Beiträge von stef2303

    Liebe Chapa !

    Wenn ich mich hier (selten, aber doch) auch über manche Aussagen ärgere, dann bin ich eben einmal einen Tag nicht im Forum. Und denke darüber nach. Weil meistens doch etwas Wahres dran ist.

    Aber dann... ja, dann komme ich wieder und lese und schreibe weiter. Weil es einfach hilft.

    Hier will Dir doch niemand etwas Schlechtes.

    LG, Stef.

    Lieber theel !

    Also, ehrlich gesagt, ich verstehe es nicht mehr so ganz...

    Ich wollte auf Deinen langen (inzwischen entfernten) Post antworten, aber den gibt es ja nun nicht mehr.

    Was ich mich allerdings frage, wenn ich Deine Beiträge lese: Geht es hier bei Dir aus Deiner Sicht nun um die Frage Deiner Abstinenz, oder eher um die Frage der Partnerschaft (Trennungsschmerz), geht es um Lebensweisheiten? Worum eigentlich? Das, was Du hier schreibst, ist ein Konvolut / ein Potpourri von allem, sozusagen...

    Vermutlich geht es um vieles. Wie meistens. Das aber macht den Austausch etwas schwierig.

    Wie auch immer und gleichzeitig aber auch meine Frage: Bei all den Schwierigkeiten: Sollte nicht doch in erster Linie Deine Abstinenz im Vordergrund stehen? Weil dann, wenn diese erreicht (bzw. dauerhaft sichergestellt) würde, dann könnte man doch vermutlich auch so manch anderes regeln (können)... Alles zugleich wird hingegen nicht gehen und was vorbei ist, ja, das ist meistens in der Tat vorbei.

    Lebensweisheiten schließlich sind gut und schön, doch bringt das wirklich was? Du schreibst, was gut ist (und ich nehme auch an, Du machst dies auch alles, was freilich absolut positiv ist); gleichzeitig trauerst Du (D-)einer verflossenen Liebe nach, schickst Dich selbst in die emotionale Hölle und lässt Deine bislang erzielten Erfolge - so scheint's mir - liegen. Aber das bringt doch nichts, oder?

    Und letztlich: Aus Deiner Lebensgeschichte nehme ich mit, dass es oft nicht einfach bei Dir war (etwas in der Art hatte ich übrigens auch), aber darf ich Dich dennoch fragen: Was nimmst Du aus dem Ganzen für Dich mit?

    Weil: Es sollte doch nach den Niederlagen letztlich hoffentlich besser, angenehmer und bereichernder werden... Dafür muss man aber auch aktiv werden: Und, wie sagte hier schon so oft jemand harten Muts: Tun muss man tun. Das stimmt wirklich.

    LG, Stef.

    PS: Ich hoffe, ich habe mir nicht gerade den nächsten Minuspunkt eingefahren...

    Liebe Halbmond02 !

    Raten kann ich Dir nichts, weil wir doch alle anders denken, fühlen und leben.

    Voriges Weihnachten (2024) war ich - physisch - das erste Mal echt allein. Das hatte ich seit 50 Jahren noch nie. Natürlich war das irgendwie traurig und irritierend. Klar, das kannte ich nicht und ich musste mich damit auch anfreunden (abfinden trifft es wohl eher).

    War es aber wirklich "schlimm"? Nein. Wenn ich heute zurückdenke, so war voriges Jahr seit 10 Jahren (oder mehr) der erste Heilige Abend, an dem es keinen Streit gab. Das kannte ich nicht. Am Vormittag war ich mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt auf einen Kinderpunsch, dann machte ich eine Sporteinheit im Wald, gefolgt von einem Friedhofsbesuch am Grabe meiner Eltern, schnell was essen gefahren, dann zu Hause noch Weihnachtswüsche verschickt, ein wenig telefoniert, danach in die Christmette gefahren und um halb 2 Uhr in der Früh bei einem Hörbuch eingeschlafen. Eigentlich kein schlechter Tag. Hätte ich mir nicht gedacht.

    Meine Psychologin meinte dazu: "Na, das hört sich doch sehr entspannt an." Ja, war es auch... Wider Erwarten. Ich werde das heuer auch wieder so (oder so ähnlich) machen.

    Liebe Halbmond02 ! Warum ich das schreibe: Nimm Dir doch einfach einmal Zeit für Dich. Du musst nicht immer an andere denken. Denke doch an Dich und an das, was Du tun kannst, dass es Dir gut geht. Du hast darüber hinaus auch noch eine intakte Familie, also ich meine: Nutze doch die Zeit und verbringe ein paar schöne Stunden mit Deinen Eltern und Deinem Bruder! Andere haben das nicht mehr.

    Seit einiger Zeit kommt mir in diesem Zusammenhang, wenn es mir nicht so gut geht, immer wieder ein sehr altes Lied (19. Jh.) in den Sinn (nein, ich zitiere jetzt hier nichts, ich weiß, das wird hier nicht gerne gesehen, wobei hier das Urheberrecht allerdings seit langem ausgelaufen ist), aber da geht es darum, seitens eines Jungen, der zum Armeedienst muss, die Sorgenmienen zu lassen und nicht Trübsal zu blasen. Ein recht bekannter Geiger hat das Stück auch mit seinem Ensemble in seinem ständigen Repertoire [bitte löscht mir nicht diesen eh schon so anonymisierten Hinweis nicht - ich finde das Lied so schön ;)]. Dieses Lied höre ich mir immer wieder an, und es geht mir dann irgendwie besser.

    Ich wünsche Dir jedenfalls ruhige Weihnachtseiertage und glaube mir, ein paar Tage Ruhe haben noch jedem/jeder gut getan!

    LG, Stef.,

    Wenn es Dir etwas hilft: Zu einer jeden Beziehung gehören zwei. Und auch zu einer jeden Trennung! Ich selbst dachte auch anfangs, dass ich das "Hauptübel" bin (wurde ja auch entsprechend kommuniziert). Im Nachhinein stellt(e) sich so manches aber dann doch anders dar...

    Das mit dem Kloster, das würde ich übrigens wirklich machen. Ich kenne das von früher. Da hast Du richtig Zeit um über vieles nachzudenken, Dich ein wenig zu sortieren und Gespräche ("Impulse") gibt es dort auch immer interessante.

    LG, Stef.

    Hallo theel !

    Bei manchen braucht es den absoluten Tiefpunkt, dass sie die Finger vom Alkohol lassen. Bei anderen gibt es diesen Tiefpunkt nicht, sondern ist es vielleicht die Einsicht insgesamt, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

    In meinem Fall sind im vergangenen Jahr (also ich meine 2024, und eigentlich auch schon 2023) so viele kleinere und auch größere Dinge daneben gegangen, dass ich für mich die Notbremse gezogen habe. Übrigens hat sich da auch meine Frau von mir getrennt, aber nicht des Alkohols wegen. Dazu kamen private Schwierigkeiten mit der Familie, mein Rechtsanwalt hat auch ganz gut an mir verdient. Beruflich wurde es zunehmend schwieriger. Leicht war diese Zeit nicht, aber naja - vorbei ist vorbei.

    Ja, und dann kam der Tag X, wo ich die letzten Flaschen weggeschüttet habe, drei oder vier Stunden im Wald herumgelaufen bin und begriffen habe, dass ich mein Leben ändern muss. In meinem Faden steht da so ein wenig drinnen; ein paar Parallelen in unseren Lebensgeschichten sehe ich irgendwie schon.

    Es folgte ein sehr intensives Jahr (im Grunde zu intensiv), aber es war klar, "alles neu" ist nicht einfach.

    Jedenfalls, als ich den Entschluss fasste, mit dem Trinken aufzuhören, war ich im Grunde komplett allein. Da hatte ich null Unterstützung und hätte auch nicht einmal so richtig gewusst, an wen ich mich hätte wenden sollen. Letztlich bin ich für ein paar Tage dann aufs Land "abgetaucht", habe viel nachgedacht und schließlich mit mir ausgemacht: Auch wenn Du jetzt direkt niemanden hast, der Dir hilft, machst Du es trotzdem. Weil es ja auch gar nicht anders geht. Und es ging tatsächlich. Habe mir später dann mal eine nette Psychotherapeutin gefunden, aber eher zu dem Zweck, "am Ball" zu bleiben und nicht nachlässig zu werden (da bin ich immer ein wenig gefährdet). Die erste Zeit aber lebte und handelte ich für mich allein.

    Gefährlich war bei mir die erste Zeit übrigens gar nicht, weil es da so schrecklich viel zu tun gab, dass der Alkohol ohnehin keinen Platz hatte. Schwieriger wurde es dann - und das ist ja auch der Klassiker, oder? - als es ruhiger wurde, das Leben sich eingependelt hatte.

    Wie auch immer: Mit meinem Beitrag wollte ich eigentlich nur sagen, dass es auch alleine geht, trocken zu werden. Und ich würde nicht einmal sagen, dass es schwieriger ist. Wobei, das hängt natürlich schon auch vom Umfeld ab.

    Einen abschließenden Gedanken hätte ich auch noch, da Du doch immer wieder Deine Trennung ansprichst: Meine Frau und ich hatten uns getrennt, weil es nicht mehr ging - insgesamt. Diese Trennung war mit ein Grund, weshalb ich mich entschieden habe, mein Leben zu ändern. Ob sich etwas geändert hätte, wenn wir jetzt noch immer zusammen wären? Wer kann das schon wissen, aber wetten würde ich nicht drauf.

    LG, Stef.

    Ich wünsche allen einen schönen Tag, besonders stef2303 und Boss , ihr seid mir beide sehr sympathisch und das gestern war echt schwer für mich aber es gehört wohl dazu. Deswegen hab ich mich auch nicht eingeklinkt was ich auch nie wieder mache und bisher auch nicht mehr gemacht habe, ich werde kein ❤️ mehr verteilen um mich auf eine Seite zu stellen, denn für den anderen ist das bitter, egal ob er im Recht ist oder nicht, und ich hatte ja auch genug eigenen Mist zu klären.

    Lieber R/no !

    Was ich in meiner Jugend bis hin zum Erwachsenwerden und jetzt im fortgeschrittenen Alter für mich gelernt habe, war das, dass man zu seinen Ansichten stehen sollte. Blätter im Wind gibt es bekanntlich viele, ja, aber lebt man damit wirklich besser, wenn man sich dem Mainstream anschließt und das tut und sagt, was alle tun und sagen?

    Alles, was ich hier ins Forum stelle, lese ich vor dem Absenden zwei- bis dreimal durch, korrigiere immer wieder, einfach weil ich selbst (für mich) sicher sein will - und: Dass es für mich passt, ich damit leben und dieses, was ich geschrieben habe, auch rechtfertigen kann.

    Wenn ich etwas freigegeben habe, dann aber stehe ich auch dazu.

    Die Sache mit Boss sehe ich für mich nicht wirklich schlimm; so manche Aussagen triggern mich einfach, weil ich hier meine Schwierigkeiten im Verständnis damit habe. Gefühlt, war ich da aber auch nicht der Einzige, wenn ich die Beiträge lese. Womöglich waren meine Formulierungen etwas (zu) direkt, ja, aber auch das liegt in meinem Naturell. Vielleicht liegt es auch am Alter und (vermutlich) der Lebenseinstellung. Das gebe ich unumwunden zu, dass ich zeitweise mit so manchen Ansichten "Junger" nicht so ganz klar komme. Letztlich: Ich denke, der Chef wird es genauso gut verkraften wie ich.

    "Dampfplauderei" (wir hier bei uns nennen das so) verleitet mich (eben? / leider? / immer wieder mal?), einen vielleicht nicht ganz so wohlwollenden Kommentar zu posten. Ja, vielleicht lasse ich das auch in Zukunft...

    Nichtsdestotrotz: Ich finde es nach wie vor gut, dass man hier so schreiben darf, wie einem der Schnabel gewachsen ist (solange man nicht beleidigend o.ä. wird).

    Wenn ich mal übertreiben sollte, möchte ich freilich auch darum bitten, mir das zu sagen. Unumwunden. Ins Gesicht. Da habe ich kein Problem und bin auch niemandem böse.

    Jedenfalls denke ich, diese Sache sollte man als abgeschlossen betrachten.

    LG, Stef.

    Liebe Leute, und:

    In Bezug auf Dich, lieber "Boss":

    Ich bringe es mal aus meiner Sicht so auf den Punkt:

    Lieber "Boss": Frage: Wäre es nicht besser, Deine letzten Auftritte - nicht in Bezug auf Die Alkoholfrage, sondern, naja, in Bezug auf den Rest insgesamt halt - hier im Forum ein wenig zu überdenken (reflektieren)?

    Wir alle haben hier dasselbe Problem: Die Sucht, die Krankheit, die Abhängigkeit... und noch vieles mehr. Um DAS geht es doch.

    Dass Du manchen hier - aus meiner Sicht - ziemlich hart konterst, ja, das ist Dein Recht und jedermanns (Deine!) Sache. Manche akzeptieren es; manchen gefällt es. Sei es so. Ich persönlich denke mir hier in der Tat oft meinen Teil - und finde das - persönlich - dann doch gelegentlich nicht in Ordnung. Aber natürlich zählt das nicht; das ist nur eine (meine) Einzelmeinung. Wenn es andere goutieren und es anderen hilft, dann sei es drum und gut. Meinung ist im Endeffekt vollkommen irrelevant, das weiß ich. Letztlich zählt die dauerhafte Abstinenz.

    Vielleicht aber dann doch, so mein Input: Ein mehr Sensibilität könnte womöglich auch Dir, lieber Boss, helfen (oder zumindest nicht schaden)... [Bin ein wenig älter als Du und der jugendliche Elan ist bei mir halt auch nicht mehr so da, drum sehe ich manches anders].

    Man kann mich übrigens dahingehend auch gerne "schelten" (ja, in der Tat, das halte ich locker aus - und ich verkrafte das):

    "Boss" bedeutet für mich: "Chef", der "Macher", der "König", der Leiter eines Unternehmens, Geschäftsführer, Vorstand. Der mit dem Schlips, der weiß, wo es lang läuft. Neumoderne Bezeichnungen gibt es auch dafür. Da hat man ein Unternehmen (eine Firma), Mitarbeiter, eine ansehnliche Bilanzsumme und und und.

    Du, lieber Boss, bezeichnest Dich im für mich noch jungen Alter als "Boss" und zeigst Dich im Avatar mit Hemd und Kravatte und (sagt man das neuerdings so?) sinnbildlich als "Macher". Sinnierst über Umsatzzahlen und Gewinne... - Wie man es eben so nimmt. Umsatz, Gewinn und GELD, ja wie immer halt. Das jugendliche Ideal. Das alles ist ja schließlich auch gut und wichtig und ich wünsche Dir natürlich auch die von Dir gewünschten Zahlen, auch, dass die Sterntaler (Bitcoins) vom Himmel regnen mögen. Wenn es glücklich macht...

    Ich weiß nicht, was Du beruflich machst, aber bei diesen von Dir schon zu Beginn der Selbständigkeit annoncierten Umsätzen, als Einzelunternehmer, na dann "Daumen hoch!". Echt. Da ist doch so mancher (ich auch) blöd, wenn er nicht umsteigt. Ich hoffe jedenfalls, Du wirst Millionär. Ich wüsche es Dir; meine Chance habe ich anscheinend verpasst.

    Allerdings kommen mir bei mir - ich komme letztlich auch auch aus der (und bin nach wie vor in der) Wirtschaft - ein wenig doch die Fragezeichen. Ach wie gerne wäre ich doch eine (zwei?) Etagen höher! *Smiley*

    Aber dafür sind wir HIER nicht HIER! Auch bin ich hier wohl der bloß Wurm im Angesicht des Löwen.

    Und letztlich vor allem: Was alles hat das alles bitte mit der Abstinenz zu tun? Meinst Du nicht auch, dass es besser, wäre, Dir vor der Selbstständigkeit ein gefestigtes (dauerhaftes) abstinentes Umfeld zu schaffen?

    Ich persönlich habe (aber das ist tatsächlich für dieses Forum hier auch so was von irrelevant) doch ein paar Angestellte und Arbeiter. Das ist aber für die (meine) Abstinenz so was von irrelevant! Ob ich 10, 100 oder 1000 Angestellte habe; ob ich 1 Mio., 10. Mio. oder 100. Mio. oder noch mehr an Umsatz im Jahr mache... Was bringt mir das, wenn ich (tot-)krank bin und vor die Hunde gehe!? Nichts.

    Und: Warum sollte man sich, wenn man eh schon durch die Alkoholabhängigkeit kränker als krank ist, über irgendwelche Positionen irgendwo definieren... Was bringt das? Nichts!

    Und mit einem nüchternen Chef kommen die meisten (Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner) wesentlich besser zurecht als mit einem, naja...

    Fazit: Ist nicht die Gesundheit wichtiger alles berufliche Bestreben? :)

    LG, Stef.

    Vielleicht wirkt der Vergleich auf den ersten Blick weit hergeholt, aber für mich lief der Ausstieg aus der Sucht tatsächlich wie ein normaler Trauerprozess ab. Erst kam die Verleugnung, dann die Wut, danach das Verhandeln, später die depressive Erkenntnis und irgendwann die Akzeptanz. Ich bin zwischen diesen Phasen ständig hin und her gesprungen, mal schneller, mal zäher, aber das Muster blieb gleich.

    Mein Kopf wollte nicht richtig, mein Denken und Wissen schon, aber am Ende zählte nur, dass ich in Bewegung geblieben bin.

    Es wird besser, wenn du es zulässt, und es wird wieder schlimmer, wenn du den Alkohol wieder zulässt.

    Ja, ich kenne das und sage nur, es ist so, wie es man es aus so vielen Trennungsratgebern liest.

    Als bei mir alles "zu Ende" war, kaufte ich mir auch ein paar von diesen Ratgebern - und las diese... Ergebnis: Teils interessant und hilfreich, aber meistens: Naja! (Bestenfalls!)

    Wobei: Ich kaufte mir so dieses und jenes eben WEGEN meiner gescheiterten (letzten) Beziehung (über 15 Jahre), ohne Bezug auf meinen Alkoholkonsum. Ob ein derartiges Denken auch in Bezug auf den Alkoholkonsum hilft, da bin ich mir nicht so sicher. Bei mir: Verleugnung: Ja. Wut: Nein. Verhandeln: Mit wem? Erkenntnis: Ja. Akzeptanz: Ja, natürlich.

    LG, Stef.

    Und was macht ihr jetzt mit dem, was ihr trinken könnt oder getrunken habt? Ist das als Abschreckung gedacht?

    Gott sei Dank sagt das mal jemand!

    Die alten Zeiten zu glorifizieren, das ist doch alles andere als hilfreich. Das hilft einem selbst nicht und anderen noch weniger. Da ist dann doch auch dem Rückfall (samt Absturz) Tür und Tor geöffnet.

    Es tut manchmal weh, insbesondere jetzt, wenn die intakten Familien mir über den Weg auf dem Weihnachtsmarkt laufen, und ich bin alleine mit dem Kind und einer mit Schokolade überzogenen Banane unterwegs.

    Liebe Ino ! Es mag Dir jetzt zwar nicht direkt helfen (aber wenn doch, freue ich mich natürlich auch), aber glaube mir eines (und da sprechen inzwischen Jahrzehnte an Erfahrungen heraus): Viele der sogenannten oder vermeintlich "intakten Familien" sind vieles, aber eben nicht intakt, sondern haben auch ihre massiven Probleme. Da könnte ich so schrecklich viel darauf verwetten. Es ist halt auch oft mehr Schein als Sein. Ich sehe das bei mir selbst immer wieder, wie sich manche "Familien" (manche sind das schon lange nicht mehr), nach außen hin als Vorzeige-Mammis und Pappis im sozial anerkannten Ambiente (da kommt mir selbst das Schmunzeln) präsentieren. Und wenn man letztlich doch ein wenig weiß, wie es bei diesen dann wirklich abgeht (Schulden, Konkurs, Delogierung, Gewalt, kurz vor der Scheidung, Fremdgehen und und und), dann sollte man das Auftreten in der Öffentlichkeit und das äußere "Erscheinungsbild" nicht auf die Goldwaage legen. Ich selbst habe ja auch getrickst bis zum "Geht-Nicht-Mehr"... Anderweitig... Nur am Rande. Ich weiß, ich bin nichts besser.

    Schaue doch einfach zu, liebe Ino , dass es Dir und Deinem Kind gut geht! Andere sollten kein Maßstab sein! Auch, als es mir wirklich schlimm erging, beim Spazierengehen habe ich immer stets gelächelt, gegrüßt und mich ein wenig mit den Damen und Herren unterhalten. Aber, in der Wirklichkeit sieht vieles anders aus.

    Naja, jedenfalls: Ein kleiner Tipp, von jemandem, der selber schon so viel in den Sand gesetzt hat und auch täglich sieht und erlebt, wie es bei so manchen "abläuft"...: "Nimm es nicht so schwer!" Bzw. ich sage es anders: Nimm nicht andere als Vorbild für Dich und Dein Kind! Schau auf DICH!

    LG, Stef.

    Ja, und da schließe ich mich dann auch an:

    Lieber @ R/no, Du gehörst hier aus meiner Sicht dazu! Es freut mich daher auch, dass Du Dich für eine Rückkehr entschieden hast. Manches, was hier geschrieben wird, gefällt einem, manches nicht. Klar. Und natürlich hat man seine eigene Persönlichkeit und Meinung, Gott sei Dank! Was glaubst Du, wie ich in manchen Situationen agiere (reagiere)!? Wenn man mit manchen Aussagen anderer nicht klar kommt, ja, dann ist das eben so. Kein Malheur, denke ich. Man sollte auch nicht alles persönlich nehmen, möchte ich meinen, weil ich auch nicht denke, dass manche Postings gegen jemanden direkt (als Mensch) gerichtet sind.

    Würde ich alles (was mir an den Kopf geworfen wird) persönlich nehmen, ach ja... und auch hier könnte ich fast einen Smiley setzen...

    Liebes Forum!

    Für heute halte ich es kurz, dennoch und knapp gefasst möchte ich es loswerden:

    Seit meinem Entschluss, nichts mehr zu trinken gingen jetzt 13 Monate ins Land. Ja, und es blieb dabei.

    Was ich bei mir nun in letzter Zeit feststelle, das ist, dass ich nach meinem Abstinenz-Entschluss innerhalb so kurzer Zeit so viel zugleich an mir und meinem Umfeld geändert habe, dass sich das jetzt langsam zu rächen anfängt. Neuer Wohnort, neue Arbeitsweise (auch Führungsstil) bei der Arbeit, viel Zeit wird investiert für neue Bekanntschaften, viel (zu viel) Sport, leider nicht weniger Arbeit.

    Ich könnte auch sagen: Ich habe - so kommt es mir vor - das letzte Jahr "zu schnell" (oder zu intensiv) gelebt. Es war da wirklich schon sehr viel Überholspur dabei. Beruflich geht es sowieso rund, privat habe ich mich komplett neu ausgerichtet und meine Freizeitaktivitäten (die ich in mein Leben reinquetsche, wenn es nur irgendwie geht) zeigen mir mittlerweile klar meine Grenzen auf. Und das merke ich mittlerweile tatsächlich. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Gesundheitlich werde ich für Kleinigkeiten (und sei es nur Halsweh) wieder anfälliger und werde die nicht mehr so schnell los, die Motivation zum Sport wie auch andere Aktivitäten zu setzen, sinkt rapide ab. Mittlerweile "plage" ich mich eher in die Aktivität. Im Job kommt es mir vor als sei noch mehr los als vorher - ist bei uns aber für die Jahreszeit typisch. Dennoch werde ich gefühlt wieder "unrunder".

    Bin tatsächlich am Überlegen, ob ich jetzt nicht mal eine oder zwei Wochen einfach irgendwohin "abhaue", damit vielleicht ein bisschen mehr Ruhe einkehrt.

    Sitze gerade in meinem Büro bei der vierten heißen Schokolade (auch nicht gerade gesund, ich weiß) und denke mir, dass ich doch bald mal einen Gang runterschalten sollte.

    Ach herrje, wieder eine Baustelle mehr... X/

    LG, Stef.

    Ich schlaf immer noch auf dem Boden auf der Gästematratze. Ich bin mit meinem Dasein als Gandhi momentan aber zufrieden, es ist kein Nagelbrett und ich erinnere mich der Physiotherapeut hat auch gemeint hart schlafen wäre gut in meinem Fall vielleicht sollte ich die Matratze gegen eine Isomatte tauschen oder halt auf meiner fast Nigelnagelneuen Matratze im Schlafzimmer schlafen...

    Vielleicht empfiehlt es sich, ein Bett zu kaufen? Nach so langer Zeit... Aber natürlich: Jeder, wie er will.

    Ich denke mittlerweile, was für eine widerliche Droge. Wie man sich verhält, nix gebacken bekommen, der Kater, Entzüge. Einfach ekelhaft- und davon bin ich Süchtig. Krank.

    Guten Morgen, allseits!

    Wie ich schon einmal irgendwo glaube geschrieben zu haben, denke ich, dass der Alkohol bei vielen nicht zu einer Wesensveränderung führt, sondern das eigene "Ich" mit all seinen Ecken und Kanten bloß massiv verstärkt und die Hemmungen, sich zusammenzureißen, entsprechend betrunken dann halt peu à peu wegfallen.

    Wenn ich zu viel getrunken hatte, konnte ich z.B. ganz schön frech bzw. vorlaut und vor allem sarkastisch (aber auch bis hin zu rechthaberisch, herablassend und zynisch) werden. Was auch zu vielen irreparablen Zerwürfnissen (beruflich wie privat) geführt hat. Nüchtern war ich so nicht.

    Tatsächlich aber hatte ich nun jedoch immer schon ein wenig einen Hang zum "schwarzen Humor". Freilich bin ich damit nüchtern natürlich sehr sorgsam umgegangen, da mir schon klar war, dass so manches Gegenüber hiermit sicher nicht klarkommt und manche Äußerungen, auch wenn nicht ernst gemeint, mir bitterübel nehmen könnte. Im angetrunkenen Zustand war mir das zwar auch irgendwie noch so einigermaßen bewusst, aber es war mir dann doch wieder egal, mit teils beträchtlichen und vor allem ungewollten Folgen. Und da man einen geplatzten Luftballon nicht mehr kleben kann, war es dann oft auch aus mit dem/der netten Kollegen/-in, Bekanntschaften, Freundschaften usw.

    In meinem eigenen Faden habe ich ganz zu Beginn sinngemäß geschrieben, dass ich, obwohl ich mir vieles durch die Trinkerei zerstört habe, so manchmal doch ein geradezu unverschämtes Glück hatte, dass nichts oder nicht noch mehr passiert ist. "Schuld" daran war meistens eben der Umstand, dass ich mich nicht mehr (verbal) "zusammenriss". Ich weiß aber auch, dass solche Glücksfälle selten und bei mir damals schon oft - gefühlt zu oft - vorgekommen sind. Sprich: Käme ich wieder in so manch eine Situation, würde es vermutlich nicht mehr so glimpflich ausgehen. Gesundheitlich etwa, aber auch in anderer Hinsicht. Und auch weil ich damals noch sehr gute Freunde hatte, die mich das eine oder andere Mal aus der Misere befreien konnten... (Die es heute teils leider auch nicht mehr gibt...)

    Auch das war mit ein Grund, mit dem Trinken aufzuhören... weil es abzusehen war, dass irgendwann mal nichts mehr zu retten sein wird...

    LG, Stef.

    Lieber R/no : Ich muss schon sagen, auch wenn Du - aus meiner Sicht - am Anfang (wir sind beide hier so ziemlich zeitlich gelandet / "gestrandet"), mir nicht so ganz einordbar erschienst, möchte ich wirklich anbringen, dass ich Dich über die letzten Monate hinweg sehr zu schätzen gelernt habe. [Dass ich einmal so etwas sage, hätte ich mir auch nicht gedacht...]. Daher: Daumen hoch von mir!

    Dass ich ein eigener Typ Mensch bin, das weiß ich. Dass mich hier auch nur irgend jemand verstehen würde, hätte ich mir anfangs auch nicht gedacht. Aber irgendwie meine ich nun doch zu glauben, dass es tatsächlich Menschen gibt, die tatsächlich irgendwie schon so ein wenig sind wie ich oder aber zumindest, die so ein wenig wie ich denken oder mich ein wenig verstehen können.

    Darüber hinaus gibt auch weitere hier im Forum, bei denen ich denke, dass die Wellenlänge doch im Wesentlichen "stimmt" - und das freut mich nach wie vor jeden Tag. Auch bezüglich der Moderatoren, die mich damals (voriges Jahr) so freundlich aufgenommen haben. Und von den freundlichen Mitstreiterinnen und unserem Künstler ganz zu schweigen...

    Harten und mutigen Diskussionen weiche ich, so weit es geht, nicht aus, das ist mein Naturell, aber ich denke nach wie vor auch und finde es gut, dass wir doch alle dasselbe Ziel verfolgen. Daher nehme ich auch die regelmäßige Schelte, die ich mir hier einfange, zur Kenntnis... Auch sie hilft und geschadet hat der Wink mit dem Zaunpfahl bekanntlich auch noch nicht...

    Das hier wollte ich einfach mal hier so loswerden... nicht mehr und nicht weniger...

    LG, Stef.

    Danke Mattie für den Input!

    Ich war diese Woche auf einem mehrtägigen Seminar genau zu diesem Thema. Ein paar Tage war ich weg und als ich heute wieder im Büro vorbeischaute (es ist Sonntag, ja, ich weiß, aber so bin ich), wäre ich fast ausgeflippt, aber das ist eine andere Sache... Einmal ein paar Tage nicht da... Naja...

    Du hast schon recht. Zum Thema: Was uns die letzten Tage so vermittelt wurde, ist so in etwa Folgendes: Eine grundlegende Eigenschaft des Menschen ist es, zu suchen bzw. sich ein Ziel zu setzen. Da gibt es größere und kleinere Ziele; manche können erreicht werden, manche nicht und manche sind auch vielleicht nur eine Utopie bzw. bloßes Wunschdenken. Das Problem, das viele haben, ist nun, dass selbst dann, wenn das gesteckte Ziel erreicht wird, damit die Sache nicht vom Tisch ist. Kurzfristig passt es. Aber: Man sucht sich dann Neues. Das Hamsterrad dreht sich also weiter. Und diese neue Wünsche, Träume, Ziele oder was auch immer haben meist den "Vergleich" mit anderen als Grundlage. Das aber kann nicht funktionieren. Weil jeder Mensch anders ist, lebt, denkt und fühlt. Und selbst wenn man rein theoretisch das erreicht, was man bei anderen sieht und sich so sehr wünscht, dann wird das auch nicht die persönliche Erfüllung sein. Weil man sich dann wieder Neues sucht. Man anderes sieht, wieder nicht "zufrieden" ist. Und so geht es weiter. Ein perpetuum mobile... Das sehe ich auch bei mir.

    Ziel sollte es daher wohl sein, mit dem Leben, das man führt, zufrieden zu sein. Veränderungen und Verbesserungen sind natürlich möglich (und natürlich positiv!), aber dieses zwanghafte Streben nach mehr - also dieses "Höher, schneller, weiter!" - oder auch nach dem Leitspruch einer bei uns hier im Süden sehr bekannten und präsenten Dynastie: "Per aspera ad astra!" zu leben und zu handeln, wird wohl irgendwann in der Frustration bzw. der Niederlage enden. Ich selbst merke es bei mir. Ich bin nun mehrere Jahrzehnte im "Geschäft" [Wirtschaft] - und dieses "mehr, viel mehr und noch mehr" funktioniert einfach nicht. Das machte mich kaputt. Das war auch ein Grund, warum ich, als nichts mehr wie gewünscht funktionierte, zum Glas griff. Viel zu oft. Gebracht hat auch der Griff zum Glas nichts, außer, dass damit auch noch der letzte Rest des Daseins (fast) "den Bach runter gegangen ist" (wie wie hier bei uns sagen).

    Derzeit ist die Situation bei mir hier wieder schwierig - aber zu trinken ist eben keine Option. Dadurch lässt sich kein Problem lösen, die bestehenden Probleme bleiben und so manches Problem gesellt sich auch noch dazu... Also besser lassen, die Sache mit dem Alkohol.

    Für heute lasse ich es dann auch sein. Morgen beginnt eine neue Arbeitswoche... besser wird es wohl nicht, aber: Ich bemühe mich, zufrieden zu sein, und zwar mit dem Leben, das ich führe. Ein wenig besser könnte es schon noch werden, aber..., ach naja...

    LG Stef.

    Merken Alkoholiker eigentlich selbst nicht diese Wesensveränderung? Das würde mich mal interessieren. Mich hat diese Woche jemand drauf angeredet, der meinen Mann nur sehr selten sieht und gesagt, was los sei, weil er so anders ist (äußerlich und charakterlich)?!?

    Ist es vielleicht nicht auch so, dass der Alkohol irgendwann dann doch das wahre Wesen des Trinkers zum Vorschein bringt? "In vino veritas" ist die eine Sache; bei mir merkte ich schließlich und endlich aber auch, dass ich mich mit einer gewissen Menge intus nicht mehr verstellte (oder mich nicht mehr zusammenriss, könnte ich auch sagen)... Das bekam ich auch immer wieder mal von anderen zu hören... und nach wie vor sehe ich es auch beim einen oder anderen, dass ab einem Pegel die Fassade bröckelt...

    Mein Vater hat getrunken, und zwar (wie man mir erzählte) jenseits von gut und böse. Wobei wir Kinder das nicht mitbekommen haben, da unsere Mutter dies gekonnt zu verheimlichen (wir hier sagen hier bei uns auch "kaschieren") wusste. Das alles hatte diverse Gründe. Anfang der 1970er Jahre hat meine Mutter meinem Vater erklärt, wenn er nicht sofort aufhört zu trinken, würde sie sich trennen. Damals wäre das hier bei uns ein ziemlicher Skandal gewesen. Und: Er hat aufgehört - von jetzt auf gleich (da war ich noch nicht einmal geboren). Er hat dann nie wieder getrunken, bis er über 50 Jahre nach seinem Entschluss, nicht mehr zu trinken, verstarb. Bei meinem Vater, das weiß ich (weil er es mir einmal sagte), war es die Liebe zu seiner Frau (nein, nicht die Ehe und damit die verbundenen Verpflichtungen) und damit verbunden auch der Wille, es sein zu lassen, die/der dann dazu geführt haben, den Alkohol ad acta zu legen.

    Auch so geht es - und so halte ich es: "Wollen" muss man es halt. Sind die Gründe dann nicht einerlei?