Hätte, hätte, Fahrradkette.
Beiträge von Lebenskuenstler
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Meine Frau ist ja gegangen bzw. sie war auf Wohnungssuche, was bei uns auch nicht ganz einfach ist.
Ich habe nicht versucht, sie zurückzuholen, sondern erst mal die freie Bahn gesehen, die ich dadurch hatte.
Bei uns war das auch Hängen und Würgen, und ich war froh, als das vorbei war.
Das Weitere wurde dadurch bestimmt, dass ich irgendwann aufgehört habe.
Dieser Part lag eindeutig nicht an meiner Frau. Sondern daran, dass ich so lange hemmungslos gesoffen habe, bis es mir eben gereicht hat. -
Aus Erfahrung kann ich dir auch sagen, dass diese Trennung nicht in Stein gemeißelt ist. Vielleicht überlegt er es sich anders, vielleicht ist es ein unbewusster Versuch, dich noch abhängiger zu machen. Alkoholiker lassen ihre Co’s ungern los. Der Co ist grundsätzlich extrem wichtig für den Erhalt der Sucht. Er übernimmt viel Verantwortung usw.
Da würde ich mich nicht drauf verlassen.
Meine Frau hatte zu Recht Ängste, dass es bei mir vorbei ist, wenn ich mich mal dazu entschlossen habe. -
Saufen ist der Elefant im Raum, der den Blick auf andere Themen verstellt.
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In vielen Fällen wird das gemeinsame Haus doch sowieso verkauft, weil im Zuge des Zugewinnausgleichs der oder die eine den anderen Partner doch sowieso auszahlen müsste und viele das Geld gar nicht haben.
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Wenn Du damit einverstanden bist, dass Dich ein Gericht für unzurechnungsfähig erklärt, bist Du aus dem Schneider.
Ansonsten bist Du für alles was Du tust und mitmachst - mitgegangen, mitgehangen - selbst und voll verantwortlich.
Das gilt für mich wie für Dich. -
Ja, die gibt es. Sie tun mir so wenig leid wie Alkoholiker, die nach drei Langzeittherapien weiter trinken.
Denn es ist ihre Entscheidung.
Auch ein Therapeutensatz:
"Ich kann nicht" heisst "ich will nicht".
Schließlich ist ja hier niemand in einem edit Folterkeller angekettet, sondern jeder tut sich seinen Scheiss selber an. Niemand zwingt Dich dazu, das mitzumachen. Dazu zwingt Du Dich selbst aufgrund Deiner inneren Einstellungen.
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Da, wo ich früher unterwegs war, nannten wir das "das gemütliche Elend".
Es wird zwar gejammert und "eigentlich" müsste man was ändern, aber man hat sich damit eingerichtet und es ist noch nicht so schlimm, dass man wirklich konsequent was tut.
Du, Pinguin , hast zwar auch gelitten, aber noch nicht so sehr, dass Du Dich getrennt hättest. Die Trennung sprach ja er aus. Also war Deine Schmerzgrenze noch nicht erreicht.
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Wenn mit dem Egoismus noch nicht klappt, tut es Dir vielleicht einfach noch nicht genug weh.
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Ich glaube, Deiner Tochter kannst Du nicht Besseres ins Leben mitgeben als das Gefühl, dass Du Dein Leben in die Hand nimmst und dass Du mit Deinem Leben klarkommst.
Meine Mutter ist inzwischen länger mit jemand Anderem verheiratet, als sie das mit meinem Vater war. Sie sagt zwar immer noch, dass mein Vater ihre große Liebe war und ihr jetziger Ehemann eher eine Zweckbeziehung ist. Aber sie hat die Scheidung in die Wege geleitet, der letzte Anlass war, dass er auch noch untreu wurde.
Aber immerhin ist sie schon lange finanziell unabhängig und sagt bei meinen Anrufen regelmäßig, dass sie heute mit ihrem Leben zufrieden ist. Mein Vater ist längst gestorben und ja, am Alkohol. Mit ihm hatte ich am Ende aber auch meinen Frieden gemacht.
Früher wars tatsächlich oft so, dass sie mir gesagt hatten, dass sie nur wegen mir zusammenblieben. Und auch, dass sie sich nur wegen mir stritten. Damals habe ich das nicht überblickt, denn ich war ein Kind. Aber es führte dazu, dass ich mich für alles schuldig fühlte und ich nur falsch sein konnte. Ich war das Arschloch, dass das Leben seiner Eltern versaut hatte, ohne mich hätten sie ja viel früher ihrer Wege gehen können.
Sie haben mich sogar noch gefragt, ob ich mit ihrer Scheidung einverstanden bin.
Als meine Eltern geschieden waren und ich die Einzelpersonen vor mit hatte, habe ich begriffen, dass ich für deren Scheiss überhaupt nichts konnte. Sie waren die Erwachsenen, die ihr Leben auf die Reihe kriegen mussten. Und zwar alle beide, jeder für sich. Für mich war nicht der Eine schuld und der Andere das unschuldige Opfer. Die Rollen waren austauschbar.
So wie ich heute der Erwachsene bin, der sein Leben auf die Reihe kriegen muss. Und ich kriegs auf die Reihe.
Jammern hilft nix, hält einen nur in der Situation. -
Da hab ich auch noch einen.
Ich bin in einem Vieltrinker-Haushalt aufgewachsen. Mein Vater sowieso, aber auch meine Mutter trank gerne mal einen Likör oder mehrere.
Zwischen meinen Eltern gab es lange Spannungen und die habe ich gemerkt. Mit mir gab es auch Spannungen und ich war selbst auch ein Kind, das eher im Weg umging, weil die Alten ja mit sich selbst beschäftigt waren. Meine Mutter jammerte mir auch gerne einen vor, wie schlecht es mit meinem Vater lief. Und er, wie er unter ihr litt.
Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich bereits ein paar hundert Kilometer entfernt in einer anderen Stadt bei Studium war.
Das ist jetzt zwar nicht zu vergleichen, aber nach meinem Gefühl - bis heute, und ich bin jetzt Rentner - war die Scheidung meiner Eltern fast das Beste, was mir passieren konnte. Denn mit den beiden zusammen war es schlicht und einfach nicht auszuhalten.
Ich meine, du scheinst Dich ja ziemlich zu interessieren. Da ist Dir ja sicherlich auch bekannt, dass Kindern fast nichts so sehr schadet wie eine gestresste und unglückliche Mutter. Und die bist Du ja. -
Nein, ich hatte keinen Rückfall, sondern ich wollte nie aufhören. Ich hab zwar Trinkpausen gemacht, aber nur, damit mein Körper die Sauferei länger mitmachte. Aufhören stand nicht auf dem Programm. Ich wollte das maximal so weit bremsen, dass ich bis zu meinem Lebensende so weitermachen könnte.
Und ich hab nicht eine Flasche Wodka getrunken, sondern schon mal drei Liter Whisky in 5 Stunden. Deswegen ging das auch nicht jeden Tag, aber drei mal die Woche bis zur Bewusstlosigkeit. Ich hab schon beim Pendeln in Öffis mit zwei Stunden Heimweg gesoffen und fast nur Schnaps. Bier nur, weil der Körper ja auch Wasser braucht. Gekifft habe ich auch noch wie ein Weltmeister. Die Pausen brauchte der Körper, um sich davon zu erholen.
Meine Frau fand mich schon mal so, dass sie dachte, ich wäre tot. Der Notarzt war auch schon mal da, aber ich konnte noch lallen, dass ich nicht mitgehe. Da mussten sie mich dalassen. Und dann reichte es ihr halt irgendwann, aber mir noch nicht.
Ich hab mal ein knappes Jahr Trinkpause gemacht, aber nur, um das halbwegs wieder unter Kontrolle zu kriegen. Dann hatte Ich hatte was zu feiern und das musste begossen werden, das hab ich so geplant, dass ich maximal saufen konnte. Ich war kein Problemtrinker, mehr ein Feiersäufer. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören.
Den Entschluss, aufzuhören, habe ich mit mindestens drei Promille gefasst. Kloschüssel hinten, Eimer vorn, aus allen Löchern gleichzeitig raus, gedreht hat es mich ohne Ende, und dann kam mir die Erleuchtung, dass es mir deswegen so geht, weil ich Trinken so toll finde. Und da kam mir die Erkenntnis, dass ich ja auch aufhören kann.
Als ich trocken war, war ich eben der Typ, den sie sich eigentlich gewünscht hatte. Sie wollte ursprünglich auch so ein Rauhbein und einen Aussteiger, der ich war. Ich hab ja schon vor der Beziehung gesoffen und das wusste sie. Wie waren oft genug die letzten in unserer Studentenkneipe. Und ich war nicht unbedingt besonders nett, aber ein guter Unterhalter.
Nachdem ich aufgehört hatte, gings erst vorsichtig wieder los. Es war noch monatelng unklar, ob wir wieder zusammengehen. Wir hatten ja beide Kritikpunkte am anderen. Wir haben uns auch noch lange gestritten, teilweise nen Monat lang täglich. Aber immer am gleichen Tag noch bis zur Einigung, erstmal, bis es eben wieder kriselte. Nun ja, wir sind aber auch so Streittypen, und das findet auch sie überhaupt nicht schlimm.
Und ich brauchte meine Trockenüberzeugung durchaus schon mal, um die Streitereien nicht zum Anlass zu nehmen, wieder zu trinken. Bei uns ist kein Schonprogramm für mich. Aber für sie auch nicht
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Ich hatte ja schon mal kurz erwähnt, dass ich dann aus absolut egoistischen Gründen, weil ich wirklich auf dem Zahnfleisch ging und meine eigene Situation nicht mehr ausgehalten habe, aufgehört habe. Ohne Wenn und Aber und ohne Rückfälle. Ich hab dann aber auch extrem gesoffen, schon ein bisschen viel mehr als Deiner, und das hatte halt Folgen für mich. Ich hatte Angst, ich krieg jetzt nen Hirnschlag oder verrecke sonst elendig. Da wurde ich radikal trocken.
Und dann haben wir uns zusammengerauft und nochmal 13 Jahre später, also mit den 13 Jahres Sauferei nach insgesamt 26 Jahren, doch noch geheiratet. Aber das eigentlich nur, weil das Formularitäten erspart, die Beziehung lief und läuft auch so. Und wir haben das so ausgefochten, dass jeder zu seinem kommt. -
Öhm, ich habe kein Problem damit, wenn Du Dir das antun willst.
Ich habe aber auch meine Frau sehr gut verstanden, als sie mir gesagt hat, dass sie sich nicht anguckt, wie ich mich zu Tode trinke, und sie sich deswegen von mir getrennt hat.
Ich hatte ihr sogar selbst gesagt, dass ich sie nicht mehr ernst nehmen kann, wenn sie so unter mir leidet und sie sich trotzdem nicht trennt.
Ja, sie hat gelitten, ich habs gesehen, und trotzdem konnte ich mir damals nicht vorstellen, mit dem saufen aufzuhören. Wir waren sogar in der Paartherapie und haben uns über den Paartherapeuten als Vermittler gesagt, wie es im Einzelnen aussieht. Und daran haben wir gesehen, dass es damals keinen gemeinsamen Weg geben konnte.
Es war ein Dilemma, ohne Alk gings nicht, und mit Alk ging es auch nicht mehr. Und Aufhören hätte an dem, was mich am Leben störte, nichts geändert. Da musste es mir erst mal sehr schlecht gehen, bis ich bereit war, das Leben auch nüchtern zu probieren.
Ich musste erst genug gesoffen haben, damit es mir gereicht hat. Da konnte meine Frau nur auf Abstand gehen.
Und trotzdem weiß ich, dass es Anderen nie reicht, bis sie auf dem Friedhof liegen. Denn es hören immer noch die Wenigsten auf.
Mach was draus. -
Ich denke, Du hast mehr Möglichkeiten, als mit dem zu leben, was er Dir gibt. Mit dieser Aussage machst Du Dich ja auch komplett von ihm abhängig und lässt Dein Leben von ihm bestimmen. Da gibst Du ihm ja schon sehr viel Macht über Dich, und das freiwillig. Willst Du das so?
Du kannst ja auch eine eigene Vorstellung vom Leben haben und Deine eigenen Grenzen setzen. Weißt Du überhaupt, wo Deine Grenzen sind? Oder bist Du bereit, alles zu fressen, was er Dir gibt? Wenn das so wäre, hättest du ja auch einfach mit seiner Sauferei so weitermachen können. Also hast Du wohl irgendwo Grenzen.
Und dann könnte es ja immerhin sein, dass er für Deine Lebensvorstellungen einfach der falsche Partner ist. Entweder ihr habt Euch geirrt oder Ihr habt Euch auseinander entwickelt, kommt alles vor.
Das ist ja doch relativ oft so, dass man glaubt, wenn man jemanden liebt, dann müsste das auch klappen. Aber jede dritte Ehe wird geschieden, das ist ja auch ganz normal.
Liebeskummer geht im Schnitt nach einem Jahr vorbei, dafür gibts auch Fachleute, dann ist der Weg wieder frei. Und selbst wenns länger dauert, was Besseres als das wäre wohl schon möglich. Auch alleine kann man leben. -
Es ist alles spekulativ, was hier über ihn geschrieben wird. Keiner von uns steckt in ihm drin, und wer weiss, ob er selber weiss, warum er das macht.
Ja, Alkohol ist eine Droge, und die hat Wirkung. Wegen der Wirkung wird sie ja auch getrunken. Und möglicherweise gibt ihm der Alkohol auch mehr, als ihm Kinder, Job und Ehe geben können. Das ist alles möglich, aber wir wissen es nicht. Vielleicht ist auch nur sein Suchtdruck so hoch, dass er nicht dagegen ankommt. Denn Alkohol wirkt auch so, dass auf Dauer ohne Alkohol keine Freude mehr empfunden wird. Das liegt an der Gehirnchemie, die vom Alkohol beeinflusst und verändert wird. Und es dauert lange, bis sich das zurückbildet, und er hält es eben nicht durch. Egal warum.
Wie schon mal jemand bemerkt hat, es kommt auf das an, was hinten raus kommt. Und das ist ja wohl, dass er so mit Euch nicht mehr mag. Da kannst Du Dich drehen und wenden und mit dem Kopf gegen die Wand rennen, das ändert alles nichts. Du bist machtlos demgegenüber. Und das ist vermutlich schwer zu akzeptieren, aber ohne das drehst Du Dich im Kreis.
Also kann es doch für dich nur darum gehen, wie Du das überwindest und ohne ihn klarkommst. Und wenn du glaubst, er könnte sich so einfach ändern, kannst Du ja gerne versuchen, ob Du Dich so einfach ändern kannst. Dann stell doch mal deine Liebe zu ihm auf Knopfdruck ab. das kannst Du ja vermutlich auch nicht.
Was hast Du denn nun mit dieser Situation vor? -
Nur ist das mit Sucht und Suchen absoluter Blödsinn. Sucht ist schlicht und einfach das alte Wort für Krankheit.
Oder was glaubst Du, was ein Schwindsüchtiger sucht? -
Was sagt das schon, dass er Kinder und einen Job hat?
Kinder wären für mich auch ein Grund, die Flucht zu ergreifen. Jobs waren auch immer etwas, wo ich nur rauswollte. Ich habe für das Wochenende und den Urlaub gelebt. Unter der Woche, Arbeit ist doch kein Leben, da verkaufe ich doch nur meine Zeit.
Das ist doch absolut individuell, ob man daran was findet. Ich bin nach einer entsprechenden Erfahrung allen Frauen aus dem Weg gegangen, bei denen Kinderwunsch irgendwie spürbar war. Für mich bedeuten Kinder vor allem Mehrarbeit und rumgenerve. Andere mögen das, ich mag es nicht. Deswegen hätte ich auch nicht aufgehört. -
Bei mir war interessant, dass bei mir anfangs kurz nach dem Aufhören von einer Psychologin eine Depression für möglich gehalten wurde. Da war ich in der Suchtberatung, weil ich dachte, Hilfe wäre vielleicht nicht ganz verkehrt.
Innerhalb von 4 Wochen ohne Alkohol verschwand das depressive komplett.
Nach 4 Jahren Trockenheit wollte ich eine Therapie aus andern Gründen machen, weil ich in meinen Jobs immer angeeckt bin. Mehrere Probestunden bei Psychologen genommen, es war aber seitens der Experten keine psychische Erkrankung festzustellen.
Ich habe mir dann selbst eine Therapie aus eigener Kasse bezahlt, der entsprechende Psychotherapeut war allerdings der Meinung, dass ich eigentlich nur mit sehr gesunden Reaktionen anecke. -
Ursprünglich fangen die meisten an zu trinken, weil es andere auch tun und es ein gutes Gefühl macht, angetrunken zu sein.
Du musst ja nur mal gucken, womit die Alkoholwerbung arbeitet. Überall fröhliche Gesichter. Wenn das nicht teilweise so erlebt würde, würde die Werbung nicht funktionieren. Da wird nur verkauft, was die Leute mögen.
Davon will man dann immer mehr. Die Suchtforschung hat unter Anderem festgestellt, Leute, die viel vertragen und wenig negative Wirkungen wie starken Kater haben, sind besonders gefährdet.
Die anderen Probleme kommen oft erst als Folge des Trinkens.
Daneben gibt es noch andere Risikofaktoren wie Depressionen, psychische Erkrankungen oder Belastungen durch ein trinkfreudiges Elternhaus.
Aber auch da ist Trinken eigentlich die falsche Medizin. Eine Weile lang funktioniert es eben.
Ich sage von mir, Trinken war für mich einfach der Weg des geringsten Widerstands. So lange ich vom Trinken gut drauf kam, musste ich eben keine anderen Lösungen finden. Erst als das nicht mehr ging, weil ich mich mehrmals fast totgesoffen hatte, habe ich angefangen, andere Wege zu suchen und zu finden.