Dankeschön für die lieben Worte. Es ist einfach eine irreale Situation, die man vielleicht nur nachvollziehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Ich habe tiefes Mitgefühl, was dir damals passiert ist. Die Erinnerung an die lieben Menschen wird immer bleiben ![]()
Beiträge von Elara
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Danke Aurora und Tabsi für die lieben Worte.
Ja, ich weiß, dass ich vielleicht viele schöne Momente verpasse, aber momentan schaffe ich es einfach nicht mich zu trennen.
Vielleicht braucht es noch mehr „leere“ Versuche von meinem Mann, um es wirklich zu realisieren, dass er es nicht schafft, diesen verdammten Alkohol einfach stehen zu lassen.
Und vielleicht ist es auch die Angst vor dem Alleinesein, wenn man sich trennt und niemand mehr da ist, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Bei meiner ersten Trennung war ich psychisch so am Boden, dass es die einzige Chance für mich war, zu überlegen. So war zumindest mein Gedanke. Im Nachhinein erschreckt es mich, dass ich damals „einfach“ alles so zurückgelassen habe. Aber ich war wie in einem Tunnel und wollte nur noch weg.
Soweit bin ich momentan noch nicht.
Weshalb ich nicht zu einer f2f Gruppe gehe, ist eigentlich die Angst, dass alle einem vermutlich raten werden, ihn zu verlassen. Aus den vielen Fäden die ich gelesen habe, weiß ich, dass es viele nicht schaffen oder jahrelang dazu brauchen. Zu dieser Gruppe gehöre ich wohl, auch wenn es für mich schmerzhaft ist und mich viel Kraft kostet.
Ich bin froh, diese Online-SHG gefunden zu haben und werde mir hier jetzt öfter meine Sorgen von der Seele schreiben (wie eine Art Tagebuch).
Heute ist meine Enkelin gegangen und ich habe sie mit einer Meditation begleitet. Aber die Trauer ist da, auch wenn ich sie nicht kennenlernen durfte.

Morgen kommt mein Mann aus der Klinik und ich hoffe, dass er wenigstens bis zu dem Konzert trocken bleibt. Ich bin ja schon für kleine Schritte und Momente dankbar.
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Liebe Mitglieder im Forum.
Ich muss mich jetzt hier mal auskotz…. Normalerweise versuche ich, alle meine Probleme alleine zu bewältigen, aber momentan ist es einfach so viel, dass ich mal darüber schreiben muss.
Und ja, ich weiß, dass ich als sog. Co teilweise mit Schuld an dem Dilemma bin und dass es eine Möglichkeit gibt, da raus zu kommen….. nämlich „einfach“ zu gehen.
Wie ich aus vielen Fäden gelesen habe, dauert es bei vielen lange Jahre, bis sie endlich soweit sind und es wirklich durchziehen.
Mein Mann war letzten November nach meinem Fahrradunfall 10 Tage in der Klinik und hat mich mit meiner luxierten Kniescheibe einfach alleine mit unseren 5 Tieren gelassen.
Aber…. er kam nach Hause und war mal wieder voller Euphorie, dass es diesmal funktionieren wird und er nie wieder Alkohol trinken wird. Er hatte dann noch eine Tablettenumstellung für seine Depressionen und es ging ihm gut.
Ja, es ging ihm dann irgendwann zu gut, und dann kam wieder das erste Bier. Nach über 9 Wochen Abstinenz. Die Zeit seiner Abstinenz war einfach nur schön, wir sind zusammen im Rahmen meiner Möglichkeiten nach der Knie-OP mit dem Hund spazieren gegangen, hatten guten Gespräche, viele Pläne für das neue Jahr usw.
Meine Anmerkung, dass er jetzt ein Leben wieder aufgibt, in dem es ihm nie morgens schlecht war, er keine körperlichen Probleme/Schmerzen hatte, er motiviert war, mit dem Hund jeden Tag kilometerlange Spaziergänge gemacht usw. wurden wie bei so vielen anderen weggewischt. Bier erst nach vier ….. blablabla.
Dann natürlich nahm die Trinkmenge wieder rasch zu und das Leid nahm seinen Lauf. Er war dieses Jahr einmal in der Klinik zur Entgiftung und aktuell ist er wieder in einer anderen Klinik (auch wieder Alkohol). Aber aus seiner Sicht ist ja die familiäre Thematik schuld, weil es ihn so mitnimmt, dass meine ungeborene Enkelin diese Woche sterben wird, weil sie schwerstbehindert ist. Ich komme ja alleine damit zurecht und er bekommt einen Nervenzusammenbruch und geht in die Klinik.
Es ist noch nicht mal das erste Quartal vorbei und wir sind schon wieder beim zweiten Klinikaufenthalt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft er letztes Jahr in der/den Kliniken war (6 mal, 7 mal?).
Nach der ersten Entgiftung dieses Jahr war ich am Freitag mit meiner Musikgruppe unterwegs und er wollte in seine frühere Stammkneipe gehen (ich hatte schon meine Bauchschmerzen, aber ich bin nicht seine Aufpasserin). Abends habe ich ihn dann abgeholt (er wollte eigentlich noch, dass ich mit reinkomme, aber ich war einfach nur müde), er kam aus der Kneipe und konnte nicht mehr gerade laufen. Da ist mal wieder jegliche Hoffnung verloren gegangen. Und nein, er hat nicht zuviel getrunken, er kann doch noch gut laufen usw. Zu Hause bin ich einfach nur ins Bett, er wollte noch kuscheln, aber ich habe mich weggedreht, weil es mich nur geekelt hat. Und am nächsten Morgen dann natürlich wieder, dass es ihm leid tut usw. Und dann nachmittags wieder das nächste Bier.
Ja, er hat auch eine Langzeittherapie hinter sich, die er aber nicht auffrischen, wiederholen will, weil es ihn nicht weiterbringt, weil er weiß ja, dass er mit dem Trinken aufhören muss. Aber er ist ja leider zu schwach dafür und es sei eine Krankheit, die man leider nicht therapieren kann (ja, es gibt halt nicht den Gips oder die Pille wie bei anderen Krankheiten, aber ich bin zweimal die Woche beim Gerätetraining und zweimal beim Physio, mache zu Hause Sport und Dehnübungen, damit ich mit meinem operierten Knie wieder fit werde). Aber vielleicht ist gerade das auch das Problem, dass bei mir ja immer alles funktioniert, weil ich ja stark bin und mit allen Problemen einfach so fertig werde. Aber wie einsam ich oft bin, weil ich über ihn und sein Problem mit niemandem reden kann, weil ich niemanden habe, mit dem ich mal über meine Sorgen und Ängste sprechen kann (weil es ihm sonst gleich wieder zuviel ist und er einen Nervenzusammenbruch hat).
Toll, er ist in der Klinik und hat so viele Menschen, mit denen er sich so gut unterhalten kann, weil die ihn ja verstehen.
Und ich bin mit der ganzen Rotze alleine zu Hause, kümmere mich um Hund, Katze, Maus, Haus, gehe ich in die Arbeit, bin noch für meinen Sohn und seine Frau da, wegen dem ungeborenen Baby, weil ich bin ja so stark und brauche keinen.
Dann kommt wieder das Argument, dass er ja Ende der Woche wieder zu Hause ist (und natürlich nie wieder etwas trinken wird außer Wasser und Tee) und er mir dann Rückhalt geben wird. Bin mal gespannt, was er damit meint.
In ein paar Wochen ist ein Konzert von meiner Musikgruppe. Und er hat sich angeboten, beim Catering etc. mitzuhelfen. Eigentlich sollte ich mich freuen, aber ich habe Panik, dass er aufgrund der stressigen Situation dann doch wieder das eine oder andere Bier trinkt und dann gegen abends mal wieder komplett voll ist. Das schlimme ist, dass ich mich dann für sein Verhalten schäme, ich habe schon überlegt, dass ich ihn dann einfach stehen lasse und nach Hause fahre, wenn er wieder trinkt. Weil ihm ist es ja nicht peinlich, „voll zu sein wie ein Eimer“, wie er öfter über andere lästert, die torkelnd irgendwo rumhängen.
Ja, warum trenne ich mich nicht „einfach“? Wenn jemand gehbehindert ist, verlässt man ihn auch nicht einfach, nur weil man sich vielleicht ein einfacheres Leben wünscht?
Zum Jahreswechsel hatte ich mir eine Eigentumswohnung angesehen, die ich mir zur „Sicherheit“ kaufen wollte, wenn es mit ihm vorbei ist. Natürlich hat er das dann irgendwann mitbekommen und war komplett enttäuscht, weil ich ja mal wieder nicht an ihn glaube und doch keine Wohnung brauche. Das war noch in der abstinenten Phase und ich hab mich Scheiße gefühlt.
Wie Aurora geschrieben hat, das Leid hinter den Türen sieht kaum jemand und wie schwer es ist, sich daraus zu lösen.
Ich schaffe es einfach nicht, mich von ihm zu trennen, weil er immer noch oder wieder am kämpfen ist und versucht, abstinent zu werden. Vielleicht nicht mit der richtigen Ernsthaftigkeit, aber er säuft ja nicht einfach vor sich hin.
Leider bin ich nicht so abgebrüht, einfach die Beziehung zu beenden und meiner Wege zu gehen.
Ich hoffe, ich werde hier nicht wieder rasiert wegen meiner Schwäche und dass ich die Alkoholabhängigkeit unterstütze, aber ich hab momentan keine andere Möglichkeit, über meine Gedanken, Sorgen, Ängste zu reden/schreiben.
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Als ich meinen Mann kennen lernte war er vermutlich schon Alkoholiker. Da ich mich aber vorher nie mit dem Thema Alkoholabhängigkeit befasst hatte, habe ich wirklich erst beim Lesen hier im Forum begriffen, dass ich ihm nicht helfen kann, sondern nur er die Wendung machen kann. Und deshalb war ich vermutlich jahrelang co-abhängig ohne es zu wissen, dass es falsch ist was ich tue. Es ist nur so dass ich vielleicht so erzogen wurde anderen zu helfen und an sie zu glauben. Aber die Alkoholsucht ist wirklich anders als andere Krankheiten bei denen Fürsorge einfach nur dazu gehört.
Ich weiß nicht ob es jetzt hierher gehört, aber es war mir einfach wichtig zu sagen, dass nicht jeder von Geburt an Experte für Alkoholismus ist sondern eigentlich mit dem Erleben dazulernt. -
Zum Thema „psychosomatische Therapie“: er war letztes Jahr 15 Wochen in der Langzeittherapie und ihm wurde nicht nur dort, sondern auch bei anderen Aufenthalten von den Therapeuten und Ärzten immer gesagt, dass er dringend eine psychosomatische Therapie braucht.
Und momentan ist es auch so, dass er angeblich erst wieder in 3 oder 4 Jahren eine Langzeittherapie beantragen kann.?.
Er weiß, dass er Alkoholiker ist und ihm ist auch klar, dass er nur mit Abstinenz weiterkommt.
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Guten Morgen,
mein Mann ist seit seiner Entlassung aus der Entgiftung am 04.12. immer noch abstinent und es geht ihm aus meiner Sicht gut. Er isst endlich vernünftig und geht lange mit unserem Hund spazieren. Das Thema „Alkohol“ schweigen wir momentan aus. Im Januar hat er einen Termin beim Hausarzt und er möchte hier versuchen eine psychosomatische stationäre Therapie zu bekommen. Leider bekommt er bei der Einweisung immer das Thema „Alkohol“ mit eingetragen. Mal sehen, ob es mit der Bewerbung in der Psychosomatik klappt. Aber ich kümmere mich nicht mit darum, weil es sein Ding ist. Abends beim Einschlafen hab ich nur oft Panik vor dem Rückfall. Ja klar, soll man an den Partner glauben, aber ich habe wie viele andere einfach schon zu oft erlebt, wie schnell der Rückfall kommen kann.
Soll ich mich jetzt schon gedanklich darauf vorbereiten, wie ich nach dem nächsten Rückfall reagieren soll (ausziehen und trennen), oder soll ich die Zeit einfach mal genießen und abwarten, was passiert? Ich weiß, dass das eine blöde Frage ist, aber es geht einem oft so viel durch den Kopf, mit dem man in der Regel alleine ist, weil ich mit meinen Kindern, Freunden etc. über sowas gar nicht reden kann. Deren Antwort kenne ich nur zu gut, um mein realer Kopf sagt ja auch, dass ich ohne Beziehung freier bin, weil ich mich nur um mich zu kümmern brauche. Aber nachdem er momentan „normal“ ist, hoffe ich halt doch immer noch auf eine dauerhafte Änderung.
In den vielen Fäden, die ich mittlerweile gelesen habe, sehe ich oft viele Ähnlichkeiten und wie schwierig es ist, die richtige Entscheidung zu treffen bzw. eine Trennung wirklich durchzuziehen.
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Fühlst du dich nicht gesehen? Was hat dein Zustand mit den Alkoholikern hier im Forum zu tun? Hier säuft keiner mehr.
Oder soll das eine innere Abrechnung sein, weil das Saufen Negatives verursacht? Das ist bekannt. Und zwar auf beiden Seiten: Der eine lässt es laufen und versucht, den Säufer trocken zu legen, der Säufer hört zu und säuft weiter, weil er es anders sieht.
Der Alkoholiker trägt seinen Teil. Der Co-Abhängige trägt seinen Teil. Das sind zwei völlig verschiedene Verantwortungsbereiche, die sich nicht vermischen lassen. Es gibt kein „Zusammen“ im Sinne einer gemeinsamen Diagnose oder einer geteilten Schuld.
Am Ende bleibt es immer ein „Ich“. Und jeder muss seinen eigenen Anteil sehen und damit klarkommen.Forum
Hallo Hartmut,
ich möchte hier niemandem zu nahe treten. Vielleicht war es falsch, meine Sichtweise hier im anderen „Forum“ darzustellen.
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Liebe maibisjuni
Ich wäre lieber mit ihm zusammen – doch das ist nicht möglich, da er immer wieder dem Alkohol verfällt.
Ich weiß im Moment nicht, wie ich wieder Freude am Leben finden soll.
ich kann das nachempfinden. Früher habe ich mich geschämt, dass ich immer alleine unterwegs bin und wurde auch oft von Bekannten angesprochen, warum mein Mann nicht dabei ist. Mittlerweile ist es mir einfach egal und ich genieße meine freie Zeit. Und wenn es mir doch mal schlecht geht, habe ich meine Hündin, mit der ich kuscheln kann und die mich versteht.
LG Elara
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Liebe Norex,
diese Eifersuchtsszenen kenne ich nur zu gut. Aber mittlerweile ist es mir egal, weil es mein Leben ist und ich nicht den ganzen Tag oder das Wochenende zu Hause bleiben will und mir das Elend anzuschauen. Sondern ich muss raus und dann wird eben auch mal eine Nachricht blockiert. Wenn es etwas lebensbedrohliches ist, gibt es immer noch die 112 für denjenigen. Früher war ich auch so, dass mir eine tolle Radtour oder den Urlaub versauen habe lassen, weil er angeblich gerade im Sterben liegt. Und als ich dann zu Hause war, saß er quietschvergnügt und volltrunken da und hat mich entweder ignoriert oder dumme Sprüche abgelassen. Da habe ich mir geschworen, das nie mehr zu machen.
Fühl dich gedrückt.
LG Elara
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Hallo liebe Alkoholiker (ich gender jetzt mal nicht, sondern schreibe allgemein),
ich respektiere die Krankheit Alkoholismus und wie schwer es ist, damit umzugehen, geschweige daraus auszubrechen. Und ja, es gibt oft wenig Hilfe, auch wenn das in der Öffentlichkeit immer so als einfach dargestellt. Geh doch da oder da hin, in eine Klinik, in eine Selbsthilfegruppe usw.
Als Angehörige eines Alkoholiker mit Depressionen bitte ich euch aber, immer auch an die Angehörigen zu denken und was ihr damit anrichtet, wenn ihr weitertrinkt. Aus den vielen Fäden, die ich hier schon gelesen habe, die oft mit dem bitteren Ende ausgehen und eine tiefe Trauer, aber auch Selbstvorwürfe bei den Angehörigen hinterlassen, würde ich mich freuen, wenn ihr nicht nur im Form „Alkoholiker“ lest, sondern auch mal querlest und auch mal die Sicht der Angehörigen seht.
Tut mir leid, ich möchte nicht übergriffig sein, dafür ist das Thema viel zu schmerzhaft, aber vielleicht rüttelt es doch wach.
LG Elara
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Liebe Aurora,
ja, das kenne ich unter anderem aus meiner ersten Ehe (mit einem Narzissten), wo ich 28 Jahre gebraucht habe, um das zu erkennen und die Konsequenzen zu ziehen. Und ja, was du schreibst mit den Gedanken, Ängsten, die eine Trennung mit sich zieht, ist es bei mir ähnlich. Man will das ja nicht nochmal durchleben, aber zu bleiben ist genauso anstrengend. Mal sehen was wird, und muss ich eh erst mal mein Knie nach einer Knieluxation operieren lassen und das hilft vielleicht auch, nochmal in Ruhe über alles nachzudenken und die Zeit arbeiten zu lassen, was aus der derzeitigen Euphorie seitens meines jetzigen Mannes wird.
Liebe Grüße Elara
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Mein Mann ist heute von der 10-tägigen Entgiftung nach Hause gekommen. Noch ist er zuversichtlich und trinkt nur Tee, Wasser und Spezi. Nächste Woche hat er einen Termin mit der sozialpädagogischen Beratung, ob evtl. eine ambulante Therapie möglich ist. Scheinbar haben sie ihn in der Entgiftung doch etwas geerdet. Im Januar möchte er noch mal in die Klinik und seine Depressionstabletten umstellen lassen. Bis dahin will er auf alle Fälle abstinent bleiben und bis dato auch danach. Ich möchte ja nicht schwarzmalen, aber ich würde es mir wünschen, dass er es schafft, aber es wiederholt sich einfach immer wieder bis der Tag X kommt, an dem angeblich irgendwas ganz schlimmes ist, das ihn aus der Bahn wirft und er wieder zu trinken anfängt. Ich arbeite auf alle Fälle parallel an „Plan B“. Mein Traum ist ein TinyHouse mit einem kleinen Garten, wo ich mit meinen Tieren einfach nach meinen Vorstellungen leben kann. Vielleicht muss es auch so sein, dass man sich trennt, damit man sich wieder näher kommen kann. Wenn der Wille und die Einsicht da bleibt ….
Sy, dass ich so negativ denke.
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c.o.ma Danke für die nachdenklichen Worte. Ja, das ist es auch, was mir alles durch den Kopf. Zum Glück ist er finanziell versorgt (wir leben in seinem Haus, er hat eine gute EU-Rente) und ich brauch mir finanziell eigentlich auch keine Gedanken zu machen. Was ich am meisten vermisse ist Empathie, Interesse an unserem gemeinsamen Leben, gemeinsame Unternehmungen und nicht nur „seine“ Probleme, Sorgen diskutieren zu müssen.
Und ja, wie weit muss jemand fallen, um aufzuwachen. Vielleicht gibt es für manche Menschen keine Chance dafür.
Ich frage mich wirklich, ob es eine gute Beziehung mit einem „Abhängigen“ geben kann oder ob es immer darauf hinaus läuft, dass man wegläuft oder das durchsteht bis zum bitteren Ende.
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Hallo Leonia,
danke für die lieben Wünsche.
Ja es ist nicht einfach sich zu entscheiden….und wenn man so die Fäden der anderen Menschen hier liest, hat man wenig Hoffnung, dass es positiv ausgeht.
Das wichtigste ist, dass derjenige einsieht, dass er ein „Problem“ hat. Aber selbst dann ist der Weg schwierig, weil es ja niemanden gibt, der dich irgendwo hinsteckt oder an die Hand nimmt, sondern du musst trotzdem aktiv daran arbeiten, um aus der Spirale rauszukommen. Und aus meiner Sicht fehlt Süchtigen (auch mit Depressionen) oft einfach die Kraft, um das anzupacken. Das ist leider die Realität.
Ich bin auch noch so stark am kämpfen und bin gerade daran „Plan B“ vorzubereiten.
Fühl dich auch gedrückt.
LG Elara
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Hallo Sonnenschein,
das ist das schmerzliche, das mir schon länger klar ist, dass er nicht mehr der Mensch ist, dass nicht mehr viel übrig ist. Und das schmerzt umso mehr.
Ich habe gerade den Faden von wieweiter gelesen und dabei vieles entdeckt, was auch auf mich zutrifft. Bei einem Termin mit seiner Hausärztin hat sie mir ganz klar gesagt, was passiert, wenn er nicht aufhört zu trinken. Ich werde mich von ihm trennen und ihm das auch so sagen, dass ich die Hoffnung verloren habe.
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Hallo Boss,
ja, das ist alles genau richtig, wie du es sagst und trotzdem erinnert frau sich oft an den Menschen, der er eigentlich immer noch ist.
Deshalb ist ja so schwer zu gehen.
Danke für die offenen Worte.
LG

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Hallo ich bin Elara und momentan ziemlich verzweifelt.
Ich bin nach einer 28 jährigen Beziehung und gescheiterten Ehe mit einem Narzissten wieder an den „Falschen“ geraten.
Nach meiner damaligen Trennung vor 8 Jahren habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt und mein erstes Bauchgefühl war: ein depressiver Alkoholiker.
Leider hat er mich mit seinem Charme und seiner damals noch lustigen Art eingelullt und ich bin relativ schnell bei ihm eingezogen. Dass er damals sehr viel getrunken hat, habe ich auf seine noch frische Trennung von seiner damaligen Ehefrau geschoben bzw. verdrängt.
In der ersten Zeit haben wir wirklich sehr viel gemeinsam unternommen, sind das Wochenende weggefahren, er hat mich wieder zum Radfahren gebracht und es war alles gut. Leider ist die Alkohlabhängigkeit mit den Jahren immer schlimmer geworden. Er konnte nicht mehr arbeiten, wurde ausgesteuert, danach Hartz-IV und am Ende Frührentner. Danach kamen zwei Schlaganfälle und schwere Depressionen dazu.
Letztes Jahr war er 15 Wochen auf Langzeittherapie und davor 8 Wochen trocken und ich hatte echt die Hoffnung, dass doch noch alles „gut“ wird.
Nachdem er wieder zu Hause war, hat er nach einigen Wochen wieder mit dem Trinken angefangen. Angeblich war jemand schuld, der ihn schlecht behandelt hat und deshalb wieder „ein“ Bier getrunken hat, was dann letztlich wieder in dem normalen Alkoholkonsum geendet ist.
Dieses Jahr war er 5 mal zum Entgiften in Kliniken, aber wenn er wieder zu Hause ist, geht alles wieder von vorne los. Mittlerweile ist scheinbar seine Leber so geschädigt, dass er teilweise Delir hat (er wollte eine halbe Stunde lang von einer Tischlampe trinken, weil er dachte, es wäre ein Glas, hat sich in eine Zimmerecke gestellt und nicht verstanden, warum es nicht weitergeht usw.).
Aus seiner Sicht sind die Ärzte, die Gesellschaft usw. daran schuld, dass es ihm so geht, weil ihm niemand hilft. Mein Motto ist „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ (P.S.: ich bin nicht gläubig, aber das sagt man so). Das sage ich ihm relativ oft, weil man nicht warten kann, bis jemand kommt und einen rettet.
Ich versuche so gut es geht ihn zu unterstützen. Da ich berufstätig bin, lastet nebenbei der ganze Alltag auf mir (Einkaufen, Wäsche waschen, Wohnung sauber halten, Garten pflegen usw.) und es geht mir langsam die Kraft aus. Er ist den ganzen Tag zu Hause und schafft es mittlerweile nicht mehr, die normalen Tätigkeiten im Haushalt zu erledigen. Er duscht sich nur, wenn ich ihn extrem nerve, pflegt sich und seine Umgebung nicht und mittlerweile ekelt mich vor ihm. Neulich wollte er mich umarmen, da habe ich die Arme vor der Brust verschränkt und ihn abgewehrt. Seitdem ist er wieder beleidigt und frägt tausendmal, ob er sich zu mir setzen darf. Er versteht aber nicht, dass es an ihm liegt, dass ich eigentlich nichts mehr mit ihm zu tun haben will.
Nachdem es ihm richtig schlecht ging, ist er freiwillig in eine Klinik zur Entgiftung gegangen und bleibt dort vermutlich 2 Wochen (wenn er abbricht, ist er sein Leben lang gesperrt, weil er das schon öfter durchgezogen hat). Morgen wollte er mit dem Oberarzt sprechen, dass er länger bleiben kann. Heute morgen hat er sich beschwert, dass die sich nicht richtig um ihn kümmern, weil er „Rücken“ hat und er keine starken Schmerzmedikamente bekommt und er am liebsten abbrechen würde. Das ist immer sein Problem, dass es ihm nach ein paar Tage Entzug wieder relativ gut geht und dann wieder diese Überheblichkeit auftaucht, dass alles nicht so schlimm ist, dass er es lieber alleine schaffen will, weil ja alle doof sind ……
Aber zu der eigentlichen Frage aus meinem Titel: soll ich gehen oder bleiben. Aus einigen Forenbeiträgen, die ich so mitgelesen habe, aus Gesprächen mit meinen Kindern (aus erster Ehe), mit Freunden, Bekannten usw. weiß ich was ich tun sollte: gehen. Nur leider schaffe ich das nicht. Zweimal hatte ich mir schon eine Wohnung gesucht und war kurz davor, den Mietvertrag zu unterschreiben. Natürlich das übliche: Versprechungen usw., dass alles besser wird. Nur leider keine wirkliche Änderung.
Vor zwei Wochen hatte ich einen Fahrradunfall und liege momentan mit einer Streckschiene zu Hause und kann mich nur humpelnd versorgen. Als er noch da war, hat er mir immer wieder versichert, dass er für mich da ist und sich um mich kümmern wird, weil ich das ja auch immer für ihn mache. Wenn ich ihn aber dann um etwas gebeten habe, war die Stimmung schon nicht mehr so toll. Und dann hat er sich nach 3 Tagen in die Klinik verkrümelt. Dass ich mit 3 Katzen und 2 Hunden alleine zu Hause bin, war ihm egal. Ich habe auch nichts gesagt, weil ich nicht, wollte, dass er „wegen mir“ wieder seine Bedürfnisse zurück stellen muss.
Aber er fragt nicht wie es mir geht, ob ich alleine zurecht komme …. bei den Telefonaten geht es nur um ihn, dass ihm langweilig ist, dass sich ja niemand wirklich um ihn kümmert usw ….
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich zwar verheiratet bin, in Wirklichkeit aber eigentlich alleine bin und zurechtkommen muss. Da frage ich mich schon manchmal, was der Unterschied zum wirklichen Alleinsein ist: ich müsste mich nur um mich kümmern und hätte ihn nicht mehr am Hals. Es tut mir leid, dass ich so denke, aber ich habe einfach keine Kraft mehr. Ich habe meine Hobbys, bin oft alleine unterwegs, aber selbst wenn wir im Urlaub sind, bin ich alleine, weil es ihm so „schlecht“ geht und er nicht mitkommen kann oder will. Und wenn er mitkommt, ist es eigentlich nur stressig, weil er entweder dauernd auf Toilette muss oder keine Muße hat. Ich bin ein Mensch, der die Kleinigkeit am Wegesrand sieht und darüber glücklich ist, ich genieße die Natur, die Ruhe, die Aktivität, die Stille und ihm ist alles egal. Er interessiert sich für nichts mehr. Nur seine Krankheiten, Schmerzen, Probleme sind für ihn wichtig. Oft denke ich, dass er ein Hypochonder ist, weil er immer was anderes hat und sicher daran „sterben“ wird.
Warum ich dann nicht gehe?
Ich habe Angst davor, alleine zu sein, wieder gescheitert zu sein, das nicht alleine zu schaffen, mich wieder breitschlagen zu lassen….
Manchmal bin ich selbst überrascht, dass ich vor 8 Jahren alles hingeschmissen habe, da waren auch noch meine Kinder im Spiel, aber ich war so verzweifelt, dass ich einfach nur geflüchtet bin, sonst wäre ich in der Beziehung zugrunde gegangen. Aber die Zeit danach, mit all den Zweifeln, Schmerzen, Traurigkeit, Selbsthass usw. …. ich weiß nicht, ob ich das nochmal schaffen kann.Als ich vor einem Jahr gehen wollte, habe ich mit meinen Kindern darüber gesprochen und sie waren dafür, dass ich gehe. Als ich dann wieder einen Rückzieher gemacht habe, haben sie mich nicht verurteilt, aber ich habe gemerkt, dass sie nicht verstehen, warum ich geblieben bin.
Jetzt habe ich niemanden mehr, mit dem ich mal reden kann.

Meine Überlegung ist aktuell:
- ich suche mir in Ruhe eine neue Bleibe (nicht überstürzt, sondern wohlüberlegt)
- danach sage ich meinem Mann, dass ich ausziehe
Aber ob ich das wirklich durchziehe …..?
Ja es ist wahrscheinlich die 100.000te Geschichte, die sich immer wieder ähnelt, aber es ist auch immer wieder ein total verzweifelter Mensch dahinter, der so oder so leidet….egal wie man sich entscheidet.
Liebe Grüße
Elara
P.S.: Ich bin eine Löwin, die es gelernt hat zu kämpfen, aber dabei oft die eigenen Grenzen überschreitet.
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Ah, deine Bewerbung ist schon eingegangen. Wird gleich erledigt ...
Wie kann ich einen Beitrag posten. Ich habe unter „Konversationen“ angefangen zu schreiben, aber ich muss „Teilnehmer“ angeben, damit ich absenden kann. Vielleicht gibt es hierzu einen Hilfebeitrag?
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Hallo zusammen.
Ich bin auf der Suche nach einer Gruppe zum Austausch über das Zusammenleben als Ehefrau mit einem Alkoholiker.
Mein Mann ist seit Jahren alkoholabhängig und hat schon eine Langzeittherapie hinter sich und dieses Jahr 5 Entgiftungen.
Mir fehlt langsam die Kraft das ganze noch mitzutragen und würde mich über einen Austausch hier freuen.
Liebe Grüße an alle
Löwin65