KlaraaB's VORSTELLUNG. Korsakow-Syndrom Mutter

  • Hallo!

    Ich wohne seit 2020 ( nach dem Tod meines Vaters) bei meiner Mutter.

    Die Lage hatte sich Mitte November 2024 zugespitzt, nachdem sie nach ihren zwei Bier am Abend auch noch regelmäßig Ouzo oder ähnliches... Ramazzotti etc in rauhen Mengen getrunken hatte. Dazu fast nix bis gar nix am Abend gegessen...

    Ich musste sie nach Besuch vom Hausarzt daheim am Nachmittag vom Krankenwagen holen lassen.

    Korsakow-Syndrom war schon davor der Verdacht des Hausarztes.

    Sie hatte mindestens 7 Liter Ascites ( aktuell mit Sicherheit auch wieder 5 Liter) .durch Leberzirrhose.

    Im Krankenhaus hatte sie extreme Herzrhythmus Störungen durch extremen Kaliummagel.

    Ich war am Abend dann dabei, als sie ihr ohne Narkose etwas Bauchwasser abgezogen haben( Narkose war durch den ständig schwankenden Blutdruck nicht möglich - Herzinfarkt - Gefahr)!

    Sie hat gebrüllt wie am Spieß und jetzt natürlich keine Lust mehr auf Ärzte und Krankenhaus! Ich hab davon immer noch an manchen Tagen ein Trauma..🙉🙉🙉

    Sie hat es selbst geschafft keinen Tropfen Alkohol mehr zu trinken. Vitamin B1 und Magnesium nimmt sie täglich.

    Das Zusammenleben mit ihr ist allerdings auch täglich eine Herausforderung..ich arbeite auch noch Vollzeit, schmeiß auch bis auf ihr Saugen und Putzen auch noch den ganzen Haushalt - Einfamilienhaus.

    Sie hat morgens extremst schlechte Laune, ist trotz regelmäßiger Mahlzeiten ( darauf achte ich) noch dünner geworden..ich mach mir Sorgen, daß es doch schon Leberkrebs ist. Sie will aber definitiv nicht ins Krankenhaus, eine kurze Narkose, das Bauchwasser entfernen lassen und dann würde man auch beim Ultraschall der Leber mehr sehen.

    Sie fragt mich teilweise 5 bis 8 Mal hintereinander wie ich am nächsten Tag arbeite...und das sie nicht mehr Autofahren darf ist auch eine Vollkatastrophe, die sie an manchen Tagen gar nicht akzeptieren möchte!

    Wie schaffe ich es da heil rauszukommen?

    Meine Schwester wohnt nebenan, weiß sie aber an manchen Tagen auch keinen Rat mehr.

    Gibt es spezielle Gruppen für Angehörige von an Korsakow-Syndrom - Erkrankten?

    Ich bin für alle Tipps etc. dankbar 🙏🙏🙏

    Einmal editiert, zuletzt von KlaraaB (9. März 2025 um 20:20)

  • Halo KlaraaB,

    bei mir in der Familie hatte jemand Korsakow, da half nur noch betreutes Wohnen.
    Und da geht so gut wie niemand freiwillig hin, genau so wenig wie in ein Altersheim.
    Das funktioniert gegen den Willen oft auch nur mit richterlichem Beschluss, sofern Deine Mutter noch geschäftsfähig ist. Ansonsten per ärztliche Einweisung.

    Es gibt Gruppen für pflegende Angehörige. Bei Alzheimer und anderer Demenz ist das nicht so viel anders. Und es gibt auch Reha für pflegende Angehörige, wenn die Belastung zu hoch wird. Burnout ist da eine rale Gefahr.
    Mein Vater hat sich tot getrunken, ich selbst bin aber auch trockener Alkoholiker und wusste von daher, wenn der keine Hilfe will, dann will er keine. Das war bei mir früher ganz genau so. Und ich habe seine Betreuung gemacht, mir wurde aber auch geraten, mir unbedingt jede Hilfe zu holen, die ich kriegen kann. Pflegestützpunkt usw.

    Alles Gute.
    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Klara,

    herzlich Willkommen hier bei uns.

    Damit wir dich für die Teilnahme am Forum freischalten können, klicke bitte auf diesen Link hier und schreibe einen Satz, das genügt.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Danach schalten wir dich fürs Forum frei und du kannst dich mit den anderen Angehörigen austauschen.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Klara,

    ich habe dich freigeschaltet und dein Thema in den EKA-Bereich verschoben.

    EKA ist hier im Forum die Abkürzung für erwachsene Kinder von Alkoholikern.

    Du kannst jetzt überall schreiben, nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den frisch registrierten Usern mit den orangeroten Namen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch und wenn du Fragen hast, einfach fragen...

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Klara,

    erstmal finde ich es toll, dass du den Weg hierher gefunden hast um Hilfe zu bekommen. Denn du bist nicht alleine, es gibt viele ähnliche Geschichten hier im Forum.

    Auch bei meiner Mutter wurde im November letzen Jahrws die Korsakow Demenz diagnostiziert und es ist verdammt schwer. Sie wurde zwangseingewiesen in die Psychiatrie weil sie gar nicht mehr zurecht kam. Eine gesetzliche Betreuung habe ich abgelehnt und ihr wurde ein Berufsbetreuer zugewiesen. In der Klinik hat sich ihr körperlicher Zustand total verbessert, sie war auch „gewillt“ Nix mehr zu trinken, wollte freiwillig für einige Monate in eine besondere Einrichtung gehen und dann ihr Leben wieder in die Hand nehmen.

    Long Story Short: Sie hat keine Krankheitseinsicht und sieht sich nicht Al Alkoholikerin. Als wir in der Einrichtung waren, weil sie aus der Klinilk entlassen worden ist, kippt dramatisch die Stimmung ins Negative. Fazit: sie wollte nach Hause, war zuhause, fuhr Auto, holt sich Nachschub und alles fing von vorne an.

    Ich habe mich dann mit meinem Mann und der Familie väterlicherseits komplett von ihr distanziert und den Kontakt abgebrochen.

    Wie schaffe ich es da heil rauszukommen?

    Harte Antwort: Du musst da raus.

    Am Anfang wollte ich es auch nicht wahrhaben und bin kräftig auf die Schnauze damit gefallen. Seitdem ich den Kontakt abgebrochen habe und wirklich nur ein Minimum an Informationen über sie bekomme, geht es mir gut. Ich habe gerade so noch den Sprung geschafft, sonst hätte sie mich in ihren Abwärtsstrudel mitgerissen.

    Mir haben Gespräch mit dem sozial psychiatrischen Dienst meines Landkreises geholfen, eine reale Selbsthilfegruppe (AA) und hier der Austausch. Vielleicht fragst du in der Stadt mal nach diesem Dienst. Sie geben einem gute Impulse, wie es DIR besser gehen kann. Du bist nicht für deine Mutter verantwortlich. Wenn sie weiter saufen will, dann säuft sie. Du kannst daran nichts ändern, sie muss es selbst wollen.

    Meine Mutter ist übrigens auf drängen ihrer Schwestern dann doch in die Einrichtung gezogen, total widerwillig. Bekommt dort kein Bargeld, weil sie sonst sofort wieder Nachschub besorgen würde. Insgesamt geht es ihr in der Einrichtung gut, sie hat Betreuung und Pflege und dort wohnen nur Alkoholiker mit Demenz.

    Habt ihr euch über das Thema gesetzlicher Betreuer schon mal Gedanken gemacht? Man kann formlos dazu einen Antrag beim Amtsgericht stellen und begründen wieso sie einen Betreuer bräuchte.

  • Eine gesetzliche Betreuung habe ich abgelehnt und ihr wurde ein Berufsbetreuer zugewiesen.

    Ich hatte sämtliche Betreuungsvollmachten. und ich habe selbst nur die Hilfen organisiert. Ich könnte wegen eigener körperlicher Einschränkungen nicht pflegen, kann nicht schwer heben und so. Ausserdem hatte ich auch ein eigenes Leben.
    Mit Demenz, wozu Korsakow gehört, kriegst Du normalerweise schnell einen hohen Pflegegrad und dementsprechend kannst Du Pflegedienste in Anspuch nehmen. Das habe ich gemacht, so lange es möglich war.

    Betreuung beinhaltet auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht, so dass auch ich entscheiden konnte, dass er ins Heim kommt. Und das habe dann ich auch so entschieden.
    Dort bekam er seinen Alkohol zugeteilt. Es macht keinen Sinn, jemanden in dem Zustand gegen seinen Willen zwangstrockenzulegen, da hat der/diejenige gar nichts davon. Und Betreuung beinhaltet, das Du im Sinne des Betreuten handelst und nicht unbedingt so, wie Du das möchtest. Wenn jemand trinken will....es ist nicht verboten.

    Natürlich war es trotzdem Stress, aber es hat mich nicht sinnlos fertig gemacht.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo LK,

    noch kurz zu meiner Mutter und dann soll es hier wieder um Klara gehen und wie wir sie unterstützen können.

    Meine Mutter hat zuhause jeglichen Pflegedienst abgelehnt und verscheucht. Nichts mehr gegessen (ihr wurden vom Betreuer die Autoschlüssel abgenommen ), obwohl sie täglich essen auf Rädern bekommen hat. Auch die Medikamentenstellung hat sie verweigert. Nach 2 Wochen hat sich ihr psychischer Zustand wieder so verschlechtert, dass sie täglich mehrfach den Krankenwagen gerufen hat, weil es ihr so „schlecht“ ging. Meine Tante hat sie am Wochenende bevor sie in die Einrichtung gekommen ist, 4 Mal aus verschiedenen Krankenhäusern abgeholt.

    Der Betreuer hat für diese spezielle Einrichtung gesorgt, weil fast jedes Pflegeheim sie abgelehnt hat, weil sie Alkoholikerin ist. Und es ist das Konzept der Einrichtung, dass es am Anfang kein Bargeld oder EC Karte gibt, um die Menschen zu stabilisieren. Denn leider vergessen sie durch die Krankheit oftmals, dass sie Alkoholiker sind. Sie kennen kein Ende.

    Zurück zur Betreuung: Ich war schon so stark drin im Strudel - habe mir solche Sorgen gemacht, mich hat es psychisch so belastet sie in diesem Zustand zu sehen und mir ihr zu reden. Ich habe sehr viel für sie organisiert, aber die Krankheit ist unberechenbar. So ist nun der Betreuer der „Buh-Mann“ und nicht ich. Und ich habe einfach keine „Verantwortung“ mehr für sie, die ich ohnehin nicht habe, aber es fühlte sich so an. Ich würde selbst jetzt, wo alles so gut wie geregelt ist, nicht die Betreuung übernehmen, weil der Abstand mir und meiner Psyche gut tut.

  • Hall Landliebe,

    Ich denke auch, ich schreibe, was ich schreibe, weil Klara jede Möglichkeit wissen wollte.
    Und was ich gemacht habe, hat funktioniert.

    Mein Vater hat absolut jede Hilfe abgelehnt,seinen eigenen Brüdern Hausverbot erteilt, jeden rausgeschmissen der ihm helfen wollte.
    Mir hat er auf die Frage, ob er Hilfe braucht zuallererst Schläge angedroht. "Ich kann Dich immer noch verprügeln". So wie früher halt, als ich noch klein war, den Starken rausgehängt, der er längst nicht mehr war.

    Er hat alleine in seinem Haus gelebt, wo schon die Kloschüsseln überliefen. Ich habe ihn gefragt, ob er so leben will. So lange er gesagt hat, ja, er will so leben, habe ich nichts gemacht.
    Irgendwann konnte er nicht mehr und ich habe ihn überrumpelt und zum Arzt gebracht, Da war er dann reif.

    Was mir sehr geholfen hat, kannst Du vermutlich nicht nachvollziehen, das ich selbst gesoffen habe und trocken bin. Ich kannte die Innensicht davon, wie es aussieht, wenn man keine Hilfe will. Deswegen konnte ich ihn machen lassen, ohne mir ein schlechtes Gewissen zu machen, denn ich kannte sein Verhalten von mir.
    Ich habe ihn ernst genommen, er will keine Hilfe, das ist für mich OK.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (10. März 2025 um 07:36)

  • LK, das war absolut kein Vorwurf von mir, dass meine Art die bessere wäre. Jeder muss es so handhaben, wie es für sie/ihn passt. So wie du sagtest, da du trockener Alkoholiker bist, weißt du Wie es sich anfühlt. Trotzdem klingt es sehr hart, was du da durchgemacht hast.

    KlaraaB hier siehst du das gute Bespiel dieser Selbsthilfegruppe. Ähnliche Fälle aber Unterschiedliche Lösungsansätze. Das Gute ist ja, da kannst dir genau das „nehmen“ was du für deine Situation brauchst.

    Schreib doch gerne mal wo du dir Hilfe wünscht oder wie oben schon gefragt, ob ihr euch Zwecks Betreuung schon Gedanken gemacht habt.

  • Hallo in die Runde!

    Meine Mama ist weiterhin trocken...das ist nicht das Problem.. ich habe keine Alkoholprobleme, zum Glück.

    Der Umgang mit ihr ist durch das schlechte Kurzzeitgedächtnis extrem anstrengend...

    Das Bauchwasser ( Ascites) ist leider in den letzten vier Tagen mehr geworden.

    Sie wird jetzt auch regelmäßig depressiv, sagt sie will nicht mehr leben oder ist auch gereizt, manchmal jähzornig...

    Keine schöne Situation. Meine Schwester und ich haben täglich die Herausforderung die Ruhe zu bewahren.

    Wie habt ihr das geschafft?

    Dazu sind meine Schwester und ich auch langsam im Wechsel...🙈🙈

    An schlimmen Tagen kommen Heulkrämpfe hinzu und ein Gefühl der Ohnmacht..

    In der Arbeit zu sein ist es für mich mittlerweile schon fast wie Erholung .

    Lieben Dank im Voraus...

  • Mich hat das nicht besonders aufgeregt.
    Ich wusste, womit zu rechnen ist und ich hatte den nötigen Abstand.

    Es waren vor allem organisatorische Dinge, die ich gemacht habe.
    Und ich habe meinen Vater einfach als kranken Menschen betrachtet.

    Wenn Ihr da alles selbst machen wollt, braucht Ihr Euch über Eure dünnen Nerven nicht zu wundern.

    Du wirst nicht drumrum kommen, Dich genauer mit dem Umgang mit dementen Menschen zu informieren. Was Du da über sie schreibst, ist völlig normal.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!