Beiträge von Lebenskuenstler

    Ich bin ja noch neu in der Branche vielleicht liegt es daran, doch es war echt Grenzwertig und hat mir nicht gut getan. Sicherlich brauche ich jetzt nicht in Panik ausbrechen was ich ja auch nicht mache, aber es hätte auch anderst ausgehen können, ich hab das unterschätzt war aber auch stärker als der Alkohol sonst hätte ich ja getrunken.

    Mir geht es da um einen bestimmten Punkt.
    Die Panik kann schlimmer sein als die Alkoholmenge. Und die Panik ist es, die erst zum Saufdruck führt.

    Als ich aufgehört habe und erst bei AA kurz war, hiess es noch, ein Tropfen und Du trinkst wieder. Daraus kam dann aber erst, oh je, jetzt habe ich aus Versehen und jetzt muss ich wieder trinken. Das wird dann das, was man eine sich selbst erfüllende Prophezeiung nennt. Und das ist, gelinde gesagt, Blödsinn.

    Ich meditiere und habe guten Zugang zu meinem Inneren. Und von daher weiss ich ziemlich gut, ob ich trinken will und mir so ein Versehen entgegen kommt, und ich dann einen Trinkgrund daraus bastle, oder ob meine Trockenheit auf gutem Fundament steht.

    Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und kann mir schon ausrechnen, dass ich gleich Gegenwind kriege.

    Das eine ist Deine familiäre Situation. Deine Frau würde bei mir in ihrer ignoranten Art hochkantig rausfliegen. Und ich bin da sicher nicht so zart besaitet wie Du vielleicht.

    Wegen dem Tiramisu würde ich mir überhaupt keine grauen Haare wachsen lassen. Ich habe mir das früher mal ausgerechnet. Ich müsste drei Kilogramm Tiramisu essen, um auf eine Alkoholmenge zu kommen, bei der früher bei mir der Kontrollverlust eingesetzt hat. Da wäre mir vorher längst schlecht. Ich habe früher mehrere Flaschen Schnaps getrunken, bis ich besoffen war, vor solchen Kleinmengen habe ich nicht allzuviel Angst.
    Nicht falsch verstehen, ich konsumiere das normalerweise auch nicht, aber ich mache mir auch keine Panik, wenn ich mal drei Bissen von so was erwische. Solange ich keine berauschende Wirkung merke, hat das bei mir nichts mit Saufen zu tun.
    Ja, es ist mir auch schon passiert, das Bedürfnis, zu Saufen, kam nie nach. Mich hat auch noch nie irgendwas getriggert, der Begriff Trigger ist für mich was für andere Leute.
    Wenn ich gesoffen habe, immer, weil ich das auch wollte.

    Ich habe nüchtern für Kunden von mir schon mal eine Führung durch eine Schnapsbrennerei gemacht. Ja, es ging ums Geld, nämlich meines. Ich kannte mich ja aus. Für mich gab es Saft und weiter hat mich das nicht beeinflusst. Und wegen den selben Kunden hatte ich jahrelang palettenweise Wein im Keller und das hat mich auch nie interessiert.

    Ich nehme an, hier gibt es Leute, für die wäre das gefährlich, sonst würde nicht so ein Drumrum drum gemacht. Aber für mich selbst, muss ich sagen, ich finde mich darin nicht wieder. Ich höre in mich rein, ob ich betrunken sein will, und die Antwort aus meinem inneren ist Nein. Damit fahre ich gut.

    Mich interessiert Alkohol in etwa so viel wie eine verflossene Liebe, mit der ich fertig bin. War mal ganz nett, ist vorbei. Selbst wenn man sich mal über den Weg läuft, besteht kein Interesse mehr das zu vertiefen.

    Just my 2 cents.

    Mich hat das nicht besonders aufgeregt.
    Ich wusste, womit zu rechnen ist und ich hatte den nötigen Abstand.

    Es waren vor allem organisatorische Dinge, die ich gemacht habe.
    Und ich habe meinen Vater einfach als kranken Menschen betrachtet.

    Wenn Ihr da alles selbst machen wollt, braucht Ihr Euch über Eure dünnen Nerven nicht zu wundern.

    Du wirst nicht drumrum kommen, Dich genauer mit dem Umgang mit dementen Menschen zu informieren. Was Du da über sie schreibst, ist völlig normal.

    Trotzdem ärgert mich das Gefühl das er mir gibt, dieses "ihm nicht genügen" "ihm Probleme bereiten" macht mich wütend und gleichzeitig sehr traurig, obwohl ich lang schon kein Kind mehr bin.

    wie gefährlich ist das für Dich? Dein heutiges Hiersein fing ja mit dem Appetit auf den Aperitiv an. Ist Dein Elternhaus ein Trigger, den Du bewältigen musst?

    Ja,meine,unsere Elterngeneration hatten mit Alkoholsucht ihre eigene Meinung.Keine Krankheit, sondern Willensschwäche! Das ist aber auch verständlich, denn die Aufklärung und Einsicht,daß es eine Krankheit ist,setzte sich ja erst Anfang der 80'ziger langsam durch.Mein Vater war 5 Jahre im Krieg und 5 Jahre in Gefangenschaft.Er ist schon 20 Jahre tot.Diese Generation hatte ganz andere Probleme wie wir.Ich kann das dieser Generation nicht übel nehmen, denn die Aufklärung fand ja erst langsam in den 70'zigern statt, Das Alkoholproblem nahm ja in den Aufbaujahren erst langsam richtig durch den steigenden Wohlstand an Fahrt auf.Ich hatte in dieser Frage mit meinem Vater auch etliche Diskussionen. Ich hab meinen Frieden mit ihm gemacht. Jede Generation hat ihre eigenen Probleme.

    Ja, das ist wohl so.

    Dazu kommt aus meiner Sicht, dass in unserer Elterngeneration während dem Krieg und danach ein selbstbestimmtes Leben eher Illusion war. Das hat mir geholfen, sie besser zu verstehen.
    Mein Vater hatte keine Wahl, sein Vater starb an der Front, er musste sich und seine Brüder mit 14 durchbringen. Der andere Großvater landete in Sibirien und fiel ebenso aus.
    Vertreibung, Flucht, etc.
    Die hatten kein lockeres Leben.

    Als ich mich da mal reinversetzt hatte, fiel viel Groll auf sie von mir ab.

    Ausserdem, sieht man bei Bauern wie bei deutschen Familienunternehmen und dem englischen Königshaus, spielt aber sicher auch in vielen normalen Familien eine Rolle, dass von Kindern schon von Geburt an erwartet wird, dass sie das elterliche Erbe fortführen.
    Es ist ja auch noch nicht so lange her, dass der Sohn automatisch den Beruf des Vaters übernahm.

    Und Eltern sind die ersten Bezugspersonen, die das eigene Erbmaterial an die Kinder weitergeben und die Kinder prägen, da kann man sich zwar davon lösen, aber nicht automatisch. Ich glaube, das spielt bei diesen Familienproblemen eine große Rolle. Bei mir direkt im Umfeld ist ein Fall, da wollen Eltern über das Testament noch über ihren Tod hinaus ihren Kindern mitteilen, was sie von ihnen halten. Beim Erben geht es oft noch mal ans Eingemachte.

    Gibt ja dann auch so die Trainigs, herauszufinden, was die inneren Antreiber sind, und ich kenne erfolgreiche Menschen, die immer noch davon getrieben sind, ihre Eltern nicht zu enttäuschen, obwohl sie nach aussen längst abgenabelt sind.

    Klugscheissmodus off, ich gehe mal wieder zu meinem eigenen Leben über.

    LG LK

    Tja.

    Mein Vater hat mir ein elendes Alter vorhergesagt, wenn ich nichts trinke. Er hat sich lieber totgesoffen.
    Und dass ich aufgehört habe, weil es mir schadet, nannte er "Feigheit vor dem Feind".

    Wir machen alle so unsere Erfahrungen.

    Mach das, was Dir gut tut.

    Hallo Emme,

    mal kurz ein Satz dazu.

    Ich habe mir das Trinken nicht verboten ("darf nicht"), weil ich so gestrickt bin, dass ich gegen ein Verbot immer innerlich rebellieren würde.

    Mein Leben gehört mir, und deswegen darf ich immer trinken.... wenn ich das will. Ich darf alles, wenn ich bereit bin, mit den Konsequenzen meines Handelns zu leben. das einzige, was ich muss, ist irgendwann sterben.

    Ich werde Dich nicht überreden, trocken zu bleiben. Aber es gab ja vermutlich Gründe, wegen denen Du aufhören wolltest.

    LG LK

    wieweiter

    Du wirst mich gleich hassen.

    Du kämpfst, wie viele andere hier, mit den Konsequenzen dessen, was Du selbst unbedingt haben willst.

    In dem Fall damit, dass Du unbedingt alles selbst machen willst.

    Ich bin da bei Elly. Putzfirmen, Entrümpelungsfirmen.
    Oder Second-Hand-Läden, die kommen, und gucken, was verwertbar ist. Und, so kenne ich das, den Preis des von ihnen Verkauften sogar gegenrechnen mit der Arbeit, die sie beim Ausräumen hatten.

    LG LK

    hier geht es nicht um Erziehung

    Ganz richtig.

    Deine Freundin ist trotz sämtlicher Begleitumstände einerseits ein kranker, andererseits ein erwachsener Mensch.
    Und als erwachsener Mensch nicht nur verantwortlich für sich selbst, sondern auch berechtigt, so viel zutrinken/saufen, wie sie will.

    Um das mit den Worten eines Arztes zu sagen, mit dem ich mal zu tun hatte:
    Sie ist nicht entmündigt. Und die Freiheit des Einzelnen beinhaltet das Recht, sich zugrunde zu richten.

    Vor keinem Gericht würdest Du mit Deinem Wunsch, über ihr Leben zu bestimmen (und nichts anderes ist Dein Versuch, sie irgendwie zu beeinflussen), Recht bekommen.

    Bleibt: überleg Dir, wie Du damit klar kommst.

    LG LK

    Hall Landliebe,

    Ich denke auch, ich schreibe, was ich schreibe, weil Klara jede Möglichkeit wissen wollte.
    Und was ich gemacht habe, hat funktioniert.

    Mein Vater hat absolut jede Hilfe abgelehnt,seinen eigenen Brüdern Hausverbot erteilt, jeden rausgeschmissen der ihm helfen wollte.
    Mir hat er auf die Frage, ob er Hilfe braucht zuallererst Schläge angedroht. "Ich kann Dich immer noch verprügeln". So wie früher halt, als ich noch klein war, den Starken rausgehängt, der er längst nicht mehr war.

    Er hat alleine in seinem Haus gelebt, wo schon die Kloschüsseln überliefen. Ich habe ihn gefragt, ob er so leben will. So lange er gesagt hat, ja, er will so leben, habe ich nichts gemacht.
    Irgendwann konnte er nicht mehr und ich habe ihn überrumpelt und zum Arzt gebracht, Da war er dann reif.

    Was mir sehr geholfen hat, kannst Du vermutlich nicht nachvollziehen, das ich selbst gesoffen habe und trocken bin. Ich kannte die Innensicht davon, wie es aussieht, wenn man keine Hilfe will. Deswegen konnte ich ihn machen lassen, ohne mir ein schlechtes Gewissen zu machen, denn ich kannte sein Verhalten von mir.
    Ich habe ihn ernst genommen, er will keine Hilfe, das ist für mich OK.

    LG LK

    Deshalb mache ich mir ja so schreckliche Sorgen darum, dass er ohne mich nicht klar kommt. Auch wenn das anmaßend und eigentlich sogar unfair ihm gegenüber ist.

    Deine Sorgen sind Dein Problem, nicht seins. Mit ihren Sorgen wollte meine Mutter die Kontrolle über mich behalten und das Recht dazu begründen. Ich bin allergisch dagegen, wenn sich um mich jemand Sorgen macht.
    Aber es ist auch sein Problem und nicht Deins, wenn er alleine abstürzt. Bis jetzt muss er ja gar nicht lernen, das alles zu können, was er nicht kannn. Das erledigst ja Du. Er ist der Chef und schafft Dir die Arbeit an, so könnte man es auch sehen.

    LG LK

    Ich würde ihr ihren Sohn gern wieder in ihre Verantwortung übergeben

    Sorry, aber das liest sich, als ob Du mit einem Kind, das noch zur Mami gehört, Kinder gekriegt hast.

    Er ist ein erwachsener Mensch. Und es ist so, das ein erwachsener Mensch trinken darf, so viel er will, auch wenn das für andere absolut unverständlich ist. Das nennt sich die Freiheit des Einzelnen. Er ist Dir darüber keine Rechenschaft schuldig und Du darfst auch mit Deinem Leben machen, was Du willst. Aber mit seinem Leben darfst Du nicht machen, was Du willst, das darf nur er. Ausser er lässt zu, dass Du ihm sagst, was er machen soll. Gegenseitige Verpflichtungen klären normalerweise Familiengerichte, wenn man sich nicht einigt.

    Die Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, sind schon lange vorbei. Das gabs nur im Märchen.

    Versuch mal, ihn nicht wie Dein Kind zu behandeln.

    Eine gesetzliche Betreuung habe ich abgelehnt und ihr wurde ein Berufsbetreuer zugewiesen.

    Ich hatte sämtliche Betreuungsvollmachten. und ich habe selbst nur die Hilfen organisiert. Ich könnte wegen eigener körperlicher Einschränkungen nicht pflegen, kann nicht schwer heben und so. Ausserdem hatte ich auch ein eigenes Leben.
    Mit Demenz, wozu Korsakow gehört, kriegst Du normalerweise schnell einen hohen Pflegegrad und dementsprechend kannst Du Pflegedienste in Anspuch nehmen. Das habe ich gemacht, so lange es möglich war.

    Betreuung beinhaltet auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht, so dass auch ich entscheiden konnte, dass er ins Heim kommt. Und das habe dann ich auch so entschieden.
    Dort bekam er seinen Alkohol zugeteilt. Es macht keinen Sinn, jemanden in dem Zustand gegen seinen Willen zwangstrockenzulegen, da hat der/diejenige gar nichts davon. Und Betreuung beinhaltet, das Du im Sinne des Betreuten handelst und nicht unbedingt so, wie Du das möchtest. Wenn jemand trinken will....es ist nicht verboten.

    Natürlich war es trotzdem Stress, aber es hat mich nicht sinnlos fertig gemacht.

    LG LK

    Halo KlaraaB,

    bei mir in der Familie hatte jemand Korsakow, da half nur noch betreutes Wohnen.
    Und da geht so gut wie niemand freiwillig hin, genau so wenig wie in ein Altersheim.
    Das funktioniert gegen den Willen oft auch nur mit richterlichem Beschluss, sofern Deine Mutter noch geschäftsfähig ist. Ansonsten per ärztliche Einweisung.

    Es gibt Gruppen für pflegende Angehörige. Bei Alzheimer und anderer Demenz ist das nicht so viel anders. Und es gibt auch Reha für pflegende Angehörige, wenn die Belastung zu hoch wird. Burnout ist da eine rale Gefahr.
    Mein Vater hat sich tot getrunken, ich selbst bin aber auch trockener Alkoholiker und wusste von daher, wenn der keine Hilfe will, dann will er keine. Das war bei mir früher ganz genau so. Und ich habe seine Betreuung gemacht, mir wurde aber auch geraten, mir unbedingt jede Hilfe zu holen, die ich kriegen kann. Pflegestützpunkt usw.

    Alles Gute.
    LG LK

    Der Typ ist schon sternhagelvoll, warum hat der nicht genug, wann ist der endlich "satt" ?

    Naja, für mich gilt: das 1. Glas stehen lassen, das ist viel leichter, als das 3. Glas stehen lassen

    Das war bei mir exakt das Gleiche. Ich habe den Rausch, den ich wollte, nicht mehr erreicht, bevor der Körper zusammengeklappt ist. Da musste immer noch was rein bis ich umgekippt bin. Die Gier war dann uferlos.

    Und auch das zweite traf bei mir zu. Gar nicht zu trinken war viel einfacher, als es mit weniger zu probieren.

    LG LK

    Hi Matcha,

    Kontrollverlust gibt es bei allen Süchtigen. Spielsüchtige hören auch nicht auf, wenn es am sinnvollsten ist, sonst wäre das ja auch kein Problem.

    Und bei einigen anderen Drogen kommt der Rausch viel schneller als beim Trinken. Da bist Du gleich da, wo Du beim Saufen erst nach längerem Trinken bist. Das geht dann aber auch wieder weiter, wenn die Wirkung nachlässt.

    Beim Saufen war es bei mir so, dass ich bestenfalls bei den ersten Drinks dachte, heute höre ich auf, bevor ich richtig besoffen bin. Aber in Wirklichkeit wollte ich die Wirkung, den Rausch haben und nach den ersten Drinks setzt erst mal die enthemmende Wirkung ein, und deswegen habe ich den halbherzigen Vorsatz, weniger zu trinken, um so leichter fallen lassen. Das geht, bis Dir die Wirkung reicht, oder bis Du nicht mehr kannst.

    LG LK

    Aber ich kann dir aus meinen Erfahrungen sagen, dass jeder Alkoholiker weiß, dass er Alkoholiker ist und jeder weiß, dass Abstinenz die beste Lösung ist.

    Das ist Deine Erfahrung, aber bei mir war es anders.

    Ich habe mich nicht als Alkoholiker gesehen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich erst Jahre nach dem Aufhören angefangen, mich als Alkoholiker zu bezeichnen, weil es bequemer für mich war als lange Erklärungen, warum ich nichts mehr trinke.
    Als ich noch getrunken habe, waren Alkoholiker für mich nur die Klassischen, die morgens gegen den Flattermann erst mal einen kippen mussten (ich kannte mehrere von dieser Sorte) und die keinen Tag ohne konnten. Mir sagten sogar genau diese Alkoholiker, dass ich keiner bin, weil ich Pausen machen konnte.

    Und auch als ich aufgehört habe, habe ich mich als Missbräuchler gesehen. Riskantes Trinkverhalten, OK. Auch erst als ich nüchtern war, habe ich mir eingestanden, dass ich den Alkohol brauchte.
    Also ich habe schon gesehen, dass da ein Problem war, aber Alkoholismus war für mich einfach etwas Anderes.

    Und so lange ich gesoffen habe, habe ich die Abstinenz nicht als beste Lösung gesehen, sondern als die schlechteste. Genau deswegen habe ich ja versucht, kontrolliert zu trinken, weil Abstinenz für mich die schlimmste Vorstellung überhaupt war.

    Und da bin ich auch bei der Antwort auf diese Frage:

    Ist es wirklich so schwer aufzuhören selbst wenn man in vollem Bewusstsein (meistens) ist , das man den Partner den man wirklich liebt sonst verliert.

    Ich war überzeugt davon, wenn ich mit dem Trinken aufhöre, kann ich mich auch gleich umbringen. Wo da dann die Partnerin bleibt, kannst Du Dir ja auch vorstellen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man (dauerhaft)nüchtern irgendwie so etwas wie Lebensfreude haben kann. Das war für mich vollkommen ausgeschlossen, aufzuhören, so lange das nur irgendwie ging. Ich war mir sicher, ich brauche meine regelmässigen Vollräusche für mein inneres Gleichgewicht.

    Das kam erst mit fürchterlichen Abstürzen, Notarzt, usw, dass ich mir vorstellen konnte, dass es nüchtern auch nicht schlimmer ist.
    Und erst nüchtern habe ich entdeckt, dass es gar nicht so furchtbar ist, wie ich dachte.

    LG LK

    ich schiebe da noch was nach, weil das auch mit meiner Trockenheit zu tun hat.

    Als mir das Ganze da passiert ist, hatte ich erstmal wahnsinnige Schmerzen.
    Ich konnte keine Kaffeetasse halten und ich konnte nicht laufen.
    Jedem Arzt, der die Kernspinaufnahmen sah, fiel erst mal das Gesicht runter, so schlimm sah es aus.
    So gaben mir die stärksten Schmerzmitel, aber davon wurde mir nur schlecht.

    Wenn ich noch gesoffen hätte, wäre es das gewesen. Selbstmitleid, alles sche...e, Rest kann ich mir denken.

    Ich war da aber bereits 6 Jahre trocken, hart im Nehmen und ich war nicht bereit, mehr aufzugeben, als wirklich unvermeidbar aufgegeben werden musste.
    Ich war auch nicht trocken geworden, um wegen so etwas nun mit dem Leben aufzuhören.
    Ich wollte vom Leben noch was haben.

    Also habe ich angefangen, zu trainieren. Mehrere Jahre lange mehrere Stunden am Tag.
    Wenn ich noch gesoffen hätte, wäre das ausgefallen.
    Da könnte ich mich jetzt halt nicht mehr rühren.

    Gestern bin ich 11 km und einige hundert Höhenmeter gelaufen. Und wurde mal wieder angesprochen. Immer wieder interessant, weil Leute dann auch von sich erzählen.
    Auf einigen Kilometern tat mir jeder Schritt weh und ich musste aufpassen, dass mir die Beine nicht wegknicken. Weil da eben Muskeln nicht mehr funktionieren. Immer schön vorsichtig und jeder Schritt bewusst gesetzt.

    Egal. Nach Bewegung im Freien fühle ich mich anders und besser, und ich will mich auch in den Bergen bewegen.
    Und Ärzte haben mir auch schon gesagt, dass dieser Drang nach draussen mein persönliches Glück ist.
    Weil ich deswegen einen Antrieb habe, etwas zu tun, und das meine Lebenserwartung und Zufriedenheit verbessert.

    Da ist praktisch nichts mehr übrig von dem Typen, der mal für seine Sauferei gestorben wäre.

    Und auch heute scheint die Sonne.
    Bin mal draussen.

    LG LK