Beiträge von -Leonia-

    Du sprichst mir aus der Seele💕, genau so geht es mir hier auch. Ich bin normalerweise Optimist, egal ob es meine Allergie war, oder die Lähmungen, in den letzten Jahren, ich habe allem noch immer irgendwas positives abgewinnen können und Wege gefunden das Leben trotzdem lebenswert zu gestalten.

    Und ja vielleicht ohne Hund, hätte ich auch aufgegeben, ich musste ja irgendwie weiter machen.

    Die Empathie und das Interesse, genau das fehlt so sehr und ehrlich gesagt, ich bin momentan wie Du in so einer Art Lauerstellung.

    Ich habe mir im Haus ein Zimmer nur für mich eingerichtet, mein Rückzugsort, meine Oase. Vorerst der Tropfen auf dem heißen Stein, da ich bevor ich nicht wirklich körperlich wieder fit bin (ob die mittlerweile noch minimalen Einschränkungen bleiben oder auch noch weg gehen, wird sich zeigen) und auch ich habe einen "Plan B" wenn es hart auf hart kommt.

    Ich glaube auch nicht an eine erfüllte Beziehung, dazu ist er nicht in der Lage, dazu müsste es wirklich Klick machen und derjenige müsste seine Prioritäten verschieben, dass glaube ich bei meinem Partner generell nicht und so ist es wohl die Ruhe vor dem nächsten Sturm,

    Wie weit jemand fallen muss um aufzuwachen, da muss ich ehrlicherweise wieder den Vergleich ziehen, wir lange brauchen wir als Angehörige, als Co, bis es uns klar wird, dass es das was wir uns erhofft und erträumt haben genau mit diesem Menschen nie geben wird und aufwachen. 🤔🤷🥰


    Lg -Leonia-

    Hmm, also einem Obdachlosen würde ich es auch nicht geben.

    Aber vielleicht gibt's ja eine Kneipe, Kiosk oder vielleicht auch eine Feier (Polterabend /Hochzeit) in der Nachbarschaft, oder ein Verein (Feuerwehr...) die sowas abkaufen würden, Fragen kostet ja nix und weg schütten oder zum Putzen nehmen kann man es immer noch, wenn sich keiner findet. 🤔🤷

    Panama ich finde das weniger harter Tobak, eher ein sehr guter Input.

    Wenn ich an meine Mutter denke, sie hatte sich von meinem Vater getrennt bevor er starb, sie waren im Trennungsjahr, der Scheidungstermin stand fest. Er hatte sämtliche Konten für meine Mutter gesperrt, es gab weder Patientenverfügung, noch Vorsorgevollmacht, er hatte niemanden bestimmt.

    Als er dann im Krankenhaus lag und auf Hilfe angewiesen war, hatte er und auch sie im Prinzip nur Glück, weil ich die Ärzte der Station kannte.

    Ich hab die medizinische Betreuung damals übernommen, bevor ein gesetzlicher Betreuer bestellt wurde.

    Nach seinem Tod war es ein riesiger Kampf mit Ämtern, Banken, Versicherungen, seiner Firma und auch der Rentenversicherung, da er ihr ja überall sämtliche Vollmachten entzogen hatte, sie offiziell im Trennungsjahr der Scheidung waren und er eben kurz vor dem Scheidungstermin verstarb, es war also schon alles in die Wege geleitet und es hätte für sie im Prinzip blöd ausgehen können.

    Und auch darüber sollte man sich eben im Vorfeld Gedanken machen, keiner weiß wie viel Zeit man hat, weder die Partner mit ihrer Krankheit, noch man selbst🤷

    …ich wünsche dir VIEL Kraft GUT bei DIR anzukommen…

    durch nix ändern, nix ändern mit diesem konsequenten Schnitt/Schritt, den ich selbst auch noch nicht vollzogen habe, bleibt man immer mitgefangen…

    Orientiere dich an denen, die das geschafft haben…🙏🙏🙏

    LG, Simsalabim…

    Ja mitgefangen, dass bleibt man wenn man sich nicht davon befreit. Das ist mir bewusst.

    Aber ich muss kleine Schritte machen im wahrsten Sinne des Wortes, nach zwei Jahren mit Gehilfen, Rollator, zeitweise auch Rollstuhl..., fehlen mir nicht nur die Muskeln am Körper, sondern auch an der Seele und das braucht ein bisschen Zeit.🤷

    Ob es die Ruhe vor dem großen Sturm ist, oder ob er wirklich etwas ändert, ich weiß es nicht.

    Ich konzentriere mich ja momentan eher darauf wieder auf die Beine zu kommen. Zur Erklärung, ich stand vor der OP im August kurz davor im Rollstuhl zu landen, ein Knochenfragment drückte aufs Rückenmark, wohl durch einen Unfall vor drei Jahren, obwohl ich damals im KH war und durch-gecheckt wurde, aber was keiner so wirklich auf dem Schirm hatte, ich hatte in den letzten drei Jahren, Lähmungserscheinungen und es wurden keine Ahnung wie viele falsche Diagnosen gestellt, ich habe drei unnötige OP's gehabt in der Zeit, die nichts änderten und es schlimmer wurde anstatt besser.

    Erst in diesem Jahr kam man dann zur richtigen Diagnose und dank der richtigen OP im August, haben sich viele Sachen in Luft aufgelöst.

    Natürlich war das auch eine harte Zeit für ihn, aber er im Hinblick darauf, dass ich nicht mehr so funktionierte wie davor und ja ich gebe zu, ich hab mich teilweise extrem zurück gezogen, durch Schmerzen und eben die Lähmungen.

    Ich möchte ihm nicht alleine die Schuld an allem geben was unsere Beziehung betrifft und bevor ich krank wurde,ist es mir auch nicht so massiv aufgefallen, es gab allerdings in der Vergangenheit mehrfach Diskussionen darüber, weil es zu mehreren Situationen kam, in denen sein Konsum massive Folgen hatten und mir fallen jetzt mit etwas mehr Fokus auf mich, auch viele andere Dinge an ihm auf, die ich dem Konsum zu schiebe.

    Nur als Beispiel: einmal ist er die Treppe runter gefallen beim Versuch nachts auf die Toilette zu gehen (die Tür zum Bad ist genau neben der Treppe), ein anderes Mal wollte ich das Auto ausparken damit er überhaupt einsteigen kann und er ist warum auch immer direkt hinters Auto gefallen und ich hätte ihn fast überfahren, er hat sich das komplette Gesicht aufgefallen...

    Aber egal was auch passiert ist in den letzten Jahren, er sieht das Problem nicht in seinem Konsum und geht auch zu keinem Arzt.

    Und wenn er dann nicht trinken kann oder durch irgendwas gezwungen ist drauf zu verzichten, dann wird er mir gegenüber ausfallend, ungerecht und aggressiv.

    Und ja ich könnte gehen, aber ich bin momentan einfach noch nicht so weit 😔

    Ich kann Dich auch verstehen, aber ich weiß auch, dass es Mittel und Wege gibt, ihn aus der Wohnung, zu kriegen. Sie sind nicht nett und es würde auch sofort einen Schlussstrich ziehen, wenn man dazu bereit ist.

    Und ja ich weiß ich bin eigentlich nicht diejenige die schlaue Tipps geben sollte, weil ich selbst nicht bereit meinen Partner zu verlassen und das was ich momentan habe aufzugeben, was allerdings auch andere Gründe hat und woran ich auch innerhalb der Therapie arbeite, es hängt alles ja irgendwie zusammen.

    Wie bereits in einem anderen Thread hier geschrieben, als Co-Abhängig hast Du ein ähnliches Problem wie der Suchtkranke selbst, man will sich irgendwie ja nicht eingestehen, dass man die Sucht des anderen nicht ändern kann und kennt im Grunde seine eigenen Grenzen nicht, hat nie wirklich gelernt diese auch zu benennen und klar durchzusetzen, darum eben Co-Abhängig 🤔🤷


    Lg -Leonia-

    Hallo Elara,

    ich weiß was Du meinst, darüber hatte ich mit meinem Therapeuten gesprochen.

    Das Problem liegt aber nicht darin, dass der andere die Einsicht kriegen muss mit dem Trinken aufzuhören, natürlich schon, aber kein Co-Abhängiger wird ihn dazu bringen können, es muss ja von ihm selbst kommen.

    Ich hab berufsbedingt da einiges erlebt, war Krankenschwester und dennoch hat es sich wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen, ich weiß also auch was Worst-Case kommen kann und damit meine ich nicht die Trennung.

    Und ja als Co-Abhängig hast Du auch ein riesen Problem, man hat ja nie gelernt wirklich Grenzen zu ziehen und diese dann auch einzuhalten, oder Bedürfnisse wahrzunehmen, benennen und befriedigen...

    Das gleiche Prinzip wie die Partner mit dem Alkohol. Also kann ich nur bei mir ansetzen, ich habe keinen Einfluss auf sein Trinkverhalten, nicht auf das Verhalten, dass er mir gegenüber an den Tag legt, weil ich ja nie weiß, wer da Abends nach Hause kommt und wie viel Stress er hatte, hat er was getrunken, wieviel trinkt er wenn wir weg gehen ...

    Aber ich kann mich beeinflussen, ich kann natürlich weiter versuchen ihn davon zu überzeugen, kann mir den Mund fusselig reden, streiten, drohen..., aber es bringt am Ende nichts, ausser das es mir schlecht geht und er weiter trinkt.

    In meiner Therapie geht es nicht darum diesen Menschen sofort zu verlassen, es geht mehr darum, mich darin zu bestärken den Fokus auf das zu legen was ich kontrollieren und beeinflussen kann, MICH! Mein Therapeut hat mich gebeten mir vorzustellen, dass um meinen Partner ein Kreis ist und um mich, da wo sie sich überschneiden ist die Beziehung.

    Am Anfang der Therapie war der Kreis meines Partners noch riesen Groß, meiner eher ganz klein und eng um mich, weil es immer um ihn ging, sein Verhalten , seine Sucht..., sie haben sich auch nur ganz leicht überschnitten.

    Mittlerweile nach einigen Monaten, ist mein Kreis etwas gewachsen, seiner etwas geschrumpft und sie überschneiden sich schon mehr, auch wenn es innerhalb der Überschneidung eher leer wirkt.

    Ich bin also dabei meinen Kreis größer zu ziehen, ob es uns gelingt die Überschneidung zu füllen ist erst einmal nicht wichtig, aber was wichtig ist, wenn mein Kreis irgendwann so groß sein sollte wie der meines Partners am Anfang, dann ist der Zeitpunkt an dem ich gehe und darauf habe ich ganz alleine einen Einfluss.

    Das Einzige auf das ich keinen Einfluss habe, ist der Umstand, dass er bevor ich mein Ziel erreiche, ein Opfer seiner Krankheit wird, eben Worst-Case und ich schiebe den Gedanken weit weg, sonst würde es mich momentan wieder von meinem Ziel abbringen, da ja jeder Tropfen Alkhol der sein könnte der ihn umbringt.

    Lg -Leonia-

    Hallo Elara,

    ich fühle so mit Dir und weiß genau was Du meinst. Man weiß man sollte gehen und trotzdem hält einen irgendwas in der Beziehung.

    Mein Partner ist leider uneinsichtig und hat noch nie über Entzug/Entgiftung usw. nachgedacht, er hat ja per se kein Problem und alle anderen sind ja viel schlimmer...

    Ich kann auch total nachempfinden wenn Du schreibst, dass Du momentan diejenige bist, da Deine Verletzung Dich ausbremst. Ging mir vor einigen Monaten so, bin im August operiert worden, sollte mich schonen, was allerdings kaum bis gar nicht möglich war. Mittlerweile fokussiere ich mich mehr auf mich, meine Gesundheit, hab auch eine Therapie angefangen wo alles zur Sprache kommt, aber ich finde auch den Austausch mit anderen Betroffenen wichtig und gut.

    Fühl Dich gedrückt, auch wenn ich keinen wirklichen Rat habe, da ich ja selbst gerade mittendrin stecke und die Frage ständig im Kopf schwirrt.


    Lg -Leonia-

    Hallo,

    dann will ich mich mal vorstellen.

    Zu mir, ich bin 50, seit sechs Jahren mit meinem Partner zusammen, wir haben ein Haus und einen Hund.

    In all meinen Beziehungen bisher (2 geschiedene Ehen) gab es das Problem mit dem Alkohol. Im Grunde genommen schon davor, denn mein Vater und auch mein Opa waren abhängig und ich kenne es nicht anders. Ich selbst trinke keinen Alkohol.

    Alle waren funktionierende Alkoholiker, heißt, alle waren hart arbeitende Männer, die nach Aussen ihr Leben im Griff hatten, nur hinter verschlossenen Türen oder eben am Wochenende tranken.


    Mein derzeitiger Partner ist ein Wochenendtrinker, er trinkt um sich runter zu bringen, dass sagt er selbst.

    Ich bin vor vier Jahren mit ihm zusammen gezogen und ab da hat sich unsere Beziehung extrem verändert. In den letzten Jahren hatten wir mehrfach Streit deswegen, zuletzt vor ein paar Monaten.

    Wenn er von außen Druck bekommt, kann er das Trinken reduzieren und sogar ganz lassen, was allerdings zur Folge hat, dass er dann mit gegenüber sehr ungerecht und ausfallend wird und seinen Stress quasi verbal an mir auslässt.

    Ich war vor einigen Monaten wirklich soweit es zu beenden, weil seine Vorwürfe mir gegenüber wirklich unmöglich waren.

    Ich weiß ich müsste gehen, aber noch mal alles aufgeben,also Haus, Hund, meine Freunde und meine Nachbarn, ich glaube das schaffe ich nicht noch einmal, ich habe bei jedem vorherigen Partner alle Zelte abgebrochen, bin woanders hin und hab mir alles neu aufgebaut, nur um dann beim nächsten Mann zu landen, der am Anfang ganz "normal" schien, weil man da noch in getrennten Wohnungen lebte, es nicht wirklich mit bekam...

    Ich weiß es ist mein Muster und man sucht sich unbewusst immer das, was man aus der Kindheit kennt. Ich bin bereits in Therapie, da ich durch eine Allergie meinen Job aufgeben musste und es keine Möglichkeit gibt, wo ich trotz der Allergie arbeiten könnte.

    Ob es also nur an seinem Alkoholkonsum in unserer Beziehung liegt, weiß ich gar nicht, aber ich würde mich dennoch gerne mit anderen austauschen.


    Lg -Leonia-