Beiträge von Chris_020224

    Und auch nein es gibt noch keine Menschen, denen ich es erzählt habe, außer der Ärztin. Ich weiß, ein kleiner Schritt für euch, für mich aber ein sehr großer.

    Für mich war das Offenbaren auch ein Riesenschritt. Jahrelanges Geheimhalten, Verstecken und Vertuschen hat mich enorm belastet und sicher auch zum Weitertrinken beigetragen.

    Als ich dann ins Krankenhaus ging, gesagt habe, dass ich Alkoholiker bin und das auch Freunden etc. erzählt habe, war das für mich der wichtigste Schritt. Eine immense Befreiung, all die Scham plötzlich aufgelöst, ich möchte gar behaupten, ich habe so meine Ketten gelöst.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Dir dieser Schritt gelingt, weil er meiner bescheidenen Meinung nach einer der wichtigsten in der Bewältigung der Krankheit ist. Und ja, auch ich würde dazu raten, allem Alkohol aus dem Haushalt zu verbannen. Als das Zeug mich fast umgebracht hat, habe ich dessen Gegenwart als physische Bedrohung erlebt. Weg mit dem Zeug!

    Herzlich willkommen Chris,

    Hat sich denn deine Leber wieder erholt?

    Klingt wirklich nach ‚letzter Drücker‘- gut dass du die Kurve noch gekriegt hast. Wie war das 2020? Hast du gedacht nach 15 Jahren geht das normale trinken? Dachte ich auch nach 15 Jahren nicht rauchen und schwups wieder voll drin. So isse die Sucht…

    Die Leber ist von den Werten her wieder normalisiert, die letzte Sono unauffällig. Ich bin heilfroh


    Ich hatte vor 2020 immer den „romantischen“ Gedanken, irgendwann mal wieder ein Glas Wein zum Essen trinken kann. Auf einem Weihnachtsmarkt gab es dann einen Kinderpunsch, der sich als echter entpuppte. Da dachte ich „ach, das geht ja wieder..“ und schnell war die Flasche Wein am Abend wieder Standard.

    Hallo, ich bin Chris, 48 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Ich bin selbständig und jetzt wieder trocken seit dem 02.02.2024.


    „Wieder“ trocken heißt: ich war von 2005 bis 2020 abstinent. Davor habe ich seit meiner Jugend zum Teil exzessiv getrunken, mindestens seit dem Einstieg in die Welt der Erwachsenen auch, um Probleme zu „verarbeiten“. Mein Vater war Alkoholiker, Ich habe ihn so gut wie nie nüchtern erlebt. Alkohol gehört also seit meiner Kindheit irgendwie dazu.

    Seit 2020 habe ich wieder nach und nach mehr und mehr getrunken. Zuletzt vor allem, um meinen Berg an Arbeit und meine scheiternde Ehe zu ertragen. Ende 2023 war ich dann so runter, dass ich gelb anlief. Als ich mich schließlich Ende Januar entschied, einen Arzt aufzusuchen, war mein Gamma-GT bei mehr als 3700. Die Prognose des Internisten war, dass meine Leber so noch ca. 6 Monate durchhält.. Ich ging dann in die Entgiftung und besuche aktuell noch eine ambulante Reha, diese tut mir sehr gut und ich habe viel gelernt.

    Ich konnte meine Hobby Ausdauersport wieder aufnehmen und bin aktuell wieder körperlich in guter Verfassung. Beruflich habe ich mich neu aufstellen können und ein deutlich besseres Stressmanagement aufgebaut.

    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich an einem aktiven Austausch über meine Erkrankung interessiert bin und glaube, mit meiner Erfahrung auch anderen helfen zu können. Ich bitte daher um die Aufnahme in zwei Gruppem wie in den Forenregeln beschrieben.

    Beste Grüße aus dem hohen Norden!

    Chris