Beiträge von aennie

    Dein Suchtgedächtnis läuft auf Hochtouren.

    Möglich, weil Du wegen des Geldes aufgehört hast und nicht verinnerlicht hast, dass Alkohol völlig schädlich für Dich ist und es Dir durch den Alkohol nie so richtig schlecht gegangen ist?

    Oh ja, sehr sehr oft. Ich soff mich zuletzt nur noch in den Weltschmerz hinein. Biss ich dann Begriff, dass die Welt nicht Schuld an allem ist, sondern das Gift, dass ich in mich hineinschüttete.

    Du suchst einen Job, weswegen hast Du Deinen alten Wohnort verlassen? Gibt es eine Möglichkeit, zurückzuziehen?

    Ich trinke nur morgens Kaffee mit Koffein und den Rest des Tages entkoffeinierten Kaffee. Das Koffein putscht auf.

    Ich hatte dort auch niemanden. Hier wenigstens noch den Telefonkumpel, den ich auch persönlich treffen kann. Wir haben aber total unterschiedliche Interessen, so dass gemeinsame Unternehmungen nicht stattfinden. In meine Geburtsstadt gehe ich nicht zurück. Dort ist meine Familie. Die ist sehr trinkfreudig. Meine Abstinenz würden die ins lächerliche ziehen, mehr auch nicht.

    Jetzt Zuhause wieder angekommen, sitze ich da und flenne. Aber das ist gut so.

    Ich schreibe was auf meine Runde passierte. Achtung. Wird ein langer Text.

    Ich machte eine Runde durch den Park. Gleich schon entgegnete mir eine wo ich dachte. Oh, der ist nicht mehr ganz nüchtern. Ein Stück weiter der nächste. War schon am abchecken welches Getränk er wohl zu sich nimmt. Kommt um die Ecke eine fröhlich schauende Frau mit Kinderwagen und einem Hund mit Stock in der Schnautze herlaufend. Mein Blick wollte zurück zu dem trinkenden Mann, ich steuerte aber dagegen, da dann noch eine Frau nur mit Hund kam. Und da Begriff ich dass mit dem: dem Alkohol keinen Raum geben, was ich hier schon oft las. Hätte ich wieder zu dem Trinkenden geschaut, wäre das schon wieder zu viel Raum gewesen. Wieder ein eventuelles Schlupfloch für meine Säuferstimme/Hirn.

    Das durchdacht, ging ich gedanklich nochmal meine Situation von letzter Woche durch. Ich hatte trotz schlechtem Bauchgefühl einen Termin zum Probearbeiten ausgemacht. Hatte danach keine Zeit auf ein schon während des Telefonates aufkommendes komisches Gefühl einzugehen, bzw. muss jetzt erstmal überhaupt wieder lernen auf sowas zu achten. Bin dann zum Sport und während des Umkleidens war in meinem Hirn nur noch das Wort Alkohol, urplötzlich. Mich traf das wie ein Schlag. Ganz ekliges Gefühl. Wir turnten dann los, und nach ca. 20 Min. war das wieder weg. Anschließend plauderte ich noch mit einer Mitturnerin. Sie erzählte sie habe gerade Stress mit ihrem Mann, freue sich nun aber, eine Freundin würde noch zu ihr kommen und sie würden Wein trinken, zum runterkommen. Schwupps war mein Hirn wieder voll mit dem Wort Alkohol. Ich hatte überhaupt keine Zeit mir etwas aus dem Notfallkoffer zu holen, da überhaut dran zu denken. Da war nichts ausser ALKOHOL. Ich hatte kein Geld mit. Bin Nachhause. Gottseidank war der Kater quakig so dass ich mich um ihn kümmern musste. Und dann war diese komische "Klatsche" auch wieder weg. Habe dann nicht weiter drüber nachgedacht. Freitag hatte ich Termine und ab mittags ging es wieder los mit dem komischen Gefühl, was sich dann ja mehr und mehr zu nem allgemeinen Weltschmerz umwandelte. Sind das auch wieder Suchtstimme/Hirn gewesen? Sie kommen mit dem einem nicht weiter, mit dem nächsten auch nicht und dann wird es über alle möglichen Gefühle und Empfindungen versucht mich zum trinken zu bringen? Das ist echt abartig. Und Heute dann schon wieder. Ich hoffe, dass das dann nun das letzte Aufbäumen ist, und das Stimme und Hirn kapieren, dass ich da nicht mehr mitmache. Ich werde wachsam sein, jetzt erst recht.

    Und dann dachte ich, wenn ihr mir dieses bestätigt, dass Suchthirn und Stimme tatsächlich über so üble Tricks,wie das Schicken von so einer üblen Depristimmung am Wochenende, versuchen mich zu locken, wirklich in der Lage sind mir falsche Gefühle vorzugaukeln, puha, da bin ich dann ein riesiges Stück schlauer.

    Dann kam der Gedanke an ein Puzzle, deren Teile ich alle schon vor mir liegen habe, nur sie bislang falsch zusammensetzte. Dann ein Gefühl der Erleichterung und dann die Tränen. Tränen der Erleichterung wieder einen Schritt weiter zu sein. Fange das Puzzel nochmal von vorne an.

    Ganz liebe Grüße Blendi

    Ich habe auch noch viel zu lernen über die Sucht. Deshalb werde ich mich jetzt immer zeitnah melden, wenn mir wieder etwas komisch vorkommt.

    Bin so froh, dass ich mich bei euch angemeldet habe. Nur mitlesen hat bei mir nicht ausgereicht. Ich habe ja meine eigenen Fragen und Empfindungen, die schnellstens geklärt werden müssen. Drauf warten,dass irgendwer hier mal ein ähnliches Anliegen beschreibt, könnte eventuell zu spät sein.

    Danke Hartmut,

    Ja, der Gedanke kam mir auch, dass ich da in so eine Rolle rutschen könnte.

    Ok. Verstanden. Meine Abstinenz behüten, 100 prozentige Minimierung bei allem was sie gefährden könnte.

    Immer ein klares Nein und kein: aber nur heute.

    Hallo Ihr Lieben.

    Ich brauche eure Hilfe.

    Ich schrieb ja von der nassen Nachbarin. Nun ist Sonntag ihr Lebensgefährte verstorben. Sie klingelte bei mir weil sie natürlich Trost brauchte. Ich ahnte natürlich dass sie betrunken ist, was sie auch war, liess sie aber trotzdem rein. Ich weiss von hier ich solle mich sehr lange Zeit erst mal von alkoholisierten Menschen fern halten soll, weil es mich triggern könnte. Aber hätte ich das Häuchen Elend vor der Tür stehen lassen sollen?

    Sie blieb dann nicht mal eine Stunde, weil sie müde wurde.

    Ich meldete mich dann bewusst nicht bei ihr, wegen der Angst, ich könnte mich dadurch gefährden. Obwohl ich da auch sagen muss mit einem sehr beschämenden Gefühl.

    Heute Morgen eine Nachricht von ihr ob ich sie fahren könne, sie bräuchte etwas zu trinken. Ja, habe ich gemacht, mit dem Hintergrundwissen dass sie auf Entzug ist. Sie sagte natürlich um schlafen zu können. Ob sie wirklich Alkoholikerin ist weiss ich eigentlich nicht, ich vermute es.

    Sie hatte ihr Zeugs, ich liess sie dann auch alleine. Weil mir ansehen wie sie es trinkt wollte ich nicht, ausserdem wollte sie ja auch nur eben was trinken um dann schlafen zu können. Redebedarf schien sie auch nicht zu haben. Sie hätte wohl mit dem Bruder des verstorbenen die Tage reden (und trinken) können. Dass ich nicht mehr trinke weiss sie. Ihr jetzt direkt zu sagen, dass ich solche Ausflüge nicht wieder machen möchte habe, ich nicht geschafft.

    Mein Suchthirn versuchte natürlich auf dem Weg ständig mit mir zu plaudern. Ich liess mich nicht drauf ein. Sagte jedes mal sofort : NEIN, ich trinke heute nichts und dass du es weisst: Morgen und Übermorgen auch nicht. Und nun lass mich in Ruhe. Hat geklappt, es war dann ruhig.

    Ich frage mich nun ob ich völlig falsch agiert habe hinsichtlich ihr und auch meiner Genesung. Und was mache ich wenn sie nochmals anfragt?

    Brauche Meinungen von euch

    Hallo Bono. Habe viel bei Dir mitgelesen. Sind glaube ich ziemlich zeitnah in die Abstinenz gestartet. War zu dem Zeitpunkt schon am überlegen mich auch mitzuteilen. Nun denn, hat dann doch noch ein wenig gedauert.

    Danke für Deine lieben Worte

    Ich habe das Tief ohne zu trinken verlassen können. Ich wollte ja nur reden, hatte das Bedürfnis. Mein Telefonkumpel hatte keine Lust sich mein Gerde anzuhören. Da kam der Gedanke an Saufen. Er wurde mehr und mehr. Und dann meldete ich mich hier an. Kam mir also zunutze dass ich hier schon lange Zeit mitlese und immer wieder darauf hingewiesen wird sich rechtzeitig zu melden. Dann, wenn die Gedanken komisch werden.

    Gemacht getan, ein Glas erst gar nicht gefüllt.

    Das liest sich gut.

    Tatsächlich rechtfertige ich mich auch ständig für irgendwelche Kleinigkeiten. Das fällt mir zunehmend auf. Hinterher denke ich dann immer warum hast du das wieder getan. Wäre überhaupt nicht nötig gewesen.

    Auch das schämen ist so gross geworden. Schämen dafür dass ich so lange soff.

    Wenn das wieder weg geht, zumindest sich minimiert, dass ist super.

    Mein Schlaf nun...Ja, herrlich. Will immer noch gedanklich den Tag durchgehen, komme ich aber nicht zu weil ich schon weg bin. Das ist wirklich schön.

    Ich bedanke mich dann erstmal herzlich dafür dass ich meinen Frust loswerden konnte. Es hilft ungemein wenn einem zugehört wird. Ich bleibe bei euch.

    Für Heute gönne ich mir Ruhe