Beiträge von feather

    Silberstreifen Dankeschön für deine Antwort... ich finde eben so schwierig zwischen der Pflicht - rein rechtlich - und dem emotionalen Zustand zu stehen. Wenn wirklich was passiert und man die einzige oder letzte Person war, die diese Nachricht bekommen hat ohne etwas zu unternehmen dann ist man ja rechtlich betrachtet denke ich zur Verantwortung zu ziehen? Gewissermaßen in Sachen unterlassene Hilfeleistung? Aber wie wir es eben kennen - als Angehörige von Alkoholabhängigen - ist es ja fast normal das wir emotional und psychisch unter enormem Druck stehen und dieser Druck teilweise vollstens bewusst auf uns ausgeübt wird. Wo es eben viele Ecken gibt, in denen man abschalten muss um sich selbst zu schützen.

    Viel Kraft für dich.

    Er hat sich die Tage immer wieder zwischendurch gemeldet. Ich habe auf nichts reagiert. Er wird auch weiterhin trinken... hat jemand von euch Erfahrungen damit, wenn ein (Ex)-Partner Sätze wie "ich werde sterben" oder "ich sterbe jetzt" von sich gibt und solche Nachrichten aber kurz darauf wieder aus dem Chat löscht?

    Ich habe für ihn so oft die Polizei gerufen als ich nicht vor Ort sein konnte. Versteht mich nicht falsch, das sind gruselige Äußerungen. Aber ich kenne eben auch diese vollkommenen Übertreibungen seinerseits und habe das Gefühl, er übt damit Druck auf mich aus. Weil er genau weiß, dass ich mich sorge. Besonders weil er die Nachrichten danach sofort löscht und mit einem Themenwechsel übertüncht.

    Für jetzt habe ich wieder einmal die Polizei angerufen und sie sollen einen Check machen. Für die Zukunft denke ich ist das einzig sinnvolle seine Nummer zu blockieren? Dabei hätte ich gehofft, dazu muss es nicht auch noch kommen.

    Kennt ihr solche Situationen und wie seid ihr damit umgegangen?

    Wir haben nun miteinander gesprochen und ich habe ihm gesagt das ich diese Beziehung nicht mehr führen kann.

    Er hat gesagt, er möchte es unbedingt hinkriegen und mit mir ein Leben aufbauen. Ich weiß, dass ich darauf wahrscheinlich nicht viel geben kann... Auf gewisse Weise fühlt es sich wie ein Versuch des warmhaltens an. Vielleicht ist es ja aber auch genau das, was ihn nun motiviert? Schließlich war ich auf gewisse Weise der einzige Mensch für ihn.

    Gibt es unter euch jemanden, der es tatsächlich geschafft hat sein Leben vor bzw. Während der Sucht nach erfolgreicher Bewältigung wieder aufzunehmen? Also: den verlorenen Partner zurück an seine Seite zu gewinnen?

    Ich danke euch sehr für eure Hilfe hier. Ihr habt mich zu Erkenntnissen gebracht, die ich so wahrscheinlich noch monatelang vor mir hingeschoben hätte.

    Für jetzt schaue ich, dass ich gut zu mir bin. Im Moment fühlt sich alles extrem schwer an. Ich denke die Vorteile der Trennung kristallisieren sich erst mit der Zeit heraus. So richtig erleichtert fühle ich mich nicht.

    Ich glaube ich habe eine Entscheidung getroffen. Es fühlt sich trotzdem sehr komisch an und ich bin innerlich sehr traurig und zerbrochen.

    Aber durch sein Verhalten in den letzten Tagen (wiederholtes Argumentieren, er könnte nichts ändern und völlig weltfremde, illusorisch fröhliche Nachrichten gepaart mit zig Liedern, die mich wahrscheinlich weich und emotional werden lassen sollen) wird mir immer klarer, dass ich ihn aus diesem Loch nicht ziehen kann. Das es immer schlimmer wird. Und vor allem das ich dazu keine Kraft mehr habe.

    Ich habe die letzten Tage und Woche mit schlimmen Konzentrationsstörungen zu kämpfen, mir fallen die leichtesten Worte nicht mehr ein und ich kann kaum gerade denken, geschweige denn einen Satz sprechen ohne ellenlange Pausen und verwirrtem Nachdenken über den richtigen Wortlaut. Schlaf- Und Essgewohnheiten leiden auch darunter. Ganz zu schweigen von der unglaublichen Anspannung im gesamten Körper.

    Nun ist die Sache aber: er hat mich nicht mehr angerufen. Nur ein einziges Mal über WhatsApp... was sehr ungewöhnlich ist und seinen Zustand deutlich macht. Er schickt eben nur in unregelmäßigen Abständen zusammenhangslose Nachrichten.

    Ich bin trotzdem ein zutiefst respektvoller Mensch. Zumindest möchte ich einer sein. Und halte absolut nichts vom "ghosten"... zumal ich für mich auch eine klare Linie ziehen will.

    Sollte ich nun zu ihm fahren, um mit ihm über die Trennung zu sprechen - in diesem Zustand? Mir ist vollkommen klar, dass er nach wie vor trinkt. Ich habe kein gutes Gefühl dabei, nun zu ihm zu fahren und Schluss zu machen wenn er in dieser Verfassung ist. Eine Nachricht zu schreiben fände ich anstandslos.

    Es gibt niemanden, den ich bitten könnte mich zu begleiten. Niemand, der das aushalten würde. Ein gemeinsamer Freund hat selbst schwere psychische Probleme und genug mit sich zu tun. Und im Umkehrschluss gibt es auch niemanden, der ihn genug kennt sodass ich mich weniger schuldig fühle, einen Fremden in die Situation einzuberufen und seinen Zustand zu offenbaren.

    Ich hatte ja bereits gesagt, ich halte nichts von ghosten... in gewisser Weise tue ich das ja im Moment trotzdem. Ich weiß einfach nicht wie ich nun diesen Schritt gehen kann.

    Liebe Elly , liebe Lanananana

    Auch ein Dankeschön an euch für eure Nachrichten. Danke, dass ihr hier seid. Ich fühle mich physisch im Moment zwar sehr allein, weiß aber das hier viele Menschen unterwegs sind mit denen ich Sorgen, Ängste und Gefühle teile. Das tut gut zu wissen...


    Ich habe ihm gestern eine lange Nachricht geschrieben, da es leider schwer ist mit einem betrunkenen am Telefon zu kommunizieren und ich es im Moment nicht aushalten kann, ihn persönlich zu sehen. Zumal er ohnehin wieder mindestens 24 Stunden bräuchte, sich von seinem Zustand zu erholen... Wir wohnen ca. 1 Stunde voneinander entfernt.

    Auf meine Nachricht hat er sich bisher nicht gemeldet und ich habe ihm klar gemacht, dass er nun endlich etwas ändern muss. Ich war sehr klar und sehr direkt.

    Das ist für mich nicht leicht. Immer wieder überkommt mich schubweise die Angst, ich könnte zu fies gewesen sein. Aber ich beruhige mich damit, dass ich keineswegs beleidigend oder respektlos gewesen bin... nur ehrlich.

    Ich habe wie viele andere Angehörige vielleicht auch, riesengroße Angst, den Menschen der dort hinter der Sucht steckt zu verlieren. Denn diesen Menschen liebe ich.

    Es fühlt sich gerade alles sehr diffus an. Einerseits möchte ich daran festhalten... an ihm und eben dem Menschen, der er innen drin ist. Andererseits habe ich die Hoffnung zumindest anteilig aufgegeben und mein Innerstes macht zu. Außerdem weiß ich absolut nicht, wie und auf welcher Ebene ich ihm nun begegnen soll.

    Ich halte es einfach nicht aus, ihn jetzt zu sehen. Mir geht es die letzten Tage sehr schlecht.

    Fürs Wochenende distanziere ich mich erst einmal gänzlich und warte ab?... Auf was genau ich warte, weiß ich nicht. Vielleicht ein nüchterner Partner der mich anruft und versteht, dass er unsere Beziehung so nicht länger halten wird?

    Ich weiß es einfach nicht, was ich nun mache.

    Lieber Alex_aufdemweg ... zu deinem Kommentar habe ich noch eine Frage. Vielleicht können auch andere Mitglieder mir ihre Einschätzung dazu da lassen.

    Besonders, weil du erzählt hast, du bist seit 25 Jahren trocken... - dazu meinen herzlichsten Glückwunsch!

    Mein Partner hat von Anfang an gemeint, ich solle mich mit Alkoholismus auseinandersetzen und muss wissen/ entscheiden, ob ich das "kann" ... also ob ich mit einem alkoholabhängigen Partner zusammen sein kann. Sozusagen damit ich weiß, worauf ich mich einlasse. Diese Formulierung hat er oft im Laufe der Beziehung wiederholt.

    Durch eure ganzen Rückmeldungen bin ich sehr ins Denken gekommen und nun stößt mir diese Aussage irgendwie sauer auf.

    Denn wenn ich mir das rückblickend durch den Kopf gehen lasse ist auch das für mich ein Zeichen, dass er nie den Willen aufgebracht hat, wirklich trocken zu werden. Sondern das er sich förmlich auf dieser Aussage ausruht.

    Wie ist deine/ eure Meinung dazu?

    Es grüßt, feather.

    Danke, Hartmut Und Alex_aufdemweg für eure Nachrichten.

    Es ist überhaupt nicht zu hart geschrieben. Und ich bin sehr dankbar für den Denkanstoß, weshalb ich mich immer wieder zu solchen Menschen hingezogen fühle... dem werde ich auf den Grund gehen.


    Ich finde seine Wortwahl oft merkwürdig... seine Aussage ist immer "Ich kann nicht versprechen, dass ich aufhöre zu trinken. Ich kann es nur versuchen. Der Wille ist aber da."

    Das mit dem Willen hört sich für mich wie ein notgedrungen rangehängter Satz an, den er sagt weil ich ihn gern hören würde.

    Das ich Co-Abhängig bin oder sein könnte kann ich nicht einmal abweisen... ich versuche alles vor anderen zu vertuschen und wenn er erst wieder angefangen hat, seine Wohnung zu zerlegen dann helfe ich trotzdem mit wo ich nur kann um alles wieder zu richten. Ich habe über die Zeit gelernt, dass es nicht hilfreich ist ihm beispielsweise beim Aufräumen zur Hand zu gehen... ich halte mich mittlerweile größtenteils heraus. Dennoch erwische ich mich immer wieder, wie ich dann doch einzelne Aufgaben übernehme und ihn unterstütze. Aber meiner Meinung nach ist das doch liebe und gehört einer Beziehung an? Oder belüge ich mich mit diesem guten Gewissen selbst und sollte ihn gänzlich in seiner Misere liegen lassen?

    Es fällt mir eben sehr schwer zu differenzieren, inwieweit ich mich davon distanzieren und "über ihn" als "den Süchtigen" sprechen kann... wie ich bereits geschrieben habe gibt es mir das Gefühl ich verletze damit seine Würde.

    Hallo ihr...

    Ich möchte euch bitten, mir vielleicht einen Rat zu geben. Vielleicht hilft es auch einfach, mir meine Sorgen von der Seele zu schreiben.

    Ich bin seit ca. 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Bevor wir die Beziehung eingegangen sind, hat er mich über seine Sucht informiert und ich habe durch meine vorherige Beziehung zumindest inetwa gewusst, was es bedeutet wenn der Partner viel trinkt und gewissermaßen abhängig ist. Mein vorheriger Partner jedoch konnte es nie zugeben und war durch seine Familie in seinem Verhalten vollkommen gestützt, da sie alle gemeinsam ein Alkoholproblem haben und in einem Umfeld leben, in dem es selbstverständlich zu sein scheint sich jedes Wochenende die Kante zu geben.


    Mein jetziger Partner jedoch war als wir uns kennenlernten bereits seit mehreren Jahren in Therapie und sehr reflektiert, was seine Sucht anbelangt. Zu seiner Alkoholsucht kommen noch diverse andere psychische Erkrankungen hinzu.

    Aufgrund seiner reflektierten Art und Weise und auch seiner eigenen Urteilsfähigkeit habe ich bei ihm zunächst das Gefühl gehabt, er hat das ganze auf andere Art und Weise "im Griff". Das soll nicht bedeuten, dass ich daran gedacht habe, man könne mit dieser Sucht bis ans Ende unserer Tage leben, sondern eher habe ich mich von seiner Reflektiertheit so blenden lassen das ich dachte, er wäre fast so weit in der Therapie, dass er beinahe ein normales Leben führen könnte...

    Ich hoffe das klingt nicht allzu naiv. Ich habe mit verschiedenen Foren leider bisher eher negative Erfahrungen gemacht und möchte niemandem auf die Füße treten und ggf. hören müssen, was ich mir denn einzubilden vermag...

    Nun ist es wie gesagt so, dass er therapeutisch angebunden ist und eine Vielzahl stationärer Therapien und Entzüge hinter sich hat. Er macht also Therapie und arbeitet an sich. Zumindest wirkt es auf den ersten Blick so...

    Im vergangenen Jahr war er zusammengerechnet mehrere Monate vollstationär in der Klinik. Selbiges gilt für dieses Jahr.

    Das gibt mir immernoch Hoffnung. Dennoch ist mein Vertrauen zu ihm mittlerweile völlig erschüttert. Er hat durch diese schreckliche Sucht so viel gelogen. Er ist nach jedem stationären Aufenthalt unmittelbar zurück in den Konsum gefallen und auch wenn er dann für ein paar Tage trinkt und danach ggf. Ein Wochenende/ eine Woche abstinent ist, weil ich zu Besuch bin fängt er spätestens wieder an, wenn ich nach Hause fahre. Oft brauchte er erstmal einen bis 1,5 Tage um wieder klar zu kommen wenn ich dann zu Besuch kam.

    Wenn er nicht trinkt, ist er so ein wundervoller Mensch. Ein absolutes Geschenk. Er gibt mir unglaublich viel und hat mir geholfen so stark zu werden. Wenn er trinkt wird er so anders... oft zornig und wütend über völlig unnötige Dinge. Steigert sich enorm in Themen rein, die total unwichtig sind und ihn oft nicht einmal betreffen. Vor ein paar Monaten kam es infolge von wochenlangem Konsum und in Verbindung mit seinen anderen psychischen Erkrankungen dazu, dass er mich mit Sack und Pack mitten in der Nacht vor die Tür gesetzt hat... Das hat mein Vertrauen unglaublich gebrochen.

    Ich bin so kraftlos und weiß einfach nicht mehr, was ich glauben kann...

    Ich weiß, dass nur ein Bruchteil der Menschen mit Alkoholsucht wirklich schaffen können, völlige Abstinenz zu erreichen und zu erhalten. Ich weiß, dass es ein jahrelanger Weg ist, diese Sucht überhaupt auch nur ein bisschen in den Griff zu kriegen.

    Ich frage mich, ob es *das* ist... ist es schon das non plus ultra, dass er Therapie macht und über seine Sucht Bescheid weiß?

    Er braucht nur seinen Entlasstermin aus der nächsten Klinik zu haben und schon rieche ich die nächste Fahne... oder kann seine veränderte Art zu sprechen am Telefon hören. Dann lügt er meistens und ich fühle mich ohnehin schlecht, dass ich ihn fragen muss. Und ja, ich finde es nötig ihn zu fragen. Denn totschweigen kann und will ich das Thema vor und mit ihm nicht. Es ist zu offensichtlich und lässt mich verzweifeln.

    Er macht doch Therapie und spricht immer so selbstreflektiert über die Sucht. Hilft vielen anderen Menschen, mit ihren Problemen klarzukommen und doch fällt er immer wieder in dieses Loch. Sofort nach jeder Entlassung.

    Ich traue mich nicht, offen mit anderen Menschen zu sprechen weil ich denke, ich könnte seine Würde damit verletzen... geht es jemandem von euch da ähnlich?

    Ich habe das Gefühl ich warte mit so vielen Dingen darauf, dass er mitziehen kann und er bleibt dort hängen wo er ist. Es stagniert einfach.

    Ich hab ihn so lieb... aber es ist so schwer und ich verzweifle daran.

    Danke fürs lesen.