Beiträge von Wichtelmama

    Hallo Sonnenschein,

    kannst du deinen Noch-Mann nicht blockieren auf allen Kanälen oder wie schafft er es, dass er euch noch immer so zusetzen kann? Ich finde es wirklich furchtbar. Du hast schon so viel Mist durchmachen müssen. Ich hoffe so sehr für euch drei, dass ihr bald mal zur Ruhe kommen könnt.

    Ich schick dir ein großes Paket Krafg und Nerven. Und Schoki, die geht immer🫣

    Kann mich erinnern, wie mir oft meine Wahrnehmungen abgesprochen wurden. Wie oft sah ich etwas falsch, oder verstand es angeblich nicht.

    Wenn mir dann das Trinken meines Mannes auffiel und ich es ansprach, war es so, wie es bestimmt fast alle erlebt haben: täuschen, tarnen, tricksen.

    Mir ging es ähnlich in meiner Kindheit. Eine sehr dominante Mutter. Wahrnehmungen oder Erlebnisse wurden abgetan.
    Da gibt es eine ganze Bandbreite, erst jetzt langsam erkenne ich viele Muster und kann vieles zuordnen. Solche Dinge prägen einen, das kann man nicht so einfach abschütteln. Ich habe lange gebraucht, um mein Selbstbewusstsein etwas aufzupäppeln.

    Bei mir war es auch so, dass ich den Flascheninhalt beim Mitbewohner kontrollieren musste. Ich habe unzählige Fotos von Flaschen gemacht. Teils mehrmals täglich. Als Beweis für mich, dass ich dem Ex-Mitbewohner nicht unrecht tue. Und auch aus Angst, dass mir nicht geglaubt wird. Tarnen, Täuschen, Tricksen, das funktioniert am Besten außerhalb der eigenen vier Wände. Hätte doch niemand geglaubt, dass der Ex-Mitbewohner ein Alkoholiker ist.

    Die Blicke von anderen haben doch Bände gesprochen, so nach dem Motto: „die Alte gönnt ihm auch kein Bier“.

    Für mich bedeutet Co nicht nur das klassische Handeln, wie z.B. den Betroffenen zu schützen, hinterherbetteln, versuchen ihn trocken zu legen etc.

    Ich habe mich auch als Co bezeichnet. Ich habe den Ex- Mitbewohner nie bei der Arbeit entschuldigt, habe nie versucht ihn trocken zu legen oder habe ihm Standpauken gehalten. Ich wusste ja, dass er sich nur selbst trocken legen kann und ich gar nichts ausrichten kann. Mein Vater ist Alkoholiker, Ich wusste also wie der Hase läuft(so in etwa jedenfalls).

    Aber mein ganzer Tag hat sich irgendwann nur noch um den Alkohol gedreht. Ich saß im Karussell unfähig auszusteigen. Von morgens bis abends waren nur die Gedanken in meinem Kopf, wie viel er wohl getrunken hat, in welchem Zustand er ist, ob ich mich verlassen kann, wie er mit den Kindern umgeht etc.

    In der Situation haben mich aber vor allem die Umstände gehalten. Gemeinsames Sorgerecht, Finanzen, Arbeit etc.
    Ich wäre früher ausgestiegen, hätte ich (vermutlich jedenfalls) andere Mittel gehabt.

    Für mich ist fast jeder Co, der mit einem Suchtkranken unter einem Dach lebt. Der Alltag und das Leben wird doch meistens in irgendeiner Weise beeinflusst durch den Alkohol.

    dass er so viel gemacht hat in den letzten Wochen für eine Veränderung,

    Was hat er denn gemacht? Außer einer Trinkpause? Was hat sich wirklich geändert? Was hat er geändert? Ich konnte da bisher nicht wirklich was lesen.

    Es hat sich angefühlt wie damals nur dass er heute nicht betrunken gewirkt hat und nicht so geschrieen hat wie sonst. Er versucht über mein Leben zu bestimmen..

    Es ist ja in all den Monaten so viel passiert. Diese verbalen Entgleisungen mir und den Kindern gegenüber. Er meint mit seiner Entschuldigung und Reue könne man das alles vergessen. Dann dieses uns Hängenlassen- sich nicht mehr um die Familie kümmern, alleinerziehend verheiratet zu sein,

    Und dann sind da die Gedanken, ob ich ich da was anders hätte machen sollen...

    Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen. Denk mal darüber nach, ob wirklich DU was hättest anders machen sollen….

    Liebe releaseme,

    ich denke es ist gut so wie es ist. Ihr seid ohne deinen Mann besser dran. Deine Eltern werden dich unterstützen. Du hast mehr Hilfe und Hilfen als du jetzt vielleicht siehst und bedenkst.

    Lass dich so schnell wie möglich anwaltlich beraten.

    Ich wünsche euch einen guten Start in ein hoffnungsvolles und besseres neues Jahr! Es wird alles gut werden!

    Liebe Johanna,

    Was du schreibst, klingt furchtbar. Euer Kind tut mir Leid. Es lernt doch gerade auch, dass die Mama sich alles gefallen lässt. Bloß nicht auffallen. Immer dem Papa gefallen. So oder so ähnlich liest es sich für mich.

    Dein Sohn liebt seinen Vater. Meine Kinder lieben ihren Vater auch. Aber sie werden größer und verstehen mehr. In einer solchen Dynamik groß werden ist nicht unbedingt schön. Kinder nehmen viel mehr auf als man denkt. Das kommt nur alles später raus, nicht unbedingt gleich.

    so wie du deinen Mann beschreibst, vor allem mit seiner Wut, hätte ich Angst vor ihm. Ich hätte Angst was im Suff noch alles passieren könnte.

    Der Vater meiner Kinder wurde im Suff teils aggressiv gegenüber den Kindern. Mein großes Kind erinnert sich noch gut an eine Situation, wo der Vater sie auf die Treppe geworfen hat. Trotzdem lieben sie ihren Vater.

    Ich hatte Angst vor dem Auszug, vor allem wegen der Finanzen. Es hat sich alles gefügt, wir kommen zurecht. Du kannst viele Hilfen beantragen.

    Ich hoffe du findest den Mut um die ersten Schritte zu gehen.

    Liebe releasme,

    du musst dich mit deiner Entscheidung gut fühlen. Es ist schon sehr viel Wert, dass du bei deinen Eltern bleiben kannst mit den Kindern, vor allem ohne Zeitdruck.

    Ich verstehe dich mit der letzten Chance. Vielleicht brauchst du das einfach als letzten Schritt in deinem eigenen Prozess.
    Ich sehe es ebenso kritisch wie du, wenn dein Mann alkoholfreies Bier trinkt und auch die Entgiftung weiter rauszieht. Ausreden über Ausreden.

    Beim Ex- Mitbewohner war es ja ähnlich. Es wurde weiterhin alkoholfreies Bier getrunken. Er nichts verändert. Er hat nichts verstanden oder wollte es nicht.
    Im Endeffekt trinkt wieder, wie ich vermute auch wieder das harte Zeug. Aus dem alkoholfreien Bier wurde erst das ein oder andere normale Bier. Vor kurzem war er wieder stockbesoffen. Das sicher nicht vom Bier.

    Nach all den Zweifeln, der kurzen Trinkpause die er nach unserem Auszug gemacht hat, bin ich so froh über unseren Rückzugsort, unsere eigene Wohnung.

    Schau dir an was dein Mann macht. Aus sicherer Entfernung.

    Liebe Grüße

    Ja das glaube ich dir sofort. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie der Partner der Sucht verfällt und man das nüchterne Ich einfach nur vermisst.

    Es wird ja auch nicht leichter mit der Zeit. Der Konsum hinterlässt seine Spuren. Bei allen Beteiligten.

    Du hast ja schon angefangen etwas für dich zu tun. Das ist doch was. Du musst auch dringend auf dich selbst schauen, sonst bist du auch irgendwann völlig am Ende. Deinen Mann kannst du nicht ändern, aber du kannst was für dich tun.
    Schritt für Schritt. Veränderung kommt meist nicht von heute auf morgen, es ist ein Prozess.

    Während der Woche (wo wir arbeiten) habennwir zwei Wohnungen. Da kann ich mich zurückziehen.

    Was hält dich davon ab, auch die Abende vor den freien Tagen deines Mannes dort zu verbringen?

    Ein Versuch wäre es wert, meinst du nicht? Zumindest mal einen Abend dem Theater entkommen? Oder hast du Sorge, was in der Zeit zuhause passieren könnte. Was die Leute denken? Oder gar, was dein Mann dazu sagen würde, wenn du dich dem Ganzen entziehen möchtest?

    Hallo Somadi,

    ich habe eine Frage an dich. Warum hilfst du deinem Mann vom Boden auf und bringst ihn ins Bett? Du hast schon körperliche Schäden davongetragen. Und dennoch stehst du wieder parat wenn es wieder soweit ist.

    Morgens im Bett aufzuwachen ist ja auch praktisch für ihn. Dann kann es ja auch nicht so schlimm gewesen mit der Sauferei. Er hat es ja ins Bett geschafft.
    Du unterstützt ihn da in seiner Sucht, zumindest sehe ich das so. Du machst es ihm bequem.

    Hast du jemals versucht ihm nicht ins Bett zu helfen? Ihn nicht zu unterstützen?
    Oder kommt das für dich gar nicht in Frage?

    Liebe Grüße, Wichtelmama

    Ich möchte mich Jump! anschließen.

    In Kurzfassung: nur weil ihr auszieht, muss es ja nicht das Ende von allem bedeuten. Ob dein Mann ernsthaft was ändern will oder nicht, wird die Zeit zeigen. Zurück kannst du dann ja wahrscheinlich, wenn eure Liebe so groß ist, ja noch immer.
    Ändert sich gar nichts, hast du einen sicheren Rückzugsort.

    Ich selber habe mit dem Ex-Mitbewohner mittlerweile, nach Startschwierigkeiten, ein einigermaßen vernünftiges Verhältnis.

    Er war im Sommer krank und in der Klinik(naturlich nicht wegen Alkohol🙄). Danach kam die Erkenntnis bei ihm, dass er nie wieder trinken darf und kann.

    Ich weiß nicht wie lange es gehalten hat. Max. 2 Monate. Er gar nichts in seinem Leben geändert, er hat lediglich das erste Glas stehen lassen.

    Ich bin froh, dass ich mir wenigstens das Elend nicht mehr mit ansehen muss und mit den Kindern einen sicheren Rückzug habe.

    Es ist nicht rosa nach dem Auszug. Die Kinder vermissen ihr Zuhause und ihren Vater. Das bricht mir oft das Herz. Aber der Vater ist jetzt ein besserer Vater als vorher und sie haben mehr von ihm.

    Und viel wichtiger: ich bin wieder deutlich entspannter. Ich kann das Leben jetzt anders genießen. Ich bin nicht mehr so auf Spannung wie vorher. Ich komme nach Hause und weiß was mich erwartet. Ich muss nicht damit rechnen, dass jemand besoffen auf dem Sofa liegt, besoffen durch die Gegend läuft und und und. Allein das war es wert!

    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Entscheiden und Gedanken sortieren!

    Liebe foxi,

    ich habe mich in meiner Verzweiflung auch an die Eltern meines Ex gewandt. Ich wusste selbst nicht mehr weiter, es waren ja Kinder mit im Spiel.
    Seine Eltern haben auch wenig reagiert zum Thema Alkohol. Vermutlich weil sie es so nicht wahrhaben wollten oder aus welchen Gründen auch immer. Im Prinzip habe ich fast immer Monologe geführt, zumindest mit seiner Mutter.

    Ich sag dir ganz ehrlich, das war echt ein scheiß Gefühl. Ich habe mich alleingelassen gefühlt. Die einzige Familie die hier vor Ort ist. Das Problem wurde einfach ein Stück weit ignoriert.

    Ich finde daher den Vorschlag von Aurora sehr gut. Hör dir doch an, was sie zu sagen hat. Tipps geben schadet sicherlich nicht. Handeln muss sie schlussendlich selbst. Ich denke auch nicht, dass sie euch manipulieren will. Das klingt für mich nach Verzweiflung, nichts anderem.

    Alles Gute für euch!

    Hallo Rosa,

    mein Ex hat auch ähnlich geredet. Von wegen er vermisst die Kinder, alles Mist etc.

    Anfangs hatten wir unsere Stolpersteine, mittlerweile ist es aber so, dass wir uns gut verstehen und vernünftig reden können. Er hat (vielleicht) aufgehört zu trinken, es ist vieles besser geworden. Liegt vielleicht daran, aber untergegangen ist er nicht. Ganz im Gegenteil. Er hat gar keine Zeit mehr vor lauter Beschäftigung. Hobbies und sonst was.

    Auch direkt nach unserem Auszug, in seiner definitiv noch sehr nassen Zeit, ist er nicht untergangen.

    Ich denke es ist bei jedem etwas anders. Einige blühen auf, andere saufen umso mehr.

    Was du definitiv nicht kannst: ihn retten indem du bleibst damit er nicht untergeht!
    Jemand hat mal gesagt, dass Sucht wie eine Krake ist. Sie zieht dich und alle anderen mit in die Tiefe mit ihren Armen.
    Den Vergleich fand ich sehr passend.

    Hallo NiMaCo,

    ich habe nicht so viel Zeit zum Antworten, aber das möchte ich loswerden:

    Mein Ex-Mitbewohner hat mir auch immer vorgeworfen, dass ich ja zu viel Kaffee trinke, zu viel Schokolade esse etc. Im Grunde wollte er damit nur von seinem eigenen Problem, also der Alkoholsucht ablenken. So nach dem Motto: „solange du dich nicht änderst, muss ich es schon lange nicht tun. Du bist ja nicht besser, also lass mich in Ruhe. Guck lieber was du selbst für Fehler hast“.

    Und schon ist man wieder mit sich selbst beschäftigt und der andere kann in Ruhe trinken.

    Ich finde gemeinsame Majlzeiten mit den Kindern auch sehr wichtig. Wir sind oft auch nur zu dritt am Tisch gesessen, weil der Mitbewohner lieber gesoffen hat.

    Liebe Grüße, Wichtelmama

    Liebe Sonnenschein,

    die anderen haben dir ja bereits gesagt, dass du alles richtig gemacht hast. Ich sehe es auch so. Und ich denke auch deine Tochter wird es so fühlen. Du hast sie nicht im Stich gelassen, du hast für Sicherheit und Hilfe gesorgt, warst erreichbar, wenn du auch nicht vor Ort sein konntest.

    Das Leben geht ja weiter und man kann nur wegen einem Bauchgefühl nicht immer der Arbeit fern bleiben. Ich denke du hast alles getan, damit deine Tochter in Sicherheit ist. Ein gut funktionierendes Netzwerk ist Gold wert! Ich kann gut nachvollziehen, dass du die Wohnung auch deshalb nicht aufgeben möchtest. Es ist euer Zuhause, du kannst dich auf die Nachbarn verlassen.

    Ich wünsche dir weiterhin den Mut den du gerade hast, um deinen Weg zu gehen. Nach dieser Aktion von deinem Ex, würde ich alle Register ziehen die möglich sind.
    Allein schon zu eurem Schutz!
    Wegen dem gemeinsamen Sorgerecht würde ich mich an deiner Stelle vielleicht auch nochmal beraten lassen. Vielleicht bekommst du da auch noch was zugesprochen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg!

    Hallo Sonnenschein,

    Das klingt nach einem gelungenen Sonntag. Eine Selbstgenähte Decke ist eine tolle Idee. Besonders wenn sie so viele Jahre in Anspruch nimmt. Eine schöne Erinnerung an die Mama für die Kinder.

    Ich kann deine Große sehr gut verstehen. Da ist so viel vorgefallen, da würde ich auch keinen Kontakt wollen. Ich kann mir vorstellen, dass die Kleine sicherlich auch sehr hin- und hergerissen sein wird.

    Gibt es denn jetzt eine Adresse zu deinem Ex? Weißt du überhaupt was?

    Mutmachgeschichten braucht man immer. Gerade wenn man hier im Forum aufschlägt. Wie viele von uns sind so verzweifelt?! Und wie lange viele von uns dieses Theater mitmachen…Ich habe fast sieben Jahre gebraucht, ehe ich was ändern konnte. Aber es fühlt sich jetzt dafür umso besser an🙃