Beiträge von Lebenskuenstler

    Wollte im Zug gerade ne Schiebetür öffnen. Hoffentlich hat mich niemand gesehen. Ich fummel da rum….bis ich gemerkt habe, die ist schon offen 😀

    Typisch ich wieder….

    würde mich interessieren, ob Du das mit Selbstvorwurf oder mit Lachen über Dich sagst.

    Kennst ja den Spruch
    "Wo wir sind, klappt nichts
    Aber wir können ja nicht überall sein".

    Ich habe auch schon eine Menge Mist gemacht. Und manchmal auch echt lustigen. Manchmal aber auch nicht so lustigen.

    Und im Übrigen denke ich, wegen Übelkeit ging es Dir wirklich schlecht. Und Du konntest doch überhaupt nichts dafür, dass Du Dir was eingefangen hast, oder habe ich etwas überlesen? Also sei ein bisschen sparsamer mit den Selbstvorwürfen und ein bisschen netter zu Dir selbst.
    Immer dran denken, was Du einem guten Freund sagen würdest. Würdest Du den deswegen zusammenfalten?

    Sorry falls das übergriffig wirkt. Ist nicht so gedacht.

    LG LK

    Hallo Topfmann,

    ich habe keine Neuropathie.
    Ich habe eine größere Rückenmarksverletzung, daraus resultierend eine Querschnittslähmung, bei der zum Glück noch was übrig geblieben ist.
    Und daraus resultierend noch Krämpfe und so Zeug. Deswegen schlafe ich manchmal auch so schlecht.
    Ausserdem werden da verschiedene Muskeln nicht mehr angesteuert und bilden sich zurück. Deswegen laufe ich ein bisschen auffällig und die Finger machen teilweise auch nicht, was ich will.

    Fehlt halt an der Hauptleitung bei mir. Neuropathie ist eher aussen, so weit ich weiss.

    Dass Dich das belastet, glaube ich sofort. Bei mir hats ein Jahr etwa gedauert, bis ich das psychisch bewältigt hatte. So lange fühlte ich mich wie ein rohes Ei, sehr zerbrechlich.
    Und auch jetzt muss ich natürlich immer aufpassen, das Rückenmark wächst ja nicht mehr zusammen.
    Ich gucke halt was ich trotzdem noch machen kann. Wesentlich weniger als früher, aber trotzdem längt nicht gar nichts.

    LG LK

    Dazu wollte ich noch was sagen.

    Mir ging es ja auch schon mal ein bisschen deutlich schlechter.
    Und dann war das noch mit dem Arzt, bei dessen Begräbnis ich war, weil er selbst nicht gemacht hat, was er seinen Patienten geraten hat.

    Da geht dann die Selbsthilfe bei mir in etwas über, wo einem ausser einem selbst gar niemand mehr weiterhelfen kann. Damit bin ich sogar in einer Gruppe allein, und vermutlich ist das auch besser so.
    Weil ich da irgendwas überhaupt nicht mehr bereden kann, sondern Entschlüsse fassen und das irgendwie durchziehen muss. Da hindert reden/schreiben mich manchmal sogar.

    Fest steht, wenn ich saufen würde, würde ich in den Selbstmitleidsmodus verfallen.
    Nüchtern denke ich, ich schade keinem und nehme vom Leben mit, was ich mitnehmen kann.
    Und zu diesem Mitnehmen gehörte für mich absolut "Weniger Gehalt gegen mehr Freizeit". Sah man nicht gern, war mir wurscht.
    Ich persönlich muss mich nicht wie der letzte xyz aufführen, aber für Freude am Leben brauche ich auch Zeit. Zeit ist Luxus..

    Was wollte ich sagen? Ich wünsche Dir gute Entscheidungen, und dafür alles Gute.

    LG LK

    Es ist gut gelaufen.
    Ich habe ein Attest, Schlafprobleme würden den Reha-Erfolg gefährden.
    Damit mache ich jetzt weiter.
    Und wenn es dann doch nicht klappen sollte (aber warum sollte es nicht?), schaffe ich das dann auch noch.
    Ich würde mich nur über mich selbst ärgern, wenn ich es nicht wenigstens probiert hätte.

    Und da ich das Ganze mit dem E-Bike erledigt habe und noch eine kleine Zusatzrunde gefahren bin, hatte ich heute auch schon knapp zwei Stunden Bewegung.
    Passt schon wieder.

    LG an Alle LK

    Festzuhalten bleibt, dass ich manchmal etwas dünnhäutig bin.

    Hier läuft gerade verschiedenes in meiner Verwandtschaft. Einer hat Alzheimer, eine liegt möglicherweise im Sterben, erholt sie sich nochmal oder nicht, und irgendwie muss ich mir eingestehen, dass das Alles in der Summe wohl irgendwas mit mir macht. Gestern habe ich hier schon ungenau gelesen, fiel mir erst hinterher auf, und wenn dann noch was dazukommt, reichts plötzlich.

    Und dann bin ich aber genau so ein Typ, der sich wie bei dieser Angelegenheit heute morgen dann gleich fragt, was bist Du denn für ein Weichei, dass Du über solche Kleinigkeiten überhaupt redest? Ist doch alles Pillepalle, sonst gehts Dir doch gut.
    Sind aber genau die Punkte, wo ich mir vielleicht nur vormache, dass es gut geht. So von wegen, jetzt bist du schon so lange nüchtern, müsstest du doch längst mit allem fertig sein. Jedes neue Problem ist aber immer noch erst mal ein neues Problem. Deswegen höre ich jetzt auch auf mit der Selbstkritik, ob das Gejammer sein musste.
    Ja, ich will manchmal ein Weichei sein. Und die Schwäche auch zeigen.

    Bis später.

    LG LK

    Die Spiegelung als solche ist mir tatsächlich relativ egal. Ich weiss, was passieren kann, wenn man es nicht macht, und damit hat es sich. Ich kenne jemanden, der mit künstlichem Ausgang rumlief, dagegen ist das alles harmlos.
    Es ist tatsächlich eher das drumrum. Am Wochenende nichts essen und das Zeug schlucken, wo die Sprechstundenhilfe meinte, das wäre recht eklig, steht dem sonnigen Ausflug mit Essengehen ja irgendwie im Weg.

    Aber das wird jetzt dann ja auch bald Jammern auf hohem Niveau, wenn ich hier noch weiter schreibe.
    Ich verpacke mich jetzt, hole das Attest gegen das Zweibettzimmer und gehe einkaufen, was ich essen darf. Und dann steht für den Nachmittag da draussen ein Liegestuhl, in dem es mir gestern schon ziemlich warm war.

    Jetzt geht es mir schon wieder gut.

    LG LK

    Und ein Attest wegen dem Zweibettzimmer kriege ich heute Vormittag vermutlich auch noch.

    Da ist der kleine Paniker wieder beruhigt.

    Schön, dass ich es hier loswerden durfte:thumbup:

    LG LK

    Sehe grade, hatte sich überschnitten. Ja, ich mache auch, so weit etwas möglich ist, mit den drei H:)

    Mich hat bis vorhin eher der Essensplan genervt, weil ich halt nun mal gerne und gut esse.
    Und auf den Vorbereitungsblättern habe ich nur gefunden, was ich NICHT essen darf, darunter eine ganze Menge, was ich gerne esse.

    Aber Entwarnung. ich habe eine Website mit Positiv-Liste gefunden, was ich essen darf, und dieses Problem ist damit gelöst.
    Die Untersuchung selbst überstehe ich. Mit Ärzten, Krankengymnastik, Vorsorge, bin ich soweit gut vertraut.
    Ich gehe ja auch wöchentlich in die Krankengymnastik, ob ich Lust habe oder nicht, weils mir halt hilft.

    Hi Hartmut,

    Anruf und Erkundigung habe ich bereits hinter mir.

    Die Einrichtung bietet nur Doppelzimmer an. Ich habe mich schon mal geweigert, die Reha unter diesen Umständen anzutreten. Sonst wäre ich bereits dort.
    Und die Wahlfreiheit wurde mir schriftlich mit dem Hinweis, dass es von der Agentur veranlasst wurde, erst mal verweigert. Das Schreiben kam gestern.
    Ich habe mir die Gesetzeslage angesehen, der entsprechende Paragraf wurde angegeben, die haben so weit recht.

    Also ich muss jetzt erst mal sehen, was da noch geht.

    LG LK

    Hi Kazik,

    Ich lasse dem Kind auch seinen Willen, wenn es nicht gerade zerstörerisch drauf ist.
    Manches von dem, was mein inneres Kind will, würde in selbstschädigendes Verhalten münden, wenn ich es machen lasse.
    Weil der Trotzkopf unbedingt seinen Willen durchsetzen will, ungeachtet möglicher Verluste.

    Ein Gleichnis:
    steht ein kleiner Junge mitten im Winter draussen und protestiert
    "Ist mein Vater doch selbst schuld, wenn ich mir die Finger abfriere, warum zieht er mir keine Handschuhe an"..
    und ist vor lauter Trotz und Wut so blind, dass er sich weigert, die Hände in die Hosentaschen zu stecken. Und dem bösen Alten hat er damit dann ja auch geschadet, Rache ist süss.

    Da muss dann der liebevolle Erwachsene ein paar Worte mit dem inneren Kerlchen reden, dass wir doch nicht wollen, dass es uns hinterher schlecht geht.

    So weit bin ich immerhin.
    Und ich glaube, weil mir diese Untersuchung und die Reha auch Sorgen macht, bin ich mit diesem Gefühl der Hilflosigkeit und des Trotzes aufgewacht.

    LG Lk

    Stimmt, Selbsthass bringt da sicher eher nichts. Aber das Ganze ist ja sowieso eher eine emotionale Sache als etwas vom Verstand her.
    Der Selbsthass ist jetzt was, das kommt, kannst Du Dich innerlich von diesem Teil von Dir distanzieren und Dich dabei in Ruhe betrachten?
    Bei mir ist das heute Morgen genau das Gleiche. Bin so aufgewacht, bevor das Denken überhaupt einsetzte.
    Jetzt gehe ich das kognitiv an und das hilft. Ich habe dann zwar immer noch keine rechte Lust, aber das Katastrophengefühl ist dann weg bei mir.

    Bei mir in der Verwandtschaft ist jemand, sie hat jetzt infolge anhaltender Belastung Panikattacken entwickelt und geht deswegen jetzt in Behandlung.
    Vor dieser Dauerbelastung (sie pflegt einen Angehörigen) kam sie in ihrem Leben irgendwie durch, man nennt das auch durchwurschteln, kenne ich auch.
    Und unter der Belastung kommen jetzt Sachen durch, die sie nie bewältigt hatte (schwierige Familienverhältnisse).
    Das schreibe ich jetzt deswegen, weil bei Dir ja vielleicht auch in der Situation irgendwas hochkommt.
    Hattest Du sowas zufällig schon früher und hast das mit Alkohol hinuntergespült?
    Vielleicht liege ich auch völlig daneben.

    LG LK

    Ja, die Sonne scheint.
    Ich glaube, das gehört aber schon wieder zu meiner Lustlosigkeit.
    Ich würde am liebsten nur Urlaub machen bei dem Wetter8)
    Irgendwelche Termine und Verpflichtungen gehen mir da auf die Nerven.

    Wenn ich das aufs innere Kind umschreibe, stampft der dreijährige Trotzkopf in mir gerade "will nicht".
    Heute morgen hat sich alles in mir gesträubt.
    Da bin ich dann so richtig unausgeglichen, und das mag ich gar nicht.

    Na ja, bin schon wieder am Infos einholen und die nächsten Schritte planen, das hilft fast immmer.

    Heute bin ich mit einer gewissen Lustlosigkeit aufgewacht.

    Muss wegen einer Krebsvorsorgeuntersuchung (Darmspiegelung) ab heute die Ernährung umstellen und habe irgendwie gar keinen Bock drauf.
    Natürlich mache ich es trotzdem, habe mich ja freiwillig dazu angemeldet.
    Grund genug gibts, eine Freundin ist mit 63 dran gestorben. Das muss ich ja auch nicht haben.
    Und wegen der Betäubung auch schon angemeldet, dass ich früher viel vertragen habe.

    Mit der neurologischen Reha läuft es auch nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht habe.
    Ich schleiche mich mit Krankengeld und Arbeitslosengeld aus dem Arbeitsleben raus, seit ich vor fast 4 Jahren mal so auf dem Zahnfleisch ging, dass ich nicht mehr konnte.
    Die Reha, die mir jetzt genehmigt wurde, läuft auf Veranlassung des Arbeitsamts, weil ich offizielll nicht arbeitsfähig bin und die mich gerne los wären. Leider habe ich da wohl keine Wahlmöglichkeit bei der Reha-Einrichtung.

    Ich habe das bislang positiv gesehen, ich gehe nächstes Jahr sowieso offiziell in Rente und mein Gedanke war, ich kann mich da ja noch mal fitmachen lassen.
    Jetzt steht da aber drin, nur Doppelzimmer.
    Ich bin nicht gerade der beste Schläfer, Schlafprobleme sind Teil meines neurologischen Problems.
    Ein möglicher Zimmernachbar lässt mich nicht gerade Juhu schreien.

    Einen ersten Widerspruch haben sie bereits abgelehnt, jetzt probiere ich mal, noch ein Attest zu kriegen.

    Ansonsten das Null-Bock-Feeling erst mal wieder wegpacken. Hilft ja nix.

    Hallo Blendi,

    ich hatte keinen großartigen Saufdruck, nachdem ich aufgehört hatte.
    Bei mir kam dann immer sofort, wie es bei mir endet, also sehr unschön, schneller als ich bewusst drüber nachdenken konnte. Das waren nur so Blitze. Das verging mir immer sofort und hörte irgendwann ganz auf.

    Kopfkino, wie ich das mache, hatte ich in der ersten Zeit aber auch.

    Wichtig war, dass ich dafür gesorgt habe, dass ich mich wohlfühle, soweit als mir möglich.
    Einiges z.B. Spazieren und Sport machst Du ja schon.
    Was jetzt hier glaube noch nicht stand, war, vernünftig zu essen, schon Eisbecher auch, aber auch irgendwas Gesundes.
    Beim trinken genauso.
    Also schon Genuss, aber gleichzeitig auch vernünftig. Und genug. Bei mir wars es einmal der pure Durst, der sich mit Wasser zufrieden gab, und sonst gar nichts.

    Ich nannte das, was ich brauche, mal einen ausgeglichenen Lebensstil. Den habe ich immer noch, bin es nur schon so gewöhnt, dass das Aufpassen und die Selbstfürsorge automatisch läuft.

    LG LK

    Ups, ja so sonst verstehen wir uns gut. Ich bin wohl zur Zeit zu sensibel, jetzt liegen beide links und rechts neben mir und ich muss sie krabbeln.

    Alter (Topfmann),

    Du bist mir sehr sympathisch.

    So was wie krabbeln oder kuscheln gab es bei mir und meinem Vater gar nicht. Ab 4 hiess es, Du bist jetzt alt genug, und ein Mann zeigt keine Gefühle.
    Ich glaube, das, was Du da machst, kann gar nicht schlechter sein.

    Ausserdem hat es mir gut getan, das zu lesen.

    Und wenn Du schreibst, wie Du da Bratkartoffeln machst, bist Du auch noch auf ähnlicher Wellenlänge, denn ich koche auch gern und gut.

    Es ist früh am Tag, im muss jetzt aus dem Haus. Termin, dann Sonne, dann Garten.

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du klar kommst.

    LG LK

    Ich schiebe gleich mal vor, dass ich keine einfache, vielleicht gar keine Lösung für Dich weiss. Nur Denkstoff vielleicht. Ich muss ja aber auch Deine Probleme nicht lösen, Du bist ja selbst schon fast das, was wir unter uns im Scherz als alte S.cke bezeichnen. Und jeder muss seine Probleme irgendwie lösen, ist halt so.

    Aber ich habe auch schon wo geschrieben, dass die Welt um mich herum hätte zusammenbrechen können, als ich aufgehört habe. Weil ich halt so lange gesoffen habe, bis es mir so schlecht ging, dass mir jedes andere Problem dagegen klein erschien.
    Und dazu gehört noch, ganz egal, was ich schon erlebt habe, so schlecht, wie ich selbst mit mir umgegangen bin, konnte sonst keiner mit mir umgehen. Das wurde mir klar, als es mir über der Kloschüssel so hundsdreckig ging und ich wusste ganz genau, dass ich es mir selbst gegeben hatte. Also bei mir hätte es auch kein Frustsaufen mehr gegeben, weil ich genau wusste, davon wirds noch schlimmer.

    Das aber nur mal zur Gefährdung. Mich hat saufmässig nach kurzer Zeit nichts mehr gefährdet, ganz egal, wie die Situation war. Mich hat Schnapsgeruch bestenfalls angewidert, und zumindest lässt der Saufdruck seit 24 Jahren auf sich warten. Bei mir, aber das ist keine Empfehlung. Du wirst jetzt nicht wegen Deiner heutigen Aktion zwangsläufig rückfällig werden, ausser Du willst es.

    Zu der Wohnungssuche will ich was sagen.
    Ich wohne in einer Gegend Deutschlands, da würde die Wohnungssuche auf jeden Fall Jahre dauern. Wir haben hier bei uns eine ausgewachsene Wohnungsnot, in anderen Gegenden soll es ja anders sein, hier gibt es praktisch keinen bezahlbaren Wohnraum und wenn, dann nur mit sehr langer Warteschlange. Und natürlich ist auch keiner, der in der Gegend bleiben will, so blöd, auszuziehen, also es wird auch nichts frei. Dafür gibt es eine Menge hochbezahlter Arbeitsplätze hier, was die Preise weiter treibt.
    Wenn das bei Dir so ähnlich ist, wird das Deine Situation jedenfalls nicht so einfach lösen. Das mit dem Gartenhaus hört sich bei allen zu Recht geäusserten Bedenken zumindest machbar an und auch da gibt es Leute, die das trocken können. Es gibt sogar Obdachlose, die erfolgreich mit dem Saufen aufhören, aber das musst Du ja gar nicht werden.

    Deine Frau, deren Freundin und ihr Mann sehen für mich nach Deiner Schilderung wie Saufkumpane aus, Jetzt wo Du nichts mehr trinkst, befindest Du Dich vielleicht in der Situation wie viele Andere, viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Ihr habt zwar Kinder, aber was habt Ihr an Gemeinsamkeiten, bei denen Alkohol gar keine Rolle spielt?
    Kannst du hier oft lesen, die Saufkumpane fallen dann einfach weg. Und vielleicht hast Du, wie viele Andere auch, ausser Saufkumpanen kaum weitere Kontakte (reine Spekulation, widerspricht aber nichts von dem, was Du bisher geschrieben hast). Und natürlich bist Du mitverantwortlich für die Situation, weil Du selbst ja lange aktiv dabei warst. Jetzt hast Du es Dir halt anders überlegt, das ist sicher sehr gut für Dich, aber da können die Anderen um Dich herum ja auch nichts dafür, die leben ihr Leben eben einfach weiter, im Zweifelsfall auch ohne Dich. was noch lange nicht heisst, dass Du alles mitmachen sollst, Du hast genau so ein Recht auf DEIN Leben und DEINE Entscheidungen. Passt dann halt nicht mehr zusammen.

    Jetzt kenne ich natürlich mehrere Geschiedene, ich kenne auch welche, bei denen der Kontakt zu den Kindern komplett eingeschlafen ist, und die leben trotzdem weiter. Bei mir selbst war zu meinen Eltern auch lange kein Kontakt, und ich hatte mich damit arrangiert, bei uns in der Familie sind wir ganz allgemein nicht so eng, eher Nestflüchter.

    Ausserdem bin ich ein Scheidungskind und die Scheidung war nicht nur für mich, sondern auch für meine Eltern das Beste, was uns allen passieren konnte. Jemand, dem ich deswegen leid täte, würde die Situation völlig verkennen. Was ich damit sagen will, geht nicht, gibt es in dieser Form nicht. Wenn der Leidensdruck groß genug ist, gehen plötzlich sehr viele Dinge. Vielleicht willst Du das nicht, das ist aber eine Frage Deiner Prioritäten, nicht davon, ob das völlig unmöglich wäre.

    Und ich bin ein bisschen ein brutales Kerlchen. Bei uns gibt es ein Sprichwort:
    Schlechten Menschen geht es immer gut.
    Ich hatte mir selbst mal als Losung, lieber ein glückliches Arxxloch als ein trauriges Engelchen. Wie gesagt, ich wusste und weiss, wie schlecht es mir vom Saufen ging. Bevor ich das noch mal anfange, kann ich noch viel Anderes und auch Leute, die mich an meinem Leben hindern, aus dem Weg räumen. Und ich mache das ja schon lange genug, dass ich mitreden kann.

    Das Leben ist halt nun mal kein Wunschkonzert, oft geht es nur ums Machbare. Erstens könntest Du ja auch Single werden, zweitens könntest Du auch wo anders hinziehen, vielleicht sogar in ein anderes Land. Wie gesagt, ich kenne Leute, für die sind ihre Kinder kein Hindernis.
    Du kannst hier bei den Cos genügend Geschichten finden, warum sie aus ihrer Situation nicht rauskönnen. Dieser Grund und jener Grund und tausend Andere Gründe. Oft verschwinden welche für längere Zeit, kommen wieder und haben nichts an ihrem Leben geändert.
    Manches sind zwar tatsächlich echte Sachzwäge, wie Wohnungsnot, Unterhaltspflichten und Scheidungsrecht, aber oft werden ja ganz andere Gründe vorgeschoben, die zum großen Teil selbst konstruiert snd, weil der- oder diejenige gar keine SOOOO große Änderung will. Der Topspruch für mich in dieser Beziehung, ich kanns dem Menschen, der mir das Leben zur Hölle macht ja nicht antun, ich bin zu gut dafür:twisted:...Ich hab da harte Ansichten dazu. jeder wie er es braucht und wenn der Leidensduck nicht groß genug ist, macht man es sich in seinem Elend gemütlich (gibt hier wahrscheinlich demnächst Protest, ist aber meine Meinung) Und bei Trinkern die über ihre Trinkerleiden klagen, und die aber trotzdem tausend Gründe finden, warum dieser Schluck und jener Rückfall unbedingt sein musste, ist es keine Spur anders. Und Leute, die vorgeben, gerne zu trinken und die keine Anstalten machen, deswegen ein Problemgespräch anzufangen, kurz gesagt nicht nach Hilfe fragen, lasse ich anstandslos trinken, leben und leben lassen. Ich missioniere nicht.
    (sollst du jetzt übrigens nicht auf Dich beziehen, ich glaube Dir, dass Du trocken bleiben willst).

    Wenn Du sowieso Zukunftsängste hast, kannst Du ja auch mal ganz offen über Dinge nachdenken, die Du jetzt noch gar nicht denken willst. Und wenn es nur ist, um den Blick zu weiten und vielleicht aus der Ferne Möglichkeiten an Deiner jetzigen Situation erkennen, die Du nicht siehst, weil Du mit der Nase dranklebst.

    Und was Du davon nehmen kannst, weiss ich nicht. Ich kenne ja auch nicht Dein ganzes Leben, nur das hier geschriebene.
    Ewiger Text jetzt, wollte gesagt sein.

    Was ich gelernt bzw. am eigenen Leib erfahren habe ist: wenn ich wirklich will und weiss, was ich willl, dann kann ich was ändern. Nicht alles, aber dafür verwende ich dann den Gelassenheitsspruch..den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom Anderen zu unterscheiden. Auf den gibt es kein Copyright, der ist frei.

    LG LK