Liebe Somadi !
Ich war auch (die letzten 25 Jahre - bis dann Ende Oktober 2024) jedes Jahr 4, 5 - oft auch 7 - Monate abstinent. Nichtsdestotrotz habe ich es in den verbleibenden Monaten im Jahr immer wieder recht konsequent "geschafft", mir gerade im sozialen Bereich, von Familie bis hin zur Partnerschaft und Freundschaften, so ziemlich alles zu ruinieren.
Solange alles irgendwie funktionierte, lebte ich so dahin. Ja, da ging es ja auch. Eben so irgendwie. Den wirklichen Tiefpunkt hatte ich nie, erst, als langsam aber sicher so alles aus dem Ruder lief, zog ich die Reißleine bzw. Konsequenzen. Meine Frau damals aber auch (jedoch aus anderen Gründen)...
Mir persönlich hatte der - letztlich ausweglose - Neustart (weil mit dem Alkohol umbringen wollte ich mich ja auch nicht) die Möglichkeit gegeben, mich neu zu orientieren. Mit meiner Ex-Frau pflege ich nach wie vor ein freundliches, konfliktfreies Miteinander.
Einen Rat kann ich Dir hier nicht geben, aber über kurz oder lang zeigt es sich meines Erachtens doch, wenn Grenzen überschritten werden, dass es dann eben nicht mehr so ist, wie es einmal war und wie man es sich (damals) für die Zukunft erwünscht hat, oder? Ob ein Weitermachen wirklich erfüllend bzw. akzeptabel ist (ein hässliches Wort, denke ich), muss wohl jeder für sich selbst beantworten... Ich persönlich war meiner Frau zuletzt noch nicht einmal böse, dass es so gekommen ist, wie es eben gekommen ist.
Auch was den von Dir angesprochenen Bildungsgrad und die soziale Stellung betrifft, so kann ich Dir versichern, dass wir hier doch (dennoch!) alle im selben Boot sitzen. Eine Promotion (ja, die habe ich auch, aber dieser Umstand ist doch unerheblich, oder?), ist da so etwas von irrelevant. Die, die trinken, ja, die trinken. Vielleicht anders, aber dennoch tun sie es.
Im Endeffekt sollte jede(r) auf rein persönlcher Ebene - für sich - entscheiden, ob er oder sie so weitermachen möchte (kann?), wie bisher, oder?
LG, Stef.