Aufhören sieht anders aus, falls Du da zweifelst.
Wenn einer aufhören will, muss man ihm nicht gut zureden wie einem kranken Gaul.
Und der schiebt das auch nicht auf morgen, morgen, nur nicht heute.
Letztlich kannst Du nur akzeptieren, dass er trinkt, und Deine Konsequenzen draus ziehen.
Sag ich als trockener Trinker.
Wie sehen Deine Konsequenzen aus, wenn er weitertrinkt? Willst Du dann mit ihm zusammenleben?
Ist Deine Entscheidung genau so wie es seine ist, dass er macht, was er macht.
Beiträge von Lebenskuenstler
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Sehr unterschiedlich, was zum Aufhören führt. Ich wusste am Tag vorher noch nichts davon..
Von mir gibt es das da:ThemaLebenskuenstler - Bilanz
Ich bin ein lange (seit Anfang 2001) nüchterner Mensch.
Und ich lese hier schon länger, weil mich die Geschichten von Alkoholikern und Cos immer noch berühren.
Für Rückfragen: ich habe die Grundbausteine gelesen, und einiges davon habe ich auch umgesetzt, ich war beim Arzt, der Suchtberatung und habe Bücher gelesen. Ich war gut informiert, was passieren kann. Und auch darüber, wie man Rückfälle vermeidet.
Trotzdem habe ich es vorgezogen, meinen eigenen Weg zu gehen, weil ich irgendwie noch nie…
Lebenskuenstler7. Januar 2025 um 17:46 Kannst Du lesen, wenn es Dich interessiert.
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In den ersten Tagen ist es zum Teil auch das Erfolgserlebnis "Guck mal, ich schaff es auch ohne". Was so interpretiert wird, ich bin kein Alkoholiker, hurra, auf zum nächsten Besäufnis.
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Hi orangeblau,
ich kann mir schon vorstellen, dass er einfach weiß, dass er nicht mit dem Trinken aufhören wird und dass eine Beziehung mit Dir so aber nicht glücklich werden wird. Egal, ob er nicht aufhören kann oder nicht aufhören will.
Grenzüberschreitend wäre, wenn er Dir sagt, er will keine Beziehung, und Du ihn aber bearbeitest, dass Du es ohne ihn nicht aushältst. Anziehend oder nicht ist ja nicht alles, es müssen auch beide wollen.
Positiv betrachtet könntest Du es als Herausforderung sehen, ihn Seins machen zu lassen und Dich von ihm zu lösen.
LG LK -
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man trinkend immer ganz viele Argumente findet, warum man trinken will oder muss.
Obwohl ich das selbst alles durch habe, kann ich niemanden vom Aufhören oder Reduzieren überzeugen, der das selbst nicht will.
Ne, ich hab keinen Rat außer denen, die Du schon gehört hast, mehr Abstand etc. -
Als meine Frau anfing, sich ernsthaft wegen meinem Konsum zu beschweren, habe ich einfach angefangen, auf dem Heimweg von der Arbeit einen halben Liter Schnaps zu trinken.
Zu Hause sofort ein Bier aufgemacht und meine Fahne damit erklärt.
Und wenn es darauf hin zum Streit kam, aus Trotz, weil es dann ja so blöde lief, erst recht gesoffen. -
Im Grunde ist er der liebevollste, empathischste junge Mann, der mir jemals begegnet ist. Das ganze Umfeld nimmt ihn so wahr.
Ich glaube nicht, dass irgendein Mensch nur gute Seiten hat. Vielleicht traut er sich nüchtern nur nicht, sich unbeliebt zu machen, und unter Alk kommen die anderen Seiten erst raus. Vielleicht trinkt er sich Mut an, um sich so zu zeigen, wie er wirklich ist, da wäre er nicht der Erste, der das macht.
Und auf jeden Fall ist er nicht hier, um sich Hilfe zu suchen. Und wie Du sagst, kann er sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen. da würde ich an Deiner Stelle mal davon ausgehen, dass er sich nicht ändern will und auch nicht ändern wird. -
Ich fühle mich dann suchtfrei und denke, es ist schön wie es jetzt ist, aber es ist ja nicht so schwer keinen Alkohol zu trinken.
Wo ist da die Logik, deswegen wieder anzufangen?
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Na ja, ich hab das früher auch nicht gesehen, dass ich zu viel gesoffen habe. Und ich habe auch nicht verstanden, was meine Frau für ein Problem damit hatte, dass ich getrunken habe.
Ich glaube, dass Deine Vorstellung von einer glücklichen Familie eine Andere ist als Seine. In seiner Vorstellung gibt es Glück wahrscheinlich nur, wenn er dabei auch trinken kann. Ganz normale Trinkerdenke, sag ich mal.
Ich seid doch eh schon im Scheidungsprozess. Da kannst Du sowieso nur gucken, wie Du Dich möglichst schadlos hältst. -
Abgesehen davon will ich ja keinen Kontaktabbruch. Er ist mein Kind und ich liebe ihn.
Ich schätze, dann wirst Du weiter mit Deiner Verzweiflung leben müssen. Denn reinprügeln kannst Du ihm die Einsicht nicht.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man das Gefühl hat, ohne Rausch ist das Leben sowieso was, bei dem nur der Henkel zum Wegwerfen fehlt. Mit mir war es auch sinnlos, darüber zu diskutieren. Ist halt so. -
Mit 21 sind ihm die Folgen vielleicht viel egaler als Dir. damit musst du rechnen.
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Mit 21 muss er ja normalerweise nicht mehr machen, was Mami sagt.
Lass ihn ziehen.
Er muss selbst draufkommen. Und entweder er kommt drauf oder nicht.
Meine Eltern und ich haben uns damals, ist Jahrzehnte her, nicht zuletzt wegen meinem Drogenkonsum so verstritten, das wir überhaupt nichts mehr miteinander zu tun haben wollten. Jeder gegen jeden.
Damit hat meine Mutter nicht mehr mitgekriegt, was ich getrieben habe, und konnte sich ein neues Leben einrichten. Wäre das für Dich auch eine Option? -
Die Situation "Wir könnten doch mal ein Bierchen zusammen trinken" habe ich hin und wieder. Ich lerne auch öfter neue Leute kennen, die gar nichts von mir wissen, und der Spruch ist relativ üblich.
Ich sag in der Regel, wenn es sonst passt, können wir machen, nur für mich gibt es Saft.
Manchmal kommen dann Nachfragen, ob ich noch nie getrunken habe, die meisten Leute halten mich eher für einen Antialkoholiker als für einen Trockenen. Das liegt vielleicht an der Dauer und an meiner Ausstrahlung.
Manche interessiert es wirklich, andere gar nicht.
Und meine Erfahrung ist außerdem die, dass ich mit denen, die immer was trinken wollen, auf Dauer nicht mehr sehr viele Gemeinsamkeiten habe, und von daher ist es mir sowieso egal, was die von mir denken. -
Ich habe eine goldene Schnecke als Anstecker geschenkt bekommen.
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Auf der anderen Seite denke ich wenn mann ihm machen lässt dann wird er ja bestätigt und es wird sich nie was ändern.
Ich glaube, es ist Dir noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen, dass es völlig egal ist, was Du tust. Du hast keinerlei Einfluss darauf, ob er jemals zur Einsicht kommt.
So, wie du ihn beschreibst, ist er noch Jahre davon entfernt, über das Aufhören ernsthaft nachzudenken. -
Ich habe die ersten Jahre meiner Trockenheit auch auf dem Land gewohnt und da habe ich mich ewig mit niemandem getroffen. War auch relativ egal, da wir zugezogen und sowieso Pendler waren. Mein Bedürfnis nach abendlicher Gesellschaft war da nicht so groß.
Irgendwann bin ich genau deswegen in der benachbarten Großstadt in einen regionalen Selbsthilfeverein gegangen, wo in den Gruppen nicht nur Probleme gewälzt wurden, sondern es auch mal lustig war. Da wurde auch gefeiert, Gartenfeste, Weihnachtsfeier, Geburtstage. Und es waren alle nüchtern. Das Problem, das Du hast, haben ja mehrere.
Inzwischen treffe ich mich auch mit anderen Leuten, die sowieso kaum trinken und bei meiner Anwesenheit nie. -
Vorschlag:
guck Dich um, wo sich Leute nicht zum Trinken treffen. Gibt es. Eventuell mal in die Zeitung gucken und fahren. Nüchtern sein hat ja auch den Vorteil, dass man zu jeder Tageszeit ans Steuer darf. -
Moin,
ich hatte eine ziemliche Anfangseuphorie und das war gut so, denn sie überzeugte mich davon, dass ich gerne nüchtern bin.
Aber die Trockenheit löste längst nicht alle Probleme.
Ich musste noch viel arbeiten und an meinem Leben ändern, bis ich nicht nur zufrieden trocken (damit meine ich, ich habe diese Entscheidung nie in Frage gestellt), sondern auch zufrieden mit meinem Leben war. Mehrere Jahre, falls Du mich fragst.
Und trotzdem wäre das alles nicht möglich gewesen, wenn ich weiter gesoffen hätte. Erstens hätte ich das vermutlich gar nicht überlebt, und zweitens hätte ich vermutlich eine Menge Schnapsideen gehabt, was ich zur Lösung meiner Probleme anstelle.
Fälle die richtigen Entscheidungen, damit meine ich die, mit denen Du leben kannst. Das wünsche ich Dir.
LG LK -
Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Für mich ist es auf jeden Fall ein Rückfall. Aber jemand das als Vorfall zu verkaufen um wieder trocken zu werden ist das eigentlich eine gute Idee, wenn es klappt. Meinst du das? Oder habe ich das falsch verstanden?
Ich hab mich mit Rückfälligen beschäftigt, hatte aber nie einen. Irgendwie gehörte das auch zu meiner Selbsthilfe und Rückfallprophylaxe, zu gucken, was da die Auslöser waren und wie und unter welchen Umständen die Leute wieder aufhören konnten. Ich habe mit vielen geredet.
Lange war das Problem, und ist es vielleicht heute noch, weil es hiess, wenn Du nur eins trinkst, dann gehts wieder voll runter, und zwar so zwangsläufig, dass es dann halt vielleicht gar nicht mehr da raus geht.
Rückfälle gehören für mich nicht dazu, denn ich hatte auch aus guten Gründen lieber keinen, aber es gibt sie und dann müssen die Betroffenen irgendwie damit umgehen.
Und eins ist dabei wichtig, den Rückfall möglichst schnell zu kappen. Abschneiden, sobald wie möglich wieder aufhören.
Es gibt auch Rückfälle, gabs auch hier im Forum, da kommen Leute über längere Zeit immer tiefer rein und dann brauchen sie nochmal den Tiefpunkt, so interpretiere ich das. Aber das versuchen wir ja alle zu vermeiden.
Deswegen gibt es gleich am Anfang möglichst viel keine Vorwürfe und so. Und auch keine Selbstvorwürfe. Ich weiß nicht, ob Du das "Ich arme Sau"-Syndrom kennst, wenn man dann ins Selbstmitleid verfällt, weil man so ein Versager ist und es sowieso nicht schafft. Und das kenne ich auch noch vom Ende meiner Saufzeit.
Da muss man eben schleunigst wieder raus. Das hat nichts damit zu tun, das zu beschönigen und drüber nachdenken, wie es dazu kam, weil das macht ja jeder aktiv da sich der Alkohol einem ja nicht von selbst einflößt, ist sicher kein Schaden. Aber sich selbst fertig machen bringt halt eher wenig. -
Ich glaube, es geht auch drum, dass die Selbstvorwürfe den Saufdruck verstärken und den Rückfall verlängern könnten.