Beiträge von Wichtelmama

    Ich denke die letzte Zeit viel nach über vergangenes. Auch meine eigene Kindheit/Jugend. Ich verstehe vieles jetzt oder sehe vieles in einem anderen Licht.

    Ganz spannend finde ich ja auch, dass der Mitbewohner immer sagt, jetzt falle ich ihm auch noch in den Rücken und sowas. Es geht ihm ja ohnehin schon so schlecht und dann sowas(es geht ihm schon jahrelang schlecht im Zweifel, zugegeben, er zieht die Scheiße an und es sind wirklich viele blöde Sachen passiert).

    Aber wenn ich so nachdenke, er war nie für mich wirklich da wenn ich ihn gebraucht hätte. Alle anderen waren immer wichtiger, auch als die eigene Familie.

    Ich weiß noch genau, die Kinder waren klein. Wir wollten am anderen Tag zu meiner Familie in den Urlaub fahren für lange Zeit. Aber anstatt den Nachmittag nochmal mit uns zu verbringen, wollte er lieber beim Nachbarn Bier trinken. So oder so ähnlich haben wir es häufig erlebt.

    Er wollte jetzt im Krankenstand so viel mit den Kindern machen. Was ist passiert? Er konnte ja nicht, ich bin schuld. Weil ich mal einen Tag mit den Kindern zum Weihnachtsmarkt bin ohne ihm Bescheid zu geben🤦‍♀️ das war die Aussage als er eine Trinkpause gemacht hat. Jetzt trinkt er ja wieder und hat auch gar kein Interesse was anderes zu machen als im Bett zu liegen oder auf dem Sofa. Ab und an mal seinen Hobbies nachgehen, das reicht. Mit den Kindern macht er weniger als zu der Zeit, als er noch gearbeitet hat. Zumindest habe ich das Gefühl. Auch im Haushalt macht er nichts. Ich muss ihn tausendfach bitten wenigstens sein eigenes Zeug mal aufzuräumen. Und diese Umstände führen ja leider dazu, dass ich einfach nicht mehr mag. Es kommt jetzt einfach alles zusammen, keine Auszeiten mehr.

    Jammerpost zu Ende! Jetzt machen wir uns lieber einen schönen Tag!

    Alexa ja, manchmal reitet ihn irgendwas und er reagiert über. Er hat die Kinder nie geschlagen oder sowas, aber da kommen dann Ansichten durch, wo ich mich ernsthaft frage woher er das hat. In der Vergangenheit hat er mal gesagt, dass man Kinder dominieren muss. Sie müssen wissen wer der Chef ist. So ein ein Riesen Blödsinn! Wahlweise bin ich dann mit meiner antiauthoritären Erziehung Schuld, dass die Kinder später Polizeiautos mit Steinen bewerfen(seine Aussage!) Ach Gott, ich könnte Geschichten erzählen, da schüttelt man nur mit dem Kopf. Gott sei Dank hat er diese Ausfälle ja nicht immer und kann auch sehr liebevoll mit den Kindern sein. Sonst wäre es ja wirklich Terror, also so richtig schlimm!
    Was ich wirklich übel fand diese Woche, als er das Große Kind so angegangen ist, er ist sofort wieder in die Opferrolle geschlüpft. So nach dem Motto, jetzt ist er wieder schuld weil er irgendwas gemacht hätte🤦‍♀️

    Hallo alle miteinander,

    Unsere Woche war recht durchwachsen. Ich merke einfach, dass mir die Kräfte für alles ausgehen. Vielleicht liegt es auch am Winter, aber ich habe weder großartig Lust zu etwas noch macht mir irgendwas Spaß. Die Arbeit tut mir gut, da habe ich den Kopf wenigstens mal frei und denke an was anderes. Aber zuhause dreht sich das Karussell immer weiter. Ich schaffe es einfach nicht mir kleine Inseln in den Alltag einzubauen. Hoffentlich wird es bei dem schönen Wetter jetzt wieder etwas anders. Die Sonne tut sehr gut. Die Kinder und ich waren wieder beim psychologischen Coaching. Das hat auch gut getan. Ansonsten arbeite ich erstmal auf die Osterferien hin, endlich weg in den Urlaub.
    Diese Woche gab es wieder einen Vorfall mit dem Mitbewohner. Er ist wiederholt aggressiv gegen das große Kind vorgegangen(er hat es nicht geschlagen oder so). Ich war nicht im Raum, aber als ich dieses laute Rumsen und dann Kindergeschrei gehört habe, lief ein schlimmer Film in meinem Kopf ab. Das war nicht das erste Mal, dass ich Angst um die Kinder hatte. Die Woche davor hat er das kleine Kind gepackt und geschüttelt. Da war er „nüchtern“. Ich bin natürlich gleich dazwischen. Er meinte nur, das Kind verträgt das, es wäre schließlich nicht mehr zwei Jahre alt. Das einzige Gute an diesen Vorfällen, ich habe Wohnungsgesuche in den Nachbargemeinden geschaltet und nehme es jetzt in Kauf, dass das große Kind die Schule wechseln muss, sollte sich was finden. Die Wohnungssuche ist zäh. Auf Anfragen in offiziellen Portalen oder Kleinanzeigen bekomme ich erst gar keine Antwort. Klar, wer will eine Alleinerziehende in seiner Wohnung haben, wenn es genug Auswahl gibt an Menschen mit mehr Kohle. Gestern habe ich ein sehr nettes Gespräch mit einer Vermieterin geführt. Sie hätte mich gerne kennengelernt, aber hatte einfach die Befürchtung, dass die Wohnung zu klein für uns ist. Und zu teuer. Schade. Es wird sich was ergeben, es muss einfach. Meine Wohnungsgesuche sind zumindest auf Social Media fleißig geteilt worden.
    Ich bin noch hoffnungsvoll, zumindest nach dem gestrigen Tag.

    Hallo Lavendel,

    nur ganz kurz. Du musst überhaupt nichts aus der Wohnung deiner Oma nehmen und du musst dort auch nichtbhingehen wenn du das nicht möchtest. Warum denn auch? Da kann dich niemand zwingen. Der Oma ist sicher auch mehr damit geholfen, wenn du sie besuchst(falls du das möchtest).

    Diese Aussagen von anderen "hättet ihr mal eher mit ihm gesprochen usw, dann wäre es nicht so schlimm geworden".

    Der Spruch hätte ähnlich von mir kommen können in meiner Jugend. Da hatte ich absolut keine Ahnung von der Sucht. Mein Onkel hat sich totgesoffen, konnte seine Kinder nie verstehen warum sie nicht geholfen haben. Heute sehe ich das natürlich anders. Solche Sprüche können nur von Menschen kommen, die in der Thematik nicht drin sind. Zieh dir diesen Schih bitte nicht an, du hättest rein gar nichts ändern können!

    Ich merke richtig, wie es bzw. er mich anekelt und dann fühle ich mich schlecht, weil ich diese Gedanken habe.

    Liebe Pingu,

    wie die anderen schon geschrieben haben, du musst kein schlechtes Gewissen haben. Diese Ausdünstungen sind einfach widerlich. Bei uns ist es mittlerweile so, dass ich diese Ausdünstungen schon von weitem rieche. Sprich er muss morgens nur kurz seine Zimmertür aufmachen, da rieche ich schon was los ist. Es widert mich mittlerweile so an, ich könnte kotzen, also allein vom Geruch(da wir kein Paar mehr sind, ist es egal, körperliche Nähe suche ich eh nicht). Was ich sagen will, im Zweifel wirst du dich immer mehr ekeln vor diesen Ausdünstungen, vor dem Geschnarche und was damit einhergeht.
    Ansonsten kenne ich die Hinhaltetaktik(also meine eigene) auch sehr gut. Es muss immer noch mehr passieren, bis man selber handeln möchte. Ein Prozess der lange dauert. So zumindest bei mir.

    Ste55 vielen Dank für deine Worte.

    Du hast völlig recht. Ein Ausharren in dieser Situation ist nicht die Erfüllung, für niemanden.
    Ich habe so viel gelesen hier im Forum. Das bestärkt ungemein. Die Schritte die ich gehen kann sind klein, aber ich gehe sie. Vorwärts. Bald kommt der Termin mit der Rechtsberatung. Danach kann ich hoffentlich auch die finanzielle Situation etwas besser einschätzen und planen.
    Ich habe bisher viele Suchanfragen gestellt zwecks Wohnung. Leider war die einzige Reaktion bisher darauf, ob meine jetzige Wohnung frei wird und anzumieten ist. Ich lasse mich nicht unterkriegen.
    Ich will und werde etwas verändern!

    Ich habe mich meiner Mutter anvertraut. Da mein Vater Alkoholiker ist, kann sie alles nachvollziehen. Glück für mich. Meine Geschwister wissen auch Bescheid. Da wir aber weit genug auseinander wohnen, sehen sich der Mitbewohner und meine Familie alle paar Jahre mal. Also kein Problem.
    Ich habe mich dann aber auch seinen Eltern anvertraut, besonders seinem Vater. Meine/unsere Kinder sind noch klein und ich brauchte einfach Unterstützung bzw. wollte, dass sie eines Tages nicht völlig überrascht sind. Sein Vater hatte vorher aber schon den Versacht, dass sein Sohn recht viel trinkt. Ansonsten vertraue ich mich nur meinem Freundeskreis an. Gut für mich, ich erhalte Unterstützung. Sein Freundeskreis geht mich nichts an. Bzw habe da nur mit zwei sehr engen Freunden vom Mitbewohner geredet. Die haben aber auch schon vorher was gemerkt. Es gab da aber vorher einen Vorfall, nur aufgrund dessen habe ich mit den beiden geredet.

    dorothea ich habe extra nochmal geschaut, konnte aber keinen Ferientag ausfindig machen. Ja, es ist immer sehr vom Bundesland abhängig, da hast du recht. Wenn das Treffen im nächsten Jahr stattfindet würde ich kommen. Die Location schaut ja wirklich toll aus. Da würde sich der weite Weg dann auch lohnen. Es kommen sicher alle auf ihre Kosten.

    das ich süchtig wäre nach Süßigkeiten und er nie wieder hören möchte das er eine Sucht hat, ich hätte auch eine Sucht nach Süßem

    Das kenne ich. Wahlweise kann man Süßigkeiten auch durch anderes ersetzen, bei mir war es dann Kaffee glaube ich.
    Ein solch bescheuerter Vergleich. Das kann man doch wirklich nicht ernst nehmen.,

    Liebe Minna,

    Ich hoffe du sitzt jetzt in der neuen Wohnung und beginnst mit dem Einrichten. Lass die Trauer ruhig zu, auch sie braucht ihren Raum. Aber denk auch an deine unbeschwerte Zukunft. Du darfst auch einfach nur an dich denken und dafür sorgen, dass es dir gut geht. Mit dem Schritt in eine eigene Wohnung hast du schon viel dafür getan. Ich wünsche dir viel Erfolg für dein neues Leben!

    Und wieso hatte deine Mutter keine andere Wahl als es auszuhalten?
    Wir sind in Deutschland, da gibt es Hilfen an allen Ecken und enden auch finanziell

    Meine Mutter hätte sich natürlich trennen können, aber das hätte dann bedeutet, dass das Haus weg gewesen wäre und drei Generationen eine neue Bleibe hätten finden müssen. Und ja, da verstehe ich sie völlig. Man setzt nicht das Haus und die Bleibe der eigenen Eltern aufs Spiel.

    Zu dem anderen Punkt hast du natürlich recht. Ich decke ihn. Dafür habe ich meine Gründe die ich hier nicht darlegen werde. Im Moment sehe ich die räumliche Trennung als einzige vernünftige Option. Alles was danach kommt, steht auf einem anderen Blatt. Das ist als Außenstehender sicherlich nicht nachvollziehbar, aber außer mir und dem engen Umfeld kennt ja niemand die genaue Situation. Du kannst dir aber gewiss sein, das Jugendamt würde ich sofort informieren, sollte sich die Situation hier ändern.

    Wenn Du wirklich die Trennung im Kopf vollständig vollzogen hättest, wäre der Gedanke, dass es sich zum besseren wenden könnte, nicht mehr so präsent. Für mich liest sich das eher so, als würde die fehlende räumliche Trennung Dich in Deinem Fortkommen massiv behindern.

    Der Gedanke ist da, der lässt sich nicht so leicht fortwischen. Ich denke es wird sehr vielen so gehen, nicht nur mir. Aber mein Entschluss steht trotzdem fest und mein Ziel ebenso. Ich will und werde dieses Jahr ausziehen. Es gibt so viele gute Gründe dafür. Aber du hast natürlich recht, die fehlende räumliche Trennung wirft solche Gedanken natürlich immer wieder auf. Wäre wir bereits räumlich getrennt, würde ich nicht eine Sekunde an solche Gedanken verschwenden(hoffe ich!).

    Tatsächlich spielt der Alkohol bei der Entstehung von Konflikten in einer Suchtfamilie die Hauptrolle.

    Es gibt so viel Konfliktpotenzial, ich weiß gar nicht mehr wer die Haupt- und wer die Nebenrolle einnimmt. Im Endeffekt baut vieles aufeinander auf, der berühmte Rattenschwanz eben. Im Endeffekt ist es aber doch auch egal, warum die Spannungen da sind. Für keinen der Beteiligten ist das sonderlich hilfreich und schön. Ich weiß nur, dass die Kinder deutlich mehr wahrnehmen als man vermutet. Ich habe die letzten Wochen sehr viel reflektiert, nachgedacht. Viele Verhaltensweisen der Kinder nochmal genauer betrachtet. Es ist schon erschreckend. Daher ist es auch so wichtig, dass wir die räumliche Trennung auch vollziehen können. (Auch wenn sich diese blöden Gedanken immer wieder einschleichen, dass die Kinder den Vater dann nicht mehr um sich haben)

    Liebe Grüße

    Es freut mich sehr, dass es dir gut geht mit der Situation wie sie jetzt ist. Aber wie meine Vorredner sehe ich es recht kritisch, dass ihr wieder zusammen trinkt. Die Gründe für das Trinken sind dabei nicht sonderlich relevant denke ich. Ich kann dir nur vom Mitbewohner hier erzählen. Nach zwei Monaten Trinkpause, dabei auch gerne mal alkoholfreies Bier(halte ich übrigens nicht für sinnvoll), hat er auch erst versucht kontrolliert zu trinken. Das war übrigens sein Ziel, kontrolliert Trinken. Die lebenslange Abstinenz war nie Thema. Ende vom Lied, er trinkt jetzt mehr wie vorher.
    Wenn deine Freundin Alkoholikerin ist(das kann ja nur sie selbst beurteilen), ist es schon schwierig mit kontrolliertem Trinken.
    Ich bin gespannt was du schreiben wirst im Sommer, oder auch früher.

    Es ist insgesamt so, dass ich mich sehr schlecht fühle beim Gedanken auszuziehen, wenn es zuhause einigermaßen läuft. Ich kann nichts dagegen tun. Der Mitbewohner hat dadurch ja auch einige Nachteile. Da kommt dann der Spruch: jetzt fällst du mir auch in den Rücken! Es brennt sowieso schon an allen Enden. (Das sagt er schon seit Jahren, das nehme ich nicht ernst). Dennoch macht das was mit einem. Man fühlt sich einfach schuldig und schlecht. Einfach weil man die Situation nicht weiter aussitzen will. Ich habe in anderen Fäden gelesen, dieses Aussitzen prägt die Kinder so negativ. Vielleicht bin ich selbst als EKA so geprägt worden und führt zu meinen Gedankenmustern. Ich weiß es nicht. Meine Mutter hat auch ausgehalten damals. Sie musste, sie hatte keine Wahl.

    Seb25 ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt. Für mich ist die Trennung schon sehr lange vollzogen. Ich will mit diesem Menschen auf gar keinen Fall auch nur irgendeine Beziehung führen, also als Paar. Ich meinte das eher, dass er ja auch fürsorglich sein kann und man an diesem bescheuertem Glauben festhält, dass das Leben ja wieder so sein könnte. Also dieser vernünftige Umgang miteinander. Wir leben jetzt ja schon lang nebeneinander her, hat viele Vorteile. Wenn es einigermaßen harmonisch läuft. Ich mein, der Mitbewohner ist ja per se kein schlechter Mensch. Die Lebensumstände, der Alkohol was auch immer tragen zur jetzigen Situation bei( ich natürlich auch, meine Laune ihm gegenüber ist ja nicht unbedingt sonderlich toll). Aber er will nichts ändern, also wird alles bleiben wie es ist. Wenn man lange genug miteinander gelebt hat, Kinder da sind etc., schmeißt man ja nicht alles einfach so hin. In meinem Kopf ist einfach immer noch drin, dass ich niemanden enttäuschen darf, dass ich allen gerecht werden muss. Ja und natürlich, dass ich dann schuld bin, wenn wir ausziehen und alle unglücklich sind. Die große Sorge, es könnte alles schlimmer werden und die Kinder sind totunglücklich weil der Vater nicht mehr mit im Haus wohnt. Langer Text, sorry. Aber das sind die Gedanken die immer wieder aufploppen.

    Ja, die Kinder bekommen die Spannungen immer mit. Das tut hier natürlich niemandem gut, das ist mir bewusst. Vieles davon ist hausgemacht, da wir uns nicht immer einig in der Erziehung sind. Das erzeugt die Spannungen. Der Alkohol ist da nur teilweise beteiligt.