Beiträge von Kazik

    Hi Blendi,

    in meinen Augen hast Du seitdem Du hier aktiv geworden bist keinen Weg sondern eine ganze Reise hingelegt.;) Und Du holst jetzt in einer Art Crashkurs alles nach was in der Zeit wo schon trocken bist liegengeblieben ist. Für mich und ich ich bin auch noch nicht so lange hier war das am Anfang auch viel. Gar nicht so sehr die Schritte die ich zur unmittelbaren Risikominimierung machen musste das fiel mir praktisch relativ leicht. Aber mein Gehirn war trotzdem eine ganze Zeit im overdrive. Und da mein Suchtgedächtnis zwar einfach gestrickt ist was sein Ziel Alkohol angeht aber sehr raffiniert was seine Strategien angeht ist ging in der ersten Zeit viel ab was in meinem Kopf los war. Ich bin dann immer sehr bei mir geblieben und habe ganz einfach Dinge getan um mir zu helfen. Ausreichend essen und trinken. Einmal am Tag bei Tageslich rausgehen und ein wenig spazieren. Und bei den Dingen die ich erledigen musste habe ich versucht es mir so einfach wie möglich zu machen. Mir hat es gereicht das ich die Aufgaben gut gemacht habe. Über sehr gut und perfekt habe ich beschlossen das ich das erstmal aus meinen gedanklichen Wortschatz streiche und mir darüber noch einmal Gedanken machen kann wenn ich stabil bin. Ich habe mich und meine Abstinenz an erste Stelle gestellt und behalte das solange bei bis ich absolut stabil bin. Und wenn es dann noch Probleme für meine Abstinenz gibt dann bin ich auch nicht stabil. Und auf diesem Weg versuche ich es mir so leicht wie möglich zu machen und so gut ich kann Ruhe zu bewahren.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Erst die Tränen dann gleich wieder die Peitsche...

    Das was Du hier schreibst nennt sich doppelte Botschaft. Sie signalisiert Dir das Du sie mit der blosen Eröffnung eines Gesprächs ohne das Du überhaupt irgendetwas gesagt hast schon verletzt hast. Du wirst stumm (aus Mitleid). Und schon kann sie Dir alles um die Ohren hauen ihr durch den Kopf geht. Vermutlich alle Deine "Verbrechen" auch wenn sie noch so sehr an den Haaren herbeigezogen sind oder einfach nur Erfindungen sind. Und da sie Dich kennt weiß sie das Du dann ein sehr sclechtes Gewissen bekommst und keine Gegenwehr leistest. Und Du bisher ja in Ihrem Sinne funktioniert hast. Du bist derjenige der jetzt im Wohnzimmer schläft. Du überlegst ob Du in den Garten ziehst. Und Du setzt sie nie mal richtig auf den Pott.

    Ich glaube Deine Frau hat es ganz gut mit Dir.

    LG Kazik

    Ich freue mich darüber das es Dir heute besser geht. Und Du liest Dich auch so als ob es Dir besser geht.;)

    Ich finde es auch hier mutig von Dir das Du gestern trotzdem es Dir so schlecht ging das Gepräch mit Deiner Frau gesucht hast. Auch hier könntest Du stolz auf Dich sein.

    Zu dem was Du über das Gespräch schreibst. Wolltest Du in dem Gespräch Ihr auch etwas sagen? Und wenn ja hast Du es gesagt? Und hast Du aus Eurem Gespräch irgendwelche Schlüsse ziehen können wie und wohin die Reise mit Euch weitergeht? Diese Fragen musst Du natürlich wie alle Fragen von mir nicht beantworten wenn Du nicht willst.

    LG

    Kazik

    ehrlich gesagt wäre es mir auch peinlich euch gegenüber

    Hi TM,

    Dir sollte nichts peinlich sein. Du bist Erwachsen und Du schreibst hier mit erwachsenen Menschen. Ich schreibe hier über Dinge die mich bewegen und die auf meinem jetzt trockenem Weg eine Bedeutung haben. Daran ist nichts peinlich. Wenn ich wie Du in einer Partnerschaft wäre würde ich hier ziemlich sicher auch über die Partnerschaft schreiben. Ich habe in meinem Faden ja auch schon über eine gute Freundin geschrieben.

    Ich finde es mutig wie Du hier über Dich schreibst. Und Du könntest von mir aus sehr stolz auf Dich sein.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi TM,

    ich drück Dir die Daumen für die OP! Geh wegen der Schmerzen lieber auf Nummer sicher, denn wenn die Schmerzen erstmal durch die Mittel durchbrechen dann sind die von jetzt auf gleich heftig. Und dann kommen Du und Dein Arzt in eine Situation die verhindert werden könnte.

    LG

    Kazik

    Hi TM,

    wie geschrieben ich halte Dich nicht für planlos. Im Gegenteil Du hast hier schon manches geschrieben was geplant war. Aber ich auch den festen Eindruck das Du Dich vollkommen hilf- und planlos machst wenn Du Dich mit Deiner Frau auseinander setzen musst. Ich weiss noch nicht mal ob ich das defensiv nennen würde, weil defensiv ist ja auch was aktives. Irgendwie ist mein Eindruck dann das Du dann irgendwie "verschwindest". Und das zeigt sich dann auch hier wenn es dann zu einer "Auseinandersetzung" kommt. Dann wirst Du irgendwie passiv (agressiv?) und weichst aus. Und das meine ich nicht wertend. Warum das so ist kannst Du Dir nur selbst beantworten. Mir scheint aber das Du mit dieser Strategie nicht wirklich in Deiner Situation weiterkommst. Und das macht mich ein wenig unruhig weil Du Dich damit in Gefahr begibst.

    Zu dem Suchterklären bei Deiner Frau, Du hattest zu Anfang geschrieben das sie trocken von einer anderen Droge ist. Heißt sie wird ganz genau wissen was eine Sucht ist. Und das macht Ihr Verhalten jetzt für mich freundlich ausgedrückt "unerklärlich".

    LG

    Kazik

    Nun zu der Idee mit dem Gartenhaus wurde ja schon etwas geschrieben. Und ich persönlich würde in Deiner Situation eher nach einer kleinen Wohnung oder einem Zimmer Ausschau halten.

    Aber um auch etwas konstruktives bei zu tragen. Ich weiß ja nicht was Du bei einem Ofen so im Sinn hast? Aber ich hatte schon die unterschiedlichsten Öfen. Mir würde spontan eine Gasheizung einfallen. Gibts für wenig Geld in jedem Baumarkt. Und ich habe mit so etwas schon einen Winter ganz bequem überstanden.;)

    Kazik

    Ich bin eigentlich ein offener Mensch aber ich trage da etwas mit mir herum das vermutlich die Ursache meiner Probleme ist.

    Achtung Trommelwirbel, es ist meine Kindheit wie bei vielen. Irgendwann schreib ich mal einen Faden darüber um das alles mal abzuladen

    Hallo TM,

    ich musste irgendwann unfreiwillig lernen das mir einige unfreiwillig erlernte Denk- und Verhaltensmuster aus meiner Kindheit und Jugend freundlich ausgedrückt ziemlich auf die Füsse fielen. Das Problem für mich bei diesen erlernten Mustern war das ich diese zu einer Zeit erlernte in der ich in der Trainingsphase für meine erwachsenes Leben war. Das machte diese Muster sehr hartnäckig. Zum Glück konnte ich mich ab ca. 12 Jahren zunehmend erfolgreicher gegen meine Eltern wehren oder ich entzog mich Ihnen einfach. Und so konnte ich auf der Straße und bei Freund*innen andere Muster erlernen die funktionaler waren und mit denen ich mich selbst behaupten konnte. Allerdings bekam ich dann mit Ende Zwanzig und danach einige psychische Erkrankungen wegen denen ich mich in therapeutische Behandlung begeben habe/musste. Und irgendwann auf diesem Weg traf ich dann auf zwei für mich sehr gute Therapeutinnen mit denen ich dann in zwei unterschiedlichen therapeutischen Wegen meine Kindheit und Jugend und deren Auswirkungen auf mein weiteres Leben beackert habe. Und nun bin ich schon eine lange Zeit weitestgehend stabil. Vielleicht ist die Idee Deine Kindheit mal therapeutisch an zu gehen ja etwas für Dich.

    Zu Deiner Idee hier etwas von Deiner Kindheit zu schreiben, von mir der Hinweis das dies keine therapeutisch begleitete Gruppe ist. Soll heißen wenn Du hier ein Fass aufmachst was Du nicht von alleine wieder zu kriegst dann ist hier niemand der Dir professionell helfen kann.

    Zu Deiner jetzigen Situation. Mein Eindruck ist das Du ziemlich reflektiert bist und das Du eigentlich ganz gut selbst weißt was Phase ist. Du hast von Anfang an geschrieben das das Verhältnis zu Deiner Frau und ihr Verhalten vor und nachdem Du trocken geworden bist der Knackpunkt für Deine Abstinenz ist und bleibt. Somit ist die Situation jetzt nicht unerwartet für Dich. Was Du jetzt machen solltest kann ich Dir nicht sagen. Mein Eindruck ist das eine räumliche Trennung hilfreich sein könnte in dem Du mit etwas Abstand und ohne den ständigen Druck und den Gefahren auf Armeslänge mit Alk konfrontiert zu werden dir erstmal Klarheit verschaffen kannst. Damit wäre ja noch nichts entschieden.

    Soweit, stay strong heute Abend.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Es gab Zwangseinweisungen, die ich jedoch nicht als Hilfe empfand, sondern fortlaufende Quellerei - weitere Ausgrenzung, ich wurde verschlossener. Es war mir nicht möglich auch nur irgendetwas einzusehen.

    Dass ich jetzt so schreiben kann - ist schon ein riesen Schritt für mich.

    Aus irgendeinem Grund habe ich das überlesen. Deswegen noch einmal von mir mach alles in Deinem Tempo und so das es Dir gut tut.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Maya,

    darf ich mal Fragen welche zwei Krankheiten Du bei Dir meinst?

    Wie ich mit meinen psychischen Krankheiten Krankheiten umgegangen bin würde jetzt zuviel. Aber ich habe auch schon in meinem und anderen Fäden dazu etwas geschrieben. Was sie mit meinem Alkoholismus verbindet ist das ich damit offen umgehe. Ich habe die Erfahrungen von Dir nie gehabt das sich Menschen wie Du es beschreibst verhalten. Weder hier noch wo anders davor. Mit Menschen die mir nahestehen oder hier spreche ich offen und es für mich auch okay wenn Menschen fragen stellen. Denn psychische Krankheiten sind ja auch nicht so einfach zu verstehen.

    Seit ich trocken bin habe ich eine etwas engere Taktung mit meiner Hausärztin vereinbart von der ich auch meine Antidepressiva verschrieben bekomme. Ich habe jetzt noch ein Bedarfmedikament bekommen, was ich nehmen könnte wenn die Depressionen von jetzt auf gleich stark sind. Was seit ich trocken bin zweimal passiert ist. Darüber hinaus habe ich vorsorglich eine Klinikeinweisung von Ihr, weil wenn ich zu instabil werde in eine Klinik gehe. Tatsächlich waren meine Depressionen seit ich trocken bin in meiner Welt leicht bis aus zu halten. Aber ich habe eben trotzdem meinen "Notfallkoffer" und ich habe auch Menschen in meinem Umfeld die mich umgehend in die nächste Klinik verfrachten wenn ich sie darum bitte. Mir hilft die Offenheit bei meinen psychischen Krankheiten und bei meinen Alkoholismus, weil wenn ich mich mitteile dann geht es mir gleich meist schon ein wenig besser.

    Allerdings habe ich zu Anfang hier die Erfahrung gemacht das ich gut bei mir bleiben muss und wenn ich zuviel geschrieben habe das es nachgewirkt hat. Beispielsweise das ich schlecht oder wenig geschlafen. Das ist inzwischen allerdings besser.

    Schlaf war schon in den letzten Jahren meiner Sauferei ein echtes Problem. Was daran liegt das Alkohol die ganzen für den Schlaf notwendigen Abläufe im Körper (zer)stört. Aber das ist bei mir inzwischen schon besser. Ich gehe für meine Verhältnisse früh schlafen. Teils richtig früh. Ich habe während meiner Sauferei oft Abends länger gesessen weil ich meine Menge auch nicht druckbetanken wollte und später auch gar nicht mehr konnte.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo ahMaya,

    die Steinlawine die Dich getroffen hat liest sich sehr traurig. Um so mehr mein Respekt das Du Dich durch und aus dem ganzen raus gearbeitet hast. Viele Menschen schaffen nicht mal eins dieser Hindernisse zu bewältigen. Und das meine ich nicht wertend. Und vielleicht helfen Dir ja einige Fähigkeiten die Du auf Deinem Weg erworben hast jetzt auf Deinem neuem trockenen Weg. Ich kann mir das gut vorstellen.

    Zwei Fragen, auf die Du natürlich nicht antworten musst.

    Du schreibst das Du zur Zeit keine therapeutische Begleitung hast weil Du Dich nicht mehr auf Deine Krankheiten konzentrieren willst. Ich kann das gut verstehen. Manchmal reicht es einfach. Und wenn Du stabil bist gibt es ja auch keinen Grund. Hast Du noch Ärzte/Therapeuten im Hintergrund oder weisst Du wo Du hingehst wenn Du instabil wirst?

    Du hast geschrieben das Du Deinen Alkoholismus und Abstinenz für Dich behälst. Und ich habe es von Dir einerseits so verstanden das Du es nicht notwendig findest und andererseits hast Du geschrieben das es dann ja bloss Gaffer gebe die sich an einem Absturz von Dir weiden würden. Meine Frage ist ob Du von allen Menschen die kennst glaubst das sie sich so verhalten würden?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Myla und 123,

    wie geschrieben ich möchte Euch nicht zu nahe treten. Ich will nicht die Taten eines Täters kleinreden oder entschuldigen. Und ich möchte nicht das was ich geschrieben habe in irgendeiner Weise als Täter Opfer Umkehr verstanden wissen. Ich bin als Kind und Jugendlicher Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt durch meine Eltern geworden. Damals konnte ich mich nicht oder nicht gut genug wehren. Aber das kann ich heute ganz gut. Aber dafür brauchte ich Unterstützung und musste mich ändern.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Es ist bei mir ein reiner Kontrollzwang und es treibt mir im wahrsten Sinne des Wortes in den Wahnsinn, wenn ich ihn nicht kontrollieren bzw. keinen Einfluss habe.

    Jedes Mal nehme ich mir vor "beim nächsten Mal bleibst du ruhig, lässt ihn und wartest bis zum nächsten Tag" - doch das trifft nie ein.

    Es folgt Telefonterror ohne Ende, wenn er nicht ran geht. Eben auf Grund dessen, da er schon mehrfach iwo war, wo er nicht mehr wusste, wie er da hin gekommen ist bzw. wie er heim kommt.

    Es ist die Sorge... dann ist es der Hass.


    Hi Myla,

    ich möchte Dir wie geschrieben nicht zu Nahe treten aber was Du beschreibst ist das Dein Kontrollzwang bei Dir zu massiven grenzüberschreitenden bösartigen Kontrollverlusten führen. Etwas was Du Deinem Partner zu recht vorwirfst. Der Unterschied ist und das meine ich nicht als Entschuldigung für irgendetwas das Dein Partner Alkoholiker und somit krank ist. Für mich wäre Dein Verhalten in jeder Beziehung von mir, sei es Partnerschaft, Freundschaft, Familie oder Arbeit ein no go. Und für mich ist Dein Verhalten gegenüber kranken Menschen ein no go.

    Und wenn Du schreibst das Du weder Hilfe annehmen noch Dich ändern willst dann finde ich das sehr besorgniserregend. Weil das heißt das Du Dich weiterhin schädlich gegenüber Dir selbst und Anderen verhalten wirst.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Myla,

    ich will Dir nicht zu Nahe treten aber mein Eindruck ist das Du ob der Situation mit Deinem Partner sehr sehr unter Druck stehst. Weil die Situation immer unkontrollierbarer wird und du sie immer verzweifelter kontrollieren willst. Ich vermute aber das Du in Dir drin ahnst das Du die Situation schon lange nicht mehr unter "Kontrolle" hast. Wenn ein Schiff untergeht dann heißt es rette sich wer kann. Einzahl. Es heißt nicht rettet Euch nur alle zusammen.

    Ich bin so ein Mensch von Natur aus, der generell Dinge mit sich selbst aus macht.

    Ein Mensch unterscheidet sich von allen anderen Lebewesen darin das er die Fähigkeit hat sich zu entscheiden auch bei Dingen die scheinbar von "Natur" so sind. Wir beide sind völlig verschieden, aber ich habe in meinem Leben gelernt das es Situationen gibt bei denen ich alle Hilfe annehme die ich kriegen kann. Auch ich nehme sehr sehr ungern Hilfe an. Aber da wo es notwendig war hat es mir geholfen und mich vor dem Schlimmsten bewahrt.

    Liebe Grüße

    Kazik