Elara - Should I stay or should I go?

  • Guten Morgen,

    mein Mann ist seit seiner Entlassung aus der Entgiftung am 04.12. immer noch abstinent und es geht ihm aus meiner Sicht gut. Er isst endlich vernünftig und geht lange mit unserem Hund spazieren. Das Thema „Alkohol“ schweigen wir momentan aus. Im Januar hat er einen Termin beim Hausarzt und er möchte hier versuchen eine psychosomatische stationäre Therapie zu bekommen. Leider bekommt er bei der Einweisung immer das Thema „Alkohol“ mit eingetragen. Mal sehen, ob es mit der Bewerbung in der Psychosomatik klappt. Aber ich kümmere mich nicht mit darum, weil es sein Ding ist. Abends beim Einschlafen hab ich nur oft Panik vor dem Rückfall. Ja klar, soll man an den Partner glauben, aber ich habe wie viele andere einfach schon zu oft erlebt, wie schnell der Rückfall kommen kann.

    Soll ich mich jetzt schon gedanklich darauf vorbereiten, wie ich nach dem nächsten Rückfall reagieren soll (ausziehen und trennen), oder soll ich die Zeit einfach mal genießen und abwarten, was passiert? Ich weiß, dass das eine blöde Frage ist, aber es geht einem oft so viel durch den Kopf, mit dem man in der Regel alleine ist, weil ich mit meinen Kindern, Freunden etc. über sowas gar nicht reden kann. Deren Antwort kenne ich nur zu gut, um mein realer Kopf sagt ja auch, dass ich ohne Beziehung freier bin, weil ich mich nur um mich zu kümmern brauche. Aber nachdem er momentan „normal“ ist, hoffe ich halt doch immer noch auf eine dauerhafte Änderung.

    In den vielen Fäden, die ich mittlerweile gelesen habe, sehe ich oft viele Ähnlichkeiten und wie schwierig es ist, die richtige Entscheidung zu treffen bzw. eine Trennung wirklich durchzuziehen.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Soll ich mich jetzt schon gedanklich darauf vorbereiten, wie ich nach dem nächsten Rückfall reagieren soll (ausziehen und trennen)

    Ich bin mit dieser Strategie sehr gut gefahren!!!


    Und habe trotzdem die Zeit der Abstinenz sehr genossen. So sehr, dass mich der Schlag getroffen hat als der Rückfall da war, weil ich ihn zu dem Zeitpunkt schlicht schon ausgeschlossen hatte. Es war doch „alles so schön“.

    Da hat mir der klare Entschluss: „noch eine Runde drehe ich nicht mit“ - extrem geholfen, mich in Sicherheit zu bringen.


    Denken konnte ich da nämlich erst mal nicht mehr. Und handeln auch kaum. Ich stand unter Schock.


    Deshalb mein Rat: Definitiv genau überlegen, was Du tun wirst bevor es passiert.

  • er möchte hier versuchen eine psychosomatische stationäre Therapie zu bekommen. Leider bekommt er bei der Einweisung immer das Thema „Alkohol“ mit eingetragen

    Wieso "leider"?

    Das kann seine Chancen auf eine Reha nur erhöhen. Und das eine lasst sich vermutlich gar nicht vom anderen getrennt betrachten.

    Warum beantragt er keine Entwöhnungsreha? Sieht er sich denn nicht als Alkoholiker und meint, mit der Entgiftung ist "das Thema" durch und man möchte ihn bitte damit in Ruhe lassen?

    So funktioniert das nicht, wie Du hier bei uns Alkoholikern nachlesen kannst. Darum ist ein Plan B für Dich sicher nicht verkehrt.

  • Zum Thema „psychosomatische Therapie“: er war letztes Jahr 15 Wochen in der Langzeittherapie und ihm wurde nicht nur dort, sondern auch bei anderen Aufenthalten von den Therapeuten und Ärzten immer gesagt, dass er dringend eine psychosomatische Therapie braucht.

    Und momentan ist es auch so, dass er angeblich erst wieder in 3 oder 4 Jahren eine Langzeittherapie beantragen kann.?.

    Er weiß, dass er Alkoholiker ist und ihm ist auch klar, dass er nur mit Abstinenz weiterkommt.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

    Einmal editiert, zuletzt von Elara (27. Dezember 2025 um 20:40)

  • Liebe Mitglieder im Forum.

    Ich muss mich jetzt hier mal auskotz…. Normalerweise versuche ich, alle meine Probleme alleine zu bewältigen, aber momentan ist es einfach so viel, dass ich mal darüber schreiben muss.

    Und ja, ich weiß, dass ich als sog. Co teilweise mit Schuld an dem Dilemma bin und dass es eine Möglichkeit gibt, da raus zu kommen….. nämlich „einfach“ zu gehen.

    Wie ich aus vielen Fäden gelesen habe, dauert es bei vielen lange Jahre, bis sie endlich soweit sind und es wirklich durchziehen.

    Mein Mann war letzten November nach meinem Fahrradunfall 10 Tage in der Klinik und hat mich mit meiner luxierten Kniescheibe einfach alleine mit unseren 5 Tieren gelassen.

    Aber…. er kam nach Hause und war mal wieder voller Euphorie, dass es diesmal funktionieren wird und er nie wieder Alkohol trinken wird. Er hatte dann noch eine Tablettenumstellung für seine Depressionen und es ging ihm gut.

    Ja, es ging ihm dann irgendwann zu gut, und dann kam wieder das erste Bier. Nach über 9 Wochen Abstinenz. Die Zeit seiner Abstinenz war einfach nur schön, wir sind zusammen im Rahmen meiner Möglichkeiten nach der Knie-OP mit dem Hund spazieren gegangen, hatten guten Gespräche, viele Pläne für das neue Jahr usw.

    Meine Anmerkung, dass er jetzt ein Leben wieder aufgibt, in dem es ihm nie morgens schlecht war, er keine körperlichen Probleme/Schmerzen hatte, er motiviert war, mit dem Hund jeden Tag kilometerlange Spaziergänge gemacht usw. wurden wie bei so vielen anderen weggewischt. Bier erst nach vier ….. blablabla.

    Dann natürlich nahm die Trinkmenge wieder rasch zu und das Leid nahm seinen Lauf. Er war dieses Jahr einmal in der Klinik zur Entgiftung und aktuell ist er wieder in einer anderen Klinik (auch wieder Alkohol). Aber aus seiner Sicht ist ja die familiäre Thematik schuld, weil es ihn so mitnimmt, dass meine ungeborene Enkelin diese Woche sterben wird, weil sie schwerstbehindert ist. Ich komme ja alleine damit zurecht und er bekommt einen Nervenzusammenbruch und geht in die Klinik.

    Es ist noch nicht mal das erste Quartal vorbei und wir sind schon wieder beim zweiten Klinikaufenthalt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft er letztes Jahr in der/den Kliniken war (6 mal, 7 mal?).

    Nach der ersten Entgiftung dieses Jahr war ich am Freitag mit meiner Musikgruppe unterwegs und er wollte in seine frühere Stammkneipe gehen (ich hatte schon meine Bauchschmerzen, aber ich bin nicht seine Aufpasserin). Abends habe ich ihn dann abgeholt (er wollte eigentlich noch, dass ich mit reinkomme, aber ich war einfach nur müde), er kam aus der Kneipe und konnte nicht mehr gerade laufen. Da ist mal wieder jegliche Hoffnung verloren gegangen. Und nein, er hat nicht zuviel getrunken, er kann doch noch gut laufen usw. Zu Hause bin ich einfach nur ins Bett, er wollte noch kuscheln, aber ich habe mich weggedreht, weil es mich nur geekelt hat. Und am nächsten Morgen dann natürlich wieder, dass es ihm leid tut usw. Und dann nachmittags wieder das nächste Bier.

    Ja, er hat auch eine Langzeittherapie hinter sich, die er aber nicht auffrischen, wiederholen will, weil es ihn nicht weiterbringt, weil er weiß ja, dass er mit dem Trinken aufhören muss. Aber er ist ja leider zu schwach dafür und es sei eine Krankheit, die man leider nicht therapieren kann (ja, es gibt halt nicht den Gips oder die Pille wie bei anderen Krankheiten, aber ich bin zweimal die Woche beim Gerätetraining und zweimal beim Physio, mache zu Hause Sport und Dehnübungen, damit ich mit meinem operierten Knie wieder fit werde). Aber vielleicht ist gerade das auch das Problem, dass bei mir ja immer alles funktioniert, weil ich ja stark bin und mit allen Problemen einfach so fertig werde. Aber wie einsam ich oft bin, weil ich über ihn und sein Problem mit niemandem reden kann, weil ich niemanden habe, mit dem ich mal über meine Sorgen und Ängste sprechen kann (weil es ihm sonst gleich wieder zuviel ist und er einen Nervenzusammenbruch hat).

    Toll, er ist in der Klinik und hat so viele Menschen, mit denen er sich so gut unterhalten kann, weil die ihn ja verstehen.

    Und ich bin mit der ganzen Rotze alleine zu Hause, kümmere mich um Hund, Katze, Maus, Haus, gehe ich in die Arbeit, bin noch für meinen Sohn und seine Frau da, wegen dem ungeborenen Baby, weil ich bin ja so stark und brauche keinen.

    Dann kommt wieder das Argument, dass er ja Ende der Woche wieder zu Hause ist (und natürlich nie wieder etwas trinken wird außer Wasser und Tee) und er mir dann Rückhalt geben wird. Bin mal gespannt, was er damit meint.

    In ein paar Wochen ist ein Konzert von meiner Musikgruppe. Und er hat sich angeboten, beim Catering etc. mitzuhelfen. Eigentlich sollte ich mich freuen, aber ich habe Panik, dass er aufgrund der stressigen Situation dann doch wieder das eine oder andere Bier trinkt und dann gegen abends mal wieder komplett voll ist. Das schlimme ist, dass ich mich dann für sein Verhalten schäme, ich habe schon überlegt, dass ich ihn dann einfach stehen lasse und nach Hause fahre, wenn er wieder trinkt. Weil ihm ist es ja nicht peinlich, „voll zu sein wie ein Eimer“, wie er öfter über andere lästert, die torkelnd irgendwo rumhängen.

    Ja, warum trenne ich mich nicht „einfach“? Wenn jemand gehbehindert ist, verlässt man ihn auch nicht einfach, nur weil man sich vielleicht ein einfacheres Leben wünscht?

    Zum Jahreswechsel hatte ich mir eine Eigentumswohnung angesehen, die ich mir zur „Sicherheit“ kaufen wollte, wenn es mit ihm vorbei ist. Natürlich hat er das dann irgendwann mitbekommen und war komplett enttäuscht, weil ich ja mal wieder nicht an ihn glaube und doch keine Wohnung brauche. Das war noch in der abstinenten Phase und ich hab mich Scheiße gefühlt.

    Wie Aurora geschrieben hat, das Leid hinter den Türen sieht kaum jemand und wie schwer es ist, sich daraus zu lösen.

    Ich schaffe es einfach nicht, mich von ihm zu trennen, weil er immer noch oder wieder am kämpfen ist und versucht, abstinent zu werden. Vielleicht nicht mit der richtigen Ernsthaftigkeit, aber er säuft ja nicht einfach vor sich hin.

    Leider bin ich nicht so abgebrüht, einfach die Beziehung zu beenden und meiner Wege zu gehen.

    Ich hoffe, ich werde hier nicht wieder rasiert wegen meiner Schwäche und dass ich die Alkoholabhängigkeit unterstütze, aber ich hab momentan keine andere Möglichkeit, über meine Gedanken, Sorgen, Ängste zu reden/schreiben.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    ich hab nicht vor dich zu rasieren. Warum auch? Ganz vielen Cos, auch mir damals, fällt eine Trennung schwer. Aus vielerlei Gründen.

    Aber diese Ansicht hier:

    Und ja, ich weiß, dass ich als sog. Co teilweise mit Schuld an dem Dilemma bin ...

    ... dass ich die Alkoholabhängigkeit unterstütze,

    teile ich nicht. Ob du da bist oder nicht, ob du ihn versorgst oder nicht macht für mich keinen Unterschied. Es ist die Sucht, die Schuld daran ist, dass der Abhängige trinkt.

    Und nichts anderes. Na klar ist es für den Abhängigen toll wenn nach außen eine gewisse Fassade aufrecht erhalten wird. Oder jemand seine Wäsche wäscht. Aber dadurch unterstützt du nicht seine Sucht oder bist schuld. Trinken tut er ganz alleine ob du da bist oder nicht.

    Wenn jemand gehbehindert ist, verlässt man ihn auch nicht einfach, nur weil man sich vielleicht ein einfacheres Leben wünscht?

    Dieser Vergleich hinkt. Alkohol verändert den Menschen, schädigt alle Organe. Alkohol macht wirr im Kopf und der Abhängige wird zu einer Marionette seiner Sucht. Alles richtet sich nur danach aus und der Alltag wird immer mehr vernachlässigt, das soziale Leben schläft ein usw.

    Ein Gehbehinderter kann nur nicht laufen wie ein Wiesel aber er kann klar denken. Verantwortung übernehmen. Im Leben stehen, daran teilnehmen.

    Ich hab ja selbst lange durchgehalten und alles hingenommen, mich selbst verloren. Und hinterher konnte ich mich selbst nicht verstehen. Warum ich das so lange mitgemacht und mein Leben so lange so stark eingeschränkt hatte. Du hast doch schonmal geschafft dich zu trennen. Also kannst du das auch, weißt, wie es gehen kann.

    Dass du hier alles rausgelassen hast ist gut und hoffentlich ein wenig erleichternd. Im ersten Moment. Aber du verzichtest zum ziemlich großen Teil auf dein Glück, Freiheit, Ausgelassenheit und vielleicht auch auf angemessene Trauer um deine kleine Enkelin. Weil du beschäftigt bist mit Gedanken an deinen Partner und doch ihn nicht ändern kannst.

    Für das, was deine Tochter und dein Schwiegersohn, du da gerade erleben haben sie und hast du mein größtes Mitgefühl. Ein Kind, einen Enkel zu verlieren ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Niemand weiß das besser als ich.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Elara, ich habe Deinen Beitrag gelesen und ich schreibe hier als Betroffene.
    Die Sucht sucht immer nach Gründen zum Trinken. Da konnte das Wetter schön sein, mir eine „ Laus über die Leber laufen“ oder ein Sack Reis in China umfallen…es waren immer andere Gründe dafür Schuld. Die Wahrheit ist, ich war selbst dafür verantwortlich. So ist es bei Deinem Mann auch, er will trinken. Er selbst öffnet die Flasche und führt sie zum Mund. Wie oft habe ich gesagt, ich trinke nicht mehr nachdem ich morgens einen Kater hatte. Spätestens am übernächsten Tag ging es mir besser… ach 1 Glas Wein geht doch, aber dann ging die Lampe an und die Weinflasche musste leer werden. Das ist die Sucht, der Kontrollverlust, nicht aufhören zu können…Als mein 2. Partner ( trinkt nicht) mich auf mein Problem ansprach, fing ich heimlich an zu trinken. Erst als ICH die Verantwortung für MICH übernahm und mir Hilfe suchte, konnte ich „ trocken“ werden.
    Ich war selbst auch Co und habe bei meinem Expartner ( er trinkt) immer alles getan, damit es ihm gut geht. Dabei ging es nicht nur unbedingt ums Thema Alkohol, ich habe ja dann selbst mitgetrunken. Ich gab mir die Schuld, wenn etwas schief lief und mein Ex konnte mich da auch sehr gut manipulieren. Ich habe mich selber aufgegeben. Heute weiß ich, dass ich andere nicht ändern kann (wozu auch? nur damit es mir besser geht? ) Das ist übergriffig. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Genau wie Du auch für Dich verantwortlich bist, für Dein Wohlergehen kannst nur Du selbst sorgen, nicht andere.
    Hast Du schon mal daran gedacht, in eine reale Gruppe für Angehörige oder gemischte Gruppen zu gehen?
    Dort hast Du einen Org nur für Dich, Dir alles von der Seele zu reden, lernst Menschen kennen, die Deine Sorgen verstehen, weil sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben…und es wäre ein Ort und Zeit nur für DICH.

    Das mit Deiner Enkelin tut mir sehr leid, ich wünsche Euch viel Kraft. 🙏

    Tabsi, Alkoholikerin

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi ,

    Hast Du schon mal daran gedacht, in eine reale Gruppe für Angehörige oder gemischte Gruppen zu gehen?
    Dort hast Du einen Org nur für Dich, Dir alles von der Seele zu reden, lernst Menschen kennen, die Deine Sorgen verstehen, weil sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben…und es wäre ein Ort und Zeit nur für DICH.

    Natürlich kann jeder auch mehrere SHG aufsuchen, ohne Frage. Aber hier ist ja auch eine Selbsthilfegruppe. Elara kann sich hier alles von der Seele reden, wird verstanden, hier sind Menschen, die selbst mit Coabhängigkeit Erfahrungen haben, hier ist ein Ort für sie, ihre Selbsthilfegruppe.

    Der einzige Unterschied ist, dass hier alles virtuell abläuft und nicht face to face. Dafür aber jeden Tag rund um die Uhr. Wir sind eine Online-Selbsthilfegruppe.

    Wollte ich nur mal gesagt haben, ist nicht böse gemeint.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • @ Aurora ich weiß, dass nicht böse gemeint ist. Bevor ich in eine reale Gruppe gegangen bin, war eine Onlinegruppe ( nicht diese hier) der erste Anlaufpunkt. Zu groß war ja meine Scham und Angst, es könnte mich jemand kennen in einer realen S H G ( ich wohne ländlich) und ich wollte die Sucht erstmal verstehen und hab erkannt, dass es vielen anderen genauso geht durch alle Gesellschaftsschichten.
    Heute ist die f2f Gruppe 1x wöchentlich ein 2. Standbein für mich, da ich dort im sozialen Kontakt bin und für die Welt da draußen „ üben“ kann, z. Bsp in Konfliktsituatonen. Hier kann ich mein geschriebenes Wort korrigieren, in der realen Gruppe nicht. Ich übe mich im Reden und dadurch wird auch mein Auftreten und die Kommunikation sicherer.
    Natürlich mag ich die Vorteile einer Online-SHG, 24/7 und ich kann erst mal sacken lassen….oder mehrmals durchlesen…
    Für meine Abstinenz ist es wichtig, mehrere Stützpfeiler zu haben.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi ,

    es ist ja okay, 2 SHGs zu haben. Das haben hier etliche Mitglieder. Ich bin vor vielen Jahren auch für einige Jahre in eine reale SHG zusätzlich zum Forum gegangen. Und das war auch für mich eine ganz wichtige und gute Erfahrung.

    Für mich hatte sich das nur so komisch gelesen, als wären wir hier nicht wirklich eine Selbsthilfegruppe.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke Aurora und Tabsi für die lieben Worte.

    Ja, ich weiß, dass ich vielleicht viele schöne Momente verpasse, aber momentan schaffe ich es einfach nicht mich zu trennen.

    Vielleicht braucht es noch mehr „leere“ Versuche von meinem Mann, um es wirklich zu realisieren, dass er es nicht schafft, diesen verdammten Alkohol einfach stehen zu lassen.

    Und vielleicht ist es auch die Angst vor dem Alleinesein, wenn man sich trennt und niemand mehr da ist, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Bei meiner ersten Trennung war ich psychisch so am Boden, dass es die einzige Chance für mich war, zu überlegen. So war zumindest mein Gedanke. Im Nachhinein erschreckt es mich, dass ich damals „einfach“ alles so zurückgelassen habe. Aber ich war wie in einem Tunnel und wollte nur noch weg.

    Soweit bin ich momentan noch nicht.

    Weshalb ich nicht zu einer f2f Gruppe gehe, ist eigentlich die Angst, dass alle einem vermutlich raten werden, ihn zu verlassen. Aus den vielen Fäden die ich gelesen habe, weiß ich, dass es viele nicht schaffen oder jahrelang dazu brauchen. Zu dieser Gruppe gehöre ich wohl, auch wenn es für mich schmerzhaft ist und mich viel Kraft kostet.

    Ich bin froh, diese Online-SHG gefunden zu haben und werde mir hier jetzt öfter meine Sorgen von der Seele schreiben (wie eine Art Tagebuch).

    Heute ist meine Enkelin gegangen und ich habe sie mit einer Meditation begleitet. Aber die Trauer ist da, auch wenn ich sie nicht kennenlernen durfte. ;(

    Morgen kommt mein Mann aus der Klinik und ich hoffe, dass er wenigstens bis zu dem Konzert trocken bleibt. Ich bin ja schon für kleine Schritte und Momente dankbar.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Liebe Elara,

    du hast mein tiefstes Mitgefühl zum Tod deiner kleinen Enkelin.

    Bei mir wird es am 14.3.jetzt 14 Jahre her sein, dass mein Enkel tot zur Welt kam und meine Tochter dann auch nach der Geburt verstorben ist. Das ist ein so unendlich tiefer Schmerz.

    Meine Gedanken sind auch bei den Eltern des kleinen Mädchens.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Dankeschön für die lieben Worte. Es ist einfach eine irreale Situation, die man vielleicht nur nachvollziehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Ich habe tiefes Mitgefühl, was dir damals passiert ist. Die Erinnerung an die lieben Menschen wird immer bleiben <3

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Liebe Elara,

    ich möchte dir auch mein Mitgefühl aussprechen.
    Trauer und der Schmerz sie nie kennen gelernt zu haben ihre Berechtigung, und du kannst dir alle Zeit dafür nehmen.
    Alle guten Gedanken auch für die Eltern.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

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