Beiträge von Kazik

    dass mein innerer Kompass in die richtige Richtung zeigte

    Das finde ich eine gute Formulierung. Als ich mich 2015 wegen akuter schwerer Depression, stationär habe aufnehmen lassen, habe ich dort gesagt das mir mein innerer Kompass abhanden gekommen ist. Das war auch schon bei vorherigen Depressionen so, aber ich habe es bei diesem Mal auch gefühlt und konnte es benennen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hilft Dir wahrscheinlich nicht weiter, aber bei mir war es bis zum Tag meines bewussten Entzuges in gewisser Weise genauso. Erst an diesem Tag habe ich meine Krankheit angenommen oder aktzeptiert. Verdrängung ist Teil der Krankheit. Da gibt es nichts zu bereuen oder wofür ich mich schämen. Das was ich getan habe habe ich getan weil ich krank bin. Und das meine ich nicht als Generalentschuldigung oder rechtfertigung für mein tun.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Oder mein Anspruch an mich selbst hat einen auf den Deckel bekommen durch den dunklen Fleck auf der weißen Weste.

    Wie kann eine Krankheit ein Fleck auf Deiner weißen Weste sein?

    Doch jetzt wo ich das so schreibe, fällt mir aber auch auf, dass ich soviel Gutes getan und vieles richtig gemacht habe in meinem Leben.

    Und selbst wenn dem nicht so gewesen wäre, müsstest Du Dich nicht für Deinen Alkoholismus schämen.

    Hi Kadett,

    bei mir ist es glücklicherweise so das ich mich gegenüber besonders mir nahestehenden Menschen nicht schämen muss. Heisst ich habe im Suff nichts getan weswegen ich mich schämen sollte oder müsste. Es gab eine Situation, aber da habe ich dazu gestanden und den materiellen Schaden ersetzt. Ich habe zu der Zeit mir und den Beteiligten nicht eingestanden das ich Alkoholiker bin aber das es nur um den Alkohol ging. Über die Jahrzehnte mit meinen wiederkehrenden schweren Depressionen habe ich gelernt ehrlich zu mir selbst und anderen zu sein. Nicht immer. Ich habe gelernt das Offenheit okay ist, mich entlastet und ich mich nichtfertigen muss wenn etwas mit meinen Krankheiten zu tun hat. Das tue ich nicht immer aber meistens. Und es gibt natürlich auch Dinge bei denen ich mich schuldig fühle und wenn es sich um mir nahestehende Menschen geht dann entschuldige ich mich auch aber wenn es um Dinge die im Zusammenhang mit meinen Krankheiten stehen dann begründe ich das meistens nicht. Wie auch? Wenn ich mich zum Ende meiner Sauferei völlig zurückgezogen habe und im Kontakt diese Menschen abgeblockt und abgewimmelt habe. Diese Menschen, meine Freunde und auch professionelle Menschen wissen um meine Krankheiten und ich versuche so offen wie möglich zu sein. Manchmal brauche ich Zeit dafür. Aber meine Erfahrung ist das es mich erleichtert.

    Deshalb meine zugegebene simple Frage, wovor schämst Du Dich?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Hartmut,

    danke das Ihr meinen Wünschen nachkommt. Und ganz besonders Danke für die ganze Arbeit von Euch Moderator*innen. Das Glaube ich sofort das das viel Arbeit ist. Danke.

    Und ich bin erwachsen und ich kann mich schon bemerkbar machen falls mich etwas stört.

    Nayouk, Du bist verwirrt?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    Ich bin Raucher. Habe zwischendurch aber auch jahrelang nicht geraucht. Ich bin aber irgendwann zu dem Schluss gekommen das ich Raucher bin und bleibe. Genauso wie ich Alkoholiker bin und bleibe. Das heißt nicht das ich ich mir nicht noch einmal das Rauchen abgewöhnen werde. Aber aktuell steht das nicht an.

    Hut ab Bono das Du das mit dem Rauchen machen konntest, wie Du es gemacht hast als Du geraucht hast. Und noch viel besser das jetzt nicht mehr rauchst. Klopf Dir deswegen auchmal auf die Schulter. Bei mir gibt es nur zwei Zustände entweder ich rauche oder ich rauche garnicht. Alles andere dazwischen bringt mich echt schlecht drauf.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Lebenskuenstler, Hartmut und Andere,

    die sich hier an der Diskussion um den, Ihren Weg beteiligen, ich glaube das diese Diskussion hochspannend ist und auch notwendig ist. Mein Eindruck ist das die Gedanken und Erfahrungen manchmal garnicht soweit von einander entfernt sind. Aber was weiß denn ich Newbie schon.

    Ich habe mich sehr gefreut das Lebenskuenstler hier aufgeschlagen ist. Weil ich seine Geschichte spannend finde und echt dankbar bin das er seine Gedanken und Erfahrungen hier teilt. Das bin ich auch den anderen Langzeittrockenen, den sie Alle müssen ja vieles richtig gemacht haben.

    Nun zu meinen Punkt, ich würde mir wünschen das diese Disskussion nicht in meinen Faden geführt wird. Ansonsten würde ich die Beteiligten freundlich aber bestimmt bitten meinen Faden zu verlassen. Das heißt nicht das sie sich nicht in meinen Faden äußern sollen und Ihre Erfahrungen und Gedanken teilen sollen.

    Ich noch Newbie hier im Forum. Ich teile und erhalte in meinem Faden auch komplexere Gedanken und das ist auch ok. Doch insgesamt wünsche ich mir das es in meinen Faden so komplex wie nötig, aber besonders so einfach wie möglich bleibt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    die eine depressive Verstimmung als Depression bezeichnen, was denen nicht gerecht wird, die wirklich an Depressionen leiden

    Das ist bestimmt so, aber meine egoistische Sichtweise darauf ist das mir lieber ist das eine Mensch sich in Behandlung der keine Depression hat, als das sich ein Mensch nicht in Behandlung begibt der eine hat. Gerecht werden müssen mir beide nicht.

    Ist das so? Ich war 2015 in stationärer Behandlung und dort im Haus war eine Entgiftungsstation. Dort durften die Patienten freiwillig 2 oder drei Tage die Station nicht verlassen (hätten sie aber verlassen können, weil nicht geschlossen). Und danach konnten sie die Station und auch das Krankenhaus verlassen (wenn sie gewollt hätten). Und bei einer mehrwöchigen Entwöhnungstherapie halte ich es aus den genannten Gründen für ausgeschlossen das die geschlossen stattfinden. Insofern weiss ich gerade nicht welche Alkoholtherapie Du meinst.

    Ist aber auch relativ. Denn die Kernaussage betraf Therapien, wenn notwendig, alles gut; wenn jedoch ohne Diagnose erstellt zu haben, weil es Standard ist, unnötig.

    Dem stimme ich zu.

    Wochen weggesperrt

    Du wirst in keiner stationären Therapie weggesperrt, Da müssen schwerwiegende Gründe vorliegen. Du kannst sie jederzeit abbrechen. Du kannst sie Standortnah machen. Bei den stationären Therapien die ich kenne sollst Du am WE nach Hause gehe. Du kannst sie Teilstationär (Tagesklinik) machen. Und Du kannst auch nur eine ambulante Therapie machen.

    Hi Hartmut,

    ich kann Deiner Argumentation gut folgen und finde sie richtig.

    Therapie bedeutet nicht für jeden automatisch Selbstfürsorge, aber sie kann es werden. Sie ist kein Allheilmittel und hilft nur, wenn ich bereit bin, Einsicht habe und erkenne, dass ich noch Schwächen habe, und dass diese Therapie mir helfen kann.

    Hierzu einige Ergänzungen.

    Depressionen sind eine Krankheit und keine "Schwäche".

    Eine Krankheit mit einer hohen Sterberate (Suizid) und die ähnlich wie unsere Krankheit sehr ernst genommen werden muss.

    Depressionen treten häufig zusammen mit Alkoholismus auf.

    Depressionen können nach einem Entzug auftreten. Weil die "Selbstmedikation" Alkohol wegfällt.

    All das schreibe ich weil ich weiss wovon ich rede und weil ich selber auf die harte Weise lernen musste meine Depressionen sehr ernst zu nehmen. Und auch heute noch sehr froh bin das ich professionelle Hilfe bekommen kann.

    Und zum Schluss und das meine ich nicht ironisch, Du schreibst das Du sonst keine psychischen Defizite (aka Krankheiten) hast. Das freut mich für Dich. Heißt aber auch das nicht so viel Ahnung von diesen Krankheiten hast.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Habe auch keine wirkliche Ahnung wie man sich psychisch stärkt und wappnet.

    Hallo Kadett,

    Du hattes doch auch zu Beginn Deines Faden gesagt das Du nicht an eine Therapie denkst. Und dann scheibst Du das aus dem Zitat in Deinem Beitrag das es Dir heute nicht gut geht. Und das ist in meiner Erinnerung nicht das erste Mal. Und das gefährdet doch auch Deine Abstinenz. Und Du schreibst das alles tust um Deine Abstinenz ab zu sichern.

    Deshalb meine Frage warum ziehst Du eine Therapie oder einen Klinikaufenthalt nicht ernsthaft in Erwägung? Das ist doch Selbstfürsorge.

    Wenn Du in meinen Beiträgen von heute liest dann wirst Du auch lesen das ich nach dem Entzug einen Klinikaufenthalt aus unterschiedlichen Gründen ausschliessen. Ausser mir würde es so schlecht gehen das ich mich akut aufnehmen lassen würde. Aber ich habe mittlerweile dreissig Jahre Erfahrung mit wiederkehrenden schweren Depressionen.Einige Klinikaufenthalte und Therapien. Heißt ich weiß Bescheid über meine Depressionen und habe Wege gelernt wie ich mir helfen kann. Und da einige davon exakt die gleichen Schritte sind wie die um meine Abstinenz ab zu sichern. Kann ich einen Klinikaufenthalt auch im Moment auschliessen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich habe einem kalten Entzug gemacht. Und meinte das ich rückblickend gerne vorher diesen Beitrag gelesen hätte und auch vorher in diese SHG hätte eintreten sollen. Das hätte mir möglicherweise einiges erspart. Ich kann nicht sagen ob ich mich in meiner Verzweifelung damals anders entschieden hätte aber der oben genannte Beitrag hat mich berührt und er hätte vielleicht den Unterschied gemacht.

    Heute weiss und verstehe genau warum hier so energisch von einem kalten Entzug abgeraten wir. Warum hier niemand von den Einzelheiten eines kalten Entzuges berichten soll. Weil es lebengefährlich ist und keine Nachahmer anziehen soll. Ich persönlich würde heute jedem von einem kalten Entzug abraten. Und ich weiß wowon ich rede den ich habe es erlebt. Und ich möchte das nie in meinen Leben nochmal erleben und wünsche das niemanden anders.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Odie,

    ein kalter Entzug ist mega-anstrengend für Körper und Geist. Das zerknüppelt Dir jedesmal ein Stück von der Seele. Körperlich gefährlich ist es auch ( Krampanfälle )

    Wenn Du die Möglichkeit vom Arzt bekommst überwacht mit Medis zu entziehen ist das zumindest ein gangbarer Weg. Klinik wäre natürlich besser, Hunde kommen für diesen überschaubaren Zeitraum ganz sicher irgendwo unter.

    Tu Dir dieses kalte Martyrium nicht an.

    Gruß WW

    Hallo Ihr,

    hier mal eine Nachricht von der ich mir gewünscht zu wissen, neben dem das ich vorher in meine SHG eingetreten wäre, bevor ich meinen nüchternen Weg begonnen habe.

    Liebe Grüße

    Kazik