Beiträge von Lebenskuenstler

    Weil ich in einer Depression vulnerabler für Saufdruck bin. Und ich kann mir vorstellen das Dich Deine starken Schmerzen auch vulnerabler für Saufdruck machen.

    Dazu will ich mal noch was schreiben.

    Hier in meiner Vorstellung habe ich geschrieben, dass ich alle Zweifel vor dem Aufhören weggesoffen habe.
    Dazu gehört auch, dass ich schon mal versucht habe, Schmerzen wegzutrinken.
    Funktioniert bei mir exakt so lange, wie ich bewusstlos bin.
    Und bis ich bewusstlos bin, hat eine Flasche Whisky nicht gereicht, meistens nicht mal zwei. Keine Option und nicht mal der Wunsch, es zu tun.

    Bis ich bewusstlos bin und danach, so bald ich wach bin und mit dem Kater oder Entzug kämpfe, fühle ich mich da hilfloser als ganz nüchtern.
    Aus dem Grund bin ich da nicht vulnerabler.

    Hier zu der Reha:

    Das ist eine komplett andere Umgebung und Menschen, die Du nicht kennst und die Dich nicht kennen. Allerdings glaube ich das Du ganz gut alleine klarkommst und das Du sehr gut auf Dich aufpassen kannst. Du hast ein Einzelzimmer, somit ist der Bereich schon einmal safe.

    es geht schon darum. Ich könnte alleine klarkommen. Aber will ich das überhaupt? Nein, will ich nicht.

    An vielen Wohnorten habe ich mich um niemanden gekümmert. Das war jahrelang mein normales Asozialverhalten. Ich hatte keine Lust auf die Leute um mich herum. Ich weiss wie es geht, ob es mich glücklich macht, ist eine andere Frage. So lange ich etwas mache, was sich für eine Einzelperson gut eignet, mache ich das gerne, aber in einer Situation, in der ich eingebunden bin, werde ich lieber Teil des Teams und bin dann aber lieber nicht der Underdog.

    Als ich an meinen jetzigen Wohnort gezogen bin, habe ich bewusst versucht, es Anders zu machen. Ich habe mich bei allen Nachbarn vorgestellt, reibungslos alle Fronten geklärt. Es macht das Leben auch spürbar einfacher, wenn ich mit meinen Nachbarn gut auskomme. Und wenn nur mal jemand nach den Katzen guckt oder mich an den Flughafen fährt. Hier lagen von einem Vorgänger Anwaltschreiben wegen den Nachbarschaftsstreitigkeiten, kann man so machen, aber nur wenns unumgänglich ist. Ich mags lieber friedlich um mich herum. Und hier, kleines feines Wohngebiet, spielt Nachbarschaftshilfe eine Rolle.

    Das gleiche wars vor 4 Jahren im Krankenhaus. Ich hatte nur Vorteile davon, dass mich meine Mitpatienten mochten und mich sogar als Respektsperson betrachtet haben.
    Und den "Gemeinschaftsjob", den jeder machen musste, nahm mir jemand ohne mein Zutun ab, weil ich mit den Alkoholikern zum Einkaufen ging und von daher schon irgendwie eine Funktion hatte. Und der Oberarzt nannte mir die besseren Cafés drumrum.

    Das gab mir die Freiheit, das zu tun, was mir gut tat, ohne mich in blödsinnigen Auseinandersetzungen zu verlieren. Manche hatten sich da nämlich durchaus in der Wolle. Haben sich beim gemeinsamen Essen gestritten etc, ich nicht. Ich weiss, da ich es ausprobiert habe, dass es Stress ist, sich im Alleingang gegen 20 andere zu stellen. Ich werde in der Regel zwar nicht gemobbt, aber mir gehen die Leute dann aus dem Weg.

    Ob mir irgendwelche Gemeinschaftsübungen, mit denen in einer Reha zu rechnen ist, besser gefallen, wenn ich mich als Aussenseiter generiere, bezweifle ich. An sich rechne ich eher damit, ich stelle mich vernünftig dar und dann läuft das. Und das ist das, was ich will. Ich wills mir so einrichten, dass ich das gerne mache.

    Bei mir ist es generell so, ich mache viel allein. Ich muss mir gar nicht beweisen, dass ich das kann. Es geht um den Wohlfühlfaktor.

    Ich persönlich würde mir für Dich wünschen, dass Du selbst etwas mitleidiger mit Dir selbst sein könntest. Denn immer die eisenharte Nummer ist ja auch irgendwie anstrengend.

    Nur noch mal kurz, ich muss noch was tun.

    Es ist nicht die eisenharte Nummer.
    Wenn ich laufe, merke ich ganz genau, wie es mir geht. Jeder einzelne Schritt. Ich bin absolut nicht masochistisch veranlagt, ich fluche und ich hasse es.
    Aber ich weiss trotzdem, dass es mir hinterher besser gehen wird. Und ich weiss, dass es mir auch bald schlechter gehen wird, wenn ich eben das nicht tue.
    Da regiert in dem Moment schon der Verstand, aber mit dem Hinterdanken, dass die Emotionen davon auch besser werden.

    Ich habe Mitgefühl mit mir und das kann ich dank Meditation sogar sehr gut. Mitleid würde mich aber selbstmitleidig machen und dann würde ich möglicherweise nicht so viel tun. Ich muss mich zum Loslaufen schon erst mal selbst bringen. Das kann schon sein, dass ich da lustlos anfange, aber ich machs trotzdem.

    Ich kenne das Thema Belohnungsaufschub. Also erst mal durch die Scheixxe durch, damit es besser werden kann.
    Und irgendwann ist eben der Punkt erreicht, in dem es nicht mehr auf Dauer besser wird, sondern nur noch die Verschlechterung verlangsamt wird.
    Das ist für mich und meine Denke nicht so weit davon entfernt, einen Entzug zu durchleben, um hinterher freier zu sein.
    Und auch davon, Machtlosigkeit gegenüber unumgänglichen Lebensumständen bedingungslos zu akzeptieren.

    Ich akzeptiere, dass das bei mir niemand ändern können wird, denn ich habe schon 8 gute Arzte daran arbeiten lassen.
    Aber ich sehe keinen Sinn darin, deswegen nun bis an mein Lebensende Trübsal zu blasen.
    Deswegen mache ich das Beste draus, was ich machen kann.
    Das, ähm, bin ich mir wert.

    LG LK

    Todesfälle, ja, nicht zu ändern. Ich bin immer noch mit dem Freund in Kontakt, dessen auch mit mir befreundete Frau im Januar gestorben ist.
    Bringt keiner wieder, läuft wie es läuft.

    Es ist kein Schaden, die Stabilität der eigenen Abstinenz hin und wieder zu überdenken. Ich habe mich immer in der einen oder anderen Weise damit beschäftigt. Aber nicht, weil ich besonders Angst hätte, sondern weil es mir gut tut. Ist auch eine Art Selbstfürsorge, denn es geht immer um die Frage, was brauche ich gerade?

    Ich nehms gern locker, aber trotzdem achte ich drauf, dass es auch so bleibt. Der ganze Krempel, den ich da so mache, hat ja nichts mit "kenne keinen Schmerz" zu tun, sondern mit dem Umgang damit.

    Ich wünsche Dir, dass es gut läuft.

    LG LK


    Ja, ich bin in gewisser Weise Profi.

    Mich hat aber tatsächlich interessiert, wie es Dir, Kazik, geht.
    Ich komm nicht dazu, überall zu schreiben, meine eigenen Baustellen, und wenn ich woanders schreibe, bin ich dannmanchmal auch müde.
    Trotzdem ist mir nicht jede(r) egal.

    Also, freut mich, dass Du dranbleibst, Kazik Schwarzkatz.

    Hi Kazik,

    ich gebe Dir eine ehrliche Antwort, ist aber kein Gejammer und ich brauche auch kein Mitleid. Mitleid bringt mich nicht weiter.

    Ich habe seit etwa drei Wochen Dauerschmerzen im Körper, von den Schultern abwärts bis zu den Füssen. Neulich dachte ich, ich muss meine Frau anrufen, weil ich nicht weiterlaufen kann. Jeder Schritt war hart.
    Mein Neurologe sagte mir, die harte Wahrheit ist, zu meiner Behinderung kommt jetzt knallhart auch das Alter.
    "Harmlose" Schmerzmittel wirken bei mir nicht, härtere lehne ich wegen meiner Vergangenheit strikt ab. Ich gehe durch den Schmerz durch.

    Ich bin ich und laufe auch mit Schmerzen 7 Kilometer, weil ich keine Lust habe, noch behinderter zu werden und ich mich ausserdem gerne draussen im Frühling bewege.
    Meine Seele braucht Frischluft - im übertragenen Sinn, ich habe das Bedürfnis, Natur zu erleben.
    Dafür bin ich bereit, was zu tun. Und ich mache meine normale Erfahrung, nach 3 Kilometern wirds besser. Und bis jetzt schaffe ich es auch noch, mich mehrmals inder Woche dazu aufzuraffen, auch wenn es am Anfang immer schwierig ist.

    Ich habe jetzt eine Reha-Zusage an einem wunderschönen Platz, der Ort ist irgendwo zwischen einer Therme und einem Strandbad. 30 Meter vom See und mit Einzelzimmern.
    Ich habe nur noch keinen Termin.
    Aber ich habe schon mit ihnen gesprochen und es hört sich für mich gut an.

    Alktechnisch denke ich gerade mal über Aberwitz nach.
    Die Reha richtet sich ja nicht an Alkoholiker.
    Also werde ich mehrere Wochen mit verschiedenen Leuten zusammensein, von denen vermutlich Einige auch irgendwie trinken werden.
    Und ich könnte da keine Sehnsucht oder Emotionen bezüglich Alkohol brauchen.
    Ich will die Reha machen und mich darauf einlassen können.

    Je nach dem, wie ich mit den Leuten klarkomme, wird man vermutlich hin und wieder einen Abend zusammen verbringen.
    Und eine erfolgreiche Strategie ist für mich immer, mir im Vorfeld zu überlegen, wie ich damit umgehe, wenn mir was angeboten wird etc.
    Weil ich aus der Reha-Situation ja nicht einfach rauskann und auch nicht raus will.
    Und wenn es mich irgendwie interessiert, dann gehe ich auch mit, und es ist ja auch Routine für mich, wie ich damit umgehe.
    Trotzdem vergesse ich das nie und ich fahre auch gut damit.

    Psychisch geht es mir nach wie vor gut.

    LG LK

    Hallo Lollo,

    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht bzw. wie habt ihr eure Parter:innen zum Zuhören gekriegt?

    Ich verlinke Dir einen Beitrag von mir, wie es meiner Frau und mir gegangen ist

    Lebenskuenstler
    14. Februar 2025 um 17:36


    Da steht Einiges drin. Vielleicht verstehtst du dann besser.

    LG LK

    Noch eine letzte Erklärung, dann, ja, es ist sicher hart, bin ich auch weg.

    Es geht tatsächlich um das Thema Leidensverlängerung.
    Du, Livia, wirst das sowieso in Deinem Tempo machen, weil es gar nicht anders geht.

    Aber je später Du anfängst, desto länger dauert es. Wenn Du hier bei den anderen Cos liest, dann dauert es eventuell Jahre.
    Wie viel Zeit Du Dir geben willst, entscheidest Du sowieso selbst.
    Wir sind alle keine kleinen Kinder mehr. Jeder ist erwachsen.

    Du schreibst aber selbst, Du willst noch was vom Leben haben.
    Und genau das gönne ich Dir.
    Aber dafür musst Du anfangen.

    Ich treibe Dich nicht. Es ist Deine Lebenszeit, die endlich ist.

    Dann ist das so.

    Es gibt hier unterschiedliche Leute.
    Mit dem Satz kämst Du sowieso nie in die Situation, mit mir als Partnerin zu reden. Weil ich da ja auch ein Wörtchen mit zureden habe, und sorry, ich konnte aussortieren.
    Mich haben nur welche interessiert, mit denen man Tacheles reden konnte.
    Empfindliche Pflänzchen, da wusste ich sofort, will ich nicht.

    Und die Diskussion führt so zu nichts. Es ist ein Forum, da kommen die unterschiedlichsten Leute und Lebensentwürfe zusammen. Ich fange nicht an, es allen recht machen zu wollen, da käme ich aus der Gymnastik nicht mehr raus.

    Jetzt mache ich mal selbst drauf aufmerksam: Livia hat ein ernstes Problem. Gehts jetzt darum, sich lange drüber zu unterhalten, wie schlimm das ist und was sie alles nicht kann, oder gehts da irgendwann auch darum, das zu lösen? Und bis wann soll das denn stattfinden?

    Da sag ich Dir erst mal, bei uns ist Gleichberechtigung. Meine Frau sagt mir ihre Meinung genau wie ich ihr meine. Anders kann aus unserer Sicht eine Partnerschaft nicht funktionieren. "Eine Frau muss nicht alles aushalten", weder beleidige ich Dich, noch wende ich Gewalt an, alles, was ich Dir schreibe, ist eine ungeschönte Meinung.

    Und ansonsten: Du kannst Dir wünschen, was Du willst, aber Deine Situation gibt das nicht her, weil Du Deinen Mann nicht ändern kannst. Wenn er wirklich wollen würde und mit viel Glück und Anstrengung könnte er sich vielleicht selbst ändern, aber der Zug ist abgefahren, wenn er langsam dement wird.

    Das wird auch nicht schöner, wenn ich es Dir in Geschenkpapier verpacke. Dabei will ich Dich gar nicht angreifen, abet ich lüge auch äusserst ungern.

    Zeit geben? Gegenfrage. wie lange machst Du das mit Deinem Mann schon mit? Wie lange bist Du mit seinem Alkoholkonsum schon unzufrieden?

    Noch ein Edit zu dem Zeit geben:
    Als Trinker müssen wir uns, bevor wir hier überhaupt reinkommen, als Alkoholiker outen und bestätigen, dass wir eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Bei mir spielt das keine große Rolle, da ich ewige Zeiten trocken bin. Aber Neue werden da schon sofort gefordert.

    Übrigens war das auch in der Suchtberatung so. Da wurde mir sofort eröffnet, Einzelgespräche bekomme ich nur unter der Bedingung, dass ich sofort aufhöre. Fand ich gut,denn ich wollte genau das. Und da gabs auch kein Überlegen von wegen vielleicht übernächste Woche.

    Jetzt mal Butter bei die Fische.

    Was genau war denn respektlos? Und bitte mit Zitat.

    Bist Du 69 und hast nur noch begrenzt Zeit, oder ist das nicht so?

    Und solltest Du Dir Hilfe dabei erhoffen, wie Du Deinen Mann vom Trinken wegbringst, dann kann Dir hier niemand dabei helfen, denn die ganz allgemeine Erfahrung ist einfach die, dass das so gut wie niemandem gelingt.
    Dazu gibt es Erfahrungen von aussen, von den Cos, und Erfahrungen von innen, von den Alkoholikern, von denen viele genau wissen, dass sie einfach unerreichbar waren.

    Ansonsten wird halt mal gestritten. Das kommt vor. Meine Frau und ich haben eine Sreitkultur, wir kommen aber immer wieder zusammen. Und von einer Frau, die 40 Jahre verheiratet ist, erwarte ICH, dass sie was aushält. Oder ist das bei Euch Ponyhof?

    Moin Livia,

    ich habe es formuliert, wie ich es formuliert habe. Was ich können hätte, hätte, hätte, Fahradkette.
    Ich habe Dich weder beleidigt noch angelogen.
    Ich war nur ziemlich direkt, und ich bin so.
    Meine Frau sagt ihren Freundinnen, sie sollen mich nicht fragen, wenn sie Angst vor der Antwort auf die Frage haben, ob sie zu dick sind. Bei mir wissen sie es dann:saint:.

    Wenn ich zum Arzt gehe und der feststellt, dass ich Krebs habe, will ich das wissen, ob mir das gefällt oder nicht.
    Ich habe dann nämlich nichts davon, wenn der mich schonen will und er mir deswegen lieber nicht so genau erzählt, was los ist.
    Bei mir ist es kein Krebs, sondern was Anderes, aber auch da kann ich das Mögliche und Nötige erst tun, wenn ich genau weiss, was Sache ist.

    Für Dich ist das hier sicher hart, Du hättest vermutlich gerne Anderes gehört.
    Aber bringts was?
    Ich kenne Dich nicht, aber hier kommen viele, die sich schon lange selbst was vormachen.
    Bringt es was, das zu unterstützen?

    Vielleicht hast Du Dir tatsächlich sofort hier Hilfe geholt, als Du erkannt hast, dass Dein Mann nicht so tickt, wie Du es Dir wünschst. Aber ist das so oder machst Du Dir auch schon länger selbst was vor, weil Du es nicht wahr haben willst? Es wäre der Normalfall, falls Dich das tröstet. Verbessert nur leider gar nichts.

    Ich habe geschrieben, ich bin raus. Vielleicht ist das wirklich besser so.

    LG LK

    Hallo Lebenskünstler, denn das scheinst Du ja wirklich zu sein, denn Deine Worte, die Du mir geschrieben hast, sind sehr hart. Aber weisst Du was, das berührt mich überhaupt nicht im geringsten, denn ich stehe darüber.

    Das mag Dir hart erscheinen. Meine Schreibe beruht auf Erfahrungswerten.

    Meine Frau hat einige Jahre erfolglos an mich hingeredet, in sämtlichen möglichen Tonlagen, dass ich aufhören soll. Sie hat gelitten, wir haben gestritten, usw. Aber ich war da viel jünger und habe trotzdem erst aufgehört, als es mir absolut besch..eiden ging. Sie hatte mich da schon verlassen, kam später, als ich trocken war, aber wieder.
    Mein Vater hat sich totgesoffen und sich auch von niemandem reinreden lassen. Bei dem wurde es richtig schlimm, als er etwa so alt war, wie Dein Mann. Bis dahin hat er getrunken, sein Arbeitsleben aber erfolgreich bestritten. Funktionierender Alkoholiker nennt man das.
    Am Ende war ich sein Betreuer. Die Datails willst Du nicht erleben, schätze ich.

    Hier im Forum gibt es mehrere, die den Weg mit dem trinkenden Partner bis zum Ende mitgegangen sind und die absolut machtlos daneben standen.
    Der gesamte Coabhängigernbereich hier erzählt von vergeblichen Bemühungen, den Trinker zu ändern.

    Dass Dich das nicht berührt, ist aus meiner Sicht eine seltsame Feststellung. Und wenn Du wirklich drüber stehen würdest, hättest Du ja gar kein Problem.
    Ich hab Dir eine nüchterne Aufzählung Deiner Möglichkeiten gemacht. Was Du daraus machst, ist Deine Sache.

    Es wäre Dir ehrlich zu wünschen, dass es bei Euch nicht so schlimm ist. Aber wenn ich lese, was du schreibst, kann ich das kaum glauben. Wenn Du drüber stehen würdest, wärst Du nicht hier.

    Bin jetzt aber raus.

    Ich will Dir noch mal was zur Verdeutlichung schreiben.

    Du sagst, mit 69 ist es schwer, sein Leben zu ändern. Mag ja sein. Gleichzeitig scheinst Du zu glauben, dass Dein Mann sich mit 78 noch mit Leichtigkeit verändern und mit dem Trinken aufhören könnte.

    Deinem Mann würde es sehr wahrscheinlich auch sehr schwer fallen, aufzuhören. Hier, wenn Du mal bei den Trinkern liest, geht es immer auch um Suchtberatung, Entgiftungen, Therapien, Selbsthilfegruppen. Und Einsicht, Wille, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen. Und dazu müsste er erst mal wirklich wollen, davon lese ich aber überhaupt nichts bei Dir. Mit dem Trinken aufhören wird nicht im Vorbeigehen mal kurz erledigt. Da hängt meistens viel dran. Deswegen stehst Du seinem Thema auf einem aussichtslosen Posten.

    Der Unterschied zwischen ihm und Dir ist aber, dass Du gerne etwas an Deinem Leben ändern willst, und er will anseinem Leben nichts ändern. Du hast von daher schon mal viel bessere Voraussetzungen, dass Du das hinkriegen würdest, als er. Ausserdem bist Du auch wesentlich jünger als er.

    Du fragst, wie Du in die Gänge kommst und wo Du anfangen kannst.

    Dein Thema hat jetzt drei Seiten, da sind einige Tips genannt worden. Das Problem ist nur, die Tips gefallen Dir nicht. Du bist jetzt aber nicht in einer Situation, die sich nach Wünschen richtet. Sondern das ist eine Situation, da hast du nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Und alles, was Du tust oder auch nicht tust, wird Konsequenzen haben.

    Unter dem was hier genannt worden ist, nur mal spontan:

    Suchtberatung
    Offenheit und Hilfe durch Freunde und Familie
    Termin beim Amt
    Sozialhilfe, Bürgergeld
    eigene Aktivitäten zur Hebung des Lebensgefühls
    Distanz
    Trennung

    Mir fällt noch ein Tiny House ein, werden hierzulande vermehrt gebaut und sind von der Miete bezahlbar.

    Ich habe mich neulich mit einem Freund angesichts seines 69sten drüber unterhalten, dass wir uns nicht so alt fühlen, wie es auf dem Papier steht.
    Es kommt schon auch auf die Sichtweise an, ob man hilflos ist oder was tun kann.
    Mit 78 ist neulich einer Präsident von Amerika geworden. Sein Konkurrent war 82.

    Ich habe ne Wette laufen, was ich dann mal irgendwann noch tun werde. Ich nehme das als sportlichen Ansporn.

    Hallo Livia,

    Da Dein Mann nicht einsichtig ist und aus diesem Grund sehr wahrscheinlich auch nicht aufhören wird, ist jeder Tag, den Du wartest, ein Tag zu viel.
    Es ist auch egal, was er für Gründe fürs Trinken hat. Das meiste ist sowieso irgendwas zwischen Gewohnheit und Sucht. Wird halt gemacht, weils gemacht wird und das vermutlich nicht erst seit gestern..

    Mit 78 ist außerdem mit vielem zu rechnen. Altersstarrsinn, Alkohol erhöht das Risiko für Demenz, für andere Krankheiten, für früheren Tod etc.
    An nichts davon kannst Du etwas ändern, wenn er trinken will, und das will er.

    Aber auch Du berufst Dich auf Dein Alter und die lange Ehe und wie schwer es ist, noch was zu ändern. (Das gleiche Argument gilt natürlich auch für Deinen Mann und für ihn und seine Sauferei noch mehr, da er ja noch älter ist)
    Ich möchte Dich nur darauf aufmerksam machen, dass Du 69 bist und auch bei Dir läuft die Zeit, in der Du noch viel ändern kannst, langsam aber sicher ab.

    Du stehst meiner Ansicht nach vor der Entscheidung, ob Du das mit Deinem Mann bis zum bitteren Ende mitmachst, oder ob Du selbst in Bewegung kommst. Arrangieren heisst in erster Linie in Deinem Fall wolhl, akzeptieren, dass er so lebt, wie er lebt, und es gibt ihn nur mit Alkohol. Wenn Du das nicht kannst und trotzdem dort bleibst, hast Du halt Pech gehabt. Hart gesagt, ist es so.

    Und jeder Monat. jedes Jahr, bringt auch Dich Deinem Lebensende näher. Das merke ja ich schon mit meinen schlappen 65 Jahren. Bei mir kommt noch eine Körperbehinderung dazu, da macht sich das Alter auch bereits bemerkbar. Ich muss auch schon drüber nachdenken, was noch möglich ist. Und was ich verpasse, ist weg und wird nie mehr nachgeholt.

    Du kannst Dir nicht mehr ewig Zeit lassen. Egal ob das nun einfach oder schwierig ist, für irgendwas musst Du Dich entscheiden.
    Wenn Du noch was vom Leben haben willst, fang besser vorgestern als übermorgen damit an.

    Ich selbst möchte im höheren Alter nicht in eine Situation kommen, in der ich vor der Erkenntnis stehe, dass ich mir irgendwas besser schon vor 10 oder 20 Jahren überlegt hätte, weil es dann zu spät dafür ist. Genau das konnte ich nämlich in der Generation meiner Eltern und Schwiegereltern beobachten und ich möchte diesen Fehler nicht nachmachen.

    Gute Entscheidungen wünsche ich Dir

    LG LK

    Moin,

    ich lehne mich jetzt aus dem Fenster.

    Es ist nichts passiert.

    Du hattest ein intensives Erlebnis und Alkoholiker sind es im Allgemeinen gewohnt, intensive Gefühlslagen mit Alkohol zu regulieren.
    Von daher kein Wunder, dass der Gedanke aufkam.

    Entscheidend aus meiner Sicht ist die Erfahrung, dass es auch ohne zu Trinken vorbei geht.
    Da ist die Sucht eben nicht Herr über Dein Leben.

    LG LK

    Weil ganz weg bekommt man es glaube ich nicht oder ?

    Ob man das generell sagen kann, weiss ich nicht.

    Ich bin 24 Jahre trocken, hatte nie einen Rückfall und bei mir spielt das keine Rolle mehr. Das Rauchen auch im ersten Anlauf aufgehört. Da war aber auch Wille, nein, besser gesagt, Durchhaltevermögen angesagt. Aber halt auch am Anfang.
    Trockenheit wird zur Normalität wie alles Andere auch, was man länger macht.
    Manche kriegen Anfälle von Suchtdruck, andere nicht. Kann ich Dir nicht vorhersagen.

    Bei mir ist auch noch früh am Tag, deswegen kurz:

    Du musst Dir nur vorstellen, dass Leute, die noch nie getrunken haben (gibt es) oder nur wenig, auch Probleme haben. Und diese Sorte Schwierigkeiten kriegen wir auch.
    Ich hatte, schon Jahre trocken, einen Unfall. An dem knabbere ich noch heute. Saufen würde da aber auch nicht helfen.

    Ansonsten war ich das erste halbe Jahr so richtig gut drauf, das hat mir bestätigt, dass das Leben ohne Alk richtig schön sein kann, aber die Realität hat mich irgendwann wieder eingeholt. Irgendwelche Sorgen und der Alltag, Stress im Job, der ganz normale tägliche blabla.
    Und irgendwann kam ein Punkt, wo ich noch andereDinge ändern wollte. Selbstständig gemacht, solche Dinge.

    Manche merken auch, dass sie ihre Ehe besser beenden. Meine läuft wieder. Also auch da individuell.

    Viele Möglichkeiten.

    Plane nicht zu viel, Dinge ändern sich und vieles kannst Du erst erledigen, wenn Du direkt davor stehst.
    Und mach Dir zwar einen Kopf, aber nicht zu stark ums "für immer", wenn es gar nicht passen sollte, kannnst Du nächstes Jahr wieder anfangen. So dachte ich anfangs, das nimmt halt auch ein bisschen Druck raus.
    Wir sind das gewohnt, dass die Belohnung gleich kommt, weil das auch die Wirkung des Alks ist. Geduld ist bei den meisten keine Stärke, wird aber sehr nützlich.

    Wenn Du es richtig machst und nicht zu viel auf einmal willst....24 Jahre gehen schon:)