Hallo Leonie,
das ist schön wenn meine Erfahrungen und Gedanken für Dich hilfreich sind. Noch ein paar weitere Gedanken und Erfahrungen zu Deiner Antwort.
Vorweg ruhig Blut. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Konzentrier Dich aktuell nur auf die Absicherung Abstinenz und die wirklich notwendigen Aufgaben und ansonsten sei gut zu Dir.
Reiss nicht alle Fässer auf einmal auf. Werde erstmal stabil abstinent und nehme die Vorschläge gerade der Erfahrereneren hier an. Sie raten Dir nur Sachen die Dir helfen und die gut für Dich sind. Hab Vertrauen. Ich gehe im Moment viele Schritte zu denen mir geraten wird oder die ich hier lese ohne nach zu denken. Ich mache die Schitte einfach und schaue dann wie es mir damit geht. Manchmal muss ich einen Schritt auch noch einen Augenblick in meinen Kopf oder Herzen bewegen. Aber ich bemühe mich ihn dann dann doch zu gehen.
Therapie. Ich persönlich hätte mir gewünscht das ich ganz am Anfang eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht hätte. Weisst Du was das ist? Falls nicht dann findest im Netz bestimmt genug. Das ist eine der beiden Therapierichtungen die von der Kasse übernommen werden. Bei einer kognitiven Verhaltenstherapie nimmt Deine Geschichte, Deine Traumata und Deine Depressionen nur einen kleinen Teil ein. Du sprichst darüber. Aber der Hauptfokus liegt in einer Beobachtung und Überprüfung und Veränderung (positiv) Deiner Gedanken, Gefühle und Deines Verhaltens. Realitätscheck und nur darauf ausgerichtet das es Dir besser geht. In eine Verhaltenstherapie kann denke ich ohne Probleme auch Deine Abstinenz eingebaut werden. Ich habe mit einer Verhaltenstherapie meine Angstörung bewältigt und meine Depressionen so weit bewältigt das einige Jahre stabil war.
Klapse, Psychatrie oder psychatriesche Station. Ich persönlich halte mir die Klapse immer offen. Heißt wenn ich zu instabil werde gehe ich akut hin egal ob ich eine Einweisung habe oder nicht. Dort sind sie auf Krisenintervention ausgerichtet und ich erwarte und erhalte dort keine Spontanheilung. Aber zum Abwettern einer Depression habe ich gute Erfahrung gemacht. Das mit ist mit Deinem Kind/Kindern vielleicht ein Problem. Ich weiss das es Mutter und Kind Kuren und Rehas gibt. Ich weiss nicht ob es Mutter und Kind Stationen gibt. Da müsstest Du Dich schlau machen. Aber am Ende des Tages wenn Du völlig instabil oder von einer Depression nicht mehr klar denken kannst nützt Du niemanden. Am wenigstens Dir selbst. Du gehörst dann in die Hände von Profis, die sind die einzigen die Dir in dieser Situation helfen können. Und halte Dir vor Augen das Depressionen eine Krankheit sind und eine hohe Selbsttötungsrate haben.
Medikamente. Ich nehme seid Jahrzehnten Antidepresiva und zur Zeit in geringer Dosis ein Neuroleptikum. Diese Medikamente schaden mir nicht und verändern auch nicht meine Persönlichkeit. Sie bewirken keine Wunder aber sie bereiten den Boden das ich mein Leben und überhaupt Therapiefähig bin. Ich nehme meine Medikamente regelmässig ein und das wird auch so bleiben. Ich habe einmal den Fehler begangen die Medis abrupt ab zu setzen. Fehler. Ich bin innerhalb eines Jahres komplett abgestürzt. Meine Medikamente wurden mehrmals umgestellt. Die letzten zweimal in einer Klinik. Das war gut weil das Ab- und Ansetzen im geschützen Rahmen stattfand. Die Medikamente brauchen eine Zeitlang bis sie einen Pegel aufgebaut haben. Und am Anfang gibt es oft einige unangenehme Nebenwirkungen, die klingen aber auch innerhalb von ein paar Wochen wieder ab. Da heißt es zäh sein.
Wertschätzung. Du bist sehr sehr viel wert. Und ich glaube das Dein Unterbewusstsein das ganz sicher weiss. Aber manchmal dauert es dauert es vom Herzen zum Kopf ein wenig. Geduld.
Irre werden. Du wist nicht irre. Vertrau mir. Ich hatte solche Gedanken in Krisen auch und bin es nie geworden. Glaube ich jedenfalls.
Es ist die Angst, die gerade kirre macht. Wenn sie weniger wird verschwinden auch die Gedanken.
Die Geschichte mit Deinen Ex ist ja mal richtig Scheisse. Was ein Arsch. Aber das gute ist die Beziehung liegt hinter Dir und er kann Dir nichts mehr tun. Das Du an der Geschichte zu knabbern hast glaube ich sofort. Ginge mir genauso. Und das die Gedanken daran kommen wenn es Dir schlecht geht, ginge mir auch so. Aber wie bereits geschrieben werde erstmal stabil, dann kannst Du das angehen.
Du schreibst das mal rauswillst. Hast Du da schon was im Kopf?
Liebe Grüße
Kazik