Hallo. Hab das jetzt alles gelesen, auch in dem anderen Thread, und mir schwirrt der Kopf. Das Thema "Outen am Arbeitsplatz" beschäftigt mich ja schon eine gute Weile.
Als ich Mitte der 90iger zur LZT ging, wusste mein AG Bescheid und hielt mir die Stelle frei, ich hatte auch Telephonate mit einem direkten Vorgesetzten, der mir von der Alkoholproblematik eines engen Freundes erzählte und mir sein Verständnis zusicherte. Warum auch immer, ich habe mich nach den 16 Wochen LZT so geschämt, daß ich nicht zurück bin :-/
Vielleicht war das auch ganz gut. Es folgten 19 abstinente Jahre, in denen ich anderweitig gearbeitet habe und sehr viel Gutes und Spannendes erlebt habe, das ich nicht erlebt hätte, wäre ich beim AG geblieben.
Und dann wollte ich wieder in meinen Beruf zum selben AG zurück und hab mich beworben mit den Worten "... seit 15 Jahren trockene Alkoholikerin ...". Und wurde eingestellt.
Anfangs ging ich sehr offen mit meiner Sucht um, wurde aber immer wieder gewarnt. Von verschiedensten Kollegen und Kolleginnen. Ich solle mir sehr gut überlegen, wem ich was erzähle. Das hat mich sehr verunsichert, so daß ich das Thema nicht mehr ansprach.
Seit dem Rückfall habe ich mit einer direkten Vorgesetzten, der ich 100%ig vertraue, gesprochen, die mir privat Hilfe anbot, mich aber dringend gebeten hat, es niemanden zu sagen, da weiter höhergestellte Personen krasse Vorurteile haben.
So sind meine Erfahrungen mit dem Thema: Unterschiedlich.
Aktuell tendiere ich dazu, nichts zu sagen und die beantragte Reha wird eine psychosomatische Reha sein.
Liebe Grüße,
ST