Beiträge von Heinzi

    Immerhin hattest du ja jetzt mehrere Wochen wieder etwas Hoffnung aufgebaut.

    Genau, wie eigentlich jedes Mal. Und in diesen Wochen war das auch nie Thema. Es kommt wie aus dem Nichts, so fühlt es sich für mich an. Sie spricht ja nie darüber was passiert ist.

    Was ist dein Plan? Hast du einen Plan oder bist du noch in der Verdau-Phase bzw Findungsphase.

    Ich überlege noch. In der Vergangenheit hatte ich oft Probleme mit überstürzten Aktionen meinerseits, daher gebe ich mir etwas Zeit.

    Der heutige Tag ist natürlich hin, an arbeiten ist nicht zu denken. Es rattert die ganze Zeit im Kopf. Aber ich sage mir immer das ich vor allen Dingen an mich denken muss. Es ist so bitter.

    Nach sieben trockenen Wochen ist es nun letzte Nacht wieder geschehen. Und natürlich geht es mir auch wieder nicht gut. Alles wieder hinfällig, alles Gesagte wieder ohne Wert. Ich habe das Gefühl das sie es einfach nicht ernst nimmt. Jetzt wird dann wieder das Übliche geschehen. Aber ich werde nicht mehr mitspielen.

    Wenn das so unmöglich wäre mit der "Druckbekämpfung" wie von ihr dargestellt, würde sich die Anzahl der trockenen Alkoholiker hier im Forum schlagartig halbieren..., wenn es reicht.

    Sie könnte sich ärztliche Hilfe holen, es gibt auch ein paar Möglichkeiten für den Alkoholiker Selbst um solche Druckmomente zu entschärfen.

    Nein, nicht unmöglich. Sie weiß das auch und sie muss nur finden was für sie funktioniert.

    Nein, so wie Du das hier darstellst, ist weder ihre Entscheidung gegen den Alkohol , noch der innere Leidensdruck zum aufhören in Stein gemeisselt.

    Das kann ich nicht beurteilen, das weiß nur sie selber. Ich gebe mittlerweile nichts mehr auf ihre Worte, für mich zählen nur noch Taten. Ich höre ihr aber dennoch zu und versuche ihr auch meine Perspektive zu vermitteln und kann auch Unterstützung anbieten. Mehr nicht,

    Was genau hattest Du jetzt vor wenn sie wieder "losgeht" ?

    Gute Frage, ich weiß es aktuell tatsächlich nicht. Was ich aber weiß ist, daß ich anders handeln würde als bisher. Ich würde einen geplanten Urlaub/Ausflug auch alleine antreten wenn Konsum ihre Teilnahme verhindern würde. Das hätte ich bisher nicht getan. Das wäre dann aber auch wahrscheinlich der Anfang vom Ende.

    Ich habe verstanden das ich mehr auf mich achten muss und mich emotional nicht von ihr abhängig machen darf. Und der Gedanke ohne sie zu sein scheint mir auch nicht mehr so undenkbar. Ich habe die Absicht mein restliches Leben zu genießen, notfalls auch ohne sie wenn es mit ihr nicht geht.

    Ihr letzter Konsum ist jetzt knapp zwei Wochen her und bisher gab es auch keine Momente in denen sie, nach ihrer Aussage, trinken wollte. Sie hat es jetzt auch mal geschafft mit mir darüber zu reden, gerade über die Momente wenn der Druck kommt. Sie hat kein Werkzeug das ihr über diese Zeit hinweg helfen kann. Wenn der Entschluss zu trinken gefallen ist, geht sie los und kauft Alkohol. Und eben ab diesem Moment gibt es kein zurück. Selbst an der Kasse kommen dann keine Zweifel mehr. Zu Hause wird dann getrunken. Ich denke sie braucht irgendwas was sie von diesem Impuls abhält, es sind ja wohl nur ein paar Minuten, wenn ich das richtig verstehe.

    Ich habe jetzt aufgehört mir das irgendwie rationell erklären zu können. Wie hier auch schon oft gesagt, man kann es als Nichtbetroffener nicht wirklich verstehen. Sofern sie meine Unterstützung braucht, bekommt sie diese. Wir haben auch über Trennung gesprochen. Das tut uns natürlich beiden sehr weh, aber es bleibt leider eine Option.

    Jetzt fahren wir erstmal ein Woche in den Urlaub. Irgendwie wünsche ich mir das wir nochmals darüber sprechen, aber bin mir auch nicht sicher ob das wirklich Sinn macht. Die Positionen sind ja klar und man würde sich ja nur wiederholen.

    Ja das ging mir auch so ich hatte ein schönes Leben für uns geplant. Leider kam es ganz anders, ich konnte irgendwann sein Trinken einfach nicht mehr ertragen und habe mich getrennt. Er ist an den Folgen der Sucht gestorben.

    Vielleicht fehlt mir noch der Mut diesen Schritt zu gehen. Auch weil ich noch Hoffnung habe. Aber gerade all die Geschichten der Menschen hier sagen mir das ich diese Weg irgendwann gehen muss, wenn sie es nicht schafft. Weil es mich sonst kaputt macht. Ich habe vielleicht noch 20 gute Jahre oder so und ich möchte diese nicht damit verbringen unter ihrer Alkoholsucht zu leiden.

    Aktuell ist sie wieder hochmotiviert und ich glaube sie merkt auch das ich etwas, na sagen wir mal, abgestumpfter bin. Ich habe ihr gesagt das ich ihr nicht helfen kann, nur unterstützen. Mein Haushalt ist schon lange alkoholfrei. Ich trinke selber so gut wie nie Alkohol, in ihrer Gegenwart gar nicht. Sie kann sich jederzeit melden und ich bin da. Aber sie muss eben selber wollen und sich helfen. Sie weiß das sie sonst irgendwann alleine ist, ohne Partner, Kinder, Familie und Freunde.

    Wir haben jetzt doch das Wochenende zusammen verbracht. Eigentlich auch alles wieder normal so wie es immer nach Alkoholkonsum war, einerseits liebevoll aber dann auch irgendwie distanziert. Reden will sie nicht wirklich darüber. Es kommen die üblichen Aussagen.

    Normalerweise ist dann auch alles wieder gut nach ein paar Tagen. Aber ich fühle das es dieses Mal mehr mit mir gemacht hab. Ich bin nicht mehr bereit das so hinzunehmen und so tun als wäre es normal. Musste viel über alles nachdenken und mir ist dabei aufgefallen das ich wenig auf mich achte und sehr viel tue was ihr hilft. Mir geht es in den Tagen an dem sie trinkt einfach nicht gut. Ich grübel dann, kann nicht arbeiten, habe keinen Antrieb irgendwas zu tun, warte nur darauf das sie sich meldet. Und ich bin traurig.

    Aber der Gedanke ohne sie zu sein ist an schlimmsten. Wir haben noch so viele Pläne, haben auch schon vier Reisen für dieses Jahr gebucht, wollen noch so viel erleben und das restliche Leben genießen. Ich kann mir nicht vorstellen das ohne sie zu tun.

    Anderseits hatte sie dieses Kalenderjahr aber auch nur zwei Tage mit Konsum. Das ist schon deutlich weniger geworden, sonst waren eher drei Tage am Stück üblich und das auch alle 5 Wochen. Vielleicht sind das ja doch Erfolge durch den Besuch ihrer SHG. Vielleicht schafft sie es ja doch. Bin ich zu ungeduldig? Erkenne ich die Fortschritte nicht?

    Ich weiß einfach nicht was ich tun soll.

    Danke für eure Beiträge. Ich muss das alles auch erstmal verarbeiten.

    Sie hat sich heute morgen gemeldet, es war wie beim letzten Mal nur ein Tag an dem sie konsumiert hat. Und natürlich tut ihr alles leid usw. , wie immer.

    Ich will aber erstmal auf Abstand bleiben, da hilft natürlich auch die räumliche Distanz. Bin gerade sehr überfordert. Meine Gefühle für sie kann ich einfach nicht ausblenden. Aber ich merke auch das sich bei mir was verändert hat.

    Gibt es denn irgendwas was ich noch tun kann oder sollte?

    Was ich nicht erwähnt habe... Sie besucht seit ein paar Monaten eine Selbsthilfegruppe und ich habe auch das Gefühl das es ihr hilft. Aber reicht das auch? Gehören Rückfälle einfach dazu?

    Bin gerade hilflos. Auch wenn ich weiß das es eine Trennung wahrscheinlich alternativlos ist, will ich es nicht wahrhaben. Woran erkenne ich das ich mir zu viel zumute?

    Du erwartest emphatische und oder rationale Entscheidungen und / oder Gefühle, alles Wahrnehmungen welche für Dich gesund und selbstverständlich sind.

    Das gilt aber bei einem nassen Alkoholiker nicht mehr. Du kannst Dich als Nicht-Suchtkranker nicht da einfühlen, und das gibt erhebliche zwischenmenschliche Missverständnisse und Probleme.

    Aber welche Optionen bleiben mir? Trennung, um nicht weiter darunter zu leiden? Oder einfach so weiter machen und hoffen das sie es irgendwann schafft?

    Obwohl es ja immer wieder das Selbe ist fühlt es sich heute schlimmer an als sonst. Da wir nicht zusammen wohnen, weiß ich aktuell auch gar nicht in welchem Zustand sie gerade ist. Ich möchte aber auch nicht zu ihr, weil ich weiß was dann passiert. So fern sie überhaupt ansprechbar ist, wird sie mich beleidigen, mit Trennung drohen wenn ich nicht gehe usw. Dem setze ich mich aber nicht mehr aus.

    Irgendwann wenn der Trip vorbei ist, wird sie anrufen, sich entschuldigen, alles leid tun. Aber wirklich drüber reden will sie dann auch nicht.

    Dann ist wieder Ruhe, für ein paar Wochen oder Monate. Und dann geht es wieder los. Und jedesmal geht mehr in mir kaputt.

    Ich denke sie verlässt sich zu sehr darauf das ich das alles mittrage, verstehe, wieder meine Unterstützung anbiete und so.

    Hallo zusammen,

    meine Frau ist Alkoholikerin und ich komme so langsam in die Phase wo ich meine Ehe hinterfrage und mir nicht mehr sicher bin ob ich so weiter leben möchte. Mir fällt es gerade sehr schwer zusammenhängend zu schreiben, deswegen in dieser Form.

    Ich habe meine Frau mit dem Wissen über ihr Alkoholproblem nach drei Jahren Beziehung geheiratet. Habe gedacht ihr irgendwie mehr helfen zu können. Sie ist Epsilon Trinkerin. Nach fast 6 Monaten Abstinenz gab es jetzt wieder zwei Rückfälle. Auch in den Jahren davor gab es immer wieder Phasen in denen sie tagelang getrunken hat

    Ich war immer für sie da, hab viel für sie getan, alles ausgehalten, ihr Rückhalt gegeben, immer wieder Highlights im Leben geschaffen. Ich verstehe auch ihre Krankheit. Mir war auch bewusst auf was ich mich einlasse.

    Aber mittlerweile habe ich das Gefühl das sie einfach nicht ehrlich zu mir ist. Ich vermute das ihr Ex Partner sie triggert und sie dann trinkt. Aber sie spricht nicht mit mir darüber was ihre Exzesse auslöst.

    Manchmal fühle ich mich ausgenutzt. Ich muss das immer wieder alles ertragen und darunter leiden, was sie auch nicht wirklich versteht. Aber nach außen wird so getan als ob nichts ist. Ich zweifle nicht an meiner Liebe zu ihr. Wenn sie nicht trinkt ist alles sehr harmonisch, entspannt, liebevoll usw. Wir unternehmen sehr viel und haben auch viel Freude und Spaß. Aber ich weiß nicht ob ich mir was vormache.


    Danke