Beiträge von Seepandarine

    Liebe btzla,

    das ist schon mal gut, dass du eine eigene Wohnung hast, dein Reich, wo du für dich bist :)

    Anspannung kenne ich noch gut, als ich Anfang 20 war. Ich war räumlich ja auch weiter von meinem Vater getrennt (war zum studieren ausgezogen), aber er hat regelmäßig bei mir angerufen. Er war in der Regel betrunken und sehr in Selbstmitleid versunken. Ich habe es nicht geschafft mich abzugrenzen und mir alles geduldig angehört. Ich war irgendwann nervlich so angespannt, dass ich viel geweint habe und manchmal sogar halluziniert habe, dass das Telefon klingelt, obwohl es das gar nicht getan hat.

    Den schon erwähnten heilsamen Kontaktabbruch hat dann mein Vater aus einem Beleidigtsein heraus initiiert. Wenn ich mir rückblickend (bin jetzt 37 Jahre alt) etwas für mich wünschen würde, dann das ich diesen Schritt selbst gemacht hätte und zwar schon etwas früher. Die Pause war, wie schon geschrieben, wahnsinnig wichtig für mich.

    Herzliche Grüße,
    Seepandarine

    Hallo btzla,

    schön, dass du hierher gefunden hast.

    Wie eng ist denn der Kontakt mit deiner Mutter aktuell? Lebt ihr getrennt? Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein großes Auf und Ab ist emotional. Der Wechsel von fast abstinenten Phasen hin zum massiveren Trinken. Die Hoffnung, die Enttäuschung.

    Bei mir war der Vater alkoholabhängig. Ich habe das auch lange nicht ganz wahrhaben wollen. Mir war klar, dass er zu viel trinkt. Aber die volle Tragweite kam glaube ich erst so mit 18 Jahren bei mir an, als er selbst mir gegenüber ausgesprochen hat, dass er ein Problem hat.

    Ich hatte mit Anfang 20 auch mal ein Jahr keinen Kontakt zu meinem Vater. Das hat mir sehr gut getan. Wir sind dann langsam wieder in einen oberflächlichen Kontakt eingestiegen. Wir hatten das Agreement, dass er mich nicht kontaktiert, wenn er betrunken/rückfällig ist. Soweit ich das beurteilen kann, hat er sich dran gehalten, also hat zumindest nie mehr sturzbetrunken angerufen. Ich hatte räumlich und emotional eine ausreichende Distanz, um nicht zu mitgenommen zu sein davon.

    Lies dich hier gerne ein im Forum und teil dich mit. Du bist nicht alleine!

    Herzliche Grüße,

    Seepandarine

    Liebe Elara,

    ich fühle mit und dass jetzt auch noch die Katze ausgebüchst ist und du die Launen deines Partners weiter ertragen musst, bis alles gut über die Bühne gelaufen ist, ist schlimm.

    Wollte zur entlaufenen Katze eine Erfahrung teilen: einer unserer Kater (Freigänger) war auch mal verschwunden. Ich konnte mit Suchplakaten ungefähr eingrenzen, wo er sein müsste, denn er wurde am Tag des Verschwindens gesehen und war da wohl sehr ängstlich.

    Ich hab eine sogenannte Heimwärtsschleppe gelegt. Wenn du googlest, findest du Anleitungen dazu. Ich bin tatsächlich nachts durchs Dorf gelaufen und habe meinen getragenen Schlafanzug an einer Schnur hinter mir her über den Boden gezogen.

    Ein oder zwei Nächte später kam er dann wieder. Zu dem Zeitpunkt war er schon fast eine Woche weg. Ich drück dir ganz fest die Daumen!

    Liebe/r Nebelglas,

    auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum!

    Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass es an dir liegt, das Gespräch mit dem Trauzeugen zu suchen. Du und dein Mann, ihr seid ja aber zu zweit. Wie könnt ihr das gemeinsam gestalten, sodass es dich bei deiner Vorgeschichte, auch entlastet?

    Für mich spricht per se nichts gegen einen Brief. So wie es sich eben für euch stimmig anfühlt.

    Wie der Freund dann reagiert ist nicht eure/deine Verantwortung. Er hat eine Grenze überschritten und ihr zieht eine Konsequenz daraus. Wenn es zum Kontaktabbruch seinerseits kommt, seid nicht ihr verantwortlich dafür. Genauso wenig wie für die Gefühle, die dann bei ihm entstehen.

    Liebe Grüße,

    Seepandarine

    Ich möchte nur noch für sie das es für sie so stressfrei und schmerzfrei ist wie möglich.

    Guten Morgen Sonne,

    Auch von mir Willkommen hier :)

    Wie geht es dir denn damit, alles für sie stressfrei und schmerzfrei zu richten? Hast du den Eindruck, du wärst ihr das schuldig?

    Mir ist weiter oben schon mal aufgefallen, dass du nicht Schuld sein willst, sollte sie stürzen und verbluten und du daher jeden Tag rein schaust. Du bist nicht Schuld wenn sie stürzt. Du trägst keine Verantwortung, sie am Leben zu erhalten.

    Ich bin auch EKA, mein Vater hat sich zu Tode getrunken, war allerdings räumlich weit weg von mir und wir hatten auch nur noch wenig Kontakt zu dem Zeitpunkt.

    Guten Morgen lenvan,

    Wie viel Kontakt habt ihr denn im Alltag, du und deine Eltern bzw. dein Vater? Ihr lebt im gleichen Haus und teilt euch einen Eingangsraum. Gibt es ansonsten regelmäßig Treffen? Gehst du zu deinen Eltern in die Wohnung wegen möglicher Verpflichtungen? Überschreitet dein Vater Grenzen und steht alkoholisiert in deiner Wohnung?

    Ich möchte dich nicht ausfragen oder verhören, ich merke nur, dass ich mir deine Situation ganz konkret noch nicht vorstellen kann. Also salopp gesagt, wie sehr dir deine Eltern möglicherweise auf die Pelle rücken (oder eben auch nicht). Vielleicht helfen dir die konkreten Nachfragen ja auch etwas zu schreiben :)

    Wie kam es denn zustande, dass du mit deinem Vater zusammen wohnst?

    Ich weiß nicht, was du tun sollst. Wenn ich mich gefangen und ständig innerlich auf der Flucht fühlen würde, würde ich wahrscheinlich früher oder später anfangen über eine räumliche Änderung nachzudenken (Auszug/Umzug).

    Hallo lenvan,

    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Puh, ja, das stelle ich mir sehr beklemmend vor, die Alkoholabhängigkeit deines Vaters so nah mitzuerleben. Hast du denn deine Rückzugsmöglichkeit in deiner Wohnung, die er auch respektiert? Wohnt er in einer separaten Wohnung im Haus?

    Ich bin auch erwachsene Tochter eines Alkoholikers, allerdings lebt mein Vater schon seit einigen Jahren nicht mehr und ich bin damals mit 20 Jahren von zuhause ausgezogen, das war noch bevor es mit meinem Vater erst so richtig schlimm wurde. Selbst aus der räumlichen Entfernung hat es aber gereicht weitere Spuren bei mir zu hinterlassen.

    Liebe Grüße,
    Seepandarine

    Hallo Engel,

    da tut sich viel bei dir aktuell - auch wenn das unangenehm ist, freu ich mich für dich, dass du dich auf deinen Weg gemacht hast. <3

    Keine Wut bei Grenzüberschreitungen zu empfinden kenne ich. Ich war nicht wütend auf meinen Vater, wenn er betrunken angerufen hat und ich der seelische Mülleimer war. Ich war weder in der Lage aufzulegen, noch dazu einfach nicht ans Telefon zu gehen, noch hat es mich wütend gemacht. Auch heute rückblickend spüre ich die Wut nicht. Und ein Teil von mir denkt: "Noch nicht. Vielleicht kommt das ja noch. Ich glaube das wäre gut."

    Warum ist das so? Wenn ich als Kind zb geschlagen wurde, weiß ich doch genau wie schlimm das ist und würde es doch nie meinen Kindern antun?

    Ich ordne das für mich aktuell so ein:

    Wie schon geschrieben wurde, lernen die Kinder zum einen am Modell aus ihrer Umgebung. Wenn da vorgelebt wird, dass z.B. regelmäßig Alkohol getrunken wird, ist das meine Normalität als Kind, kann sein, dass ich mir das abschaue.

    Zum anderen bildet sich in alkoholkranken Familien oft ein gewisser Umgang innerhalb der Familie heraus, um überhaupt weiterhin mit dem suchtkranken Familienmitglied als Familiensystem bestehen zu können.

    Dazu gehören ein Verschweigen und Leugnen, also nicht über das wahrgenommene Verhalten, aber auch die empfundenen Gefühle oder "Atmosphären" in der Familie sprechen zu können. Kinder nehmen ja sehr wohl eine angespannte Stimmung oder ggf. Wesensveränderung beim trinkenden Elternteil wahr. Oft gibt es in der Familie dann aber keinen Raum darüber sprechen zu können, es wird totgeschwiegen. Die Kinder haben kein angemessenes erwachsenes Gegenüber, um "Sinn" aus ihren Empfindungen machen zu können.

    Neben Leugnen und Verschweigen ist es auch noch die Isolation - häufig sind die Familien nach außen isoliert, was die Alkoholthematik angeht (salopp: "Was sollen die Nachbarn denken, wenn die das wüssten!"), aber eben auch die Familienmitglieder untereinander (siehe Absatz oben).

    Ein Erwachsener, der in solchen Verhältnissen aufgewachsen ist, tut sich oft mit seinen eigenen Gefühlen, Empfindungen und Bedürfnissen schwer, hat teilweise keinen oder wenig Zugang dazu, hat auch nicht gelernt, wie das gehen könnte, sich selbst zu regulieren. Und da kann dann leider der Alkohol ins Spiel kommen, der kurzfristig unangenehme Empfindungen, Gefühle und Gedanken betäubt. Wenn ich dann Missbrauch betreibe und Alkohol nutze um mich zu regulieren, ist die Abhängigkeit auch nicht mehr weit weg.

    Hallo Sternenfee,

    herzlich Willkommen hier!

    Wenn es für dich ein Problem ist, dann ist es ein Problem.

    100 Prozent Zustimmung hierzu! Da ist es egal, ob er abhängig ist oder nicht. Das Trinkverhalten deines Mannes taugt dir nicht, was kannst du für dich tun, um dich in dem Punkt ernst zu nehmen?

    P.S.: Ich kenne das mit dem Alien/Außenseiter sein auch von mir in der Freundesgruppe meines Mannes. Auch ein Hochkonsum-Freundeskreis und ich habe lange gebraucht, bis ich weg gekommen bin von dem Film "Mit mir ist etwas falsch!" hin zu - "Ich passe hier halt nicht mehr rein, in die Trinkabende. Es gibt Freundeskreise, die fast nichts trinken. Ich bin nicht falsch! Nur in einem für mich nicht mehr passenden Kontext".

    Liebe Grüße und gutes Ankommen,

    Seepandarine

    Guten Morgen,

    Noch eine Ergänzung zur aktuellen Beziehung mit meinem Mann.

    Gestern Abend habe ich etwas über Entscheidungen gelesen. Ich kann mich entscheiden zwischen:

    Die Situation annehmen wie sie gerade ist

    Die Situation verändern

    Die Situation verlassen.

    Unsere Beziehung nehme ich grade in einem Schwebezustand war. Ich habe mich bisher gescheut klipp und klar zu sagen "Wir sind getrennt. Das wird nix mehr.". Und gleichzeitig habe ich die aktuelle Situation (wir sehen uns 1-2 mal pro Woche, führen dabei oberflächliche Gespräche) nicht angenommen. Irgendwas zieht an mir. Ich glaube ich möchte die Situation gerne verändern, heißt nochmal offen mit meinem Mann reden über das, was mich in Bezug auf unsere Beziehung bewegt, vor allem seine Sichtweise hören und was ihn wirklich innerlich bewegt. Ich erhoffe mir, dass ich aus dem Gespräch oder den Gesprächen dann für mich klar bekomme, ob ich mir in naher Zukunft eine Fortführung der Beziehung vorstellen kann/wünsche. Wenn nicht, möchte ich die Trennung offen aussprechen.

    Das ist nun alles weg. Mein Leben wird ruhiger und ich habe auf einmal soviel freie Zeit. Ich bin auf Entzug und mir wird klar, dass ich nie so wirklich auf mich und meine Bedürfnisse geschaut habe. Das ist nun meine Aufgabe. Eine neue Beziehung, in der ich mich dann wieder auf jemanden "beziehe", ist noch echt weit entfernt. Ich lerne mich nun besser kennen und baue eine "Beziehung" zu mir auf. Solange ich immer noch gefühlsmäßig gedanklich zurückfalle, bin ich auch nicht bereit einen neuen Mann in mein Leben zu lassen. Das zu akzeptieren fällt mir auch noch schwer, irgendwie war immer ein Mann in meinem Leben, ich war nie wirklich lange Single.

    Hallo Engel11,

    ich finde mich sehr wieder, in dem was du schreibst. Eine Beziehung zu mir selbst aufbauen, bei mir bleiben. Gleichzeitig klopft bei mir der Drang nach Beziehung zu einem Mann immer wieder an. Ich bin dankbar, dass ich es wahrnehme und nicht ausagiere. Ich war bisher auch nie lange Single, in den letzten 20 Jahren nicht mal ein Jahr. Danke, dass ich hier nochmal so deutlich und klar lesen kann, welchen Weg ich jetzt gehen möchte.

    Hallo liebes Forum,

    Die Zeit vergeht weiter wie im Flug. Der Mai war insgesamt relativ voll mit Umzug und auch Sonderterminen auf der Arbeit und Fortbildung. Jetzt im Juni kehrt vorübergehend etwas Ruhe ein. Einerseits merke ich, dass ich mir viel mehr von dieser Ruhe im Außen wünsche, um mehr hier in meiner neuen Lebensrealität anzukommen und gleichzeitig merke ich, wie dann eine Art innere Unruhe in mir hochkommt und ich mit verschiedenen Strategien versuche sie zu vermeiden - die eigentlich alle darauf hinauslaufen, dass ich etwas tue, gedanklich oder tatsächlich im Außen. Ich sehe es als Fortschritt, dass ich mich bei diesen Strategien beobachten kann, das also nicht komplett im "Blindflug" passiert, sondern ich mich dabei auch wahrnehme. Auch ein gewisses Verantwortungsgefühl für meinen Mann und Sorgen, ob er alles alleine hinbekommt, klopfen immer mal wieder an. Meine co-abhängigen Anteile.

    Hallo liebes Forum,

    die letzten Wochen sind vergangen wie im Flug. Sie fühlen sich einerseits so kurz an und andererseits wie eine so unendliche lange Zeitspanne. Seit Mitte April habe ich die Schlüssel für meine Wohnung, seit ca. 10 Tagen wohne ich jetzt hier und seit heute sind alle Möbel aufgebaut, Vorhänge angebracht und es ist richtig gemütlich, ich fühle mich wohl hier. Eine Küche fehlt noch, die kommt erst Anfang Juli. Aber ich behelfe mir bis dahin anderweitig - da ist das sich anpassen können hilfreich ;)

    Zu meinem Mann habe ich weiterhin Kontakt, tiefe Gespräche sind immer noch Fehlanzeige. Gestern war ich zum Kaffeetrinken bei ihm und es war an sich schön, ich möchte gerne auf einer freundschaftlichen Ebene mit ihm befreundet bleiben, wir haben ja auch unsere Katzen miteinander. In solchen Momenten stelle ich meine Entscheidung manchmal in Frage, frage mich, ob ich vorschnell gehandelt habe. Dann bekomme ich aber, so heute, von anderen mit, dass und wie viel mein Mann trinkt und das holt mich dann relativ schnell wieder aus diesem In-Frage-Stellen heraus. Als mich heute ein Freund, den ich zufällig auf der Straße getroffen habe, angesprochen hat auf sein Trinken, habe ich gemerkt, dass es mir schwer auf der Brust wurde und ich dann meinen Spaziergang erst mal mit einer gewissen Aufregung fortgesetzt habe. Da ist natürlich nach wie vor die Angst, dass er jetzt erst so richtig abrutscht. Ich mache mir auch Sorgen, über ... Gedächtnisaussetzer? ... die ich nicht ganz deuten kann. Ich beobachte sie schon länger an ihm, weniger in Situationen, in denen ich den Eindruck hätte, dass er betrunken war, sondern im ganz normalen Alltag. Sich nicht an Gespräche vom Vortag erinnern können, unterschiedliche Varianten von Ereignissen erzählen (ich weiß gar nicht, ob ihm letzteres bewusst ist). Neben dem Alkohol ist er auch recht starker Raucher, das hat sich in den letzten Jahren auch vermehrt. Für die Organe, auch das Gehirn, ist ja beides nicht förderlich, in Kombination schon drei Mal nicht. An der Stelle darf ich aber schauen, dass ich mich nicht zu sehr reinziehen lasse. So weh es mir tut, bei diesem Verfall zuzusehen, mein Mann leugnet und braucht natürlich entsprechend auch keine Hilfe.

    Ich kann gerade nicht vorhersehen, wie mir in den nächsten Wochen der Kontakt zu meinem Mann gelingt, wenn wir uns sehen weil ich Katzenfutter bringe oder wir uns auf einen Kaffee treffen. Es wird sich zeigen, ob ich zwischenzeitlich mal mehr Abstand brauche. Heute habe ich einen für später im Jahr gebuchten gemeinsamen Urlaub storniert, bei dem er sich bis zuletzt Hoffnungen gemacht hat, dass wir da evtl. auch trotz Trennung gemeinsam hinfahren. Aber das will ich mir dieses Jahr nicht leisten bei den Mehrkosten durch die eigene Wohnung. Es hat weh getan heute zu stornieren, dieser Urlaub war ein Ritual geworden und eines der Dinge, die Lichtblicke in der Beziehung waren. Und auch das gehört dazu, die Trauer jetzt langsam zuzulassen, wenn es ruhiger wird im außen. Vielleicht sogar mal etwas von der Kontrolle abgeben, kontrollieren zu wollen, wann denn Zeit zum Trauern ist (und wann auf keinen Fall!). Wieder ein zweischneidiges Schwert - einerseits hilft sie mir sehr gut aktuell nach außen hin zu funktionieren, andererseits lassen sich Gefühle und deren Prozesse ja nur bedingt kontrollieren bzw. irgendwann nur noch mit großer Anstrengung im Zaum halten.

    Liebe Schnatterente,

    Die Aussage der Suchtberatung wundert mich auch (arbeite selbst im Suchthilfesystem), aber wie Aurora schon schrieb, ist es letztlich egal, denn entscheidend ist, dass für dich etwas nicht passt in der Beziehung. Es muss nicht erst das Label "Sucht" erhalten, bis du darauf reagieren kannst/darfst. Ich möchte dich gerne ermutigen dich selbst und deine Empfindungen ernst zu nehmen!

    Ich habe mich hier als erwachsene Tochter eines (verstorbenen) Alkoholikers angemeldet, in der Zwischenzeit hat sich meine Situation so entwickelt, dass ich auch nicht mehr mit dem Alkoholkonsum meines Mannes klar komme bzw. mir das jetzt endlich offen eingestehe und mir zugestehe, dass ich danach auch handeln darf. Ich weiß nicht, ob mein Mann abhängig ist oder nicht. Spielt aber auch keine Rolle, denn die Dinge, die ich beobachte an ihm und erlebe mit ihm lösen in mir aus: "So will ich keine Beziehung mehr führen" und da darf ich mich ernst nehmen. Einsicht ist bei ihm auch nur begrenzt vorhanden. Nach dem letzten Vollsuff war er einsichtig, seither kam er auch nicht mehr so heim. Dennoch hat er recht munter heimlich weiter getrunken und/oder mich bezüglich der Trinkmenge angelogen.

    Wo ist denn deine eigene Grenze, wenn es um Umgang mit dir in der Beziehung geht? Du schreibst dein Mann verhält sich verbal aggressiv und respektlos dir gegenüber.

    Herzlich,
    Seepandarine

    Hallo Moni,

    herzlich Willkommen hier!

    Mir hat ein zeitweiliger Kontaktabbruch zu meinem Vater sehr gut getan. Ich war damals deutlich belastet, er hat regelmäßig betrunken angerufen. Ich habe es nicht geschafft, mich selbst von ihm zu distanzieren, er hat dann den Kontakt abgebrochen und ich habe dann erst gemerkt, wie gut mir das tut und wie wichtig das für mich war. Wir hatten dann nach ca. 1 Jahr wieder oberflächlichen Kontakt (Karten und Anrufe zu Geburtstag und Weihnachten, vielleicht 1-2 Mal im Jahr treffen, alle paar Wochen mal kurz telefonieren). Mein Vater hatte allenfalls Trinkpausen, wirklich stabil abstinent war er in meinen Augen nie. Es kann auch gut sein, dass er bei manchen unserer oberflächlichen Kontakten angetrunken war (er war vom Trinkmuster her eher Spiegeltrinker), wir hatten jedenfalls keinen Kontakt mehr, wenn er völlig betrunken war, das wollte ich nicht mehr und habe ihm das auch so gesagt.

    Mein Vater wusste und hat sich das auch eingestanden, dass er alkoholabhängig ist. Eine tiefgreifende Änderung in seinem Leben hat es aber nicht gegeben, auch wenn er die letzten ca. 10 Jahre seines Lebens überwiegend in Einrichtungen des Suchthilfesystems verbracht hat (Suchtreha, Adaption, soziotherapeutische Einrichtungen).

    Herzlich,
    Seepandarine