Beiträge von Lebenskuenstler

    Hi,

    meine Frau hat mir mit dem Argument, dass sie mir nicht dabei zuguckt, wie ich mich zu Tode trinke, gesagt, dass sie mich verlässt.

    Meiner Ansicht nach hatte sie damit recht. Und wenn ich mich totgesoffen hätte, dann wäre das eben so gewesen und nach meiner Überzeugung würde ich dann schlicht nichts mehr merken, es gäbe also auch keinen Grund mehr, dass ich jemandem leid täte.

    Meine Frau hat mich nicht zum Saufen gebracht, sie hat es mir nicht reingeschüttet, ich war selbst schon erwachsen und wusste, wie man trinkt, wie es wirkt, etc., es war mir schlicht und ergreifend schietegal.

    Es gab nur die Auswahl, geht einer unter (ich) oder zwei, sie mit mir.

    Ausserdem ist nicht zu unterschätzen, dass ich ohne meine Frau freie Bahn hatte. Bis zum Verlassen hatte sie noch versucht, meine Sauferei zu bremsen., Und ich, weil ich keine Lust auf den regelmässigen Streit hatte, habe auch versucht, mich wenigstens ein bisschen zu beherrschen. Der Effekt war eigentlich nur, dass es mir damit nicht so schlecht ging, dass ich einen Grund zum Aufhören gesehen hätte.

    Als es ihr dann egal war, konnte ich ungestört saufen, so viel ich wollte, und das war die Voraussetzung dafür, dass es mir irgendwann so schlecht ging, dass ich aufgehört habe. Und als ich die Schnauze voll hatte, war ich so davon überzeugt, dass es gar nicht wichtig war in dem Moment, ob es mit meiner Frau noch was wird, denn dann habe ich aufgehört, um mch selbst zu retten.

    Und natürlich kanns passieren, dass er stirbt. Aber bilde Dir nicht ein, dass Du das verhindern kannst.

    LG LK

    Ja, wer soll auch sonst schuld sein ;)

    Genau stand da drin, dass Männer mehr dazu neigen, sich zurückzuziehen unds ab einem gewissen Alter lieber Single bleiben, als offen zuzugeben, dass sie Bedürfnise haben.

    Und wenn sie sich darstellen, dann glauben sie, dass sie mit Sonnenbrille am Grill attraktiv wirken.
    Während Frauen besser drauf achten, sich vorteilhaft darzustellen.

    Na egal, es ging ja drum, ob Du noch mal eine kriegst in dem Alter, und da ist das doch positiv.

    Und wenns nicht um Frauen geht, ich bin mit 57 noch mal umgezogen. Und ich habe auch neue Freunde gefunden.

    Bei uns ging das mal 4 Wochen lang jeden Tag.
    Und jeder Versuch, es beim nächsten Mal friedlicher zu machen, sich zu versöhnen, kam wieder irgendein Trigger, "Du aber"

    Uns es war nicht gerade so, dass wir uns nicht bemüht hätten.

    Wir hatten irgendwann Coaching wegen der gemeinsamen Firmengründung. Und jedes nur mögliche Interesse, das hinzukriegen.
    Und wir bekamen viel Geld dafür uns coachen zu lassen, weil wir eine vielversprechende Geschäftsidee hatten.

    Sagte uns die Coachin, das Problem ist, das wir beide Motivatoren sind. Eigentlich jede(r) ein Chef. Und keiner gibt nach.

    Und: Streit bringts 10 Minuten lang. Keine Minute länger. Dann raus aus der Situation, Fresse halten, aus dem Zimmer raus.

    Irgendwann klappte es.

    Besser wenn Du das hier schreibst.

    Muss alles mal umgerührt werden und das Unterste nach oben, so war es bei uns.
    Es passieren während der Saufzeit viele Dinge, Verletzungen, und ob es immer nur der Alkohol ist oder auch andere Schwierigkeiten, kann man ja nur rausfinden, wenn mans anguckt.

    Und im Streit kommen auch wesentliche Dinge zum Vorschein, die man sich sonst vielleicht verkneift, aus Angst vor Verletzungen etc., aber im Streit wollen wir, meine Frau und ich, treffen und weh tun. Na ja, das kann einen schon weiter bringen, nur sollte das irgendwann halt auch wieder aufhören, wenn es nichts Neues mehr hervorbringt.

    Ich hab hier nen Bio-Markt, da laufe ich durch die Saftabteilung und durch die Teeabteilung und probiere alles durch. Puren Saft mische ich mt zwei Drittel Wasser.
    Und Tees kaufen wir oft online in Großpackungen, wenn er schmeckt. Kriegt man mit der Zeit ja alles mit.
    Die Beuteltees sind mir meistens zu lätschig (schwach).
    Grüntee bei nem Drektimporteur auch kiloweise.

    Hi Boss,

    ich hab nen echten Stressjob nach 3 Monaten Trockenheit angenommen. Weil ich ordentlich Schulden hatte, war mir das als Baustein zum Frustabbau wichtig und ich war der Meinung, ich sollte meine Probleme auch wegen der Stabilität der Trockenheit lösen..
    Jetzt dürfte gerade die erste feucht-fröhliche Weihnachtsfeier sich jähren, ich musste als Führungspersonal erscheinen und es lief unter Arbeitszeit, hätte schlecht ausgesehen, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Ich hab mir im Vorfeld überlegt, wie ich das mache und es hat funktioniert, ich weiss aber, dass es Andere triggert, deswegen ist das nur meine Erfahrung, und keine Empfehlung.

    Ich hatte fast nie Saufdruck, meine schlechten Erfahrungen reichten erst mal. Ich hab ja auch ein bisschen mehr getrunken als Du und mir ging es ein bisschen schlechter deswegen.

    Das erste Jahr war ich ziemlicher Loner, allein aufgehört, dann 8 Wochen einige Termine in der Suchtberatung, dann nichts mehr. Ich hab eine Partnerin, aber trocken werden musste ich selbst.
    Und ich war auch so ein Typ mit der Einstellung, Yoga ist was für Warmduscher.

    Ich hatte im Job viel Verantwortung und ich kam abends schlecht runter. Stresshormone hoch, Gedankenkreisen um den Tagesablauf, Unsicherheit ob ichs richtig mache, volles Programm. Ich habs mit auspowern versucht, bin schon mal grundsätzlich 20 km mit dem Rad da hin gefahren, mittags um den See gelaufen, abends noch ne Extrarunde, triggerte das Aufgedrehtsein aber eher bei mir.

    Bin nach einem knappen Jahr in eine reale SHG, gucken ob Andere ähnliche Probleme haben, waren aber leider lauter Leute mit völlig anderer Lebensrealität als ich.

    Tja und dann bin ich zum Yoga. Wenn du glaubst, das ist was für Weicheier, hast Du schlicht keine Ahnung. Erst mal war es körperlich anstrengend, obwohl ich sehr fit war, und bei den ersten Meditationsversuchen musste ich mal aufspringen und den Raum verlassen, weil ich mich selbst nicht ausgehalten habe.
    Ich würde heute aber sagen, genau das brauchte ich.
    Äh, Nein, ich will Dich nicht überreden. Ich schätze aber, dass Du schlicht keine Ahnung davon hast und nur eine Meinung ohne Background dazu.
    Es geht nur ums geistig mal die Scheuklappen ablegen, was gibts überhaupt für Möglichkeiten.
    Was Du machst, ist natürlich individuell.

    Hör in Dich rein, ob das, was Du tust, Dir gut tut. Manche Leute, mich eingeschlossen, stellen hohe Ansprüche an sich selbst, die sie erfüllen wollen, obwohl das ungesund werden kann.

    LG LK

    Es war ein ziemliches Hin und Her.

    Meine Frau hatte bereits angekündigt, dass sie mich verlässt, weil sie mir nicht zugucken wollte, wie ich mich totsaufe.
    Dann hab ich halt weitergesoffen, war froh, dass ich frei saufen konnte, bis es mir halt verdammt dreckig ging.

    Ich weiss nicht mehr genau, wie wir wieder zusammenkamen, es war halt schwierig mit Wohnungen und wir haben noch zusammengewohnt, als ich trocken wurde. Ich hatte das schon geknickt, dass es mit uns noch mal wird, wenn ich mich nicht falsch erinnere. Es ist 25 Jahre her. Aufgehört habe ich nicht deswegen, sondern meine größte Angst war, dass ich eines Tages mit nem Hirnschaden aufwache und dann auf Hilfe angewiesen wäre. Nix mehr mit ich mache was ich will.

    Und dann haben wir uns noch lange öfter rumgestritten. Andererseits hatten wir immer viele Gemeinsamkeiten, deswegen gings weiter.

    Wenns Dich interessiert, kannst Du das lesen, ist aber anders als bei Dir, glaube ich

    Lebenskuenstler
    7. Januar 2025 um 17:46

    Bei mir war das etwas anders, weil ich nie versprochen hatte, aufzuhören. Meine Frau hat es auch nicht verlangt, vernünftig trinken hätte ihr gereicht, aber das konnte ich nicht.

    Meine Frau hat sich, als ich trocken war, mal beschwert. Als ich noch gesoffen habe, gingen alle Streitigkeiten darum, und als ich trocken wurde ging es wieder vor allem um mich. Und wo blieb sie?
    Das habe ich zwar verstanden, konnte es aber nicht ändern, weil ich dann erst mal mit mir selbst und dem Trockenwerden beschäftigt war.
    Und dann konnte ich es auch nicht mehr haben, dass ihre Gedanken immer um das kreisten, was ich mache. Das war der zweite Punkt, ihre Coabhängigkeit störte mich dann auch.

    Für mich gibt es ein Hauptmerkmal für Alkoholiker.

    Das ist nicht die Menge, sondern dass es einem schwerfällt, aufzuhören. Und vorher schon, dass es einem schwer fällt, bei der Menge zu bleiben, die man sich vorgenommen hat.
    Jedes "man" könnte ich mit "mir" ersetzen, aber nach meiner Beobachtung das ist ziemlich verbreitet.

    Selbst wenn jemand wenig trinkt, aber sagt, ohne das kann er nicht wrklich Spaß haben, bewegt er sich schon in diese Richtung.