Beiträge von Kyra

    Hallo Hannah,

    ich gehe mal davon aus, dass der See so gut besucht ist, dass ihr keinen Platz abseits von Trinkenden und Rauchenden findet.

    Könntest du da mit deinen Freundinnen oder einer Freundin vor dem nächsten Seebesuch absprechen, ob sie auf deine Kinder mit aufpasst, wenn du die gemeinsame Situation verlassen musst? Dann bräuchtest du nur zu sagen, dass du gehen müsstest, und sie würde dir sagen, dass sie deine Kinder um xy Uhr zu dir nach Hause bringe.
    Dann müsstest du allenfalls erklären, dass dir übel sei - was ja auch nicht richtig gelogen ist.

    Du könntest dann noch nach Verlassen der Situation zu dir passende Achtsamkeitsübungen machen und dann entscheiden, ob du zurück oder nach Hause gehen möchtest.

    Oder eine Freundin nimmt mal deine Kinder mit und du machst dir einen Nachmittsg alleine mit Dingen, die dir Spaß machen und die du am besten ohne Kinder unternehmen kannst. (Hobby oder intensive Körperpflege oder spazieren…).

    Ich wünsche dir auch, dass du viele schöne Dinge findest, die die Leere mit einem Zufriedenheitsgefühl ausfüllen.

    LG Kyra

    Das finde ich schön, Thalia, dass du deinem früheren Ich gerade Zuversicht schenkst.

    Und damit kannst du doch eine Menge bei vielen neu Trockenen beitragen. Denn auch ihnen gibst du Zuversicht, dass alles gut werden kann.

    Liebe Grüße Kyra

    Hallo Honighummel,

    Aber meine Co-Honighummel ist mit einem Softeis in der Hand auf den Zug aufgesprungen und erzählt mir den ganzen Tag, dass ich unsere Familie zerstöre und meine Bedürfnisse über die meines Sohnes stellen würde.

    Meine Mutter wollte sich auch nicht von ihrem Alkoholiker-Ehemann wegen uns Kindern trennen.

    Wie oft haben wir Kinder sie deshalb innerlich verflucht. Ich habe mir sogar manchmal gewünscht, mein Vater hätte einen tödlichen Autounfall, damit wir ihn nicht mehr aushalten müssten.

    Ich möchte dir damit nur sagen, dass eine Trennung nicht zwingend die Missachtung der Bedürfnisse eines Kindes bedeutet. Im Gegenteil, sie kann bedeuten, dass ich als Mutter die Bedürfnisse meines Kindes achte.

    Und wenn du nach dem Gespräch mit dem Freund ins Grüveln kommst, dann denke daran, dass das ein unfertiges Gespräch war.
    Vielleicht hast du ja kurzfristig noch die Möglichkeit, das Gespräch noch zu beenden, so dass dein Kopf sich mit diesem im fertigen Zustand beschäftigen kann.

    Liebe Grüße Kyra

    Hallo Hannah,

    deine Hausärztin ist ja eine wahre Perle.
    Auch ich habe einen Hausarzt, der mich in Bezug auf meine Alkohol- und Nikotinsucht voll unterstützt. Diese Gewissheit zu haben, stärkt mich.

    Ich finde es toll, wie du deine Abstinenz vor vermeintliche gesellschaftliche Verpflichtungen („Kolleginnen und Kollegen darf man nicht in Stich lassen.“) stellst.
    Wie wahrscheinlich wäre es nämlich, dass du bei dem Dienstplan dann in ein paar Wochen zusammenbrechen würdest und nicht mehr arbeiten könntest. Dann müssten deine Kollehinnen und Kollegen auch ohne dich auskommen, ggf. müssten das auch deine 3 Kinder und deine Suchtstimme würde auch keine Ruhe geben.
    Jetzt kannst du dich um dich und deine Kinder kümmern und dir mehr Ruhe antun. Auch kannst du dir, wie Mattie bereits schrieb, durch neue oder alte wiederbelebte Aktivitäten was Gutes tun.

    Alles Liebe weiterhin Kyra

    Hallo helianthus,

    es tut mir so leid, dass die Partnerin deines Vaters den gemeinsamen Abschied nicht würdevoll begehen kann, und wünsche deinen Schwestern und dir viel Kraft für die nächste Zeit.

    Zur Frage des persönlichen Abschieds:

    Das kannst du natürlich nur für dich selbst entscheiden.
    Als mein Vater starb, überlegte ich auch, ob ich ihn nochmal sehen wollte. Er war Alkoholiker und hat uns alle in der Familie sehr verletzt. Zum Zeitpunkt seines Todes war er zwar schon längere Zeit trocken, aber der jahrzehntelange Konsum hatte seine Psyche bereits dauerhaft negativ verändert.

    Nun, ich habe aus dem Bauch heraus spontan entschieden, alleine von ihm Abschied zu nehmen.
    Ich stand eine halbe Stunde an seinem Sarg und habe alles rausgelassen, wozu ich mich zu seinen Lebzeiten nie getraut hatte. Das tat mir gut.
    Ich konnte so, mich auch an die schönen Momente meiner Kindheit erinnern, mit meinem Vater letztendlich Frieden schließen und ihn befreit gehen lassen.

    (Allerdings war er zurechtgemacht.)

    Liebe mitfühlende Grüße Kyra

    Mir kam auch der Gedanke, ein Schild mit der Aufschrift „Outlet Roermond“ und einem großen Smiley in deinen Notfallkoffer zu packen, damit du dich beim Öffnen an die guten, glücklichen, schönen Gefühle erinnerst und die Suchtstimme vertreiben kannst.

    LG Kyra

    Hallo Angler,

    • wenn du für dich vermutest, dass du nicht abhängig, sondern missbräuchlich getrunken hast,
    • wenn dein Problem mangels Gefahr nicht das Bewahren der Abstinenz, sondern die Vergangenheitsbewältigung ist,
    • wenn du nur ohne dieses Forum einfach frei leben kannst
    • wenn nach deiner Auffassung

    das Leben draußen, alles was ich erlebe gibt mir so viel Kraft und Stabilität, dass ich die Gedanken an Alkoholdinge vergesse, mal wieder Freude habe.

    dann ist dieses Forum wahrscheinlich wirklich nicht der richtige Ort für dich.

    Ich wünsche dir, dass du auf deinem weiteren Weg einen inneren Seelenfrieden findest und dein Leben glücklich und zufrieden ohne deine Dämonen der Vergangenheit genießen kannst.

    LG Kyra

    Es war das ganze Leben und die Zukunft die weg war. Und warum? Weil Alkohol im Raum stand.

    Und dafür trage ich die Verantwortung. Und das ist hart.

    Irgendwie personifizierst du aus meiner Sicht in deinen Beiträgen den Alkohol.
    Er hat dich kaputt gemacht, er hat dir alles genommen, vor allem deine große Liebe (die allerdings nach deinen anfänglichen Aussagen unabhängig vom Bier die Falsche war, die für dich sogar toxisch war).

    Das klingt für mich nicht nach Übernahme von Verantwortung, sondern nach Abschiebung der Verantwortung auf den Alkohol und nach eigener Opferrolle. Denn nicht du hast dir selbst alles genommen, sondern der Alkohol dir.

    Ich bin nun auch seit gut einem halben Jahr abstinent, auch mich ekeln mittlerweile Alkoholfahnen an. Natürlich kommen auch bei mir Gedankenmomente an meine nassen Zeiten.
    Nur ich drehe mich gedanklich nicht unentwegt im Kreis. Ich schaue, wie ich mir mein Leben ohne Bier einrichten kann, um zufrieden mit mir sein zu können.

    Das letzte halbe Jahr hat irgendwie nie existiert, alswenn es nur ein paar Tage waren. Alles ist weg, alles nicht greifbar.

    Das tut mir leid für dich.
    Ich habe das vergangene halbe Jahr sehr bewusst erlebt, die ganzen Veränderungen meines Körpers, meiner Psyche mit meinen Sinnen positiv wahrgenommen.

    Wenn ich mich in diesem halben Jahr allerdings ständig auf die Alkoholzeiten konzentriert hätte, mich mit masochistisch anmutenden Zügen immer wieder zerfleischt hätte, dann wären mir die ganzen positiven Veränderungen, die Schritte zu einer abstinenten Zufriedenheit wahrscheinlich gar nicht aufgefallen.
    Dann würde ich einfach nur feststellen können, dass ich heute nicht mehr trinke, mehr Hobbys und Kontakte habe, mich aber weiterhin jammernd an die schlimme Zeit klammern.
    So kommt mir zumindest dein Verhalten vor. Vielleicht brauchst du die ganzen abschreckenden Bilder, die Selbstvorwürfe, die Selbstkasteiung, um weiterhin abstinent zu bleiben?

    Ich werde mich jedenfalls über deine Beiträge freuen, wenn sie irgendwann nach Aufbruch, nach Vorwärtsgerichtetheit, und nicht mehr nach überwiegendem Selbsthass und Rückwärtsgewandheit klingen.

    LG Kyra

    Ganz lieben Dank für eure Glückwünsche.

    Sie bestärken mich zusätzlich, meinen Weg konsequent weiter zu verfolgen.

    Ich freue mich sehr, hier Gleichgesinnte gefunden zu haben und darüber, wie sehr wir von schon lange trockenen Forumsmitgliedern profitieren können. Das Forum ist und bleibt meine wichtigste Anlaufstelle, um die Achtsamkeit nicht mehr zu verlieren.

    Da kann ich dir nur uneingeschränkt zustimmen.

    Dein schöner Text ist ein Leuchtfeuer für alle die am Anfang stehen.

    Danke Alex für deine Worte. Ich habe meine Erfahrungen hier im offenen Bereich geschrieben, um allen anderen Beginnenden Mut zu machen - ich bin ja auch noch ein Frischling.

    Und du darfst dich jetzt schon auf die zweite Jahreshälfte freuen.

    Das mache ich, liebe Stern.
    Und ich beginne das zweite halbe Jahr mit Überlegungen, was ich mir zur eigenen Erinnerung zum ersten Jahr schenken möchte. Es sollte irgendwas Besonderes sein. Da habe ich jetzt 6 Monate Vorfreude.

    Die großen Veränderungen am Anfang sind prägnant. Es sind aber auch die vielen kleinen Veränderungen, die ein nüchternes Leben auch ausmachen.
    Es hat eine Weile gedauert, bis ich sie wahrnehmen konnte.

    Ich denke auch, dass die prägnantesten Veränderungen in der ersten Zeit geschehen. Irgendwann hat sich die neue Routine eingespielt. Die Änderungen haben den Charakter einer Veränderung abgelegt.

    Auch wenn ich künftige kleine Veränderungen übersehen könnte, weil sie eben klein sind, freue ich mich jeden Morgen darüber, dankbar und glücklich über meine Alkohol- und Nikotinabstinenz zu sein.

    Liebe Grüße Kyra

    Hallo Bingo, Bibitor war so nett, mich auf meinen Vertipper hinzuweisen. Natürlich sollte es „ ohne Alkohol“ heißen.
    Frau sollte auch nicht im Wartezimmer vor der Ergotherapie ins Handy schreiben 😂.

    LG