Schon bei Deinem Titel war mir klar, dass Du nen Rückfall haben wirst.
Bei mir hat das mit Kampf überhaupt nicht funktioniert.
Aber mit Einsicht und einer simplen Rechnung.
Die Rechnung ging bei mir so:
Für 10 Minuten Vorfreude beim Anfluten, die sowieso in einer Enttäuschung endet, weil ich mich gar nicht mehr in den Zustand saufen konnte, den ich gerne gehabt hätte, bezahle ich mit 5 Tagen Ärger wegen dem Mist, den ich mache und dem anschliessenden Ausnüchtern. Rentiert sich das in irgendeiner Weise? Nein.
Und dann habe ich mich gefragt, was will ich eigentlich, wenn ich saufen will? Und die Antwort war, ich will mich in irgendeiner Weise besser fühlen, als ich mich jetzt fühle.
Und da mir dann klar war, dass ich mit Saufen da nie mehr hinkomme, habe ich andere Wege gesucht. Oh, das war nicht immer einfach, ich musste ne Menge Dinge tun und die erst mal zulassen und lernen, über die ich früher gelacht oder mich sonstwie gesträubt hätte.
Beiträge von Lebenskuenstler
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Der Tiefpunkt war, als mir klar wurde, dass es einfacher ist, es ganz zu lassen, als es kontrollieren zu wollen.
Bei mir war jahrelang der Gedanke im Vordergrund, wenn ich genügend Pausen mache, werde ich nicht aufhören müssen, bevor ich eines natürlichen Todes sterbe.
Aus heutiger Sicht im Rückblick dachte ich, ich behalte meine Sucht so im Griff. Bis ich genügend Abstürze hatte, dass ich mir nicht mehr vormachen konnte, dass mir das Saufen irgendwas bringt. -
Hier musst du ja nur bei den Cos lesen, nach was für Zuständen trotzdem weitergetrunken wird. Da wird ein halbes Jahr Therapie gemacht, weil rein gar nichts mehr geht, und zwei Wochen danach trinkt derjenge wieder. Bis zum Exitus. Ja, das ist Sucht.
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Ich glaub, das funktioniert so nicht.
Ich hab schon Alkoholiker gesehen, die mehrmals und wer weiss wie vollgekackt in eine Entgiftung gingen, hat nix gebracht.
Und ich habe auch schon in Schneewehen übernachtet, musste nach Hause getragen werden, stiess volltrunken mit dem Fahrrad mit Anderen zusammen, fuhr mit dem Notarzt nicht mit, alles wurscht, so lange ich nicht gesehen habe, dass es nüchtern möglicherweise einfacher wäre.
Nach vielen Gesprächen glaube ich, dass Trinker, wenn sie Druck haben, den Blick nur auf den ersten Schluck richten und, wenn überhaupt, denken, um die Folgen kümmern sie sich später, oder im Suff merken sie die Folgen erst gar nicht.
Mein Vater, der an den Folgen das Trinkens starb, prophezeite mir ein elendes Alter, wenn ich trocken bleiben sollte. Obwohl er nichts mehr auf die Reihe brachte, war er immer noch der Überzeugung, dass Trinken besser ist als nüchtern zu bleiben. -
Das Wort Pause verwende ich nur, wenn klar ist, dass es danach weitergeht.
Ich habe keine einzige Trinkpause gemacht, um mit dem Trinken aufzuhören, aber sehr viele, damit sich der Körper erholen und ich danach weitertrinken konnte.
Ich habe einen einzigen Versuch gemacht, wirklich aufzuhören, und bin seit dem 25 Jahre trocken. -
Nur ein Punkt, den ich dazu schreiben will.
In Punkto hilflose Person.
Ich hab mich da wegen meinem Vater erkundigt, der Hilfe verweigert hatte, bis er absolut nicht mehr selbst konnte und am Verhungern war.
So,lange er konnte, hat er auf jedes Hilfsangebot aggressiv und mit Rausschmissen reagiert. Seinen Brüdern Hausverbot erteilt, solche Sachen. Mir angedroht, er könnte mich immer noch verprügeln. Tja nun, das hat eben Konsequenzen, mit denen er dann leben musste..
Du bist zu gar nichts verpflichtet. Nur, wenn er direkt vor Dir liegt, und nicht mehr selbst in der Lage ist, zum Telefon zu greifen und die Rettung anzurufen, und Du bist tatsächlich Augenzeuge und direkt neben ihm, bist Du verpflichtet, die Rettung zu rufen. Angehöriger zu sein, verpflichtet zu gar nichts..
Ansonsten, die Aussage des Arztes, zu dem ich ihn irgendwann bringen konnte:
Die Freiheit des Menschen, sein Leben so zu gestalten, wie er das will und für richtig befindet, beinhaltet auch die Freiheit, sich selbst gesundheitlich komplett zu ruinieren.
Er ist nicht entmündigt und Du bist nicht seine Erzieherin, und Du bist nicht für ihn verantwortlich.
LG LK -
Mir ist neulich irgendwo aufgefallen, dass die meisten Leute, von denen ich etwas mitkriege, unter Alkoholiker ausschliesslich den nassen Alkoholiker verstehen. Ach ja, hier in der Zeitung, war am letzten Wohnort auch schon so in einer anderen Zeitung, da ist die Rede von der Alkoholikerszene am Bahnhof, die die Passsanten anpöbeln. Und das ist ja so. Das ist das Bild und es wird immer wieder bestätigt.
Die meisten gehen auch nicht ganz zu Unrecht davon aus, dass ein Alkoholiker eben nicht mit dem Trinken aufhört. Oder dass er rückfällig wird. Und wir hier wissen, das trifft auf die Meisten zu.
Und der schlechte Ruf ist auch verständlich. Gestern hat ein Delirierender auf einer Intensivstation einem Mitpatienten die Beatmungsgeräte manipuliert mit Todesfolge.
Gewaltverbrechen finden überdurchschnittlich oft im alkoholisierten Zustand statt (also Trinker begehen prozentual mehr Gewaltverbrechen als ihr Anteil an der Bevölkerung ausmacht)
Und was ich im Co-Bereich lese, macht Trinker auch nicht gerade zu Sympathieträgern. Wird auf mich wohl auch zugetroffen haben.
Hier wird ja ebenfalls betont, dass wir Trockenen die Minderheit sind.
Wie willst Du das in Köpfe reinbringen, die sich mit diesem unschönen Thema am liebsten gar nicht erst beschäftigen wollen und es nur tun, wenn sie in ihrem Umfeld davon und auch meist unangenehm betroffen sind? -

Ja, das kann passieren. -
nicht alle Unternehmungswünsche meines Mannes konnte ich erfüllen. z. B. besoffen Radfahren
warum konntest Du Deinem Mann nicht den Wunsch erfüllen, besoffen Rad zu fahren (Vorsicht, Scherzfrage)
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Hi Jump,
Du hast recht damit, dass viele Situationen nicht vergleichbar sind.
Oft sehe ich auch Beschreibungen, da sehe ich nur, dass es verdammt schwierig bis unmöglich ist, da rauszukommen. Shit happens denke ich gelegentlich.
Von vielen Themen wie z.B. Sorgerecht habe ich überhaupt keine Ahnung oder eigene Erfahrungen. Da gäbs eh nur nen Hiweis auf nen Anwalt, und der steht meistens bereits da..
Oft schreibe ich auch gar nichts.
Bei den Alkoholikern genau so, da die zum Teil auch andere Probleme haben als ich, z.B war ich nie Spiegeltrinker und kann das kaum nachvollziehen. Ich kann mich versuchsweise reindenken, aber das wars auch schon. Ansonsten kann ich nur akzeptieren, dass es das gibt. Auch andere Dinge sind nicht meine Welt.
In manche Cos kann ich mich vielleicht noch reinversetzen, weil ich einen sehr intensiven Austausch mit meiner Frau hatte und habe, nachdem ich trocken wurde, und wir verstehen uns inzwischen ausgesprochen gut, was auch sie sagt. Ausserdem ist Eka bei mir zwar durch die eigene Karriere deutlich überdeckt, aber manche Wiedererkennung habe ich auch.
Ich bin auch nicht Vater Theresius, und ich fühle mich auch nicht wirklich verantwortlich für die Probleme anderer, die nicht mein Leben leben und in die ich sie nicht gebracht habe, was hier fast immer der Fall ist. Vorschreiben kann ich sowieso niemandem was, also sind es niemals Anweisungen die ich gebe, sondern meine Beiträge geben Erfahrungen und Meinungen ihres Verfassers wieder. Ansonsten sind der Rahmen die Forenregeln, deswegen halte ich mich auch bei meiner Risikofreudigkeit mit den Beiträgen zurück. Ist meins, deswegen kommt es trotzdem manchmal, und muss nicht für alle passen.
Und Machtlosigkeit gilt in den allermeisten Fällen auch für mich.
Ja, hin und wieder aufrütteln und hin und wieder eine andere Perspektive zeigen, ist ja in gewisser Hinsicht auch schon genug. Ansonsten meinen Weg und mein Leben erzählen, damit sich irgendwer was draus nehmen kann, aber zur Hälfte auch schlicht weil ich gerne erzähle. Was mein Gegenüber draus macht, geht schon wieder in Richtung meiner Machtlosigkeit. Ist der Pfeil abgeschossen, fliegt er seine Bahn.
Es läuft auch da drauf raus, dass sich jeder nur aus dem Austausch was mitnehmen kann, um sich selbst zu helfen.
Steht hier ja oft genug, wie sind keine Therapeuten, sondern Selbstbetroffene. *edit*
Neulich habe ich eine interessante Suchtdefinition gelesen:
Sucht ist, wenn man etwas tut, was sich früher gut angefühlt hat, obwohl es überhaupt keinen Spaß mehr macht.
Dazu noch:Gemeint ist doch, dass es für den Süchtigen nicht reicht sich nur vorzunehmen nicht zu trinken, sondern dass er Risikominimierung etc. machen sollte.
Es gibt noch ne andere Definition. Die lautet: die Trockenheit bewegt sich von "ich darf nicht trinken" über "Ich willl nicht trinken" nach "Ich brauche nicht zu trinken"
Und um dahin zu kommen, es nicht zu brauchen, brauchen die meisten Leute eine sinnvolle andere Erfüllung.
LG LK -
Nasses Denken ist ja grade das Kennzeichen eines nassen Alkis und einer der Gründe, warum man nicht an ihn rankommt, weil es seine Wahrheit ist . Er sieht das wirklich so. Das gehört ja gerade dazu, dass er nicht nur körperlich krank ist, sondern auch unter Realitätsverzerrung leidet, weil Alkohol schliesslich wirkt, deswegen wird er ja getrunken. Merkt er nur selbst nicht und tja, der Blinde und die Farben. Und es bringt gar nichts darüber wütend zu werden, trotzdem wirst Du es, weil es Deine Wahrheit ist. Steckt halt jeder in seiner eigenen Haut, hat alles seine Berechtigung, aber was kommt hinten raus als Ergebnis, das ist doch die Frage.
Was mich auch ärgert ist das angebliche "Helfersyndrom" von Angehörigen. Zu unterstellen wir würden das machen, um unseren Selbstwert zu erhöhen oder weil es so toll ist gebraucht zu werden.
Das Helfersyndrom hat Foxi mit nach meiner Wahrnehmung fast entschuldigendem Ton gebracht, als ein Argument, warum das so schwierig ist, loszulassen. Vielleicht hab ichs auch falsch verstanden, dann bitte ich das zu entschuldigen. Als Alki würde ich sagen, Saufgrund gesucht und gefunden, hier ist es das Argument, weiter zu versuchen zu helfen.
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Und ich kenne das, dass meine Frau mir schon öfter Aufgaben aus der Hand genommen hat, weil sie "nicht zugucken konnte". Und wenn sie mir unbedingt helfen wollte, verlangte sie, dass ich dafür dankbar bin, obwohl ich gar nicht darum gebeten hatte. Ich hab auch schon Frauen erlebt, die mir unbedingt bei meiner Drogenkarriere helfen wollten, weil sie nicht zugucken konnten. Haben sie auch explizit so kommuniziert, funktionierte nie, weil ich mich darauf überhaupt nicht eingelassen habe. Ich wollte mich um meinen Sch.. selber kümmern, auch wenn es schiefgegangen wäre. Und genau so wollte ich, dass sich erst meine Mutter und dann meine Frau um ihren Sch.. kümmern. Ich hatte eine Darwin-Denke, wenn ich zu blöd zum Leben bin, kommt halt die Selektion oder so. Und vielleicht speziell bei mir, wenn ich tot bin, tut mir nichts mehr weh, was sollte mich daran abschrecken, im Suff sowieso, wenn einem alles egal ist?
Ja, und logisch fühlt sich auch der Alki ungeliebt und nicht in der Lage, seine Partnerin glücklich zu machen und in eine Schablone gepresst, weil das ist ja auch seine Situation. Er weiss genau, dass er die Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, nicht erfüllt. Das ist für den nassen Alki aber kein Grund zum Aufhören,sondern erst recht zum Weitertrinken. Ja, auch Trinkgrund gefunden, das Arme-Sau-Syndrom, denn nüchtern betrachtet hilft das ja nicht. Und er baut auch Mist und er weiss das und auch das... schwapps obe (schlucks runter, womit wohl?)..Deswegen darf bei AA nur jeder von sich selbst reden, weil jeder, der kommt, schon Vorwürfe und Mitleid genug gehört hat, Selbstmitleid und Selbstvorwürfe kann er auch selbst produzieren, und auch die haben ihn nicht trockengelegt.
Das ist keine Werbung für AA, ich hab nur das Prinzip so gelesen.
Und es ist auch der Grund, warum ich keine Co aushalte, denn dann muss ich nicht nur gucken, wie es für mich passt, sondern auch, wie es für sie passt, so dass sie mich lassen kann, wie ich bin. Weil alles Andere sowieso zu nichts führt. Kann Co auf sich selbst gucken, muss ich nicht immer funktionieren.
Wenn es nicht den Selbstwert erhöht und nicht so toll ist, gebraucht zu werden, so macht es ja doch unglücklich, wenn die ganzen Hilfsversuche vergeblich sind. Das lese ich ja hier quer durch. Und es ist ja tatsächlich nachgewiesen, dass es Leute glücklich machen kann, wenn sie anderen helfen können. Und sicher ist es schwierig, die Machtlosigkeit zu akzeptieren, trotzdem ist sie Realität. Aus diesem Grund ist es Selbstfürsorge, sie zu akzeptieren. Übrigens beim Alki in Bezug auf Alkohol genau so, Kontrollverlust und Kapitulation vor dem Alkohol gehen genau in diese Richtung, auch wenn es bedeutet, dass man sich selbst eben nicht aufgibt..
Irgendwer sagt dann dazu, das Kinder schon wegen der Weitergabe der Gene eine Erweiterung der eigenen Person sind und viele Eltern (meine auch lange) Schwierigkeiten haben, ihre Kinder als Menschen zu sehen, die sich selbst gehören und genau so selbst entscheiden, was sie damit machen oder nicht, vollkommen egal, ob das jemand anders versteht.
LG LK -
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Mariexy ,
das unterschreibe ich.
Meine Frau und ich haben auch die Abmachung, dass sie mich bei einem Rückfall verlässt, und ich würde auch keine coabhängige Partnerin mehr ertragen.
Wir hatten da tatsächlich Probleme, nachdem ich aufgehört hatte, dass sie sich so viele Sorgen um mich machte, bis ich bei einer anderen Frau gelandet war und es zur Bedingung machte, dass sie eine Therapie macht, um auch ohne mich glücklicher zu werden. Denn für mich war es eine Bürde, dass sie ihr Glück so von mir abhängig machte.
Ich kann das auch jetzt, obwohl ich schwerbehindert bin, nicht ertragen, ungefragt umsorgt zu werden. Nur wenn ich selbst um Hilfe bitte, weil ich grade was nicht kann, dann geht es.
LG LK -
Ich war umgekehrt in ähnlicher Lage, ich habe meinen Vater betreut, der vorzeitig an den Folgen das Alkohols starb.
Ich war aber nicht auf ihn angewiesen.
Meines Wissens ist das die Schwierigkeit beim Helfersyndrom, dass der eigene Selbstwert davon abhängt, ob das Objekt der Hilfe die Hilfe auch annimmt. Man braucht es dann, dass man helfen kann. Ist mir nicht völlig fremd, aber ich kann mich lösen.
Ich habe ihn auch nicht einfach verrecken lassen. Aber aufgrund meiner eigenen Erfahrung als Alkoholiker war ich in der Lage, mich nicht darüber aufzuregen oder drunter zu leiden, dass er Alkoholiker ist und auch nicht aufhören wollte. Ich hab mich reinversetzt, wie das bei mir war, von aussen bist Du machtlos. Ich konnte das so hinnehmen. Ich wollte mir auch von niemandem sagen lassen, was ich tun soll, und gleiches Recht für alle. Also Versorgung, wo notwendig, aber ohne mich runterziehen zu lassen. Stress wars trotzdem, aber ich hab mich nicht dran festgefressen.
Die Brüder meines Vaters haben mehr drunter gelitten. Sie wollten, dass er sich ändert, er hat sich nicht geändert, und das war schwierig für sie. Deswegen haben sie mich ja irgendwann dazugeholt, um ihm ins Gewissen zu reden. Ich hab ihn einfach gefragt, ob er so leben will, ja bitte, dann war das eben so.
LG LK -
Bei was möchtest Du denn genau Hilfe?
Ich habe den Eindruck, Du möchtest immer noch Hilfe dabei, Deinen Sohn vom Alkohol wegzubringen.
Ich selbst wäre, als ich noch getrunken habe, tatsächlich lieber gestorben, als mit dem Trinken aufzuhören. Weil mir ein nüchternes Leben einfach so trostlos erschien, dass ich dachte, rentiert sich eh nicht, aufzuhören. Lieber paar Jahre früher sterben und gemacht, was ich will.
Und Hilfe habe ich auch keine angenommen, erstens fand ich das ein Zeichen von Schwäche und ich war doch überzeugt, ich blicks noch.
Ausserdem ist Alkohol ein wunderbares Mittel, um in eine "Ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise"-Stimmung zu kommen.
Also ich war für Rettungsversuche einfach unerreichbar.
Zufälligerweise gings mir dann, nach vielen Jahren, direkt vom Trinken so schlecht, und ich hatte auch noch den Flash, dass es vielleicht doch besser wäre, aufzuhören, dass ich mich entschlossen habe,es zu lassen. War aber auch schon mehrmals kurz vor dem abkratzen, war mir lange egal.
Und dann war es plötzlich leichter, aufzuhören, als weiterzutrinken. Da brauchte ich sogar relativ wenig Hilfe von aussen, weil das dann aus mir selbst kam, dass ich aufhören wollte. Und ansonsten habe ich dann den inneren Schweinehund überwunden und wenigstens manches von aussen angenommen.
Da kommen aber die allerwenigsten hin. Viele saufen irgendwann auf Abriss, wenn das Leben genug verbockt ist. Und ich kann selbst keinen davon überzeugen, aufzuhören, so lange derjenige nicht so weit ist, dass er von selbst aufhören will. Wenn der das nicht sieht, sieht er es nicht. Erkläre einerm Blinden Farben. Und genau da sehe ich Deinen Sohn überhaupt nicht, dass er alles dafür täte, aufzuhören.
Mir ist verständlich, dass Du das nicht hören willst. Mit dem Trinken aufzuhören, wäre für Deinen Sohn aber ähnlich schwierig, wie es für Dich schwierig ist, ihn loszulassen, und das muss er dann schon wirklich und aus ganzem Herzen und tief drin wollen. Bereit sein, sämtliche Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg stellen, nüchtern zu bewältigen, sonst steht der nächste Rückfall bereits vor der Tür. Und niemand kann sagen, ob das bei ihm jemals der Fall sein wird. Bei Dir weiss ichs ja auch nicht, ob Du ihn jemals loslassen kannst.
LG LK -
Hi foxi,
ja, es ist wie es ist. und wie ist es?
Du hast schon viele Jahre vergeblich da rein gesteckt.
Aus welchem Grund sollte es im 16. Jahr anders sein als im 15.? Du kennst sicher die Definition von Wahnsinn: Man macht immer das gleiche und hofft, dass irgendwann ein anderes Ergebnis dabei rauskommt.
Was deinen Sohn angeht, und das sage ich als trockener Alkoholiker, der auch schon mit 15 Filmrisse und mit 18 Drogenverstecke hatte , sehe ich das ziemlich schonungslos. Die Wahrscheinichkeit, dass er da nie rauskommt und daran stirbt, ist sehr viel höher als die Wahrscheinlichkeit, dass er es jemals schnallt. In meinem Umfeld sind einige gestorben, und ich nehme an, die hatten alle Eltern.
Für die klitzekleine Chance, dass er jemals an seinen Tiefpunkt kommt müsste er noch mehr Angst um sich selbst bekommen (und nicht rumjammern, wie schwer das Aufhören ist, sondern er müsste das durchziehen), als Du jemals um ihn haben kannst. Ihm müsste derArsch absolut auf Grundeis gehen...aber davor bewahrt ihn Deine Hilfe. Er kann gar nicht so tief fallen, wie er müsste, weil dann Du kommst. Und bei seiner Vorgeschichte scheint mir die Sucht so stark, da gibts keine Rezepte mehr, da machst Du möglicherweise schon jetzt Sterbebegleitung.
Aber im Grund glaube ich, es kommt eh wie es kommt. Kannst Du Dich geistig schon mal drauf vorbereiten.
Und wo ist Dein Tiefpunkt? Bis jetzt hälst Du es noch aus, denn Du machst ja noch weiter. Das erscheint Dir zwar furchtbar, aber noch lässt Du nicht los.
Reine Zustandsbeschreibung, weder verurteile ich Dich noch kann ich es ändern. Ich reflektiere nur, was ich lese. Und ich wünsche Dir, dass Du selbst da rauskommst. Und es ist sinnlos, wie Du Dich quälst, Du wirst dafür nie eine Belohnung erhalten, denke ich zumindest.
LG LK -
Machst Du Dir nicht selbst was vor? Warum begleitet Dich das Thema erst seit April, wenn Du in Deinem zweiten Beitrag hier geschrieben hast:
Ich versuche es kurz… im Teenie Alter begann unser Kind zu trinken, es folgten später 3 Auto Crashs unter Alkoholeinfluss, 3x in der Probezeit Führerschein weg, 3x MPU und natürlich auch 3x Therapien, die man dann ja nachweisen muss.
Es ist ja sicher ehrbar, dass Ihr Euch so kümmert, aber mit 30, was Dein Sohn ja wohl ist, und nach so langer Zeit, kannst Du Dich immer noch nicht aus seinem Leben verabschieden?
Das hätte ich als 30-Jähriger mit Sicherheit nicht gewollt, dass sich meine Mutter noch in mein Leben einmischt. Völlig unabhängig von den sonstigen Umständen. Du hältst ihn aus meiner Sicht in der Unselbstständigkeit, sorry.
Und nach drei Therapien weiss er garantiert selbst, was er tun müsste. Du bist da völlig überflüssig. Ja, das mag Dir weh tun und Du hast keinerlei Kontrolle über ihn, aber er tut einfach nicht das, was Du willst.
LG LK -
Passt schon.
Auf der einen Seite sind die Einwände richtig und wichtig.
Auf der Anderen Seite ist es auch und gerade wegen der Abstinenz mich wichtig und richtig, mir selbst treu zu bleiben und auch Nein sagen zu können.
Nicht jeder Schuh passt allen.
Warum also nicht auch hier auf die eigene Entscheidung vertrauen, wenn es gute Gründe dafür gibt? Du machst auf mich nicht den Eindruck, als ob du deswegen Hintertürchen suchst.
LG LK -