• Gelernt habe ich Zimmermann, zu der Zeit war es normal um 9:00 das 1. Bier zu trinken, als Lehrling durfte man es ab dem 2. Lehrjahr auch schon. Ist so eine interne Regel gewesen.

    Damals hatte ich ein paar Arbeitsunfälle miterlebt die ohne Alk eher nicht passiert währen.

    Bei drei hatte ich selbst schaden bekommen, muss dazu aber sagen, dass ich bei den Unfälle nie was getrunken hatte und auch nie Schuld.

    Und heute, schau ich noch ab und zu in Betriebe rein, durch Bekannte und da muss ich sagen, im Hinterzimmer Aufenthaltesraum... siehe ich immer Bier. Letztens hab ich sogar in einem Krankenhaus Personal bei Sekt gesehen!

  • Hallo ihr lieben,

    erstmal danke für die rege Teilnahme an meiner Frage, ich bin echt froh, dass ich so viele Meinungen bekommen habe.

    Ich habe mich entschlossen offen mit meiner Krankheit umzugehen und mich in der Arbeit zu outen.

    Habe das auch heute gemacht, zumindest beim Chef.

  • Hallo

    Es wird immer wieder von dem besagten Tiefpunkt geredet/geschrieben, dass es ihn braucht um sich aus der sucht zu befreien.

    Wie seht ihr das, was ist der Punkt?

    Ist der überhaupt irgendwo festzumachen?

    Ich denke dass es nicht ein Tiefpunkt ist, eher ein Prozess der durch irgendein Ereignisse ausgelöst wird.

    Was meint ihr?

  • Servus Michl

    Es wird immer wieder von dem besagten Tiefpunkt geredet/geschrieben, dass es ihn braucht um sich aus der sucht zu befreien.

    Wie seht ihr das, was ist der Punkt?

    Wie ich das sehe?

    Der Tiefpunkt ist nicht der Moment, in dem jemand trocken wird. Es ist der Punkt, an dem klar wird. So geht es nicht weiter. Aber das allein reicht nicht. Für manche beginnt da erst die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein. Und je nachdem, wie dieser Tiefpunkt erlebt wird, körperlich, emotional, sozial , entscheidet sich, wie kompromisslos der Weg danach wird.


    Ich habe im Austausch erlebt, wie unterschiedlich diese Tiefpunkte sind. Manche waren dem Tod nahe, andere sagten schlicht: Ich trinke zu viel, wahrscheinlich bin ich Alkoholiker , ich hör jetzt auf. Zwei Beispiele, zwei Wege. Beide können trocken werden oder bleiben. Aber die Tiefe des Erlebten prägt den Verlauf. Je tiefer der Punkt, je emotionaler er eingebrannt ist, desto weniger werden Risiken unterschätzt.

    Wer wirklich unten war, macht weniger Kompromisse. Er erkennt klarer, wohin der nasse Zustand geführt hat und was er nie wieder will. Aber der Tiefpunkt ist keine Garantie für Trockenheit. Die Sucht ist emotionslos und schlägt dort zu, wo eine Lücke ist. Sie kennt keinen Tiefpunkt, nur Gelegenheiten, und hat nur eine Lösung: "Saufen".

    Was es für mich gebraucht hat? Handeln. Kompromisslosigkeit. Und etwas, das viele unterschätzen. Ich musste emotionslos vorgehen. Nicht jammern, nicht interpretieren, sondern machen. Mich ständig mit der Sucht auseinandersetzen. Und immer wieder konfrontieren mit Wiederholung.

    Mein Weg begann nicht mit dem Tiefpunkt sondern mit dem, was ich daraus gemacht habe.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Der Tiefpunkt war, als mir klar wurde, dass es einfacher ist, es ganz zu lassen, als es kontrollieren zu wollen.

    Bei mir war jahrelang der Gedanke im Vordergrund, wenn ich genügend Pausen mache, werde ich nicht aufhören müssen, bevor ich eines natürlichen Todes sterbe.
    Aus heutiger Sicht im Rückblick dachte ich, ich behalte meine Sucht so im Griff. Bis ich genügend Abstürze hatte, dass ich mir nicht mehr vormachen konnte, dass mir das Saufen irgendwas bringt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (18. November 2025 um 11:29)

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