Beiträge von Mattie

    ich will nicht dauernd hungrig sein.

    Hi Dulcinella,

    das wollte ich auch nicht und bin in den ersten drei, vier Monaten oft abends um den Kühlschrank und den Vorratschrank herumgeschlichen, um zu schauen, was ich bloß noch essen könnte. Ich glaube heute, dass sich so mein Saufdruck getarnt hatte. Ich habe mir in Bezug auf Essen praktisch keine Schranken auferlegt, immer im Hinterkopf, alles besser als Alk und irgendwann wird sich das schon einpendeln, und so war es auch.

    Musik zu machen - nicht nur im Winter - finde ich toll, und die Idee, sich ein neues Instrument zu kaufen - ob als Belohnung oder einfach so, weil es in jedem Fall eine Bereicherung ist - finde ich grandios. Mach das :)

    Ich habe am Anfang auch alles zum Ausstieg aus der Alkoholsucht gelesen, was ich in die Finger bekam. Das schafft eine gute Basis. Irgendwann kam der Punkt, wo ich das Gefühl hatte, darüber hinaus zu sein. In den Büchern wurde zu oft eine Welt beschrieben, die mir irgendwann fern lag. Und ja, ich war auch eine von den abendlichen Weintrinkerinnen.

    Zigaretten bin ich schon vor mehr als zwanzig Jahren losgeworden. Mir haben am Anfang Nikotinkaugumis geholfen. Aber als Suchtmensch musste ich da gleich wieder aufpassen, dass sie nicht zur Dauerlösung wurden. Immer ist was ;) Generell wachsam sein und sich selbst beobachten hilft.

    Liebe Grüße, schönes Wochenende!

    Mattie

    Ich musste mich heute sehr über eine Person ärgern. Früher habe ich zur "Kompensation" dann immer gleich 2-4 Bier benötigt.

    Ob nüchtern oder nass - es wird immer Leute geben, über die man sich ärgert. Du hast ja heute ein schönes Programm dagegen aufgeboten, und gut, dass es dir geholfen hat. So habe ich es am Anfang der Abstinenz auch gemacht. Inzwischen weiß ich, es reicht aus, den eigenen Ärger einfach auszuhalten und abzuwarten, dass er verfliegt. Funktioniert meistens reibungslos :)

    Alles Gute weiterhin, Albert!

    Besoffen schlug ich hier auf. Bestritt das natürlich. Habe mich immer gefragt: Sind die so doof und merken das nicht?

    Wenn man aufmerksam im Forum unterwegs ist, spürt man Schwingungen. Manches Mal wabert die Ahnung herum, dass da jemand rückfällig geworden sein könnte oder noch gar nicht nüchtern ist. Die ModeratorInnen haben generell mit ihrer langjährigen Erfahrung einen guten Blick dafür. Aber der Satz "Säufst du wieder?" ist halt harter Tobak, wenn es sich doch um eine Fehlinterpretation handelt. Also schließe lieber nicht nur aus dem geschriebenen Wort.

    Ich komme aus der anderen Richtung Bergfloh : Die Aussage "Ich werde nie mehr Alk trinken" ist kein 100% gesicherter Fakt, aber sie ist 100% meine Überzeugung. Genauso wie es meine 100prozentige Überzeugung ist, niemals einen giftigen Pilz zu essen.

    Wenn ich selbst nicht hundertprozentig von meiner Abstinenz überzeugt bin, wer sollte es sonst sein?

    Danke für deine Rezension, Soapstar . Ein Grund mehr, das Buch aus dem hinteren Wartebereich in der Liste meiner ungelesenen Bücher nach vorne zu holen :)

    Eine weitere Info zu einem Buch über Alkoholismus, allerdings noch keine Empfehlung, da es ebenfalls seit der kürzlichen Veröffentlichung im Wartebereich herumlungert, mich aber sehr interessiert:

    Wiebke Lorenz: Voll im falschen Film

    Die Autorin macht ihre eigene Alkoholkrankheit öffentlich, verwebt sie in einen Unterhaltungsroman und schließt sich auch Kampagnen gegen die Scham und die Stigmatisierung von Alkoholikern an.

    Liebe Aennie,

    ich will dir kein 'Like' für deinen Beitrag geben, weil da einige für mich ambivalente Aspekte drin stecken. Das macht aber gar nicht, und ich möchte dir sagen, wie gut ich es finde, dass du das alles aufgeschrieben hast. Bleib dran und schreib dir die Finger wund, wenn es dir guttut und dich unterstützt!

    Ich würde mich freuen, wenn das Forum dauerhaft ein sicherer Hafen für dich wird.

    Alles Liebe

    Mattie

    Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, die Vermeidung dieser Konsequenzen wäre nicht weiterhin mein Hauptantrieb, abstinent zu leben.

    Hi Soapstar,

    zu Beginn meiner Forumszeit habe ich bei dir die 3 K's als Konsequenz der Alkoholsucht gelesen, die sich mir so eingeprägt haben:

    Knast, Klapse, Kiste.

    Danke für diese überschaubare Einheit :) Die wollte ich einfach noch mal hierlassen, weil sie sich ohne lange Grübelei im Hirn festsetzen kann, und vielleicht hilft das ja auch dir, Absti.

    Im übrigen stimme ich dir zu, dass die Gründe für die Abstinenz zunächst zweitrangig sind. Aber im Lauf der Zeit halte ich es für wichitg, dass das trockene Leben auf einer solideren Basis steht. Ich würde keine Pille nehmen. Alles ist besser ohne Alk, nicht nur die ausbleibenden katastrophalen Folgen.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Es gibt den ersten Sturm (Federweisser heißt das in Deutschland

    Joa, kann ich nachempfinde. Die Kombination Zwiebelkuchen + Federweisser war auch bei mir eng verknüpft. Und es gehörte eben nicht zu den allerübelsten Erinnerungen aus der Saufzeit. Mir hilft, dagegen anzudenken: der Federweisser am Mittag war eben nicht das eine Glas, sondern der Einstieg zum Weitertrinken bis zum abendlichen berauschten Ins-Bett-fallen. Der Tag war ab mittags gelaufen. DAS ist die Verknüpfung für mich, die mir heute hilft. Ich habe NIE nur ein Glas getrunken.

    Und Apfelschorle zu Zwiebelkuchen schmeckt ohne Einschränkung phantastisch.

    Jetzt muss dann auch noch jeglicher Einkauf von Chips und Süssigkeiten gestoppt werden.....

    Manch eine hat es geschafft, gleichzeitig abstinent zu werden und Diät zu halten. Ich gehöre nicht dazu. Ich habe mir in der Anfangszeit alles gegönnt, was mir guttat, wonach mir 'gelüstete'. Das Gewicht pendelte sich dann automatisch im Lauf der Monate ein. Chips und Schoko sind natürlich auf Dauer nicht gesund - aber so gut geeignet, um die erste Zeit zu überbrücken! Mir hat das Naschen sehr geholfen. Ich habe am Anfang auch den Geschmack von purem Pfirsich-Nektar geliebt. Inzwischen bin ich wieder bei gemäßigter Saft-Schorle.

    Mein Schlafrhythmus ist auch eine Katastrophe. Ich war unter Alk schon eine Nachteule und hatte angenommen, das würde sich mit der Abstinenz ändern - abends zehn Uhr ins Bett, morgens acht Uhr erquickt raus aus den Federn. Ist leider nicht so eingetreten und ich arrangiere mich irgendwie damit, dass ich nachts am aktivsten bin und morgens nicht aus dem Bett komme. Alles kein Grund, wieder zu saufen :)

    Liebe Grüße

    Mattie