kaum glauben: Letzte Woche, also 7 Monate nach dem Vorfall, hat sich jemand vom Jugendamt bei mir gemeldet und gefragt, ob ich Unterstützung brauche. Was soll man da noch sagen. Wochen lang hab ich vergeblich versucht meine Sachbearbeiterin zu erreichen um einen Beratungstermin zu bekommen. Und jetzt, nach 7 Monaten, geht es plötzlich von ganz alleine.

    Wie geht es den Kindern? Meine Große schlägt sich durch und ist mit der neuen Therapeutin und dem neuen Psychiater sehr zufrieden. Meine kleine Tochter wird gerade diagnostiziert und es läuft auf PTBS heraus aufgrund des gewalttätigen Vorfalls im August gegenüber der Schwester, was sie mit ansehen musste.

    Ich bin weiterhin sehr wütend auf meinen Ex. Er trinkt offensichtlich weiter und erzählt weiter seine Geschichten. Ich habe weiterhin jede Nacht Albträume und noch immer kein Geld von ihm bekommen.

    Inzwischen ist die Unterhaltsklage auf dem Weg zum Gericht und auch der Antrag auf Scheidung ist unterwegs. Mehr kann ich gerade nicht tun. Kopf über Wasser halten und weiter machen. Zu allem Überfluss streikt jetzt auch noch das Auto.

    Mein Ex macht mir weiter das Leben schwer und ich kann nicht die einfachsten Dinge mit ihm klären.

    Mir geht es gut. Die Trennung war die einzig richtige Entscheidung. Ich hätte es schon früher machen sollen, konnte es aber nicht. Die Erkenntnis kam erst mit dem Weg. Je mehr ich reflektiere, umso klarer wird alles. Trotzdem denke ich jedes Tag an ihn. Meist negativ, aber auch traurig und verständnislos. Und noch immer vermisse ich meinen Mann, den ich einmal geheiratet habe und noch immer verabschiede ich mich von meinen Zukunftsplänen.

    Ich gehe weiterhin jede Woche in meine örtliche Selbsthilfegruppe und habe dort ganz viele tolle Menschen kennengelernt, die mir inzwischen Freunde geworden sind. Wir waren zusammen auf einem Wochenendseminar für Angehörige und habe dort zusammen gelacht, geweint und gekämpft.

    Es ist viel passiert und ich habe viel geschafft und trotzdem hab ich das Gefühl emotional auf der Stelle zu treten. Der Stein in der Ritterrüstung, der zum wabbeligen grünen Schleimhaufen geworden ist, hat sich nun in einen Trauerklos verwandelt.

    Ich würde nichts ändern wollen, aber ich habe Federn gelassen und das spüre ich nun mehr und mehr. Ich bin nicht mehr die alte, nicht mehr der kleine Sonnenschein, der ich einst war. Ich bin ernst, traurig und funktioniere. Ich habe mich arrangiert mit der Situation.

    Ich hoffe mit dem Sommer kommt auch wieder der Sonnenschein zurück.

    Liebe Grüße an alle Leidensgenossen da draußen. Lasst euch nicht unterkriegen!

    ☀️

    Hallo Sunny,

    ich verstehe dich und ich finde es sehr gut, dass du die räumliche Trennung gesucht hast. Ich habe leider viel zu spät wirklich verstanden was los ist. Klar wusste ich, dass etwas nicht stimmt, aber da mein Noch-Mann regelmäßig seine Trinkpausen eingelegt hat, war er für mich kein Alkoholiker. Dieses Unwissen hat mich viel zu lange ausharren lassen. Ich wünschte ich hätte so viel früher gehandelt, wie du. Da kannst du sehr stolz auf dich sein.

    Er leidet sehr unter der aktuellen Situation und die Kinder gewiss auch, aber ich sehe gerade keinen Ausweg.

    Vielleicht leidet er, aber offensichtlich noch nicht genug. Er kennt dein Grenze mit dem Bierkonsum und macht trotzdem weiter. Klingt für mich nicht überzeugend.

    Wenn dieser scheiss Alk nicht wäre, ist es der beste Mann, den Mann sich vorstellen kann. Er ist mein bester Freund.

    Das habe ich vor fast 1,5 Jahren am Beginn meiner Reise auch gesagt. Hartmut hat mir darauf geantwortet: „Komisch, mein bester Freund würde mir so etwas nicht antun.“

    Das hat damals in mir viel bewegt. Auch ich habe geglaubt wir wären etwas besonderes. Pustekuchen…. Ich war für ihn nur besonders, solange ich sein Spiel mitgespielt und seine Geschichten nicht hinterfragt habe.

    Pass auf dich auf. Du hat eine tolle Wahrnehmung der Situation. Lass dir das nicht absprechen.

    LG ☀️

    Hallo Ino,

    schön von dir zu lesen.

    Den Ärger mit den Behörden/Ämtern und dem Datenschutz kenne ich nur zu gut. Da kann ich auch ein Lied von singen. Ohne Anwalt kommt man manchmal einfach nicht weiter, weil man nicht mal eine banale Auskunft erhält.


    Ich denk an dich. Mit Tannenbaum und Plätzchen kann ich zwar nicht mehr dienen, aber dann vielleicht mit Lagerfeuer, Stockbrot und Stockwürstchen. Der Baum muss noch verbrannt werden und etwas Lebkuchen sind auch noch da.

    Liebe Grüße ☀️

    Guten Morgen,

    vielen Dank für alle eure Nachrichten. Ihr habt mir Kraft gegeben, diese Zeit durchzuhalten.

    Was ist passiert die letzten 2 Wochen? Ich träume weiterhin furchtbare Dinge jede Nacht. Es fühlt sich an als hätte jemand ein Ventil geöffnet und all die Emotionen, die ich ein Jahrzehnt verpackt und verschlossen habe, wollen jetzt raus. Sie wollen gesehen und gefühlt werden. Ist das gut oder brauch ich einen Therapeuten? Keine Ahnung. Ich versuche mich damit zu arrangieren. Was raus muss, muss raus.

    Freunde und Familie haben mich aufgefangen und ich werde regelmäßig zu spaßigen Events „gezwungen“. Meist bin ich nicht in der Stimmung dazu und dann habe ich doch unfassbar viel Spaß. Auch mit fast 45 Jahren fühle ich mich dann wie mit 18 Jahren, wenn ich nach einer durchtanzten Nacht morgens um 6:00 Uhr ins Bett falle. Auch wenn ich mich wie meine Oma anhöre: „Das ich das noch erleben darf.“ 😂

    Nach den letzten Drohungen meines Mannes hab ich mit dem regionalen Frauennotruf Kontakt aufgenommen und versucht ein Kontaktverbot zu erwirken. Es wurde abgelehnt. Ich hätte nicht oft und deutlich genug gesagt, dass ich nicht belästigt werden will und einige Vorkommnisse liegen zeitlich schon einige Monate zurück. Im Umkehrschluss sah die Richterin sein Recht darauf mich zu kontaktieren und mir aufzulauern zu sehr eingeschränkt. Auf die Suchtproblemarik und die Angst, die ich habe aufgrund der Wesensveränderung, wurde gar nicht eingegangen. Ich musste es versuchen, aber ich würde es nicht wieder tun. Hierfür musste ich alle Nachrichten durcharbeiten, die ich seit August erhalten habe und relevante Stellen markieren und dokumentieren. Herausgekommen sind über 40 DIN A4 Seiten WhatsApp-Nachrichten in Textform von ihm. Ich habe meine intimste Seite vorzeigen müssen. Diese Aufarbeitung der letzten Monate hat mich 5 Stunden gekostet, es war fuchtbar aufwühlend und erschöpfend, das noch einmal durchlesen zu müssen. Und nun aber nicht mehr als Stein, sondern mit geöffnetem Ventil und sprudelnden Emotionen und der Angst im Nacken, was er tun wird, wenn er davon erfährt.

    Am Donnerstag musste ich zur Polizei und meine Aussage machen, wegen der Anzeige von ihm gegen mich wegen dem unterschlagenen Fahrzeug. Und da war das Schicksal dann wieder auf meiner Seite. Ich habe berichtet und der nette Beamte hat zugehört, notiert und die richtigen Fragen gestellt. Er hat meine Situation sofort erfasst und darum gebeten ein paar der Nachrichten zu lesen, die ich zuletzt erhalten habe. Er hat alles dokumentiert und mich gebeten für mich eine Anzeige für allen damit verbundenen Straftaten verfassen zu dürfen. Das würde mir zukünftig helfen, wenn wieder was ist. Ich brauchte nur noch nicken. Das ganz würde dann an die Abteilung für „häusliche Gewalt“ gehen und man würde schauen, was man tun kann um mein Leben sicherer zu machen. Er wusste viel über das letzte Jahr aus seinem Computer und gab mir den Hinweis, dass ich allen Grund zur Angst hätte und das sehr ernst nehmen soll. Er weiß offensichtlich mehr als ich. Nach 45 Minuten bin ich dar raus gegangen und musste erst einmal realisieren, was hier gerade passiert ist. Und irgendwas ist passiert. Gestern hat dann mein Noch-Mann ganz plötzlich seine Sachen abgeholt, die seit 1,5 Wochen verpackt vor dem Keller stehen und mir den Schlüssel in den Briefkasten geworfen. Alles ohne Drama oder Kontaktaufnahme. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich bin. Ich habe ein großes Stück Sicherheit wiederbekommen. Ich habe geschrien und geweint vor Glück gleichzeitig.

    Einzige Baustelle ist jetzt meine große Tochter. Ich und die kleine Tochter haben ihn vor 2 Wochen blockiert. Die große Tochter schafft das noch nicht. Nun kommuniziert er voll über sie. Sie erkennt seine Manipulationen und kann es gut einordnen und trotzdem trifft es sie, wenn er ihr erzählt, wie schlecht es ihm geht und dass er sich schon ein paar mal das Leben nehmen wollte. Nach zwei Woche hat sie ihm nun Grenzen gesetzt und denkt über eine Blockade, zumindest zeitweise, nach. Sie hat immer noch die Hoffnung ihm helfen zu können und er hat ja jetzt nur noch sie. Ich bin bei ihr und wir reden viel. Aber ich spüre, wie auch mich das immer und immer wieder mitnimmt und in mir ein schlechtes Gewissen auslöst.

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

    LG ☀️

    Hallo hopeless, Jump und Koda,

    ich war die letzten Wochen meist nur kurz hier um mal reinzulesen. Ich brauchte eine Pause. Das lesen und Schreiben hier hat sich nicht mehr so frei und hilfreich angefühlt wie sonst. Es war fast wie ein Eiertanz. Werde ich jetzt gemaßregelt wenn ich die oder die Ansicht vertrete? Wird ein Teil meiner Nachricht gelöscht weil es jemanden nicht passt? Ich weiß nicht mehr, was ich schreiben darf und was nicht.

    Ich finde es nicht gut daß du solche Mutmaßungen äusserst, wir sollten doch warten was Sonnenschein dazu zu sagen hat warum sie gerade eine Schreibpause macht.

    Das ist das perfekte Beispiel.

    Ich hoffe es geht euch allen soweit gut. Mir seit einigen Wochen nicht wirklich. Ich kämpfe weiter Tag für Tag und mein Noch-Mann macht mir weiter das Leben zur Hölle. Egal was ich tue, mir werden Steine in den Weg gelegt oder es wird weggesehen. Ich schlafe seit 3 Wochen sehr schlecht. Ich träume jede Nacht und verarbeite ganz viel. In der Früh wach ich dann auf und fühle mich wie gerädert. Und dann schleppe ich mich von Kaffeetasse zu Kaffeetasse um dann schleunigst wieder ins Bett zu gehen. Ich bin einfach durch.

    Mein Noch-Mann hat nun festgestellt, dass ich ihn nicht nur jahrelang belogen und betrogen habe, sondern, dass ich auch schuld daran bin, dass er trinken musste, er seinen Job und Führerschein verloren hat. Ich ich bin natürlich auch schuld daran, dass sein ganzes Geld gestohlen wurde und ich habe die Kinder als Waffe gegen ihn eingesetzt. Also hasst er mich von ganzem Herzen und ist froh mit mir Psycho nicht mehr zusammen sein zu müssen. Jetzt geht es ihm natürlich viel besser ohne mich.

    Ich habe noch immer nicht den Schüssel zu meiner Wohnung zurück bekommen , er hat noch immer nicht seine Sachen abgeholt und ich werden weiterhin mit Nachrichten bombardiert. Am Freitag drohte er mehrfach mir die Tür einzutreten, wenn ich nicht bis dann und dann ihm die und die Sachen zur Verfügung stelle. Ich habe ihn dann blockiert. Daraufhin hat er mich bei der Polizei wegen Veruntreuung des Familienfahrzeuges angezeigt. Am Montag ging das Spiel weiter. Nun ist er auf Kontakt über die dienstliche E-Mail-Adresse umgestiegen.

    Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr. Ich will nur noch aufgeben. Ich war lange ein Stein in einer Ritterrüstung und jetzt weine ich mehrmals täglich. Es ist viel Lebensfreude auf der Strecke geblieben und ich frage mich allmählich, ob es das Wert war.

    LG ⛅️

    Hallo Johanna,

    aufgrund meiner beruflichen Qualifikation und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du das mit dem Schloss tauschen gut abwägen musst. Er hat das gleiche Recht in der Wohnung zu sein wie du auch. Du darfst ihn nicht aussperren. Wenn du das Schoss tauschst, dann bist du für dich erst einmal sicher. Wenn er jedoch wieder vor der Tür steht musst du ihn reinlassen. Vielleicht verleitest du ihn dann auch nur zum Randalieren. Du solltest dringend einen Anwalt aufsuchen. Der kann dir sagen, ob deine Wohnsituation und das was passiert ist, genug Stoff gibt um eine einstweilige Wohnungszuweisung zu beantragen. Bei mir lag die in weniger als 24 Stunden vor.

    Ich wünsche dir viel Kraft und pass auf dich auf.

    LG ☀️

    Hallo Lumen,

    von der Geschichte mit der Meldeadresse kann ich dir nur dringend abraten. Ich hatte eine Menge Probleme, weil mein Noch-Mann sich über Monate nicht abgemeldet hat. Und das kann nur er, nicht du. Meinst du das würde er in seinem Zustand tun, wenn es notwendig wird? Du holst dir nur Probleme ins Haus.

    LG ☀️

    Hallo Wichtelmama,

    Das ist wieder dieser Eiertanz wie vorher, als wir noch zusammen gewohnt haben. Nur habe ich dort mehr Kontrolle und Aufsicht/Übersicht gehabt.

    Das verstehe ich total. Solche Dinge haben mich in der Beziehung gehalten. Die Sorge, dass die Kinder so reingezogen werden. Ich habe über viele Jahre abends nicht mehr das Haus verlassen oder bin fort gegangen. Ich wollte immer da sein, um auf die Kinder zu achten. Wenn mein Noch-Mann betrunken heim kam, dann habe ich ihm keinen Meter getraut. Ich war immer froh wenn er einfach schlafen gegangen ist. Dann konnte er keinen Schaden anrichten. Und so hatte ich mich mit dem Leben arrangiert Jahr für Jahr. In der Rückschau find ich das verständlich und auch traurig/beklemmend.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

    LG ☀️

    Hallo Wichtelmama,

    nein, ich muss sein Zeug nicht ewig aufbewahren. Ich darf es aber auch nicht einfach entsorgen oder rausstellen. Er fragt ja auch ständig danach, kriegt es aber nicht auf die Reihe, seine Sachen zu holen. Da er nur nach Gründen sucht mir das Leben so schwer wie möglich zu machen, dachte ich, dass es besser wäre er packt selbst. So kann er mir später nicht unterstellen, ich hätte Sachen behalten. Ich will so wenig Reibung wie möglich. Inzwischen sind Monate vergangen und ich verfolge eine neue Strategie.

    Aber selbst so eine Banalität wird aufgebauscht. Nach seinem Auftritt vor Gericht hab ich endlich verstanden, warum er das alles macht. Er will seine Sachen nicht holen, weil er will in die Wohnung zurück. Wenn ich will, mit mir. Ansonsten könnte ich ja auch ausziehen und er bleibt mit den Kindern in der Wohnung.

    Ohne Worte…

    Ich habe mich mit dem Ex-Mitbewohner gut arrangiert. Er reißt sich zusammen, wenn wir uns sehen.
    Nur das eine Mal, als die Kinder bei ihm waren, war er stockbesoffen.

    Das stell ich mir ganz schlimm vor. Kannst du da nicht verlangen, dass er die Kinder nur unter Aufsicht sehen darf.

    LG ☀️

    Geschweige denn den Schlüssel abgegeben. - edit, bitte keine Details, bitte auf Anonymität achten, danke - Dann zerrt er mich vor Weihnachten noch vor Gericht, wo er eine Stunde lang Lügen und Geschichten über mich verbreitet und mich durch den Dreck zieht.

    Kann mich bitte mal einer der Mods aufklären, warum mein Text editiert wurde. Ich hab doch vollkommen anonym geschrieben, oder nicht?

    Hallo Wichtelmama,

    es gibt nur einen Kanal, der offen ist. WhatsApp und da antworte ich nur auf organisatorisches. Das ist auch weniger meine Baustelle. Da ist es momentan sehr ruhig.

    Dafür kontaktiert er jetzt die Kinder und stiftet Unruhe und die sind nicht bereit, ihn zu blockieren. Dann noch das Versteckspiel über Monate, seine Sachen hat er auch noch nicht abgeholt. Geschweige denn den Schlüssel abgegeben. - edit, bitte keine Details, bitte auf Anonymität achten, danke - Dann zerrt er mich vor Weihnachten noch vor Gericht, wo er eine Stunde lang Lügen und Geschichten über mich verbreitet und mich durch den Dreck zieht. Ganz zu schweigen von nun den 5. Monat ohne einen Cent Kindesunterhalt von ihm, aber mit dem Taxi zum Gericht fahren.

    Und die Zeit, die ich für den ganzen Mist aufbringen muss. SHG für mich, SHG für die Kleine, Therapie für beide Kinder, Gerichtstermin, Anwaltstermine, Jugendamttermine. Und das alles neben Hobbys, Arzttermine und Vollzeitjob.

    Das ist so nervenaufreibend. Ich bin so froh, wenn ich endlich geschieden bin und alles aufgeteilt ist und wir nichts mehr miteinander zu klären haben.

    Sorry für den Stimmungskiller.

    Wie geht es euch Wichtelmama?

    LG ☀️