Fragen an die Angehörigen

  • Ob er dadurch in der Sucht festgehalten wird bezweifle ich, ich war nicht schuld daß er trinkt, seine Sucht pflegte er schon selber

    Das war ja auch keine Schuldfrage, sondern eine Erklärung, wie Sucht funktioniert.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Wo erzählen sie sich das denn? Hier? Und in welchem Ausmaß?

    Ich kenne solche Leute, mein Leben spielt sich ja nicht nur im Forum ab:wink: Okay du hast recht es war der falsche Thread dafür.

    Im Co‑Bereich sieht das anders aus. Der Hauptteil steckt dort noch mitten in den teils massiven Auswirkungen, während sich gleichzeitig schon die tummeln, die es geschafft haben

    Ich vergleiche Co-Abhängige nicht mit Alkoholikern, diese hören auf zu trinken und arbeiten an sich. Die Co-Abhängigen müssen erst erkennen daß sie nicht richtig handeln, ich war ja gar nicht der Meinung etwas falsch zu machen.Die Co-Abhängigen die es geschafft haben teilen ihre Erfahrungen mit damit die noch neu und verzweifelt sind um diese zu ermuntern und Mut zu machen.

    Für mich ist co-abhängig keine Sucht sondern eine Verhaltensstörung. Wenn ich diese Störung nicht gehabt hätte hätte ich meinen Mann ja nach dem 5. Besäufnis vor die Tür gesetzt ohne mir den Mund fusselig zu reden. Das soll jetzt aber keine Entschuldigung für mein jahrelanges Nichthandeln sein, wie gesagt ich wußte es nicht besser.

    Mich wundert allerdings, warum möglicherweise instinktiv abgelenkt wird, sobald direkte Fragen an den Co kommen.

    Also ich will überhaupt nicht ablenken sondern gebe ehrliche Antworten. Von mir aus können andere denken daß ich naiv und dumm war, bis zu einem bestimmten Punkt trifft das ja auch zu. Aber ich schäme mich nicht daß ich so war sondern bin stolz darauf wie ich es nach der Trennung gemeistert habe.

    Zudem verstehe ich nicht, wieso Geschichten eines trockenen Alkoholikers Auswirkungen auf den Co haben, wenn er seine Saufgeschichte zum Besten gibt.

    Oder hat das noch nachträglich Auswirkungen auf den Co.?

    Bei mir ist es so daß selbst nach 15 Jahren Trennung bei gewissen Dingen immer noch etwas in mir hochkocht, das können auch Alltagsdinge sein z.B. jemand trinkt so hastig wie ein Alkoholiker oder öffnet eine Flasche (dieses Plopp, schrecklich), aber mittlerweilen denke ich dann ganz spontan daß es zum Glück lange vorbei ist. Mich hat es sehr geprägt was passiert ist.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • warum können es Coabhängige nicht einfach so sehen, dass da zwei Leute völlig unterschiedliche Interessen und Wertvorstellungen haben

    Wenn jemand keine Kinder will, gehe ich davon aus, das er dies dann bereits im Vorfeld sagt und dann kann man für sich entscheiden ob man überhaupt eine Beziehung mit dieser Person eingehen will.

    Ein Alkoholiker sagt aber bestimmt nicht im Vorfeld, das er süchtig ist und nicht aufhören will. Oder gibt es hier jemanden der tatsächlich, bevor er die Beziehung einging, dem Partner klar gesagt hat: ich bin Alkoholiker und werde es definitiv nicht ändern?

    Hätte mein Ex damals zu mir gesagt, als ich ihn kennen lernte, er ist Alkoholiker und möchte das definitiv auch bleiben, wäre ich definitiv nicht mit ihm zusammen gekommen, weil ich es als Kind schon mit meinem Papa selbst erlebt hatte. Dann hätte ich im Vorfeld gewusst was auf mich zu kommt wird und ich hätte mich zwar auf eine Freundschaft eingelassen aber nicht auf eine Beziehung.

    Bei uns kam die Sucht aber schleichend in unser Leben, da waren wir schon ein paar Jahre zusammen. Wir hatten eine Beziehung auf Augenhöhe und ich habe meinen Partner ja ohne Sucht kennen gelernt. Es gab gemeinsame Interesse und Werte. Das man mal zusammen trinkt oder mit Freunden trinkt, war für mich normal. Da hab ich keine Sucht drin gesehen und es war ja auch eine funktionierende Beziehung.

    Als mir sein Trinkverhalten dann tatsächlich aufgefallen ist, weil es immer mehr wurde, habe ich versucht ihn darauf aufmerksam zu machen und ihm versucht erstmal zu erklären, wie ich mich damit fühle. Ich hab ihm nicht direkt gesagt, er muss sofort damit aufhören, sondern ich wollte das er versteht, was dies bei mir auslöst. Also hat er versucht zu reduzieren. Hätte er kontrolliert trinken können, wäre das für mich kein Thema gewesen. Das er das nicht mehr konnte und ein ernsteres Problem damit hat, hab ich erstmal selbst nicht wahr haben wollen und er ja auch nicht. Er war ja überzeugt das er kein Problem hat. Warum legt ein Alkoholiker Trinkpausen ein? Doch um sich selbst und vielleicht auch der Familie zu beweisen, das er es noch kontrollieren kann und kein Problem mit dem Trinken hat. Oder liege ich da falsch?

    Was mich so lange in der Co Abhängigkeit gehalten hat? Die Liebe zu meinem Partner. Das Wissen, das er auch anders sein kann und ich ihn anders kennen gelernt habe. Die Hoffnung das er es doch noch erkennt, Das Wissen, das es eine Krankheit ist und das Gefühl ihn im Stich zu lassen, wenn ich ihm nicht helfe . Ich wollte nicht aufgeben.

    In guten wie in schlechten Zeiten!

    Zum Thema Sucht nach dem Partner: Ich war ganz klar süchtig, nach jeder noch so kleinen Aufmerksamkeit, nach jeder noch so kleinen Zuneigung, nach jeder noch so kleinen Liebesbekundung, weil auch das durch die Sucht immer weniger wurde. Ich habe ihn geliebt. Er war für mich ein Geschenk und ich wollte den Mann wieder zurück, den ich kennen gelernt hatte. Ich hab alles versucht um es ihm recht zu machen, ihm zu beweisen, das ich liebenswert bin und mich selbst dabei aufgegeben. Die Erkenntnis keine Chance mehr zu haben und ihn an den Alkohol verloren zu haben, hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Und ja ich hatte Entzugserscheinungen.

  • Hab nochmal nachgedacht. Ich hab tatsächlich keine Fragen. Weil ich nach drei Jahren hier alle Antworten kenne. Nicht alle individuelle Erfahrungen aus der Kindheit der einzelnen Cos, aber es läuft immer auf das Gleiche hinaus: wegen der Kinder, wegen dem Haus (für die Kinder), wegen Geld. Wenn keine Kinder da sind: wegen der Liebe, wegen ihm/ihr als nüchternen Menschen, weil man Angst um sein/ihr Leben hat.

    Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege!

    Es gibt doch nur die Frage, warum bleibst du bzw. warum verlässt du ihn nicht?

  • Die Rückschau auf eine dysfunktionale Beziehung aufgrund von Alkohol ist für einen Co wichtig. Sie kann dem/der Betroffenen etwas für die Zukunft bringen. Aber mal ehrlich, welchen Alkoholiker hat es in seiner Saufzeit gejuckt, wie sich sein Partner fühlt? Mich nicht. Die Sucht galt es zu befriedigen und danach hab ich vielleicht mal nach den Belangen des Partners geschaut- im Suff, also auch nicht sonderlich produktiv. Eher dafür sorgen, dass er beschwichtigt ist, damit ich in Ruhe weiter saufen kann.

  • Guten Morgen,

    Meines Erachtens liegt die Verantwortung bei einem Co, genauso wie bei einem Alkoholiker, sich mit seinen eigenen Themen auseinanderzusetzen.
    Es „kostet“ trotzdem viel, neue eigenen Mustern zu erarbeiten und etablieren. Ich lese oft, dass Cos bereits in deren Urfamilien (z. B) gelernt haben, auszuhalten. Es ist keine Entschuldigung für die eigene Handlungsweise, jedoch eine mögliche Erklärung. Ich habe für mich festgestellten können, dass ich Schwierigkeiten habe, Grenzen zu setzten und mich irgendwann irgendwo vergessen hatte. Der Fokus lag auf seine Aktionen und Reaktionen.
    In meinem Fall hat meinen Mann verheimlicht, vertuscht, gezielt gelogen. Das hat mich verwirrt und gekränkt. Als es soweit war, dass ich soweit war, wollte er nicht loslassen. Das ist sogar für jemand, der psychisch stabil ist, ein Wirrwarr. Und für jemand, der bereits kraftlos ist, teilweise noch schlimmer.


  • Hera

    Wenn keine Kinder da sind: wegen der Liebe, wegen ihm/ihr als nüchternen Menschen, weil man Angst um sein/ihr Leben hat.

    Ja, ich bekam Angst, als er mir gesagt hat, dass er sich umbringen wird.
    Ich bekam auch Angst, wie sich das auf mein Kind auswirken würde. Und bei dieser meiner Angst sehe ich eine ganz normale menschliche Emotion, welche nichts mit Co zu tun hat. An meiner Entscheidung rüttelt das nicht, kostet mir jedoch zusätzlich Kraft standhaft zu bleiben.

  • Damit kann natürlich auch ein Nicht-Alkoholiker drohen, stimmt. Aber es spricht halt auch immer der Aspekt mit, wie klar jemand im Kopf ist, der mit so etwas droht. Und ein Alki hat halt seinen Pegel.

  • Guten Morgen,

    Meines Erachtens liegt die Verantwortung bei einem Co, genauso wie bei einem Alkoholiker, sich mit seinen eigenen Themen auseinanderzusetzen.

    Nee, muss ich nicht. Zu ergründen, warum ich gesoffen habe, bringt mir persönlich nichts.

  • Ich weiß, ich geh daran zu Grunde, wenn ich wieder trinke. Also, dass ich daran sterben werde. Ich hab gerade noch so die Kurve gekriegt. Das hab ich vor Augen. Meine Verantwortung liegt bei mir darin, dass ich da nie wieder hinkomme.

  • Marie04 , Danke erstmal, du hast es ja auch geschafft, andere sind noch mitten dabei.

    Ob CO-Abhängigkeit als Sucht bezeichnet wird oder als „nur Angehörige“, ändert nichts daran: Eine dauerhaft schädliche Verhaltensstruktur wird dadurch kein Stück harmloser. Und wenn es keine Abhängigkeit ist, dann steht realistischem Denken und Handeln erst recht nichts im Weg , im Gegenteil. Dann wäre es sogar nach meinem Verständnis leichter, Verantwortung zu übernehmen und konsequent zu handeln. Oder etwa nicht?

    Deshalb richte ich das bewusst an die Gruppe, die noch „mittendrin“ ist.

    Es gibt unterschiedliche Erfahrungen in der CO-Abteilung, die sich befreit haben, und andere, die jahrelang in einer Beziehung festhalten und sich einfach „arrangieren“. Unabhängig davon, ob Kinder im Spiel sind oder nicht, wird etwas künstlich am Leben erhalten. Materielle Dinge lassen sich regeln, aber die emotionalen Schäden bleiben und betreffen am Ende alle.

    Alkoholiker suchen nach dem Wegstellen des Glases, nach dem leichtesten Weg, weil das Saufhirn sie dorthin treibt, wo etwas zu saufen griffbereit ist. Das macht die Sucht aus. Deshalb wird Risikominimierung empfohlen.

    Woran orientiert sich der Co denn, wenn er hier ankommt? An diejenigen, die sich arrangiert haben, oder an jene, die einen kompletten Neuanfang gestartet haben?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Nee, muss ich nicht. Zu ergründen, warum ich gesoffen habe, bringt mir persönlich nichts

    Dir nicht, manch anderen vielleicht schon. Wenn Probleme nicht angegangen werden, sondern weggespült mir Alkohol werden, heißt das für mich, dass derjenige darauf schauen sollte. Vorausgesetzt derjenige möchte das.

  • Dieser Faden hat die Überschrift: Fragen an die Angehörigen.

    Nicht: Fangfragen an die Angehörigen. Oder: Rhetorische Fragen an die Angehörigen.

    Ich kann Fragen auch dazu benutzen, um meine Meinung auszudrücken. Dann interessiert mich die Antwort weniger, ich will auf etwas bestimmtes hinaus.

    Diesen Faden zu benutzen , um andere Beiträge in Frage zu stellen wie hier:

    Gestern oder vorgestern war hier ein für mich sehr seltsamer Fall.

    finde ich nicht okay. Ich weiß nicht um wen es geht, aber wenn ich diese Person wäre, würde ich das mehr als befremdlich finden.

    Auf zwei Ausagen/Fragen möchte ich eingehen:

    warum reicht Dir dafür nicht Dein eigenes Leiden an der Situation? Jetzt lasse ich mal alle Spekulationen, sondern frage einfach offen.

    Gut, dass du einfach offen fragst. Denn wenn du die Antwort ja schon weißt (Spekulationen), dann bräuchtest du ja nicht zu fragen.

    Ich leide ja nicht kontinuierlich. Unterm Strich war es insgesamt gut. Erst als es komplett gekippt ist, war der Punkt erreicht. Und das war ein schleichender Prozess. Und:

    dass da zwei Leute völlig unterschiedliche Interessen und Wertvorstellungen haben.

    Bei meinem Mann ist es knallharte Sucht. Er trinkt nicht, weil das sein Hobby ist. Das hat nichts mit "Interesse und Wertvorstellungen" zu tun.

    LK, bei dir lese ich das aber tatsächlich anders. Du sagst, dass du trinken wolltest. Und dann auch problemlos aufhören konntest. Das kommt mir eher ungewöhnlich vor. So eine klare Haltung würde vieles erleichtern.

    Ich bin dann hier raus. Und wünsche einen konstruktiven Austausch.

  • Dir nicht, manch anderen vielleicht schon. Wenn Probleme nicht angegangen werden, sondern weggespült mir Alkohol werden, heißt das für mich, dass derjenige darauf schauen sollte. Vorausgesetzt derjenige möchte das.

    Ich weiß ja, warum. Und da ist ein Haken drunter, den hab ich vor fast 4 Jahren drangemacht. Aber ich zerdenke mich da jetzt nicht mehr oder halte mich daran auf. Weil es mir nichts bringt. Situationen oder Gründe zu trinken, findet man IMMER. Und den Joker, "es ist halt eine Krankheit/Sucht" ziehen irgendwann in den Diskussionen beide Parteien. Drückt aber nur Machtlosigkeit oder mangelnden Willen aus.

  • Erstmal, das ist der Alkoholiker-Bereich.

    Dieser Faden hat die Überschrift: Fragen an die Angehörigen.

    Nicht: Fangfragen an die Angehörigen. Oder: Rhetorische Fragen an die Angehörigen.

    Ich kann Fragen auch dazu benutzen, um meine Meinung auszudrücken. Dann interessiert mich die Antwort weniger, ich will auf etwas bestimmtes hinaus.

    Wir machen hier keine Analysen für die Fragesteller, du kannst dich beteiligen oder auch nicht. Dieser Thread hat keine Einschränkungen, es können alle Fragen gestellt werden. Wenn etwas nicht passt, kümmert sich das Team darum. Keiner wird hier gezwungen, sich zu beteiligen.

    Ich bin dann hier raus. Und wünsche einen konstruktiven Austausch.

    Danke.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • An diejenigen, die sich arrangiert haben, oder an jene, die einen kompletten Neuanfang gestartet haben?

    Ich orientiere mich an denen, die eine Klarheit mitbringen, Mut zur Selbstreflexion haben und dabei ihren Blick dahin richten wo es nottut. Vorbilder, wenn man so will. Die wissen wer sie sind und was sie brauchen, wollen, tun. Die auch um ihre Begrenzung wissen. Das variiert für mich und kann sowohl von Cos, Ekas als auch Alkoholikern ausgehen. Mich interessiert wie sich jemand mit seinen Baustellen auseinandersetzt.

    Also auf die Frage von oben bezogen sowohl als auch.

  • Ich möchte noch etwas ergänzen. Der Ausgangspunkt der Orientierung beginnt immer bei mir und meiner Verfassung und Haltung zu mir und dem Tag, und noch etwas spielt eine Rolle. Resonanz in mir: mancher Kommentar hier mag alle von mir oben genannten Punkte umfassen (Klarheit, Selbstreflexion etc.) und es passiert trotzdem nichts bei mir. Es gibt also die rationale Orientierung, die mir eben auch leichter gefallen ist zu benennen, und dann gibt es das, was in mir was bewegt, buchstäblich. Ich spüre das regelrecht in mir. Das hat für mich auch viel mit Wohlwollen und Interesse (das ich verspüre) zu tun.

    Jump! Fangfragen hab ich jetzt hier nicht so wahrgenommen, Fragen, die darauf abzielen, eine bestimmte Haltung loszuwerden hingegen schon. Die haben aber auch ihren Platz hier finde ich. Womöglich kann ja eine andere Co damit etwas anfangen. Ich kann trotzdem für mich konstatieren, daß mich diese Art der Fragen, eher nicht berühren. Die machen schlicht nix mit mir, sie interessieren mich nicht. Da der Faden zudem allgemein gehalten ist, richten sie sich ja nicht mal gegen mich.

    Ich meine, daß die beiden Fäden "Fragen an..." in erster Linie der gegenseitigen Verständigung dienen, und das Forum hat den gegenseitigen Austausch im Vordergrund. So scanne ich auch diese Fäden, mir fällt grad kein besseres Wort ein. Scannen ist vielleicht zu rational, so lese ich hier nicht. Aber das was für mich nicht in Frage kommt, lasse ich gleich liegen. Vielleicht liegt es auch in der Natur der Cos, mehr wissen zu wollen über Alkoholiker, weil die Eingangsvorraussetzungen ja Cos in ganz unterschiedlichen Varianten von "mittendrin" stecken. Von bis zum Hals verstrickt über getrennt aber traurig etc.

    In diesem Sinne hoffe ich, daß hier weiterhin Fragen gestellt werden, die mich in meinem Werden weiterbringen. Die bedürfen aber vielleicht auch Reifezeit. So, das war jetzt etwas ausufernder. Das Thema Orientierung ist aber ein Wichtiges. Danke Hartmut

    Einmal editiert, zuletzt von koda (8. Januar 2026 um 09:40)

  • Und wenn es keine Abhängigkeit ist, dann steht realistischem Denken und Handeln erst recht nichts im Weg , im Gegenteil. Dann wäre es sogar nach meinem Verständnis leichter, Verantwortung zu übernehmen und konsequent zu handeln. Oder etwa nicht?

    Ich dachte ja lange Zeit ich würde realistisch denken. Er trinkt und das hat Auswirkungen auf unser Familienleben. Es ist ja nicht gut daß mein Mann trinkt also muß ich ihn soweit bringen daß er damit aufhört und wieder Frieden einkehrt. Ich habe viel Verantwortung übernommen, daß ich für ihn nicht verantwortlich war ist mir lange nicht bewusst gewesen. Ich bin auch ein Willensmensch und habe so manches erreicht, ich dachte wenn er nur will kann er es schaffen nicht mehr oder kontrolliert zu trinken.

    Woran orientiert sich der Co denn, wenn er hier ankommt? An diejenigen, die sich arrangiert haben, oder an jene, die einen kompletten Neuanfang gestartet haben?

    Ich war ja bereits getrennt und Liebe war auch keine mehr da. Das erleichtert es ungemein. Trotzdem habe ich mich noch längere Zeit für ihn verantwortlich gefühlt. Ich habe mich an denen orientiert die einen Neuanfang gestartet haben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ein Alkoholiker sagt aber bestimmt nicht im Vorfeld, das er süchtig ist und nicht aufhören will. Oder gibt es hier jemanden der tatsächlich, bevor er die Beziehung einging, dem Partner klar gesagt hat: ich bin Alkoholiker und werde es definitiv nicht ändern?

    Ich habs schon mal geschrieben.
    Meine Frau kannte mich vorher zwei Jahre.
    Ich war Hartsäufer, jeder wusste das, wir haben oft zusammen als letzte unsere gemeinsame Stammkneipe verlassen. Und ich bin normalerweise nicht nachts um zwei nüchtern aus der Kneipe. Aber im Normalfall war ich im Suff nicht aggressiv, sondern lustig, wenn man mich liess. Streiten in dem Zustand brachte es natürlich nicht.
    Das zweite Mal, als ich sie gesehen habe, war ich so betrunken, dass ich nichts mehr davon weiss. Sie erzählt, dass ich sie und ihre Frreundin bestens unterhalten habe,
    Sie erzählt mir, dass sie von einem anderen Alkoholiker vor mir gewarnt wurde.
    Und sie selbst hat auch grenzwertig mitgetrunken. Lange haben wir noch gemeinsam getrunken, nur bei meinen absoluten Vollräuschen ging sie nicht mit. Sie hatte nicht mal verlangt, dass ich ganz aufhöre, das war meine Idee.

    Ich hab ihr im Streit immer gesagt, das sie das wusste. Und sie sagt offen, dass sie das nicht sehen wollte. Sie hätte hingucken müssen.
    Ja, und das weiss sie und sie macht mir auch keine Vorwürfe, dass ich gesoffen habe. Nur hat es begriffen und würde es nicht noch mal mitmachen.

    Hier steht bei vielen Cos, dass er schon getrunken hat, als sie zusammenkamen. Eine schreibt neulich,seit 5 Jahren weiss sie, dass er Alkoholiker ist. Seit 3 Jahren sind sie verheiratet. Tja, äh.
    Zahlreiche Cos schreiben, dass ihr xy sagt, dass er nicht aufhören will und wollen wissen, wie sie ihn dazu kriegen. Das machen sie schon seit 10 Jahren oder länger. Ne Gebrauchsanleitung, ihn zu manipulieren. Meinerwegen aus hehren Gründen, ob sie nun ihm helfen oder ihre Familie retten wollen, jedenfalls übelassen sie nicht ihm, was er tun will. Unter Kontrolle haben sie es auch nicht, denn sie merken schon lange, dass es trotzdem immer schlimmer wird, aber ziehen auch keine Konsequenzen draus.

    Das Einzige wäre doch die Erkenntnis, mit uns zusammen klapppt es nicht, Liebeskummer dauert im Schnitt ein Jahr, und was ein oder eine Verflossene tut, ist egal. Wenn wir getrennt sind, ist jeder frei zu tun was ihm beliebt.

    Da gibts so nen Comic, da sagt er zu ihr: Du wärst meine ideale Partnerin
    Sagt sie "Du wärst auch mein idealer Partner. Wenn du, zieht ne Liste aus der Tasche, folgendes an Dir änderst"
    und ich glaube, das glauben viele Frauen, den biege ich mir schon hin.
    Übrigens auch mit dem Versuch, wenn ich erst mal schwanger bin, wird er sichs schon noch überlegen, dass er Kinder will. Und diese Story könnte ich hier auch noch zum Besten geen.

    Na ja, es kamen hier auch schon Cos, die dachten, wenn das Kind da ist, hört er auf. Ich würde sagen, da hat sich jemand sein Gefängnis selbst gebaut.

    Also, warum machen Cos das?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

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