Beiträge von stef2303

    Und was macht ihr jetzt mit dem, was ihr trinken könnt oder getrunken habt? Ist das als Abschreckung gedacht?

    Gott sei Dank sagt das mal jemand!

    Die alten Zeiten zu glorifizieren, das ist doch alles andere als hilfreich. Das hilft einem selbst nicht und anderen noch weniger. Da ist dann doch auch dem Rückfall (samt Absturz) Tür und Tor geöffnet.

    Es tut manchmal weh, insbesondere jetzt, wenn die intakten Familien mir über den Weg auf dem Weihnachtsmarkt laufen, und ich bin alleine mit dem Kind und einer mit Schokolade überzogenen Banane unterwegs.

    Liebe Ino ! Es mag Dir jetzt zwar nicht direkt helfen (aber wenn doch, freue ich mich natürlich auch), aber glaube mir eines (und da sprechen inzwischen Jahrzehnte an Erfahrungen heraus): Viele der sogenannten oder vermeintlich "intakten Familien" sind vieles, aber eben nicht intakt, sondern haben auch ihre massiven Probleme. Da könnte ich so schrecklich viel darauf verwetten. Es ist halt auch oft mehr Schein als Sein. Ich sehe das bei mir selbst immer wieder, wie sich manche "Familien" (manche sind das schon lange nicht mehr), nach außen hin als Vorzeige-Mammis und Pappis im sozial anerkannten Ambiente (da kommt mir selbst das Schmunzeln) präsentieren. Und wenn man letztlich doch ein wenig weiß, wie es bei diesen dann wirklich abgeht (Schulden, Konkurs, Delogierung, Gewalt, kurz vor der Scheidung, Fremdgehen und und und), dann sollte man das Auftreten in der Öffentlichkeit und das äußere "Erscheinungsbild" nicht auf die Goldwaage legen. Ich selbst habe ja auch getrickst bis zum "Geht-Nicht-Mehr"... Anderweitig... Nur am Rande. Ich weiß, ich bin nichts besser.

    Schaue doch einfach zu, liebe Ino , dass es Dir und Deinem Kind gut geht! Andere sollten kein Maßstab sein! Auch, als es mir wirklich schlimm erging, beim Spazierengehen habe ich immer stets gelächelt, gegrüßt und mich ein wenig mit den Damen und Herren unterhalten. Aber, in der Wirklichkeit sieht vieles anders aus.

    Naja, jedenfalls: Ein kleiner Tipp, von jemandem, der selber schon so viel in den Sand gesetzt hat und auch täglich sieht und erlebt, wie es bei so manchen "abläuft"...: "Nimm es nicht so schwer!" Bzw. ich sage es anders: Nimm nicht andere als Vorbild für Dich und Dein Kind! Schau auf DICH!

    LG, Stef.

    Ja, und da schließe ich mich dann auch an:

    Lieber @ R/no, Du gehörst hier aus meiner Sicht dazu! Es freut mich daher auch, dass Du Dich für eine Rückkehr entschieden hast. Manches, was hier geschrieben wird, gefällt einem, manches nicht. Klar. Und natürlich hat man seine eigene Persönlichkeit und Meinung, Gott sei Dank! Was glaubst Du, wie ich in manchen Situationen agiere (reagiere)!? Wenn man mit manchen Aussagen anderer nicht klar kommt, ja, dann ist das eben so. Kein Malheur, denke ich. Man sollte auch nicht alles persönlich nehmen, möchte ich meinen, weil ich auch nicht denke, dass manche Postings gegen jemanden direkt (als Mensch) gerichtet sind.

    Würde ich alles (was mir an den Kopf geworfen wird) persönlich nehmen, ach ja... und auch hier könnte ich fast einen Smiley setzen...

    Liebes Forum!

    Für heute halte ich es kurz, dennoch und knapp gefasst möchte ich es loswerden:

    Seit meinem Entschluss, nichts mehr zu trinken gingen jetzt 13 Monate ins Land. Ja, und es blieb dabei.

    Was ich bei mir nun in letzter Zeit feststelle, das ist, dass ich nach meinem Abstinenz-Entschluss innerhalb so kurzer Zeit so viel zugleich an mir und meinem Umfeld geändert habe, dass sich das jetzt langsam zu rächen anfängt. Neuer Wohnort, neue Arbeitsweise (auch Führungsstil) bei der Arbeit, viel Zeit wird investiert für neue Bekanntschaften, viel (zu viel) Sport, leider nicht weniger Arbeit.

    Ich könnte auch sagen: Ich habe - so kommt es mir vor - das letzte Jahr "zu schnell" (oder zu intensiv) gelebt. Es war da wirklich schon sehr viel Überholspur dabei. Beruflich geht es sowieso rund, privat habe ich mich komplett neu ausgerichtet und meine Freizeitaktivitäten (die ich in mein Leben reinquetsche, wenn es nur irgendwie geht) zeigen mir mittlerweile klar meine Grenzen auf. Und das merke ich mittlerweile tatsächlich. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Gesundheitlich werde ich für Kleinigkeiten (und sei es nur Halsweh) wieder anfälliger und werde die nicht mehr so schnell los, die Motivation zum Sport wie auch andere Aktivitäten zu setzen, sinkt rapide ab. Mittlerweile "plage" ich mich eher in die Aktivität. Im Job kommt es mir vor als sei noch mehr los als vorher - ist bei uns aber für die Jahreszeit typisch. Dennoch werde ich gefühlt wieder "unrunder".

    Bin tatsächlich am Überlegen, ob ich jetzt nicht mal eine oder zwei Wochen einfach irgendwohin "abhaue", damit vielleicht ein bisschen mehr Ruhe einkehrt.

    Sitze gerade in meinem Büro bei der vierten heißen Schokolade (auch nicht gerade gesund, ich weiß) und denke mir, dass ich doch bald mal einen Gang runterschalten sollte.

    Ach herrje, wieder eine Baustelle mehr... X/

    LG, Stef.

    Ich schlaf immer noch auf dem Boden auf der Gästematratze. Ich bin mit meinem Dasein als Gandhi momentan aber zufrieden, es ist kein Nagelbrett und ich erinnere mich der Physiotherapeut hat auch gemeint hart schlafen wäre gut in meinem Fall vielleicht sollte ich die Matratze gegen eine Isomatte tauschen oder halt auf meiner fast Nigelnagelneuen Matratze im Schlafzimmer schlafen...

    Vielleicht empfiehlt es sich, ein Bett zu kaufen? Nach so langer Zeit... Aber natürlich: Jeder, wie er will.

    Ich denke mittlerweile, was für eine widerliche Droge. Wie man sich verhält, nix gebacken bekommen, der Kater, Entzüge. Einfach ekelhaft- und davon bin ich Süchtig. Krank.

    Guten Morgen, allseits!

    Wie ich schon einmal irgendwo glaube geschrieben zu haben, denke ich, dass der Alkohol bei vielen nicht zu einer Wesensveränderung führt, sondern das eigene "Ich" mit all seinen Ecken und Kanten bloß massiv verstärkt und die Hemmungen, sich zusammenzureißen, entsprechend betrunken dann halt peu à peu wegfallen.

    Wenn ich zu viel getrunken hatte, konnte ich z.B. ganz schön frech bzw. vorlaut und vor allem sarkastisch (aber auch bis hin zu rechthaberisch, herablassend und zynisch) werden. Was auch zu vielen irreparablen Zerwürfnissen (beruflich wie privat) geführt hat. Nüchtern war ich so nicht.

    Tatsächlich aber hatte ich nun jedoch immer schon ein wenig einen Hang zum "schwarzen Humor". Freilich bin ich damit nüchtern natürlich sehr sorgsam umgegangen, da mir schon klar war, dass so manches Gegenüber hiermit sicher nicht klarkommt und manche Äußerungen, auch wenn nicht ernst gemeint, mir bitterübel nehmen könnte. Im angetrunkenen Zustand war mir das zwar auch irgendwie noch so einigermaßen bewusst, aber es war mir dann doch wieder egal, mit teils beträchtlichen und vor allem ungewollten Folgen. Und da man einen geplatzten Luftballon nicht mehr kleben kann, war es dann oft auch aus mit dem/der netten Kollegen/-in, Bekanntschaften, Freundschaften usw.

    In meinem eigenen Faden habe ich ganz zu Beginn sinngemäß geschrieben, dass ich, obwohl ich mir vieles durch die Trinkerei zerstört habe, so manchmal doch ein geradezu unverschämtes Glück hatte, dass nichts oder nicht noch mehr passiert ist. "Schuld" daran war meistens eben der Umstand, dass ich mich nicht mehr (verbal) "zusammenriss". Ich weiß aber auch, dass solche Glücksfälle selten und bei mir damals schon oft - gefühlt zu oft - vorgekommen sind. Sprich: Käme ich wieder in so manch eine Situation, würde es vermutlich nicht mehr so glimpflich ausgehen. Gesundheitlich etwa, aber auch in anderer Hinsicht. Und auch weil ich damals noch sehr gute Freunde hatte, die mich das eine oder andere Mal aus der Misere befreien konnten... (Die es heute teils leider auch nicht mehr gibt...)

    Auch das war mit ein Grund, mit dem Trinken aufzuhören... weil es abzusehen war, dass irgendwann mal nichts mehr zu retten sein wird...

    LG, Stef.

    Lieber R/no : Ich muss schon sagen, auch wenn Du - aus meiner Sicht - am Anfang (wir sind beide hier so ziemlich zeitlich gelandet / "gestrandet"), mir nicht so ganz einordbar erschienst, möchte ich wirklich anbringen, dass ich Dich über die letzten Monate hinweg sehr zu schätzen gelernt habe. [Dass ich einmal so etwas sage, hätte ich mir auch nicht gedacht...]. Daher: Daumen hoch von mir!

    Dass ich ein eigener Typ Mensch bin, das weiß ich. Dass mich hier auch nur irgend jemand verstehen würde, hätte ich mir anfangs auch nicht gedacht. Aber irgendwie meine ich nun doch zu glauben, dass es tatsächlich Menschen gibt, die tatsächlich irgendwie schon so ein wenig sind wie ich oder aber zumindest, die so ein wenig wie ich denken oder mich ein wenig verstehen können.

    Darüber hinaus gibt auch weitere hier im Forum, bei denen ich denke, dass die Wellenlänge doch im Wesentlichen "stimmt" - und das freut mich nach wie vor jeden Tag. Auch bezüglich der Moderatoren, die mich damals (voriges Jahr) so freundlich aufgenommen haben. Und von den freundlichen Mitstreiterinnen und unserem Künstler ganz zu schweigen...

    Harten und mutigen Diskussionen weiche ich, so weit es geht, nicht aus, das ist mein Naturell, aber ich denke nach wie vor auch und finde es gut, dass wir doch alle dasselbe Ziel verfolgen. Daher nehme ich auch die regelmäßige Schelte, die ich mir hier einfange, zur Kenntnis... Auch sie hilft und geschadet hat der Wink mit dem Zaunpfahl bekanntlich auch noch nicht...

    Das hier wollte ich einfach mal hier so loswerden... nicht mehr und nicht weniger...

    LG, Stef.

    Danke Mattie für den Input!

    Ich war diese Woche auf einem mehrtägigen Seminar genau zu diesem Thema. Ein paar Tage war ich weg und als ich heute wieder im Büro vorbeischaute (es ist Sonntag, ja, ich weiß, aber so bin ich), wäre ich fast ausgeflippt, aber das ist eine andere Sache... Einmal ein paar Tage nicht da... Naja...

    Du hast schon recht. Zum Thema: Was uns die letzten Tage so vermittelt wurde, ist so in etwa Folgendes: Eine grundlegende Eigenschaft des Menschen ist es, zu suchen bzw. sich ein Ziel zu setzen. Da gibt es größere und kleinere Ziele; manche können erreicht werden, manche nicht und manche sind auch vielleicht nur eine Utopie bzw. bloßes Wunschdenken. Das Problem, das viele haben, ist nun, dass selbst dann, wenn das gesteckte Ziel erreicht wird, damit die Sache nicht vom Tisch ist. Kurzfristig passt es. Aber: Man sucht sich dann Neues. Das Hamsterrad dreht sich also weiter. Und diese neue Wünsche, Träume, Ziele oder was auch immer haben meist den "Vergleich" mit anderen als Grundlage. Das aber kann nicht funktionieren. Weil jeder Mensch anders ist, lebt, denkt und fühlt. Und selbst wenn man rein theoretisch das erreicht, was man bei anderen sieht und sich so sehr wünscht, dann wird das auch nicht die persönliche Erfüllung sein. Weil man sich dann wieder Neues sucht. Man anderes sieht, wieder nicht "zufrieden" ist. Und so geht es weiter. Ein perpetuum mobile... Das sehe ich auch bei mir.

    Ziel sollte es daher wohl sein, mit dem Leben, das man führt, zufrieden zu sein. Veränderungen und Verbesserungen sind natürlich möglich (und natürlich positiv!), aber dieses zwanghafte Streben nach mehr - also dieses "Höher, schneller, weiter!" - oder auch nach dem Leitspruch einer bei uns hier im Süden sehr bekannten und präsenten Dynastie: "Per aspera ad astra!" zu leben und zu handeln, wird wohl irgendwann in der Frustration bzw. der Niederlage enden. Ich selbst merke es bei mir. Ich bin nun mehrere Jahrzehnte im "Geschäft" [Wirtschaft] - und dieses "mehr, viel mehr und noch mehr" funktioniert einfach nicht. Das machte mich kaputt. Das war auch ein Grund, warum ich, als nichts mehr wie gewünscht funktionierte, zum Glas griff. Viel zu oft. Gebracht hat auch der Griff zum Glas nichts, außer, dass damit auch noch der letzte Rest des Daseins (fast) "den Bach runter gegangen ist" (wie wie hier bei uns sagen).

    Derzeit ist die Situation bei mir hier wieder schwierig - aber zu trinken ist eben keine Option. Dadurch lässt sich kein Problem lösen, die bestehenden Probleme bleiben und so manches Problem gesellt sich auch noch dazu... Also besser lassen, die Sache mit dem Alkohol.

    Für heute lasse ich es dann auch sein. Morgen beginnt eine neue Arbeitswoche... besser wird es wohl nicht, aber: Ich bemühe mich, zufrieden zu sein, und zwar mit dem Leben, das ich führe. Ein wenig besser könnte es schon noch werden, aber..., ach naja...

    LG Stef.

    Merken Alkoholiker eigentlich selbst nicht diese Wesensveränderung? Das würde mich mal interessieren. Mich hat diese Woche jemand drauf angeredet, der meinen Mann nur sehr selten sieht und gesagt, was los sei, weil er so anders ist (äußerlich und charakterlich)?!?

    Ist es vielleicht nicht auch so, dass der Alkohol irgendwann dann doch das wahre Wesen des Trinkers zum Vorschein bringt? "In vino veritas" ist die eine Sache; bei mir merkte ich schließlich und endlich aber auch, dass ich mich mit einer gewissen Menge intus nicht mehr verstellte (oder mich nicht mehr zusammenriss, könnte ich auch sagen)... Das bekam ich auch immer wieder mal von anderen zu hören... und nach wie vor sehe ich es auch beim einen oder anderen, dass ab einem Pegel die Fassade bröckelt...

    Mein Vater hat getrunken, und zwar (wie man mir erzählte) jenseits von gut und böse. Wobei wir Kinder das nicht mitbekommen haben, da unsere Mutter dies gekonnt zu verheimlichen (wir hier sagen hier bei uns auch "kaschieren") wusste. Das alles hatte diverse Gründe. Anfang der 1970er Jahre hat meine Mutter meinem Vater erklärt, wenn er nicht sofort aufhört zu trinken, würde sie sich trennen. Damals wäre das hier bei uns ein ziemlicher Skandal gewesen. Und: Er hat aufgehört - von jetzt auf gleich (da war ich noch nicht einmal geboren). Er hat dann nie wieder getrunken, bis er über 50 Jahre nach seinem Entschluss, nicht mehr zu trinken, verstarb. Bei meinem Vater, das weiß ich (weil er es mir einmal sagte), war es die Liebe zu seiner Frau (nein, nicht die Ehe und damit die verbundenen Verpflichtungen) und damit verbunden auch der Wille, es sein zu lassen, die/der dann dazu geführt haben, den Alkohol ad acta zu legen.

    Auch so geht es - und so halte ich es: "Wollen" muss man es halt. Sind die Gründe dann nicht einerlei?

    Dass du einen lockeren Umgang mit der Sucht hast, das lese ich ja. Es ist ein Weg, der nicht empfehlenswert ist.

    Wie ich sagte... (siehe oben)...

    Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass ich in Bezug auf die Alkoholfrage ein Realist bin. Das war immer schon so. Es gibt ein Utopia, die Welt des makellos Wunderbaren, des Schönen, die Welt der Glückseligkeit (den Verweis auf die amerikanische Prohibition erspare ich mir hier lieber) - ja, und es gibt einen Bereich des Tatsächlichen, des Realistischen, des "Machbaren". Dort, wo man trotz der vorhandenen, schwierigen Umstände und Lebensrealitäten trocken werden will. Ja, wo ich mich insoweit zugehörig fühle, ist wohl klar. Frage: Zählt letztlich nicht das Ergebnis?

    Seit einem Jahr trinke ich nicht(s) mehr und das wird wohl auch so bleiben. Mein "Jahrestag" war mir so etwas von egal, gibt es hier wirklich etwas zu feiern? Aus meiner Sicht nein.

    Die letzten Tage habe ich mich tatsächlich bewusst aus diesem Forum herausgenommen (obwohl ich hier ständig lese), da ich mir zeitweise schon gedacht habe, dass... (ach, ich lasse es)...

    Einen "lockeren" Umgang mit der Sucht (der mir vorgeworfen wird), den habe ich nicht. Auch dazu äußere ich mich nicht weiter. Mir hat mein Alkoholmissbrauch nicht nur fast mein gesamtes soziales Leben ruiniert und mich auch sehr viel Geld gekostet; fast alles, was ich mir über die Jahrzehnte aufgebaut habe, ist weg und es wird Jahre dauern, mich hier wieder zu festigen. Und ich mache hier sehr viel, um hier wieder Fuß zu fassen. In allen Bereichen... Die Vorhalte des "lockeren Umgangs mit der Sucht" möchte ich daher hier nicht weiter kommentieren... Ja, ich habe zuviel getrunken, dies ist mir klar. Ich habe dies gestoppt und versuche mir nun, meine Existenz neu aufzubauen. Den Vorhalt eines vermeintlich laxen Umgangs mit der Trinkerei nehme ich zur Kenntnis, muss aber auch sagen, dass ich diesen so nicht annehmen kann...

    Aus meiner Vergangenheit habe ich seit den Ereignissen des letzten Jahres sehr viel gelernt; ich gehe davon aus, verstanden zu haben, wie ein zukünftiges Leben aussehen sollte...

    Ich schätze dieses Forum wirklich sehr und ich habe hiervon sehr viel profitiert.

    Insoweit bedanke ich mich auch für die oft aufmunternden Antworten der Mitglieder.

    Dort, wo mir (metaphorisch) die Holzlatte vor (auf?) die Stirn geknallt wird, auch dies akzeptiere ich... Gleichwohl erlaube ich mir dabei auch schon, mir meinen Teil dahingehend zu denken und vielleicht zu bedenken zu geben, dass nicht alle Menschen gleich sind, andere Lebensgeschichte haben und dennoch, womöglich unter anderen Voraussetzungen bemüht sind, ein neues Leben zu leben...

    „Könnte im Job schaden“ – kommt zuverlässig. Ein Schutzschild gegen Offenheit, gestützt auf reine Annahmen. Deshalb sag ich: Wer’ es erfahren hat, soll erzählen. Ich bin kein Fan von Hörensagen. Das macht abhängig von Gerüchten. Und ich war abhängig, saufen zu müssen.

    Ich weiß nicht, aber so manches hier an Aussagen projiziere ich - zumindest indirekt - auch auf mich, daher:

    [Lieber Hartmut , wir könnten ja mal, wie ich hoffe, auch wenn wir gefühlt fast jedes Mal von der Auffassung her aneinander geraten (und oft so was von weit auseinander liegen), vielleicht mal auf einen Tee oder eine Pizza (oder was in der Art) gehen... Die Einladung steht! ;)].

    Ich habe hier bei mir im HR-Bereich über die vielen Jahre genug Lebensgeschichten miterlebt. Sehr viele. Viele davon sind ziemlich traurig! Und ich erlebe hier fast täglich neues. Diese "Geschichten" (ich setze das bewusst in Anführungszeichen, weil es keine Geschichten, sondern Schickale sind, oft richtig traurige) werde ich hier sicher nicht erzählen, obwohl ich sie erfahren habe. Und ich kenne meine Leute. Daher werde ich dieser Aufforderung des "Erzählens" hier sicher nicht folgen, obwohl ich "es" erfahren habe und so einiges erzählen könnte.

    Ich selbst bin übrigens regelmäßig bei Gesprächen mit Mitarbeiter/-innen in prekären Situationen [Zwangsvollstreckungen und Insolvenzen sind hier noch harmlos (für die Betroffenen sicher nicht!)] anwesend, bis hin zu Todesfällen, ab und zu auch von Mitarbeiter/-innen mit Alkohol als Hintergrund des Ablebens (leider), von Suiziden mag ich gar nicht sprechen. Auch diese gibt es.

    Bezüglich der Diskussion, die hier breitgetreten wird, das muss ich schon sagen: Hier würde ich um ein wenig Sensibilität ersuchen. Und über Schicksale anderer sollte man meines Erachtens hier nicht diskutieren, denke ich.

    LG, Stef.

    Ich habe das auch schon mal hier und da im Forum geschrieben:

    Ich bin Alkoholiker, habe mir einen Teil (Großteil?) meines Lebens dadurch ruiniert. Nun versuche ich mein Leben umzukrempeln, was nicht nur Zeit und Energie kostet. Sondern auch in finanzieller ebenso wie in gesellschaftlicher Hinsicht belastend ist.

    Jetzt also, wo ich mein Problem erkannt habe, mich aus dem Sumpf zu ziehen und mein Leben mit so viel Energie umzugestalten versuche, soll ich mir da wirklich durch ein unreflektiertes berufliches und gesellschaftliches Outing meine Existenz gefährden? Also das war noch da ist und gerade das, was mir vielleicht die letzten Jahre meinen Hals gerettet hat? Was hätte das Outing dann gebracht? Ja, ich könnte sagen, ich habe meine Abhängigkeit publik gemacht und darauf bin ich stolz. Alle sollen es wissen. Aber meinen Job und das, was damit verbunden ist, habe ich dadurch leider auch verloren und jetzt kann ich wieder von vorne beginnen... War es das wert?

    Ich habe hier bei mir Schicksale erlebt, da ist dieses offene Bekenntnis so etwas von nach hinten los gegangen - nicht in Bezug auf den Arbeitgeber, aber man hat halt auch nicht immer nur Freunde.

    Die Bekenntnis gegenüber der Familie, engen Freunden, ja natürlich ist die sinnvoll - inwieweit freilich muss jeder selber wissen. Aber was das Berufsleben und damit für die meisten von uns wohl die finanzielle Existenz betrifft, da kann ich nur warnen. In meinem derzeitigen Bereich bin ich jetzt dann bald 20 Jahre tätig und ich habe gesehen, was dabei herauskommen kann, wenn man sich im Betrieb zu "blauäugig" in der Hoffnung auf ein wohlwollendes Verständnis des Umfelds outet. Das gilt übrigens nicht nur in Bezug auf Alkohol, sondern ganz generell hinsichtlich aller Abhängigkeiten und Krankheiten...

    Natürlich ist aber jedes Arbeitsumfeld ein anderes, mal gibt es mehr Verständnis, manchmal weniger. In manchen Bereichen ist die Bekenntnis, alkoholkrank zu sein, nach wie vor ein Knock-Out-Kriterium. Nicht weil man trocken ist, aber weil die Gefahr besteht, ja wieder zu trinken anzufangen... Und dann?

    Guten Morgen, liebe Leute!

    Danke erstmal für die Glückwünsche und das aufmunternde Feedback. Wie ich oben schon geschrieben habe, so verlief das vorangegangene Jahr quasi "im Nebenher", weil ich die meiste Zeit doch so beschäftigt war, mir (fast alles) neu aufzubauen, dass das Zählen der Wochen und Monate der Abstinenz irgendwie - ich sage mal - "unterging". Dies ist übrigens oft bei mir so der Fall, da ich meistens maximale Energie und maximales Engagement in eine Sache stecke, so dass dann für anderes keine Zeit mehr bleibt.

    Bei uns hier im Unternehmen (die Branche lassen wir mal weg, der Mitarbeiterstand ist für unsere Region aber nicht gering) sind wir drei Personen, die sozusagen am Steuerrad stehen. Die Gesellschafter selbst gibt es natürlich auch, aber ich meine jetzt operativ: Den/die CEO, den/die CTO und den "Dritten", ja und der bin ich - zuständig für die anderen Dinge, insbesondere auch für den Bereich der HR. Gerade was nun die Personalagenden betrifft, da bekommt man täglich eine Menge mit. Sehr oft nicht gerade schöne Dinge. Ob man will oder nicht, erhält man Einblick ins persönliche Leben von Menschen. Gute wie weniger gute Entwicklungen bis hin zu den schlimmsten. Da meine ich die, wo dann das Leben letztlich zu Ende geht, ging oder ... die dritte Variante kann man sich denken.

    Was nun das Thema der "Unzufriedenheit" anbelangt, so spukt dieses Gefühl deshalb immer wieder in mir herum, da ich einerseits (tagtäglich!) sehe, wie andere leben, dann sehe, wie ich lebe - und so grotesk dies auch klingen mag, sofern die anderen ein einigermaßen geregeltes ("normales") Leben führen, denke ich mir immer: Das hast Du nicht geschafft! Mit dem Ergebnis, dass ich mich ständig zu ändern oder auch zu optimieren versuche. Gleichzeitig im Wissen, dass das eh nicht funktioniert.

    Früher war es so, dass dann, wenn mal wieder alles zu viel wurde, der Griff zur Flasche / zum Glas anstand. Ob in Gesellschaft oder nicht, war weniger von Relevanz. Für ein paar Stunden waren jedenfalls die Probleme (meine, aber auch die von anderen, die ich "als meine Probleme" zu lösen hatte) weg. Wobei natürlich aufgeschoben nicht aufgehoben bedeutet. Weg war also gar nichts.

    Jetzt, wo diese "Auszeit" nicht mehr da ist, stellt sich tatsächlich die Frage, was tun mit der Zeit, die nun vorhanden ist? Die Zeit, die als Ausgleich nötig ist. Diese Thematik wird auch hier im Forum immer wieder angesprochen. Die Lösung muss klarerweise jeder für sich selbst finden, aber leicht ist das nicht. Derzeit ist für mich die beste Möglichkeit, mit dieser Situation umzugehen, mich "müde" zu machen. Sprich: Sport. Täglich, wenn es sich einrichten lässt. Würde ich mich vor allem abends hinsetzen und ein Buch lesen, käme der Gedanke: Früher hast Du dazu ein Glas xxx auf dem Tisch stehen gehabt. Soll jetzt nicht heißen, dass ich nicht lese...

    Damit dieser Beitrag nicht zu lange wird, möchte ich noch zwei Kommentare anbringen:

    Was mir bei Dir von Anfang an aufgefallen ist, dass Du von dem, was ich von Dir lese beruflich und privat ganz schön auf der Überholspur lebst. Und das meine ich nicht als Angriff. Und Alkohol ist ja auch ein schöner "Treibstoff". Vielleicht liegen hier ja auch die Gründe, dass sich Zufriedenheit bei Dir noch nicht so richtig eingestellt hat?

    Kazik : Diese Idee mit dem Treibstoff kam mir so noch nicht. Bei mir war es dann aber eher so, dass der Treibstoff eine Art "Tranquilizer" war, ich könnte auch sagen: ein "Bremser". Aber ja, ich gebe ich dir schon recht, weil durch den Wegfall des Alkohols ist Zeit vorhanden, die ich nutzen möchte, in einer für mich selbst rechtfertigbaren Art. Daher wohl auch meine derzeitige Lebensweise zwischen Beruf, Freizeitbeschäftigung und Ausruhen.

    Ja und heute? Ich bin 65 und habe Freunde, keine Trinker, die beachtliche berufliche Karrieren hinter sich haben. Ich bin schwerbehindert und arbeite seit Jahren nichts mehr. Und trotzdem bin oft ich der zufriedenste in dieser Runde. Gut, ich hab auch keine Geldsorgen und wohne in einer guten Gegend und so, aber ich glaube, ich bin im Verhältnis zu meinen eigenen Ansprüchen am mich weiter gekommen, als ich da je vorhatte, und in meinem Freundeskreis haben manche sehr hohe Ansprüche an sich selbst, die sie nie erreichen können. Ausserdem haben da manche so volle Terminkalender, wundert mich überhaupt nicht, dass die unzufrieden sind.


    Lebenskuenstler : Ja, das ist auch ein wenig meine Baustelle. Dieses "Vollstopfen" des Tages mit Aktivitäten kann nicht zur Zufriedenheit führen. Vor allem dann, wenn vieles davon berufsbezogen ist. Wie soll das dann in der Rente aussehen? Wobei: Ein paar Jährchen habe ich da ja noch... Gehe daher auch regelmäßig auf sog. "Entschleunigungsseminare", auch über mehrere Tage - mit dem schrägen Ergebnis, dass ich mich dort furchtbar langweile und Pläne mache, was dann zu tun ist (was gemacht werden könnte), wenn diese vorüber sind.

    Zum Abschluss:

    Eine letzte Episode für heute noch, um zeigen, wie alte (nasse) Gewohnheiten nachwirken, wobei ich das schon fast wieder amüsant finde: Früher, wenn ich in einer anderen Stadt beruflich unterwegs war und abends ausging, notierte ich mir auf einem Zettel, den ich im Hotelzimmer auf den Schreibtisch legte, wo mein Auto stand. Sollte ich es an einen der kommenden Tage vielleicht suchen müssen.

    Erst kürzlich war ich wieder dienstlich unterwegs, in einer anderen Region mit recht schwierigen Parkplatzverhältnissen. Nachdem ich endlich einen Parkplatz gefunden hatte, schrieb ich mir tatsächlich wieder einen Zettel fürs Hotelzimmer, wo mein Auto zu finden sei... Für den Fall der Fälle... (aber ohne Umherziehen am Vorabend). Das wurde mir erst jetzt bewusst, wie sich Verhaltensweisen manifestieren...

    Naja, jedenfalls wünsche ich noch einen schönen Sonntag. Solange es noch einigermaßen sonnig ist, gehe ich jetzt mal hinaus an die frische Luft.

    LG, Stef.

    ... Sag mal als Buslenker Deinem Vorgesetzten, dass Du ein Alkoholproblem hast.

    Als Kindergärtnerin, Krankenschwester, Lehrerin, Ärztin...

    Also, ob da das Verständnis dann so groß ist wie erhofft, das sei einmal dahingestellt...

    Da, wo ich tätig bin, geht es nicht so sehr um Soziales, sondern im weiteren Sinn um Produktion und damit dann auch verbunden - wie so oft im Leben - ums liebe Geld. Auch hier steht die Verlässlichkeit im Vordergrund... Und das Eingeständnis der Alkoholabhängigkeit trägt halt leider den nicht ganz leichten Rucksack mit sich, als nicht mehr... naja, man kann es sich wohl denken..., zu gelten...

    Das wird natürlich nicht überall so sein, aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit landet man halt wohl in der einen oder anderen ungeliebten Schublade...

    Hat das noch Bestand?

    Das habe ich mal am Anfang gelesen, dann wäre heute dein erstes Jahr?

    Wenn die Sucht dich nicht zwingt, dann ist ja alles in Ordnung, aber nicht jeder schafft es nur mit Willen.

    Ja, tatsächlich, ich hätte es mir auch nicht gedacht, aber ja, das erste Jahr habe ich echt geschafft. Bei mir war es ausschließlich der Wille (habe ich von meine Vater). Und persönlich viel erreicht: Neues Umfeld, neue Unternehmenskultur, neue Wohnung, neue Freunde, 30 kg weniger, Marathonläufer, über 5.000 km im Jahr, fit wie ein Turnschuh)...

    Für mich persönlich ABER: Kein Grund zum Feiern, weil ich im letzten Jahr so viel neu organisieren musste (und so viel in den Sand gesetzt habe). Hat aber funktioniert. Der bessere "Chef" bin ich leider auch nicht geworden! ;) Und ein "besserer Mensch" - naja, schon gar nicht, aber ich arbeite noch dran! Mit meiner Therapeutin...

    Aber danke der Nachfrage! :thumbup:

    Ja, es hilft nichts, darauf muss ich antworten, weil ich das auch auf mich gerichtet beziehe und so auch nicht auf mir sitzen lassen möchte:

    Nein, bei mir in meinem Betrieb wird das "Saufen nicht gern gesehen". Gar nicht, übrigens! Vielleicht ist dies anderswo anders, aber hier bei mir nicht. Definitiv. Das weiß man.

    Den generellen Aussagen hier im Forum, die anders lauten, liegen - nehme ich an - entsprechende Erfahrungsberichte zugrunde. Ich nehme an, hier gibt es Erfahrung seitens der Unternehmenskultur? Ich selbst maße mir jedenfalls nicht an, über andere Unternehmen und über diese, also wie dort mit Alkohol am Arbeitsplatz umgegangen wird, zu urteilen.

    Nein, hier bei mir wird das Trinken nicht gerne gesehen (Feierlichkeiten, ja aber im Rahmen!), aber was jenseits der Öffentlichkeit passiert, weiß ja niemand. Wie überall.

    Verhindern kann man die Trinkerei im Betrieb freilich nicht. Und wenn es nicht mehr geht, das war es dann wohl. Ich kann hier nur meine langjährige Erfahrung als Personalverantwortlicher aussprechen.

    Ich, selbst als Betroffener, würde niemals einem Mitarbeiter "den Strick drehen" (sagt man das so?), wenn er abhängig ist. Natürlich hängt das von den einzelnen Umständen ab. Aber eines ist klar: Regelt das der Mitarbeiter selber, ist das gefühlt wesentlich besser als wenn dies "über den Betrieb" laufen würden. Denn vor allem bei den unmittelbaren Mitarbeitern hat man nicht nur Freunde. Und das könnte schwierig werden.

    Wenn andere der Ansicht sind, man sollte seine Krankheit uneingeschränkt in der Firma publizieren, dann ist diese Ansicht natürlich legitim.

    Aber was dann dabei herauskommt, das ist vermutlich eine andere Sache...

    Ich hoffe, diese übernehmen dann auch - für ihre Ratschläge - die Verantwortung, wenn es schließlich nicht so läuft, wie es laufen sollte...

    Liebe Leute!

    Ich brachte die Sache mit dem Müsliriegel tatsächlich nur als eine Episode aus meinem Leben hier in dieses Forum ein.

    Als der freundliche Herr von der Brauerei diesen Satz brachte, realisierte ich diesen - bzw. dessen Inhalt - vorerst kaum. Bier, so wurde kommuniziert, bedeutet also: Elektrolyte, ja die sind nach einer sportlichen Betätigung besser als jeder Softdrink, gesund, quasi wie ein Müsliriegel und den Alkohol, der da drinnen ist, vergessen wir mal lieber. Gefühlt haben alle Anwesenden gelächelt, geschmunzelt und teils applaudiert.

    Mir selbst ist dies nur beim Nach-Hause-Fahren irgendwie ins Bewusstsein gesprungen, was dann doch im Gedächtnis geblieben ist. Freilich ohne Gefahrenpotenzial. Ich trinke ja auch nichts.

    Würde mir dies allerdings komplett egal sein, würde ich es hier nicht erwähnen. Aber nur deswegen gerate ich auch nicht in ein persönliches Dilemma oder schlafe schlechter, nehme dies eher lächelnd zur Kenntnis und damit soll es halt so sein. Ein "Tiramisu-Gate" wird das hier sicherlich nicht, selbst wenn ich einen Becher davon getrunken hätte. Habe ich aber nicht.

    Dass es "funktionierende Alkoholiker" gibt: Ja natürlich, in Mengen! Da kenne ich genug davon. Bei mir hier sind es locker xx. Denke ich an meine letzten 30 Jahre zurück und auch an so viele Geschäftspartner und Kollegen von damals, ja dies abzustreiten, bringt nichts. Aber auch der Alkoholiker, der so lebt, dass andere es nicht bemerken (oder vielleicht bestenfalls vermuten), bleibt ja trotzdem einer. Manche schaffen es tatsächlich, dass es nicht auffällt...

    Ich habe auch schon mal geschrieben, mir als Sportler ist es klar, dass bei Veranstaltungen im Zielbereich fast immer Bier angeboten wird (ja, das ist so und dies wird auch niemand abstellen). Aber: Ich muss es ja nicht trinken, tue ich auch nicht.

    Wichtig ist es meiner Ansicht eher, sich klar zu sein, dass es diese "Versuchungen" gibt - aber niemand gezwungen wird, sich ein Glas / einen Becher zu genehmigen.

    LG, Stef.

    Ich bin nach wie vor - trotz vieler Gegenargumente hier - der Meinung, dass man sich ein "Outing" am Arbeitsplatz gut überlegen sollte, wenn man noch die Wahl hat.

    Nein, liebe Rennschnecke, Du liegst aus meiner Sicht absolut richtig!

    Und auch ich kann hier nur "warnen":

    Ich selbst bin in meinem Betrieb (neben vielen anderen Dingen) auch personalverantwortlich für mehrere hundert Mitarbeiter/-innen. Und, liebe Rennschnecke, Du hast aus meiner Sicht, wenn ich jetzt an den/die einzelnen/einzelne Mitarbeiter/-in denke, absolut recht! Ich kann hier auch nur mit vielen, vielen Jahren Berufserfahrung im Gepäck zu bedenken geben, dass eine vollkommene "Offenheit" hinsichtlich Alkoholabhängigkeit betrieblich mitunter zu erheblichen Schwierigkeiten führen kann. Weil man ist schneller stigmatisiert, als man denkt. Nicht mal seitens des Arbeitgebers, sondern oft auch von den Abteilungsleitern/-innen, Mitarbeiter/-innen... Beförderungen, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, mehr Verantwortung... und und und... Das ist meines Erachtens fast noch schlimmer, ich meine, wenn der Druck dann auch noch innerhalb der Abteilung kommt.

    Wenn es wirklich hart auf hart kommt, würde ich (jetzt aus meiner Sicht mich dem Arbeitgeber zugehörig sehend) tatsächlich eher dazu raten, sich vielleicht vorerst einmal (also vor einem Outing) mit dem Betriebsrat (Personalvertretung) oder dem Betriebsarzt (oder der Ärztin) in Verbindung zu setzen. Das unreflektierte (ich könnte auch sagen: unüberlegte oder unvorsichtige) öffentlich-innerbetriebliche Bekennen, ein Problem mit der Trinkerei zu haben, hat in aller Regel noch selten das gebracht, was man sich erhofft... Ist zumindest bei mir hier so...

    LG, Stef.

    Hartmut Das habe ich - auch wenn ich oft mal was auf mich gemünzt sehe (nicht hier, aber anderswo) - tatsächlich nicht auf mich bezogen gefühlt. Soweit habe ich dieses Forum schon verstanden.

    Und eine kleine "Episode" aus meinem Leben kann ich heute auch noch anbieten, um zu zeigen, was eigentlich so mancherorts schief läuft (und das einfach so):

    Vor ein paar Wochen war ich bei einem Laufsportevent. Nett aufgezogen und organisiert. Eine der großen Sponsorinnen: Eine örtliche Brauerei.

    Um es kurz zu machen: Bei einem Interview sagte ein Vertreter dieser Brauerei auf die Frage hin, wie sich eigentlich Bier mit Sport verträgt, sinngemäß (aber ich habe es noch so ziemlich im Ohr): "Eine Flasche Bier ist wie ein Müsliriegel. Und über das bisschen Alkohol sprechen wir heute nicht."

    Ja, so ist es hier bei uns...

    LG, Stef.