Ich leb nicht mit einem Alkoholiker zusammen. Äh, na ja, mit mir.
Aber mein Vater hat sich totgetrunken. Wie ich das ausgehalten habe? Durch Akzeptanz. Es war seine Entscheidung, was soll ich mich darüber grämen? Es hat gemacht, was er wollte, und dieses Recht steht nach meiner Auffassung erst mal jedem zu.
Wenn mich das juckt, ist es meine eigene Aufgabe, mich davon auf Abstand zu bringen.
Beiträge von Lebenskuenstler
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Ich hab meine Frau dafür gehasst, dass sie mich vom Trinken wegbringen wollte. Und das ist nach meiner Erfahrung eine ziemlich verbreitete Reaktion, dass ein Trinker denjenigen, der ihn davon abbringen will, als Feind wahrnimmt.
So wie ich das sehe, wollen viele Trinker einfach mitsamt ihrem Konsum akzeptiert werden, und das sind Machtkämpfe, bei denen mit allen Mitteln gekämpft wird, denn das Verlassenwerden tut ja trotzdem auch dem Trinker auf der einen Seite weh. Auf der anderen Seite war ich froh, als meine Frau sich zur Trennung entschlossen hatte, denn dann stand sie nicht mehr zwischen mir und der Sauferei. Für mich hatte das dann schon erst mal auch sein Gutes, dass ich dann endlich wieder ungestört trinken konnte.
Es hört eigentlich keiner freiwillig auf, dem es schon mal geschmeckt hat. Dazu ist die Wirkung des Alkohols erst mal zu angenehm. Ich behaupte sogar, da kommen viele Beziehungserfahrungen nicht dagegen an. Da muss fast immer irgendwas erst mal passieren. -
Scheint so. Das ist aber nur das, was ich mir angelesen habe, und ich war in meinem Leben auch schon auf beiden Seiten, hatte Streit mit einem Vermieter und bin selbst Vermieter, aber fürs Eingemachte muss das ein Anwalt machen. Aus dem Streit mit dem Vermieter weiß ich aber noch, dass der mir wenig konnte, als ich ihm die Daumenschrauben angesetzt habe und ich das mit Hilfe eines Anwalts gemacht habe.
Ich darf keine Rechtsberatung. -
Ich hab das gestern rein aus Interesse noch mal nachgelesen, wenn Du jemanden ins eigene Haus auch ohne Mitvertrag aufnimmst, gilt "mitgegangen, mitgehangen", Das Mietverhältnis kommt schon durch die Schlüsselübergabe zu Stande und dann greifen automatisch die Mietrechtsvorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das heißt, er hat dann auch Hausrecht, wie in jedem anderen Mietverhältnis.
Das geht bis zur Räumungsklage, und das kann dauern.
So weit ich gelesen habe, ist die Gefährdung des Kindeswohls oder Gewalt in der Beziehung wohl eines der wenigen Mittel, das zu beschleunigen. -
Angebote gibt es bei uns auch, nur stehen hundert Bewerber da. Halbes Jahr Suche ist hier optimistisch.
Geht drum, ob Du besser schon mal Rechtsberatung holst.
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Nur mal für eine realistische Einschätzung, wohnst Du in einer Gegend, wo man in zwei Wochen eine Wohnung finden kann?
Es ist schwierig, auf die Schnelle einen Mieter rauszukriegen, der nichts Anderes hat. Egal ob Du eine Beziehung mit ihm hattest oder nicht.
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Es ist verständlich, dass Dich das belastet, und es ist auch klar, dass sich nicht jedes Problem auf Knopfdruck lösen lassen wird.
Du musst jetzt wissen, ob es reicht, dass du ab und zu Dampf ablässt und Du Dich wieder beruhigst, oder ob Du grundsätzlich was ändern musst, um trocken zu bleiben.
Wo es hingeht, wenn Du wieder säufst, weißt du selbst, und wenn die Abstinenz über allem stehen muss, was ich auch so sehe, was hast Du dann für Möglichkeiten? Hältst Du es aus oder musst Du mehr auf Abstand gehen? Es geht um Dein Leben, ich schätze, das wird Dir sonst niemand beantworten können. Niemand außer Dir weiß wirklich, wie es in Dir aussieht. -
Gibt ja ziemlich zerrüttete Familien. Meine Eltern und ich haben uns gegenseitig Mord- und Totschlag angedroht. Da half nur wegziehen und Kontaktabbruch. Und es gibt ja auch noch die Fälle, wo das ausgeführt wird. Also Alles ist möglich.
Keine Ahnung wie das bei Dir ist, Absti, oder ob da wegen Deiner Sauferei noch was ist. Ausgerechnet beim Saufen waren sich meine Eltern und ich wenigstens einig, dass das dazugehört. Einer der wenigen Punkte, wegen denen es bei uns keinen Streit ab. Aber sonst gingen wir uns nur noch auf den Keks. -
Ist das ein Problem, das sich irgendwann lösen lässt, wenn Du lange genug trocken bist, oder könnt Ihr Euch generell gegenseitig nicht leiden?
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Egal, was Du machst, halte ich es für unwahrscheinlich, dass er deswegen viel ändert oder gar aufhört.
Da wäre er fast der erste Alkoholiker, der deswegen aufhört, weil das jemanden stört.
Denk lieber bisschen weiter, wie Du Dich da rauskriegen kannst. -
Ich komm von der Alkoholikerseite und bin lange trocken und noch bzw. wieder mit meiner Frau zusammen. In meiner schlimmsten Zeit hatte sie die Schnauze voll und wollte mir nicht dabei zugucken, wie ich mich zu Tode trinke.
Du kannst ihm ja eine Chance gegeben bzw. das ist sowieso Deine Entscheidung.
Aber achte unbedingt drauf, ob er wirklich Nägel mit Köpfen macht.
Ich habe beim Aufhören Vollgas gegeben, mir war es absolut wichtig das Trinken zu lassen und das hätte ich auch dann beibehalten, wenn meine Frau nicht mehr mit mir gewollt hätte, weil es mir schlecht genug ging.
Lass Dich mit nichts hinhalten und jeder Versuch seinerseits, das Aufhören irgendwie rauszuschieben zeigt, dass er weitertrinken wird. -
Ich hatte in der Anfangszeit meiner Trockenheit auch das Bedürfnis, es hinter mir zu lassen, mich irgendwann nicht mehr damit zu beschäftigen. Nach nem Jahr etwa hab ich halt gemerkt, dass für Sachen, die mich beschäftigt haben, öfter mal der Vorschlag meiner Außenwelt kam "dann trink was, dann gehts wieder" das Übliche, was viele Normalos halt machen. Im Management, in dem ich damals war, sehr verbreitet. Dann wollte ich wissen, we trockene Alkis damit umgehen, seitdem bin ich immer wieder bei der Selbsthilfe dabei, mit Unterbrechungen.
Inzwischen ist es schon lange so, dass ich mich nebenher mit meiner Sucht beschäftige, weil auch einerseits das erste Glas stehen lassen muss/soll/will (Kontrollverlust ist übrigens ein recht eindeutiges Suchtkriterium, und den hattest du ja auch. Angefangen und mehr getrunken, als Du wolltest) und ich aber auch die Beschäftigung mit dem Thema interessant finde.
Und "draussen" geben mir viele Leute und auch Beschäftigungen derer wenig. Unter Alkis finde ich mehr Tiefe, mehr um was gehts eigentlich im Leben, weil sich viele wegen der Sucht damit beschäftigen.
Ansonsten gings bei mir auch wenig um Suchtdruck, und das schon von Anfang an, sondern mehr darum, was ich nun stattdessen mache, denn Alkohol hatte für mich auch Funktionen. Am Ende habe ich zwar süchtig getrunken und als Grund war mir dann alles recht, aber mein Problem war auch, dass ich immer wieder angefangen habe, das auch willentlich und gezielt getan habe, um bestimmte Gefühlszustände zu erreichen. Der letzte große Absturz begann damit, dass ich was zu feiern hatte und mir das nach längerer Trinkpause auch verdient hatte....und dann konnte ich monatelang nicht mehr aufhören, bis ich schon starke Ängste schob, ob ich da noch rauskomme.
Will sagen, das, warum ich nicht aufgehört habe, bevor es so schlimm wurde, hatte ich ja trotzdem noch. Bei mir wars eher Stress und dass ich abends das Kopfkino nicht abstellen konnte, da half es, mich bewusstlos zu saufen. Und davor stand ich dann auch trocken und musste es anders lösen.
Es zwingt Dich ja niemand, hier mehr zu schreiben, als Dir gut tut.
LG LK -
Hi,
ich bin lange trockener Alkoholiker.
Ich habe gute und schlechte Seiten.
Und ich sehe das bei mir so, früher habe ich nüchtern meine guten Seiten ausgelebt, und wenn ich vom Suff enthemmt war, habe ich meine schlechten Seiten ausgelebt.
Jetzt lebe ich die guten und die schlechten Seiten nüchtern aus und damit bin ich nüchtern für Andere sicher nicht immer nur angenehm. Und mir ist das egal, denn nüchtern muss ich es nicht allen recht machen.
Viele Angehörige denken nach meiner Wahrnehmung, an nüchternen Tagen würde sich die eigentliche und gar so tolle Persönlichkeit zeigen. Das ist ja die übliche Darstellung, Jekyll und Hyde, nüchtern der tollste Mensch. Ich sehe das anders, ich hab die ungeliebten Seiten in den Suff ausgelagert und jetzt lebe ich sie nüchtern aus.
LG LK -
Rein von der Logik her kannst Du ja nur in Zukunft etwas anders machen, als Du es in der Vergangenheit gemacht hast.
Du kannst Dir deine Fehler analysieren oder sie Dir vorwerfen, um in Zukunft etwas anders zu machen, so weit gehe ich mit.
Ansonsten bist Du der einzige Mensch, der 24 Stunden an allen Tagen mit Dir auskommen muss, Du wirst Dich nicht los und Deine Selbstvorwürfe sind Deine Lebensgestaltung im Hier und Heute. Du bist derjenige, der das so gestaltet, und wahrscheinlich bist Du auch der Einzige, der unter Deiner Art und Weise, damit umzugehen, leidet. Es gibt Leute, die haben das Bedürfnis nach (Selbst-)bestrafung, bist Du so? Allen anderen kann es nämlich wurscht sein, z.B. mein Leben ist es ja nicht.Was ist eigentlich dieses frühere Ich bei Dir? Ich frage deshalb, weil mein erwachsenes Ich außer Drogen/Trinkpausen keine drogenfreien Zeiten kannte. Ich hab schon in früher Pubertät mit 12 oder 13 zu Hause meine Biere und Schnäpse gekriegt, das erste Mal betrunken war ich noch früher. Im Prinzip war meine erwachsene Gesamtpersönlichkeit völlig durchtränkt davon.
Hast Du so spät angefangen, dass Du bereits ein vollentwickeltes nüchternes Erwachsenenleben vorher hattest? Oder war Alk auch bei Dir vorher schon ein Mittel, um Deine Gefühle und Stimmungen zu regulieren, so wie bei mir? -
Vielleicht lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, aber hätte das nicht auch aus anderen Gründen auseinandergehen können?
So ist es zumindest bei mir, die Beziehungen, die wegen meinem Suchtverhalten gescheitert sind, wären auch sonst nix auf Dauer gewesen, so sehe ich das im Rückblick.
Ich wünsch Dir, dass du Dich damit aussöhnst. Ändern kannst du es sowieso nicht mehr, das ist rum ums Eck. -
Hi Angler,
Was ist im Endeffekt eigentlich passiert?
Welche dauerhaften Schäden hast Du verursacht?
Mir nimmt niemand, von dem ich wüsste, übel, dass ich mal gesoffen habe.
Nachdem ich aufgehört hatte, habe ich aufgeräumt, was aufzuräumen war, auch mit ein paar Leute geredet, ob sie sich durch mich geschädigt fühlen, und ansonsten mein Leben nüchtern gestaltet.
Heute bin ich mit meinem Leben einverstanden und die Saufzeit sehe ich so, dass ich das damals im Grunde ja wollte, also da bin ich mit mir im reinen. Es ist nicht sehr viel dauerhaft kaputt gegangen, wofür ich nüchtern keinen Ersatz gefunden hätte.
Ich hab gesoffen, na und? Deswegen bin ich doch niemand, der sich sein Leben lang Vorwürfe machen müsste. Ich hab niemanden umgebracht und auch sonst keine schweren Verbrechen begangen, wen juckts?
Oder macht Dir das Spaß, so mit Dir umzugehen?
LG LK -
Ich bring gern meinen Vater als Beispiel, der die Aussage traf, dass das Leben nur im Suff zu ertragen ist. Eine Aussage, die mich auch lange geprägt hat. Ich hab ja auch nie versucht, aufzuhören, bis es gar nicht mehr ging. Ich war auch überzeugt, dass ein Leben ohne Alkohol sinnlos ist.
Gehörte zu dem, dass ich beim Trockenwerden viel an meinen inneren Einstellungen ändern musste. Einmal, so nach vielleicht 4 Jahren Trockenheit, hatte ich auch eine Phase, in der ich mich tatsächlich gefragt habe, ob das Aufhören in Bezug auf Lebensgefühl wirklich was gebracht hatte. Ich war kurz davor, bewusst wieder anzufangen, habe die Kurve dann aber gekriegt. -
Und wie nützlich das ist, entscheidet immer derjenige, den es betrifft.
eben. In dem Fall würde ich sagen, das entscheidet die Fragestellerin.
Zu meiner Frau habe ich auch gesagt, ihr Helfersyndrom ist ihr Problem. Nicht meins. Nur weil sie was will, muss ich das noch lange nicht machen. Denn jedem gehört sein Leben sich selbst, und alles, was jede/r macht, ist die Gestaltung seines eigenen Lebens. Sie darf ihres genau so wegwerfen wir ich meines. Das führte letztendlich dazu, dass sie ihre Gefühle weniger von mir abhängig machte, und letztlich zu mehr Freiheit innerhalb der Beziehung. -
Mal meine Sicht auf das Ganze:
Ich mache es nicht zu meinem Problem, wie Co von ihrem Trinker wegkommt. So wenig wie es das Problem von Co ist, wie ich als Trinker aufgehört habe.
Aber ich glaube, es kann nützlich sein, ziemlich neutral darzustellen, wie aussichtslos das sein kann, einen Trinker retten zu wollen, weil ich als Trinker überhaupt keinen Bedarf gesehen hab, dass mich jemand retten müsste. Ich war mit mir im Reinen, dass ich gesoffen habe, bis ich eben an den Punkt kam, dass ich selbst aufhören wollte. Und der kam ganz sicher nicht deswegen, weil mich da jemand rausholen wollte. -
Solange man sich damit beschäftigt, was Alkoholiker denken, fühlen oder warum sie etwas tun, bleibt man weit weg von sich selbst
lach, ist das nicht Co-Co?