Beiträge von Kazik

    Hi Ihr,

    die heutige Wasserstandsmeldung. Mir geht es gut. Kein Blues. Kein Saufdruck.

    Mir ist das Thema Judo noch ein wenig hängen geblieben.

    Ich war in einer Trainings- und später Wettkampfgruppe mit nur Jungs. Die Besetzung veränderte sich natürlich. Aber ein Paar von uns blieben sehr lange zusammen. Obwohl wir alle im gleichen Stadtteil wohnten, wären wir uns ohne Judo vermutlich nie über den Weg gelaufen. Wir waren in jeglicher Hinsicht sehr unterschiedlich. Und doch standen wir uns sehr nahe. Der Grund war und das klingt jetzt kitschig das wir von einander wussten das wir gut waren. Das wir ok waren. Wir haben uns akkzeptiert und respektiert. Und wir haben uns im Judo den Rücken gestärkt. Ich habe dadurch gelernt das es gute Menschen gibt. Meine Eltern waren es nicht. Ich habe gelernt das es böse Menschen gibt. Meine Eltern waren es. Und ich habe gelernt das alle Unterschiede völlig egal sind wenn der Mensch für mich gut. Ich bin nicht naiv oder gutgläubig. Aber es hat mir im Umgang mit Menschen geholfen und es hat meinen Blick auf die Welt verändert. Die anderen Jungs und ich haben uns sehr schnell aus den Augen verloren, aber mein Gefühl sagt mir das sie noch immer gut sind. Wenn nicht muss etwas gewaltig schief gelaufen sein.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Al,

    ich habe überlegt was ich schreibe und habe mich für die kürzeste Variante entschieden, auch weil ich denke das "Hilfe" Dir gerade überhaupt nicht hilft.

    Du musst Schritte machen um Deine Abstinenz Deine Abstinenz ab zu sichern und Dich zu stabilisieren. Du musst Schritte machen um Dir etwas Gutes zu tun. Wenn Dein Körper sich bewegt, kommen Deine Seele und Dein Geist hinterher. Und Du hast eine hundertprozentige Erfolgsgarantie das es Dir danach besser geht und auch das sich Deine Situation verbessert. Falls einhundert Prozent Dich abschrecken, okay neunundneunzig Prozent.

    Du Schreibst das es Dir schlecht geht. Und Du schreibst das Deine Situation schlecht ist. Da ist vielleicht noch Luft nach unten, aber aus meiner Sicht kaum noch. Aber es ist auf jeden Fall noch unfassbar viel Luft nach oben.

    Du schreibst oft Du müsstest hier Deine Lebensbeichte ablegen. Wir sind hier nicht in der Kirche. Offen gesagt Deine Lebensbeichte wird hier niemanden vom Hocker hauen. Wenn es Dir hilft dann mach das. Wenn nicht lass es. Aber stress Dich damit nicht.

    Das mit der Bewegung des Körpers ist nicht wörtlich gemeint, wenn es Dir hilft kannst Du auch hier, in einer Kirche oder auf dem Mond abhängen und Deine Seele baumeln lassen. Sie hat es verdient.

    Wenn es Dir hilft geh zu Deinem Arzt und lass Dich (länger) aus dem Verkehr ziehen. Dir geht es schlecht und Du bist nicht stabil. Dein Arzt muss darauf reagieren. Wenn nicht dann such Dir einen anderen der reagiert. Du hast dann den Rücken frei und Du kannst die Zeit nutzen um Dich zu erholen und Schritte unternehmen um Dich zu stabilisieren. Lass Dich nicht durch andere da bei beirren. Du bist es der mit dem Rücken zur Wand zur Wand steht!

    Und obwohl es hier schon geschrieben wurde. Sicher ist sicher. Saufen hilft Dir kein Stück.

    Jetzt ist der Text doch länger geworden. Sorry dafür.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Alex,

    danke Dir für das Du mir und auch anderen schreibst.

    Krav Maga. Ich habe zwei Realitäts Workshops Krav Maga gemacht. Einmal in einer Kneipe (!) :oops:;) und einmal in einem Gym. Ich glaube und weiß das es die effektivste Selbstverteidigungstechnik und kein Sport, im eigentlichen Sinne, ist.Punkt. Nix überflüssiges. Absolut konsequent darauf ausgerichtet den Gegner auszuschalten. Und zwar wirklich. Und gleichzeitig werden Deeskalationsstrategien gelehrt. Und ganz wichtig das die Option einfach ab zu hauen immer wieder betont wird.

    Ich selbst habe Judo und Thaiboxen gemacht.Judo von 6 - 14. Und das Judo hat mir mental geholfen einigen Dingen mehr innere Wiederstandkraft entgegen zu setzen und ich habe gelernt zu kämpfen. Ich habe durch das Judo auch noch andere für mich Gute Dinge gelernt. War Wettkampfmäßig auch erfolgreich, auch weil ich keine Angst hatte und ja mein "unerschöpfliches Reservoir an Wut und Aggression" hatte. Ich hatte aber auch einen sehr guten Lehrer der einfach toll mit uns umgegangen ist. Und selber einfach so gut war, das ich wenn ich noch dabeigeblieben wäre vermutlich bis heute Neues von Ihm lernen könnte. Judo ist für mich heute noch ein toller Sport für Kinder und Jugendliche. Ich glaube meinen Eltern war nie klar für was ich mich da angemeldet hatte.;)

    Thaiboxen habe ich dann mit Mitte Zwanzig ein paar Jahre gemacht. Weil ich gelernt hatte das es manchmal wichtig ist einen Gegner schnell und effektiv umzuhauen. Und das der nicht auf Gedanken kommt wieder an zu treten. Klingt stumpf. War stumpf.

    Das ist echt abgefahren. Dazu hatte ich gestern, oder vorgestern gerade etwas bei mir geschrieben. Und jetzt kommst Du genau mit dem Gleichen.

    Was soll ich sagen. Zwei Dumme ein Gedanke?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Die Geschichten sind nicht gleich, aber ich komme schon mit, bei dem, was Du schreibst. Und Du, Kazik.

    Die schlichte Antwort darauf ist ja. Und über einiges haben wir uns hier und wo anders ja auch schon direkt und indirekt ausgetauscht. Da gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Aber ich bin froh darüber das wir beide im Austausch geblieben sind. Und ich bin froh darüber das Du dran geblieben bist. Das hätte meinerseits auch kippen können weil Du mir gefühlt zu Nahe gekommen bist und ich war sehr nahe dran war in den Kampfmodus zu gehen. Insofern Danke.

    Und kleiner Funfact. Ich habe Dich von Deinem Vorstellungsthread mit gelesen. Und ich habe dann als das so ein wenig in der Schwebe war geschrieben das ich mich freuen würde wenn Du hier dazukommen. Nun bin ich noch keine vier Wochen hier und habe dann zurecht von einer Moderatorin die Rote Karte gezeigt bekommen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich habe es hinbekommen mit mir ins Reine zu kommen. Ich habe einfach aufgehört zu bewerten. Ich habe es geschafft mich mit mir auszusöhnen. Weil es gar nichts gab, weshalb ich mich mit mir aussöhnen müsste. Ich habe einfach zu lange und zuviel getrunken, mehr nicht. Ich habe mir damit gesundheitlich geschadet. Das ist nun leider so. Durch den Stopp verbessert sich aber mein Gesundheitszustand und ich tue was möglich ist um meinen Körper dabei zu unterstützen.

    Ich weiß wie es dazu kam, dass ich überhaupt getrunken habe, weiß nun warum ich so lange getrunken habe und weiß nun auch warum es immer mehr wurde. Das habe ich vorher alles nicht gewusst. Ich habe entsprechend reagiert und das Trinken gestoppt. Diese Veränderung war anstrengend , aber lohnt sich. So. Es gibt keinen einzigen Grund wofür ich mich schämen müsste.

    Ich habe versucht, so zu mir selbst zu sein, wie ich zu meiner Freundin wäre. Habe meiner „inneren Freundin“ den Zuspruch gegeben, der nötig war. Bin sehr liebe- u. verständnisvoll zu mir selbst gewesen. Das Schmerzgefühl weg getröstet und mich selbst umarmt.

    Ich will jetzt nicht zu hoch greifen, aber ich hab das Gefühl, dass ich in meiner Trockenheitsarbeit einen riesen großen Schritt getan habe. Ich bin sogar tatsächlich geduldiger geworden. Ich habe es irgendwie begriffen, dass für manches einfach Ruhe und Geduld und auch Gelassenheit notwendig ist.

    Hi Kadett,

    ich finde das Du einen Riesenschritt getan hast. In meiner Welt ein Quantensprung;). Und ich finde Du solltest stolz auf Dich sein, Dir selbst auf die Schulter klopfen, einen Freudentanz machen,....

    Ich glaube Dir wenn Du schreibst das Du Frieden mit Dir selbst schließen konntest. Und ich glaube Dir auch das Du das fühlst. Aber sicher ist sicher. Ich wünsche Dir das Du weiter in Frieden mit Dir bleibst und das Du das weiter fühlst.

    Und für Deine zufriedene Abstinenz wünsche ich Dir dasselbe was Du mir auch gewünscht hast. Stay strong!

    Ich freue mich das wir uns hier über den Weg geschrieben sind und wünsche mir das das so bleibt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Insofern hatte es sogar etwas Gutes, was mir wiederum dabei half, meinen Frieden damit zu schliessen. Plus das Begreifen, warum meine Altvorderen wohl auch Gefangene Ihrer selbst warem.

    Das mit dem Frieden mit der Vergangenheit teile ich. Meinen "Altvorderen" vergebe und verzeihe ich nichts. Sie haben mir Gewalt angetan die nicht zu vergeben und zu verzeihen ist. Sie wussten was sie da taten und sie haben mir gegenüber zu Ihren Lebzeiten keine Reue gezeigt (eher im Gegenteil). Und ich wüsste nicht warum ich Ihnen nach Ihrem Tod verzeihen sollte. Für mich war wichtig das ich Ihnen ab ca. vierzehn Jahren unmissverständlich zu verstehen geben konnte das sie keine Macht mehr über mich haben. Mein Vater hat das sofort gecheckt. Bei meiner Mutter ist das bis zu Ihrem Tod nicht vollständig angekommen. Da war ich aber auch nicht so direkt wie ich es heute (hoffentlich) wäre. Was sich über die Jahre verändert hat ist das ich nicht mehr so wütend auf meine Eltern bin. Heißt das ich wenn ich sie vor mir sehe hole nicht meine Baseballkeule (die ich inzwischen gar nicht mehr habe;)). Meine Eltern haben ein Verbrechen (an mir) begangen und sind dafür nicht bestraft worden. Ich habe keine Rachegefühle, aber sie haben eben keine Strafe erhalten.

    LG Kazik

    p.s.: Sorry Kadett das ich gerade in Deinem Faden wildere.

    Am Anfang habe ich mich durch die Trockenheit geprügelt wie mein Altvorderer.

    :D Ich habe diesen Smiley gesetzt, weil ich diesen Satz wirklich witzig finde. Und ich vermute das wir beide den Satz wirklich witzig finden, weil wir beide unseren Humor nicht verloren haben und heute auch (Du vielleicht noch mehr als ich) freundlich auf unser Ich blicken können und uns verzeihen können. Und wir aber auch um die Ernsthaftigkeit diese Satzes wissen. Ich habe mich auch schon durch manches durchgeprügelt. Öfters im wahrsten Sinne des Wortes. Aber dazu habe ich ja schon in meinem eigenen Faden etwas geschrieben. Manchmal war es für mich völlig okay und auch notwendig. Und es hatte den angenehmen "Nebeneffekt" das ich meine Wut und Aggressionen rauslassen konnte. Bei manchen habe ich es mir unnötig schwer gemacht und tue es auch heute noch manchmal. Aber ich lerne. Beim trockenwerden bin ich gerade einigermassen "entspannt". Das fühlt sich gerade nicht nach Kampf an. Der Entzug (kalt) war ein brutaler Kampf. Körperlich und seelisch. Aber und das mag sich für Alle hier völlig unverständlich anhören, ich weiss nicht ob ich mit all meinen Erfahrungen und Wissen jetzt mich in der Situation auch wirklich anders entschieden hätte. Ich weiß aber das ich das nie wieder erleben möchte. Und das was ich schreibe heisst auch nicht das ich meinen Alkoholismus auch nur ansatzweise auf die leichte Schulter nehme.

    LG Kazik

    Ich weiss zwar nicht, was daran nicht zu verstehen ist, aber:

    Hi LK,

    du musst auf meine Frage nicht antworten. Du musst auf keine Frage von mir antworten. Aber speziell bei Dir bin ich mir sicher das Du weisst und auch nicht machen würdest.

    Ich lese Dich von Anfang an mit. Und schwanke öfters zwischen guter Typ schreibt gute Sachen und was für ein Arsch und was für ein Scheiß.

    Ich hoffe und vermute das wirft Dich jetzt nicht aus der Kurve.

    Und ja, ich habe jetzt verstanden was Du meinst.

    LG

    Kazik

    Hat dir da deine Therapie gut getan?

    Hallo Kadett und Ihr,

    bezüglich des inneren Kindes? Die Therapie hat mir zunächst geholfen mein inneres Kind überhaupt zu sehen. Und es sind ja tatsächlich viele innere Kinder von mir. Alle zu unterschiedlichen Zeiten in einer Art eigenen Zeitkapsel in einer Situation in der sie sich nicht wehren konnten, die sie nicht aushalten konnten und wo sie Ihre Gefühle nicht äußern konnten. Diese Zeitkapseln habe ich dann als Kind an einem "sicheren" Ort abgelegt. Danach konnte ich mich zwar an die Situationen erinnern. Aber ohne die zugehörigen Gefühle. Nur so konnte ich überleben. Das hatte dann zwar andere Auswirkungen, beispielsweise das ich Wut und Aggressionen ganz stark kontrolliere. Weil an diesem Ort eine unerschöpfliche Quelle von Wut ist. Eine eiskalte Wut, so zerstörerisch das sie alles vernichten würde auf das ich sie loslassen würde. Eine Wut die auch gefährlich für mich sein kann. Und deshalb muss ich sie kontrollieren. Und diese Wut habe ich schon sehr früh gemerkt. Und ich habe dann für mich ein paar Möglichkeiten gefunden an denen es okay war für mich diese Wut raus zu lassen. Auch da musste ich sie kontrollieren. Und dann habe ich sie wieder an Ihren Ort gepackt. Deshalb bin ich auch mit Menschen, besonders mir nahestehenden, immer beissgehemmt. Besonders wenn die Wut kurz Ihr Haupt erhebt. Aber ich habe über die Zeit Wege gefunden meine Wut und Aggressionen angemessen im Kontakt aus zu drücken. Und falls jetzt der Eindruck entstanden sein ich würde ständig explodieren. Nein. Fast nie. Menschen die mich nicht kennen erleben mich glaube ich was Wut angeht als "normal". Und Menschen die mich gut kennen auch, die wissen allerdings auch was bei mir los ist und alle haben mich schon in Situationen erlebt wo ich der Wut erlaubt habe bewusst zu werden. Und sie wissen dann wie ich mich anderen Menschen gegenüber verhalte und was ich ausstrahle wenn die Wut da ist. Und Sie wissen auch das diese anderen Menschen dann sehr genau spüren das es für sie keine Schritt mehr weiter geht und sie besser aus dem Kontakt mit mir gehen. Aber ich habe gegen Ende meiner Jugend beschlossen das ich nicht grundlos Gewalt gegen Andere besonders "Schwächere" anwende. Und daran halte ich mich.

    Wut und Traurigkeit waren für mich über die Jahrzehnte immer wieder da. Und da sie für mich "unerklärlich" waren habe ich dann meine letzte Therapeutin aufgesucht, die sowohl eine Therapierichtung die ich wollte als auch ein Verfahren zur Traumabearbeitung anbot. Sie ist eine sehr sehr gute Therapeutin (für mich). Und ich war ein sehr sehr schwieriger Klient. Aber sie ist bei mir geblieben und ich bei Ihr. Und so konnte ich mein inneres Kind (Kinder) sehen. Und habe gelernt wie ich Kontakt aufnehme. Manchmal kann ich Ihm nur übermitteln das ich es sehe. Und manchmal kann ich es auch ein wenig trösten. Aber manchmal ist auch das schwierig wenn mein erwachsenes Ich viel zu tun hat und selber gerade Seele und Körper auf Kurs halten muss.

    LG Kazik

    Kazik wie geht’s dir heute?

    Hi Kadett,

    zerrupft würde ich sagen. Da musste gestern etwa raus, was ich leider schon so lange nicht abschütteln kann. Etwas wo ich als Kind mir nicht anders zu helfen wusste als es abzuspalten, weil ich es sonst nicht hätte aushalten können. Nun Abspaltung ist okay, weil es damit aus meinem Bewusstsein ist und ich leben kann. Aber das Unterbewusstsein vergisst nichts und die Abspaltung ist nicht hundertprozentig dicht was die darin verwahrten Gefühle angeht. Und die drängen dann mit Macht manchmal ins Bewusstsein. Ich habe das gestern auch erst gar nicht so gemerkt beim schreiben. Aber irgendwann war ich dann wieder in meiner Familie. Wortwörtlich. Und dann wurde es plötzlich sehr schwer weiter zu schreiben. Ich habe dann nachdem schreiben bitterlich geweint.

    Aber heute ist es besser und ich bin ein wenig erleichtert. Erschöpft aber kein Blues. Erkältung ist noch da. Körperlich so lala. Kein Saufdruck.

    Kadett, danke für Deine Nachfrage und Deine Worte. Danke auch an all die Anderen für Ihre Beiträge.

    Das hilft und ich fühle mich nicht mehr so alleine. Was ich aber auch hier wo ich jetzt bin nicht bin, ich habe noch ein gutes Umfeld.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo,

    eigentlich habe ich in diesem Bereich gefühlt nichts zu suchen. Und vielleicht ist das was ich schreibe auch überhaupt nicht hilfreich.

    Ich bin Alkoholiker und noch nicht lange hier in der SHG.

    Vorweg ich möchte das was ich jetzt schreibe nicht als Grund,Rechtfertigung oder Entschuldigung für meinen Alkoholismus verstanden wissen.

    Ich bin aber auch EKA, hatte eine traumatische Kindheit und frühe Jugend, hatte eine Angsterkrankung, wiederkehrende schwere Depressionen und zuguter letzt habe ich von meiner letzten Therapeutin noch eine Persönlichkeitsstörung attestiert bekommen.

    Und irgendwann auf diesem jahrezehntelangen Weg habe ich mich dann wieder besseren Wissens und Fühlen in den Alkoholismus gesoffen.

    Ich habe niemand anderen in meine Alkoholsucht mit reingezogen.

    Vieleicht auch weil ich irgendwann nur noch sehr sehr wenige enge Freunde hatte.

    Ich hatte einige längere Klinikaufenthalte, einige ambulante Therapien und zwei abgeschlossene Therapien bei für mich sehr sehr guten Therapeutinnen.

    Im Ergebnis konnte ich meine Angsterkrankung überwinden, meine Depressionen teilweise überwinden und Wege gelernt wie ich mir selber helfen kann und meine Traumata konnte ich zumindestens erkennen und habe Wege gefunden ich in Kontakt mit den traumatiserten Teilen meines Ichs treten kann und mir etwas helfen kann. Überwinden konnte ich sie bis jetzt nicht.

    Ich habe an mir gearbeitet, weil ich leben will.

    Ich schreibe das weil es vielleicht die Perspektive auf einige Themen in diesen Faden verändert.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    nachdem meine Schmerztablette Ihre Wirkung getan hat, schreibe ich jetzt mal über zwei Dinge die seitdem ich hier in unserer SHG bin sich in meine Gedanken und Gefühlswelt vorgearbeitet haben.

    Spoiler: das kann jetzt etwas länger werden. Sorry schon einmal dafür.

    Zum einen ist mir wieder bewusster geworden das ich EKA bin. Auch wenn mein Leben und EKA Sein nicht direkt durch den Alkolismus meines Vaters negativ beinflusst wurde.

    Mein Vater war weitestgehend trockener Alkoholiker. Meine Mutter hat von seinem Alkoholismus erst kurz vor Ihrer Heirat erfahren. Er fuhr zu dieser Zeit noch zur See. Sie hatten beschlossen sich in einer für Beide neuen Stadt nieder zu lassen und dort zu heiraten. Meine Mutter die schon in der neuen Stadt lebte wurde dann von der einzig ebenfalls in dieser Stadt lebenden Verwandten einer Großtante angerufen,die Ihr mitteilte das mein Vater Alkoholiker ist und völlig besoffen bei Ihr untergekommen war. Dominant und kontrollierend wie meine Mutter war fuhr sie zu ihm, setzte ihm die Pistole auf die Brust und machte ihm unmissverständlich klar das mit der Sauferei sofort Schluss ist, sie heiraten würden und er niemals auch nur einen Tropfen Alkohol in Ihrer zukünftigen gemeinsamen Zeit trinken würde. Das war "Ihre Vereinbarung". Und da mein Vater der Schwache in Ihrer Beziehung war hielt er sich weitestgehend daran. Er entzog kalt bei der Großtante und die beiden heirateten. Von dieser Geschichte erfuhr ich erst mit Fünfzehn.

    Aber das es hier ein Problem gab erfuhr ich im Laufe meiner Kindheit und Jugend schon vorher. Den er hatte Rückfälle. Meist mit jahrelangen Abständen. Fast nie mehrmals in einem Jahr. Und wenn er dann soff, bis auf einmal nur einen Tag/Abend. Wenn er soff dann bis zum Vollrausch. Er soff vermutlich wegen irgendwelcher beruflichen oder privaten oder beruflichen Probleme aber über die wusste ich nichts. Mein Vater hat in einer sehr nassen Umgebung gearbeitet. Bei uns zu Hause stand immer reichlich Alkohol rum (im Keller, Hausbar, Vorratsschrank). Was auch daran lag das mein Vater auf seiner Arbeit Sprit geschenkt bekam und mit nach Hause brachte (!). Meine Mutter trank wenig aber durchaus vor seinen Augen zu Hause und auswärts. Wie übrigens meine ältere Schwester und ich auch als wir älter wurden (was ich aus heutiger Sicht hoffentlich nicht machen würde).

    Für mich waren seine Rückfälle in gewisserweise eigentlich kein Problem (er hatte seinen ersten Rückfall als ich sechs war). Ich hatte auch schon andere Erwachsene (Eltern von Freunden, Verwandschaft, Nachbarschaft, Feiern, auf der Straße, etc.) besoffen oder besoffener erlebt. Ich wusste und kannte auch irgendwann Alkohiliker. Für mich war das irgendwie "Normal". Jedenfalls nichts was mich bei den Rückfällen meines Vaters besorgte. Ich hatte keinen Begriff von Alkoholismus. Für mich waren Alkoholiker noch die "Anderen" die die ständig "auffällig" besoffen waren. Das änderte sich erst langsam als ich erwachsen wurde,

    Zu einem schwerwiegenden Problem für mich wurde nicht der Alkoholismus meines Vaters sondern das Verhalten und die Manipulation mir gegenüber durch meine Mutter. Wenn mein Vater hatte bei seinen Rückfällen gegen "die Vereinbarung" meiner Eltern verstossen. Und einen Verstoss gegen Ihre Kontrolle liess meine Mutter niemals straflos durchgehen. Die Folge war das bei einen Rückfall und in der Zeit danach in der ganzen Familie Alarmstufe Rot war. Buchstäblich. Meine Mutter machte meinem Vater die absolute Hölle heiß um dann auf Ihr bewährtes Mittel Liebesentzug zurück zu greifen. Absolute Eiszeit. Und auch wenn ich meist das Hölle heiß machen garnicht mitbekam. Die Eiszeit bekamm ich definitiv mit. Und oft bekammen meine Schwester und ich wenn wir in dieser Zeit einen "Verstoss" begingen auch gleich unser Fett durch unsere Mutter ab. Und Fett ab, hieß hier oft das wir vermöbelt wurden. Vermöbelt wurde ich sowohl durch meine Mutter als auch durch meinen Vater auch zu anderen Zeit. Was in meinem späteren Leben dann noch zu einem schweren Rucksack wurde. Das verstörende und belastende in der Arlarmstufe Rotphase das ich mir als Kind ja auch nicht erklären konnte was eigentlich los war. Warum zwischen meine Eltern aber besonders auch mir gegenüber plötzlich alles anders war. (?)

    Aber es kam noch ein weiteres für schwerwiegendes Problem dazu. Denn ich war ja auch Teil des Kontrollsystems meiner Mutter. Und bei einem Rückfall meines meines Vaters war ich von jetzt auf gleich ihr geliebter Sohn. Sie brauchte/benutzte/missbrauchte mich um mich gegen meinen Vater in Stellung zu bringen. Das eigentlich ist schon schlimm genug. Aber sie ging eben noch einen Schritt weiter, sie machte das obwohl sie mich eben zuvor verdroschen hatte und mit Liebesentzug bestraft hatte. Mich gehasst hatte. Das konnte ich als Kind nicht verarbeiten und nicht verstehen. Das ist ein doppelte Botschaft wie mir meine letzte Therapeutin, bei der ich eine Traumatherapie gemacht habe, erklärt hat. Und sie sagte auch das Menschen von solchen doppelten Botschaften irre werden können und das ich ein Überlebender bin. Nun irre bin nicht geworden, aber überlebt habe ich nur zu einem hohem Preis.;(

    Meine Mutter hat mich dann als ich sechs war in Kneipe geschickt wo ich meinen besoffenen Vater nach Hause holen sollte. Später musste ich sie dann beim "abholen" immer begleiten. Meist mitten in der Nacht. Und als ich meinen Führerschein hatte bin ich ihn dann noch einmal abholen. Das ich damit in eine völlig uangemessene Position zu ihm geraten war weil meine Mutter mich kurzerhand zum (zeitweise) zum Alphamännchen befördert hat. Was in der Folge, unser aufgrund seiner Gewalt eh schon reichlich kaputtes Verhältnis so richtig eskalierte. Meiner Mutter hat es genutzt. Teile und herrsche. Wir waren Teil Ihres Kontrollsystems. Und auch Teil dessen warum (der) Alkoholismus (meines Vaters) wenn auch indirekt so zerstörerisch ist (war).

    Jetzt bin traurig und wütend. Und ich weiß gerade auch nicht mehr so genau warum ich das hier geschrieben habe. Es musste raus. Sorry.

    Ich mach mal Pause.

    Kazik

    Hi Kadett,

    danke für den Hinweis, sehr lieb! Tatsächlich habe ich nur eine Schmerztablette genommen. Das ist auch das einzige Mittel was ich überhaupt neben meinen verschriebenen Medis einehme. Insofern bin ich was meine Medis angeht schon länger (zufrieden) abstinent.;)

    Ich glaube das letzte Mittel in Alkohol gelöst, war ein Mittel gegen Magenbeschwerden. Und als ich das genommen habe wurden die Magenbeschwerden durch den Alkohol noch schlimmer. Und ich hatte für einen alkoholikeruntypischen Gedanken: Was für ein Scheiß!;)

    Aber ich habe über das Thema hier schon gelesen und ähnlich wie ich seitem ich hier bin Zutatenliste von Produkten lese, werde ich auch die Inhaltsliste von Medikamenten in Zukunft studieren.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Iwona,

    ich wünsche Dir alles alles Gute und eine schnelle Genesung. Ich glaube auch das Du Dir nicht so große Sorgen machen solltest. Bei einem Freund von mir wurde vor kurzem ein Stent am Herzen gesetzt. Der hat überhaupt nix gemerkt. Und war nach drei Tagen wieder draussen aus dem Krankenhaus und es ging Ihm gut. Das fand ich echt krass und überraschend.

    Ich bin noch nicht lange hier in unserer SHG, aber ich habe von Dir und auch in Deinem Faden gelesen. Was ich da von Dir gelesen habe finde ich so mutig und stark das ich glaube Du musst Dir überhaupt keine Sorgen machen. Alles Gute.

    Liebe Grüße

    Kazik