Beiträge von Oskar

    Die Sache liest sich nicht ohne und beschäftigt Dich. Gut, dass Du es aufgeschrieben hast
    Pass gut auf Dich auf.


    Und...

    was mich irgendwie am meisten beschäftigt ("verfolgt"?), ist dabei der Gedanke, dass mein Mitarbeiter zwar nichts sagte, aber sich vielleicht doch gedacht hat so etwas wie: "Denk' mal zurück wie Du warst, als Du noch getrunken hast. Wie Du Dich benommen hast. Mich aber wirfst Du raus."

    Nun ja, die Gedanken sind frei (s. Volkslied).
    Ich kenne nur Deine Sicht und kann das nicht im Detail beurteilen.
    Aber da würde ich mich einfach an die objetiven Kriterien halten, die Du in #155 beschrieben hattest.

    Ich schreibe mal meinen Blick und verwende andere Wörter/Wortbedeutungen:

    Als Vorgesetzter, der trockener Alkoholiker ist, dürfte/sollte man ein besseres/größeres Verständnis für so einen Menschen und solche Problematik haben als ein Vorgesetzter, der selbst in der Sucht gefangen ist.
    Verständnis hier im Sinne: Der Trockene hat die Erfahrung des Ausstiegs, kennt Mühen, Probleme, ggf. Misserfolge, hat sich Verdrängungstaktiken bewusst gemacht, etc.

    Das "in einem Boot"-Verständnis, was Du Dir für "damals" (also vor rund 8 Monaten) vorstellst, würde ich eher als Solidarität/Komplizenverhalten bezeichnen.

    Nun spielen immer auch andere Aspekte rein. Symathie/Antipathie, gemeinsame Vorgeschichte (ohne Alk), Verdienste, Wichtigkeit für die Firma und mit allem abgewogen der Delikt- und Schadensumfang. Je nach Firmengröße, Macht, Mitbestimmungsrecht und herrschendem Geist hat der Entscheider da durchaus auch einen Ermessensspielraum, der manchmal beeindruckend weit ausgenutzt oder auch knallhart abgehandelt wird.
    Andererseits gibts im Firmenkontext auch objektive Kriterien/Grenzen, wann es genug ist und Konsequenzen erfolgen (müssen).

    Tja und eigentlich fehlt mir noch das Wort Mitgefühl in der Betrachtung. Das lese ich bei Dir nicht. Aber das wäre dann womöglich so eine Sache wie bei den Co's.

    Es ist menschlich eine sehr unangenehme Sache. Ich habe beide Seiten des Tisches erlebt (aber eindeutig noch ohne jedes Alkoholproblem, Kontext waren jeweils Strukturveränderung/Schließung).

    selbst für mich heute kaum zu glauben. Ich war dennoch nicht der Meinung, dass ich ein Alkoholproblem hätte.

    Ja, das ist das paradoxe, fast irrsinnige an dieser Sucht.

    Mir war ab etwa dem halbem Weg, also vor rund 10-15 Jahren klar, dass ich ein Alkoholproblem habe - nur lehnte ich es ab, mich als Alkoholiker zu sehen, war ja "nur" riskanter Konsum. Habe darüber sogar mit meinen Freunden/Familie recht offen gesprochen. So wie ich das heute bei allen mir nahen Menschen auch tue.

    Erst gegen Ende, als mir meine innere Stimme eiskalt zuflüsterte, was Du da tust, ist doch eigentlich Selbstmord in Scheibchen (besser Fläschchen) ... als ich morgens beim Zähneputzen merkte, da ist öfter so ein komischer Würgereiz ... da zog ich spontan und energisch die Notbremse. Denn die weitere Entwicklung war mir glasklar - hatte ich Jahre zuvor schon zigfach gelesen.

    Geschmack vom Wein ... ging mir auch so. Im Laufe der Zeit wurde ich bei der Wahl der ggf. zweiten Flasche immer gleichgültiger (trotz Weinfachbüchern...:roll:)... allein diese "Qualitätsmissachtung" hätte mir - rein rational - Warnung genug sein können. Aber nein, ich "stieg" noch in die Whisky-Liga. Da kann man es mit Qualitäten genauso treiben, nur mit noch fatalerer Wirkkraft. Das hat mir sehr bald überhaupt nicht mehr geschmeckt.

    Ich will das Geschmacksthema im Rückblick gar nicht schlecht reden. Aber unbewusst habe ich garantiert schon früh immer auch der Wirkung wegen getrunken. Im Rückblick egal, denn es wurde zur Sucht.

    vielleicht hilft mir das beim langen Weg...

    Es mag ein paar Motivatoren bzw. Angstmacher geben ... früher Tod, Korsakow, etc. ... aber die haben ja bisher auch nicht vom Trinken abgehalten. Sie wirken ggf. unterstützend.

    Entscheidend bei mir (bisher) war ganz klar der endgültigen gedankliche Abschied vom Alkohol; die Erkenntnis, ich kann den nicht beherrschen, ich kann nur loslassen. Das Träumchen vom "seltenen kleinen Schlückchen" funktioniert nicht, ist ausgeträumt. Ich WILL nie wieder Alkohol trinken.
    Mit dem Gedanken bin ich gestartet, so richtig gefestigt hatte er sich erst nach rund drei Monaten. Dann wurde es entschieden leichter und das Verlustgefühl verschwand.

    Alkfreie Getränke: mir war ziemlich klar, dass Du es wissen dürftest. Aber altes Thema: Wissen vs. Tun ... ich wusste auch lange ganz genau, dass Alk ein Zellgift ist und was er in meinem Schädel anrichtet - und trank ihn dennoch...

    Ginger Beer kannte ich gar nicht, hatte aber vorab gegoogelt. Die Flaschen sehen aus wie Bierflaschen! Klar, Ingwer ist gesund ... Hopfen wird als Delikatesse angeboten - als Hopfenspargel. Sicherlich ein "Grenzfall". Das ähnliche Ginger Ale schmeckte mir gut, auch Fassbrause - selten mal, ist mir inzwischen alles zu süss.

    Also wenn Deine Frau Deinen Entschluss toll findet, aus dem Gesundheitswesen kommt, dann sind das doch gute Umgebungsbedingungen. Witwenrente & Erbe ... würde ich aber nicht nur humorig wegwischen. Schon Tucholsky meinte, Ironie ist Humor, der sich geärgert hat. Sarkasmus ist noch 'ne Stufe schärfer. Aber wenn alles stabil ist und ihr vertrauensvoll reden könnt - gute Basis. Ideal wäre natürlich, den Alk komplett aus der eigenen Burg zu verbannen - incl. Geruch... Du weisst sicherlich auch das...

    In den nächsten Wochen werden bei Dir wahrscheinlich alle möglichen Gemütszustände auftreten, euphorisch ... zäh ... erstarrt - alles ist möglich - und das kann schnell wechseln oder lang anhalten.

    Mein Schlaf war fast einen Monat völlig durcheinander. Aber das ist bei jedem anders. Richte Dich gedanklich drauf ein, hab viel Geduld und denke Tag für Tag.

    Ich hatte noch nie Bock auf Getränke, die wie Alk daherkommen aber keinen enthalten. Da war meine Devise immer "ganz oder gar nicht". Geschmacklich war solches Zeug früher auch eher fragwürdig. Habe in meinem ganzen Leben vielleicht 2 Flaschen alkfreies Bier getrunken. Nun will ich für immer aufhören ... wieso sollte ich mich dann immer freiwillig ein wenig kitzeln lassen, bis das Jucken womöglich nicht mehr auszuhalten ist und ich wieder zum "echten" Alk greife? Auch hier gilt für mich: ganz oder gar nicht.

    Habe ich es richtig verstanden: Mit Chefin meinste Deine Frau? Und die wusste noch gar nichts von Deinem Entschluss? ("von ihrem Glück" lasse ich mal noch weg... s.o.). Das verstehe ich nicht. Die wäre doch die No. 1, die "einzuweihen" wäre in Dein Vorhaben, abstinent werden und leben zu wollen. Und dann ist meine Frage nach dem alkfreien Zuhause auch geklärt... Deine Baustelle... Noch etwas brüchige Gerüste bisher...

    Du hast heute bei uns vorbeigeschaut ... wie sieht's denn aus mit Deinem Arztbesuch, Entzug und Abschied vom Gift?

    eigentlich möchte ich noch einige Jährchen haben und das geht nur mit Zero Alk

    Eigentlich oder tatsächlich?
    Deine Beschreibung liest sich, als ob es allerhöchste Eisenbahn für den Absprung ist. Es lohnt sich!

    Das ist doch schön zu lesen! Das Tal ist durchschritten - von nun an geht's voran und wird stetig besser.
    Allerdings sind kleine und größeren Stolpersteine, Schlaglöcher und Untiefen möglich - darauf also eingestellt sein!

    Ich habe es durchlebt mit einem Mix aus aussitzen, laufen lassen (weiter auf den Körper hören), ablenken, selbst belohnen und stoisch ertragen.
    Sehr wichtig jetzt: Das aufkommende Gefühl der Leere auf jeden Fall füllen - am besten natürlich sinnvoll.

    Zum Empfindungsorchester im Oberstübchen: Das ist garantiert noch viel individueller im Vergleich zu den Varianten körperlicher Entzugserscheinungen. Das Orchester spielt mal Hard Rock, dann eine liebliche Romanze und ne Stunde später Trauermusik. Genre, Tonart und Lautstärke oft wechselnd oder auch tagelang anhaltend.

    Meine Sinne erschienen mir teilweise als überscharf, wie bei Fotos, die zu sehr nachgeschärft werden. Das Gehirn muss sich neu einjustieren, die Neurotransmitter neu reguliert werden für einen Zustand ohne Zufuhr von Nervengift. Dieser Zustand hat bei mir längere Zeit gedauert - 1-2 Monate... aber jeder Jeck ist anders!

    Geduld! -- Tag für Tag!

    Nanana, will den Teufel nicht in meine Träume gemalt haben. ;)

    Die prompte Pirouette weg vom Alk hat mich natürlich gefreut, irgendwie bestärkt. Der ganz kurze Moment der Gier wird aber nicht vergessen - er mahnt mich zur Vorsicht!

    Ich träume sehr intensiv, zum Glück nur seltenst schlecht. Wenige Alpträume, die ich erinnere, kann ich an einer Hand abzählen und lagen meist in der pubertären Zeit (schon wieder...). Daher hoffe ich mal, der Alk verschont mich in Zukunft dabei weitgehend.

    Wiederholt festgestellt: Meine manchmal wechselnden, aber recht tief gehenden Interessen tauchen dann alsbald in meinen Träumen auf. Bei schwerwiegenden Entscheidungen hatte ich auch schon öfter kleine "Wegweisungen", die ich ernst nahm und die sich als zutreffend erwiesen. Ich nehme den Traum also mal als gutes Omen.

    Hallo Biene,

    Du befindest Dich wahrscheinlich aktuell etwa am "Höhepunkt" - besser Tiefpunkt - des Entzugs. Die ersten 3-5 Tage sind die schlimmsten, dann schleicht es sich aus. Ist sehr individuell, bei jedem anders. Aber es wird dann von Tag zu Tag besser, die Symptome schleichen sich aus. Es kann aber auch (selten) schwache körperliche Spätausläufer geben (habe so etwas sogar nach einem Monat registriert).

    in den vorangegangenen Beiträgen steht alles aktuell Wichtige für Dich. Lies es Dir immer wieder durch!

    Durchbeißen ist jetzt angesagt - mit vollem Willen und Zähigkeit.
    Das erste Glas stehenlassen, wegdenken, gedanklich in den Müll werfen. Nur heute, Tag für Tag.

    Kann es sein,dass der Kopf verrüclt spielt beim Entzug?? Ich kann heute keinen klaren Gedanken fassen...

    Der Kopf wird noch deutlich länger verrrückt spielen als der Körper. Doch das kommt später - dazu gibt es hier sehr viel zu lesen.

    Ein Schritt nach dem anderen!

    In den ersten Tagen habe ich alle Gedanken völlig frei fliegen lassen ohne sie fassen zu wollen.

    Einziges Ziel: Weg vom Alk, Abstand gewinnen, Ruhe zulassen, dem Körper nachgeben, schlafen, wenn müde, Wasser trinken, wenn Durst.

    Ich will bei mir noch einen kleinen Rückblick auf die ersten 3-4 abstinenten Monate aufschreiben. Fand das auf- und ab des eigenen Gemütszustands nämlich hochinteressant (und z.T. zermürbend). In Summe habe ich für mich alles registriert, bin aber sehr vorsichtig mit Bewertung bzw. überhaupt mit Reaktionen umgegangen. Meine innere Devise war: alles merken aber erstmal Klappe halten und geduldig durchdenken. Geduld! Mit mir und ebenso mit meinen Gegenüber(s)...

    Was mich aber schade finde ist das meine xy und andere nicht mehr so viel mit mir anfangen können, ohne Alkohol kann man anscheinend keine guten Gespräche oder Spaß haben.

    Gute Gespräche/Spaß kann man definitiv ohne Alk haben. Ich würde - zumindest für mich - sagen, man kann auch ohne jeden Alk vor Glück förmlich trunken sein. Aber die Qualität ist eine andere, eine bessere - denn dieses Glücksgefühl entsteht ohne Hilfsmittel und hinterlässt keinen Kater.

    Geduld ... Die Anderen brauchen ihre eigene Zeit, die Lage neu zu beurteilen und neu zu leben.

    Bis heute immer noch kein Lebenszeichen vom Mann der Freundin, keine Antwort auf Text Nachrichten, wenn man sich im Supermarkt trifft smalltalk ala wie geht es Dir...

    Dieser Mann tauchte bei Dir schon mehrfach auf... Er scheint Dir wichtig zu sein. Aber was in seinem Kopf vorgeht, kannst Du nicht wissen. Vielleicht gibt es auch ganz andere Gründe?
    Wie wäre es, zu einem günstigen Moment mal das Gespräch darauf lenken, so in der Art "Ich habe das Gefühl, dass..."?

    So, nun hat es mich auch erwischt. Ich weiß nicht, ob das Lesen im Forum es beeinflusste ... hielt vorhin ein halbstündiges Nickerchen und hatte meinen ersten Traum von Alkohol, an den ich mich erinnere: Firmenveranstaltung, irgendwelche Präsentationen von Partnern, dann Pause, Imbiß wird gebracht. Ich biege um eine Ecke und da stehen Gläser mit Rot- und Weisswein zur Auswahl. Gestarrt, halber Schritt drauf zu, ein Impuls - Ahh, Geruch... Zugreifen wollen - Eine Sekunde, und dann entschlossen auf dem Absatz kehrt gemacht und mir von einer netten (und hübschen) Dame eine kühlen Orangensaft geben lassen. Leider piepste in dem Moment der Wecker.

    Von Tee + Teezeremonie habe ich dagegen schon zwei mal geträumt!
    Apropos: ich habe meinen Namen geändert. War ein komisches Gefühl, als Teesorte herumzulaufen. Empfehlung bleibt bestehen aber ein normaler Männername ist besser handhabbar. Ansonsten ist alles stabil und unverändert.

    Letztens hat iwona-w einen Beitrag veröffentlicht, der das Sortieren alter Familienfotos - Familiengeschichte - 2. Weltkrieg & tragische Folgen - Gegenwart - umriß. Mir fielen da sofort ein paar Bücher ein, die ich vor längerer Zeit las. Und auch: In den Staub mit allen Kriegstreibern!

    Stichwort: Transgenerationale Weitergabe von Traumata: Die unbewusste Übertragung von traumatischen Kriegserfahrungen auf die nächste Generation. Oftmals kaum oder unausgesprochen und seltenst be- und verarbeitet.

    Bode, Sabine:
    Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen
    Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation
    Nachkriegskinder: Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter
    Kriegsspuren: Die deutsche Krankheit German Angst

    Vielleicht besser ausleihen; viele Gedanken wiederholen/überschneiden sich in den Büchern natürlich.

    Dieser Tipp betrifft nicht unmittelbar Alkoholismus, mittelbar aber sehr wohl. Wer sich mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigt, kommt fast unweigerlich mit dem Thema in Berührung. Und auch für die älteren unter uns (Kriegsenkel aka Boomer) dürfte einiges an Erziehung diesen "Verwerfungen" bei unseren Eltern/Großeltern geschuldet sein.

    Vom 01.05.2026 -03.05.2026 habe ich schon vorreserverviert in Bertingen.

    Ich melde auch mein Interesse an. Werde wohl am ehesten einen Tag kommen, ggf. 1 ÜN (Schlafsackplatz o.ä. würde mir reichen). Noch lege ich mich nicht fest, merke es mir aber fest vor.

    Mal die Leute hinter dem Avatar kennenzulernen finde ich auch gut. Daher hatte ich ernsthaft überlegt, dieses Jahr in B. vorbeizuschauen. Aber da war ich gerade einen Woche angemeldet und noch beim ersten Avatare-kennenlernen - es war mir zu frisch und zu früh.

    Meine Trinkmenge ist ja auch wieder auf Normalmaß. Das Ganze war im Winter; bin gespannt, ob ich in der warmen Jahreszeit wieder zu den bisher geliebten eiskalten Getränken greife oder ob sich auch das geändert hat.

    Diese "innere Waschung" habe ich eher als rituell eingestuft, an eine wirkliche "Entschlackung" o.ä. glaube ich nicht. Vor allem nicht 2-3 Monate nach Entzug. Es erinnert mich eher (als womöglich hinkender Vergleich) an meine Pubertät (letztens :) ), da habe ich 'ne Weile lang mehrmals täglich geduscht, endlos, sehr zum Missfallen meines Vaters. Bei meinen Söhnen konnte ich dieses Phänomen auch beobachten. Also eine "instinktive" Handlung ausgelöst durch eine innerkörperliche Umstellung - so erkläre ich mir das.

    Zum Tee fällt mir noch der Aspekt Koffein/Teein ein, könnte auch einen unbewussten Einfluß haben.

    Zum Thema Suchtverlagerung: da habe ich mir für's erste Jahr gesagt, ich lasse es locker laufen, aber beobachte genau. Alles Exzessive sollte sich nach gewisser Zeit einregeln oder ich steuere gegen.

    Hallo Paul, ich wünsche Dir einen nachhaltigen und anhaltenden Erfolg!

    Erstaunt bin ich über die "Lockerheit" der Durchführung. Aktuell Tag 3 und ich lese was von Kongress am Tag 2....
    Trotz Medikament(en) ... hast Du keine Entzugserscheinungen? Selbst wenn nicht: Ist das einfach so "en passant " erledigbar?
    Klar, Ablenkung kann womöglich hilfreich sein. Aber "funktionierst" Du, so wie zuvor im Job?

    Im Abgleich mit anderen sah ich an anderer Stelle auch, dass nach knapp einem Jahr der Saufdruck erstmalig heftig und unverhofft zuschlug. Und bei manchem sieht man gar nichts mehr, kann nur ahnen, weil er nicht mehr schreibt... Die Unberechenbarkeit ist mir bewusst und daher die Dauerhaftigkeit des Bemühens.

    Auch wenn ich weiter oben schrieb, keinen "richtigen" Tiefpunkt erlebt zu haben, so war die letzte Zeit mit Alk schon eine Zäsur für mich, ebenso die ersten Wochen nach dem Entzug - denn da hatte ich einen depressiven Zustand wie nie zuvor erlebt (hatte nie eine richtige Depression). Allein das will ich nicht wieder haben.

    Macht nichts, besser dort als hier, sonst verschwimmt dein Suchthread im Tee

    Ich hatte durchaus gezögert, so umfangreich zum nebensächliche Tee zu antworten. Es fehlt noch eine wichtige Sache dazu. Meine "Beschäftigung" mit Tee tat ich sehr bewusst: Als Ausgraben/Vertiefen meines alten Interesses, als Mittel zum Um-/Überschreiben meiner Trinkgewohnheiten durch ein andere Ritual und womöglich zeitweise der Tee als Surrogat (hat sich eingepegelt). Und als eigene Belohnung nach drei Monaten: schöne chinesische und japanische Teeschalen und Zubehör, erinnert mich täglich auf angenehme Art an meine Veränderung.

    ich einfach nicht weiß, welche ich kaufen soll.

    Vorschlag...

    Einstieg:
    China Jasmin Chung Hao (Spezial)
    Morgentau (den originalen von R., Basis ist Sencha aus China + div. Blüten)

    Edle - bevorzugt mittels Gong Fu Cha (kann man aber auch mittels Teepott + Edelstahlfilter improvisieren):
    Grüntee ... Westlake Xi Hu Long Jing (China), Sencha Kirishima Yabukita (Japan)
    Oolong (China/Taiwan) ... Dark Pearl Oolong

    Schreib doch etwas dazu in den Getränkelink

    Das mache ich demnächst. Muß nur aufpassen, dass ich den Getränkethread dabei nicht sprenge...

    Ich habe bisher (aus Faulheit) Schwarztee getrunken.

    Ich trank bis zum Herbst auch eher Schwarztee aber nicht nur. Faulheit? Wohl dto. - weil ich die enorme Vielfalt des grünen Tees überhaupt nicht überblickte.

    Und eine Frage noch. Schüttest Du den ersten Aufguss weg? Und nach wie viel Sekunden?

    Dieses sog. "Waschen" halte ich bei normalem Grüntee für unnötig, da eher "weiche" Teeblätter.
    Bei Oolong-Tee ausprobiert (15 Sek.) - dto. unnötig, aber je nach Sorte ggf. Geschmackssache. Es geht ja bei dem darum, fest gerollte Teeblätter etwas aufzuweichen/entfalten.
    Sehr sinnvoll soll es beim Pu-Erh-Tee (China) sein - ein gepresster Tee ähnlich dem mongolischen Ziegeltee - noch nicht ausprobiert. Test steht noch an.

    Ganz wichtig bei Grüntee: max. 80°, sonst wird er bitter. Die feineren Sorten z.T. nur 55-60°, sonst bleibt alles Schöne auf der Strecke. Und nicht länger als 2(3) Min. ziehen lassen - sonst wiederum bitter. Mehrere Aufgüsse möglich - je nach Sorte 2..4.

    Bei Oolong jedoch 95-100° und bis zu 7..9! Aufgüsse möglich.

    Bei der chinesischen >>Gong Fu Cha 工夫茶 - Methode (& Zeromonie) nimmt man deutlich mehr Tee bei viel weniger Wasser und lässt z.T. nur ganz kurz ziehen (15 Sek. - 1 min je Sorte). Kann ich empfehlen, vielleicht springt meine Begeisterung über. Am besten ein Video gucken.