Ich muss für mich mal was aufschreiben. Vielleicht lese ich es irgendwann nochmal durch, also meinen ganzen Faden.
Ich habe Post bekommen. Von meinem vergangenen Ich. Erst habe ich beim Lesen des Briefes geschmunzelt. Die Themen die mich vor einem Jahr bewegt haben, sind jetzt gar nicht mehr so richtig von Bedeutung. Also eigentlich schon, aber sehr in den Hintergrund gerückt.
Dann hat mich dieser Brief aber echt runtergezogen. Man vergisst so vieles im Laufe der Zeit, verdrängt, verharmlost oder was auch immer. Ich will nicht jammern, dass wir es immer schlecht hatten, das wäre ja gelogen. Aber so viele Situationen die passiert sind, so viel Mist einfach. Dinge die mich verändert haben.
Ich denke nach wie vor viel nach über vergangenes. Bin sauer, dass wir unser gewohntes Umfeld verlassen müssen. Die Kinder haben Angst. Sie wollen weder ihr Zuhause noch ihren Vater verlieren. Und doch ist es der einzig richtige Weg.
Der Mitbewohner ist jetzt schon einige Zeit „nüchtern“. Man merkt ihm den Konsum nicht an, wirkt immer Klar. Keine Eskapaden mehr. Fast ein normales Leben(wären da die vielen anderen Dinge nicht auch noch). Das macht es für die Kinder schwerer.
Das kleine Kind hat letztens gefragt: Papa, warum zittert deine Hand immer so?
Also selbst das Kleine bekommt langsam etwas mit.
Das große Kind hat festgestellt, dass unsere neue Wohnung kleiner ist als die Alte(dafür aber teurer). Konnte es gar nicht verstehen, warum wir dann nicht in der großen Wohnung bleiben.
Ich kann ja schlecht sagen, dass der Papa nicht ausziehen will und lieber in Kauf nimmt, dass wir drei komplett neu anfangen müssen.
Ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Es kommen sicher noch sehr große Hürden. Ich denke der Mitbewohner kann die Wohnung nicht halten, er hat jetzt schon finanzielle Probleme. Wir werden sehen. Gott sei Dank stehen wir beide im Mietvertrag…Ironie off!
Ich könnte seitenweise schreiben was mich gerade bewegt. Das würde den Rahmen sprengen.
Ich wünsche allen einen guten Endspurt ins Wochenende