Beiträge von tired

    Ich bin noch immer bei meiner Mutter, ja.

    Wir schreiben täglich und es endet immer im Streit. Er wollte, dass wir eine Liste anfertigen, was wir verändern wollen im Bezug auf die Beziehung. Ausgetauscht haben wir sie bereits. Neues steht nicht drin. Es sind die selben Themen wie seit Jahren. Es ist anstrengend mit ihm zu kommunizieren. Ich habe das Gefühl, er bekommt absichtlich alles in den falschen Hals. Es ist nur noch Abwehr und Angriff seinerseits und das ist zermürbend. Gestern war ich in der Wohnung ein paar Sachen holen. Er war nicht da. Und wieder die Tüte voller Pfand und der Alkohol im Kühlschrank.

    Guten Morgen,

    Er hat dich gewürgt und geschlagen.

    Direkt gewürgt hat er nicht, aber mich heftig am Hals gepackt.

    Aber nun zurück zu Dir. Wie geht es Dir heute, auch nach den Rückmeldungen hier?

    Ich fühle mich das erste Mal seit langem verstanden. Nach seinem dreitägigen Verschwinden hatte ich versucht seine Geschwister ins Boot zu holen. Das Resultat war, dass ich zum Problem gemacht wurde und man mich ziemlich angegangen ist. Man muss dazu sagen, dass die Familie eine ziemliche Alkohol Karriere vorzuweisen hat. Mutter und Vater beide Alkoholabhängig. Opa auch. Mein Mann und eine seiner Schwester. Die Mutter hatte nach der Trennung eine langjährige Beziehung mit einem Alkoholiker...

    Dennoch fühle ich mich sehr ambivalent. Ich weiß schon lange, dass ich gehen muss und das sich nichts ändern wird. Es kommt keine Eigeninitiative oder Einsicht. Ich hab ihn zur Suchtberatung geschleppt, zur mittlerweile dritten Paarberatung, war bei der Angehörigenberatung, sagte beim letzten Mal Therapie oder Trennung, aber wenn ich ihm nicht das Messer auf die Brust setze passiert nichts. Dennoch kann ich nicht schlafen, mache mir ständig Sorgen um ihn, schaue permanent aufs Handy etc. Ich weiß, welche Muster hier wirken, von Co-Anhangigkeits, über Trauma Bonding bis zu reaktivieren Missbrauch. Und ich weiß mittlerweile auch, welches Ausmaß an Manipulationen über die Jahre statt fanden, trotzdem oder ganau deswegen fällt es mir so schwer mich zu lösen, auch wenn ich es wirklich tun sollte und eigentlich auch will.

    Rennschnecke ,


    erstmal herzlichen Glückwunsch zu den zwei Jahren. Mir ist schon bewusst, dass das nicht immer der Fall ist. Aber eben häufig.

    Nein, aktuell bin ich nicht bei ihm, sondern bei meiner Familie. Doch, ich habe Angst. Zwischenzeitlich so sehr, dass er wenn er mal wieder getrunken hatte, auf der Couch schlafen musste, damit ich die Schlafzimmertür abschließen konnte.

    Er hat durchaus seine liebenswerte Seiten, aber die überwiegen nicht mehr. Er hat viel Stress und vermutlich mittlerweile ein Burnout, was er ersäuft statt sich Hilfe zu suchen.

    Hallo Marie04 ,

    vielen lieben Dank. Ja, ich hab mich in den letzten Monaten ein wenig eingelesen und weiß, dass diese Verhaltensmuster (auch die emotionale Gewalt) oft begleitsyptome der sucht sind. Aber es frustriert mich sehr, dass null Einsicht von seiner Seite kommt und dass alles meine Schuld ist - immer. :(

    LHallo zusammen,

    ich bin neu hier und ehrlich gesagt ziemlich erschöpft – körperlich, seelisch und nervlich.

    Ich lebe seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit einem Partner, der alkoholabhängig ist.

    Was anfangs nach „gelegentlichem Trinken“ aussah, hat sich mit der Zeit zu einer Sucht entwickelt, die unser ganzes Leben bestimmt.

    Ich habe versucht zu verstehen, zu helfen, Grenzen zu setzen, Gespräche zu führen, Hoffnung zu behalten.

    Aber mit der Zeit wurde aus Nähe immer mehr Unsicherheit.

    Statt Einsicht gab es Schuldumkehr, Gaslighting, Manipulation und Lügen.

    Er verdreht Situationen, macht mich zur Ursache seiner Probleme und lässt mich an meiner Wahrnehmung zweifeln.

    Vor drei Monaten hat er mich im Streit am Hals gepackt und war danach drei Tage verschwunden.

    Vor Kurzem kam es wieder zu einer Eskalation nach Alkohol, bei der er mir ins Gesicht geschlagen hat.

    Ich kann mich an vieles nur bruchstückhaft erinnern – vermutlich aus Schock oder Überforderung.

    Am nächsten Morgen hat mich meine Familie abgeholt, und ich habe ihm einen Abschiedsbrief hinterlassen.

    Ich bin hier, weil ich nicht mehr weiß, wie man in so etwas atmet.

    Ich schwanke zwischen Mitleid, Liebe, Wut und Selbstschutz – und will verstehen, warum ich trotzdem bleibe, warum ich immer wieder Hoffnung habe, obwohl sich nichts ändert.

    Ich weiß, dass ich ihn nicht retten kann.

    Aber ich möchte endlich lernen, wie ich aufhören kann, dabei selbst kaputtzugehen.

    Danke, dass ich hier sein darf.