Beiträge von Wichtelmama

    Davor war ich fast schon ignorant. Hab aber auch viel mitgetrunken.

    Vor den Kindern ging es mir ähnlich. Ich würde sogar behaupten, ich wäre selbst in die Sucht gerutscht. Im Freundeskreis wurde gerne und viel getrunken (bin mir sicher, dass da einige ein kleines Problem haben). Mein Glück war nur, dass ich schwanger wurde und noch vor dem positiven Test aufgehört habe zu trinken.

    meine Vorstellung von Familie ist ja, dass beide Eltern sich kümmern und ihrer Sorgepflicht nachkommen. Aber mit steigendem Konsum vom Mitbewohner(und auch den mittlerweile ersten körperlichen und psychischen Folgen), ekelt mich der Konsum immer mehr an. Das habe ich bei der Geburtstagsfeier gemerkt.

    Insgesamt achtet man mehr auf seine Umwelt finde ich. Beim Einkaufen, wenn andere ihre Schnapsflaschen aufs Band legen. Wenn Leergut weggebracht wird. Ob jemand eine Fahne hat. Alles Dinge, die mich früher wenig interessiert haben.

    Ich habe noch immer das "Plopp" im Ohr

    Ganz schlimm…das kenne ich.

    Insgesamt merke ich, dass ich dünnhäutiger gegenüber Alkohol werde.
    Die Kinder waren letztes auf einem Geburtstag. Als ich sie abgeholt habe, saßen die Erwachsenen mit alkoholischen Getränken da (teilweise waren es die Eltern der Kinder). Zwar alles im Rahmen, niemand war offensichtlich angetrunken, aber mir war das zu viel. Alkohol und Kinder zusammen finde ich mittlerweile so schrecklich.

    Ich kann auch nicht mehr darüber lachen, wenn Eltern witzig sein wollen, so nach dem Motto: den Tag heute übersteht man nur mit Alk.

    Vielleicht sehe ich es irgendwann wieder anders, aber im Moment: ein klares NEIN!

    Liebe Ino,

    das kenne ich zu gut. Der Lottogewinn kam bei mir nicht, aber ich hatte Glück und bekam die Wohnung(das ist auch vergleichbar mit einem 6er im Lotto).
    Versuche dein Glück auf allen Portalen. Ich habe meine Wohnung über Faceb…k gefunden, in örtlichen Gruppen. Bzw dort auch Gesuche geschaltet.
    Viel viel Glück dir!

    Liebe Ino,

    Ich schicke dir ein großes Paket Kraft und Mut. Ich hoffe eure Situation klärt sich bald, damit ihr auch zur Ruhe kommen könnt.

    Die Verzweiflung bei der Wohnungssuche kenne ich zu gut. Hier ist auch alles einfach unbezahlbar. Da braucht man unglaublich viel Glück. vielleicht zieht dein Mann ja doch noch aus. Die Daumen sind gedrückt🍀

    Liebe Grüße, Wichtelmama

    Liebe Api ,

    deine Worte machen wirklich Mut. Vielen Dank dafür!
    ich hoffe es so sehr, dass die Kinder das neue Zuhause auch als solches annehmen können. Der Anfang wird ihnen so leicht wie möglich gemacht. Meine Mama wird für zwei Wochen kommen, darauf freuen sich die Kinder sehr. Und in den Pfingstferien dürfen sie die Hasen der Vermieter versorgen, diese sind im Urlaub. Das wird bestimmt ganz gut.

    Das freut mich sehr für dich, dass dein Sohn gleich in der neuen Wohnung angekommen ist. Vielleicht machen wir Erwachsene uns auch einfach immer viel zu viele Gedanken.

    Ich weiß, dass die Entscheidung der räumlichen Trennung absolut richtig ist, auch für die Kinder. Das habe ich heute Abend wieder gemerkt. Der Mitbewohner bellt und blafft die Kinder oft an. Das kann nicht gut sein für diese kleinen Seelen.

    Und ich selber kann es einfach nicht mehr hören. Wenn er wieder in sein Zimmer geht und an die Flasche geht, das klirren der Flaschen. Einfach furchtbar.

    Es wird alles gut werden. Das muss es einfach!

    Danke liebe alle fürs Mut machen. Jetzt sitze ich hier und mir laufen die Tränen.
    Gestern hatten die Kinder noch einen super schönen Tag. Wir waren abends noch sehr lange draußen und haben einfach genossen. Das was wir hier haben, die Natur und das alles, das werden wir nicht haben in der neuen Wohnung. Wir geben, zumindest was das angeht, ein Stück Lebensqualität auf.

    Die neue Wohnung ist nur befristet, für die kurze Zeit was Neues aufbauen lohnt sich fast gar nicht. Bei der Wohnungsknappheit ist ja auch die Frage, wohin wir danach gehen.

    Es ist einfach so unfair. Drei Menschen müssen ihr Zuhause aufgeben und sich alles neu erarbeiten. Das für eine kurze Zeit nur. Es hätte so viel einfacher sein können. Hätte hätte Fahrradkette…

    Ich hoffe einfach nur, dass es wirklich die richtige Entscheidung war. Aber was hätte ich anderes machen sollen?! Ich hätte noch weiter warten können, ob eine Wohnung hier in der Nähe frei wird. Aber meine Nerven sind jetzt schon am Ende.
    Ich hätte den Mitbewohner drängen können auszuziehen, aber auch das wäre eine Frage der Zeit gewesen. Das hätte sich Jahre hinziehen können.

    Ihr merkt schon, da ist gerade einfach so viel los in mir. So viele Gefühle. Jetzt kurz vor der Wohnungsübergabe wollen sie scheinbar alle raus.

    MatildaWormwood den Spruch aus dem Kalender habe ich mir geklaut und habe ihn in meinen eigenen Kalender geschrieben. Im Oktober werde ich ihn dann lesen. Bis dahin ist es dann hoffentlich alles viel besser als erwartet.

    Nur noch ein paar Tage, dann bekomme ich die Schlüssel für die neue Wohnung. Meine Gefühle sind weiterhin gemischt. Das Zuhause aufzugeben fällt nicht leicht. Das macht mich nach wie vor traurig. Ich bin kein Mensch, der schnell neue Kontakte schließt, daher werde ich die Nachbarschaft schon vermissen. Auch für die Kinder tut es mir leid. sie haben ja auch Freunde hier.
    Die finanzielle Belastung, die dann weiteren Wege zur Arbeit, Schule und Kindergarten. Das ganze Leben wird umständlicher.

    Aber wie sagte der Mitbewohner:“Du wolltest ja ausziehen!“
    Eine ähnliche Aussage kam heute von meinem (rotzbesoffenem) Vater:“ deine Mutter hat uns ja auseinandergebracht“.

    Wie sich alles wiederholt. Es sind immer die anderen Schuld, aber natürlich nicht die Sucht.

    Die letzten Wochen waren wirklich zäh. Ich merke, dass ich raus muss. Da bin ich wieder froh um die Wohnung.
    Der Mitbewohner liegt nach wie vor viel im Bett. Er will irgendwann wieder arbeiten gehen. Ich habe leichte Bedenken, aber es ist nicht mein Problem.

    Die Kinder hängen im Moment sehr an ihrem Vater. Er hat sich die letzten Tage öfter mit eingebracht, bzw war halt anwesend.
    Mein großes Kind hat dazu einen Satz gesagt, der für mich sehr aussagekräftig ist:“Der Papa ist jetzt so nett“.

    Ja, der Papa ist gerade nett. Und wenn er nett ist, klammern die Kinder natürlich umso mehr. Eigentlich ist es wirklich traurig. Der Papa ist unberechenbar. Mal nett, mal liegt er nur rum und das Handy ist wichtiger als alles andere, mal aufbrausend. Ein ewiger Eiertanz.

    Darauf freue ich mich wirklich sehr. Den Eiertanz müssen wir nicht mehr mitmachen und können endlich wieder Leben wie es uns passt! Ich möchte endlich wieder im hier und jetzt ankommen, ohne diese ewigen Gedanken.

    Hallo Nika,

    mein Mitbewohner hat Ende letzten Jahres eine Trinkpause gemacht.

    Vorher hat er täglich konsumiert, ein bis zwei Bier, eine Dose Mixgetränke. Manchmal auch Schnaps dazu. Am Wochenende hat er schon morgens angefangen und den ganzen Tag getrunken. Natürlich deutlich mehr als unter der Woche.

    Nach zwei Monaten Trinkpause wollte er wieder trinken. Nur weniger, kontrollierter. Weil das ja gehen würde. Er sagt bis heute, dass er einfach nur weniger trinken muss.

    Stand der Dinge jetzt, soweit ich das weiß: er trinkt gleich nach dem Aufstehen. Eine Flasche Vodka geht jeden Tag durch, Tendenz steigend. Von kontrolliertem Trinken oder weniger trinken wohl eher keine Spur.

    Hallo Hartmut,

    Zwar sorge ich noch nicht allein für die Kinder, möchte aber etwas dazu sagen.
    Gedeckt und umsorgt habe ich den Vater der Kinder nie. Ich habe ihn nie geweckt wenn er verschlafen hat etc. Durch meinen Suchtkranken Vater wusste ich ja wie der Wind weht, zumindest in Ansätzen.

    Was aber sehr wohl aufgetreten ist: das übermäßige Kontrollieren des Alkoholkonsums. Denke durch die Sorge um die Kinder hat sich da sehr viel um Kontrolle gedreht. Wie viel hat er getrunken, kann er sich um die Kinder kümmern etc. Und sicherlich habe ich auch die Kinder einige Zeit „überbehütet“. Das was der Vater den Kindern nicht geben konnte/wollte, habe ich versucht auszugleichen.

    Ohne Kinder hätte ich definitiv anders gehandelt. Entweder hätte ich mich früher getrennt oder mitgesoffen.

    Ich verstehe dein Sorge wegen dem Jugendamt. Die Geschichten die man hört, sind wirklich teils gruselig.
    Aber dennoch hilft es ja nichts. Ein Anwalt kann dich gut beraten. Hinsichtlich aller Schritte die notwendig sind.

    Alkoholismus ist übrigens auch nachweisbar mittels Haarprobe. Sowas kann das Gericht anordnen, sollte es zu Unstimmigkeiten kommen. Also auch da solltest du dir erstmal keine Gedanken machen.

    Wie Elly schon schreibt, einfach starten. Suche dir einen guten Anwalt und lass dich beraten.

    Hallo Sundancer,

    Aurora hat ja schon alles wichtige geschrieben. Falls du bei faceb…k bist, dort gibt es Gruppen bzgl Scheidung/Trennung. Dort kann man dir sicherlich auch einige Fragen beantworten. Ansonsten rate ich auch zu einem Anwalt.

    Als Vater musst du auch nicht der Ersatz für die Mutter sein. Du musst einfach der Papa sein! Das reicht. Gib den Kindern Sicherheit und Stabilität, das brauchen sie. Und vieles andere wird sich fügen.

    Liebe Grüße, Wichtelmama

    Dann kommt wieder der Gedanke, wenn er dort ganz alleine ist, ohne Pflegedienst und es passiert was, ihn versteht keiner am Telefon. Also doch warten, bis alles bearbeitet ist?

    Es gibt den Hausnotruf, so einen Knopf den man ums Handgelenk bindet oder um den Hals hängt. Dafür braucht man nicht sprechen, einfach Knopf drücken. Dann kommt Hilfe. Muss man sich halt nur leider drum kümmern und kostet glaube ich auch Geld.

    Rennschnecke ich muss mit dem Vermieter reden. Ich habe ihm erst vor kurzem mitgeteilt, dass ich ausziehe. Jetzt hat er ein paar Tage Zeit gehabt die Info sacken zu lassen. Ich hoffe er streicht mich einfach raus.
    Ansonsten muss ich noch mit dem Vater vom Mitbewohner sprechen. Der ist da sehr vernünftig.
    Ich möchte gern vermeiden, dass ein ganz neuer Vertrag aufgesetzt wird. Die Miete könnte sonst locker um 500€ kalt angehoben werden.

    Ich muss für mich mal was aufschreiben. Vielleicht lese ich es irgendwann nochmal durch, also meinen ganzen Faden.

    Ich habe Post bekommen. Von meinem vergangenen Ich. Erst habe ich beim Lesen des Briefes geschmunzelt. Die Themen die mich vor einem Jahr bewegt haben, sind jetzt gar nicht mehr so richtig von Bedeutung. Also eigentlich schon, aber sehr in den Hintergrund gerückt.

    Dann hat mich dieser Brief aber echt runtergezogen. Man vergisst so vieles im Laufe der Zeit, verdrängt, verharmlost oder was auch immer. Ich will nicht jammern, dass wir es immer schlecht hatten, das wäre ja gelogen. Aber so viele Situationen die passiert sind, so viel Mist einfach. Dinge die mich verändert haben.
    Ich denke nach wie vor viel nach über vergangenes. Bin sauer, dass wir unser gewohntes Umfeld verlassen müssen. Die Kinder haben Angst. Sie wollen weder ihr Zuhause noch ihren Vater verlieren. Und doch ist es der einzig richtige Weg.

    Der Mitbewohner ist jetzt schon einige Zeit „nüchtern“. Man merkt ihm den Konsum nicht an, wirkt immer Klar. Keine Eskapaden mehr. Fast ein normales Leben(wären da die vielen anderen Dinge nicht auch noch). Das macht es für die Kinder schwerer.

    Das kleine Kind hat letztens gefragt: Papa, warum zittert deine Hand immer so?

    Also selbst das Kleine bekommt langsam etwas mit.

    Das große Kind hat festgestellt, dass unsere neue Wohnung kleiner ist als die Alte(dafür aber teurer). Konnte es gar nicht verstehen, warum wir dann nicht in der großen Wohnung bleiben.
    Ich kann ja schlecht sagen, dass der Papa nicht ausziehen will und lieber in Kauf nimmt, dass wir drei komplett neu anfangen müssen.

    Ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Es kommen sicher noch sehr große Hürden. Ich denke der Mitbewohner kann die Wohnung nicht halten, er hat jetzt schon finanzielle Probleme. Wir werden sehen. Gott sei Dank stehen wir beide im Mietvertrag…Ironie off!

    Ich könnte seitenweise schreiben was mich gerade bewegt. Das würde den Rahmen sprengen.

    Ich wünsche allen einen guten Endspurt ins Wochenende

    Hallo Tulpe,

    Das tut mir leid, was du mitmachen musst. Ich kenne die Ängste und Sorgen sehr gut, vor allem in Bezug auf Kinder. Mein Mitbewohner trinkt auch in Gegenwart der Kinder. Da ist schon so einiges passiert, von einschlafen in der Bahn bis die Treppe runterstürzen während der Aufsicht. Vor allem wenn dein Kind noch so klein ist, ist es echt heikel.

    Meine Kinder sind zwar noch klein, aber etwas älter als dein Kind. Sie fangen an ihrem Vater auf der Nase rumzutanzen, besonders wenn er getrunken hat und schläft. So stellt man sich die Aufsichtspflicht auch nicht vor.

    Wie Aurora schon schreibt, würde ich dir auch als erstes ein Beratungsgespräch beim Anwalt empfehlen. Du hast den Wunsch mit deinem Kind umzuziehen, das geht aber nicht so einfach. Dafür brauchst du das Einverständnis deines Mannes(jedenfalls wenn es um das Kind geht). Ein Anwalt kann dich da am Besten beraten, wie du vorgehen solltest. Auch das Jugendamt kannst du kontaktieren. Die stehen auch beratend zur Seite.

    Liebe Grüße