Weil ich in einer Depression vulnerabler für Saufdruck bin. Und ich kann mir vorstellen das Dich Deine starken Schmerzen auch vulnerabler für Saufdruck machen.
Dazu will ich mal noch was schreiben.
Hier in meiner Vorstellung habe ich geschrieben, dass ich alle Zweifel vor dem Aufhören weggesoffen habe.
Dazu gehört auch, dass ich schon mal versucht habe, Schmerzen wegzutrinken.
Funktioniert bei mir exakt so lange, wie ich bewusstlos bin.
Und bis ich bewusstlos bin, hat eine Flasche Whisky nicht gereicht, meistens nicht mal zwei. Keine Option und nicht mal der Wunsch, es zu tun.
Bis ich bewusstlos bin und danach, so bald ich wach bin und mit dem Kater oder Entzug kämpfe, fühle ich mich da hilfloser als ganz nüchtern.
Aus dem Grund bin ich da nicht vulnerabler.
Hier zu der Reha:
Das ist eine komplett andere Umgebung und Menschen, die Du nicht kennst und die Dich nicht kennen. Allerdings glaube ich das Du ganz gut alleine klarkommst und das Du sehr gut auf Dich aufpassen kannst. Du hast ein Einzelzimmer, somit ist der Bereich schon einmal safe.
es geht schon darum. Ich könnte alleine klarkommen. Aber will ich das überhaupt? Nein, will ich nicht.
An vielen Wohnorten habe ich mich um niemanden gekümmert. Das war jahrelang mein normales Asozialverhalten. Ich hatte keine Lust auf die Leute um mich herum. Ich weiss wie es geht, ob es mich glücklich macht, ist eine andere Frage. So lange ich etwas mache, was sich für eine Einzelperson gut eignet, mache ich das gerne, aber in einer Situation, in der ich eingebunden bin, werde ich lieber Teil des Teams und bin dann aber lieber nicht der Underdog.
Als ich an meinen jetzigen Wohnort gezogen bin, habe ich bewusst versucht, es Anders zu machen. Ich habe mich bei allen Nachbarn vorgestellt, reibungslos alle Fronten geklärt. Es macht das Leben auch spürbar einfacher, wenn ich mit meinen Nachbarn gut auskomme. Und wenn nur mal jemand nach den Katzen guckt oder mich an den Flughafen fährt. Hier lagen von einem Vorgänger Anwaltschreiben wegen den Nachbarschaftsstreitigkeiten, kann man so machen, aber nur wenns unumgänglich ist. Ich mags lieber friedlich um mich herum. Und hier, kleines feines Wohngebiet, spielt Nachbarschaftshilfe eine Rolle.
Das gleiche wars vor 4 Jahren im Krankenhaus. Ich hatte nur Vorteile davon, dass mich meine Mitpatienten mochten und mich sogar als Respektsperson betrachtet haben.
Und den "Gemeinschaftsjob", den jeder machen musste, nahm mir jemand ohne mein Zutun ab, weil ich mit den Alkoholikern zum Einkaufen ging und von daher schon irgendwie eine Funktion hatte. Und der Oberarzt nannte mir die besseren Cafés drumrum.
Das gab mir die Freiheit, das zu tun, was mir gut tat, ohne mich in blödsinnigen Auseinandersetzungen zu verlieren. Manche hatten sich da nämlich durchaus in der Wolle. Haben sich beim gemeinsamen Essen gestritten etc, ich nicht. Ich weiss, da ich es ausprobiert habe, dass es Stress ist, sich im Alleingang gegen 20 andere zu stellen. Ich werde in der Regel zwar nicht gemobbt, aber mir gehen die Leute dann aus dem Weg.
Ob mir irgendwelche Gemeinschaftsübungen, mit denen in einer Reha zu rechnen ist, besser gefallen, wenn ich mich als Aussenseiter generiere, bezweifle ich. An sich rechne ich eher damit, ich stelle mich vernünftig dar und dann läuft das. Und das ist das, was ich will. Ich wills mir so einrichten, dass ich das gerne mache.
Bei mir ist es generell so, ich mache viel allein. Ich muss mir gar nicht beweisen, dass ich das kann. Es geht um den Wohlfühlfaktor.