Hallo Sonnenschein CoA , ich bin irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen und habe dann zum Glück auch sehr lange geschlafen. Aufgewacht und zack wieder geweint. Habe es geschafft einer Freundin zu schreiben und wir waren 3 Stunden lang spazieren und haben geweint, denn sie hat sowas ähnliches vor kurzer Zeit auch durchgemacht.
Ich komme immer noch nicht damit zurecht, dass es das jetzt quasi gewesen sein soll. Was wir alles zusammen aufgebaut haben, wie wir uns entwickelt haben, was wir alles teilen und erlebt haben, erleben wollten und wie das alles zerfällt. Ich muss mich konstant selber zurückhalten, nicht mit ihm zu reden oder an seine Zimmertür zu klopfen. Gestern Abend hatte ich ihm beim Spazieren noch geschrieben und gefragt, ob er zuhause ist - einfach weil meine Gefühle so stark sind - ich weiß aber, dass mir das nichts bringt. Heute morgen hat er mich gefragt, ob ich Brötchen haben will, ich habe abgelehnt und danach wieder geweint. Ich bin konstant damit konfrontiert, wie sehr ich ihn vermisse und wie sehr er versucht, dass alles wieder "normal" wird, ohne etwas richtiges zu unternehmen. Ich bin wirklich zerrissen.
Ich weiß ja, was ich tun muss, aber es kommen trotzdem Selbstzweifel. Was ich mit der Forderung eines Arztbesuchs bezwecken wollte, war ja, dass er sich Hilfe sucht und das hat er ja eigentlich schon damit angefangen, dass er stattdessen zum Sozialpsychiatrischen Dienst gegangen ist. Ich bin mir unsicher, ob ich zu hart zu ihm bin. Er hat gestern so viel eingestanden und der eine Satz von ihm geht mir auch nicht mehr aus dem Kopf - dass er dankbar ist, dass ich so lange versucht habe, ihm zu helfen. Das triggert mich enorm. Ich will ihm helfen und ich will ihn beschützen, aber es funktioniert nicht, wenn er das nicht annimmt. Ich möchte einfach alles versucht haben.
Liebe Grüße,
Halbmond