CartierRoyal - Übertreibe ich?

  • ich bin 36 und möchte eigentlich Kinder. Aber ich habe angst davor Kinder in die Welt zu sezten mit jemandem der sich dann nicht kümmert und die Kinder mitansehen müssen wie der Vater am Wochenende nur auf dem Balkon sitzt und ein Bier nach dem anderen trinkt.

    Die Angst ist berechtigt. Ich bin in so einem Umfeld aufgewachsen. Mein Vater hat getrunken, jeden Abend. Jahrzehntelang. Es war normal. Ich kannte es nicht anders. Meine Mutter ist fast daran zerbrochen. Es hat für unsägliche Spannungen gesorgt. Ich als Kind habe von den Zusammenhängen auch nichts verstanden. Hab nur registriert, daß eigentlich nie Frieden war. Es wurde auch mit den Jahren mehr. Auch wenn es NUR Bier oder NUR Wein war. Er stieg nie auf Hochprozentiges um. Heute weiss ich, daß es trotzdem immense Mengen waren, eben weil viele Biere und Weine auch genug Alkohol enthalten.
    Er konnte und wollte nicht aufhören. Und hat sie auch irgendwann verlassen, aber es dauerte. Viel zu lange. Die beiden hielten das System sehr lange aufrecht, saßen es aus. Meine Mutter wollte, daß er aufhört zu trinken (und noch eine ganze Menge anderer Dinge, zu nichts war er bereit). Er wollte, daß sie ihn in Ruhe ließ.


    Uns Kindern erzählte man (auch meine Mutter), daß Papa bestimmte Weine nicht vertrug, - irgendwann trank er hauptsächlich Bioweine. Ich habe geglaubt, was sie uns erzählten. Papa hat einen empfindlichen Magen. Daß es nicht normal ist, daß ein Vater JEDEN verdammten Abend trinkt, hat mir keiner erzählt.

    Es vermittelte mir ein Bild von Familie, was mich vergiftete. Weil es mir normal vorkam.


  • Wenn Du mit so jemandem ein Kind in die Welt setzt, bist Du nicht zu retten, salopp gesagt.

    Nein keine Sorge das ist mir alles bewusst und das werde ich nicht tun.


    Gerad eim Moment ist einfach alles etwas viel für mich. Bin verwirrt, hin und her gerissen zwischen eigenem Empfinden und Realität usw.

    Ich denke mir wird nichts anderes übrig bleiben als jetzt im Moment zu leiden und die Dinge zu akzeptieren wie sie gerade sind.

    Klar sitze ich hier und hoffe er hat jetzt Zeit sich Gedanken zu machen wie für Ihn die Zukunft aussieht und ob ich darin eine Rolle spielen kann oder ob er sich dann einfach eine Frau sucht die damit problemlos umgehen kann.

  • Hallo CartierRoyal,

    ich kann Deine Zerrissenheit und die momentane Überforderung gut nachfühlen.

    Du hast ganz zu Anfang mal geschrieben, dass Du keine körperliche Nähe mehr zu ihm möchtest.

    Glaubst Du, dass Du wieder körperliche Nähe wollen würdest, wenn er seinen momentanen Konsum halbieren würde?

    Ich glaube, unabhängig davon, ob der Partner suchtkrank ist oder nicht, ist es eigentlich in dem Moment entschieden, in dem man selbst merkt, dass man die Auswirkungen des Alkoholkonsums nicht ertragen kann. Seien es die Alkoholausdünstungen, der veränderte Gang, das nur-noch-zuhause-sitzen und trinken, das Lallen etc - unterschiedlich je nach Schweregrad.

    Das Problem von fast allen Angehörigen ist, dass man sich so gerne an die Hoffnung klammert, dass er ( oder sie ) ja vielleicht doch was ändert.


    Und was einfach richtig doll schmerzt ist die Fassungslosigkeit, dass der geliebte Mensch den Alkohol über einen selbst stellt. Diese Ohnmacht ist lange Zeit schwer zu verarbeiten. Für viele Angehörige ist das ein harter Prozess, durch diese Fassungslosigkeit zu gehen. Egal, ob es wirklich Sucht beim Partner ist, oder nicht. Die Tatsache, dass der Partner dem Alkohol den Vorrang gibt, ist unfassbar.


    Alles Liebe für Dich.

  • Und was einfach richtig doll schmerzt ist die Fassungslosigkeit, dass der geliebte Mensch den Alkohol über einen selbst stellt.

    Da solltest Du der Vollständigkeit halber aber noch einfügen, dass Du Deinen nach ein paar Tagen sturzbetrunken angetroffen hast und das Dein Helfersynsdrom geweckt hat.
    Und ein Helfersyndrom zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass der eigene Selbstwert davon abhängig ist, dass sich der Übergeholfene helfen lässt.
    Du bist aber sehend da freiwillig reingelaufen.

    Das ist für mich gerade das Gegenteil davon, in einer Beziehung so sein zu können, wie man eben ist. Wenn ich mich erst für die Beziehung - aus Liebe oder irgendwelcher pubertären Ramontik - ändern muss, ist das für mich keine Grundlage. Und die Beziehung sollte- aus meiner Sicht - ja für beide und subjektiv ein Gewinn sein , und nicht der eine dem anderen vorschreiben, wie er zu leben hat.

    Bei uns ist das so, was nicht von selbst läuft, kannst Du auf Dauer vergessen. Eine Partnerschaft, für die ich mich verbiegen muss, weil sie sonst nicht funktioniert, tausche ich jederzeit gegen ein Singledasein.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ich möchte dir meine Gedanken mitteilen, diese müssen nicht zwangsläufig deiner Meinung entsprechen, sie beruhen auf meiner Erfahrung.

    Zur Einordnung, ich männlich, lebe seit vielen Jahren mit meiner Alkoholiker-Ehefrau zusammen, mittlerweile räumlich getrennt und ohne unternehmerische Schnittflächen. Ich mach mein Ding, sie hängt den ganzen Tag locker ab. Kinder sind groß, kommen regelmäßig mit ihren Partnern vorbei, halten sich aber ausschließlich in meinem Bereich auf. War aber eigentlich schon immer so.

    Meine Sichtweise bezieht sich auf alle deine Beiträge über die 2 Seiten, das sind quasi Multi-Zitate, nur ohne die direkten Kontexte.

    Du schreibst von Trennungsgedanken seit 2,5 Jahren, und weist nicht so recht wie du seinen Konsum einordnen sollst. Die Antwort ist einfach, dein Bauchgefühl hat dich hier her geführt, dein Bauchgefühl hatte recht.

    10 Liter Bier die Woche sind sehr bedenklich, zumal er es bereits versteckt. Das ist ein Kasten. Du tust ihm und deinen Gedanken kein Unrecht, diese Menge ist absolut bedenklich. Hinzu kommt, Alkoholiker beginnen ihre Vorräte zu verstecken, wenn sie selbst merken, dass hier was aus dem Ruder läuft. Ist so ne Art Schamgefühl, das geht aber mit der Zeit verloren. Stell dir vor, er würde 10 Liter Cola die Woche trinken, das wäre genau so untypisches Verhalten. Leider wird er früher oder später auf effektivere Getränken umsteigen, im Bier sind immer noch zu 92 % Wasser. das heißt er muss viel "Material" ran schleppen.

    Auf Liebe zu dir wird er vermutlich nicht aufhören, das ist ein Teufelskreis, den er nur schlecht durchbrechen kann.

    Du hast keine Lust mehr auf körperliche Nähe? Dein innerer Entschluss bzgl. einer Trennung ist schon weiter als du denkst. Selbst wenn er sich reduzieren kann, es wird immer im Hinterkopf bleiben, das unbeschwerte Gefühl, Zuneigung und Vertrauen ist teilweise "aufgebraucht". das kommt nie wieder zurück.

    Seinen Führerschein mit 2,4 Promille zu verlieren ist schon eine Leistung, welche eigentlich Respekt verdient. Meine Frau hat ihren Führerschein verloren mit 2,7 Promille (Blutwert nach 1 Stunde im KKH) und sie konnte noch normal geradeaus laufen. Das sind Bereiche in denen wir "Normalos" bereits einen Filmriss haben. Das deutet auf eine gute Konditionierung hin, was auf Alkohol bezogen natürlich schlecht ist. Ist leider eine unerfreuliche Tatsache.

    Das du eine eigene Wohnung hast ist ein Riesen Vorteil, du kannst also jederzeit auf Fluchtdistanz gehen. Das unterscheidet dich von den allermeisten hier.

    Du schreibst von Kindern und äußerst gleichzeitig bereits deine Bedenken. Sehr gut erkannt, du weist jetzt schon was passieren wird. So logisch denken nicht alle, und das meine ich nicht abwertend sondern ehrlich. Du weißt mehr über den Alkohol als du dir eingestehst, deine Denkweise ist analytisch und richtig. Natürlich liebst du ihn (sehr wahrscheinlich), und hast gleichzeitig eine objektive Sicht. (anerkennendes Kopfnicken)

    Stell dir folgende Fragen: Ist er der Richtige für gemeinsame Kinder, Ist er der Richtige für ein glückliches und unbeschwertes Leben, ausgelassene Urlaube, gemeinsame Hobbys / Unternehmungen? Könntest du mit ihm ein Häuschen bauen / kaufen?

    Niemand hier kann dir sagen was für dich das richtige ist, diese Entscheidung bleibt leider an dir hängen. Aber du bist erst 36 Jahre, es ist noch alles möglich.

  • Vielen Dank dass du dir die Mühe gemacht hast so viel zu schreiben.

    Er versteckt den Alkohol nicht. Er steht vollkommen dazu und findet seinen Konsum normal.

    Ich bin diejenige die das Bier vor Ihm versteckt.

    Auf härtere Sachen steigt er glaub ich nicht um. Ich mag ja gar kein Bier sondern mache mir dann lieber mal n Cocktail. Davon rührt er gar nichts an das verwundert mich ja auch so wahnsinnig.


    Ich war am Freitag da um einen grossteil meiner Klamotten zu holen. Da war sein Bruder bei ihm und er war ziemlich Betrunken. Da hatte er mich gebeten dazubleiben und wir am nächsten morgen eine Lösung suchen wo er nichts mehr trinkt (er könne das ja ohne Probleme) ich bin dann auch geblieben. Am nächsten Morgen wollte er mich dann schnell los werden und nichts mehr davon wissen nichts mehr zu trinken...tja joa..und jetzt herrscht ziemlich funkstille...also von sich aus schreibt er mir gar nicht...wenn ich schreibe, schreibt er noch zurück aber ich hab auch keine Lust immer wieder auf ihn zu zu gehen....


    mich frustriert dass er ja gar nichts grossartig verliert ausser mich...er ist glücklich mit seinem Bier und zufrieden dass keiner mehr motzt

  • Ich bin diejenige die das Bier vor Ihm versteckt.

    Du zählst, was er säuft, und versteckst seine Flaschen , damit übernimmst du Verantwortung, die nicht deine ist. ;) Du bist nicht sein Erzieher und er ist nicht entmündigt. Er kann saufen, so viel er will. Das ist hart, aber es ist die Realität

    Wer kein Problem sieht, wird auch keins lösen.

    Du bist für dich und deine zukünftige Kinder verantwortlich, das hast du gut erkannt:thumbup: aber nicht für seinen Konsum. Wenn er seine Verantwortung nicht übernimmt, bleibt sie bei dir. Und wenn er sagt, er habe kein Problem, dann ist das seine Sicht, egal wie deutlich die Fakten dagegen sprechen.

    Wichtig ist, dass du erkennst, was du für dich tun kannst. Du kannst ihm die Flasche nicht aus der Hand schlagen. Und wenn er Alkoholiker ist, wirst du Geschichten hören, Ausreden, nächtliche Dramen. Das gehört zur Krankheit.

    Wer kein Problem hat, lässt die Flasche stehen ,wer eins hat, nicht.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo CartierRoyal,

    und jetzt herrscht ziemlich funkstille...also von sich aus schreibt er mir gar nicht...wenn ich schreibe, schreibt er noch zurück aber ich hab auch keine Lust immer wieder auf ihn zu zu gehen....

    Das ist eine gute Einstellung und es ist gut, wenn du sie beibehältst. Denn so wie es aussieht möchte er seinen Lebensstil, sein Trinken, nicht aufgeben. Wenn du ihn immer wieder kontaktierst, diese Berührungspunkte hast, dann wird das auch was mit dir machen. Was dir nicht guttut.

    ...ist glücklich mit seinem Bier und zufrieden dass keiner mehr motzt

    Dann ist das einfach so. Und du kannst dich auf dich und dein Leben konzentrieren, denn das ist es, vorauf du Einfluss hast.

    Liebe Grüße

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo zusammen

    So nun habe ich Ihn seit vergangenem Freitag nicht mehr gesehen...der Schmerz ist nachwievor gross.

    Frage an andere Co's: kennt ihr das, ihr vermisst diese Person so unglaublich fest dass es einem den Atem raubt. Man würde am liebsten alles über den Hauffen werfen und einfach da zurück unter die Decke schlüpfen?

    Ich fühle mich gerade TOTAL einsam aber mit jemand anderem möchte ich gar keine Zeit verbringen...nur mit Ihm.

    Aber er hockt bei einem alten Mann im Garten und trinkt aus riesigen Bierflaschen...


    Ich weiss echt nicht was los ist mit mir....das müsste doch abschreckend sein.

  • Hallo CartierRoyal,

    du hast in einem deiner Beiträge geschrieben, dass du ihn liebst. Und da sind deine Gefühle, die du jetzt hast, normal. Du lässt was los was du eigentlich behalten möchtest. Vom Kopf her ganz klar. Denn er hat sich entschieden. Er kann und will nicht auf den Rausch verzichten und du kannst und willst nicht so leben. Aber dein Herz ist noch nicht soweit.

    Er hat sich entschieden und sich getrennt. Und das tut erstmal weh. Aber im Grunde genommen kannst du froh sein, auch wenn sich das jetzt voll blöd und verkehrt anhört.

    Es ist ja so, dass Sucht nur eine Richtung hat, nämlich in den Zerfall. Alkohol ist ein Zellgift. Da wird im Körper quasi nach und nach alles zerstört. Das ist Fakt.

    Und da ist die Überlegung ob du das mitleben möchtest. Du möchtest Kinder haben aber solange er trinkt schließt du das aus. Du gibst deine eigene Lebensvorstellung erstmal auf für etwas, was derzeit völlig ungewiss ist, nämlich ob er was bei sich verändert. Wie lange willst du warten?

    Und aus eigener Erfahrung ist es so, dass ich damals in den Jahren mehr und mehr eigenes Leben aufgegeben habe. Um ihm zu helfen aus dem Suff rauszukommen. Um alles zusammenzuhalten. Um ein halbwegs normales Leben zu haben. Was ich nicht geschafft habe.

    Ich hab immer wieder auf Besserung gehofft, gehofft, dass er für die Kinder und mich das Saufen aufgeben würde.

    Nichts von meinen Lebensvorstellungen konnte ich wirklich erreichen. Denn mein erster Mann hatte seine eigene Vorstellung davon, was er wollte. Er wollte trinken. Er musste trinken. Als er abhängig geworden war. Wir waren gewissermaßen nach und nach nicht mehr in unseren Vorstellungen kompatibel, was wir am Anfang noch, für mich gefühlt, gewesen waren.

    Ich habe mich dann nach über 20 Ehejahren getrennt.

    Frage an andere Co's: kennt ihr das, ihr vermisst diese Person so unglaublich fest dass es einem den Atem raubt. Man würde am liebsten alles über den Hauffen werfen und einfach da zurück unter die Decke schlüpfen?

    Ich habe nach all der Zeit nichts vermisst. Außer mein Zuhause. Erstmal. Und unter einer Decke mit ihm konnte ich schon lange nicht mehr liegen. Ich war ziemlich kaputt und erschöpft von den vergangenen Jahren.

    Ich fühlte mich erlöst. Der Alkohol hatte in all den Jahren auch meine Liebe zu ihm zerstört. Und das habe ich hier schon oft gelesen, dass das passiert. Und ein Stück weit hatte der Alkohol auch mich mit zerstört, denn ich bin erschöpft und depressiv da rausgegangen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich habe nach all der Zeit nichts vermisst. Außer mein Zuhause. Erstmal. Und unter einer Decke mit ihm konnte ich schon lange nicht mehr liegen. Ich war ziemlich kaputt und erschöpft von den vergangenen Jahren.

    Ich schließe mich da an. Ich war sehr froh, dass ich endlich den Schritt geschafft habe. Und wir waren knapp 10 Jahre verheiratet. Dafür merke ich jetzt noch die Erschõpfung und mein Nervensystem.

  • Ihr lieben

    Meine vergangene Abende habe ich damit verbracht den Faden von Aurora komplett durchzulesen. WOW!!!!!!

    Ebenfalls habe ich noch in ein paar andere Co Fäden reingeguckt und ich muss sagen ich erkenne so so soooo vieles wieder.

    In mir toben zur Zeit zwei verschiedene Wirbelstürme.

    Ich war am Freitag nochmal bei Ihm weil ich etwas abholen musste was ich dringend brauchte. Er hat mich in die Wohnung gebeten mit den Worten: ich hab noch Aperol da, trink doch noch einen. Gut, gesagt getan. (Augenroll)

    Natürlich ging es in dem kompletten Gespräch nur darum was ich in dieser Beziehung alles falsch gemacht habe.

    -Ich immer so schlecht drauf wäre,

    -keine lust auf ...intimität hätte (was grundsätzlich so nicht stimmte),

    -ich immer bei einem Bier schon die Augen verdrehen würde und mich in der Wohnung zurück ziehen würde anstatt bei ihm zu sitzen und mit zu trinken (sorry war mir zu kalt 7 Stunden aufm Balkon zu sitzen die vergangenen Monate) UND ich weiss dass es nie bei einem bleibt

    -ich weiss gar nicht was er noch alles aufgezählt hat...irgendwann habe ich mich aus selbstschutz aus dem Gespräch gedanklich ausgeklinkt.

    Nunja...also er hat mir in etwa 4 Stunden erklärt dass ich mir das echt einbilde und mich reinsteigere, es sei normal und er hätte früher viel mehr getrunken und hätte das jetzt im Griff!! (habe in vielen Fäden gelesen dass ganz viele Alkis GENAU diese ausflüchte benutzen) .....er hat in dieser Zeit auch 6 Bier und einen Aperol getrunken....jouuuuu kein Problem weit und breit ne...

    Ich musste dann irgendwann so Weinen wegen der ganzen Misere und weil er auch wieder diesen komischen Blick und Gang drauf hatte (nicht betrunken aber sehr gut angeschickert würd ich mal sagen)

    Da wollte er mich nicht Nachhause fahren lassen mit dem Auto (ich hatte nur einen kleinen Aperol und hätte noch gut fahren können) aber irgendwie wollte das dumme Herz auch bleiben. Also schlief ich da...ich dachte komm Mädchen, gib dir einen Ruck und zeig deinen guten Willen bezüglich der Intimität, vlt kannst du es nochmal Retten, er will ja dass du da bleibst.

    Es war nicht schön...er hat wie immer keine Rücksicht auf mich genommen und durch seinen Pegel hat es einfach ewig gedauert. Ich wollte es irgendwie einfach durchstehen aber irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. (sorry wenn das zu privat erzählt ist)

    Am Samstag morgen war er dann wieder richtig abweisend und ich wieder die dumme.


    Ich glaube das war der Zeitpunkt in dem sich alles in mir gedreht hat. ICH WILL DAS SO NICHT MEHR!

    Seither herrscht zwischen uns funkstille. Es fällt mir zwar schwer...er war die letzten 2.5 Jahre der Mensch, dem ich alles erzählt habe. Aber bisher halte ich mich einfach total zurück und schreibe nicht, wahrscheinlich schreibt er auch nicht und das wars einfach. Aber es ist OK...wenn es so sein soll dann ist es eben so.

    Ich merke zwar den Schmerz den das ganze in mir auslöst, aber in den letzten zwei Tagen merke ich auch wie ich irgendwie zur Ruhe komme. Ich habe nicht mehr dieses komische Gefühl in mir drinn, dass wenn ich wo bin, da ganz schnell wieder weg zu müssen, nach Hause nachsehen ob alles OK ist, kontrollieren ob er trinkt usw....ich ertappe mich oft wie ich mich entspanne aber wenn ich es merke, kommt die Anspannung wieder etwas zurück, so als ob ich es mir nicht erlauben kann zu Entspannen...aber ich glaube das wird.

    Dann ertappe ich mich oft bei dem Gedanken, was ist wenn er doch schreibt ob wir nochmal Reden können. Vlt doch irgendwo Einsicht da ist, dass er ein Problem hat........nur....selbst wenn er es einsieht....ich war doch nicht glücklich...seine Worte taten so oft so weh. Es kam so selten etwas von ihm...das will ich doch so gar nicht mehr?

    ich bin verwirrt....

    Aber ich hoffe ich kann irgendwie bei mir bleiben, mich selber genug lieb haben um mich nicht mehr auf ihn einzulassen.

    Sorry es wurde lang

  • Natürlich ging es in dem kompletten Gespräch nur darum was ich in dieser Beziehung alles falsch gemacht habe.

    Nunja...also er hat mir in etwa 4 Stunden erklärt dass ich mir das echt einbilde und mich reinsteigere

    Der Alkoholiker sucht immer die Schuld bei anderen, er übernimmt keine Eigenverantwortung. Er will trinken, er darf trinken. Es ist sein Leben.

    vlt kannst du es nochmal Retten, er will ja dass du da bleibst.

    Ich wollte es irgendwie einfach durchstehen aber irgendwann konnte ich einfach nicht mehr

    seine Worte taten so oft so weh

    Er versucht Dich zu manipulieren.
    Wie groß muss Dein Leidensdruck werden?

    Wie fühlst Du Dich? Was kommt da bei Dir hoch?
    Dein Körper und Dein Bauchgefühl wehren sich und Dein Kopf will es nicht wahrhaben.

    nach Hause nachsehen ob alles OK ist, kontrollieren ob er trinkt usw.

    Alles dreht sich um IHN, er er er…

    Wo bleibst Du bei dem Ganzen?


    Kontrollsucht ist auch eine Sucht. Du möchtest, dass er sich ändert, damit es DIR besser geht. So funktioniert das leider nicht.

    Kümmere Dich um Dich selbst, damit es Dir besser geht. Meide den Kontakt in jeglicher Form, lass Dich nicht einlullen.
    Ich schreibe das, weil es bei mir nicht 2,5 Jahre waren, sondern 28 Jahre wurden. Rette Dir Dein Leben. Alles Gute auf Deinem Weg🍀

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Liebe Cartier,

    bitte verstehe es keinesfalls nicht als Vorwurf, sondern als einen Blick von Außen: warum hörst du dir vier Stunden lang an, was du angeblich alles falsch gemacht hast und dir nur einbildest? Und warum lässt du Intimitäten zu, obwohl du es (in dieser Situation) gar nicht willst?

    Du weinst und willst eigentlich nach Hause fahren....Und doch bleibst du.... Es tut mir fast körperlich weh, die Beschreibung dieses Abends zu lesen.

    Aber vielleicht hat es (noch mal) genau so einen Abend gebraucht, um sich ein Stück weit lösen zu können.

    Alles Liebe für dich.

    LG, Helene

  • Hallo CartierRoyal,

    mir geht es wie Helene . Warum hörst du dir VIER Stunden lang an, was du für ein angeblich schlimmer Mensch du bist und angeblich alles falsch gemacht hast?

    ich dachte komm Mädchen, gib dir einen Ruck und zeig deinen guten Willen bezüglich der Intimität, vlt kannst du es nochmal Retten, er will ja dass du da bleibst.

    Auch das tut mir beim Lesen schon weh... Und dann war es nicht mal schön und er hat dich im Grunde genommen benutzt.

    Meinst du wirklich, dass nochmal reden was bringt, er Einsicht zeigt? Möchtest du das wirklich nach all dem, was da zwischen euch passiert ist? Ich hab da meine Erfahrung mit gemacht, nämlich dass sich da NICHTS geändert hatte. Menschen werden nicht über Nacht das Gegenteil von dem, was sie jahre- oder jahrzehntelang waren.

    ...ich war doch nicht glücklich...seine Worte taten so oft so weh. Es kam so selten etwas von ihm...das will ich doch so gar nicht mehr?

    Diese Gedanken kannst du anstatt mit einem Fragezeichen eher mit einem Ausrufezeichen versehen. Ausdrucken und dir anhängen, wo du es immer wieder sehen kannst. Sowas hab ich auch gemacht und das war gut, es hat mich immer wieder gerade gerückt. Also:

    selbst wenn er es einsieht....ich war doch nicht glücklich...seine Worte taten so oft so weh. Es kam so selten etwas von ihm...das will ich doch so gar nicht mehr!!!!!!!

    Nur mal als Idee...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke für eure Inputs <3


    Ich hab mir das so lange angehört weil es mich einfach interessiert was er dazu meint (das habe ich ja das ganze letzte Jahr gehört...bin immer gespannt ob was neues dazu kommt oder es tatsächlich immer das selbe ist.)

    Mir geht sowas zum Glück nur oberflächlich Nahe. Jedenfalls war nichts neues dabei.


    Mein Kopf weiss zum Glück auch dass das so nicht Richtig ist. Ich mag bloss keine Veränderungen. Ich war also einfach so lange so Geduldig weil es mir zu Umständlich vorkam etwas daran zu ändern. Also blöd gesagt lieber das ganze Schlechte ertragen für ein gewisses Mass an Stabilität.

    Wenn ich aber näher darüber nachdenke und die Gedanken auch zulasse, ändert sich eigentlich nicht viel für mich. Ich bin jetzt einfach alleine wenn ich Zuhause bin....ich war aber auch vorher alleine...einfach mit dem Wissen dass er ein paar Meter nebenan hockt...glaube da gewöhne ich mich dran.

    Helene hat recht, ich glaube diesen Abend habe ich definitiv gebraucht um für mich selber klar zu machen: ich habe alles versucht, an mir liegt es nicht.

    Für mich wird von Tag zu Tag klarer dass ich eigentlich Glück habe es so früh zu merken und nicht noch 10 Jahre mit Ihm fest zu hängen.


    Eins geht mir noch durch den Kopf: er war ja bereits vor 3.5 Jahren für einen Monat in einer Entzugsklinik..WENN er denn kein Alkoholproblem hatte/hätte, dann hätten die den doch nicht so lange da behalten?!? Die Plätze sind doch rar....

    Also spielt keine Rolle aber das ist einfach so ein Gedanke der in meinem Kopf rum schwirrt.

    Für mich trinkt er zu viel, ob das jetzt Gesellschaftlich als Alkoholiker anerkannt ist oder nicht spielt dabei eigentlich keine Rolle.

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