Beiträge von Tumaini

    Das sind Fragen, die Du Dir, nicht mir beantworten solltest...Alles Gute!

    Danke.

    Um mir diese Fragen beantworten zu können muss ich mir erst über meine Beweggründe und tatsächlich auch über die realistischen Möglichkeiten im Klaren werden.

    Ja, ich bin angep... - Emotionen sind jedoch kein guter Ratgeber für lebensverändernde Entscheidungen.

    Zudem sehe ich sicher auch noch nicht alle Möglichkeiten, hier könnten mir Erfahrungen anderer helfen.

    Und ja, natürlich geht es auch um die finanziellen Aspekte - mein Anspruch aus der gesetzlichen Rente liegt nach dem letzten Bescheid bei knapp 1.100 Euro: Studium, Kindererziehungszeit, Teilzeit sind die Gründe, warum es nicht üppig ist. Dazu kommen noch ca. 300 Euro aus der Betriebsrente (schätzungsweise).

    "Er wird sich nicht mehr ändern" sagt mir mein Kopf, aber irgendwo ist immer noch der Funke Hoffnung (oder Dummheit, Angst oder sonstwas), der mich zaudern lässt.

    Andrea1987 Rein auf emotionaler Ebene betrachtet ist es sicher ein Tiefschlag, rational gesehen kann z.B. eine Versorgungsehe - sofern sie gewaltlos ist und man sich auf Rahmenbedingungen verständigt - auch eine Möglichkeit sein.

    Sare Sofern es Jobangebote gibt bzw. man eingestellt wird. Ich habe fortgeschrittene Gonarthrose und bin somit nur bedingt einsetzbar. Altersbedingt nachgelassen haben ebenso Feinmotorik, Reaktionsfähigkeit, Augen und Gehör.

    Man kann sicher vieles, sofern es auch die passenden Angebote gibt. Aktuell nimmt die Zahl der Firmenschließungen und der Stellenabbau deutlich zu (hier in meinem Lebensbereich werden gerade rund 500 Stellen abgebaut!). Zudem habe ich ein ambivalentes Gefühl: Ein Arbeitsplatz zus. zur Rente für mich oder doch lieber einem jungen Menschen die Chance geben, sich Rentenpunkte zu erarbeiten (Egoismus vs. Altruismus).

    Thema "günstig wohnen": nach bisheriger Recherche in keinem Alter wirklich möglich: Ein 29 m² Zimmer in einem Seniorenheim (Mittelklasse) als Eigentumswohnung ca. 85.000 Euro plus rund 400 Euro/Monat Hausgeld, dazu kommen dann noch weitere Verbrauchskosten, auch die ärztliche Versorgung kostet extra. Eine Mietwohnung (Mittelklasse) gleicher Größe auf dem freien Wohnungsmarkt kostet ca. 540 Euro/Monat warm.

    Ich möchte schon gern hier in der Umgebung bleiben (Familie, bin hier u.a. im Tierschutz aktiv), was natürlich meine Möglichkeiten einschränkt. Aber alles steht und fällt mit dem, was ich nach einer Scheidung bekommen würde, das lasse ich mir von einem Sachverständigen in den nächsten Tagen mal ausrechnen.

    Sonnenschein CoA Danke für die unterstützenden Worte.

    Nicht alle aus meinem Umfeld äußern sich derart, es gibt auch motivierende Gespräche, vor allem mit meiner Schwester, die auf meiner Seite steht. Mein Sohn hält sich aus dem internen Geplänkel heraus, auch wenn er die Trinkgewohnheiten seines Vaters ebenfalls kritisiert.

    Aber es ist leider auch nicht völlig egal, wie alt man ist - zumindest als Frau und im Hinblick auf die finanziellen Aussichten als Rentnerin. Das fängt bei geeignetem und vor allem bezahlbarem Wohnraum an und ist bei den hohen Lebenshaltungskosten nicht zu Ende.

    Als Beispiel: Ich bekomme im Scheidungsfall den Zugewinnausgleich, aber kein Vermieter akzeptiert etwas, dass vielleicht (oder vielleicht auch nicht) in der Zukunft ausgezahlt wird, wenn das Einkommen (plus Unterhalt) nicht über 2000 Euro liegt.

    Gleiches gilt für Immobilienkauf: Zwar habe ich ein paar Ersparnisse, aber bei weitem nicht ausreichend, um eine Immobilie zu erwerben. Und keine Bank gewährt Menschen ab einem gewissen Alter ein langfristiges Darlehen.

    Ich bin vor nun fast drei Jahren in das Dachgeschoss umgezogen, wo ich 2 kleine Zimmer bewohne, aber ohne Küche. Zum Essen bzw. Kochen muss ich dann ins Erdgeschoss, wo mein Mann und ich uns die Küche teilen.

    Damals dachte ich, dass vielleicht die räumliche Trennung (zumindest in einigen Lebensbereichen) die Initialzündung sein könnte, meinem Mann den Ernst der Lage bzw. meine Verzweiflung und Frustration deutlich zu machen.

    Im Grunde war mir schon bewusst, dass ein wirkliches Umdenken nicht stattfinden wird. Das habe ich vor ca. 5 Jahren mehr oder weniger erfahren müssen: der Versuch des "kontrollierten Trinkens", den mein Mann mit meiner Unterstützung versucht hat, ist gescheitert, obwohl die äußeren Umstände (Isolierung durch Pandemie) eigentlich vorteilhaft gewesen sind.

    Zum Teil sehe ich mich aber auch selbst in der Verantwortung, da ich mit Sicherheit in einigen Situationen besser hätte reagieren können. So habe ich auch mal mit Wutausbrüchen auf Trinkexzesse und Seitensprünge reagiert. Ich bin nicht Mutter Theresa, die für alles Verständnis hat.

    Was mich auch schwer beschäftigt: Ich habe gehofft und darauf hingearbeitet, im Alter mit einem Partner zusammen die letzten Jahre zu verbringen. Ich hatte gehofft, dass wir uns gegenseitig stützen und einer dem anderen hilft, dass wir gemeinsam lachen, gemeinsam weinen. Das wir uns im Fall einer Krankheit gegenseitig beistehen. Der ganze, romantische Kram halt, den man sich in seinem Kopf zusammenspinnt.

    Ich bin sehr hin- und hergerissen zwischen "ich will gehen" und "vielleicht ist es besser zu bleiben".

    Ein freundliches Hallo in die Runde.

    Ich habe mich heute in diesem Forum angemeldet, weil ich mich mit 65 Jahren und nach einer fast 40jährigen Ehe mit einem Alkoholiker mein Leben neu überdenken muss. Gedanklich setze ich mich mit einer Scheidung auseinander - in meinem Alter und als Frau sicher keine leichte Entscheidung.

    Kurz zu mir:

    Ich komme aus einem Elternhaus, in dem beide Elternteile alkoholabhängig waren. Vater gewalttätig, hat mich schon im Kindergartenalter verprügelt, Mutter schwach und abhängig sowohl vom Vater als auch vom Alkohol. Beide sind in Folge des jahrzehntelangen Alkoholmissbrauchs verstorben.

    Ich kenne meinen Mann seit Kindertagen, sein Elternhaus schien wenig problematisch. Er ist nicht gewalttätig, aber sein Alkoholkonsum hat sich über die Jahre bis heute verschärft. Bereits als Heranwachsender hat er Bier konsumiert, da sein Vater in einer Brauerei arbeitete und jede Woche eine Gratiskiste bekam. So wurde es zur Gewohnheit, zum Essen oder zu Feierabend ein "Bierchen" zur Entspannung zu trinken.

    Mein Mann hat das verinnerlicht, es ist für ihn ein völlig normales Verhalten. Aber ich sehe eine fürchterliche Fehlentwicklung, denn seit ca. 15 Jahren trinkt er jede Woche zwischen 20 und 40 Flaschen Bier, also 1 - 2 Kästen Bier pro Woche! Alle bisherigen Andeutungen, Versuche, Apelle bis hin zu Drohungen sind an ihm abgeprallt. Ganz im Gegenteil: er nimmt meine Einwände als Begründung sowohl für sein Trinken als auch sein Fremdgehen. Seit 20 Jahren tauchen immer wieder Frauen auf, mit denen er nicht nur sexuell verkehrt, sondern auch "Freundschaften" pflegt (alle Frauen waren selbst verheiratet).

    Er geht zwar regelmäßig arbeiten, aber ich glaube, seine Arbeitsleistung leidet bereits ebenfalls unter seinem Alkoholkonsum. Ebenso seine Gesundheit, aber zum Arzt geht er nicht.

    Nun habe ich vor kurzem entdeckt, dass er "Geheimvorräte" angelegt hat, um nicht mehr offen vier oder mehr Kisten Bier zu lagern und um den Eindruck zu erwecken, er reduziere seinen Konsum. Mir gegenüber gibt er an, höchsten 10 Flaschen Bier in der Woche zu trinken.

    Aber diese Entdeckung hat in mir den Wunsch reifen lassen, dass ich mich aus dieser Situation befreien muss. Ich werde in ca. einem Jahr in Altersrente gehen, aber meine Rente wird nicht üppig sein. Unser gemeinsames Haus ist im Grundbuch auf seinen Namen eingetragen, einen Ehevertrag gibt es nicht.

    Die erste Auskunft meiner Rechtsanwältin war ernüchternd und aus meinem Freundeskreis erhalte ich nur den Ratschlag, es "die paar Jahre" doch noch auszuhalten, ich würde doch nicht geschlagen und fremdgehen würde doch auch fast jeder.

    Aber ich möchte einen Partner, der mich begleitet und schätzt, der vertrauenswürdig und zuverlässig ist. Bleibe ich in dieser Situation, nehme ich mir die Möglichkeit, vielleicht noch einmal eine neue Beziehung aufzubauen. Bleibe ich, wäre ich vielleicht (!) finanziell abgesichert - aber wer weiß, ob die nächste Frau nicht noch kostspieliger werden wird als die bisherigen.

    Gehe ich, erwartet mich vermutlich die Altersarmut, trotz Zugewinn- und Versorgungsausgleich.

    Ich möchte mich hier gern austauschen, weil ich total verunsichert bin und für mich noch keinen Weg gefunden habe.