Beiträge von Kazik

    Hi Ihr,

    ich möchte heute über meine derzeitige Geisteshaltung aka Mindset schreiben. Seit ungefähr drei Wochen ist meine Stimmung nicht so gut, ein bisschen niedergeschlagen und pessimistisch. Außerdem bin ich ständig müde und energie- und antriebslos. Ich bekomme meine Aufgaben schon noch geregelt, aber ich muss mich schon disziplinieren.

    Obwohl einige Symptome passen ist es, glaube ich keine richtige Depression. Eher so gefühlt ein paar depressive Symptome und Frühjahrsmüdigkeit.

    Ich beachte so gut ich kann die HALT Regel. Aber speziell bei tired ist das gerade schwierig. Mein Schlaf ist in letzter Zeit auch nicht so gut, heißt, dass ich öfters schlechter einschlafe und/oder öfters aufwache.

    Es gibt keinen konkreten Anlass. Ich habe mich, was meine notwendigen Aufgaben angeht, sehr weitreichend entlastet. Und bin, was diese angeht, jetzt gut im grünen Bereich. Alles Weitere wäre Arbeitsverweigerung.;) Allerdings bin ich noch erschöpft, weil die letzte große Aufgabe sich leider doch bis Mitte/Ende nächster Woche hinzieht. Und mir fällt es auch nicht so leicht, die Systeme herunterzufahren und mich im Mittelmaß einzurichten.

    Auf jeden Fall merke ich, dass ich Moment gut auf mich aufpassen muss. Weil ich in so einer Stimmungslage gerne mal gesoffen habe. Ich habe keine konkreten Saufdruck. Aber da ich körperlich und mental einfach nicht so gut aufgestellt bin, vermeide ich gerade noch einmal extra jedes Risiko. Und bin, wenn ich Einkaufen gehe der einzige Ort, wo ich in die Nähe von Alkohol komme besonders wachsam.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Guten Morgen,

    ich glaube das Du ein toller liebenswerter Mensch bist. Und ich würde mir für Dich wünschen, dass Du das nicht aus den Augen verlierst.

    Du hast in dieser Beziehung alles gegeben und mehr konntest Du nicht tun.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich finde an dieser Diskussion hier sieht man wunderbar, dass das Leben nicht schwarz/weiß ist.

    Erziehung, Prägung, Trauma, kognitive Fähigkeiten, innere/äußere Einflüsse, Soziale usw. spielt alles eine Rolle. Nur weil es vielleicht für den Einen unverständlich ist, bedeutet es nicht, dass es nicht so sein kann.

    Und Nein, ich spreche hier niemanden seine kognitiven Fähigkeiten ab, hab nur eine Aufzählung gemacht.

    Hi Robyn und Ihr,

    das, was Du schreibst, unterschreibe ich sofort, weil ich so eigentlich auch meine Welt betrachte. Und doch brauchte ich eine Weile bis das, was Bono59 und AnnaBlume über die Gefahr einer Alkoholsucht schreiben, erstens bei mir angekommen ist und ich das zweitens so akzeptieren konnte. Vorher habe ich eher so wie Hartmut schrieb gedacht. Interessant.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Okay AnnaBlume , das überrascht mich trotzdem. Ich hatte speziell als junger Erwachsener zwar ein viel unbedachteres Risikoverhalten und das gilt für Vieles. Aber dass ich ein Risiko eingehe, war mir auf einer bestimmten Ebene meines Bewusstseins schon bewusst. Und das gilt auch für Alkohol. Zumal ich auch Menschen zum Teil gut kannte, die schon Ende Ihrer Jugend schwer in eine Alkoholsucht gerauscht sind und in einzelnen Fällen daran gestorben sind.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Whitewolf und Alle,

    ich glaube die Annahme das virtuelle Kommunikation tatsächlich virtuell, also nur theoretisch existent ist von Anfang an falsch war. Niemand stellt infrage, dass ein Telefonanruf oder ein wirklicher Brief keine Kommunikation oder nur theoretisch ist. Und die heutige Technik kann nicht nur beides, beides gleichzeitig und beides plus noch weiteres. Worauf ich hinaus will ist, dass moderne Kommunikation persönlich und intim sein kann. Und da ist ein Kontaktabbruch eben genauso schwierig wie in einer "realen" persönlichen Kommunikation aus dem Kontakt zu gehen. Oder kann es zumindest sein.

    Kleiner Funfact mein mobiles Handtelefon aka Smartphone ist mindestens 15 Jahre alt. Und mein letztes Telefonat damit ist ca. drei Jahre her.:shock: Das Handtelefon habe mir nur angeschafft, weil ich eine Mobilfunknummer brauchte. Ich habe noch ein Festnetztelefon, über das ich in bestimmten Zeiten notwendigerweise erreichbar bin. Ich selber telefoniere nur, wenn es notwendig ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Wichtelmama,

    ich freue mich für Dich, dass es für Dich und Deine Kinder in eine gute Richtung weitergeht. Du hast meinen Respekt für Deine Stärke.

    Wenn die Mama dann auch wieder entspannter ist, wird es sicherlich gut werden. Es muss einfach!

    Manchmal ist es ja auch eine Frage der Sichtweise. Ich würde sagen die Wahrscheinlichkeit das es schlechter wird geht gegen Null und die Wahrscheinlichkeit das es gut wird gegen Einhundert Prozent.;)

    Und ich kann Dir auch sagen das mein inneres Kind sich über Deine Nachrichten gereut hat.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Bono,

    das würde jetzt ein riesiges Fass werden und ich möchte hier auch nicht gegen die Forenregeln verstoßen. Deshalb schreibe ich auch nur noch dazu. Für mich ist eine/die Gesellschaft für Alle zuständig. Diejenigen die kein Problem haben und Diejenigen die Probleme haben. Und um diese Zuständigkeit zu organisieren hat eine/die Gesellschaft sich den Staat geschaffen. Was in meinen Augen nicht geht ist das Teile der Gesellschaft oder der Staat sich für etwas nicht zuständig erklären. Denn das würde wiederum Teile der Gesellschaft ausschließen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Manchmal muss ich bei Deinen Depressionen und deiner häufigen Erwähnung, dass sie keine Macht mehr über Dich hatten, dran denken, ob das wirklich so ist wie Du das sicher so siehst.

    Hi LK,

    speziell was meine Depressionen angeht, bin ich sicher, das ich die Macht meiner Eltern, besonders die meiner Mutter gebrochen habe. Wäre dem nicht so wäre ich nicht in dieser SHG und vermutlich nicht mehr auf dieser Welt.

    Ich habe die körperliche und seelische Gewalt meiner Eltern als Kind und Jugendlicher überstanden und ich habe weiter so gut ich konnte gegen sie gekämpft.

    Und ich habe als Erwachsener meine Depressionen, die eine Folge dieser Gewalt waren, überstanden und um mein Leben gekämpft.

    Und ich kann mit einigermaßen guten Gewissen sagen, dass ich nicht wie meine Eltern andere Menschen, besonders Hilflose grundlos körperlich und seelisch angegriffen habe.

    Alles andere, was meine Eltern mir "anerziehen" wollten und was ich aus guten Gründen nicht angenommen habe und in meinem Leben so gut ich konnte anders gemacht habe, ist im Grunde zweitrangig. Hätten sie mich gebrochen, hätte ich nichts anders machen können.

    Ich konnte bis jetzt nicht mit meinen Traumata abschließen. Ich würde mir das aber für die Zukunft wünschen.Und ich habe mit meinen Eltern keinen Frieden gemacht und werde das auch nicht machen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi LK,

    ich habe geschrieben, das ich mit Ende 48 angefangen habe ernsthaft zu saufen, das heißt ich habe mit einer bestimmten Menge Alkohol angefangen und diese in meinem Rhythmus an den jeweiligen Wochentagen "planmäßig" gesoffen. Die Menge und der Rhythmus haben sich in den neun Jahren nicht verändert.

    Von meinem 14 Lebensjahr hatte ich ein riskantes Trinkverhalten, was Menge und Häufigkeit angeht. Ich hatte dabei nach der Jugend nur zwei Grenzen. Ich habe während des Trinkens aufgehört, wenn ich merkte, dass ich die Kontrolle über mich verlor. Weil ich keinen Bock darauf hatte, besoffen irgendeinen Scheiß zu machen, den ich nicht gewollt habe. Und ich habe, was die Häufigkeit angeht, aufgehört, wenn ich das Gefühl bekam, ich nähere mich der Grenze, wo ich, das nicht mehr unter Kontrolle habe. Dann habe ich wochenlang, monatelang und mindestens einmal über Jahr nichts getrunken. Und mir hat nichts gefehlt.

    Worauf ich eigentlich hinauswollte ist, dass meine Geschichte und mein Trinkverhalten im Hier und Jetzt überhaupt keine Relevanz mehr hat. Ich kann da was meinen Konsum angeht, nichts mehr ändern und auch nichts für die (alkoholfreie) Zukunft von lernen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi LK,

    ich habe mich ähnlich wie Du mit ca. 14 von meinen Eltern abgewendet, weil sie keine Macht mehr über mich haben sollten. Und es war nicht nur wegen der Gewalt. Da „passte“ so ziemlich alles nicht und mir war klar, das wird sich auch nicht ändern. Und vor allen Dingen wollte ich sie, nachdem, was bis dahin passiert war, nicht mehr ändern. Den die Änderung von etwas Schlechtem bleibt immer noch weitestgehend schlecht. Also beschloss ich, halbfertig wie ich war, nicht nur das zu tun, was ich will, sondern im Kern auch nur die Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Ich wollte nicht die Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen oder bekommen, weil ich andere Menschen nicht der Gefahr aussetzen wollte, dass ich das Gleiche mache, wie meine Eltern. Und ich wusste, dass diese Gefahr bestand, den meine Eltern hatten 14 Jahre Zeit auf mich einzuwirken.

    Nun ich habe dann in meinem Leben trotzdem oft Verantwortung auch über Menschen übernommen, aber ich habe immer so gut ich konnte vermittelt, dass alle Ihre Selbstverantwortung haben und auch behalten. Und dass ich mich nicht hinter Ihnen verstecke und sie sich aber auch nicht hinter mir verstecken sollen. Was aber nicht heißt, dass ich diese Menschen nicht geschützt habe.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi LK und Ihr,

    ich persönlich finde diese Diskussion gerade etwas bizarr, weil es für mich aktuell völlig egal ist, was ich zu Alkohol oder anderen Drogen mal gedacht habe und vielleicht heute noch denke oder eben nicht. Und letztendlich ist es auch egal, ob ich weiterhin denke des erwachsenen Menschen das Recht haben zu konsumieren, was sie wollen. Denn das heißt erwachsen sein. Ich habe konsumiert, was ich wollte. Habe, was Alkohol angeht, mich in eine Sucht konsumiert (aka gesoffen). Und ich wusste von meinem 18 Geburtstag bis heute das das passieren wird, wenn ich ernsthaft saufe. Denn es gibt bekanntermaßen kein halb süchtig oder süchtig light. Und die Antwort auf die Frage, ob ich noch einmal ernsthaft anfangen würde zu saufen oder überhaupt Alkohol zu trinken lautet im Hier und Jetzt Nein. Würde ich es tun, wäre ich wieder drauf.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Bono59 und Ihr Alle,

    ich glaube, dem ist auch erstmal nichts mehr hinzuzufügen. Denn Du, Rennschnecke und ich sind uns darüber einig, dass wir unsere von Ärzt*innen oder Therapeut*innen im Zusammenhang mit unserer Depression verordneten Medikamente wie verordnet einnehmen. Das diese notwendig und kein Abhängigkeitspotential haben. Und dass die sehr wenigen Medikamente, die ein Abhängigkeitspotential haben, wenn sie verordnet sind, eben auch notwendig sind. Wobei die Vergabe genau dieser Medikamente im Normalfall unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgt. Und schlussendlich, dass die Nichteinnahme von im Zusammenhang mit einer Depression verordneten Medikamenten fahrlässig und gefährlich ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Rennschnecke ,

    ich meinte nicht hochwirksam im Vergleich beispielsweise zu einem Beruhigungsmittel. Ich bin kein Arzt deshalb gebe ich nur das wieder, was meine Therapeutin zu mir gesagt hat: Antidepressiva bereiten den Boden vor das ich entweder von einer Therapie profitiere oder wenn die Depression anfängt ab zu klingen mir wieder besser helfen kann.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Die Tiger und Teufel sind manchmal echt fies. Das lerne ich bestimmt noch alles, wie ich richtig damit umgehen kann.

    Das wirst Du lernen, wenn ich das hinbekommen habe, kriegst Du das allemal hin.;)

    Ich habe etwas Angst und bin unsicher, was mich da erwartet. Manchmal bin ich ein richtiger Schisser. Ich bin so ein Gewohnheitstier. So kann das aber gerade nicht bleiben. Da muss Veränderung her und das ist gut so.

    Dort erwarten Dich ganz normale Menschen wie Du und ich, die wie Du und ich seelisch oder mental krank sind. Bleib bei Dir Du bist dort in Sicherheit.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Leonie,

    ich verspreche Dir, ich bin real.;)

    Und ich freue mich auch für Dich, dass Du Dich auf die Klinik einlässt. Denn dort bist Du in Sicherheit (dort haben Tiger und Teufel Hausverbot) und wenn Du dort für Deinen weiteren Weg Hilfe bekommst und/oder wenigstens dann genau weißt, wo Du weitere Hilfe bekommst, dann wäre das doch super. Immer ein Schritt nach dem anderen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Rennschnecke und auch Alle,

    bevor hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen, ich meinte mit hochwirksamen Medikamenten gegen Depressionen Beruhigungsmittel. Und diese Medikamente sind nicht nur hochwirksam, sondern notwendig, weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass beispielsweise die innere Unruhe sehr, sehr schwer auszuhalten ist und ich, selbst wenn ich nicht mehr konnte, ein Beruhigungsmittel angenommen habe. Wie geschrieben, ich halte diese Medikamente für absolut notwendig. Aber sie haben ein Abhängigkeitspotential, dessen sind sich Ärzte bewusst und mir als aufgeklärten Patienten ist das auch bewusst.

    Ich selbst nehme seit Jahrzehnten Antidepressiva. Diese Mittel machen nicht abhängig, wie Rennschnecke richtig schreibt. Dies ist nicht nur hinreichend nachgewiesen, sondern es gibt auch keinen mir bekannten Fall, wo Menschen von Antidepressiva abhängig geworden sind. Antidepressiva sind aber auch keine hochwirksamen Medikamente und auch das ist mir als aufgeklärten Patienten bekannt. Genauso wie ich meine Medikamente selbstverständlich von meiner Ärztin verschrieben bekomme und diese gemäß Ihrer Verordnung einnehme.

    Ich hoffe, das war jetzt klar.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Mein spontanes Gefühl dazu war allen Ernstes Mitleid: "Der Arme, musste immer schon vernüftig sein.. "

    Das hat mich sehr schockiert und eine ganze Weile beschäftigt ...

    Ich persönlich finde Deinen Gedanken nicht schockierend, sondern mitfühlend. Denn soweit mir bekannt, müssen Menschen, die eine Organspende erhalten haben, mit vielen Einschränkungen leben. Der Verzicht auf Alkohol ist neben anderen Dingen, glaube ich häufig bei Menschen die Organ transplantiert sind. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es für diese Menschen tatsächlich ein Verzicht ist, weil vermutlich kaum Eine Alkoholiker*in ist. Und dass sie verzichten müssen tut mir leid den ich musste das nicht.

    Ich musste nicht auf Alkohol verzichten und habe mir die Freiheit genommen, mich in meine Alkoholsucht zu saufen. Und ich habe diese "Freiheit" lange und ausgiebig genossen, obwohl ich schon lange klar hatte, dass ich die "Freiheit" Alkohol zu trinken schon lange verloren habe. Jetzt trocken habe ich beschlossen mir diese Freiheit zurückzuholen, in dem ich keinen Alkohol mehr trinke. Denn eine Freiheit ist nichts wert, wenn sie mir nicht gut tut.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    noch ein kleiner Funfact, ich hatte am Diensttag einen Termin bei meiner Suchtberaterin und hatte Ihr dort erzählt, dass ich die Stadt jetzt mit anderen Augen betrachte und nach Orten schaue, für mich oder generell nicht mit Alkohol besetzt sind. Darauf hin meinte sie, dass die Orte, die Ihr spontan einfallen würden, entweder Spielplätze oder Friedhöfe sind.:shock:

    Liebe Grüße

    Kazik