wenn ich etwas von ihm verlange bzw. sage das hätte ich gerne macht er es
machte er das? Vielleicht wäre das ja seine gute Seite für Dich.
Dann sag ihm doch, er soll mit dem trinken aufhören. Macht er das auch?
wenn ich etwas von ihm verlange bzw. sage das hätte ich gerne macht er es
machte er das? Vielleicht wäre das ja seine gute Seite für Dich.
Dann sag ihm doch, er soll mit dem trinken aufhören. Macht er das auch?
Hi Kazik,
das hier hattest Du am 31.12.24 geschrieben
Ist mein Wunsch Wille und Ziel das ich im Frühling hier schreiben kann das ich keinen Tropfen Alkohol getrunken habe und hoffentlich das ich einen oder mehrere Schritte weiter bin auf meinen Weg zu einem zufriedenen abstinenten Leben. Das wäre richtig gut.
Zweifelsohne gönne ich Dir die Erfüllung dieser Wünsche.
Das hier hast Du heute geschrieben:
Und ich bin einfach noch nicht stabil.
Was tust Du, um Dich zu stabilisieren? In Deinen Worten, welche Schritte gehst Du?
Und mal eine Frage: ändert sich durch die Nüchternheit etwas an Deinen Depressionen?
Wenn ich von mir ausgehe, ich habe als geselliger Belohnungstrinker angefangen. Die Probleme kamen zu großen Teilen bei mir erst durchs trinken und durch die Drogen. Die Kindheit...andere hatten auch Probleme, deswegen hat nicht jeder gesoffen. War schon speziell ich, weil es mir auch gefallen hat.
Als ich aufgehört habe, waren Belohnungen für mich sehr wichtig, damit mir der Alkohol nicht fehlte. Ich wurde zum Fan von richtig großen Eisbechern, die Kalorien spielten keine Rolle. Und von Schönheit der Natur, das war ich früher schon, hatte es aber vor Saufen fast vergessen.. Bis ich dann irgendwann so weit war, dass die Trockenheit zum Selbstläufer wurde und mich Alkohol ganz generell nicht mehr interessiert hat. Das kann ja bei Dir ganz anders sein.
Für mich war es ein Riesenproblem abzuschalten, weil ich Verantwortung für Leute, Kunden und relativ viel Geld hatte (mein Traum war mal, dass ich mich nur noch mit meinen Datenbanken unterhalten muss, aber den Job gab es nicht für mich). Ich neigte dazu, dass mir das auch am Feierabend durch den Kopf ging. Und ich habe verschiedenes probiert, um dann nach dem Stress bei der Arbeit runterzukommen. Um müde zu werden, ohne mich zuvor betrinken zu müssen. Ich fing damit an, dass ich die 20 km zum Job mit dem Fahrrad gefahren bin und in der Mittagspause bin ich eine Stunde um den See vor der Firma gelaufen. Hab mich ausgepowert. Dann Yoga und Meditation angefangen. Anfangs bin ich beim Stillsitzen in der Meditation fast explodiert, so arbeitete das in mir. Einmal bin ich aufgesprungen und musste unbedingt raus. Dann hab ich locker gelassen, aber bei anderer Gelegenheit trotzdem weitergenmacht. Ich bin dazu übergegangen, mich nicht mehr so sehr zu zwingen und smarter und weicher mit mir selbst umzugehen. Den Kontrollfreak und Perfektionisten ab und an in die Pause zu schicken.
Hältst Du Dich selbst aus, wenn Du nichts tust? Kannst Du Dich entspannen? Kriegst Du den Kopf leer?
Es ist kein Verhör, das weisst Du.
LG LK
Ich bin ehrlich froh, dass uns bzw meiner Frau das erspart blieb, was Du erlebst. Aber erwischen wird es uns alle. Ich für mich sehe das so, der Tote merkt ja nichts mehr, es sind die Hinterbliebenen, die leiden.
Ich habe mich vorgestern mit meinem alten Freund unterhalten, dem vor 4 Wochen seine Liebe seines Lebens nach über 40 Jahren auf sehr tragische Weise gestorben war.
Von aussen kann ich da nichts machen, aber wir sind uns einig, dass Verdrängen der falsche Weg wäre.
Er hat sich bereits damit beschäftigt, was bei Trauer sehr oft passiert. Trauer hat Phasen, kann ich bestätigen, da selbst schon erlebt. Und er glaubt, dass es zwar seine Zeit dauert (ca. ein Jahr), dann wird er wieder Land sehen.
Ausserdem ist er sehr gut vernetzt und auf die von mir hier erwähnte gemeinsame mehrtägige Geburtstagsfeier freut er sich auch. Wir werden Saft und Tee trinken, so nebenbei, und ich kenne mich mit alkoholfreien Getränkern aus (wer sonst?).
Hast Du Freunde?
Ca. eineinhalb Jahre, bevor ich mit dem Trinken aufgehört habe, gingen meine Frau und ich zur Familienberatung, eine Art Paartherapie.
Die ganzen Diskussionen und Streitereien, von ihrer Seite hauptsächlich wegen meiner Sauferei, von meiner Seite, dass das nur eins unserer Probleme war (das Andere war, dass ich mich permanent kontrolliert fühlte und selbst entscheiden wollte, wie ich lebe) mündeten in eine ernsthafte Zerrüttung zwischen uns. Das wollten wir beide nicht, waren aber nicht mehr dazu in der Lage, darüber zu reden, ohne dass ein Wort das andere gab und es jedesmal in Frust, Geschrei und Beleidigtsein mündete, beiderseits. Und das für mich natürlich gefundene Gründe waren, um mir einen einzugießen, schon rein aus Trotz, weil ich mir nichts vorschreiben lasse.
Das Gespräch mit dem Familienberater, der gleichzeitig ehemaliger Suchtberater war, hatte vor allem einen entzerrenden Effekt. Wir konnten dann nicht mehr so durcheinander reden und uns permanent gegenseitig ins Wort fallen (das "ja, aber"- Spiel, Du hast aber auch etc), sondern jeder konnte seinen eigenen Standpunkt komplett darlegen und der/die Andere musste zuhören, bis der/die Andere fertig war.
Dabei kam dann heraus, dass wir zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen auf meine Sauferei hatten. Unsere beiden Standpunkte dazu waren schlicht unvereinbar.
Und wir sahen beide, dass unser jeweiliges Gegenüber nichts davon aus Bösartigkeit tat. Sondern das Bösartige ergab sich dann aus Frust und Wut, weil wir nicht mehr miteinander konnten.
Sie wollte mich und meine Sauferei nicht kontrollieren, um mich zu ärgern, und ich soff nicht, um sie zu ärgern. sondern sie hatte ihre Gründe - Angst um meine Gesundheit - und ich hatte meine Gründe - keine Ahnung, wie ich sonst mit dem Leben fertig werden sollte oder wie mir sonst Entspannung verschaffen sollte.
Ausserdem standen wir beide auf dem Standpunkt, dass eine Beziehung für beide ein Gewinn sein sollte. Das ist aber nicht gegeben, wenn die Eine unfreiwillig beim Saufen zusehen muss. Und das ist genauso wenig gegeben, wenn der Andere gegen seinen eigenen Willen mit dem Saufen aufhören muss. Dann ist immer eine(r) die/der Verlierer(in).
Es hat schon was gebracht, wenn auch nicht das, was wir uns erhofft hatten. Wir standen nicht mehr so feindselig gegenüber, sondern wir begriffen, dass wir an wesentlichen Punkten unserer Beziehung völlig unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und Interessen hatten. Für sie war es dann einfacher, zu sehen, dass ich das einfach brauchte, und für mich war es einfacher, weil ich mich nicht mehr so sehr rechtfertigen musste.
An sich bewahrte uns das vor dem Rosenkrieg, denn wenn schon, dann wollten wir uns im Guten trennen.
Diese Gespräche beim Familientherapeuten halfen mir auch dabei, dass ich meine Frau verstand, als sie mich verliess, als ich vollends abstürzte. Ich habe ihr das nie übel genommen, denn ich hätte mir selbst auch nicht zugucken wollen. Nur ich kriegte vor lauter Filmrissen davon nur Bruchteile mit und hatte morgens das Meiste vergessen, meine Frau hatte den kompletten Film.
Trotzdem hätte ich nicht aufhören können, bevor ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte. Dann wäre es deswegen nicht mehr geworden, weil ich dann nicht zufrieden trocken geworden wäre. Als ich nach meinem Tiefpunkt aufgehört habe, war meine Frau frei, sich zu entscheiden, denn da war ich nicht von ihrer Hilfe abhängig. Ich hätte auch aufgehört, wenn sie sich anders entschieden hätte, einfach, weil es dann mir gereicht hat.
Und danach war es zwischen uns oft auch nicht einfach, da hätte ich viele Trinkgründe finden können, wenn ich das dann noch gewollt hätte. Wollte ich dann aber nicht mehr. Ich 6 Jahre trocken waren wir ja nochmal zu Paartherapie. Der Schlusssatz dieses Therapeuten an mich war: wenn beide wirklich wollen, dann finden sie fast immer einen gemeinsamen Weg. Da habe ich dann tatsächlich auf etwas verzichtet, um die Beziehung zu erhalten, und das war für mich auch bewältigbar. Später hatte meine Frau fast ein schlechtes Gewissen deswegen, weil sie mich vor eine Entscheidung gestellt hatte, aber ich habe mich entschieden und bin dann auch dazu gestanden.
Und heute, ja, sind wir beide froh um dieses ganze Geschehen. Einiges bräuchten wir sicher nicht noch einmal, aber die Erfahrungen machen uns zu dem, was wir jetzt sind. Ich glaube, in anderen Beziehungen hätten wir uns zu bald gelangweilt.
Hi Zabou,
ich bin nicht Hartmut, aber ein trockener Alkoholiker.
Alkoholiker sind als Menschen so unterschiedlich wie andere Menschen auch.
Das macht es schwierig, pauschale Aussagen über das Verhalten zu machen.
Ganz generell verhalten sich Menschen, die man unter Druck setzt, oft ausweichend oder abwehrend.
Aus Sicht des Trinkers will der Partner oder andere Menschen oft nicht helfen, sondern sie wollen ihm seinen besten Freund wegnehmen.
Ich war jemand, der nicht gerettet werden wollte.
Ich fühlte mich z.B. von meiner Frau manipuliert. Sie wollte, dass ich mein Trinken reduziere, während ich genau das nicht wollte. Und sie hat erst mal mich bearbeitet, denn sie wollte ja, dass ich mich ändere. Und dann habe ich sie bearbeitet, damit sie mich in Ruhe liess. Beides hat nicht funktioniert.
Ich habe dann oft gesagt, wenn sie einen Partner will, der nicht trinkt, dann soll sie sich einen suchen. Ich bin dann offensichtlich nicht der richtige Partner für sie. Hat sich in der Adresse geirrt.
Bei ihr löste das Ängste aus, dass ich sie nur loswerden will. Das wollte ich zwar nicht, ich wollte nur, dass sie meine Sauferei akzeptiert.
Und aus diesem Gemenge entstehen dann Verhaltensweisen wie heimlich trinken. Ich wollte trinken und ich wollte mir das nicht verbieten lassen, aber Stress wollte ich auch nicht, denn es waren sinnlose Endlosdiskussionen, die regelmässig im Streit endeten. Also habe ich geguckt, dass meine Frau nicht alles mitkriegt. Oft hatte ich schon knapp einen Liter Schnaps im Magen, bevor ich nach der Arbeit nach Hause kam. Dann gleich einen Kurzen und ein Bier, damit ich die Fahne begründen konnte. Meine Frau wunderte sich regelmässig, warum ich dann so schnell betrunken war.
Solche Verhaltensweisen meine ich.
Aus meiner Sicht sah es so aus, dass sie sich die Stöckchen suchte, über die sie hüpfen konnte, weil sie mich nicht loslassen konnte. Ich habe immer gesagt, sie ist nicht angekettet, keiner - und auch ich nicht - zwingt sie dazu, sich das anzutun.
LG Lk
Trotzdem hab ich noch Gefühle und es fällt mir schwer. Ein Verbrechen?
Dasselbe gilt für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, mit dem Trinken aufzuhören. Es fällt ihm schwer. Und dein xy ist vielfachrückfällig, kein Ende in Sicht.
Das ist auf beiden Seiten das Gleiche und wenn das nicht so weitergehen soll, bis Ihr beide gestorben seid, dann muss halt jemand den Anfang zum Ausstieg machen.
Ja, und Beziehungen können scheitern, Das ist für mich absolut normal. Ja, mir hats auch schon mal wehgetan. Ich bin trotzdem gegangen, als ich mir ausrechnen konnte, wie das werden würde, wenn ich bleibe.
Er hat auch in seiner letzten Nachricht geschrieben, dass er jetzt " hiermit offiziell" Schluss macht, weil ich ein schönes Leben haben soll und er alle nur runterzieht.
Diese Art der Formulierung macht mich so wütend. Ich denke mir es ist manipulativ, aber es triggert mich so und ich komm da nicht richtig weiter, was es ist. Vielleicht weil es einem jede Möglichkeit nimmt. Wenn jemand von euch da eine Idee hat....?
Du schreibst mehrfach, dass Du jetzt endgültig aus der Beziehung aussteigen willst.
Warum ist es dann ein Problem für Dich, wenn er Schluss macht?
Oder sollte das rein zu Deinen Bedingungen geschehen?
Wolltest Du Dir die Möglichkeit offenhalten, zu ihm zurückzukehren?
Oder ist es einfach schöner, wenn Du selbst Schluss machst?
Nimm ihn doch einfach beim Wort. Schluss ist Schluss. Ausserdem stimmt es doch, dass er Dich runterzieht.
Und nimm ihn doch auch beim Wort, Dir ein schönes Leben zu machen. Oder willst Du lieber ein hässliches Leben?
Vielleicht hat er es anders gemeint. Es besteht aber keinerlei Verpflichtung für Dich, um drei Ecken zu denken.
LG LK
Im Gegenteil ich habe in Kliniken auch ältere Ärztinnen und Therapeutinnen getroffen die mich gebeten haben das ich ihnen meine Depressionen oder Teile davon erkläre. Das ging soweit das ein Oberarzt mich gefragt hat ob er mir Studentinnen schicken kann die mich zu einem speziellen Symptom befragen sollten. Was dann auch passierte. Und meine Ärztinnen und Therapeutinnen haben es auch nicht in Frage gestellt wenn ich etwas an meiner Medikation oder an therapeutischen Massnahmen anders haben wollte.
Ich habe keine Depressionen heute, aber in dem tiefen Loch hatte ich welche. Echte.
Das ist jetzt aber wurscht. Ich habe 4 miteinander verbundene Diagnosen , bei denen geht es mir wie von Dir beschrieben. Es gibt schon wirklich gute Ärzte, und ich habe einen.
Das hängt damit zusammen, und das trifft es wohl auch bei Dir, dass ich ein sehr gut informierter Patient bin.
Für mich gab es erst keine Therapie, ich habe das durch ausprobieren herausgefunden. Und ich bin durch massive, lang anhaltende Schmerzen gegangen.
Abgesehen davon, wenn ich in meiner Einzelgängerphase bin, dann will ich das. Da gibt es auch keine Chance, mich zu irgendeiner gemeinsamen Unternehmung einzuladen. Und es gibt Erlebnisse, beim Klettern Free Solo früher, als ich noch konnte, die möchte ich nicht missen. Aber auch kein Thema für hier.
habe ich das jetzt richtig verstanden, ich bin auch Dein selbsterwählter partner in crime. Wow! Lass mal verabreden und ein paar crimes verüben. In Echtzeit.
möglicherweise nicht. Ich bin ein Typ, der sich nicht so schnell bindet. Wenn, dann dauert das ein paar Jahre, bis ich mich auf jemanden verlasse. Dafür braucht es gewisse Voraussetzungen, die ich nur während verschiedener Begebenheiten erleben kann. Was Zeit braucht.
Ich bezog mich auf das, was Du selbst geschrieben hattest.
Und wenn wir beim Thema des Aufhörens sind, ich bin überhaupt nicht Co. Und ich sitze allein in meinem Boot, da ich mit niemand Anderem untergehe. Vielleicht werfe ich mal einen Rettungsring, ansonsten Eigensicherung. Ja, auch deswegen bin ich ein Überlebender. Ich habe da gewisse Erfahrungen gemacht.
Und Stalker hatte ich schon, brauche ich nicht.
Ich glaube, in diesem Rahmen sind wir uns durchaus einig. Sonst korrigiere mich.
LG LK
Als Kind ist es faktische Hilflosigkeit.
Bei einem Erwachsenen können die Depressionen dergestalt sein, dass nur Tiefenhirnstimulation dagegen hilft.
Dieses Forum ist wirklich gut für mich.
Heute morgen hat sich der geistige Bogen von dem, was ich hier gestern geschrieben habe - und was Du, AnnaBlume aus mir heraus gekitzelt hast - zu meinem heutigen, aktuellen Leben geschlossen.
Aber zuerst etwas für meinen selbsterwählten Partner in Crime.
Wenn man mit dem Trinken aufhört, bringt das bei manchen Leuten das Unterste nach oben. Der Eintopf, aus dem man besteht, wird gründlichst durchgerührt. Ja, ich bin ein Küchentyp. Unten kommt das Dicke. Mich hat damals der Satz "wir machten eine furchtlose Revision in unserem Inneren" ähnlich bewegt wie der Begriff der Kapitulation vor dem Alkohol. Für mich fühlte sich das zwar durchaus an, wie wenn ich noch rechtzeitig aufgehört hätte, also nicht kapituliert im Sinne von mich völlig unterkriegen lassen, aber ich habe es verstanden.
Mit dem Trinken aufzuhören, bedeutet oft auch so etwas wie einen Nachreifungsprozess. Verantwortung für sich selbst übernehmen lese ich hier im Forum öfters. Die furchtlose Innenrevision kann aber auch in die nun besser gelungene Ablösung von etwas Altem münden. Oder von alten Beziehungen.
Du hast Dich an mich gebunden. Freiwillig. Und ich gehe da hin, wo ich hin gehe. Partner in Crime, mit gegangen, mit gehangen. Im Zweifel ..... Ablösung. Du kannst aber auch weiter mitgehen, wir mögen noch so verschieden sein, es passt für mich.
Ich dachte bei Deinem Namen übrigens an einen Kaziken, einen südamerikanischen Indianerhäuptling. Du hast mich dazu veranlasst, eine Bildungslücke zu schliessen, es gibt auch andere Möglichkeiten, wie ich nun weiss. Vielleicht gefiel Dir auch nur der Klang, aber mein Nick sagt ja auch etwas aus. Warum also Deiner nicht?
Was die Aktualität dieses Themas hier betrifft....
Ich bin vor wenigen Jahren in meine alte Heimatstadt zurückgezogen. Eine schöne Stadt in einer schönen Gegend, und es ergab sich eine Gelegenheit für eine Wohnsituation, die meiner Frau und mir sehr entgegen kam. Und zwar gerade im Hinblick darauf, wie wir alt werden möchten. Also ich bin wieder genau da, wo diese Geschichte von gestern einschliesslich des tiefen Absturzes statt fand. Wenn ich viel Mist über meine Vergangenheit erzählt hätte, dann wüsste das meine Frau inzwischen, so viel dazu.
Ich hatte keine Lust, an die alten Zeiten anzuknüpfen, und habe mir gezielt etwas völlig Anderes für meinen Wiedereinstieg gesucht. Früher hing ich in der Kneipe bis sich irgendwas ergab, heute bin ich Trockener Alkoholiker. Bin zwei Gruppierungen beigetreten, die eine passt zu meinen inzwischen drei Berufen und die Andere war fürs Eingemachte, persönliche Gespräche, ähnlich einer Selbsthilfegruppe aber anders.
Die eine Gruppierung ist die mit den gestandenen Mannsbildern. Aus der bin ich nach zwei Jahren auch schon mal wieder raus, weil mir der Stil nicht gepasst hatte, aber zwei Gruppenmitglieder hielten Kontakt zu mir und umgekehrt, und inzwischen läuft dese Gruppe anders und im Moment passt das für mich. Da bin ich gleichberechtigt Einer von Mehreren. Demnächst gehen einer von den alten Männnern und ich auf ein richtig gutes Rock-Konzert der nächsten Generation, die Tickets und das Hotel sind gebucht, passt so. Der Herr Universitätspipapo und der Altfreak, der inzwischen auch etwas völlig Anderes ist. Wir fahren in eine Millionenstadt, da kennt uns keiner. Obwohl, ich habe da auch schon einige Jahre gelebt....Scherz beiseite.
Die Gruppierung, die zu meinen Berufen passt, flog bei Corona auseinander. Damals war es schon so, dass ich die Fachartikel geschrieben habe, aber ich beliess es lieber bei einer Nebenrolle. Es gab da dann aber einen Ober-Vorstand, der irgendwie Kontakt zu mir hielt. Mich auf externe Verantstaltungen in anderen Städten aufmerksam machte etc.
Inzwischen habe ich diese Gruppierung wieder zusammengeführt, und es wurde mir zugesichert, dass die Zusammenkünfte ausschliesslich zu meinen Bedingungen stattfinden. Sie sagen schon wieder Chef zu mir, Graue Eminenz habe ich auch schon gehört. Ich bin auch schon wieder eine Person ders öffentlichen Lebens. Und einer meiner ältesten Freunde ist auch wieder dabei.
Und heute, im Gegensatz zu früher, sage ich zu den an mich herangetragenen Ansinnen, noch eine größere Rolle zu spielen, konsequent "Nein".
Der Narzisst in mir weiss, dass eine größere öffentliche Rolle zwar mit Anerkennung, aber auch mit viel Arbeit verbunden wäre. Mehr als derjenige in mir, der sich damals in die Einsamkeit verzog, machen möchte. Der Einsamkeitsfreund und Naturbursch möchte nämlich auch seinen Anteil an meinem Leben. Ausserdem argumentiere ich mit meinem Gesundheitszustand. Und im übrigen sieht die andere Seite der Medaille auch so aus, dass man einen Dummen finden muss, der die Arbeit macht. Da bleibe ich lieber bei meinem kleinen, feinen Bereich und kann Wandern gehen oder im Garten liegen, wann mir danach ist.
Und das Ganze hat durchaus etwas mit dem Erhalt meiner zufriedenen Trockenheit zu tun. Ja, Schreiben hilft beim Sortieren.
LG LK
Wer sich noch wundern kann, wird jeden Tag reich beschenkt
(Sprichwort unbekannter Herkunft)
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Ach ja, und beim zweiten Mal war ich bereits nüchtern. Das erscheint mir durchaus erwähnenswert.
Zumindest denke ich über das nach, was Du sagst.
Das Rockstarfeeling wurde mir mindestens zwei mal zu Teil. Zwar nicht mit Musik und auch eine oder zwei Nummern kleiner. Das erste Mal für vielleicht 4 Jahre und das zweite Mal fast 10.
Beim ersten Mal passierte es, als ich es zu Hause nicht ausgehalten habe und dann in meiner Heimatstadt Mitbetreiber der ziemlich angesagtesten Location wurde. Ich habe da aus Langeweile und weil ich nicht wusste, wo hin, Boden verlegt, Theken gebaut, Bier gabs auch, und reden konnte ich auch. Mit 16. Irgendwann galt ich als der bestvernetzte Jugendliche meiner Stadt. Ob ich es war, keine Ahnung, jedenfalls wurden die Stadtvertreter zu mir geschickt. Und mit mir hat sich über Stadtrat bis Kultusministerium alles beschäftigt. Die Schule ausserdem auch, weil ich da unausgelastet war und eine sehr eigenartige Art hatte, das Abitur zu machen. Nicht mit Bestnoten, aber sehr ökonomisch.
Das endete mit einem Absturz, weil ich irgendwann mehrere Monate auf eine Reise in eine sehr einsame Gegend, in eine Art Wüste, fuhr und danach damit nicht mehr klarkam. Ich lieferte nicht mehr und ich hatte auch keine Lust mehr, zu liefern. Ich hatte aber noch Verpflichtungen, aus denen ich ein Jahr lang nicht heraus konnte.
Das stieg mir tatsächlich zu Kopf und der Absturz war sehr tief. Im Übrigen traf der Beatles-Song "Cab't buy me love" auf mich zu. Die Liebesbeziehungen waren ziemlich beknackt.
Beim zweiten Mal ging es auch um ein paar tausend Leute, da habe ich die Kurve aber gekriegt. Und ich kenne meine Schwächen diesbezüglich, deswegen sorge ich heutzutage womöglich schon gleich dafür, dass mir das nicht noch mal passiert.
Ja, und ich weiss ziemlich genau, wie sich das anhört.
Ich kann da überhaupt nichts dazu sagen, ausser, dass ich in irgendeiner Weise versucht habe, das Beste daraus zu machen.
Und, was das Beste ist, zu entscheiden, konnte manchmal ziemlich tricky sein.
Alles Gute.
Aber ‚ich bin so begabt, dass ich keinen Freund auf Augenhöhe finde
Das habe ich so nicht behauptet.
Ich habe mich selbst schon als Sozialkrüppel bezeichnet.
Und ich weiss auch einige harte Gründe, warum ich lange keine Freunde hatte.
Das ist aber auch gut, dass ich diese harten Gründe weiss. So kann ich mir nämlich überlegen, was davon ich beibehalten will und was nicht.
Und ansonsten sind Sympathien, die Grundvoraussetzung, für mich etwas, was ich so wenig steuern kann wie beispielsweise Verliebtheit. Irgendwo heisste es ja, das entscheidet sich in den ersten Bruchteilen einer Sekunde. Vielleicht können das manche steuern,ich kann es jedenfalls nicht. Das läuft bei mir über Masse, ich muss meinem Glück genügend Gelegenheit bieten, mich zu finden.
Wenn ich genügend Leute kenne und mich entsprechend verhalte, dann passt es auch irgendwo. Und dann möglichst sagen, was Sache ist.
Die meisten meiner Freundschaften sind über gegenseitige Aufzählung der Kritikpunkte erst richtig gut geworden. Irgendwann kommt bei jedem der Punkt, wo er eine Aussprache braucht. Zumindest in meinem Umfeld.
Schön dich durch deine Beschreibung näher und besser kennen zu lernen. Ich habe mich zurückgezogen, weil es mich deine eigenen Interpretationen genervt haben. Manches kam sehr besserwisserisch und selbstverherrlichend rüber. Werde mal wieder mehr bei dir mitlesen. 😊
Es ist eine Gratwanderung.
Wenn ich mich blöd stelle, nimmt mir das auch keiner ab. Für einiges habe ich ja Arbeitszeugnisse und Testergebnisse.
Ich hab mich damit ausgesöhnt. Es hat Vorteile, wenn ich nicht zu viele Fehler mache, und damit passt es für mich.
Und ansonsten geht es mir genau wie Leonie, in erster Linie muss ich mit mir klar kommen, und nur mit mir.
Ich bin der einzige Mensch, der mir 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr nicht aus dem Weg gehen kann. Alle anderen, selbst meine Frau, können sich eine Auszeit von mir gönnen.
Stimmt, steht auf einem anderen Blatt.
Ich hab jetzt nicht im Kopf, wie alt Du bist. Mit 40 wusste ich auch noch nicht, wie das bei mir wird. Es war auch eher Glück als Planung.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Bin auch freiwillig kinderlos.
In letzter Zeit gibt es Anfeindungen, weil der Generationenvertrag vorsieht, dass die Jüngeren die Rente für die Älteren bezahlen.
Da ist es von Vorteil, wenn man darauf nicht angewiesen ist.
Nur mal so als Hinweis. Ich weiss nicht, womit da noch zu rechnen ist. Es war schon von Rentenkürzungen für Kinderlose die Rede. Lieber selbst gucken, dass es reicht.