Beiträge von Morck

    Immer noch ? Wie lange bist du jetzt abstinent? Was erwartest du?

    Diese letzte Trinketappe mit täglichem Trinken ging 'nur' ein paar Wochen. Ich hab das auch gerade in meiner Fitnessapp nochmal nachvollzogen. Vor 5 Wochen war ich noch 1-2 die Woche im Fitnessstudio. Bis vor 10 Wochen habe ich im Durchschnitt 5 mal die Woche trainiert. Hatte ehrlich gesagt nicht erwartet das es so schlimm wird. Möchte das aber auch nicht relativieren. Es ist einfach überraschend wie stark das 'Suchtgedächtnis' ist.

    Aber ich wollte das eigentlich nicht so negativ formulieren. Ich lerne auch gerade damit umzugehen. Auch zum Dank dieser SHG und eurer Hilfe.

    Ich schreib einfach mal ein bisschen wie es mir heute geht. Ich konnte mich den Tag ganz gut ablenken und habe viele Sachen erledigt. Die Sache mit dem Job belastet mich weiterhin noch am meisten, aber ich versuche nicht so viel daran zu denken. Das Problem muss ich einfach später lösen. Bestimmt mache ich mir darüber viel zu viel Gedanken. Meine Skills sind sehr gefragt am Arbeitsmarkt, ich habe viele Kontakte die mir weiterhelfen können, zur Not kann ich zum alten AG zurück oder sogar freiberuflich arbeiten. Und ich muss auch zu einem späteren Zeitpunkt, sobald ich rationaler Denken kann überlegen, ob und wie ich mich beruflich verändern möchte.

    Ich hab immer noch emotionale Downphasen. Aber ich habe den Eindruck das diese kürzer werden. Manchmal geht es mir auch richtig gut und ich bin ein bisschen stolz es bis hierhin geschafft zu haben. Ein bisschen Motivation die 'freie' Zeit in den nächsten Tagen sinnvoll zu nutzen ist auch aufgekommen. Gartenarbeit, Keller aufräumen, unnötigen Krempel bei Ebay Kleinanzeigen einstellen, mal wieder ein bisschen zocken oder anderen Hobbys nachgehen.

    Der nächste Termin in der Suchttherapie steht auch an. Diesmal freue ich mich fast schon drauf. Die Überzeugung niemals wieder zu trinken festigt sich immer mehr. Aber das ist kein Sprint und kein Marathon.

    Hallo zusammen,


    Erstmal tausend Dank für eure Unterstützung.

    Die Angst vor dem Gespräch heute war natürlich unbegründet.

    Meine Suchtherapie kann ich ambulant direkt bei der Suchthilfe machen und mit meinem Chef hatte ich ein klärendes Gespräch und der Exit wird auch gut verlaufen. Ich werde gekündigt und bekomme trotzdem ein gutes Zeugnis.

    Suchtdruck habe ich keinen, außer ein bisschen Nervösität. Mit meiner Frau ist auch alles fein :)

    Der Tag war anstrengend und das ganze muss jetzt erstmal sacken bis morgen.

    Lieber Nayouk24, du hilfst mir so gut. Vielen herzlichen Dank.

    Meine Frau hat mich auch gerade nochmal bestärkt das meine Ängste unbegründet sind. Jetzt geht es schon viel besser.

    Wir konnten den Termin morgen inhaltlich gerade auch gut vorbereiten.

    Und das ich insgesamt an mir arbeiten muss, das mir die Angst vor solchen Termine oder "harten" Geschäftsmeetings nicht in die Knie zwingen und dumme Sachen machen lassen, wird für mich immer deutlicher,

    Willst du genauer erklären warum? Das mit deiner Frau haben wir ja geklärt, oder?;)

    Ich habe Angst mich meinen eigene Abgründen zu stellen. Mit meiner Frau und der Suchtberaterin darüber zu sprechen.

    Ich bin noch sehr emotional wegen der Entgiftung. Eventuell fange ich an zu weinen, stark zu schwitzen oder zu zittern und der Termin endet in einer emotionalen Katastrophe.

    Ich hab auch tatsächlich Respekt vor einer Stationären Behandlung. Was wenn morgen der Eindruck entsteht es geht nicht ohne.

    Einfach nicht die Kraft zu haben morgen dort hin zugehen.

    Die ganze Nacht nicht schlafen zu können vor Aufregung.

    OK verstehe es vielleicht etwas. Für eine Personaler kann eine längere krankheitsbedingte Auszeit unter umständen plausibler als ein etwas fadenscheiniges Sabbatical.

    Vielen Dank für deine ausführliche Nachricht! Sie hat mir sehr geholfen.

    Der letzte Jobwechsel wohl eher nicht, oder?

    Ja, das stimmt natürlich.


    Was bei meiner Situation etwas anders ist als bei dir, und ein Argument für kündigen lassen sein könnte: Theoretisch kann ich diesen Job im Lebenslauf weglassen. Es waren ja nur 3-4 Monate. Den Job davor habe ich selbst gekündigt mit und ein sehr sehr gutes Arbeitszeugnis erhalten.

    Ist es dann so unrealistisch ein halbes Jahr Sabbatical zu machen? Zum Beispiel um die Verwandtschaft im Ausland mal endlich wieder zu sehen? Das wäre nicht ganz unrealistisch wegen Migrationshintergrund in der Familie. Ein oder zwei Weiterbildungen ließen sich sicher auch noch mit einfliessen lassen.....


    Sicherlich würde ich mich selber natürlich sehr viel wohler fühlen, wenn ich selber kündige. Ob das aber finanziell die richtige Entscheidung ist, muss ich noch herausfinden.

    Ein Gespräch hatte ich ja bereits mit der Suchtberatung. Da ging es aber nur nebensächlich um den Job. Der Rat der Suchtberatung schien aber auch eher Richtung kündigen lassen zu gehen.

    Ich bin sehr gespannt auf morgen. Hab aber auch wirklich jetzt schon Angst und Bammel vor dem Termin.

    Noch ein Rat, für alle Lebenslagen, nicht nur die Sucht: Ich muss nicht jedem alles auf die Nase binden, aber möglichst auch nicht lügen. Ist auf Dauer einfacher - auch für den Blick in den Spiegel.

    Ja das ist sehr wichtig und ausserhalb der Sucht bemühe ich mich auch um Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit.


    Daher möchte ich gegenüber meinem Arbeitgeber auch nicht unfair spielen. Eventuell wäre es ja auch eine Möglichkeit mit dem Arbeitgeber zu reden und um die Kündigung zu bitten. Die Situation belastet mich ja auch und wäre dann zumindest aufgelöst.

    Warum kündigen? Wärst Du dann nicht in der Pflicht, dich woanders zu bewerben? Alkoholsucht ist eine schwere Krankheit (die du nicht angeben und für die Du dich nicht schämen musst).

    Wäre da eine Krankschreibung nicht sinnvoller und auch gerechtfertigt, damit Du Dich ganz auf die Stabilisierung Deiner Abstinenz konzentrieren kannst?

    Es ist gut, das alles morgen bei der Suchtberatung anzusprechen, die kennen sich aus Erfahrung aus ...

    Ja, das ist was mich gerade am meisten beschäftigt und bin für Ratschläge dankbar.

    Ich bin jetzt 3 Monate bei dem neuen Arbeitgeber und bin mir 100% sicher das ich die Stelle nicht weitermachen möchte. Der Druck dort ist zu hoch, das Team heftig zerstritten, das Aufgabengebiet anders als Versprochen und liegt mir nicht. Die Stelle war ja mMn der Hauptgrund wieder mit dem Trinken anzufangen. Ich habe mir halt die Meetings schön getrunken bzw. ertragbar gemacht, daher in der letzte Trinkperiode eigentlich nur während der Arbeit getrunken

    Da ich in der Probezeit bin, gehe ich eh davon aus das ich eh nach weiteren 2-3 Wochen Krankmeldung die Kündigung bekomme.


    Variante 1: Jetzt selber kündigen und diese 3 monatige Arbeitsstelle im Lebenslauf angeben und in Bewerbungsgesprächen argumentieren können, das mir die Stelle nicht gefallen hat und ich selber entschieden habe zu gehen.

    Variante 2: Ich lasse mich kündigen, falle ins soziale Netz (keine Sperrfrist usw.) hab dann aber diesen Makel im Lebenslauf bzw. muss da ein Sabbatical oder so im Lebenslauf draus machen.

    Bisher hat mein Lebenslauf eigentlich keine Lücken. Außer eine lange Phase der Selbstständigkeit und das ich ca. alle 2-4 Jahre einen Jobwechsel habe. Immer selbst initiiert und jeder Jobwechsel war eine Verbesserung.

    Vielen Dank für eure Meinungen / Ideen / Ratschläge. Die Entscheidung muss ich natürlich selber fällen.

    Vielen Dank für eure aufmunternden Worte.

    Gestern Abend konnte ich ein ruhiges Gespräch mit meiner Frau führen, was die nächsten Schritte sein könnten. Die Variante, dass ich selber meinen belastenden Job jetzt in der Probezeit kündige, eine ambulante Reha/Therapie absolviere und mir einen neuen Job suche, scheint uns im Moment die beste zu sein. Das werden wir aber morgen mit der Suchtberatung besprechen. Ein neuer Job sollte hoffentlich kein großes Problem darstellen, mein Jobskills sind sehr gefragt und zur Not könnte ich auch zu meinen vorherigen Arbeitgebern zurück. Gestern Abend hatte ich auch das erste Mal das Gefühl wieder rationale Entscheidungen treffen zu können.

    Über stationäre Behandlungen habe ich mich gestern Abend ausführlich informiert. Die Gefahr in einer Klinik zu landen in der ich mich nicht wohl fühle und die alles noch schlimmer macht, sehe ich als nicht ganz unrealistisch an.

    Der heutige Tag verläuft bisher auch ganz gut. Ich konnte bis jetzt auf das Medikament verzichten und wir habe gerade einen schönen Ausflug gemacht. Suchtdruck ist nur noch ganz wenig da. Ich hoffe es bleibt so und dann sollte die Entgiftung hoffentlich geschafft sein.

    Vielen Lieben Dank Rennschnecke.

    Bis zum Termin Montag wird es noch ein steiniger Weg. Ich habe sehr schlimme Stimmungsschwankungen gerade. Bis heute konnte meine Frau mich gut auffangen, aber es wird gerade ziemlich belastend. Sie traut mir leider nicht mehr wirklich und leide darunter ihr Vertrauen verloren zu haben. Jeder Kuss von ihr ist eher ein nachriechen ob alles in Ordnung ist.

    Vielen Dank für die schnelle und professionelle Freischaltung.

    Hat jemand gute Erfahrung mit einer REHA Klinik gemacht oder kann mir Tipps geben die richtige auszuwählen? Ich bin gegenüber Ärzten und Kliniken sehr skeptisch und möchte auf Augenhöhe behandelt werden in einer Umgebung in der ich mich wohlfühle.

    Wäre in meiner Situation eine ambulante Behandlung ggf. sinnvoller? Die jetzige Trinkphase ging ja 'nur' 6 Wochen.


    Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich?

    Herzlich willkommen, Morck.

    Gut dass du dich hier gemeldet hast.

    Du bist Alkoholiker und strebst eine dauerhafte Abstinenz an, richtig?

    Und du bist bei Tag 6 eines ärztlich betreuten Entzugs, auch richtig?

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Nayouk,


    vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Ja das ist alles ganz richtig. Und am Montag muss ich dann die Weichen für die weitere Schritten stellen. Ich hoffe der Termin bei der Suchtberatung wird gut.

    Hallo, ich habe mich hier Morck genannt und bin Alkoholiker.

    Den Grundstein dazu hab ich in meiner Jugend gelegt. Ich war als Jugendlicher Mitglied in einer heftigen Kiffergruppe, Aber ich bin trotzdem meinen Weg gegangen. Ausbildung -> Arbeitnehmer -> Selbstständig -> mittlerweile wieder Angestellter und recht erfolgreich im Berufsleben trotz allem.

    Das Kiffen war irgendwann nach der Ausbildung nur noch 1-2 Feierabend Joints und kontrolliert. Geheiratet dann mit 27 und meine erste Frau war sehr gegen das Rauchen. Ich bin daher auf Wein umgestiegen. Habe aber nicht täglich getrunken.

    Der Konsum wurde mit den Jahren immer mehr, teilweise habe wohl auch unterbewusst auch Freunde gesucht mit denen man gut feiern und trinken konnte. Sprich es ging schon so in Richtung: 2-3 Woche richtig betrinken mit Freunden.

    Mit meiner 2 Frau war ich dann richtig Glücklich, aber sie sah mich auch lieber mit einem Glas Wein als einen Joint und dann kam Corona. Homeoffice. Teilweise dann in der Mittagspause schon das erste Glas Wein getrunken und um einen schwierigen Chef konnte ich am Ende nur betrunken ertragen. Meiner Frau ist der Alkoholkonsum aufgefallen und ich habe angefangen heimlich Schnaps zu trinken.

    (Ich gebe nicht den anderen Menschen oder Umständen die Schuld, ich schreibe nur wie ich in meine jetzige Situation gekommen bin.)

    Das ganze endete dann vor 3 Jahre in einem ersten Entzug in einem KKH, der zweite kurz danach in einer Entgiftungsklinik. Das waren die schlimmsten 2 Wochen meines Lebens und ich war mir sicher das ich es nie wieder soweit kommen lassen werden. Leider dann im Urlaub wieder vereinzelt Wein getrunken. Das kontrollierte Trinken ging dann ca. 9 Monate gut. Dann Jobwechsel. Unglaublicher Beruflicher Druck. Vor Meetings wieder getrunken und es geschafft in 6 Wochen wieder so süchtig zu sein wie vor 3 Jahren. Das heißt morgens direkt nach dem Aufstehen Alkohol und den ganzen Tag verteilt mind. 0,5 l Schnaps.

    Ich hab jetzt seit Montag eine ambulante Entgiftung gemacht. Es war teilweise schlimm, auch für meine Frau. Ich hoffe die *Edit* die jetzt noch übrig sind reichen aus und morgen ist Entgiftung durch. Habe nur noch phasenweise Suchtdruck. Der wird hoffentlich jetzt nach 5 Tagen nur noch psychisch sein.

    Am Montag habe ich einen Termin mit meiner Frau bei der Suchtberatung. Wir werden dort besprechen wie wir weiter machen. Ich überlege eine stationäre Entwöhnung/ Reha zu machen und wieder in den alten Job zu wechseln. Bin mir aber unsicher ob er Schritt zu krass ist und ich es nicht mit einer ambulanten Therapie versuche.

    Viel Text. Aktuell wechseln sich bei mir Zuversicht und Aussichtlosigkeit ab. Dieses Wochenende ist wirklich sehr emotional. Aber ich habe volle Motivation es nun komplett ohne Alkohol bis zum Ende meines Lebens zu schaffen.