Beiträge von Lebenskuenstler

    Das macht es vielleicht leichter.

    Aber ich schreibe nicht nur als Gag, dass neben mir die Welt hätte untergehen können, als ich wirklich aufhören wollte.
    Und hier gibt es mindestens einen in diesem Thema, der auch unter sehr schwierigen Umständen zu Hause aufgehört hat.
    Bei mir wars nebenbei mit meiner Frau auch nicht einfach.

    Und das schreibe ich deswegen und dazu stehe ich auch, dass ihr ihm ja im Grund sagt, so schafft ers eh nicht.
    Und da bin ich dagegen.

    Er wird die Wohnsituation nicht in ein paar Wochen ändern. Erstens müssen die alle erst mal Wohnungen finden, was bei dem Wohnungsmarkt schwer ist, ausser man lebt irgendwo, wo niemand hinwill. Oder er kriegt irgendein Loch, was ist daran besser?

    Ausserdem schreibt er selbst, dass er untendurch ist. Alles Vertrauen in ihn ist weg, also wie soll er da was durchsetzen?

    Wenn, dann müsste er sich irgendwo einen Raum schaffen, und das wird wahrscheinlich nicht dort sein und kosten sollte es möglicherweise auch nicht viel.
    Und ob er das vor seinem nächsten Rückfall schaffft..ich sage, er muss das jetzt erst mal so hinkriegen.

    Hi Rennschnecke,

    also ich betrachte hier mein ganzes Leben. Von dem, wie ich wurde, wie ich bin, bis zur Vorsorgevollmacht und Sterbehilfe.
    Und das hat irgendwie alles mit meinen Süchten zu tun.

    Früher, weil mich die Süchte direkt beeinflusst haben, die meiner Eltern und mit fliessendem Übergang meine und die vieler Bekannter und Freunde.
    Seit längerer Zeit, was einfach an meiner Trockendauer liegt, aber auch durch die Kompetenzen, die ich lernen musste, um ohne auszukommen.
    Und die sich,wie ich bald entdeckt habe, auch in anderen Lebensbereichen sehr gut nutzen lassen.

    Ich bin hier auch nicht als der arme Alki, der sich permanent anstrengen muss weil er nicht darf.
    Nein, ich habe auch die Vorteile meiner Sucht entdeckt.

    Früher hatte ich ja auch nicht nur Probleme deswegen, hin und wieder schreibe ich, dass es die anfänglich angenehmen und erwünschten Wirkungen waren, und das war bei allen meinen Drogen so.

    Das hat nicht alles mit Problemen zu tun.
    Die kamen halt als unerwünschter Nebeneffekt auch, andererseits hatte ich selbst ein Päckchen, hat zusammengespielt.

    Ich vebinde das Angenehme mit dem Nützlichen, das ist definitiv so.

    Vielleicht hat Deine aktuelle Änderung ja tatsächlich bewirkt, dass Du nun mehr auf Dich guckst.

    Woanders,wo ich mich bewege, meine Männergruppe, da gibts immer blitzlicht. Wie gehts und denn gerade?
    Und da habe ich oft nur Kleinscheiss nach meinem Empfinden.

    Dramen sind natürlich interessanter, Probleme müssen bearbeitet werden, der normale Alltag ist demgegenüber kaum der Rede wert.
    Ich sag dann was, weil wir auch den Alltag ernst nehmen. Der ist im Grund auch mit das Wichtigste. wenn der nicht läuft, gibts auch Probleme.
    Es ist gut, wenn diese Probleme abwesend sind, auch wenn ich dadurch langweiliger bin.

    Ich kenne das Gefühl, mich vor mir selbst rechtzufertigen, dass es mir bessser geht als allen Anderen. Gefühlt ist das oft so.
    Mein Popelkram dagegen...
    Dabei hab ich ja auch ein paar Baustellen, vor allem körperlicher Art heutzutage.

    Und früher hätte ich dabei vermutlich auch getrunken, um es zu betäuben. Besser wärs davon kaum geworden.
    Heute tue ich was, um fit zu bleiben.
    Das hat aber auch Schnittmengen mit meiner Suchtbewältigung.

    Wünsch Dir alles Gute.

    LG LK

    Hi Absti,

    mir ist noch was zu Deinem Suchtdruck eingefallen.

    Beobachte ihn mal, ob er nur bis zum zweiten Bier denkt.
    Das hab ich nämlich grad von Mehrfachrückfälligen gehört,
    dass sie bei Druck nur bis zu dem Moment der Erleichterung denken konnten.

    Und bei den Folgen, jetzt muss ich mich erst mal abreagieren, das schaff ich schon, wieder aufzuhören, oder da drum kümmere ich mich später.
    Und bis jetzt, Du bist ja noch nicht über Deine Trockenzeitgrenze rausgekommen, gehst Du mit den Folgen erst hinterher um und räumst des Schaden wieder auf, der entstanden ist.

    LG LK

    Ich hab das Rauchen aufhören geschoben, bis ich mir meiner Trockenheit ziemlich sicher war, Ca. 14 Monate. Das läuft nicht davon, da brauchst Du keine Angst haben.

    Ansonsten hatte ich die Einstellung, um mich herum kann die Welt untergehen, das ist mir scheissegal, jetzt werde ich nur trocken und alles Andere ordne ich dem unter.
    Und das finde ich immer noch richtig so. Denn nur durch diesen gnadenlosen Egoismus wurde ich ja erst wieder so, dass meine Frau z.B mich wieder ernst genommen hat.
    Also von diesem Egoismus hat meine Umgebung profitiert, also nur keine falsche Rücksichtnahme.

    Allerdings habe ich klar darauf geachtet, hauptsächlich Wohlfühlsachen zu machen. Ich hab aber andere Sachen als Zocken oder sonstige Action. Ich gehe eher radfahren, bergwandern und faule im Liegstuhl ab. Koche gut, esse gern, genieße.

    Das hängt von Dir ab, ob Du es schaffst.
    Und ich hab mich mit meinem Druck mal unterhalten. Der Druck erzählt mir, dass es mir schlecht geht und ich dagegen was trinken soll. Oder er erzählt mir, dass ich feiern soll. Jedenfalls erzählt er mir, dass ich was tun soll, damit es mir besser geht.

    Und mir geht es nicht besser, wenn ich trinke. Der Druck will doch auch, dass ich besser was mache, womit es mir gut geht und was ich hinterher nicht bereue. Das muss ich dem Druck nur beibringen.

    Es gibt nix mehr, Saufen ist das falsche Mittel, basta.

    Und was einfach richtig doll schmerzt ist die Fassungslosigkeit, dass der geliebte Mensch den Alkohol über einen selbst stellt.

    Da solltest Du der Vollständigkeit halber aber noch einfügen, dass Du Deinen nach ein paar Tagen sturzbetrunken angetroffen hast und das Dein Helfersynsdrom geweckt hat.
    Und ein Helfersyndrom zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass der eigene Selbstwert davon abhängig ist, dass sich der Übergeholfene helfen lässt.
    Du bist aber sehend da freiwillig reingelaufen.

    Das ist für mich gerade das Gegenteil davon, in einer Beziehung so sein zu können, wie man eben ist. Wenn ich mich erst für die Beziehung - aus Liebe oder irgendwelcher pubertären Ramontik - ändern muss, ist das für mich keine Grundlage. Und die Beziehung sollte- aus meiner Sicht - ja für beide und subjektiv ein Gewinn sein , und nicht der eine dem anderen vorschreiben, wie er zu leben hat.

    Bei uns ist das so, was nicht von selbst läuft, kannst Du auf Dauer vergessen. Eine Partnerschaft, für die ich mich verbiegen muss, weil sie sonst nicht funktioniert, tausche ich jederzeit gegen ein Singledasein.

    Grad mal noch wegen dem Führerschein:

    MPU-Kandidaten, also in Deutschland Leute, die nur wegen dem Führerschein aufhören, weil sie ein Jahr Trockenheit nachweisen müssen, sind in Selbsthilfegruppen ungern gesehene Kandidaten, weil sie gerade dafür berüchtigt sind, dass sie wieder trinken, so bald sie den Schein wieder haben.
    Deswegen wird oft ordentlich Geld verlangt, denn trocken wollen sie ja nicht werden, und umsonst will sich um so jemanden niemand bemühen..

    Der beste war einer
    "Ich hab kein Alkoholproblem, aber mir wurde schon zum vierten Mal der Führerschein abgenommen, und jetzt zickt meine.."
    was ihm ja völlig unverständlich war.

    Falls Dir das bei Deiner Einshätzung hilft...

    Wenn Du mit so jemandem ein Kind in die Welt setzt, bist Du nicht zu retten, salopp gesagt.

    Wenn ich Gründe hatte, konnte ich immer Trinkpausen einlegen.
    Und Gründe gibts viele.
    Angst um die Gesundheit, Angst vor dem Verlust der Selbstkontrolle, und
    nicht zuletzt:
    Wenn ich die Kontrolle ganz verliere, müsste ich ja auch ganz aufhören.

    Ich wollte in einer früheren Beziehung sogar mal wegen der Beziehung weniger konsumieren. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich die Partnerschaft weniger vermisse als das Saufen. Und mit dem Alk muss ich mich nie streiten, der ist immer für mich da..
    Ausserderm kommt dann dazu, dass einem auch mit drei Bier schon so manches egaler ist als ganz nüchtern, und dann gewinnt die Lust am Weitertrinken.

    In dem Fall wollte er seinen Führerschein.
    Da gibts x Beispiele, dass es genau so lange hielt.

    Und ausserdem, nicht zu unterschätzen:
    Er müsste ja erst mal vor Dir kapitulieren, Dir recht geben, bevor er vor seiner Sucht kapituliert, falls er sie hat.

    Wenn Du Dich in der Beziehung wohl fühlen würdest, wärest Du nicht hier. Behaupte ich ganz einfach.

    Ja, Liebe ist immer so einArgument.
    Aber am Alk hängt man genau so.

    Das ist mindestens so intensiv wie Liebe.
    Und das können Cos kaum verstehen.

    Wenn Du meinst, es wäre leicht für ihn, weniger zu trinken, dann frage Dich, wie leicht es für dich wäre, Deine Liebe zu überwinden. Dann bist Du etwa da.
    Da rede ich von meiner ganz persönlichen Erfahrung.

    Es musste schlimm werden, bis ichs lassen wollte.
    Und vielleicht muss es auch bei Dir schlimm werden, bis Du es lassen kannst.

    Neulich habe ich das hier irgendwo als selbstgebautes Gefängnis bezeichnet, wenn jemand glaubte, ein Trinker ändert sich, wenn Kinder da sind.
    Und wenn man das schon vorher wusste, dass er trinkt.
    Im Gegenteil ist es dann noch viel schwieriger, sich zu trennen.

    Ich denke, die Trennung ging von ihm aus? Hast Du doch geschrieben? Zeigt doch klar, dass er nichts ändern will an seiner Trinkerei. Warum kannst Du das nicht einfach akzeptieren?

    Ich habe ein bisschen die Hoffnung dass mir hier viele Leute sagen dass das was er macht noch nicht bedenklich nach Alkoholiker klingt und ich doch einfach entspannter damit umgehen sollte und mir halt für die Wochenenden eine eigene Beschäftigung suche die nicht von seinem trinken abhängt und er vlt wenn ich nicht so n stress mache automatisch weniger trinkt weil ich ihn nicht stresse? ich weiss es nicht..bin irgendwie gerade etwas überfordert.

    Ich sollte mich hier eigentlich raushalten, denn für mich waren andere Mengen normal als für Otto Normalverbraucher.

    Aber nur noch ne kurze Anmerkung:
    offensichtlich ist ihm der Führerschein ja ohne Dein Zutun mit 2,4 Promille abgenommen worden.
    Dafür braucht er Dich nicht.
    Und dafür muss er Einiges gewohnt sein, sonst steigt er mit dem Pegel nicht mehr ins Auto.

    Und ich weiss keineswegs, ob er wegen Stress und Problemen trinkt oder ob er einfach gerne trinkt.
    Alkohol macht den meisten Leuten erst mal ein angenehmes Gefühl. Wenn das bei Dir nicht so ist, kannst Du das nicht nachvollziehen, aber es ist so, sonst wäre er nicht so populär. Die Schweiz ist da nicht anders, da wird viel Wein angebaut. Ich wohne nicht sehr weit weg davon.

    Eine meiner Lieblingsfragen ist die: was glaubst Du, was er tun würde, wenn Du ihn nicht unter Druck setzt? Ich schätze regelmässig, dann würde er einfach weitertrinkern.

    Und das nächste ist, hier wären viele Angehörige froh, wenn sich ihr Trinker endlich freiwillig von ihn trennen würde.

    Glaubst Du, dass du mit ihm glücklich wirst? Wenn er schon auf dem Abflug ist?

    Ich kann Dir dabei eigentlich nur sagen, dass mein Vater mit höherem Konsum als 10 Liter Bier in der Woche über 80 wurde.
    Andererseits gelten mehr als zwei Bier am Tag als bedenklich, und gesunden Konsum gibts gar nicht.
    Trotzdem wird ja ganz offensichtlich verschiedentlich gerne gesoffen.

    Ich wollte mit meinem Vergleich drauf raus, dass Gesundheitsrisiken nicht immer Entscheidungsgrundlage sind.

    Ich habe nur aufgehört, weil ich selbst zu sehr unter meiner Sauferei gelitten habe. Da gehörte aber ein bisschenmehr dazu als bei Deinem.
    Meine Frau meinte auch, ich müsste mich doch nur ändern.
    Da war meine Gegenfrage an sie, ob sie sich so einfach ändern und auf mich verzichten könnte. Dass darf doch dann auch kein Problem sein.

    Es funktioniert halt einfach nicht, wenn einer trinken will und der Andere versucht, ihn davon abzubringen.
    Und ob Du Bier magst oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle.
    Meine Katze mag auch Mäuse und ich mag sie nicht.

    Hi,

    also erst mal, ich bin Trockener Alkoholiker seit 25 Jahren.

    Was Deiner trinkt, wäre für mich ein Klacks gewesen. Ich mochte auch Bier nicht besonders, aber Whisky um so mehr.
    Bei fünf Bier sagte ich "ich hab doch gar nichts getrunken"

    Abgesehen davon ist Trinken ja nicht verboten. A propos Schweiz, da gibts ein paar Berge, da rauf zu steigen ist auch gefährlich. Trotzdem steigen in den Hütten morgens um drei die Leute auf dem Weg zum Frühstück die Leute mit Steigeisen übereinander. Also Risiko wird eingegangen, wenn sichs gefühlt lohnt.

    Gefühlt lohnt....ich hatte das Gefühl, Rausch ist mit das Beste, was es im Leben gibt. Bzw. ohne Rausch ist das Leben sinnlos. Trotz Bergen, und da suchte ich ja auch eine Art Rausch. Da verlangst Du schon ziemlich viel, wenn Du denkst, er könnte das einfach so lassen.

    Ob er ein Problem mit seinen Konsum hat, weiss ich nicht.
    Aber Du hast ein Problem mit seinem Konsum, und das wird sich wohl kaum ändern, wenn Du mit ihm zusammenbleibst.

    LG LK

    Moin Absti,

    mir fällt eins auf,

    als Du hier ankamst, hast Du geschrieben, dass Du schon länger gegen deine Sucht kämpfst. Du hattest es schon Wochen und Monate geschafft und wurdest immer wieder rückfällig.

    Nun bist Du hier seit 4 Monaten und hattest in dieser Zeit auch bereits zwei weitere Rückfälle.

    Blöde Frage: hast Du überhaupt schon was wesentliches geändert?

    An was scheitert es?

    Ich habe länger getrunken als Du, sehr wahrscheinlich auch nicht weniger, und ich habe jahrelang Trinkpausen gemacht, aus Gründen.

    Dann habe ich von einem Tag auf den Anderen komplett aufgehört, als ich richtig die Schnauze voll hatte.
    Ab dem Tag war es mir völlig klar, vom Saufen kann es mir nur schlechter gehen.
    Und als ich das begriffen hatte, dass Saufen für mich wirklich gar nichts besser macht, hatte ich auch keinen Druck mehr.

    Irgendwas ist bei Dir anders, dass Du immer diesen Saufdruck hast. Ich glaube, Du bist trotz Deiner ganzen Erfahrungen immer noch zu gerne besooffen.

    LG LK

    Ja, so lange die Folgen noch nicht zu viel Gewicht haben. Der Körper steckt auch lange vieles weg. Du glaubst nicht, wie viel. Und so lange das soziale Umfeld das mitträgt, z.B ein Freundeskreis, in dem Vieltrinken üblich ist, bist Du weder allein noch ausgegrenzt. Arbeiten geht auch noch sehr lange. Da scheint die Welt noch heile zu sein.
    Und Alkohol ist u.A. deswegen so verbreitet, weil er vielen Leuten erst mal ein Wohlbefinden macht. Sehr viele Nicht-Süchtige wollen ja auch trinken und würden es sich nicht verbieten lassen. Da gabs vermutlich einen Volksaufstand. Und sonst würden die meisten gar nicht so lange trinken, bis sie abhängig sind. Zumindest in meinem Umfeld und bei mir war das so. Die machen das ja nicht, weil sie unglücklich sein wollen. Ich ja auch nicht.

    Du schreibst von der Beweislage.

    Ich persönlich bin der Meinung, um zu merken, dass ich abhängig bin, muss ich erst mal aufhören wollen. Und dann eventuell merken, dass nicht aufhören kann, weil ich es brauche.
    So lange ich trinken will, gibt es überhaupt keine Möglichkeit, mir Abhängigkeit zu beweisen.

    Und zu den Passwörtern noch:

    wenn Du irgendwas benutzt, z.B. Chrome, Firefox, Thunderbird, Banking Apps, andere Programme, dann musst Du darauf achten, dass die Passwörter nicht in einem Passwort-Manager gespeichert werden. Sonst schlägt die entsprechende App oder Anwendung das Login mit Deinen Daten nämlich vor und er muss nur bestätigen. Wenn Du von einem ungesicherten Desktop-Rechner ins Netz gehst, ist alles offen.

    Es ging ja aber um die Frage, warum sich manche nach der Therapie trennen. Die sind wahrscheinlich nicht dankbar, dass Frau und Kinder noch da sind. Und die Fragerin hat anscheinend ein Problem damit, das akzeptieren zu können.

    Es gibt ja auch hier welche, die jahrelang drum kämpfen, aufhören zu können, und andere tuns einfach, wenn es ihnen reicht.