Beiträge von Lebenskuenstler

    Ärzte...

    Erstens sollte ich selbst mal einer werden, ich habe aber gesehen, was das für eine Buckelei wäre.
    Ich kenne aber genügend Ärzte auch privat und weiss wie die ticken.
    Einer brachte sich um, ein anderer starb, weil er selbst nicht machte, was er seinen Patienten empfahl. Das hatte er mir selbst bei seinem ersten Zusammenbruch so gesagt. Ich war auf seiner Beerdigung.
    In meiner Arbeitsgruppe war ein Psychoanalytiker, von dem ich weiss, dass Placebos ganz normaler Bestandteil der Behandlung sind, die sollen nur die Selbstheilungskräfte aktivieren.

    Der Arzt mit dem homöopathischen Kügelchen war derselbe, der mir empfohlen hatte, doch etwas weniger zu trinken. Den habe ich sowieso nicht ganz ernst genommen. Nach nem Umzug brauchte ich halt einen. Nachdem er entdeckt hatte, dass er mit Substitutionsbehandlung für Heroinabhängige am Fliessband leichtes Geld verdienen konnte, interssierten ihn normale Patienten nicht mehr besonders. Und ich war einer der normalen Patienten, der auch irgendwann den Arzt wieder wechselte.

    Von dem Kügelchen merkte ich gar nichts, leicht möglich, dass es nur ein Placebo war oder dass ihm sonst halt nichts einfiel. Die Frage, ob sich meine Depressionen durch richtige Medikation aufgelöst hätten, würde ich mit Nein beantworten. Mir wurden überhaupt noch nie Depressionen attestiert. Ich habe mich nur selbst schon ausgiebig damit beschäftigt, weil es in meinem Umfeld Depressive gab. Und sehr wahrscheinlich hatte ich welche, Selbstmordgedanken deuteten darauf hin, aber ich bin damit ja nicht zum Arzt. Die gingen von selbst vorbei.

    Ich habe mal psychotherapeutische Probestunden genommen, als ich schon einige Jahre trocken war. Das Ergebnis war, das ich ein bisschen extrem bin, aber keine Diagnose im Sinne des ICD hatte. Ich hab mir dann privat ein Coaching verpasst.
    Und dann hatte ich einen Unfall, das war aber gleich eine Angelegenheit für einen Neurologen. Den ersten, der mich aufs Sofa schicken wollte, habe ich aber auch bald wieder vertschüsst und mir einen Anderen gesucht. Inzwischen bin ich/wir sowieso noch mal umgezogen und jetzt bin ich bestens versorgt. Und in diesem Umfeld mit den Unfallfolgen und einer dadurch ausgelösten chronischen Erkrankung muss ich mich tatsächlich kümmern, sonst baue ich zu schnell ab. Und das lebt davon, dass ich selbst aktiv werde, die selbstverantwortliche Denke wie hier beim Thema Alk ist da Gold wert.

    Ich möchte mich von meinem Partner in Crime verabschieden, denn ich möchte nicht, dass er mir alles nachmacht. War ausserdem seine Idee, mich als solchen auszuwählen, und nur er weiss, warum er sie hatte. Diese Rolle passt nicht zu mir.

    LG LK

    Kazik

    Gestern abend war ich müde.

    Du bist nicht mein Arzt. Absolut richtig.
    Ich bin aber auch nicht Dein Arzt, Traumatherapeut, Depressionsbehandler.

    Ich bin ein lange trockener Alkoholiker, der wegen sich selbst hier ist und sich am Austausch beteiligt. Ich schreibe nicht nur unter dem Gesichtspunkt, ob das Anderen hilft.
    Wenn es hilft, ist es ok, wenn es nicht hilft, kann mir jeder sagen, dass ich mich woanders vergnügen soll.
    In dem Thread, um den es ging, hat mich aber niemand rausgeschmissen.

    Keine Ahnung, was Du in mir siehst. Vielleicht bin ich gar nicht Dein Partner in Crime.

    Und jetzt wartet mein Tag auf ich.

    LG LK

    Hört sich für mich ganz ähnlich an, wie ich das heute mache.
    Und dass wir auf unterschiedlichen Wegen da hin gekommen sind, ist so.
    Wir machen hier Erfahrungsaustausch und Selbsthilfe, habe ich mir sagen lassen, und das finde ich richtig, auch bereits bestätigt.

    LG LK

    Denn am Ende schreibst Du das Du Deine Depression letztendlich mit der richtigen Medikation überwunden hast.

    nun ja, er gab mir ein einziges homöopathisches Kügelchen und ich glaube nicht an Homöopathie. Vielleicht war es eine Mikrodosis von etwas Anderem, ich hab einen Verdacht. Es werden ja heute diverse Experimente von wegen Traumabewältigung etc. gemacht und ihm wäre das zuzutrauen gewesen. Vielleicht war es aber auch nur Zucker.
    Nur zur Erläuterung. Ich glaube nicht, dass das etwas damit zu tun hatte, was Du unter Medikation verstehst. Wenn ich mich irre, sags mir.

    wenn ich mich zu instabil fühle das ich in eine Klinik gehe. Denn dort werde ich behandelt auch wenn ich keine Krankheitseinsicht habe.

    Ich habe da mal eine Frage.
    Vor ein paar Jahren hatte ich aufgrund extremen Schlafmangels infolge meiner körperlichen Erkrankungen ein Problem, wegen dem ich mich selbst eingewiesen habe. Dieses hypomanische, die zweite Hälfte des Bipolaren.

    Ich hatte keinen Realitätsverlust, das habe ich schriftlich, aber ich denke auch, vielleicht merke ich den Wahnsinn ja gar nicht selbst und ich lasse mich deswegen einfach regelmässig angucken. Ziemlich locker das Ganze, aber für den Fall der Fälle eine Rückversicherung. Ich bin mir drüber einig, ich werde dann ausnahmsweise mal machen, was man mir sagt.

    Wie machst Du das, wenn Du keine Krankheitseinsicht hast? Gehst Du dann trotzdem in die Klinik? Heute hast Du geschrieben, dass Du nicht therapeutisch betreut wirst.

    auch diesen Kampf werde ich gewinnen und wenn nötig schliesse ich mich im Keller ein und wen es vorbei ist kann ich wieder mein Sofa geniessen :D

    sehr schön.
    Dann wissen wir, dass Du bei Deinem nächsten Motivationsfreien in den Keller gehst und sich das von selbst erledigt.
    Vielleicht schieben wir etwas Popcorn unter der Tür durch.

    Ich hoffe, Du verstehst das jetzt als Scherz.

    Bin jetzt grade zwei Stunden am Südhang lang gelaufen und wenn der Wetterbericht recht behält, sieht es am Wochenende nach Liegestuhl auf der Terrasse aus.

    Noch was zu dem "mit Dir selbst zu streng"

    Das stimmt auf der einen Seite.
    Aber wenn Du über längere Zeit den Alkohol vermisst und mehr oder weniger am kämpfen bist, dann solltest Du das möglicherweise auch nicht klein reden.
    Wenn Du das trocken durchhälfst, bis es fertig ist, dann ist das schon OK.

    Ich muss öfter mal das richtige Maß für meine Handlungen finden. Beim Alk habe ich es eben nicht gefunden.

    Bei mir funktioniert das, auch die Depressiven können lachen, man kann auch hier nicht alle in den gleichen Topf werfen.

    stimmt, ging auch mehr ums Prinzip. Depressive können sich oft nicht selbst motivieren. Ansonsten auch mit meiner Schreibe nicht zu streng sein.

    Aus meiner Geschichte.
    Nach nen Jahr Trockenheit ging es irgendwie nicht mehr weiter. Dann habe ich das Rauchen, bis dahin um die 50 Kippen am Tag, aufgehört. Störte mich sowieso und ich dachte, dann hab ich vielleicht mehr Energie. (Habs übrigens erfolgreich gelassen.)
    Pustekuchen. Dann habe ich meinem Hausartzt genau das gesagt, ich kann mich nicht motivieren.
    Er gab mir dann irgendwas, wollte mir aber nicht verraten, was das ist, weil er der Meinung war, seine Worte an mich, gut informierte Patienen gehen sich manchmal selbst im Weg um und gefährden vor lauter Wissen den Therapieerfolg.

    Es war dann noch drei Monate zäh und plötzlich von einem Tag auf den Anderen war ich durch. So deutlich, dass ich mich noch an den Moment erinnern kann, irgendwas fiel von mir ab.

    Bis dahin bin ich trotzdem meinerArbeit und meinem Leben nachgegangen und habe nach dem Motto gehandelt "wozu brauche ich Lust, wenn ich muss?"

    Ach ja, Selbstgespräche mag ich auch gern. Nicht nur, weil ich dann immer recht habe und mich mit dem einzigen vernünftigen Menschen auf der Welt unterhalte, sondern ganz ernsthaft, ich kenne alle Hintergründe meiner Argumente und muss mir selbst nicht jedes Detail erklären.

    LG LK

    Kurze Ergänzung. Weil das bei mir so ist kann ich wenn ich ich eine Depression hätte mit einigem was hier geschrieben wurde nichts anfangen geschweige denn die richtigen Konsequenzen daraus ziehen. Denn wenn ich das könnte hätte ich keine Depression.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Das ist ganz sicher richtig. Der berühmte Spruch, sag mal zu einem Depressiven, lach mal.

    Aber Du machst es auch nicht mit Dir selbst aus, sondern hast therapeutische Hilfe.

    Ich weiss übrigens auch, dass ich meinen Gefühlen nicht immer glauben darf.

    Gibt es. Auf die schnelle, ohne therapeutische Massnahmen ca. 85 Prozent.
    Lt. Deutschem Ärzteblatt.

    Ich kann die Zahlen nicht prüfen, je nach Quelle etwas anders, aber immer mindestens 50 Prozent, also in der Regel deutlich mehr als die Hälfte.

    Und sehr viele Rückfällige argumentieren damit, dass es dazugehört.

    Ich habe mir immer angeguckt, dass ein Rückfall noch keinen glücklich gemacht hat, aber das müssen die mit sich selbst ausmachen.

    Ich kenne Dich nicht.

    Aber von aussen betrachtet .... es gäbe ja keine Alkoholiker, wenn man den Saufdruck so einfach ausschalten könnte, bääh, es ist so kalt, ich kann da nichts machen, ich lieg nur auf dem Sofa (ein Luxusproblem übrigens, andere wären froh, wenn sie das könnten)...
    es gibt Anzeichen, wie sich jemand in einen Saufdruck hineindenkt, und es gibt ziemlich viele,. die dem dann nachgeben. Denn so gut wie Dein Argument, dass es nicht enfach ist, ist das Argument mit den Rückfallzahlen natürlich auch.

    Und Du, nur Du, entscheidest, auf welcher Seite der Statistik Du landest.

    Ich hatte Dir gestern geschrieben, zu viel Zeit zum Grübeln.
    Und zu viel Zeit, um im Selbstmitleid zu versinken.

    Ich hatte in meiner Vorstellung geschrieben, dass ich alle Zweifel vorher weggesoffen habe.
    Du anscheinend nicht.

    Mir scheint, Du suchst Rechtfertigungen fürs Trinken.
    Vielleicht brauchst Du noch eine Runde.
    Und ich behalte lieber nicht recht.

    Für mich war der Alkohol auch mal ein guter Freund. Nachdem ich einige Monate trocken war, habe ich ihn begraben, um ihn getrauert und dann war es gut. Es war ja trotzdem schon länger nur noch eine Illusion, dass er mir half.
    Das bringt etwa so viel, wie im Alter der vergangenen Jugend nachzutrauern. Das läuft unter Anleitung zum Unglücklichsein.

    Mir schrieb neulich AnnaBlume , dass ich von mir selbst besoffen bin.
    Tatsächlich fand ich am Anfang den Gedanken wichtig, dass ich mir im nüchternen Zustand vielleicht auch erlauben sollte, einfach mal ausgelassen, ja, auch blöd zu sein und auch absolute Flachwitze zu machen. Lachen, lustig sein, tanzen auch. Nicht immer alles tierisch ernst nehmen. Etwas, wozu ich den Alkohol ja auch benutzt hatte.

    Alles Spekulation. Warst Du trinkend im stillen Kämmerlein glücklich oder war das mit anderen Aktivitäten verbunden? Glück kann ja sehr unterschiedlich sein.

    Bin wahrscheinlich ein hoffnungsloser Fall.

    Wenn Du einen aus Dir machst, schon.

    Mir sagte mal ein Arzt, ich soll mich aufs Sofa legen und nichts mehr tun.
    Inzwischen war ich fast wieder auf 4000 Metern. Zu Fuß.
    Das nützt Dir jetzt gar nichts, weil Du nicht ich bist.
    Aber aufgeben tue ich nur, was gar nicht mehr geht.

    Wenn Du Dich aufgibst, dann kann Dir niemand helfen.

    Fang mit winzigen Schritten an, wenn Du Dich nicht motivieren kannst. 5 Minuten am Tag raus und einfach laufen. sowas in die richtung.

    Wie gesagt, es geht mich eigentlich nichts an und hier ist keine Beichte. Du erzählst nur, was Du willst, bitte.

    Was genau ist das für ein Gefühl, was Du vermisst? Kann ja z.B sein, das Dir wieder mehr egal ist, also ein Gefühl von Wurschtigkeit, abschalten, kann aber auch das Bedürfnis nach Feierlaune sein, Dopaminkick, Adrenalinschub. Je nach dem gibt es ja auch Möglichkeiten, diese Gefühle ohne Alkohol zu erreichen. Ist nur mit etwas mehr Aufwand verbunden, als reiner Konsum (worunter ich jetzt das trinken verstehe. Flasche auf, rein, fertig. So einfach ist das Andere natürlich nicht)

    Wenn Du weisst, dass Du ein Gefühl vermisst, hast Du jedenfalls einen Ansatz, an dem Du arbeiten kannst.