Beiträge von Lebenskuenstler

    weiß gerade auch nicht mehr so genau warum ich das hier geschrieben habe. Es musste raus. Sorry.

    Weil es rauswollte. Genau. Ja. im Ernst.

    Ich war gestern auf einer Trauerfeier, da ist es auch schwer, brauchbare Worte zu finden, verzeihs mir.

    Was ich sagen will:

    Mein soziales Netz hat sich weiterentwickelt, es spielt sich weitgehend nicht mehr unter Trinkern oder, im nächsten Schrittt, in der Suchtselbsthilfe ab.

    Ohne Details zu nennen, bin ich und andere Leute (Männer) da, dass Männer innerlich viel einsamer sind als Frauen, weil sie es nicht gelernt haben, über ihre Gefühle zu sprechen. Oft ist es so, wenn ihnen der Partner, in der Regel die Partnerin/Frau stirbt, dann sind sie innerlich allein, weil es in ihrem Leben nur um den Job geht, und sie zwar Kollegen, aber wenige richtige Freunde haben, mit denen sie darüber reden können, wie es ihnen innerlich geht. Edit: nicht nur reden, sondern anwesend sind, Gefühle miteinender ERLEBEN. Seis Umarmung oder Mitgefühl etc. Oft heisst es ja, sei stark, das schaffst Du (wann kannst Du endlich wieder arbeiten wie früher)...natürlich wird das anders formuliert, aber es geht oft um Stärke bei Männern. Jeder ein Einzelkämpfer.

    Die Frauen sind menschlich oft besser vernetzt und zeigen leichter "Schwächen", weil sie das dürfen. Mir haben sie das Weinen z.B. gründlichst ausgetrieben, ich weiss überhaupt nicht mehr, wie das geht. Vielleicht bin ich auch nur ein bisschen zu weit vom Wasser gebaut, zu trocken, denn als Schwäche sehe ich das heute nicht mehr, wenn ein Mann weint.

    Und natürlich ist Stärke auch zu was gut, aber darum geht es hier nicht.

    Um das auf das Thema hier zurückzuführen, irgendjemand sagte einmal, dass Alkoholismus eine Krankheit der inneren Einsamkeit ist. Und Alkoholismus im Alter, was inzwischen öfter thematisiert wird, genau die Ecke.

    Zurück zu Dir, kein Grund, Dich zu schämen, oder Dich seltsam zu finden, wenn das raus wollte.

    Ja.
    Ich bin ein lockerer Typ, aber meine Abstinenz nehme ich 100 pro ernst. Ich mache das vielleicht anders als viele hier, aber ich weiss, was ich tue.
    Es muss nur für mich passen, da ich niemandem garantieren kann, dass es bei ihm so funktioniert, wie bei mir.
    Aber versuche, mich zum Trinken zu verführen, dann lernst Du mich kennen. Da greifst Du ins Leere.
    Ich bin ganz ausserordentlich gut darin, auf mich selbst aufzupassen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Sonst könnte ich das hier gar nicht schreiben, wäre längst abgetreten.

    Der Umgang im wirklichen Leben ist aber gar nicht so schwer, wenn beide Seiten das Prinzip "Leben und Leben lassen" beherzigen.
    Es gibt einen gesunden Egoismus und einen Arxxxl...-Egoismus. Ich kann das bedarfsgerecht wechseln.

    LG LK

    Und mal rauszoomen aus diesem ganzen Drumrum, den Details des Trinkverhaltens.

    Im großen Bild hätte ich mein Leben dem Alkohol geopfert. Ich war bereit dazu, es ihm zu opfern. Alles.

    Was zeigt den Stellenwert, den der Alkohol im Leben eines Menschen einnimmt, besser? Wie könnte man Abhängigkeit besser beschreiben?

    Ich habe mich übrigens auch nicht als Alkoholiker gesehen, sondern als Missbräuchler.
    Aber wenn Du Dich drei Mal im Monat in Lebensgefahr bringst, weil im Vollrausch irgendwas passiert, ist es egal, ob Du körperlich abhängig bist. Und wenn Du nach so einem Absturz tagelang den nächsten Absturz planst und im nüchternen Zustand überlegst, wie Du beim nächsten Mal noch mehr trinken kannst, ohne umzukippen, hast Du einfach einen an der Waffel. Und deswegen bin ich Alkoholiker.

    Mich über mich selbst lustig zu machen, half mir beim Aufhören.
    Keine falschen Hoffnungen, ich nehme mich ernst und ich bin egoistisch.

    Ich weiss, dass sie das mit den Trinktypen hier nicht so gerne sehen.
    Trotzdem. Den Gammatrinker (Rauschtrinker) zeichnet aus, dass er jederzeit Pausen einlegen kann.
    Er gilt als stärker psychisch als körperlich abhängig. Und läuft permanent Gefahr einer Alkoholvergiftung zu unterliegen.
    Auch wenns wurscht ist, trifft auf mich 100 pro zu.

    wie viele Jahre hast Du getrunken

    Hallo wieweitsollmangehen,

    wenn ich das Vorgeplänkel weglasse und seit den ersten Filmrissen mit 15 beginne, dann waren es 26 Jahre.
    Davon habe ich 6 Jahre andere Dogen dazu konsumiert, 10 Jahre mindestens täglich getrunken (da aber nicht immer bis zum Abwinken, aber mit 5 Bier hatte ich nach meinem Verständnis einen fast alkoholfreien Tag ) und die letzten 5 oder 8 Jahre (so genau weiss ich das nicht mehr) drei Tage die Woche nichts getrunken. Die Pausen gingen bis ganz zum Schluss, anders wäre es gar nicht gegangen. Und ich habe natürlich immer behauptet, dass ich jederzeit aufhören könnte, wenn ich das wollte. Bloss in der Zeit mit den anderen Drogen war ich mir da nicht so sicher.

    Ich war 40, als ich aufgehört habe, da kannst Du mein Alter ausrechnen.

    LG LK

    Ich kenne auch viele, die zu den AA gehen, aber die 12 Schritte nicht als ihren Weg sehen oder nicht als sinnvoll empfinden.

    Es war ein AA-ler mit dem ich mich gefetzt hatte.
    Er erzählte mir, dass ohne Gruppe überhaupt niemand trocken wird, nur waren in der Gruppe lauter Rückfällige und Leute, die nach 15 Jahren Trockenheit sagten, dass sie immer noch zu kämpfen hatten. Da habe ich mich gefragt, ob ich dazugehören will. Hat mich nicht überzeugt.
    Und natürlich sagte er mir voraus, dass ich das auf meinem Wege niemals schaffen werde. Dann wollte ich das erst recht. Wenn es schwierig geworden wäre, wäre ich zurück gegangen, wurde es nicht.

    Ich wollte frei sein und nicht immer kämpfen müssen. Und ich wollte, nachdem ich alkoholabhängig war, nicht als Nächstes von Leuten abhängig sein.

    Ein Gutes hatte es trotzdem. Er war 27 Jahre trocken und daran sah ich, dass es möglich ist, so lange trocken zu sein. Ich hatte keine Angst vor "nie wieder", aber ich wollte sehen, dass es jemanden gibt, der da schon weit war.

    Ein Problem, warum ich so lange getrunken hatte, war tatsächlich, dass es in meiner Umgebung nirgendwo zufriedene Trockene gab. Deswegen hatte ich nie an eine Verbesserung durchs Aufhören geglaubt. Ich war selbst der Erste, an dem ich am eigenen Leibe erlebt habe, dass es keinerlei Verzicht ist, aufzuhören.

    Ich bin nicht unbedarft drangegangen. Wie geschrieben, ich habe Bücher gelesen, und manches von dem, was ich damals gelesen habe, steht heute in den Grundbausteinen. Auch von AA habe ich trotzdem Gedankenanregungen genommen, von Anderen auch.
    Wenn Du Einzelkämpfer sein willst, musst Du wissen, was Du tust, sonst machst Du es nicht lange.

    Das Prinzip war ja, jeder legt Sein Thema auf den Tisch, und jeder Andere nimmt sich davon, was er brauchen kann. So mache ich das hier.

    Guten Morgen.

    Ist mir bekannt. Wie in meiner Vorstellung geschrieben, lese ich schon länger, und ich habe das mit meiner Anmeldung akzeptiert.
    Und dass Du auch schon sehr lange trocken bist und ebenso wenig Grund hast, an Deinem Weg etwas zu ändern, wie ich an meinem, ist mir ebenfalls bekannt.

    Ich hatte geschrieben, ich will keinen (von meinem Weg) überzeugen, und das meine ich ernst. Ich vertrete allerdings auch ganz gerne meinen Standpunkt.
    Ich gehe davon aus, dass Du das verstehst, denn Du vertrittst Deinen ja auch.
    Im übrigen gehört es für mich zum Thema "jedem sein eigener Weg", dass schon Leute das Forum verlassen haben. Ich bin, wie geschrieben, nach Erfahrungen mit irgendwem (nicht hier) ja auch lieber meinen eigenen Weg gegangen. Damit will ich sagen, ich kann das nachvollziehen und es ist eben so.

    Ich will das Forum nicht ummodeln. Ich sehe, dass es läuft.

    Am Anfang wusste ich gar nicht, was richtig ist und was hilft und wusste somit auch nicht, was mein Weg sein könnte. Mit der Unsicherheit eines Frischlings kann ich die Grundbausteine anwenden und mich darauf verlassen. Wie ich sie mit der Zeit auspräge, ist jedem selbst überlassen, aber ich habe mich damit in der risikoreichen Zeit des Anfangs geschützt und diese überwunden.

    Es muss immer für denjenigen passen, der aufhören will, egal wie ich es drehe.

    Für Dich hat es gepasst und hier wird dieser Weg vertreten. Ich habe nichts dagegen.

    Und das zweite Fazit: Es gibt nicht den Königsweg, aber es gibt den Weg der Risikominimierung. Wenn ich schon im Kopf nicht klar bin, muss ich mich erst einmal so schützen. Das anhand der Grundbausteine.

    Da fehlt nur ein Ding.

    Wenn ich von den Grundbausteinen nicht überzeugt bin, sondern sie nur einhalte, weil ich irgendwie dazu gedrängt oder überredet wurde, helfen die Grundbausteine so wenig, wie wenn ich eine Therapie oder SHG aus den von Dir genannten Gründen angehe.
    Es muss immer für denjenigen passen, der aufhören will, egal wie ich es drehe.

    Ich bin genauso wenig gegen die Grundbausteine wie Du gegen Therapie und ich habe weder das Eine noch das Andere benutzt.
    Ich habe bei Allem, wirklich Allem gesehen, dass überall nur mit Wasser gekocht wird, sprich, es gibt Rückfällige und Leute, die es im ersten oder soundsovielten Anlauf schaffen.

    Ich dachte mir:
    so lange ich getrunken habe, war es mir absolut egal, wenn sich jemand beschwert hat, dass ich zu viel trinke. Ging doch keinen was an, was ich mir gebe.
    Als ich aufgehört habe, war es mir genau so egal, was Andere von mir dachten.

    Ich frage mein Gegenüber im allgemeinen nicht, warum er jetzt Bier oder Wein trinkt. Warum sollte ausgerechnet ich erklären, warum ich lieber Saftschorle mag?

    Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert...

    "Der Suchtteufel" ist für mich ein problematischer Begriff, weil es ja ein Teil meiner Selbst ist, was als Suchtteufel betrachtet wird, und ich habe festgestellt, dass es problematisch oder unglücklich ist, wenn ich Teile von mir selbst hasse. Als ich mich selbst lieben lernte...ein Text von Charlie Chaplin.
    Auch die Scham fällt unter diese Kategorie von Teilen seiner selbst, die man am liebsten loshätte. Und die man mit Alkohol zumindest theoretisch gut für ein paar Stunden wegmachen könnte. Scham ist ein prima Saufgrund.

    Ich kenne aber auch, von einem anderen Suchtmittel, die Erfahrung, dass der "psychische Enzug" Monate dauern kann, entgegen jeglichem Verstand. Da heisst es durchhalten, Geduld üben, es geht vorbei. Und da sind die Grundbausteine und der Notfallkoffer sicher gar kein Fehler.

    Zu dem Saufdruck:
    Was stellst Du Dir denn vor, was es bringen würde, wenn Du wieder trinkst? Welche Erwartungshaltung steht dahinter?

    Ich habe anfangs gar nichts gemacht (meinen Arzt hate ich schon früher gefragt, da kam aber nix, ausser, dass ich halt weniger trinken soll) und dann einen Termin in der Suchtberatung, weil ich gemerkt hatte, ich kann zwar jederzeit aufhören, aber ich fange auch jedesmal wieder damit an.
    Bis zu dem Termin hatte ich den Entschluss aber bereits gefestigt und war fertig ausgenüchtert, es ging "nur" darum, noch einiges abzuklären.

    Trotzdem hatte ich nie Saufdruck.

    Irgendwann nach Jahren bin ich mal in eine Gruppe, weil ich dachte, ich kann mir vielleicht noch was abgucken. Aber da haben sich längst Andere von mir was abgeguckt. War zwar OK, Andern zu helfen, bei mir änderte sich dadurch höchstens die Selbstakzeptanz, ganz OK, wenn man helfen kann. Ausserdem waren da immer Rückfällige als Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Wenn Du das mit eigenen Augen siehst, statt es nur zu lesen, beeindruckt das möglicherweise mehr, schon möglich.

    Was passiert, wenn Du trinkst? Ich hatte das komplett durch. Mir fiel keine Situation mehr ein, wo mir, weder ein Bier noch zwei Flaschen Schnaps, in meiner Vorstellung irgendwas gebracht hätten. Wenn ich mich absichtlich dran erinnere, reizt mich nicht mal der Geschmack. Weswegen es mich nie tangiert hat, wenn um mich herum getrunken wurde und da bin ich sicher nicht ganz forumskonform (wie war das mit dem Standard), was ich nach meiner Trockenzeit mit Sicherheit behaupten kann. Aber wie in meiner Vorstellung geschrieben, ich will niemanden überzeugen, jeder so, wie es für ihn passt. Nur mein Beitrag zum Erfahrungsaustausch.

    Und ansonsten ist es so, dass alles, was ich mir früher vom trinken erhofft hatte, von Feiern bis Problembewältigung, nüchtern eigentlich schon immer besser konnte, ich wollte es nur nicht wahr haben, so lange ich trinken wollte.

    Ich hatte schon oft den Eindruck, dass Leute, die rein aus Vernunftgründen aufgehört haben, obwohl noch "Appetit" da war, weniger aus überwältigenden Schwierigkeiten heraus, dem mehr nachtrauerten als ich, dem es einfach völlig gereicht hatte.

    Nur mal was zum Nachdenken.

    Hätte ich getan, der Faden ist aber geschlossen.

    Noch was. Ich habe den Betroffenen, von dem ich rede, alleine gelassen, bis er weichgekocht war. Nix aufräumen oder putzen. Irgendwann konnte er sich keinen Alkohol mehr besorgen. Dann war er reif für den Pflegedienst, bei dem ich gleich eine hartgesottene Putzfrau mitgeordert habe, und er strab dann im Krankenhaus.

    Guten Morgen wieweiter und Jump

    wieweiter, ich habe Dein Thema verfolgt und wirklich was brauchbares kann ich vielleicht nicht schreiben.
    Sei nicht sauer, denn wenn Du nicht damit leben kannst, ihn auf die Strasse zum Sterben setzen, was ich absolut nachvollziehen kann, steckst Du in einem tiefen Dilemma. Das ist eine Situation, die nicht zu lösen ist, wenn Du nicht knallhart sein willst.
    Ich kenne eine vergleichbare Situation, da ist der Betroffene irgendwann gestorben und bis dahin war es natürlich nicht so prächtig.

    Praktisch machst Du jetzt Sterbebegleitung, und so hart es klingt, finde Dich damit ab.
    Und Deine Mietwohnung muss nach dem, was Du geschrieben hast, wahrscheinlich grundsaniert werden, wenn er mal tot ist, das habe ich jedenfalls schon so erlebt. Manche Dinge sickern ein, da muss dann alles raus. Darauf kommt es eh schon nicht mehr an.

    Wenn Du es finanziell machen kannst, lasse ihn in Der Mietwohnung, bis er stirbt, wie gesagt, muss vermutlich eh saniert werden.
    Und wenn er jetzt auf der Intensivstation stirbt, dann ist er nicht auf der Strasse gestorben, wie Du das wolltest, Du hast dein Möglichstes getan und die Metwohnung wäre dann frei.

    Und Trauer.....Trauer kommt. Du kannst ihn nicht retten.

    Gegen die Süssigkeiten ist nichts einzuwenden, aber man sollte es nicht übertreiben.
    Denn auch ein Zuckerflash kann hibbelig machen, kennt man von Kindern.
    Ausserdem wird Zucker bei manchen Menschen von der Darmflora zu Alkohol verstoffwechselt, gärt im Darm. Gabs schon mal einen extremen Fall.
    Dann hättest Du quasi immer noch Entzug.

    Bei manchen hilft Süßes, aber wenn es nicht mehr hilft, drüber nachdenken.
    Wenn ich zu viel Süßes esse, fühle ich mich unwohl.