Beiträge von Elara

    Gestern ist das schlimmste passiert, was ich mir je vorstellen hätte können. Mein Mann hat mich per Whatsapp-Video angerufen und gesagt, dass er jetzt dann aus dem Fenster springen wird. Ich habe noch auf ihn eingeredet und versucht ihn davon abzuhalten. Er meinte noch, dass er solch scheiß Angst vor dem Springen hat und dann hab ich nur noch den Fensterrahmen gesehen und er ist gesprungen/gefallen. Notruf, Notarzt, Polizei, Feuerwehr ……… ich hab dann noch seinen Sohn informiert, weil ich ja nicht mehr dort wohne und hab dann drei Stunden später von ihm erfahren, dass er gestorben ist. ;(;(;(

    Ich wollte das alles doch nicht und trotzdem fühle ich mich schuldig. Auch wenn alle um mich sagen, dass ich es nicht verhindern hätte können. Es ist ein Alptraum, aus dem man nicht aufwachen kann, weil dann die Realität immer noch da ist. Zum Glück habe ich meine Kinder, bei denen ich jetzt viel Zeit verbringe und die mich auffangen. Aber ich weiß momentan gar nicht, wo mir der Kopf steht und was ich tun soll…… Es ist einfach nur irreal…..

    Die Kombination Alkohol und Depression hat ihn zerstört. Gestern hat er nachmittags noch mit einem Freund telefoniert und über Pläne für die Zukunft gesprochen und kurz darauf ist er gesprungen. Wie soll ich denn damit umgehen?

    Ich werde ihn in meinem Herzen behalten als den lieben Menschen, der er war, auch wenn ihn der Alkohol und die Depressionen verändert haben. Aber im Grunde seines Herzens war er ein herzensguter Mensch. ;(;(;(;(;(

    Guten Morgen.

    Ich wollte mal wieder meine Gedanken und Erfahrungen hier lassen.

    Vor 2 Wochen war der Umzug und ich war die letzte Zeit mit aus- und umräumen, renovieren, arbeiten usw. beschäftigt. Dabei bin ich oft an meine Grenzen gestoßen, aber ich weiß trotzdem, dass es der richtige Weg ist. Als mich mein Noch-Mann gefragt hat, ob ich gerade die Füße hochlege und ich meinte, dass noch so viel zu tun ist, meinte er, dass ich mir unnütz Arbeit mache, weil es ja nicht notwendig war, zu gehen. Ja es ist meine Entscheidung, zu gehen und ich werde auch diese Herausforderungen schaffen. Mit dem Ziel, dass ich dann meine „Safe-Space“ habe, in dem ich mich einfach wieder auffüllen kann. Meine Schale ist so leer und ich merke erst jetzt, wieviel Kraft mich die letzten Jahre gekostet haben.

    Er findet immer wieder Dinge oder Erledigungen, warum ich bei ihm vorbeischauen soll. Neulich hat er mich zum „Essen“ eingeladen. Das Ende vom Lied war, dass ich zwar was gegessen habe, er aber nicht, weil er seitdem ich weg nichts mehr gegessen hat. Naja, Alkohol nährt ja auch. Aber ich möchte es nicht mehr, dass er angeblich etwas für mich tut, sondern ich hatte eigentlich nur zugesagt, weil ich dachte, dass er dann auch mal wieder etwas vernünftiges isst. Ich fühle mich also immer noch verantwortlich für ihn. Nachdem er dann nur über sich gejammert hat, bin ich dann einfach gegangen. Am liebsten hätte ich das Essen wieder rausgekot….. Dann meinte er, dass ich mal wieder davonlaufe, wie immer. Ich meinte dann nur, dass ich es nicht mehr aushalte, mir immer sein Selbstmitleid anzuhören. Seitdem ist es etwas besser.

    Er jammert, dass er ja so gern Fahrrad fahren würde, aber er hat ja keines mehr. Das E-Bike das er hatte, wollte er nicht usw. Und dass es ja so toll wäre, wenn wir zusammen mal mit dem Hund spazieren gehen. Und dass ja die gemeinsamen Urlaube und Fahrten mit unserem Wohnmobil so toll waren, und wie sehr er das alles vermissen wird.

    Ich bin dann oft so traurig deswegen, weil ich ihn einfach in seiner Sche… sitzen lasse. Aber dann kommt der Gedanke, dass er das vorher alles hatte bzw. später dann haben hätte können, sich aber nur mit sich selbst und seinem Alkohol beschäftigt hat und ich ständig alleine war und mich um alles gekümmert habe. Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen, sonst „vergesse“ ich es wieder. Der Hammer war, dass er dann fragte, ob wir es nicht nochmal probieren. Ich soll in meiner Wohnung bleiben, weil es dann vielleicht besser funktioniert. Ich habe dann einfach nur „Nein“ geschrieben. Wie lange sollte es wohl dann dauern, bis er wieder mit der alten Leier und Kontrolle usw. anfängt. Ein paar Wochen, ein paar Tage. Nein, ich möchte das nicht mehr, auch wenn ich traurig bin.

    Jemand in dem Forum hat mal geschrieben, dass es ein Jahr dauert, bis man nach einer Trennung nicht mehr traurig ist, dass aber der Schmerz weiterdauert, wenn man sich eben nicht trennt. Daran versuche ich immer zu denken.

    Heute habe ich nach der Arbeit auf einen Sprung bei meinem Mann vorbeigeschaut. Er hatte etwas gekocht und wir wollten zusammen essen und reden. Das mit dem zusammen essen hat dann wieder mal nicht geklappt, weil er keinen Hunger hat, weil es ihm so schlecht geht und er seit Tagen nichts mehr isst. Aber das Bier schmeckt immer noch.

    Dann hat er wieder angefangen zu jammern, dass er so alleine ist und niemanden zum reden hat, die Wohnung jetzt so leer und dass er mich ja so vermisst. Er wünscht sich so, gemeinsame Zeit mit mir zu verbringen, gemeinsam spazieren zu gehen, zu kochen, zu verreisen usw. Er hat dann selbst gemerkt, dass er das die ganzen letzten Jahre haben hätte können, mich aber dabei immer alleine gelassen hat. Und als der dann noch gesagt hat, dass unsere gemeinsamen Fahrten mit dem Wohnmobil das schönste in seinem Leben waren, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass er das aber am Schluß immer ins negative gezogen hat und behauptet hat, das wäre der Horror für ihn. Daraufhin meinte er, dass ihm das leid tut usw. Aber mir hat er jedes Mal das Wochenende vermiest mit seiner Stimmung, was ich ihm dann auch gesagt habe. Dann meinte er, dass er ja auch so und so oft Sachen hinnehmen und schlucken musste, wenn ich mal wieder etwas gemacht habe, was ihm nicht gepasst hat.

    Was mich aufregt, dass man nicht vernünftig mit ihm reden kann, sondern dass er das immer wieder sofort umkehrt und sich als das Opfer hinstellt. Weiß nicht, ob das am Alkohol liegt oder einfach eine Charaktereigenschaft ist.

    Dann wieder ewiges Geheule, dass er ja so alleine ist. Auf mein Argument, dass man für Freundschaft auch was tun muss und vielleicht mal etwas hinnehmen muss, meinte er wieder, dass er keine Freunde braucht. Er könnte sich ja ein Hobby suchen, Fahrrad fahren usw. Aber das bisherige Fahrrad wollte er nicht haben und ein neues kann er sich angeblich nicht leisten.

    Ich bin irgendwann gegangen, weil es mich einfach nur noch genervt hat. Ich bin aber auch traurig, dass sowenig Selbstreflexion von ihm kommt. Er frägt nie, wie es mir geht, sondern meinte nur, dass das Aus- und Einräumen in der Wohnung doch ein Klacks ist. Und als unsere Hündin ihn nicht gleich freudig begrüßt hat, hat er sie gleich abgestempelt, dass sie ihn jetzt auch schon vergessen hat. Vielleicht war sie nach dem Bürotag mit mir einfach müde.

    Es geht immer nur um ihn und sein Selbstmitleid. Auf dem Heimweg habe ich mir überlegt, dass ich ihm das nächste Mal sage, wenn ich wieder vorbeikommen soll, dass ich keine Lust habe, mir immer das Gejammere anzuhören und dass ich nicht mehr komme. Wenn ich in meiner neuen Wohnung bin geht es mir gut und ich möchte mir kein schlechtes Gewissen mehr einreden lassen von jemandem, dem ich sowieso egal bin.

    Für mich gibt es kein zurück mehr auch wenn es mich oft selbst erschreckt, wie ich das jetzt durchgezogen habe und innerhalb von 4 Wochen eine Wohnung organisiert habe und umgezogen bin.

    Ja ich bin noch verheiratet mit ihm, aber ich möchte nicht mehr zurück in diese Beziehung selbst wenn er aufhören würde zu trinken. Es waren am Schluß einfach zu wenig Gemeinsamkeiten, zu wenig Verständnis. Eigentlich war ich alleine, obwohl ich in einer Beziehung war. Und mittlerweile ist es mir auch egal, wenn ich alleine unterwegs bin. Früher habe ich mich dafür geschämt und gedacht, dass sich alle fragen, warum ich alleine unterwegs bin.

    Heute war der Umzug. Die letzte Zeit war voll mit renovieren, organisieren, Sachen packen und planen wie es weitergeht.
    Jetzt ist mal ein Abschluss geschafft. Mein Noch-Mann hat es mir letztendlich leichter gemacht zu gehen weil ständig diese Wechsel zwischen seinem Selbstmitleid und aggressivem Verhalten abgelaufen sind. Und dann am nächsten Tag die Entschuldigung wie immer. Er hat nichts verstanden. Aber ich werde ganz stark an mir arbeiten um aus der Co-Abhängigkeit heraus zu kommen. Momentan lese ich das Buch von Jil Rieger und ich muss so oft nicken. Unglaublich wie ähnlich die Abläufe bei so vielen Menschen sind. Und ich habe verstanden dass es an mir liegt jetzt dieses Thema aufzuarbeiten um nie mehr in so eine Abhängigkeit zu kommen.
    Ich bin froh dass es mit dem Umzug so kurzfristig geklappt hat und muss jetzt erstmal zur Ruhe kommen und auspacken.
    Meine entlaufene Katze kommt regelmäßig zum Fressen und Trinken auf die Terrasse, läuft dann aber wieder weg. Aber zumindest lebt sie und ich weiß wo sie ist. Irgendwann wird sie wieder zurückkommen.

    Mut ist die Kraft, um Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

    Ich war heute Abend kurz bei ihm weil ich Suchplakate ausgedruckt und laminiert hatte. Ich bin dann mit meinem Hund noch eine Runde um den Block weil ich einfach nochmal nach der Katze schauen wollte. Und er meinte dann, dass sie sowieso nicht mehr kommt und die Plakate kann ich mir sparen. Und er wäre ja mal wieder an allem Schuld. Als ich gehen wollte meinte er dass ich meinem neuen Freund einen schönen Gruß ausrichten soll. Und ich habe nur vor mich hin gemurmelt dass ich das machen werde. Weil es einfach nur nervt. Und dann postwendend eine WhatsApp warum ich ihm nicht früher gesagt habe dass ich einen Neuen habe. Er hat mein Gemurmel für bare Münze gehalten. Ich hab dann nur geantwortet dass ich seine Psychospielchen nicht mehr ertrage und dass ich keinen anderen Mann brauche um mich von ihm zu trennen. Er versteht leider nicht wie krass so eine Beziehung für einen Nichtalkoholiker ist. Dieses ständige hin und her, diese Anschuldigungen, Verdächtigungen. Ich bin so froh, wenn der Umzug rum ist. Und meine Hoffnung stirbt nie dass meine Katze doch noch zurück findet. Und wenn es Jahre dauern sollte. Aber ich gebe nicht gleich auf. Hab das Suchplakat dann noch ans Tierheim geschickt. Die wollten es auch noch veröffentlichen. Aber für ihn ist die Katze weg und kommt nicht mehr. Und angeblich leiden die anderen Tiere und fressen nichts mehr. Ich wollte ihn schon fragen ob er allen Ernstes denkt dass ich darauf reinfalle und wieder einknicke. Aber ich hab wie so oft einfach geschwiegen weil es eh nichts bringt. Warum hab ich mich nur auf so einen Psycho eingelassen…

    Gestern war der Tiefpunkt in meinem Leben. Am Samstag bin ich von der Reha zurückgekommen und wir haben sogar zusammen Pizza gemacht, gegessen und ferngesehen. Und am Sonntag war ich dann beim Streichen in meiner neuen Wohnung und als ich zurück kam, ging es wieder los. Er hatte „entdeckt“, dass ich sogar eine Dose Champignon aus unserer Vorratskammer eingepackt habe. Und da hat er mir vorgeworfen, mir würde es nur ums Geld gehen und dass er ja immer alles bezahlt hätte usw. Als ich dann angemerkt habe, dass ich fast immer unsere gemeinsamen Einkäufe bezahlt habe, sind ihm scheinbar die Argumente ausgegangen und er wurde unfair. Er meinte, dass ich sofort verschwinden solle und unsere Tiere (1 Hund, 2 Wohnungskatzen und 1 Freigängerkatze) mitnehmen soll. Ich wollte sie ganz in Ruhe nach dem Umzug umsiedeln, wenn sich alles etwas stabilisiert hat. Und dass meine Kinder beim Umzug in zwei Wochen die Wohnung nicht betreten dürfen, geschweige denn das Grundstück, dann würde er die Polizei rufen. Also habe ich meine Klamotten in zwei Koffer gepackt, bin mit meinem Auto zu meinem Sohn gefahren, wir sind dann gemeinsam zurück und haben mein Wohnmobil geholt, damit ich bei meinem Sohn übernachten kann, solange meine Wohnung noch nicht fertig renoviert ist. Auf dem Weg hatte ich noch bei meiner Tochter zwei Katzenkisten abgeholt, weil er mir unsere nicht geben wollte. Und dann kam die absolute Katastrophe. Beim Einfangen der scheuen Wohnungskatze ist sie mir aus der bereits fast geschlossenen Katzenkiste gesprungen, die Wand hoch und die Treppe runter. Und ich hatte die Haustür offen gelassen und draußen war sie. Ich bin ihr nachgelaufen, aber sie war voller Panik und ist dann einfach weggelaufen. Es ist einfach nur zum Heulen, ich weiß gar nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin dann mit den beiden anderen Katzen und dem Hund gefahren, weil ich einfach nur noch weg wollte. Und dann wieder die Anschuldigungen, dass ich jetzt behaupten würde, dass er ja wieder schuld ist, wobei ich gar nichts gesagt habe und weiß, dass ich die Tür offen gelassen habe. Aber wenn er nicht auf blöd gemacht hätte, wären die Katzen noch zu Hause. Jedenfalls nach einer halbdurchwachten Nacht hat er heute früh wieder geschrieben, dass ihm alles unendlich leid tut und dass er sich dafür entschuldigen möchte. Aber das dringt nicht mehr zu mir durch. Wie oft denn noch dieses Drama?

    Die Katze ist leider immer noch verschwunden und ich habe heute die beiden anderen Katzen wieder zurückgefahren mit der Hoffnung, dass sie sich verständigen, wenn die entlaufene Katze ruft. Und wieder, dass es ihm unendlich leid tut und dass er nicht ohne die Katzen leben kann usw. Und vorher hat er mir die Hölle heiß gemacht, weil er sich ja immer um sie kümmern muss und jetzt „vermisst“ er sie. Wie ich das ganze leid bin. Eigentlich kann es gar nicht mehr schlimmer kommen. Ich hoffe, dass das jetzt mit der Renovierung und dem Umzug klappt und ich dann meine Tiere holen kann und das Thema abschließen kann. Ich muss dann nur aufpassen, dass er nicht dauernd schreibt und mich um Hilfe bittet, sonst schleift sich wieder etwas ein, was ich nicht mehr möchte. Ich kann mich noch gar nicht richtig auf die Wohnung freuen, weil ich mich frage, was bin dahin noch alles passiert.

    Zum Glück stehen meine Kinder hinter mir und ich habe so viele Freunde und Verwandte, die mich in meiner Entscheidung bestärken, dass ich das richtige mache. Aber wenn ich jetzt dabei auch noch meine Katze verliere ….Wieso muss alles immer so kompliziert sein und aus dem Ruder laufen.

    Momentan pendelt er zwischen Beschuldigungen, Vorwürfen und dann aber wieder Entschuldigungen. Ich reagiere aber nicht darauf, weil was soll eine Entschuldigung bewirken? Es ist einfach zu viel passiert und es würde auch nach ein paar Tagen wieder passieren, wenn ich einknicke. Es ist hart, weil man den Menschen vielleicht doch noch liebt, aber ich weiß, dass die Zukunft eine andere ist. Ja man weiß dann, was einen erwartet, wenn man nach Hause kommt, aber man hat trotzdem einen geliebten Menschen mit seiner Sucht alleine gelassen. ;(

    Vielleicht macht es ja doch noch „Klick“ bei ihm und er kriegt die Kurve. Das wünsche ich ihm von Herzen, aber nicht mehr mit mir.

    Noch kann ich mich auf die „neue“ Zeit nicht wirklich freuen, weil noch der Umzug und die komplette Abnabelung bevorsteht, aber ich werde mich psychotherapeutisch behandeln lassen, damit ich damit irgendwann abschließen und es akzeptieren kann, dass ich nicht die Schuld für das Scheitern trage.

    Ja manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass er sich wünscht, dass ich endlich weg, dass er sich dann nicht mehr „zusammenreißen“ muss und sich ganz einfach seinem Alkoholkonsum hingeben kann.

    Aber eigentlich ist es auch egal, was oder warum….

    Und in der abstinenten Zeit, die er ja durchaus hatte, war es oft auch nicht einfach. Da sind dann seine Depressionen oder Charaktereigenschaften wieder stärker herausgekommen. Ich habe mich so oft einsam und verlassen gefühlt, wenn ich meine Kinder, meine Tiere und meine Hobbies nicht hätte, wäre ich vermutlich depressiv geworden. Aber ich habe mich oft gefragt, was ich eigentlich von einer Beziehung habe, in der ich quasi alleine bin. Von daher gibt es nur einen Weg ….. raus hier und nicht mehr in die Nummer reinziehen lassen, auch nicht mehr nach dem Auszug aus der Wohnung.

    Nika

    Danke für deine offene Antwort. Ja ich finde es einfach extrem, dass jemand die Sucht über alles stellt. Ich bin froh, dass du das hinter dir gelassen hast. Wirklich eine starke Leistung.

    Gerade hat er geschrieben, dass er noch bis Samstag wartet, bis ich von meiner Reha zurückfahre. Als ich gefragt habe, was dann ist, hat er gemeint, das werde ich dann sehen.

    Bringt er sich um, wirft er alle meine Sachen aus dem Fenster, geht er wieder in die Klinik? Da ist mir wieder ganz stark klar geworden, dass ich es einfach so leid bin, mir immer Gedanken machen zu müssen, wie er tickt, was wohl passiert und wie er mich wieder manipuliert. Ich muss jetzt einfach bei mir bleiben und hoffe, dass ich die Fahrt gut überstehe, ohne dauernd zu denken, was mich dann erwartet. Ich weiß, dass es seine Verantwortung ist, was er tut oder auch nicht tut, aber es ist trotzdem einfach kaum zu ertragen. ;(

    Schade, dass man nicht offen diskutieren kann, warum diese Situation jetzt so gekommen ist. Er jammert immer nur, aber ich darf keine Argumente bringen, weil ich dann entweder böse bin und ihn fertig machen will, weil ich streiten will, weil ich eiskalt bin usw. Also schweige ich meist, wenn er anruft. Aber wenn ich erstmal in der Wohnung bin, werde ich die Kommunikation auf ein Minimum reduzieren. Sonst lasse ich mich von den Emotionen wieder einfangen und es ändert sich emotional nichts.

    Puuuh ist das vielleicht eine Ka…. Hätte ich nie gedacht, dass es mal soweit kommen wird. ||


    Hallo M orgensonne,

    bei mir ist es ähnlich. Nach zu vielen Klinikaufenthalten mit Langzeit, Entgiftung, körperlichen Beschwerden ist meine Beziehung am Ende. irgendwann kommt der Punkt, wo es einfach nicht mehr geht. Und solange sich nichts an der Situation ändert, kann auch kein Vertrauen mehr entstehen. Wie oft hatte ich nach den Aufenthalten gehofft, dass er es jetzt schafft, aber eigentlich wollte er es gar nicht. Immer wieder die Leier, dass es ja eine Krankheit ist und dass sie unheilbar wäre und dass es so und so viele andere ja auch nicht geschafft haben. Und auch wenn ich meinte, dass wir immer wieder neu anfangen können, wenn er mit dem Alkohol aufhört, hat ihn nicht beeindruckt.

    Und jetzt nachdem ich mich für die Trennung entschieden habe, kommt das große Geheule mit Selbstbemitleidung, bitteren Vorwürfen an mich, Beleidigungen, Anschuldigungen usw. Aber wie oft möchte ich das ganze wiederholen? Bei mir ist jetzt einfach die Grenze überschritten worden. Wann dies ist, muss jede/r für sich selbst entscheiden. Aber Tatsache ist, dass es nur ohne Alkohol geht. Alles andere ist Illusion, das hatte ich lange nicht geglaubt und bitter lernen müssen.

    Leider konnte ich dir von meiner Seite keine Hoffnungen machen, aber manchmal ist das „Ende mit Schrecken“ besser, als der „Schrecken ohne Ende“.

    Fühl dich gedrückt von mir.

    Liebe Grüße

    Elara

    Heute ist mal wieder ein trauriger Tag für mich. Mein Mann ruft oft an oder schreibt, wie schlecht es ihm geht und warum ich ihn fertig machen will. Er hat ja keine Freunde mehr und selbst sein Sohn will nichts mehr von ihm wissen. Als ich ihn gefragt habe, ob er darüber nachgedacht hat, warum das so ist, hat er gar nicht geantwortet, sondern mit seinem Selbstmitleid weitergemacht. Ist es die Alkoholkrankheit oder einfach nur eine Charaktereigenschaft, dass man so dermaßen ichbezogen ist und die Realität einfach nicht sehen will? Er entschuldigt sich tausendmal, dass er alles nicht so gemeint hat und dass er ja nicht mehr machen kann, als sich zu entschuldigen, aber dass genau das mich einfach weggetrieben hat, dass er sich „nur“ entschuldigt, aber nichts ändert bzw. die gleichen Fehler wieder macht, fällt ihm gar nicht auf. Und ich wäre ja auch Schuld an vielen Sachen, weil ich ihn ignoriert habe oder meine Sachen einfach durchgezogen habe. Vielleicht habe ich auch einiges falsch gemacht in unserer Beziehung, aber an der Alkoholsucht und deren Folgen ist allein er verantwortlich.

    Es geht ja nur ihm schlecht, weil ich ihn alleine lasse und er sich jetzt um alles kümmern muss, aber wenn ich realistisch denke, möchte ich genau diese Endlosschleifen nicht mehr in meinem Leben haben. Wie oft er in Kliniken, Entgiftung, Langzeittherapie war etc wo ich mich um alles gekümmert habe, wieviel ich im Alltag übernommen habe, wenn er tagelang einfach nicht in die Puschen gekommen ist, das wird alles ignoriert und ist vergessen. Wie oft er mir schöne Momente und Augenblicke versaut hat, weil er mal wieder ein Problem mit was oder wem auch immer hatte. Nein, ich möchte das alles nicht mehr in meinem Leben. Ja ich bin tieftraurig, weil ich ihn alleinelasse und ihn irgendwie auch hängenlasse, aber er hat seine Tausend Chancen einfach verkackt, um es mal ganz offen zu sagen.

    Für mich gibt es nur noch eine Richtung und die ist weg. ;(

    Hallo Tabsi,

    danke und ich hoffe, dass ich nach einiger Zeit auch so darüber denken kann.

    Meine Dokumente habe ich schon im Auto und demnächst in meiner neuen Wohnung. Und wenn es wirklich zu Agressionen kommt, dann fahre ich entweder mit meinem Wohnmobil weg und übernachte bei meinem Sohn oder meiner Tochter.

    Mein Mann wollte jetzt mit seiner Hausärztin organisieren, dass er wieder in die Klinik kann. Das wäre natürlich dann das beste, dann kann ich in Ruhe packen ohne mir ständig seine Vorwürfe und seine Selbstbemitleidungen anhören zu müssen.

    Bin ich froh, wenn ich die Wohnungstür hinter mir zuziehen kann und der Umzug erledigt ist. Nie hätte ich gedacht, dass es mal soweit kommt, aber ich erfahre gerade so viel Zustimmung und Unterstützung aus meinem Umfeld, dass es mir schon fast peinlich ist.

    Vielleicht muss ich auch gerade das lernen, dass ich auch mal Hilfe annehmen darf und nicht nur immer funktionieren muss und für jemand anders den Prellbock machen zu müssen.

    Die letzten Tage waren sehr schwierig. Nachdem mein Mann realisiert hat, dass ich wirklich ausziehe und meine Umzugskartons packe, hat er meine Sachen von den Wänden und Regalen genommen und mir aufs Bett gelegt. Und als ich gesagt habe, dass er das bitte sein lassen soll, meinte er dass ich mich sofort verpissen soll, sonst wirft er meine Sachen aus dem Fenster. Nach einigen Argumenten konnte ich ihn überzeugen, dass ich mich jetzt nicht wegbeamen kann, sondern das alles in Ruhe machen möchte und wenn er so weitermacht, dass ich einfach mit meinem WoMo wegfahre.

    Er bemitleidet sich den ganzen Tag, dass er jetzt dann ganz alleine ist und sich niemand um ihn kümmert, aber er hat alle meine Bemühungen nicht ernst oder angenommen und jetzt jammert er rum. Morgens, wenn der Pegel noch niedrig ist (um 6 Uhr beginnt der Tag mit dem ersten Bier), ist er noch einigermaßen vernünftig, aber mit zunehmendem Alkoholkonsum steigt die Gefahr, dass er auf Kommunikation dann aggressiv reagiert. Zum Glück schlägt er mich nicht, aber die Worte tun meistens genug weh. Er hätte mir immer teure Geschenke gemacht (die ich nie verlangt habe) und ich hätte ihm nur immer unnütze, billige Sachen geschenkt, die ihm nicht gefallen haben. Wenn ich gefragt habe, was er sich zum Geburtstag oder Weihnachten wünscht, kam immer nur „nichts“. Und dann sich zu beschweren, dass ich ihm einfach was geschenkt, was ich meinte, dass ihm vielleicht gefallen könnte, finde ich nicht fair.

    Als ich dann noch gesagt habe, dass aus meiner Sicht der Alkohol und die Sucht unsere Beziehung zerstört haben, hat er mich beschimpft, dass ich immer wieder alles aufrolle. Aber er kommt permanent damit, dass meine Kinder und mein Bruder/meine Familie unsere Beziehung zerstört hätten, weil sie ihn nicht akzeptiert haben. Und dann wiederholen sich noch tausend andere Anschuldigungen, wo ich mich frage, wer hier etwas aufrollt. Und wenn ich etwas dagegen sage, dann meint er, dass ich wieder streiten will. Also schweige ich und versuche alles herunterzuschlucken, wie schon die ganze Zeit.

    Interessanterweise bekomme ich von vielen Menschen, denen ich erzähle, dass ich mich jetzt trenne, positive Rückmeldungen. Ja es tut mir wahnsinnig leid um die Beziehung und dass er jetzt dann ganz alleine ist, aber das habe nicht ich verschuldet, sondern seine Sucht und seine aus meiner Sicht narzisstische Art, sich mit allen zu verstreiten. Er hat keine Freunde, keine Bekannten, keinen Kontakt zu Verwandten und sein Sohn macht auch nur das nötigste für ihn, wenn er ihn mal nicht gerade wieder beschimpft. Er hat keine Hobbies und keine Freude an irgendwas. Klar sind das vielleicht auch die Depressionen, aber wenn man dann eine psychosomatische Therapie ablehnt, dann ist das für mich alles perspektivlos.

    Oft bin ich trotzdem traurig, dass wir es nicht geschafft haben, aber nach so einem Streit, weiß ich wieder, wohin der richtige Weg geht. Und es besteht ja doch immerhin die minimale Wahrscheinlichkeit, dass er aufhört zu trinken, sich wieder sozialisiert usw. Aber daran kann ich momentan nicht glauben.

    Er droht immer damit, dass er sich umbringt oder aus dem Fenster springt, weil er ja so alleine ist, aber ich bin da mittlerweile emotionslos, weiß nicht ob das normal ist, aber ich bin einfach emotional so ausgelaugt, dass ich das gar nicht mehr bewerten kann. Und dann kommt wieder, dass er ja solche Schmerzen im Bauchraum hat und er sowieso bald sterben wird. Wenn ich den ganzen Tag nichts esse, nur Bier trinke hätte ich vermutlich auch Bauchschmerzen. Er war erst 3 Tage im Krankenhaus zum Check-up, wo sie außer einem Geschwür im Zwölffingerdarm nicht gefunden haben. Und die*edit*, die er dagegen nehmen sollte, nimmt er auch nicht.

    Die nächsten Wochen, bis ich endgültig in meiner Wohnung bin, werden mich noch an meine Grenzen bringen, aber ich hoffe wirklich, dass ich danach zur Ruhe komme und wieder Kraft gewinnen kann. Momentan hole ich mir therapeutische Unterstützung über eine Online-Therapeutin, weil ich einfach manche Sachen noch aufarbeiten muss, sonst frißt sich das in mich hinein.

    Es ist einfach nur zum Heulen.

    Es hat geklappt mit der Wohnung. :) Der Vermieter und alle die in dem Haus wohnen sind super nett und haben mich und meine Hündin herzlich aufgenommen. Der Sohn vom Vermieter freut sich sogar sehr, dass jetzt meine Hündin einziehen wird. Jetzt muss ich nur die nächsten Wochen überstehen mit der Trennung. Aber ich werde gut beschäftigt sein mit renovieren und Umzug. Hoffentlich überstehe ich das alles gut. Jedenfalls habe ich heute den „wichtigen Ordner“ mit allen Unterlagen gleich in mein Auto geladen, da ist er erstmal sicher. Morgen vormittag kommt mein Mann nach Hause, dann wird es spannend, wenn er realisiert, dass es diesmal ernst ist.

    Danke für die Unterstützung. Ich bin echt froh, hier zu sein. Mein Sohn, meine Schwiegertochter und meine Tochter haben mich heute nochmal unterstützt. Und ich werde die freie Zeit genießen, wenn ich einfach nur das machen kann, was ich für richtig empfinde, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Wie hat es meine Schwiegertochter gesagt: sie hätten mich nie besucht, solange meine Ex-Mann da war. Jetzt mit der neuen Wohnung wird das anders werden. Und ich werde die freie Zeit genießen mit viel Sport, Aktivitäten und aber auch Zeit für meine Familie.

    Vielleicht wird es doch noch „mein Jahr“ mit dem Motto „Höre niemals auf zu träumen“.

    Ich bin jetzt vom Urlaub wieder zurück und wenn es klappt, habe ich heute Abend eine Wohnung, die ich kurzfristig beziehen kann. Mein Mann hat gestern nochmal am Telefon gemeint, ob ich es mir nicht doch nochmal überlege. Ich habe dann einfach nur „Nein“ gesagt. Er hat einfach nicht verstanden, dass es für mich aus ist und ich keine Zukunft mehr sehe. Gerade ist er bis morgen noch im Krankenhaus. Eingeliefert, weil er mal wieder am Sterben ist und nach gründlichem Check haben sie ein Geschwür am Zwölffingerdarm gefunden, das jetzt mit edit behandelt wird. Aber mir Druck machen, ich würde ihn sterbend zurücklassen. Wie oft hatten wir das schon. Und es wird sich auch in Zukunft nichts ändern, das wird mir immer klarer.

    Ja, ich trauere auch, weine, habe Angst vor der Zukunft, es tut mir leid, dass es so gekommen ist. Ich denke, das gehört auch dazu, wenn man sich nicht vollkommen gleichgültig war. Deshalb lasse ich auch diese Trauer zu, weil sie zum Prozess dazugehört. Die nächsten Wochen werden noch anstrengend, bis ich meine Sachen gepackt habe und ausgezogen bin. Zum Glück stehen meine Kinder hinter mir und unterstützen mich.

    Aber beim Lesen der unterschiedlichen Fäden habe ich gemerkt, dass es vielen hier ähnlich geht und es ist erschreckend, wie gleich manche Reaktionen, Ausreden, Abläufe und Vorgehensweisen sind. Also liegt es nicht an mir, sondern vermutlich wirklich am Alkohol und der Sucht. Das hat mir aber nochmal vor Augen geführt, dass ich das Richtige mache und ihn nicht einfach im Stich lasse, sondern einfach nur die Reißleine ziehe, bevor ich mit ihm untergehe.

    Ich bin jetzt fast 61 Jahre alt und habe vielleicht noch ein paar schöne Jahre vor mir, die ich noch mit meinen Kindern und meiner Enkelin genießen möchte. Darauf konzentriere ich mich, der Rest ist traurig, aber ich werde auch das überwinden. Zweite Ehe gescheitert, aber so ist es eben manchmal.

    Tabsi

    Interessanterweise hat das meine Freundin gestern auch zu mir gesagt, dass ich aufpassen soll. Wenn ich nächste Woche zurück bin ist er wahrscheinlich in der Klinik und ich werde als erstes meine Unterlagen in Sicherheit bringen. Und ja es graut mir vor der Zeit, bis ich dann wirklich weg bin. Aber wenn alles klappt bin ich Mitte Juli in meiner eigenen Wohnung und zum Umzug werde ich mindestens meinen Sohn mitnehmen. Wir haben uns erst kürzlich über die Zeit meiner ersten Trennung von seinem Papa unterhalten und er steht voll hinter mir.

    Natürlich tut es mir leid um meinen jetzigen Mann, aber er hatte so viele Chancen. Wieviele soll ich ihm denn noch geben?

    Ich weiß nicht, wieviel ich mit ihm reden soll, weil eigentlich schweige ich mehr am Telefon als zu reden. Es ist alles schon hundertmal gesagt und ich bin einfach nur müde.

    Danke an alle für die wirklich hilfreichen Posts. In bin froh hier eine Plattform zum Austausch zu haben, sonst würde ich mich nur schlecht fühlen, weil ich ja gemein bin und ihn fallenlassen.

    Zitat

    Die entscheidende Frage ist doch nicht, wer warum gelitten hat. Die entscheidende Frage ist, was ich heute daraus mache. Denn wenn ich mein ganzes Leben unter meinem Leid, meinen Erklärungen und meinen Begründungen begrabe, dann löse ich mich nicht daraus.

    Nicht als Alkoholiker, nicht als Co-Abhängiger. Dann richte ich mich einfach darin ein.

    Und wenn ich mich darin eingerichtet habe, brauche ich irgendwann auch keine weiteren Erklärungen oder Rechtfertigungen mehr. Dann ist das eben mein Leben geworden. Die Geschichten mögen unterschiedlich sein. Das Verhalten oft auch.

    Das ist der entscheidende Punkt, was ich heute daraus mache.

    Wenn alles klappt, kann ich am Dienstag einen Mietvertrag für eine kleine Wohnung Luftlinie 500 m von meinem Sohn mit seiner Familie unterschreiben und Mitte Juli einziehen.

    Das wird bis dahin nochmal hart, wenn er sieht, dass ich es diesmal wirklich ernst meine und durchziehe. Aber meine Kinder haben mir versprochen mir beim Umzug zu helfen und auch so zu unterstützen.

    Mit meiner Freundin, die ich gerade besuche, habe ich heute auch gesprochen und sie hat mich bestätigt, dass ich das richtige mache.

    Schlimm ist nur, dass er mich anruft und vorheult, wie alleine er ist und dass er niemanden mehr zum Reden hat. Vorher war ich da und er hat sich ins Bett gelegt, wenn ich da war, weil er voll war.

    Und dann auf einmal diese Posts auf allen Kanälen, wie er mich liebt und vermisst und wie er um mich kämpfen möchte. Interessanterweise erzeugt das bei mir gerade entgegengesetzte Emotionen, weil ich das von meinem narzisstischen ersten Ex kenne. Ich war die Liebe seines Lebens, aber ich habe mich immer gefragt, warum er mich dann so behandelt.

    Es gibt momentan sehr viele Parallelen und da ich das ganze schon mal durchlebt habe, kommen viele Erinnerungen zurück und rütteln mich richtig auf.

    Für mich gibt es kein Zurück mehr. Ich brauch aber viel Kraft, um da einigermaßen durchzukommen. Aber gerade heute denke ich wieder, wieviele Winks mit Zaunpfählen brauch ich noch, um zu erkennen, dass es an der Zeit ist.