Beiträge von Lebenskuenstler

    Einem Alkoholiker den fehlenden Tritt zu geben sollte auf gar keinen Fall deine Aufgabe werden. Wie bereits erwähnt ist das nicht nur selten erfolgreich sondern auch nicht deine Baustelle. Das kann ganz schnell wieder in die Spirale "Hoffnung" führen.

    Und Fingerspitzengefühl kann man auch so interpretieren, dass DU dich, seine Reaktion antizipierend, verbiegst und auf Eierschalen gehst, um ihn nicht zu verärgern. Damit kann sich auch wieder der Fokus von deinen Gefühlen zu der Frage hin verschieben, wie er sich damit fühlt.

    Dazu noch was.

    Meine Frau hatte lange die Vorstellung, dass ich ihre Erwartungen an mich verstehe, ohne dass sie sie explizit formulieren muss.(so die Vorstellung, wenn man sich versteht, dann geht das auch wortlos)
    Heute verlange ich schon lange, dass sie sich klar ausdrückt, wenn sie etwas von mir will.

    Und dann kann ich Ja oder nein sagen.
    Umgekehrt übrigens auch.

    Auch wenn ich etwas sage, kann sie das völlig falsch verstehen, das ergibt sich oft erst durch Rückfrage.
    Wenn zwei Leute den gleichen Satz im gleichen Tonfall sagen, ist trotzdem noch nicht garantiert, dass sie auch dasselbe meinen, weil jeder jedes Wort mit einem anderen Background verstehen kann.

    Und es muss mit Fingerspitzengefühl passieren, beiderseits, weil es oft sonst vorwurfsvoll rüberkommt und das bringt so ziemlich gar nichts.

    LG LK

    Das ist Deine Entscheidung, halte ich mich raus.

    Wenn Du Dich durchs Forum liest, dann gibt es auch im offenen Bereich sehr viel privates. Halt so verklausuliert, dass man nicht erkennbar ist.
    Die Probleme, die Du und Deine Frau haben, sind vermutlich auch nicht so unverwechselbar, dass das gleich jeder erkennen würde. Lass halt was aus, was Du nicht schreiben willst.
    Und bitte nicht falsch verstehen, Du musst nicht.

    Nein, kann ich nicht.
    Ich bin erst nach Dir hier im Forum angekommen und habe mich nie beworben.

    Es gibt ja diese Voraussetzungen für den geschlossenen Bereich. Eine Regel ist, einen eigenen Faden zu eröffnen und zu pflegen. Ich habe aber nichts, was ich dort schreiben will, was ich nicht auch im offenen schreiben kann. Das meiste, was ich über mich erzählen will, steht bereits in meinem Thema. Und na ja, ich bin ja schon eine halbe Ewigkeit trocken, da ändert sich nicht mehr so viel. Und wenn, könnte ich ja immer noch in den Geschlossenen.

    Ich bin nicht im Geschlossenen, und ich habe nichts, was nicht schon in meinem Thema steht. (Also ich sehe nicht vor mir, dass ich mich dafür bewerbe)

    Ich kann Dir daher nur hier schreiben.

    Kurze Rückmeldung:
    Du hast schon einmal geschrieben, dass Deine Frau einen Termin sausen liess, der Dir wichtig war. Hat das Methode? Oder sind das Einzelfälle, und Ihr redet trotzdem mit Zeit?

    Hi Topfmann,

    Von aussen betrachtet wäre für mich die Entscheidung auch klar gegen diese Beziehung.

    Aber weil das nicht so einfach ist, Du vermutlich recht hast, dass beide Fehler gemacht haben, es auch um Deine Söhne geht und Du die Beziehung vielleicht auch gerne erhalten möchtest, würde ich ganz klar kommunizieren an Deiner Stelle, dass ich (Du bist damit gemeint) reden will.
    Und das darf nicht zwischen Tür und Angel passieren, wenn sie gerade mal 5 Minuten Bock dazu hat, sondern da brauchst Du echt einen Termin mit ihr, fest ausgemacht und mit ausreichend Zeit.
    Und dann musst Du wissen, was Du ansprechen willst und was Du brauchst, und nicht schon von vorneweg den Kompromiss einbauen, sondern hart etwas verlangen. Den Kompromiss kannst Du dann immer noch eingehen, wenn Du das willst. Und entweder Du kriegst in Dieser Beziehung noch mal eine Zusammenarbeit, oder Du kriegst sie nicht mehr, dafür muss aber erst mal alles auf den Tisch, was es zu verhandeln gibt.

    Und manchmal geht es eben nicht mehr.

    Ich/wir haben Erfahrung mit Paartherapie, aber auch dazu müssen BEIDE wirklich wollen. Wie stehst denn Du und auch deine Frau dazu?

    LG LK

    edit: hart etwas verlangen ist falsch ausgedrückt. Klar Deine Bedürfnisse kommunizieren , bei Dir selbst bleiben (keine Vorwürfe) und keine Kompromisse, mit denen Du auf Dauer nicht zufrieden wirst.

    nüchtern ist er eigentlich nie

    ob es sinnvoll ist, ihm in nüchternem Zustand zu sagen, dass er Alkoholiker ist.

    Hi Sonnenblume,

    ich komme von der Trinkerseite.

    So, wie das hier steht, hast Du ja erst mal ein technisches Problem. Er ist ja nie so nüchtern, das Du ihm das im nüchternen Zustand sagen kannst.

    Keiner hier kennt ihn. Nur Du.
    Es kann nach hinten losgehen, wenn Du ihm sagst, dass er Alkoholiker ist. Würde mich wundern, wenn er darüber begeistert wäre.
    Lässt er denn irgendwie erkennen, dass er, von sich aus und ohne Deinen Druck, aufhören will?

    Was Du nüchtern machen kannst, ist, ihm zu sagen, wie Du Dir die Beziehung vorstellst, und wie es Dir damit geht. Eventuell hat er aber andere Vorstellungen, auch nüchtern betrachtet. Vielleicht will er trinken und will das nicht mit Dir abmachen, kann sein. Vielleicht wartet er aber auch auf den ersehnten rettenden Tritt in den Allerwertesten, das ist aber eher seltener. Fingerspitzengefühl brauchst Du allemal, sonst blockt er gleich, sehr wahrscheinlich jedenfalls.
    Ja, und nichts androhen, was Du nicht tatsächlich machen kannst, steht hier ja schon, da wird alles, was Du sagst, nur zum Gerede, was er nicht erst nimmt.
    Und wenn Du Pech hast, nimmt er das nur zum Anlass, einen zu trinken, und dann schiebt er Dir noch die Schuld dafür zu. Damit musst Du rechnen.

    Weisst Du selbst, was Du willst? Und damit meine ich nicht irgendwelche Idealvorstellungen von ihm und Deiner Beziehung zu ihm, die Du mit einem aktiven Trinker nicht erreichen wirst, sondern, ob Du weisst, was Du mitmachen willst und kannst und ab wann Du nur noch unglücklich bist.

    LG LK

    Hi Topfmann

    ich habe jetzt mal Deinen ganzen Faden nochmal durchgelesen, und von wegen Du schreibst so schlecht und Du willst keinen belasten:
    Hast Du schon mal von "Gesundem Egoismus" gehört?

    Du hast vielleicht ein schlechtes Gewissen und ein unterirdisches Selbstbewusstsein, weil Du Deiner Ansicht nach einiges verbockt hast (hast Du vermutlich, aber wer hat das nicht?), aber es geht hier ausschliesslich um DEINE Gesundheit und wenn es Dir hilft, zu schreiben, dann sollte es Dir aber so was von Sch..egal sein, ob Du jemanden nervst.

    Es hat mich jetzt nicht genervt, das alles noch mal zu lesen und Du hast mehrmals betont, wie gut es Dir tut, hier zu schreiben.

    Bist Du nüchtern harmoniesüchtig und willst am liebsten nicht auffallen?
    Was fällt Dir zum Begriff "Selbstbehauptung" ein?

    Ah... und wenn Du wieder säuft, wirst Du wahrscheinlich kein angenehmerer Zeitgenosse. Und das weisst Du selbst.

    Sagte mir mal ein anderer Alkoholiker, viele Trinker bringen nur besoffen den Mund auf. Das wollte ich sicher nicht für mich gelten lassen. Wie ist das bei Dir?

    LG LK

    Deine Frau und Du scheinen eine besondere Art zu haben auf Menschen zu zu gehen.

    Meine spezielle Art auf Leute zuzugehen...

    Mich beschäftigt das tatsächlich, weil mir Leute sehr lange sehr fremd waren. Ich konnte nicht mit ihnen umgehen, Ausnahmen bestätigen die Regel, und erlebte mich selbst als krassen Aussenseiter. Aus gewissen Rückmeldungen weiss ich aber, dass das eher mein Selbstbild war....eigentlich waren es die Ängste meiner Mutter, dass so jemand wie ich doch nie von irgendwem respektiert werden würde. Und schon gleich gar nicht von ihr. Es war auch eine Art Emanzipation von ihr, dass ich ihr das Gegenteil beweisen konnte, ohne so zu werden, wie sie das wollte. Ein Glück, denn wenn ich ihren Vorstellungen entsprochen hätte, hätte ich morgens vor dem Spiegel schon das erste Problem.

    Ja, und auch meine Bereitschaft, das und überhaupt Konflikte zu regeln, sagt etwas über mich aus.

    Ich bin nicht schüchtern und oft auch spontan hilfsbereit.
    Es gehen so viele Leute auf mich zu wie ich auf Leute.
    Das ist so ein Spiel, das bedingt sich gegenseitig.
    Und manche Leute interessieren mich sehr.

    Ich gebe was und kriege was dafür oder ich kriege was und gebe was dafür, und in der Summe ergibt das eine große Menge interessanter Erfahrungen.

    Ausserdem bin ich wohl äusserlich und durch mein Verhalten auffällig.
    Mir wurde schon mehrmals von Leuten gesagt, dass sie mich nun schon länger beobachten und jetzt endlich mal wissen wollen, wer oder was ich bin.
    In fremden Städten kann ich mich darauf verlassen, dass irgendwer auf der Straße glaubt, dass ich mich auskenne, oder dass er mich schon mal irgendwo gesehen hat.
    In den Bergen ist es auch so, man sieht mir das auf eine halbe Wegstunde an, dass ich nicht normal laufen kann, aber ich bin extrem zäh.

    Die einzige explizite Meldung, wie ich wirke, bekam ich in der Klinik von einer Gruppe Frauen.
    Die sagten mir erst, für was sie mich hielten, und wollten dann wissen, ob sie recht haben.
    Sie nannten mir zwei Möglichkeiten.

    a) Sozialarbeiter ... das war wohl der Rest von dem, dass ich mal Arzt werden sollte.

    b) ein Mensch, der ein Haus planen und vom Keller bis zum Dach mit eigenen Händen bauen kann.

    Antwort b) trifft auf die Zeit nach meinem ersten abgebrochenen Studium zu, als ich mich anders orientiert habe. Aber Bau war auch eine feuchte Angelegenheit. Als Bauleiter wurde ich mal dafür kritisiert, dass ich nicht genügend rumschreie und die Handwerker antreibe. Und natürlich wurden von denen die Selbstgebrannten vom Balkan und aus Polen kistenweise mitgebracht und zur Pflege der guten Beziehungen abgegeben.

    Ich habe dann nochmal die Branche gewechselt, als ich mit dem Trinken aufgehört habe. Über eine Akademikerfortbildung, die zwei Jahre dauerte, und mit meinem Vorwissen und einem guten Abschluss ging das dann weiter.
    Da nervte mich dann aber irgendwann mal, dass das Gehahlt zwar sehr gut war, aber ich hatte keine Zeit, das Geld auszugeben. Das war DER Grund, mich selbstständig zu machen, nur noch so viel arbeiten, dass es reicht. Auch das Buch, das ich das für meine eigene Aufarbeitung geschrieben habe, war vielleicht eine Stunde am Tag und wenn ich keine Lust hatte, habe ich nichts gemacht. Es machte mir dann aber Spass und das ist für mich die beste Motivation. Ansonsten habe ich meinen damaligen Garten (der jetzige ist kleiner und heute bewältigbarer), das Radfahren und die Berge zu sehr genossen, um im Büro glücklich zu werden. Ich hatte immer so viel vor, ich hatte gar keine Zeit für so einen Stressjob.

    Heute - heute - bin ich glücklich, denn ich habe bei mir Obstbäume geschnitten, auf der Leiter rumgeturnt, gesägt, gekürzt, das ist immer erst mal ein kleines Angstüberwinden aber es ging gut und mir wurde warm bis aufs T-Shirt. Und dann noch eine Stunde in der Sonne gesessen bis mir kühl wurde.

    Ach ja, die Fülle des Lebens... von unten nach oben und umgekehrt, gut durchmixt, schlechte und gute Tage, Leben und Tod... darüber habe ich schon länger nachgedacht. Gehört für mich alles dazu.

    LG LK

    Hi Kazik,

    Ich habe gerade etwas wichtiges erledigt und jetzt habe ich ein paar Minuten Zeit.

    Machen wir es doch so, mir geht wieder etwas im Kopf um und Du nimmst Dir, was Du brauchen kannst, den Rest lässt Du liegen. Ich bin nicht Gott und ich weiss nicht, was Du brauchst, trotzdem weiss ich eine ganze Menge. Ansonsten bin ich keineswegs fehlerfrei, nimms mir nicht zu übel.

    Als ich mich selbst eingeliefert hatte, begegnete ich einigen Menschen, die schon sehr lange in der Psychiatrie waren. Und einige von denen mochten mich bald gerne, wahrscheinlich, weil ich sie auch mochte. Also ich habe etwas von ihnen und ihren Sorgen und Nöten mitgekriegt. Weiter ins Detail muss ich da nicht gehen. Es war übrigens auch da, wo ich den Alkoholikern beim Einkaufen mitgegeben wurde, ich weiss nicht, ob du das gelesen hast.
    Es war auf jeden Fall eine Abteilung aus der manche - so auch ich - jederzeit raus durften, andere hatten keinen Ausgang. Ich habe auch alles mögliche an Angeboten angenommen, ich bin ausserdem nicht nur verkopft, sondern habe auch eine handwerkliche Ausbildung genossen, Holzarbeiten aus der Ergo habe ich noch hier. Bogenschiessen fand ich auch gut. Ich habs mir da so eingerichtet, es war fast wie Urlaub.

    Soweit, radikale Akzeptanz dass es bei Dir so ist wie es ist. Ich weiss ja gar nicht, was Du machen kannst.

    Ich selbst habe für mich ein Buch mit ca. 1000 Seiten geschrieben, um alles mal zu entwirren, was mir im Kopf umging. Ich müsste es überarbeiten, hatte dazu aber nie Lust. Das wesentliche geschah vemutlich während des Schreibens. Du bist ein Wortnerd, hast du mal geschrieben, und ich bin auch sehr genau, wenn ich will. Ich habe recherchiert, gesammelt, geschrieben, überarbeitet und so gingen vielleicht 3 Jahre ins Land. Während dieses Prozesses habe ich wohl meine Vergangenheit verarbeitet, rein durch die Zeit, die verging, und dadurch, dass ich es mir selbst im Detail erzählt habe. Ich habe eine Geschichte daraus gemacht samt meinen eigenen fachlichen Kommentaren, was das jeweils gewesen sein könnte und wie es auf mich gewirkt hat.
    Hört sich jetzt vielleicht ein bisschen wirr an.
    Ein wichtiger Punkt für mich ist, es hat einmal weh getan, und ich habe zum Selbstschutz vielleicht Reaktionen erlernt, die zu meinem heutigen Leben nicht mehr passen. Wenn ich das ganze aufschreibe, heute, wo mir nichts davon aktuell weh tut (ich muss ja nur um mich schauen, meine heutige Realität ist eine Andere), dann wird das zu etwas, was einmal war, aber nicht mehr ist.

    Ausserdem sind wir mal in Italien im Hinterland mit einem alten Mann, fast 90, ins Gespräch gekommen, und der führte uns durch seinen Gewölbekeller. Eine Schreinerei. Die Späne lagen mehr als Knie-hoch, da konnte man Ausgrabungen machen. Er hatte den Pariser Louvre nachgebaut, den Petersdom, Musikinstrumente, Ausgrabungen aus der Römerzeit nachgebaut, es war einfach absolut irre. Der Mailänder Dom guckte nur mit seinen Türmen aus den Spänen. Er meinte, das hätte er nie jemandem gezeigt, aber inzwischen habe ich gesehen, dass seine Gemeinde nach seinem Tod ein Museum daraus gemacht hat. Ohne die Späne. Und ohne die Späne fehlt irgendwie was.
    Der hat mit Sicherheit auch etwas verarbeitet.

    Mir gehts drum, dass man manches auch ausagieren kann, aktiv verarbeiten. Verdrängung ist, glaube ich, oft ein Problem. Und bei Dir funktioniert die Verdrängung ja gar nicht richtig, es will ja raus. Jetzt nüchtern ist verstärkt damit zu rechnen. Saufen willst Du aber nicht. Und als Schreiner weisst Du möglichweise auch, dass beim Arbeiten die Gedanken manchmal fließen können.

    War nur so ne Idee.

    Was ist mit den Schreinerarbeiten aus Deiner Reha, die Du ambulant noch fortgesetzt hast, da warst Du ja fast abstinent und es endete mit Deiner Gesundschreibung. Also da hast Du ja möglicherweise eine Kraftquelle. Könntest Du vollständig abstinent daran anknüpfen?

    LG LK

    Hi Kazik,

    Respekt vor Deiner Reaktion.

    Manches unterscheidet uns ganz gewaltig. Eins davon, was mich wiederum mit meiner Frau verbindet, sind Nahtoderlebnisse, die meine Frau und ich wiederum völlig unabhängig und in unterschiedlichen Situationen hatten, die für uns beide aber zum Geilsten gehören, was wir je erlebt haben. Und da waren wir beide absolut alleine, aber so was von. Meine Frau machte mich neulich im Gespräch darauf aufmerksam, dass sie sich mit mir darüber unterhalten konnte, während es sonst niemand verstanden hat. Und Du willst den Weg da hin ganz sicher nicht gehen. Der Preis ist zu hoch.

    Ansonsten ist es gemischt, ich hatte gute Erlebnisse mit Anderen und alleine.

    Auch der Umgang mit der Vergangenheit unterscheidet uns. Für mich ist das oft nur unterhaltsam, denn ich bin da ziemlich unbeschadet rausgekommen, wenn ich den Stand Heute betrachte. Mich belastet das nicht, oft belustigt es mich eher.
    Und auch meine Behinderung....heute morgen war ich im Wald, da spricht mich einer auf mein Gehen an, es entwickelte sich eine nette Unterhaltung. Passiert mir oft. Also ich, alles halb so wild. Hat so viele Vorteile wie Nachteile, oder ich bin nur sehr gut darin, das Beste daraus zu machen. Ist mir eigentlich egal, warum das so ist, ich nehme es wie es kommt.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall, und das meine ich wirklich ernst, das Allerbeste, und dass Du Dich aus Deinen Belastungen lösen kannst. Und da kann ich Dir wiederum sagen, bleib bloss trocken. Das ist das A und O. Dann siehst Du nämlich klar.

    Liebe Grüße
    Lebenskünstler

    Ärzte...

    Erstens sollte ich selbst mal einer werden, ich habe aber gesehen, was das für eine Buckelei wäre.
    Ich kenne aber genügend Ärzte auch privat und weiss wie die ticken.
    Einer brachte sich um, ein anderer starb, weil er selbst nicht machte, was er seinen Patienten empfahl. Das hatte er mir selbst bei seinem ersten Zusammenbruch so gesagt. Ich war auf seiner Beerdigung.
    In meiner Arbeitsgruppe war ein Psychoanalytiker, von dem ich weiss, dass Placebos ganz normaler Bestandteil der Behandlung sind, die sollen nur die Selbstheilungskräfte aktivieren.

    Der Arzt mit dem homöopathischen Kügelchen war derselbe, der mir empfohlen hatte, doch etwas weniger zu trinken. Den habe ich sowieso nicht ganz ernst genommen. Nach nem Umzug brauchte ich halt einen. Nachdem er entdeckt hatte, dass er mit Substitutionsbehandlung für Heroinabhängige am Fliessband leichtes Geld verdienen konnte, interssierten ihn normale Patienten nicht mehr besonders. Und ich war einer der normalen Patienten, der auch irgendwann den Arzt wieder wechselte.

    Von dem Kügelchen merkte ich gar nichts, leicht möglich, dass es nur ein Placebo war oder dass ihm sonst halt nichts einfiel. Die Frage, ob sich meine Depressionen durch richtige Medikation aufgelöst hätten, würde ich mit Nein beantworten. Mir wurden überhaupt noch nie Depressionen attestiert. Ich habe mich nur selbst schon ausgiebig damit beschäftigt, weil es in meinem Umfeld Depressive gab. Und sehr wahrscheinlich hatte ich welche, Selbstmordgedanken deuteten darauf hin, aber ich bin damit ja nicht zum Arzt. Die gingen von selbst vorbei.

    Ich habe mal psychotherapeutische Probestunden genommen, als ich schon einige Jahre trocken war. Das Ergebnis war, das ich ein bisschen extrem bin, aber keine Diagnose im Sinne des ICD hatte. Ich hab mir dann privat ein Coaching verpasst.
    Und dann hatte ich einen Unfall, das war aber gleich eine Angelegenheit für einen Neurologen. Den ersten, der mich aufs Sofa schicken wollte, habe ich aber auch bald wieder vertschüsst und mir einen Anderen gesucht. Inzwischen bin ich/wir sowieso noch mal umgezogen und jetzt bin ich bestens versorgt. Und in diesem Umfeld mit den Unfallfolgen und einer dadurch ausgelösten chronischen Erkrankung muss ich mich tatsächlich kümmern, sonst baue ich zu schnell ab. Und das lebt davon, dass ich selbst aktiv werde, die selbstverantwortliche Denke wie hier beim Thema Alk ist da Gold wert.

    Ich möchte mich von meinem Partner in Crime verabschieden, denn ich möchte nicht, dass er mir alles nachmacht. War ausserdem seine Idee, mich als solchen auszuwählen, und nur er weiss, warum er sie hatte. Diese Rolle passt nicht zu mir.

    LG LK

    Kazik

    Gestern abend war ich müde.

    Du bist nicht mein Arzt. Absolut richtig.
    Ich bin aber auch nicht Dein Arzt, Traumatherapeut, Depressionsbehandler.

    Ich bin ein lange trockener Alkoholiker, der wegen sich selbst hier ist und sich am Austausch beteiligt. Ich schreibe nicht nur unter dem Gesichtspunkt, ob das Anderen hilft.
    Wenn es hilft, ist es ok, wenn es nicht hilft, kann mir jeder sagen, dass ich mich woanders vergnügen soll.
    In dem Thread, um den es ging, hat mich aber niemand rausgeschmissen.

    Keine Ahnung, was Du in mir siehst. Vielleicht bin ich gar nicht Dein Partner in Crime.

    Und jetzt wartet mein Tag auf ich.

    LG LK

    Hört sich für mich ganz ähnlich an, wie ich das heute mache.
    Und dass wir auf unterschiedlichen Wegen da hin gekommen sind, ist so.
    Wir machen hier Erfahrungsaustausch und Selbsthilfe, habe ich mir sagen lassen, und das finde ich richtig, auch bereits bestätigt.

    LG LK

    Denn am Ende schreibst Du das Du Deine Depression letztendlich mit der richtigen Medikation überwunden hast.

    nun ja, er gab mir ein einziges homöopathisches Kügelchen und ich glaube nicht an Homöopathie. Vielleicht war es eine Mikrodosis von etwas Anderem, ich hab einen Verdacht. Es werden ja heute diverse Experimente von wegen Traumabewältigung etc. gemacht und ihm wäre das zuzutrauen gewesen. Vielleicht war es aber auch nur Zucker.
    Nur zur Erläuterung. Ich glaube nicht, dass das etwas damit zu tun hatte, was Du unter Medikation verstehst. Wenn ich mich irre, sags mir.

    wenn ich mich zu instabil fühle das ich in eine Klinik gehe. Denn dort werde ich behandelt auch wenn ich keine Krankheitseinsicht habe.

    Ich habe da mal eine Frage.
    Vor ein paar Jahren hatte ich aufgrund extremen Schlafmangels infolge meiner körperlichen Erkrankungen ein Problem, wegen dem ich mich selbst eingewiesen habe. Dieses hypomanische, die zweite Hälfte des Bipolaren.

    Ich hatte keinen Realitätsverlust, das habe ich schriftlich, aber ich denke auch, vielleicht merke ich den Wahnsinn ja gar nicht selbst und ich lasse mich deswegen einfach regelmässig angucken. Ziemlich locker das Ganze, aber für den Fall der Fälle eine Rückversicherung. Ich bin mir drüber einig, ich werde dann ausnahmsweise mal machen, was man mir sagt.

    Wie machst Du das, wenn Du keine Krankheitseinsicht hast? Gehst Du dann trotzdem in die Klinik? Heute hast Du geschrieben, dass Du nicht therapeutisch betreut wirst.

    auch diesen Kampf werde ich gewinnen und wenn nötig schliesse ich mich im Keller ein und wen es vorbei ist kann ich wieder mein Sofa geniessen :D

    sehr schön.
    Dann wissen wir, dass Du bei Deinem nächsten Motivationsfreien in den Keller gehst und sich das von selbst erledigt.
    Vielleicht schieben wir etwas Popcorn unter der Tür durch.

    Ich hoffe, Du verstehst das jetzt als Scherz.

    Bin jetzt grade zwei Stunden am Südhang lang gelaufen und wenn der Wetterbericht recht behält, sieht es am Wochenende nach Liegestuhl auf der Terrasse aus.

    Noch was zu dem "mit Dir selbst zu streng"

    Das stimmt auf der einen Seite.
    Aber wenn Du über längere Zeit den Alkohol vermisst und mehr oder weniger am kämpfen bist, dann solltest Du das möglicherweise auch nicht klein reden.
    Wenn Du das trocken durchhälfst, bis es fertig ist, dann ist das schon OK.

    Ich muss öfter mal das richtige Maß für meine Handlungen finden. Beim Alk habe ich es eben nicht gefunden.