Ich schreibe noch was zu dem Thema EKA.
Ich bin eindeutig eins.
Ich war ein zutiefst verunsicherter Mensch. Meine Mutter manipulativ und herrschsüchtig, mein Vater nicht auszuhalten. Wenn er heimkam, habe ich mich am liebsten verdrückt. Am meisten hatte ich Angst davor, wenn er Urlaub hatte, denn dann hatte er Zeit, mich zu bemerken. Und meine Mutter war da keine Hilfe, sie benutzte ihn dazu. mich zu kontrollieren. Und ihn natürlich auch. Aber bei allem ihrem Gejammer über ihn bei mir verliess sie ihn erst aus Eifersucht, weil er plötzlich eine Andere hatte.
Auch das mit den Frauen begann damit, dass sie mich schon frühzeitig verkuppeln wollte. Und mich am liebsten so formen wollte, wie sie einen Mann am liebsten gehabt hätte. Und ich, naiv wie ich war, glaubte, toll ich darf schon lauter Sachen, die meine Gleichaltrigen noch nicht durften.
Einerseits führte das dazu, dass es mir schon bald in der Kneipe weit besser gefiel als zu Hause. Saufen kannte ich schon von zu Hause, ab ging es. Hatte ausserdem den Nebeneffekt, dass ich andere Lebensentwürfe kennengelernt habe, als den meiner Eltern. Aber mit der Ablösung war meine Mutter dann doch nicht ganz einverstanden, die Kontrolle über mich hätte sie schon gerne behalten. Es war schwierig.
Andererseits führte es dazu, dass ich ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber wirklich allen Leuten entwickelte. Dieses Misstrauen machte es mir lange sehr schwer, Hilfe anzunehmen, weil ich gar nicht daran glaubte, dass mit jemand uneigenützig helfen wollte. Ich war äusserst sensibel, wenn etwas auch nur von Ferne nach Manipulationsversuch roch. Dazu kam, dass ich selbst aufgrund von Hochbegabung auch selbst für viele nicht ganz einfach und auch nicht besonders sympathisch war. Das bedeutete, dass ich auch mit vielen Leuten in Kontakt kam, die mich gerne irgendwie geändert hätten, was wiederum meinen Widerstand dagegen befeuerte undsoweiterundsofort. Das wurde auch zu einem Teufelskreis.
Ausserdem führte das Ganze auch dazu, dass ich lange keine wirkliche Nähe zulassen konnte.
Ich war anfällig dafür, Führungsposten mit Expertenstatus zu übernehmen, weil ich dann in meiner Unsicherheit nicht angreifbar war (übrigens ein Problem, was viele Führungskräfte haben). Das findet erst einmal nicht so bewusst statt, erst im Rückblick auf Jahrzehnte meines Lebens erkenne ich das als meinen Stil.
Und das Problem mit dem Podest war, dass viele Leute auch glaubten, ich sei so schlau, dass ich gar nicht hilfsbedürftig sein könnte, einige glaubten, wenn das einer hinkriegt, bin ich das. Und ich habe es ja sogar hingekriegt. So gesehen, war es gut, war es schlecht, oder war es einfach so wie es war, ein Lebensentwurf unter vielen? Ganz sicher weiss ich nicht, wie es anders gewesen wäre.
Jedenfalls bin ich heute, über einen längeren Zeitraum, am Thema Freundschaften. Bin ich. Bin dabei auf Andere angewiesen, und darauf, ihnen zu vertrauen. Auch darauf zu vertrauen, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin, auch wenn ich mal gar nichts bringe und nütze, sondern nur als Mensch irgendwo anwesend bin.
Es geht in meinem Alter auch schon um das Thema Einsamkeit im Alter ... auch eine große Gefährdung in Punkto Trinken.
Ich neige zumindest an vielen Punkten nicht zur Selbstüberschätzung und ausserdem möchte der gesunde Egoismus, den ich habe, schlicht, das es mir so lange wie möglich gut geht, und dazu sind für mich wirkliche Freunde wichtig.
Dafür muss ich von der Selbstbeweihräucherung natürlich schon mal runter.
Ich könnte jetzt mit dem Thema
"Trockenheit als Selbst-Ermächtigung" weitermachen.
Das würde sehr gut passen, aber ich habe noch was vor.
LG LK