Mein Beileid zu Deinem/Euren Verlust!
Dankeschön.
Leider ist es so, dass die Angehörigen gegen die Sucht nichts tun können.
Das habe ich bei meinem Vater erlebt. Es gab Zeiten, in denen er weniger Alkohol trank, aber ganz ohne hat er es nie geschafft. Deshalb habe ich vor etwa sechs Jahren den Kontakt zu ihm und meiner Schwester abgebrochen – weil er die unschöne Angewohnheit hatte, mich immer wieder betrunken anzurufen, um zu fragen, wie es mir geht und so weiter.
In solchen Momenten kamen all die Erinnerungen hoch, als ich noch klein war und seinen betrunkenen Zustand ertragen musste. Weil mich diese Anrufe regelrecht terrorisiert haben, habe ich schließlich sogar ihre Nummern gesperrt.
Rückblickend muss ich sagen, dass das eigentlich eine gute Zeit war – es hat sich angefühlt, als wäre ich meinem Peiniger entkommen.
Nun ist er gestorben. Ich dachte immer, wenn er stirbt, würde ich endlich meine Ruhe haben. Aber es ist ganz anders gekommen. 😔
Es hat sich herausgestellt, dass meine Schwester, die die ganze Zeit mit ihm zusammengelebt hat, ebenfalls Alkoholikerin geworden ist. Ich habe sie an drei Tagen telefonisch kontaktiert, um die Beerdigung zu organisieren, und festgestellt, dass sie ab dem Nachmittag gar nicht mehr ansprechbar ist.
Dann habe ich erfahren, dass die Wohnung voller leerer Flaschen ist und die beiden seit mindestens zwei Jahren, wenn nicht noch länger, gemeinsam getrunken haben.
Jetzt ist er tot und hinterlässt mir dieses Scherbenhaufen. Er hat nicht einmal etwas für seine Beerdigung angespart.
Ich merke, dass ich ihn einfach hasse.