releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Oh je das ist natürlich echt eine miese Lage, ich kann Dein Gedanken - Wirrwarr gut verstehen! Trotzdem: vielleicht schaffst Du es, Dich einen Moment rauszunehmen, auf Abstand zu gehen, Dein Tagebuch hier zu lesen... damit Du bei Dir bleiben kannst! Du hattest nach langem Kampf eine schwere Entscheidung getroffen.

    Ich wünsche Euch beiden alles Gute, aber vor allem Dir ganz viel Kraft und klare Gedanken!


    LG

    Api

  • Ich gehe seit gestern durch die Hölle. Die Diagnose steht - Bauchspeicheldrüsezyste, sehr große Größe, aber lt. Ärzten nicht lebensbedrohlich. Er wird die Woche noch operiert. Bei der Diagnose hat es uns beide umgehauen, vor allem bis klar war dass es "nur" eine Zyste ist und dass es Hilfe gibt. Ich freue mich wirklich darüber , dass es Hilfe für ihn gibt. Ich will ja nicht, dass er stirbt.

    Und natürlich hat er jetzt keinen Alkohol bekommen - mich wundert es so, dass er nicht völlig im körperlichen Entzug ist (aber ich vermute, dass ist deshalb, weil er die Tage bevor er ins Krankenhaus gegangen ist schon nur noch wenig trinken konnte, weil da nicht mehr viel drinnen geblieben ist und weil er da vl schon Entzug hatte?!). Jedenfalls hat er es jetzt gemerkt, dass ich an dem Punkt X angekommen bin. Wir haben uns eine ruhige Ecke gesucht und konnten wieder mal reden , normal in ordentlichen Ton. Er wollte so gern hören, dass ich sage "wir schaffen das es wird wieder.." so wie die letzen Male, aber diesmal konnte ich das nicht. Er war sehr einsichtig und hat viele Fehler eingeräumt. Ich kenne ihn gut und weiß, dass er es das ehrlich gemeint hat.. Es war sooo hart für mich! Er ist am Boden und ich konnte ihn nicht aufrichten weil es gelogen wäre. Aber es ist auch gelogen, wenn ich sage, dass er mir egal ist. In diesem Moment heute waren wieder Gefühle für ihn da. Ich weiß wieder genau warum wir geheiratet haben. Aber dazwischen liegt der ganze Mist, der so viel mit mir gemacht hat! Ich glaube nicht, dass ich das jemals vergessen könnte... Und ja, er ist halt jetzt einsichtig.. aber was ist in ein paar Monaten!? Und es ist ja längst nicht nur mehr der Alkohol.. Es ist ja auch die Beziehung zwischen uns und die Beziehung zu den Kinder...

    Ist es normal, dass mich das alles so aufwühlt? Ich habe einen Entschluss gefasst und jetzt ist genau das da, wovor ich Angst hatte! Die Angst, nicht standfest zu bleiben...

    Ich weiß im Moment nicht mehr was richtig und falsch ist, wo mir der Kopf steht... Da schreit in meinem Kopf ganz laut die Stimme "vl ist ja doch nicht alles verloren " ... aber dann ist da das Herz, dass so verletzt ist und dass auch irgendwie ganz schnell schlägt bei einer anderen Person!

    Ich weiß nichts mehr... Ich hoffe jetzt mal, dass die OP gut rüber geht.. Dann bin ich zum Glück eine Woche weg.

    Aber es war wirklich schlimm heute ihn so kaputt zu sehen und ihm dann noch eins drauf zu geben... Ich fühle mich momentan so leer und mies und trauere der schönen Vergangenheit nach. Gleichzeitig weiß ich aber auch dass eine schöne Zukunft vor mir liegen wird- nur nicht mit ihm an meiner Seite...

    Vl hätte ich mir gewünscht, dass er auch einfach sagt, dass es für ihn nicht mehr passt, dann wäre das Gehen viel viel leichter...

  • Hallo releaseme,

    Ist es normal, dass mich das alles so aufwühlt?

    Ich finde schon. Es geht ja um den Menschen, den du mal geliebt hast. Mit dem du gelebt hast. Auch wenn viel Schlimmes passiert ist. Und auch wenn es keine Liebe mehr gibt, ist er halt einfach ein kranker Mensch, den du sehr gut kennst.

    Ich weiß nichts mehr... Ich hoffe jetzt mal, dass die OP gut rüber geht.. Dann bin ich zum Glück eine Woche weg.

    Das ist gut! Er ist in Behandlung und du bist dann auch eine Woche lang weg. Das ist ein Stück Abstand, der da entsteht. Da kannst du zur Ruhe kommen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Warum konnte er das nicht vor 2 Jahren! Warum hat er alles zerstört! Ich weine und bin in völliger Trauer...

    Und wieder liegt der Ball bei mir... Ich hätte mir so sehr ein Leben mit ihm gewünscht und jetzt macht er mir Hoffnung, aber seine Sucht ist ja nicht in Luft aufgelöst, bzw der Grund warum er da rein gerutscht ist ist ja nicht weg..

  • Fühl dich mal ganz ganz doll gedrückt.

    Ich denke die ambivalenten Gefühle sind absolut normal. Und Aurora hat Recht. Die Woche Abstand wird dir gut tun und du wirst da sicherlich schon viel klarer denken können. Alle Gefühle dürfen jetzt da sein, egal wie widersprüchlich sie sind. Gib dir Zeit.

  • Na klar sind diese Gefühle normal und völlig verständlich releaseme ! Es ist absolut Ausnahmezustand!

    Ich hätte mir so sehr ein Leben mit ihm gewünscht

    Er macht Dir jetzt Hoffnung. Und Du stehst schon an einem anderen Punkt. Aber wer weiß denn, was in ein paar Jahren ist, wenn er stabil trocken ist, ihr mit Abstand und auf Augenhöhe alles reflektieren könnt.. . Vielleicht gibt es dann ja wieder ein gemeinsames Leben... aber momentan steht ihr an ganz unterschiedlichen Stellen.

    Vllt hilft Dir dieser Gedanke, jetzt auf Deinem Standpunkt zu bleiben?


    Lg


    Api

  • Hallo releaseme,

    Das sind ja wirklich krasse Neuigkeiten. Das du gerade ein heftiges Gefühlschaos durchlebst, kann ich verstehen. Ich stecke im Moment auch wieder da drin, allerdings aus einem anderen Grund.

    Ich schicke Dir eine Umarmung und fühle echt mit Dir.

    Und du hast auch recht, noch ist die Sucht nicht weg und selbst wenn er das alles in Angriff nimmt und dann trocken ist, wird es noch viel Arbeit. Damit ist ja nicht alles automatisch wieder "heile Welt".

    Ich glaube der Abstand wird Dir und deinen Kindern gut tun. Nutze diesen um in Ruhe klare Gedanken zu bekommen und wieder Kraft und Energie zu tanken.

  • Hallo ihr Lieben, ich möchte euch berichten, wie es mir ergeht, da ich sehr viel Zuspruch in den letzen Wochen von euch bekommen habe.

    Ich bin ja an meinem Punkt angekommen, an dem ich dieses selbstzerstörerische Verhalten meines Mannes nicht mehr aushalten konnte, dann kam er akut mit Notarzt usw ins Krankenhaus...Meine Welt stand Kopf und das war wirklich der Punkt, an dem ich körperlich fast gebrochen wäre.. aus Angst, aus Wut, aus Erschöpfung.

    Ich lag nicht falsch mit meiner Vermutung - er hatte wirklich etwas an der Bauchspeicheldrüse, jedoch gutartig und konnte per OP entfernt werden. Die anfangs ungewisse Diagnose hat ihm Todesangst gemacht und siehe da - seit der OP also gut 2, 3 Wochen trinkt er nun keinen Alkohol mehr (es stehen auch noch Kontrolluntersuchungen an)..

    Ich war ja eine Woche weg mit den Kindern (schon länger geplanter Urlaub/ Auszeit) und habe gehofft, dass mein Kopf zur Ruhe kommt.. Ich war sehr entschlossen und wäre dieser Krankheitszwischenfall nicht passiert, wäre ich gegangen, das weiß ich fix! Nun zögere ich und weiß nicht warum oder wie ich das einordnen soll..Einerseits klar, es ist die Hoffnung, dass das Thema Alkohol jetzt vom Tisch ist-oder ist es wieder nur leere Hoffnung? Kann es sein, dass man eine Sucht "so leicht" hinter sich lässt? Er sagt,dass sie im Krankenhaus nichts davon wussten und dass er keine Entzugserscheinungen hatte? Daheim zitterte er aber bereits nachmittags, wenn er nichts zu trinken hatte.. Ich will nicht wieder so naiv sein, ich bin aber dennoch unsicher.. andererseits ärgert es mich sehr- 2 Jahre lange habe ich gebetelt und gefleht, dass er aufhören soll für uns, seine Familie und das nahm er nicht ernst und jetzt soll das so einfach sein? Er trinkt jetzt am Tag sicher 5 alkoholfreie Bier, Alkohol habe ich keinen gesehen bislang.

    Und ich kann überhaupt nicht damit umgehen, dass er jetzt so tut, als wäre die Welt in den letzen 2 Jahren in Ordnung gewesen. Ich führe mir immer wieder vor Augen, wie oft ich geweint habe, wie verzweifelt ich war und das wird jetzt so dargestellt als wäre es nicht so schlimm gewesen. Gerade heute meinte er, dass er ja völlig abgestempelt sei, nur weil es eine Zeit lang zu viel war?! 🫣 Ich weiß dass er sehr gut manipulieren kann und dass er mich so fast wieder kriegt... Und wieder bin ich die, die das Problem hat und deswegen ist unsere Ehe schlecht. Er macht mir plötzlich solche Vorwürfe, dass ich und die Kinder alles mit meinen Eltern machen und nicht wir 4 als Familie. Dass das aber deshalb so ist, weil ich sonst immer alleine gewesen wäre und weil er sowieso nie konnte, das ist jetzt alles vergessen.

    Es macht mich so wütend und trotzdem habe ich jetzt wieder dieses schlechte Gewissen, alles zu "früh" abgehakt zu haben... kann das jemand verstehen ? Und die Frage nach Liebe? Die kann ich auch nicht beantworten, so als wäre da Leere.. Ich weiß nichts mehr.. aber glücklich bin ich so auch nicht. Alles vergessen und verzeihen? Ich weiß nicht ob ich das kann und es fühlt sich auch falsch an. Da ist diese Angst vor der nächsten Enttäuschung.

    Und irgendwie hat mir diese große Krise schon gezeigt, dass ich mein Leben überdenken muss. Und nur nichts trinken reicht mir jetzt irgendwie nicht mehr. Ich würde mir wieder Zuneigung, Respekt, all das was zu einer guten Ehe dazugehört wünschen.. Aber ob das nochmal zurückkommt nach all dem was passiert ist? Wie ist es so manchen von euch ergangen, die auch an so einem Punkt waren?

    Ich bin sehr ratlos, leer, erschöpft irgendwie...

  • und das wird jetzt so dargestellt als wäre es nicht so schlimm gewesen. Gerade heute meinte er, dass er ja völlig abgestempelt sei, nur weil es eine Zeit lang zu viel war?!

    Er macht mir plötzlich solche Vorwürfe, dass ich und die Kinder alles mit meinen Eltern machen und nicht wir 4 als Familie.

    Für mich klingt es nicht so als würde er sich mit dem was war, ist und werden soll auseinander setzen wollen. Und auch nicht nach der Bereitschaft an einer für beide befriedigenden Partnerschaft arbeiten zu wollen.

    Lass Dich nicht verunsichern.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanananana (4. November 2025 um 22:43)

  • Er trinkt jetzt am Tag sicher 5 alkoholfreie Bier,

    Der Satz sagt viel aus. Meine Gedanken dazu (keine Voraussage, aber eben eine Vermutung), sobald sich seine Gesundheit wieder stabilisiert, wird er weiter trinken. Und du hättest dann weitere Wochen, Monate oder vielleicht Jahre mit Hoffnung verschwendet, die nie wirklich da war.


    Auch der Rest deines Textes: das ist in meinen Aigen einfach nur klatschnasses Verhalten, was er da an den Tag legt.

    Er manipuliert dich. Vom Kopf her, klingt er noch stockbesoffen. Nur mein Eindruck.

  • Über die alkfreien Biere und in diesem Ausmaß mache ich mir auch meine Gedanken... soweit ich weiß lässt man das ja auch weg wenn man es ernst meint oder?

    Ich bekam heute als Antwort warum er jetzt sowas trinke "Meckerst du jetzt schon bei alkoholfrei? "... Tja.. was soll ich sagen..

    Ich hätte ihm auch mehrmals geraten auf Reha zu fahren und sein Leben zu ordnen.. Bald ist er wieder in der Arbeit und dann geht der Stress wieder los.. Wie soll er da aus alten Mustern ausbrechen? Aber vl will er ja wirklich nichts ändern und mir lieber die Schuld zuschieben!!!!

  • Das machen ja viele Alkoholiker gerne. So müssen sie halt selber nicht die verhasste Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Und als Opfer muss man natürlich auch irgendwann wieder zur Flasche greifen, weil es anders halt nicht erträglich ist. In diesem Sumpf habe ich selber jahrelang gesteckt.

    Lässt du sie dir denn noch zuschieben? Möchtest du weiterhin zusehen?

  • ... kann das jemand verstehen ?

    Ja releaseme , leider. Wenn ich das bei Dir lese, wird mir ganz schlecht vor lauter Verständnis UND Unverständnis. Verständnis weil es genau mich beschreibt, wo ich lange Jahre stand. Und Unverständnis weil es mit Abstand so falsch ist. So anstrengend war. Ich es EIGENTLICH selber besser wusste...

    Meckerst du jetzt schon bei alkoholfrei?

    Geht man so in einer Beziehung auf Augenhöhe miteinander um? Du machst Dir seit Jahren Sorgen um Ihn, um Euch, um die Familie und er nennt es "meckern"?

    Mein Tipp (selber auch ein paar mal angewandt): Lies Dir nochmal alles durch, was Du hier so in den letzten Monaten geschrieben hast. Und nimm Dich dabei bitte ernst!

    Alles Gute!

  • Guten Morgen releaseme,

    Wenn ich das bei Dir lese, wird mir ganz schlecht vor lauter Verständnis UND Unverständnis

    So geht es mir auch. Mein Noch-Mann war in den letzten 5 Jahren 2x im Krankenhaus mit starken Schmerzen und Todesdiagnosen. Nachdem sich jedes Mal herausgestellt hatte, dass er doch nicht so krank ist, war er für kurze Zeit wie ausgewechselt und dann ging die Spirale weiter. Nun mit dem zusätzlichen Grund trinken zu müssen, weil das Erlebte so schlimm war.

    Bei deinem Mann schrillen bei mir 100 Alarmglocken. Da ist in meinen Augen 0,00 Einsicht vorhanden. Das alkoholfreie Bier. Die kurze Abstinenz. Nichts im Krankenhaus erwähnt. Und es wird weiter die Schuld in deine Richtung geschoben.

    An dem Punkt stand ich, als mein Noch-Mann im Juni diesen Jahres aus der Klinik kam. Ich hab erst einmalig alles auf Eis gelegt und ganz genau beobachtet.

    Sei bitte vorsichtig. Zieh dein Programm weiter durch. Du musst jetzt nichts entscheiden. Aber eine Entscheidung für „zurück“ wäre an dieser Stelle in meinen Augen die schlechteste Entscheidung. Ich wette, der nächste Rückfall kommt in den nächsten Wochen. Und dann ärgerst du dich um die verlorene Zeit. Schuld wirst du in seinen Augen trotzdem immer haben.

    Denk weiter darüber nach, was deine Ansprüche an dein Leben und eine Partnerschaft sind. Auch unabhängig von dem Thema Alkohol.

    Mit etwas Abstand kann ich inzwischen gar nicht mehr nachvollziehen, mit wie wenig ich mich zufrieden gegeben habe. Wie konnte ich glauben, dass die schlimmen Erlebnisse aus über 10 Jahren einfach vergessen werden können und man nun plötzlich eine schöne Beziehung führt, weil er nicht mehr trinkt?

    Ich schicke dir ganz viel Kraft und Weitsicht.

    LG ☀️

  • Hallo releasme,

    Beim lesen deines Textes sind mir einige Gedanken gekommen.

    Ich kann dich sehr gut verstehen, wenn du jetzt wieder Zweifel und auch Angst hast.

    Ich finde dies auch berechtigt.

    An dem Punkt mit dem Alkoholfreien Bier waren wir auch schon.

    Bei meinem Partner war damals auch die kurze Einsicht, das er es übertrieben hatte und ich hatte Hoffnung. 14 Tage hatte er nix getrunken und dann waren wir auf einem Familiengeburtstag und er trank das erste Alkoholfreie Bier.

    Ich hatte kein gutes Gefühl dabei und eine Vorahnung das es nicht lange halten wird bis er wieder zum richtigen Alkohol greift. Auch im Alkoholfreien Bier ist immer noch Restalkohol drin.

    Keine 6 Tage später trank er wieder und zwar um einiges mehr als zuvor. So als wollte er alles nachholen.

    Dein Mann trinkt am Tag insgesamt 5 alkoholfreie Bier. Wenn er den Alkohol nicht mehr brauchen würde könnte er doch auch andere Getränke trinken.

    Auch die Tatsache, dass er Dir Vorwürfe macht, dass ihr nix mehr als Familie zusammen gemacht habt und dir die Schuld gibt lässt mich persönlich aufhorchen.

    Auch eine ähnliche Schuldzuweisung durfte ich mir anhören in dieser Zeit.

    Ich hab den Eindruck, dass dein Partner nicht wirklich bereit ist, sein Verhalten zu reflektieren. Beim lesen hatte ich eher den Eindruck, dass er von dir erwartet, dass bei Dir jetzt wieder Friede Freude, Eierkuchen herschen soll, trotz der vielen Verletzungen und Vertrauensbrüche, aber sein geliebtes Bier(wenn auch aktuell alkoholfrei) lässt er sich nicht nehmen.

  • Hallo releasme,

    Ich wollte auch nur kurz meine Gedanken da lassen. Ich finde es ganz erstaunlich, dass sobald aufgehört wird zu trinken, viele von uns feststellen: reicht mit das eigentlich? Reicht es mir dass er "nur" nicht trinkt? Als würde unser Innerstes sich dagegen wehren und sagen: du hast schon so viel verzichtet in der letzten Zeit. Auf Liebe, Zuspruch, Unterstützung, Wärme. Und im Laufe der Zeit gewöhnt man sich daran. Ist mit immer weniger zufrieden. Denkt sich "ist ja normal, dass mit der Zeit die große Liebe weniger wird". Und wenn dann plötzlich der Alkohol aus dem Spiel ist, man sich selber fragt: reicht mir das überhaupt? Meist ändert sich ja sonst nicht viel. Und wir sind uns doch viel mehr wert, als dass uns zu Liebe nur "mit dem Trinken aufgehört wird". Ich merke mittlerweile auch, dass ich so keine Beziehung mehr führen kann. Mir hat einfach zu viel gefehlt. Ich fühle mich emotional fast schon ausgehungert. Mir hätte es nicht gereicht wenn er nicht trinkt. Klar wäre es toll (ich weiß nicht ob mein XY noch trinkt), aber da hätte auch viel mehr von seiner Seite kommen müssen. Und manchmal müssen wir uns dann traurigerweise eingestehen, dass es einfach nicht mehr reicht. Wir haben uns weiter entwickelt, haben erkannt wie wertvoll wir sind und wie viel Liebe wir verdient haben. Da reicht nur nicht trinken einfach nicht. Zumindest ist es aktuell bei mir so. Eigentlich hat es schon lange nicht mehr funktioniert. Ich habe meine Ansprüche nur mit der Zeit immer mehr runter geschraubt, und es nicht mal gemerkt.

    Jetzt finde ich mich wieder. Und ich mag mich wirklich gerne! Ich bin selbstbewusst geworden. Mir war lange nicht klar, wie eine kaputte Beziehung sp sehr auf die Psyche schlagen kann!

    Ich befürchte auch dass bei euch keine wirkliche Einsicht ist, auch wenn ich es euch natürlich von Herzen wünsche. Aber vielleicht solltest du dich mal fragen, ob du diese Beziehung so überhaupt noch willst.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

  • "Dazu möchte ich ergänzen: Nur nicht trinken reicht nicht." Ist ein zentraler Leitsatz für uns Alkoholiker, die den Rest ihres Lebens abstinent bleiben wollen.

    Dass er auch für Co-Abhängige bedeutsam ist, wird hier gerade durch Eure Beiträge deutlich.

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