Beiträge von Haferflocke

    Liebe releasme,

    Wie wäre es denn wenn du erstmal deine neue Wohnung beziehst und abwartest? Dass du dir über deine Zukunft selber klar werden kannst.

    Ich würde an deiner Stelle nicht zu ihm zurück, ich weiß aber auch dass sich das aus der Ferne immer leicht sagt. Vereuch zu schauen wo du dich in ein oder zwei Jahren sehen möchtest. Klar, vielleicht klappt es mit ihm. Aber was ist wenn nicht?

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Mir passe nichts mehr an ihm, er könnte es mir nicht recht machen, er macht deswegen nichts mit den Kindern, weil ich sowieso nur was zum Aussetzen hab, ich mag ihn nicht mehr weil ich ihn nicht mehr umarme etc.. All diese Dinge sagt er mir auf so eine Art, dass ich danach immer da sitze und denke "bin ich wirklich so schlimm, mache ich wirklich so viel

    Guten Morgen releasme,

    DIeses Gefühl kenne ich zu gut! Dass man immer die Schuld bei sich selber sucht. Und auch die Angst, dass es dann bald wirklich so weit ist. Ich habe jetzt einen Termin bei der Anwältin vereinbart, und fühle mich wie eine grauenhafte Verräterin. Als würde ICH alles weg werfen was wir uns aufgebaut haben. Aber da muss ich jetzt durch. Ich weiß dass ich so, wie es zuletzt war, nicht weiter leben kann. Mir und meinen Kindern zu Liebe.

    Trotzt allem wünsche ich dir einen schönen Tag ❤️

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Hallo hopeless,

    Ja das stimmt. Nachdem ich gestern Pause hatte fühle ich mich auch viel besser. Habe auch nur ein Minimum an Hausarbeit gemacht ;)

    Ich habe mich nach dem einen Tag so erholt gefühlt.

    Ich kenne das, mit den hohen Ansprüchen an mich selber. Und bin auch grade dabei, eben diese runter zu schrauben. Zum Glück mussten wir nicht umziehen sondern er ist gegangen. Ich glaube einen kompletten Umzug hätte ich niemals geschafft in dem Zustand wie ich Anfang des Jahres war. Mein Respekt an dich an dieser Stelle! ❤️

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Liebe C.o.ma,

    Das hört sich wirklich sehr traurig an. So ein großer Verlust ist sicher immer nur schwer zu verkraften. Vor allen Dingen so ein sinnloser Tod.

    Ich kenne dich nicht persönlich, aber hast du mal überlegt eine Haushaltshilfe zu beantragen? Soweit ich weiß gibt es da verschieden Möglichkeiten, da gibt es auch Leute die mit einem einkaufen gehen oder auch nur Tee trinken und ein offenens Ohr haben. Mir persönlich fiel/fällt es auch schon immer schwer, Hilfe anzunehmen. Aber ich werde mir jetzt auch eine Haushaltshilfe beantragen (aus anderen Gründen). Vielleicht kann dein Hausarzt dich dafür beraten.

    Den Schmerz über die verlorene Zeit kann dir keiner nehmen. Ich befürchte, du wirst ihn einfach annehmen müssen und lernen, damit zu leben. Das klingt hart, aber ich glaube nur wenn man das akzeptiert als Teil der eigenen Vergangenheit kommt man weiter, ohne komplett in Trauer und Verzweiflung zu versumpfen. Da kann dir aber sicher auch ein Psychologe noch besser weiter helfen als ich.

    Und auch deine Angst vor dem Tod klingt für mich wie ein Schrei deiner Seele. Der ganze Schmerz, die Angst nichts mehr unter Kontrolle zu haben. Das einem alles entgleitet. Das eigene Leben. Ich kann natürlich nur vermuten.

    Mir hilft das schreiben und lesen hier sehr. Auch wenn es oft traurig macht, genauso oft empfinde ich es als hilfreich und heilsam. Hier ist eigentlich immer jemand der ein offenes Ohr hat.

    Zu guter Letzt soll 2025 das Jahr der Veränderung sein, um dem ganzen vielleicht einen neuen Aspekt geben.

    Ich wünsche dir dass du es schaffst, neben deiner Traurigkeit (die ja da sein darf) auch wieder glücklich zu sein.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Liebe Eule,

    Ja genau so ist es. Nur dass es bei uns noch eher so ist, wenn die Kinder krank waren dass er mich fragt "und jetzt soll ich sie nehmen? Soll ich mich anstecken oder wie?" Es macht wahrlich keinen Spaß mehr. Danke für deinen Drücker und die lieben Worte, das hab ich gestern gut brauchen können ❤️ ich hab trotzdem noch was in mich "reingefressen", nämlich Schokolade. Ich erkenne da ein Muster... scheint bei mir wohl im übertragenen Sinne zu laufen. Da möchte ich jetzt auch mal dran arbeiten. Im Endeffekt fühlt man sich so dann ja auch nur kurzfristig besser...

    Liebe Ino,

    Wow, du bist eine starke Frau! Und dass ja eigentlich nur, weil du stark sein musst. Ich empfinde zumindest meist zwiespältig bei diesem "Kompliment". Früher hab ich mich drüber gefreut, heut denk ich mir dass ich gar keine andere Wahl habe.

    Nun aber zu der guten Nachricht: Heute hatten wir Besuch von Oma und Opa, die sich sehr über ihren Schwiegersohn geärgert haben. Und sie haben sich überlegt, dass die Kinder heute spontan bei ihnen übernachten können.

    Diese Stille!!!!!!! Keiner der Mama ruft. Und vor allen Dingen: mal kurz KEINE Verantwortung tragen! Oh gott das fühlt sich so gut an. Die letzten Tage waren schlimm, aber als grad alle weg waren fühlte ich mich direkt besser.

    Danke für eure offenen Ohren und dafür dass ihr einfach da seid ❤️

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Ihr Lieben,

    Ich muss mir heute mal ein bisschen Last von der Seele reden.

    Es ist grad alles so frustrierend. Auf der Arbeit gibt es Probleme (technischer Natur, ist aber trotzdem sehr zermürbend) und zu Hause läuft es auch eher holprig. Ich habe Termine. Viele Kinder, ergo viele Termine. Diverse Arztbesuche, Elternsprechtage und nicht zu vergessen Spielverabredungen. Es ist einfach viel. Und natürlich stehe ich alleime davor. Mein XY war noch nie der Paradevater, das war mir eigentlich schon lange klar. Aber jetzt nach der Trennung nimmt es gefühlt noch größere Ausmaße an. Im letzten Monat hat er unsere Kinder fast gar nicht gesehen. Seine Tage (alle 2 Wochen einen Tag) hat er mir jeweils kurzfristig abgesagt weil er krank ist. Und ich sitze hier und - ja, kann dann halt sehen was ich daraus mache. Es nervt einfach. Ich habe immer in meinem Leben alles alleine schaffen wollen. Und ich merke, dass ich mich durch meine Kinder total abhängig gemacht habe. Versteht mich nicht falsch, ich liebe sie über alles. Aber ich brauche auch mal eine Pause. Und die kriege ich grad einfach nicht. Im Regelfall ist auch das für mich machbar, aber diese Woche bin ich emotional scheinbar nicht so gefestigt. Ich habe zum Glück tolle Eltern, die ich auch immer mal wieder fragen kann, aber eben auch nicht immer. Es ist ja auch nicht ihre Pflicht. Aber wenn mein XY dann so Spaßtermine wie Friseur und Baumarkt wahrnimmt und ich sitze hier und nehme alle Kinder mit zum Wocheneinkauf, dann frage ich mich auch was hier falsch läuft.

    Puh, tut mir Leid, heute war ein anstrengender Tag, und ich musste einfach mal jammern. Morgen wird es sicjer wieder besser. Ich habe nur das Gefühl, dass ich das hier gut lassen kann. Und das fühlt sich für mich gut an. Einen Therapieplatz habe ich auch leider noch nicht bekommen. Dafür werde ich mor nächste Woche einen Termin beim Anwalt machen, zur Scheidungsberatung. Ich brauch das, um für mich abzuschließen. Als Eltern werden wir immer verbunden bleiben, aber alles andere brauche ich grad echt nicht mehr.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Boah releasme. Ich hab das grad so, so gefühlt. Als hätten wir denselben Mann. Das ist schier unglaublich. Ich drück doch mal ganz doll, ich fühle grad sehr mit dir. Ich habe auch so lange auf "die Gelegenheit" gewartet. Und eines Tages kam einfach eine Situation, da hat es sich ergeben. Und ich bin so froh darum, weil ich so lange gehadert habe. Bevor ich im Forum war.

    Und diese ewige Schuldumkehr... zum kotzen. Du hättest mich ja auch mal in den Arm nehmen können, du hättest ja auch mal fragen können, du könntest ja auch mal aufhören...

    Ey ich fühl dich grad echt so!

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Hallon Eule,

    Ja Ämter sind immer so ne Sache... ich hab hier auch mal im Familienservicebüro angerufen weil mein XY die Kinder nur jedes 2. Wochenende für einen Tag nimmt... ob man da was machen kann. Ne, kann man nicht. Hab ich quasi Pech gehabt, und wenn ich 5x auf dem Zahnfleisch krieche.

    Aber was ich dir da lassen möchte: gib deinem Sohn immer das Gefühl, dass er dir alles sagen kann. Ohne dass du das andere Kind verurteilst. Ich bin mir sicher das machst du schon (so lese ich es zumindest, also nicht das verurteilen, sondern das offene Ohr), nur wenn er dir sagt er hat keine Angst mehr dass er beim nächsten Mal nicht das Gefühl hat er könne damit nicht zu dir kommen. Weil er dir ja gesagt hat er hat keine Angst mehr. Ich hoffe du verstehst wie ich das meine :)


    Und ich würde mir auch jede Situation, die grenzwertig war, aufschreiben. Falls es doch mal hart auf hart kommt, dann hast du was in der Hand. Für deinen Sohn und dich.

    ich kenne auf jeden Fall das Gefühl, die Kinder nicht gerne weg zu geben, in bestimmte Situationen wo man keine Wahl hat. Damit bist du nicht alleine ❤️

    Liebe Grüße,

    Haferflocke

    Liebe Jump,

    Das habe ich jetzt schon oft hier bei den Cos gelesen: Nur nicht trinken reicht nicht. Ich habe den Eindruck, dass der Satz aber in einen falschen Zusammenhang gesetzt wird. Gemeint ist doch, dass es für den Süchtigen nicht reicht sich nur vorzunehmen nicht zu trinken, sondern dass er Risikominimierung etc. machen sollte.

    Hier wird es aber oft als Forderung der Cos formuliert, dass außerdem eine Persönlichkeitsveränderung stattfinden soll, der Partner liebevoller, aufmerksamer werden, vielleicht auch die schlimme Zeit wieder gut machen soll? Also dass es ihnen nicht reicht, wenn der Partner nur nicht mehr trinkt.

    Das ist was anderes, oder? Wie in diesem überstrapazierten Bild vom Frosch der von der Co an die Wand geworfen wird und wird zum Prinzen. Das suggeriert das ja. Und da kommt dann aber kein Prinz, sondern halt nur ein trockener Frosch. Oder aus einer Wasserschildkröte ist dann nur eine Landschildkröte geworden.

    Ich antworte dir dazu auch mal direkt, weil ich vor Rennschneckes Post etwa das gleiche geschrieben habe :)

    Selbstverständlich ist das Interpretationssache. Ich denke, keiner von uns erwartet dass mit der Trockenlegung alles sofort wieder gut ist. Dass eine Beziehung Arbeit an beiden Enden ist, sollte uns (erwachsenen Menschen) klar sein. Ich habe für mich gesprochen, als ich sagte dass mir dass nicht mehr reicht. Ich habe die letzten Jahre meine Ansprüche komplett zurück geschraubt, und trotzdem änderte sich nichts. Ich habe getan was ich konnte. Eigentlich hatte er für fast nichts mehr Verantwortung. Weil ich ihm alles abgenommen habe. Und ich war wirklich an einem Punkt, wo ich gesagt habe ich kann nicht mehr. Dazu muss ich aber auch sagen, dass er für emotionale Themen noch nie wirklich empfänglich war. Er wollte Abends alleine sein und zocken (und trinken). Zu Anfang war das nur ab und zu, später (wenn die Alte gemeckert hat) natürlich öfter, bis es irgendwann zur Tagesroutine wurde. Dadurch haben wir auch so gut wie keine Zeit miteinander verbracht. Es hat menschlich also noch nie so toll harmoniert. (Das erkenne ich allerdings auch erst rückblickend!)

    Das meine ich mit: nur nicht trinken reicht nicht. Ich halte es in so einer lieblosen, stillen und einseitigen Beziehung nicht mehr aus. Weil ich mir selber wieder wichtig geworden bin. Ich erwarte für mich einfach mehr vom Leben. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es vielen Co's einfach genau so geht. Es kommt ja für jeden irgendwann mal der Moment, der einem die Augen öffnet.

    Ich hoffe das war einigermaßen verständlich erklärt.

    Liebe Grüße,

    Haferflocke :)

    Hallo releasme,

    Ich wollte auch nur kurz meine Gedanken da lassen. Ich finde es ganz erstaunlich, dass sobald aufgehört wird zu trinken, viele von uns feststellen: reicht mit das eigentlich? Reicht es mir dass er "nur" nicht trinkt? Als würde unser Innerstes sich dagegen wehren und sagen: du hast schon so viel verzichtet in der letzten Zeit. Auf Liebe, Zuspruch, Unterstützung, Wärme. Und im Laufe der Zeit gewöhnt man sich daran. Ist mit immer weniger zufrieden. Denkt sich "ist ja normal, dass mit der Zeit die große Liebe weniger wird". Und wenn dann plötzlich der Alkohol aus dem Spiel ist, man sich selber fragt: reicht mir das überhaupt? Meist ändert sich ja sonst nicht viel. Und wir sind uns doch viel mehr wert, als dass uns zu Liebe nur "mit dem Trinken aufgehört wird". Ich merke mittlerweile auch, dass ich so keine Beziehung mehr führen kann. Mir hat einfach zu viel gefehlt. Ich fühle mich emotional fast schon ausgehungert. Mir hätte es nicht gereicht wenn er nicht trinkt. Klar wäre es toll (ich weiß nicht ob mein XY noch trinkt), aber da hätte auch viel mehr von seiner Seite kommen müssen. Und manchmal müssen wir uns dann traurigerweise eingestehen, dass es einfach nicht mehr reicht. Wir haben uns weiter entwickelt, haben erkannt wie wertvoll wir sind und wie viel Liebe wir verdient haben. Da reicht nur nicht trinken einfach nicht. Zumindest ist es aktuell bei mir so. Eigentlich hat es schon lange nicht mehr funktioniert. Ich habe meine Ansprüche nur mit der Zeit immer mehr runter geschraubt, und es nicht mal gemerkt.

    Jetzt finde ich mich wieder. Und ich mag mich wirklich gerne! Ich bin selbstbewusst geworden. Mir war lange nicht klar, wie eine kaputte Beziehung sp sehr auf die Psyche schlagen kann!

    Ich befürchte auch dass bei euch keine wirkliche Einsicht ist, auch wenn ich es euch natürlich von Herzen wünsche. Aber vielleicht solltest du dich mal fragen, ob du diese Beziehung so überhaupt noch willst.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Hallo Trigger,

    Zu der Situation mit Kindern möchte ich dir gerne kurz schreiben. Ich bin selbst ein Trennungskind (kein EKA) und wollte es für meine Kinder UNBEDINGT anders. Ich hätte wirklich alles dafür gegeben. Und hätte nicht nur, sondern habe auch. Ich habe bei jeder Situation beschwichtigt, Papa meint das nicht so, so schlimm war das doch nicht. So ist er halt, BLA BLA BLA. Jetzt, ein halbes Jahr nach der Trennung merke ich erst, wie krass sich das auf unser gesamtes Leben ausgewirkt hat. Ja klar, ich wusste wie schlimm es Kindern aus Familien mit alkoholkranken Eltern geht. Aber meine Kinder sind doch total normal! Ein bisschen anders, mit Eigenarten vielleicht. Jetzt bekomme ich Rückmeldungen aus der Schule, dass mein Sohn aufblüht. Meine große Tochter hat endlich weniger Albträume (vorher fast täglich). Mein Anderer Sohn hat endlich wieder ein Leuchten in den Augen. Und zu guter Letzt merke ich, wie ICH mich dieses Jahr verändert habe. Ich bin SELBSTBEWUSST geworden.

    Und ich habe einfach nie gemerkt (oder wahr haben wollen) wie sehr sich diese Krankheit auf unser aller Leben ausgewirkt hat. Wir blühen grad als Familie neu auf. Natürlich vermissen die Kinder Papa. Sie wollen dass er wieder hier wohnt (weil sie seine neue Wohnung nicht mögen). Aber es geht uns allen im großen und ganzen VIEL besser. Ich kann das manchmal immer noch nicht fassen, aber ich glaube, als ich mich hier im Forum angemeldet habe, habe ich erkannt wie wertvoll das Leben ist und dass ich so auf keinen Fall weiter machen will. Und dass es mir auch so schon um die ganze verschenkte Zeit weh tut.

    Kinder lieben ihre Eltern. Es ist ein reiner Überlebensinstinkt. Auch Kinder die geschlagen werden lieben ihre Eltern oft noch. Dein Kind darf seinen Papa lieben. Und er bleibt ja auch immer der Papa, selbst wenn ihr euch trennt. Wie du dich auch entscheidest, ich wünsche euch alles Liebe ❤️

    Haferflocke

    ausgesprochen habe ich es noch nicht, aber irgendwie fühlt es sich in mir mittlerweile so an, als wäre alles verloren und als ob es kein zurück mehr geben würde.. Es fehlt noch dieser kleine aber schwierigste Schritt, es ihm ins Gesicht zu sagen

    Liebe releaseme,

    Genau das war auch meine Herkulesaufgabe. Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, wenn es endlich ausgesprochen ist wirst du dich besser fühlen. Ab dann geht es wieder vorwärts für dich.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Hallo Anthurie,


    Ja genau. Das geht so nach und nach. Am Anfang habe ich ihn noch gedrängt zur Suchtberatung zu gehen, nachdem ich selber da war. Er kam wieder mit der Aussage, er hätte kein Alkoholproblem. Natürlich sagte er das, sonst hätte er ja was ändern müssen..


    Ja, ich gebe meinen Kindern alles was möglich ist. Es ist nicht immer einfach, aber eigentlich war ich vorher auch schon alleine. Er war nur das Beiwerk, das eventuell mal Würstchen auf dem Grill gedreht hat. Ich glaube als EKA ist die Sicht auch nochmal eine ganz andere. Da werden mir meinen Kinder vermutlich in 10 Jahren ihre Erfahrungen zu geben können. Wovor Ich fast schon ein wenig Angst habe. Im Moment sagen sie, Papa soll wieder hier wohnen. Das kann aber auch daran liegen, dass seine Wohnung sehr klein und ungemütlich ist. Und sie meist nur Fernsehen wenn sie da sind. Ich denke sie sagen dass, damit sie nicht mehr zu ihm müssen. Würde ich nicht jeden 2. Sonntag sagen jetzt geht's zu Papa, weiß ich ehrlich nicht ob sie nach ihm fragen würden...

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Hallo Sonnenschein,

    Das ist so traurig zu lesen. Da wir immer ein einigermaßen geregeltes Familienleben hatten, und er "nur" abends getrunken haben, dachte ich wirklich, die Auswirkungen wären nicht so gravierend. Und ich hätte auch gedacht, dass meine Kinder mich ansprechen würden wenn es sie belastet. Aber deine Kinder sind schon eine Ecke älter als meine, daher schätze ich, sie werden wohl erst in ein paar Jahren so "richtig" darüber sprechen können. Wir kämpfen hier öfter noch mit psychosomatischen Bauchweh, das kann da natürlich auch mit zu tun haben. Ich hoffe dass meine Kinder so wie deine später auch darüber reden können, was für sie gut oder schlecht war. Auch wenn der Spruch von deiner Tochter wahr, aber auch sehr traurig ist.

    Ja, ich habe mich auch zum positiven verändert. Nach dem Sommer hatte ich endlich das Gefühl, dass mich aus dem Spiegel wieder Augen anstrahlen. Das strahlen war mir abhanden gekommen.

    Ich bin auch schon lange alleinerziehend mit Mann. Wie oft hab ich diesen Spruch schon gesagt...

    Und wie schön, dass deine Kinder dich und deine Leistung so wertschätzen! Ich hoffe dass meine Kinder mir das später auch so zurückgeben werden ❤️

    Aber eigentlich tun sie es ja schon, indem sie aufblühen, laut sein dürfen und lange wach bleiben können, nicht auf Eierschalen gehen müssen und keine Angst mehr haben müssen.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Guten Morgen releasme,

    Genauso war es bei uns auch. Davon abgesehen hatten wir uns damals auf das klassische Modell "Er geht arbeiten, ich bleibe bei den Kindern" geeinigt. Aber es hat ihn letztendlich auch nicht mal mehr interessiert wie die Termine waren. Als mein eines Kind stolz wie Bolle erzählt hat dass es das Seepferdchen geschafft hat, kam von ihm nur "toll" :/

    Joa.

    Ich finde es klasse dass du deinen Kampfgeist wieder gefunden hast! Den wirst du in nächster Zeit auch sicher brauchen. Ähnlich wie bei dir, war bei uns auch diese langsamer Ablösung. Ich habe mich hier erst angemeldet, da war ich schon von ihm getrennt. Letztlich hat das Forum aber den berühmten letzten Tropfen gegeben. Ich habe es entdeckt und hier gelesen, und war wie vor den Kopf geschlagen. Das war der Zeitpunkt mein Leben und das meiner Kinder zu ändern. Die lange Zeit davor; die Ausflüge alleine, Spaziergänge, Spielplatzbesuche,... das kam alles schon bevor ich mich hier angemeldet habe. Aber so wie du es jetzt erlebst, war es hier auch. Eigentlich war ich eh schon alleinerziehend.

    Zu deiner ersten Frage: Bei uns war es andersrum. Wir haben uns vor einigen Jahren schon einmal (aus anderen Gründen) getrennt. Auch da war sein Konsum schon riskant. Nach einem halben Jahr sind wir wieder zusammen gekommen und er sagte mir, in der Zeit hätte er furchtbar viel getrunken. Er hat es mir aber auch so verkauft: weil DU Dich von mir getrennt hast. Es war also quasi meine Schuld. Das ist hier ja auch ein Dauerbrenner.

    Zu deiner zweiten Frage: Schmerzen hatte er nur ab und zu. Zuletzt hatte ich das Gefühl es wird mehr. Aber da wir getrennt sind bekomme ich es nicht mit. Ich bin auch ganz froh darüber.


    Und auch das mit den Depressionen kenne ich von hier. Ich habe letztens auch noch gesagt, wann hat er eigentlich das letzte Mal gelacht? Ich erinnere mich nicht. Das ganze letzte Jahr war geprägt von diesen leeren Augen, der Gang als müsste er die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern tragen (bis die ersten Bier getrunken waren). Ich vermute auch hier Depressionen. Habe aber im Forum auch schon oft gelesen, dass Alkohol Depressionen begünstigt. Da müsste er selber was ändern. Ich wünsche ihm dass er es irgendwann auch schafft. Allein für unsere Kinder.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

    Ich kann das gar nicht richtig fassen. Danke dass du deine Perspektive mit mir teilst Anthurie! Meine Kinder haben sich nie direkt eine Trennung gewünscht, zumindest nie mir direkt gegenüber. Ich glaube ich habe das alles unterschätzt. Also nicht den Alkoholismus, da hatte ich zum Schluss wirklich das Gefühl dass es so nicht weiter gehen kann. Sondern dass der Stress wirklich so krass auf meine Kinder gewirkt hat. Vielleicht haben sie es sich nicht anmerken lassen, vielleicht hatten sie sich (traurigerweise) sogar schon daran gewöhnt. Ich habe mich ganz offensichtlich total verschätzt!!!

    Es tut mir sehr Leid dass du das erleben musstest Anthurie! Und danke dass du mir das geschrieben hast. Da kam die letzten paar Tage wirklich was großes ins Rollen in meinem Kopf...

    Ich hoffe die obere Frage passt hierher ... ich habe nur diese Woche Feedback von der Schule bekommen. Dass mein Kind sich total geändert hat, zum positiven. Vorher total verschlossen, jetzt endlich in Kontakt mit anderen Kindern und auch mit den Lehrern. Das hat mich so gefreut. Aber da die Trennung ja schon "lange her" ist, wollte ich mal wissen ob andere Eltern ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich kann fast gar nicht glauben dass das alles zusammen hängen soll. Ich meine, mein Mann war nie körperlich aggressiv uns gegenüber. Er hat "nur" oft rum geschimpft; sehr laut und streng. Ich wüsste auch gar nicht, wie ich mit meinem Kind darüber reden sollte. Und ob mein Kind das bewusst merkt.


    Diesen Sommer ist mir nämlich bereits etwas ähnliches passiert. Mein anderes Kind hatte wieder so ein Leuchten in den Augen. Es sah plötzlich richtig glücklich aus. Total toll. Vorher war es schon fast jähzornig. Hat immer viel Wut in sich getragen. Die ist heute zwar auch noch da, aber es strahlt überwiegend richtig. Da habe ich das erste Mal überlegt ob das mit der Trennung zusammen hängen könnte. Das wäre ja der Wahnsinn. Also, Wahnsinnig toll, ich kann das nur irgendwie nicht fassen. Weil unser Familienleben sich (für mich) nicht so schlimm angefühlt hat.


    Und dann habe ich mir heute mal eine (lange schon fällige) Liste gemacht. Mit Dingen die gut und schlecht in unserer Beziehung waren. Wäre es nicht so traurig, hätte ich lachen können. Würde ich die Liste jemanden zeigen würde er mich sicher fragen was mich überhaupt gehalten hat.. Eigentlich war ich wohl schon die ganze Zeit Einzelkämpfer. Ich verstehe es selber nicht. Wieso habe ich mich so lange so behandeln lassen?! Und wie kommt man aus solchen Mustern raus? Ich möchte ja nicht dass mir sowas jemals wieder passiert... und ich habe schon öfter gehört dass man sich irgendwie immer den gleichen Typen Mensch Anlacht... obwohl ich aktuell jetzt nicht mal an eine neue Beziehung denken mag.


    Schlaft gut❤️

    Hagerflocke