Beiträge von Angler

    Das ist ja der Kreislauf. Ich verachte was und es kommt wie Panik hoch. Dann denke ich, ich will doch gar nicht, ich lehne es ab, mir wird schlecht, wieso denke ich zwanghaft daran, was mal war, nur um mich zu bestrafen, was ich alles kaputt gemacht habe?

    Ich kann gar nicht mehr frölich durchs Leben gehen und mich leicht fühlen.

    Ich denke aber nicht daran wie es ist betrunken zu sein oder dass Alkohol ein Verlangen auslöst, es kommt immer in den Kopf als was ganz abartiges.

    Ich selbst hatte ja Krebs und hab nie darüber nachgedacht, ich weiß aber das manche betroffene darunter gelitten haben, dass wieder was auftaucht und sie krank werden. Das war für sie sehr belastend.


    Und so in etwa geht es mir. Ich sehe ihn in meiner Vergangenheit, er ploppt aber darin auf, dass ich mich selbst darauf reduziere. Und das führt immer dazu, dass ich fast schreien will, weil es wie eine dunkle Wolken ist. Etwas was ich zutiefst verachte und nicht haben möchte, nicht mal ansatzweisen etwas gutes in ihm sehe. Keine Befriedung, weil er das nie war und schon gar nicht Verlangen oder gelüste. Je schwieriger die Situation ist, um so weniger kommt er jedoch in den Gedanken vor. Die Gefühle die ich hatte, als ich zum Bier gegriffen habe, fühlen sich ganz anders an. Es ist nichts mehr genauso wie es mal war.die selben Situationen, die soeben Leute, die gleichen Sorgen. Und nichts davon suggeriert eine Verbindung zum Bier. Alswenn es nie da gewesen wäre. Es gibt kaum Abende wo ich denke: wow, heute war ja nichts, hast durchgehalten. Sie kommen nicht vor. Es gibt keine Gedanken dazu. Er taucht nur auf, wenn ich dran denke: z.b. tabverlauf auf dem Handy von diesem Forum oder Umgang mit meiner Trennung und der Zeit. Es ist unvorstellbar, deswegen frisst mich das innerlich auch so auf. Irgendeine Verbindung zwischen Bier und meinem Gehirn ist nicht mehr die, die es mal gab. Es ist eine Unterbrechung, ich fühle dabei nichts mehr.


    Unterm Strich ist das natürlich mehr als gut, ja fast schon ein Segen.

    Ich bin weiterhin sehr viel am Nachdenken, Reflektieren... Eine totale Selbstfindungsphase.

    Ich habe meine feste Strukturen und das ist auch wichtig, dass ich was mache. Der Wohnungswechsel steht in einigen Wochen an, das wird mich hoffentlich nochmal etwas aufbauen.


    Ich habe ja schon eine Zeit in meinem Leben bewusst ohne Alkohol gelebt. Das war zu einer Zeit wo ich es nicht mehr wollte, weil der Zwang von außen überall immer Bier mit zu groß wurde. Während manche nach dem Feste heim ins Bett sind, hab ich zu Hause noch ein Bier getrunken. Das waren die Momente, als ich dachte, das ist nicht gut.


    Damals habe ich sehr gut damit gelebt, hatte keine Probleme.

    Die letzten zwei bzw 1,5 Jahre waren bzw sind jetzt wie im Rausch, in einer grauen Zone. Es war mit die bewegenste Zeit meines Lebens. Es ploppen immer wieder die Momente unsere Kennenlernens auf, die so schön waren. In der Zeit war ich total nüchtern.

    Ich hänge sehr an der Frau und vermisse sie total. Ich könnte mich hassen für das, was ich gemacht habe. In der Therapie lerne ich damit umzugehen und die Mechanismen zu erkennen, wieso ich das gemacht habe. Wieso Alkohol bei mir nie ein Genussmittel war, sondern immer eine Wirkung erzielt hat.

    Ich muss damit umgehen, jedoch vorallem wieder zu mir kommen. Der Alkohol hätte nicht an allem eine Schuld, er ist Anteil davon.

    Was mir nur seit Wochen mehr und mehr auffällt, und das hatte ich so in meinem Leben noch nie:

    Ich verzichte nicht auf Alkohol weil ich nicht darf, will usw. Hängen wir uns nicht an Wörtern auf.

    Ich verzichte nicht, weil er schadet oder mein Wesen verändert.

    Ich trinke auch nicht weil ich Angst vor dem richtigen Absturz habe.

    Ich trinke nicht, weil ich daran nicht denken kann. Es ist für mich ein unvorstellbares Mittel geworden. Das ist jetzt nicht nur gesagt, aber ich bekomme eine Art Übelkeit bei dem Gedanken an Bier, obwohl ich nicht mal mehr den Geschmack kenne. Er ist mir total fremd geworden. Es stört mich nicht, wenn ich es rieche oder so. Es ist so, alswenn ich denke, jetzt Benzin trinken zu müssen. Es ist unvorstellbar. Es gibt nicht einen Tag wo ich denke: wow geschafft. Es ist eher so, dass ich jeden Tag hoffe nicht daran zu denken, dass er mal Teil meines Lebens war, weil es total belastend und erdrückend ist. Es zieht mich dermaßen runter und ich bekomme heftigste Depressionen. Muss mich sofort ablenken und an andere Sachen denken, ja nicht Alkohol an mich ranlassen, so groß ist der Widerstand und Ekel.

    Unterm Strich ist das natürlich gut, weil damit besteht kein Risiko eines Rückfalls, aber mir macht eigentlich mehr Sorgen, dass diese Gedanken wie eine Art Tag-Alptraum im Kopf sind.


    Ich weiß nicht woher das kommt. Ich höre zwar meine Meditation immer noch aber irgendwas hat in mir wie einen Schock ausgelöst. Vielleicht die Trennung selbst, dass ich ein Trauma vom Alkohol bekommen habe. Mein Gehirn ist völlig umprogrammiert, ohne einen bewussten Umgang damit zu haben.


    Es ist schwierig das in Worte zu fassen. Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken steigt mein Puls und ich platze innerlich, so groß wird das Gefühl der Ablehnung. Einfach nur schnell was anderes denken bevor ich fast zu würgen beginne. Ich bin jetzt bald 3 Monate nach dem letzten Drink trocken, falls das zur Einordnung hilft.


    Hoffe auf Schwarmwissen, weil diese Gedanken mich auch nachts verfolgen. Alswenn der Alkohol sich mir immer nähert und ich panisch davon renne, weil ich Angst vor ihm habe.

    Danke für die Meldung.

    Mein Suchthirn ging nie in Momenten an, wenn es Alkohol gab. Es kam immer daheim, wenn es stressig war. Ich sag es als stressig. Das sind Momente voller Wut, Streit der nicht ausgesprochen und diskutiert wurde, Frustration usw. Ich bin dann immer aktiv losgefahren. Wenn es nach 20 Uhr war, Pech, hatte nichts mehr offen. Habe aber nie bewusst eingekauft oder was im Haus gehabt, für den Notfall. Genauso wenig bin ich an den Rotwein meiner Ex oder die Spirituosen. Das war nicht meins, das war Tabu.

    Jetzt wo es alles vorbei ist, hat es auch schlagartig aufgehört. Der innere Druck und Schmerz ist ein völlig anderer. Es bringt nichts zu trinken. Die Situation ändert sich nicht. Ich muss also nicht nur den Abend oder Tag aushalten, sondern die Folgenden auch. Das ist der wesentliche Unterschied. Die Betäubung war immer dann, wenn ich nur runterfahren musste und am nächsten Tag war alles wieder gut.

    Dämlich aber so habe ich mich irgendwann konditioniert.

    Ich ging auch manchmal einfach nur spazieren, weil ich bewusst nichts trinken wollte.

    Habe hier viel gelesen, dass man keine Ursachen suchen sollte und die Sucht einfach da ist. Wenn ich mein Leben aber betrachte sind es immer die gleichen Faktoren, wenn Alkohol im Spiel war. Seit einem bewussten Umgang Mitte der 20er habe ich das Feiertrinken nicht mehr gehabt, es wurde sowas wie für mich als persönliche Entspannung. Ich habe getrunken, wenn ich allein war. Kein Gerede, einfach nur Ruhe. Am liebsten am Waldrand, auf einer Sommerwiesen. Dort saß ich manchmal stundenlang und habe irgendwann die Ruhe einfach nur genossen. Der Alkohol hatte bei mir IMMER einen Zweck. Nicht weil er da war oder so, sondern immer für eine bestimmte Wirkung.

    Irgendwann hab ich gelernt, dass Sport, Motorradfahren und Wandern den selben Effekt bringen. Das war zu den Zeiten, wo ich erst ne Woche, dann ein Monat und dann Jahre nicht mehr getrunken habe. Das erste Jahr hab ich fast vergessen, hab beim Übertrag vom Kalender gesehen: letzter Tag Bier und dachte wow, hast nicht einmal dran gedacht.

    Deswegen fressen mich diese Zweifel, diese Wut und dieser Selbsthass auf. Mit so einem Leben bin ich in die Beziehung gegangen, raus mit regelmäßigen und unregelmäßigem Konsum an Abenden. Eine Art Betäubung von allem..Trotz großer Liebe. Vielleicht tief im Inneren unerfüllte Liebe, wo zu wenig zurückkam. Ich weiß es nicht. Es ist tief im Inneren drin. Das sind die Hauptprobleme, der Alkohol ist nur ein Hebel des Ganzen. Daher hatte ich auch nie Probleme wenn Urlaub war. Da waren wir die ganze Zeit zusammen, haben viel gemacht. Ich war ausgeglichen und glücklich. Kein Alkohol. Genauso am Wochenende, das wären echt schöne Momenten. Glaube aber die Beziehung hatte einen Knacks bekommen und daher war hinter allem immer Alkohol, das Vertrauen kaputt. Das führte zu Spannungen und letztendlich zu nochmehr Wut, Rückzug, Enttäuschung und Frust.

    Am Ende hab ich es ihr auf dem Silbertablett präsentiert: hier ist dein Alki.

    Ja, ich hatte meine Chancen, hatte es alles in der eigenen Hand. Nur leider sind die Umstände nicht immer die, die man braucht.

    Für euch wäre das wahrscheinlich nichts, dass sie trotzdem vor mir ihren Wein trank, dass wir nen Rumtopf angesetzt haben, dass Schnaps und Co im Haushalt waren. sie wollte es sich nicht verbieten lassen.

    Ist ihr Recht, sie muss ja ihr Leben nicht umstellen. Ich hab Verständnis dafür.

    Die Therapeutin meinte: wow, die liebt sie aber! Hält es ihnen noch unter die Nase.

    Das stimmt leider auch, dass von mir Charakter und Beständigkeit gefordert wurde, wenn nicht bin ich der Falsche. wenn man wen sehr liebt, nimmt man alles hin. Das habe ich. Bis heute. Ich habe sie nicht mehr, sie hat schon wen neues, lebt ihr Leben genüßlich weiter.

    Ja, Außenstehende sagen, sei froh, denk an dich.

    Ich kam als glücklicher, sportlicher Mann und ging als seelisches Wrack.

    Nach der Trennung habe ich abends noch getrunken, nur um zu schlafen. Ich sah mich im Spiegel und schüttelte mit dem Kopf. Da war er dann wieder, der Schalter, der mich wieder aufs richtige Gleis brachte.

    Ich hatte nur noch zu verlieren. Es war aus, ich war allein. Aber das Bier wollte ich nicht bei mir lassen. Das gehörte nicht zu mir.

    Das war der letzte Abend als ich getrunken habe. Bis heute. Kein Rückfall, keine Gedanken. Ich meide bewusst keine Situationen. Zum einen weil das Leben so ist und ich mich nicht vor irgendwas schützen will, alswenn ich eine ansteckende Krankheit habe. Ich sehe es, wenn andere trinken. Es gibt mir aber nichts. Ich habe es gesehen, was es bewirkt, und dass aus meinem Frusttrinken auch mal ganz schnell ein regelmäßiges Saufen werden kann, bis hin, dass der Körper es braucht. Da will ich nicht hin. Ich kann die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Sie hat mich nie gezwungen zu trinken, hat immer gesagt lass es. Nach einem Jahr Beziehung mit all den Problemen, die auf und abs bin ich dort gelandet, weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich muss auf mich achten, auf mein Bauchgefühl um nie wieder dort zu landen wo ich war: ich einer emotionalen, räumlichen, finanziellen und Körperlichen Abhängigkeit von einem Menschen. Weil dann habe ich auch keine Kontrolle mehr über meine Gefühle und mein Handeln.

    Wie gesagt, ich zähle schon lange keine Tage und Wochen mehr, weil ich nichts erzielen muss, keine Etappe oder anderes. Mein Leben hat an einem bestimmten Tag wieder den richtigen Weg eingeschlagen und den gehe ich jetzt weiter. Mit Liebeskummer aber gesund.

    Ich weiß nicht wieso ich dort gelandet bin, wo ich noch nie war und ärger mich ununterbrochen über mein Handeln, meine Schwäche, kein Problem. Ich hätte alles haben können und habe es versaut.

    Es ist schwer auf andere zu hören, dass es nicht an mir allein gelegen hat. Alkohol kann man nachweisen, Frust und unglückliche Liebe/ Leben aber nicht. Das ist nicht messbar.

    Am meisten habe ich Angst vor der Zukunft. Sie war die große Liebe. Nach all meinen Beziehungen war es endlich eine tolle Frau. Unser Leben war für mich wie im Bilderbuch. Bis auf die andere Seite der Medaille. abgesehen davon, dass ich derzeit gar nicht in der Lage wäre mich mit wem zu treffen, sehe ich meine Ausgangslage wieder bei 0. Die Sorge vor dem Alleinsein, nicht die richtige Frau, nicht die passenden Umstände usw. Das raubt mir derzeit den Schlaf .

    Ich sag ja, der Alkohol ist gerade mein geringstes Problem, dafür bin nur ich zuständig. Eins der wenigen Sachen, die ich noch in der Hand habe.

    Sorry, dass ich nicht sofort geantwortet habe. Ich erlebe gerade eine sehr heftige Phase.

    Es fühlt sich alles wie im Nebel an, ja wie betrunken. Alles unwirklich und ohne Gefühle. Es prasselt alles auf mich ein und die depressive Phase ist enorm.

    Statt sich zu freuen, was ich alles erreiche kommt es mir von Tag zu Tag schwerer vor.

    Meine Hauptgedanken kreisen immer um den Alkohol und Schuld. Ich arbeite viel auf, habe auch weiterhin sie Psychologin. Es ist so, dass ich in eine totale Abhängigkeit geraten bin, was Emotionen und Gefühle betrifft.

    Und das spiegelt auch meinen Konsum wieder, wenn ich trank. Es war immer, dass ich mit den Gefühlen nicht wohin wusste, das Leben als grau ansah und alle um mich rum sind glücklich und erfolgreich. Ich war nie zufrieden, obwohl ich so viel erreicht habe.

    Ich habe über Jahre gelernt, wenn diese Gefühle sind, wie ich sie betäuben. Nur für den Moment, was morgen ist, ist mir egal. Die Konsequenzen wusste ich auch. Und ich war immer am Trinken, wenn es in Abhängigkeit mit dem Partner oder Zukunft war. Ich habe nie wirklich Verantwortung für mich übernommen, mein Glück in die Hand genommen.

    Das Glück war immer da, wenn ich Nüchtern war. reingerutscht bin ich wieder mit genau diesem innerlichen Konflikt.

    Aktuell geht es mir wie gesagt nicht gut. Ich lebe weiterhin abstinent und habe kein Verlangen, keine Trigger und Meise auch keine Orte oder sowas. Es berührt mich absolut nicht, da ich nur noch Ablehnung gegenüber Alkohol habe. Die derzeitigen Gefühle sind anders. Die Trennung u.a. wegen Alkohol hat mich so getroffen, dass ich dem ganzen keinen Raum mehr geben will und vorallem Kann. Ich schaffe es nicht mehr mich zu betäuben. Mein Akku dazu ist leer, dieses Spiel weiter zu machen.

    Das sehe ich ganz und gar nicht so.

    Es geht mir um den alltäglichen Umgang damit.

    Ich will dich die Situationen wissen, inden ich getrunken habe, um diese zu umgehen. Und da ich mir professionelle Hilfe in mehreren Bereichen gesucht habe, beschäftige ich mich viel damit.

    Was mir jedoch schwer fällt uns nicht gut tut ist der ständige Gedanke daran, es sich immer bewusst zu machen. Zumal der Alltag so geordnet und stabil ist, dass es kein Verlangen gibt oder Momente wo ich nachdenken muss. Die Tage vergehen und oft denke ich gar nicht dran.

    Sobald ich aber daran denke kommt Frust und Selbsthass, dass ich alles damit kaputt gemacht habe. Da ich es nicht ändern kann, nur anders und ohne leben, Versuche ich damit klarzukommen. Und damit auch den Gedanken daran wegzupacken, wenn er nicht von allein kommt

    Erstmal danke, hier kam ja was an Texten zusammen 😃

    Ich meine ganz bewusst den Umgang und das Denken damit.

    Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich es als Unterstützung für meine präsenz-Veranstaltungen genutzt.

    Das war sie Suchtberatung und der Psychologe.

    Ich war durch meine Beziehung völlig am Ende.

    Da ich mehrere Baustellen habe, habe ich anfangs kaum Kraft gehabt. Bis der Moment kam andem ich dachte, dass ich wegen anderen Menschen nicht mein Leben kaputt machen muss. Dass ich niemandem etwas schulde und mit meinem Trinken noch den Beweis liefer. Ich wollte wieder ich sein und mein altes Leben zurück. Das war der letzte Tag mit Alkohol. Über die Jahre habe ich mich, auch in der trockenen Zeit, immer wieder mit Videos der bekannten Potcaster beschäftigt, bis das einschlief, weil es für mich keine Erkenntnis mehr gab. Ich hatte mich an das Leben ohne Alkohol gewöhnt. Wie gesagt, ich kam spät damit in Verbindung und hätte nie gute Erlebnisse damit. Discozeit war immer Nacht des Grauens weil Karrusselfahren. Es gab nicht einen schönen Momente mit Alkohol. Er wird zwar immer so dargestellt, aber ich habe das noch nie so gesehen.

    In den letzten Wochen und Monaten habe ich körperlich wieder meine Form gefunden. Die Gedankenspirale funktionierte aber immer noch: du hast ein Problem, du wirst das immer haben, du bist krank. Wie gebranntmarkt.

    Und obwohl ich keinen Schluck mehr zu mir genommen habe, hatte ich nicht das Verlangen nach der Betäubung.

    Ich habe viel hier gelesen und mich dann über viele markante Sachen gewundert, die ich so im Alltag gar nicht wahrnehme oder ihnen Beachtung schenke. Während ich gerade zur Untermieter lebe, ist neben mir der Keller. Randvoll mit Bierkisten, Wein und alles was so in Flaschen ist. Als ich meinen Kumpel neulich besuchte, fragte er, ob ich ihm nen Kasten Bier mitbringen kann, er wollte nicht nochmal los.

    Jetzt schlagen alle die Hände über dem Kopf zusammen, ich lese es schon. Und genau deswegen Frage ich so doof: es macht mir nichts aus. Ich hatte nicht einmal das Kribbeln in den Fingern in den Keller zu gehen, ich hätte kein Problem die Kiste Bier zu kaufen. Das Einzige was ich hätte, waren Gedanken an meine neue Wohnung, Liebeskummer und welche Übung ich abends im Sport mache.

    Und so vergehen manchmal Tage oder Wochen, in denen ich nicht an das Forum denke. Einfach weil ich gar nicht an Alkohol denke.

    Meine Psychologin hat gesagt, ich muss das akzeptieren, dass die Menschen um mich rum trotzdem trinken. Ich kann meinem Vater nicht verbieten, wenn er abends mal ein Bier trinkt, dass er das alles aus dem Haus schafft. Ich hatte auch kein Problem damit, dass meine Partnerin Wein vor mir getrunken hat. Da war absolut 0.

    Ich hatte oben geschrieben, dass ich alkoholfreies Bier getrunken habe, als ich Lust hatte. Nicht jetzt, fruher. Das habe ich aber auch gelassen, weil ich davon solche Blähungen bekomme, dass es unangenehm ist.

    Ich war heute mit meiner besten Freundin nach Monaten mal wieder verabredet und sie meinte: wow, du siehst viel besser aus. Das war um halb 3. Das erste Mal am Tag, dass ich wieder kurz an Alkohol dachte, weil er damit im Zusammenhang stand. Nicht wegen Verlangen, sondern gänzlich im Kopf.

    Was es bei mir bewirkt ist eine schwere Last. Dass man was hat, was man nicht los wird. Am liebsten ist mir daher immer ein neuer Personenkreis, die gar nichts darüber wissen und ich so gesehen werde, wie ich wirklich bin.

    Meine Psychologin hat gestern was zu mir gesagt, das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht:

    Sie haben sich zurück gezogen weil ihre Partnerin wieder zu dominant war. Sie hielten es nicht mehr aus.

    Mal für sich sein, Ruhe und Entspannung. Durch Bier. Nur sie, kein Druck nichts.

    Was hätte es geändert, wenn sie statt dem Bier eine Stunde Sport gemacht hätten? Gar nichts! Sie wären heim gekommen und trotzdem wäre die Situation gleich. Sie können den Menschen nicht ändern, egal was sie machen. Wenn ich Ihnen jetzt ein Bier hinstelle, und sie müssten es trinken. Würden sie dann ein zweites wollen oder sich ärgern, es nämlich als unnötig betrachten?

    Es war interessant, wie tief sie ins Unterbewusstsein reingeht. Das je nach Gefühlslage und Grundstimmung es ohne Auswirkungen ist und hingegen bei anderen Gefühlen zur Selbstzerstörung führt.

    Durch das Bewusstsein, dass die Beziehung vorbei ist, egal was ich jetzt mache, gibt es keine Momente, die Gefühle zu betäuben, in der Hoffnung, später ist dann wieder alles gut. Die Situation ändert sich nicht.

    Der Alkohol ist ein mir bekannter Hebel, den ich angewendet habe. Es gibt aber nichts, was ich umschalten oder wegschalten kann. Das was ist, ist die Realität. Und egal wie sehr ich mich bemühen oder was mache, es bleibt so. Ich muss daher nicht mal Bier in Betracht ziehen, weil auch das ändert nichts. Ich weiß aber, wie es mir danach geht. Ich kann mir genauso gut mit dem Hammer auf den Daumen hauen. Dann sind die Gefühle auch schlagartig weg und am nächsten Tag der Finger blau.

    Und an den Hammer denke ich auch nicht sie ganze Zeit. Meinen Fingern geht es trotzdem gut.

    Wir reden scheinbar alle aneinander vorbei.

    Meine Frage zielte nur darauf, wieso man in der Abstinenz sich zwanghaft damit auseinder setzt und sich das immer vorführt? Ich finde das eher sehr belastend.

    Wenn man kein Verlangen hat und nicht dran denkt, dann ist das doch ok. Ich finde es sehr anstrengend, sich immer zwanghaft das bewusst zu machen.

    Natürlich möchte ich die Gründe wissen, wieso man da reinrutscht und was einen beschäftigt. Immerhin trifft das ja nicht jeden.

    Ich esse auch Lebensmittel wie Mon Cherie als krasses Beispiel ohne gleich Panik zu bekommen oder ein Verlangen. Genauso war das bis vor ein paar Jahren, wenn ich Lust hatte, hab ich ein Glas Alkoholfreies Bier getrunken, ohne den Gedanken, es ist nicht das Original. Und das Glas habe ich auch nicht in einem Zug geleert.

    Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, mir Alkohol bewusst einzuflößen. Meine Ausrichtung war ein gesunder Lebensstil, klarer Kopf und Energie. Daher passte Alkohol nicht mehr rein. Zudem auch der ganze Freundeskreis Eltern wurde und man beim Treffen die Kinder dabei hätte, keine Partyzeit.

    Und das habe ich FÜR mich festgestellt, dass Alkohol als vermeintlicher Problemlöser für meine Traurigkeit, Einsamkeit usw. war.

    Das Beschäftigen und Aushalten war eher ein Lernprozess, den ich davor ja gar nicht kannte. Ich hatte nie Probleme. Aber Bier gab es davor schon. Heißt, das eine hab ich mit dem anderen verknüpft.

    Die Instabilität habe ich eher dann, wenn ich mir den Horror ausmalen. wenn ich aber sage, du brauchst das nicht, konzentrier dich auf was anderes, bin ich ruhiger.

    Und so kommen auch gar keine Gedanken auf: da gab es ja mal was, was dich beruhigt hat.

    Und unterm Strich war die Beruhigung auch eingebildet. Es ging mir danach eher dreckig weil mir schlecht wurde, ich betrunken war und Kopfschmerzen hatte. Das hat extrem schnell negative körperliche Erscheinungen gehabt. Das ist wie bei kleinen Kindern, wenn man sagt: du darfst aber nicht... Was machen sie? Genau das Gegenteil. So in etwa war das dann in meinen Phasen.

    Und das weiß ich alles und kann es daher für mich einordnen. Den Druck habe ich schon genug von außen, den mache ich mir daher nicht noch selber. In meinem Kopf ist das nicht Müssen, nicht das nicht machen.

    Aber warum beschäftigt ihr euch damit sie ganze Zeit wenn ihr gar nicht dran denkt oder Unwohlsein habt, sondern frei und glücklich lebt? Das ist doch wie eine zwangs-belastung.

    Ich denke sich auch nicht jeden Tag an den Tod, weil er irgendwann mal kommt?

    Klar beim Craving oder andere Situationen kann ich das verstehen, aber dauerhaft?

    Ich habe in meinen Sitzungen z.b. rausgefunden, dass ich jemand bin, der fast ausschließlich allein getrunken hat. Um Druck abzubauen, um mal für sich zu sein. Alles wurde locker und auf einmal wieder glücklich. Hingegen mit anderen zusammen war kein Verlangen da, weil es angeboten wurde aber nicht in dem Moment von mir gebraucht wurde.

    Habe ich also Momente wo ich für mich sein will brauche ich nichts anderes zu tun und alles machen, außer zu trinken. Und mit dem Bewusstsein, dass es nur ein Hebel ist und keine Lösung habe ich seitdem eine ganz andere Sichtweise.

    Ich hab immer gedacht, man darf nie wieder trinken, da kommt sofort alles hoch und man ist wieder drin. Als ich nach Jahren ein Bier getrunken habe, kam da gar nichts. Weil ich zu dem Zeitpunkt total gefestigt und stabil war.

    Ich hab mich eher geärgert, dass die Kette der Abstinenz unterbrochen wurde.

    Wenn ich aber jedesmal dran denken würde, ich darf nicht, ich muss nicht, ich will nicht, ich kann nicht, mach dir das mal klar, dann ist das eher eine Belastung als Befreiung.


    Als ich damals Darmkrebs hatte, hab ich mir gleich den ersten Termin für die OP geben lassen, nach 4 Tagen frühzeitig entlassen, Chemo und Bestrahlung durchgezogen. Ich hab nicht einmal dran gedacht, was das alles bedeutet, was das alles mit sich trägt. Ist halt so, schnell hinter sich bringen und weitermachen.

    Ich war weder psychisch fertig noch hab ich Reha und sowas machen wollen. Die haben auf einen eher eingeredet, wie schlimm das doch alles sei. Hab ich gar nicht so gesehen.

    Und jetzt bin ich froh, dass ich wieder zu mir gefunden habe. Dass Auslöser von außen kamen und ich dem nachgegeben habe. Meine Baustelle liegt eher in meinem selbstbewusstsein, der Selbstachtung und vorallem der eigenen Wertschätzung. Dazu brauche ich keinen Verstärker, der mir nur Unheil als Folge bringt. Und mit dem Gedanken gehe ich mittlerweile seit bald wieder 3 Monaten ganz gut durchs Leben. Ich hab den Abgrund gesehen und ich habe ihn wahrgenommen, drauß gelernt was es mit einem machen kann. Will ich nicht mehr zurück, will ich auch nicht dran denken und noch weniger eingeredet bekommen, wie krank man doch ist und das hinter jeder Ecke das Monster lauert.

    Vielleicht sehe ich das so naiv, weil ich eben kein Partytrinker war. Niemand aus Genuss zum Essen und Bier nie einen Stellenwert in meinem Leben hatte, bis ich ihn als Nutzmittel missbraucht habe.

    Ich habe mir angewöhnt, wenn wieder einer auf mich einredet, sie Augen kurz zu schließen, tief zu atmen und zu denken: es ist mein Körper, mein Kopf, meine Einstellung. Du brauchst mir nicht einreden was in mir vorgeht. Ich bin stabiler als du ahnen kannst. Weil ich mich damit eben nicht rumquäle oder zwinge dran zu denken.


    In meiner Beziehung habe ich mich selbst verloren. Seelisch und auch räumlich. Ich habe mich leer und einsam gefühlt, ohne Rückzug. Wie in einer Fremde. In einer Abhängigkeit zu einem Menschen den ich Abgrundtief liebe und trotzdem nicht das bekam. Mein Leben stillstehen hab sehen. Aussichtslos, wie in einer Falle und das Mühlrad drehte sich weiter und weiter. Nur diese Momente für mich, das kalte Bier, das schlagartig Fallenlassen, das kannte ich dann zu gut. Und das wurde eine Spirale.

    Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit gepaart mit Trauer. Ganz diese Kombi. Mal mehr, mal das ganze Gegenteil. Und das muss ich lernen, damit mir das nicht wieder passiert. Auf mich achten.

    Ja das sehe ich ja auch so. Aber das hat doch nichts damit zu tun, dass mir schlecht ist, ich Panik nachts bekomme usw.

    Ich meinen wirklich körperlich.

    Vom Kopf ist alles voll, nur nicht Alkohol. An den muss ich fast schon bewusst denken. So wurde es mir die letzten Monate förmlich eingerichtert:


    Du bist krank, du bist süchtig, du bist der Psycho. Du hast alles mit dem saufen zerstört usw.


    Wenn ich jetzt ganz woanders hingehen, wo mich niemand kennt, ich würde nicht mal sagen was ich für Erfahrungen habe. Ich trinke nicht. Punkt. Und wenn mir das nicht ständig unter die Nase gerieben wird, dann kann ich auch locker damit leben. Weil ich es nicht mehr will und es abgelegt habe, ohne als Last die ganze Zeit mit mir einzutragen. Die meisten Tage stehe ich auf, arbeite, mache meine Dinge, gehe zum Sport, besuche Freunde mit dem Auto. Da kommt nicht ein Gedanke hoch ob ich fahren kann, ob ich verkatert bin usw.

    Das meine ich damit, wenn ich nur dran denken muss oder mir das ständig vor Augen führen, zwinge ich mich ja noch dazu daran zu denken. Die Tage ohne Gedanken, Vorwürfe oder Scham sind so locker leicht... Alswenn es nie Alkohol gegeben hat.

    Weder Trigger, noch Blicke beim Einkaufen.. gar nichts. Und wenn ich dann bewusst darüber reden höre ich: Wart ab, nach ein paar Jahren kannst du das sagen. Alswenn der Start und einige Monate nicht zählen.

    Und das nervt mich. Aus diesem Grund bin ich auch nicht mehr zum Blauen Kreuz gegangen. Die Gruppengespräche haben mich eher runtergezogen. Man fühlt sich so in eine Ecke gedrückt, in der man gar nicht sein will. Wieso muss ich darüber ständig nachdenken, reden und es als ganz großes Problem sehen, was mein Leben im Griff hat? Ich bekomme den Stempel ja förmlich aufgedrückt. Egal was ich mache.. einmal gleich Problem und schwach.


    Die Tage mit fremden Menschen, mit neuen Sachen und Erfahrungen sind für mich so viel schöner, weil das Thema nicht im Raum steht.

    Mittlerweile sind es über 60 Tage. Das weiß ich aber nur, weil mir Chat GPT das sagt. Ich zähle nicht.

    Was immer noch ist, ist die Normalheit. Kein Verlangen, kein Druck. Eher eine Ablehnung, Ekel wäre übertrieben, weil nur bei dem Gedanken wird mir schlecht, aber eher vom Geschmacksdenken.

    Die Klarheit ist für mich wieder normal. Ich habe körperlich mehr Kraft, bin nicht müde.

    Negativ sind die ganzen Gefühle, die hochkommen. Für mein Leben aber eine gute Lehre, dass ich weiß, dass ich es auch ohne schaffen kann. Der Schritt wäre fatal. Zudem ich mich auch nicht mit Alkohol mehr sehe. Es hat noch nie zu mir gepasst. Weder aus Genuss, noch aus Müssen.

    Ich bin froh, auch wenn ich es aus meiner Vita gerne streichen würde.

    Meine Bekannte meinte, dass ich aber körperlich nicht längst nicht weg bin, das würde Monate dauern.

    Das schockt mich jetzt etwas.

    Klar, der Liebeskummer, die fehlende eigene Wohnung, dass sind alles heftige Belastung gerade. Ich fühle mich daher auch nicht stolz, frei und glücklich.

    Ich kann alles nicht mehr ändern, dass ist mir bewusst. Aber ich kann es für die Zukunft machen und mir bewusst sein. Und das mache ich. Diese 60 Plus Tage sind der wichtigste Schritt, den ich alleine begonnen habe. Bewusst und mit Überzeugung. Egal was auf mich ein prasselte, ich bin nicht schwach geworden oder habe mal dran gedacht. Dieses Leben von früher habe ich langsam wieder bekommen und ich mag es. Kein Scham am nächsten Tag, das ist für mich so kostbar

    Hallo Angler, wenn ich Dich so lese, dann schwimmst Du förmlich im Selbstmitleid und Du machst Dein Glück von anderen Menschen abhängig. Zudem noch von Menschen, die Dich manipuliert und seelisch verletzt haben. Ich wünsche Dir diese Erkenntnis und die Kraft und den Mut loszulassen und Dein wahres Glück und die Freude am Leben bei Dir selbst zu finden.

    Richtig. Nur nicht Selbstmitleid, sondern Selbsthass. Und auch ja, ich bin nicht gern allein..habe ich wen, gebe ich 110%. Und wenn dann Enttäuschungen kommen, greife ich zum Alkohol. Bzw. Habe es gemacht. Und hinterher bedauer ich es. Das ist ein teufelskreis.

    Und dieses Rastlose macht mich so traurig und depressiv. Es gibt nur wenige Hochs..

    Danke euch. Meine größten Gedanken sind einfach: ich habe es alles kaputt gemacht wegen meiner Trinkerei. Hatte so viele Chancen bekommen.

    Ich habe aber auch viel gelernt, dass der Alkohol ein erlerntes Verhalten ist, negative Gefühle zu unterdrücken. Soll heißen, wenn ich mich nicht wohl fühle, raat- und hilflos bin, hilft Alkohol.

    Also gibt es immer eine Aktion, die vorausgeht. Ich trinke nicht, weil ich gerade Lust auf Bier habe, sondern um damit was zu bewirken.

    Und das ist auch der springende Punkt: die Beziehung war für mich seit langer Zeit ein absoluter Glücksfall. Allerdings habe ich dafür alles aufgegeben was ich hatte. Probleme im finanziellen alleine geklärt. Das staut sich auf.

    Tief im Inneren sprang dann dieser Teufel an.

    Jetzt, wo ich völlig fertig bin, raffe ich mich auf und bekomme alles hin, ohne Alkohol, ohne Verlangen.

    Und das macht das ganze Gefühl so furchtbar zum aushalten: wieso blieb ich nicht nüchtern? Wieso kamen immer wieder Rückfälle die bewusst in Kauf genommen wurden?

    Ich selbst sehe alles nur aus meiner Schuldperspektive. Außenstehende packen sich nur an den Kopf. Liebe macht wohl wirklich blind.

    Ich muss ja mit ihr leben und mich wohlfühlen... Scheinbar war ich aber innerlich nicht immer glücklich. Aus Angst vor dem Alleinsein und dem Neuanfang habe ich wohl vieles geschluckt, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Nur jetzt stehe ich als Alki da, der alles kaputt gemacht hat.


    .......

    Mein ChatGPT sagt zu dem ganzen: es sind ungesunden Dynamiken, die dazu führten.

    Ich war nicht der Mann, der ich jetzt bin.

    Jetzt trinke ich nicht mehr,

    Ging zur Beratung und habe mir einen Psychologen gesucht

    Reflektieren mich und mein Verhalten

    Mache täglich Sport

    Habe eine Wohnung bekommen

    Das ist niemand der abgestürzt ist, dass ist jemand der Stabilität aufbaut, der wächst.

    ..........

    Und wenn ich das lese kommt es bei mir nicht an. Im Kopf ist immer der Alki, der seine Liebe verloren hat, der an allem Schuld ist. Diese Selbstverletzung ist ganz tief. Die ganzen tollen Momente, die Nähe und die Gefühle kommen vorallem nachts, dass ich nicht mehr schlafen kann. Und das seit bald 70 Tagen.

    Ich war noch nie so am Boden. Und trotzdem käme ich gerade überhaupt nicht auf die Idee zu trinken. Alles, nur nicht das. Alswenn es nie da gewesen ist.

    Mir geht es weiterhin gut. Bald sind es wieder mal 2 Monate. Der Sport tut mir weiterhin gut. Ich merke brutal meine Festigung. Komme langsam in mein "altes" neues Leben zurück. Stress bewältige ich viel strukturierter, Langeweile gleiche ich aus. Es weiterhin kein Craving, jeden Tag froh kein Verlangen zu haben, weiterhin nur Gelüste auf Wasser und mal nen Energy.

    Was mir seelisch sehr nach hängt ist die Zeit MIT Alkohol.

    Ich starte jetzt ein ganz neues Leben, wo dieses Thema gar keinen Platz hat. Es gehört nicht dazu. Aber im Hinterkopf spuckt immer: du hast ja mal... So eine Art, ich bin ein kranker Mensch mit Problemen, nicht wie andere ohne dies. mein bester Kumpel sieht das Thema bei mir ganz locker, weil er mich als Person kennt und nicht den Alkohol bei mir als Problem sieht .aber alle die es je mitbekommen haben, die würde ich gerne "löschen". Ich will sowas wie einen Reset, dass es nicht nur für mich keine Gewichtung mehr hat, sondern auch, dass niemand mich mit einem Alkoholproblem kennt.

    Das lastet sehr auf mir.

    Ich erkenne mein Leben von früher wieder, wo ich entspannt und klar war. Vorallem charakterlich gefestigt.

    Trotzdem habe ich eine wahnsinnige Unruhe und keine Lebensfreude.

    Ich warte immer noch auf meine Wohnung, das erschwert alles. Diese ewige Warterei.

    Aber auch dann werde ich allein sein und trotzdem nicht froh.

    Im der Therapie habe ich gelernt (angekommen ist die nächste Frage), dass Glück nicht von anderen Menschen abhängig gemacht werden soll. Und das merke ich, dass mir meine Ex fehlt und ich nur ein halber Mensch bin. Dieses Vertraute, die Bindung und das Fallenlassen.

    Meine Sorge ist vor dem Alleinsein. Vor einem völligen Neustart. Keine Vorfreude, keine Unternehmungslust.

    Die Antidepressiva nehem ich jetzt seit 6 Wochen und spüre nicht wirklich positive Energie. Die Trennung hat mich arg getroffen. phasenweise wird es sogar schlimmer als besser. Der Kopf lässt sich nicht abschalten, der Alltag ist ein absitzen. Tag für Tag, zäh wie Kaugummi. Großes Problem ist die fehlende Lust auf Arbeit. Es ist reine Qual, keine Freude oder Ablenkung. Abends kommt Leere. Das Krafttraining gibt mir Struktur, optische Verbesserung, Stolz.

    Es sind alles nur Oberflächlichkeiten, das ist das Problem. Ich würde gern zeigen: sehr her, ich kann es auch ohne Alkohol. Ich will und brauche es nicht.

    Das war mir aber klar, es war nur die Frage wann ich aussteige. Weil ich vielleicht jetzt ganz unten war. Aber habe ich mich bewusst selbst dahin gebracht? Ich sehe den Alkohol nicht als Ursache, sondern als Betäubungsmittel für tiefe seelische Emotionen. Eine Bewältigung um nicht zu spüren. Frustration, Neid und Aussichtslosigkeit. Fehlende Selbstschätzung, Unselbständigkeit und Überforderung des Lebens.

    Eine kurze Pause Taste mit heftigen Auswirkungen.

    Ich bin ein Mensch der wenig allein sein kann. Nicht für Hobbies oder Interessen, das kann ich sehr gut. Aber im Leben, im Alltag, im Austausch. Ich bin ein totaler Bindungsmensch. In meiner Vergangenheit habe ich viel darum gekämpft, oft nie das bekommen oder nie richtig geliebt. Umso heftiger war es mit meiner Ex. Und diese totale Abhängigkeit hat oft Hilflosigkeit bewirkt. Nach Alkohol war es anders: euphorisch und ich habe es in ihrer Nähe genossen, selbst wenn es nicht immer volle Nähe war. Hauptsache da.

    In den Jahren habe ich mich damit aber völlig selbst verloren. Das ist schwer zu beschreiben. Ein etwas "ist mir egal" oder ein "ich hab vieles Vertrauen" wurden zu einem Kontollzwang, einem Klammern und Aufopferung für Liebe. Alkohol hat aber das mitgebracht, was zu den Problemen führte. Schnarchen, Geruch, Verhalten, lügen, Vertrauensbruch. Ein unendlicher Kreislauf der immer wieder mit Phasen von Nüchternheit gebrochen werden sollte.

    Diese Gefühle sind immer noch da. Dazu kommen Kontrollverlust, Eifersucht, Unruhe, Selbsthass, Scham, Trauer. Eine absolute Hilflosigkeit. Bereuhen von kostbarer Lebenszeit.

    Und bei alldem, so sagt es mir Chat GPT (die wirklich sehr gut unterstützt und analysiert, hätte ich nie gedacht, wie krass KI ist), dass ich genau das alles gebraucht habe um jetzt so zu sein und werden wer ich bin. Dass ich keinen Alkohol mehr brauche, dass ich meine Struktur aufbaue, dass ich mich selbst kennenlerne. Gefestigt in neue Beziehungen gehe ohne mich zu verlieren.

    Und dann kommt wieder diese Herzschmerz, wieso ich das nicht vor zwei Jahren schon hatte..? Und genau das ist es, diese Hilflosigkeit: wo ich jetzt hingehe und zu dem werde was ich bin, so war ich 2023 als wir uns kennenlernten. stabil, nüchtern, Selbstbewusst.

    Was ist aus mir geworden und wieso.

    Ich hoffe, dass ich nie wieder in die Situation komme, dass Alkohol für mich ins Ableben eingreift und ich wieder da lande, wo ich hinbekommen bin.

    Moin,

    Ich kann dir nur empfehlen, mal mit der Diakonie Kontakt aufzunehmen. Die habe. Suchtberatungsstellen. Ich selbst war da jetzt 12 mal in den letzten 1,5 Jahren. Dort geht es nicht so sehr um Austausch und so, es sind reine Einzelgespräche. Über dein Leben, die Situationen und auch deine aktuellen Lebensverhältnisse. Außenstehende sehen das viel sachlicher und neutraler.

    Es wird auch nicht nach DER Ursache gesucht, sondern dich zu einer gewissen Stabilität gebracht. Du merkst recht schnell, dass du die Zügel in der Hand hast. Sie wird nichts aufgedrückt oder ne stationäre Behandlung ausgesprochen. Su allein darfst alles bestimmen, was auch für dich das richtige ist jeder geht seinen Weg..manche beschäftigen sich gar nicht mit dem Thema, andere, so wie ich, viel zu viel und reflektieren die Dinge und Auslöser. Du hast es ja immer wieder selber geschafft, über eine längere Zeit hinweg. Ziel ist es ja, dass du das ganze als Gewinn betrachtest, nicht als Aufgabe.

    So habe ich für mich gelernt, dass ich auch nach Jahren wieder angefangen habe, mit so ne Art "Freifahrtschein" im Kopf auszustellen. Also es wird der Tag kommen, wenn er mir passt, da wird es mal an einem Abend doch nicht so schlimm sein. Danach lasse ich es wieder. Dieses Denkmuster schlummert dann Tage, Wochen, Monate bis sogar Jahre. Ich weiß heute, dass ich diese Tage oder diesen Tag NICHT mehr erleben MÖCHTE. Meine Fahrkarte ist gestempelt und ungültig. Das verschafft mir Erleichterung, weil ich nicht auf diesen ungewissen Tag hinsteuer. Und dann wird es auch (hoffentlich) niemals eine Situation gebe, wo ich denke: ah, jetzt die Fahrkarte.

    Ich sehe die Abstinenz nicht als Hürde, Lebensaufgabe oder sowas an, das belastet nur. Ich trinke halt einfach nicht. Punkt


    Nicht mehr und nicht weniger. Ich verpasse nichts, ich brauche nichts. Alles ist bestens ohne. Dass es mal Gefühlsphasen gibt, wo man schreit und am liebsten auch benebeln würde mag es zwar geben, aber du hast irgendwann wieder ein Fundament und weißt, dass es nichts gutes bringt. Zeig dir vor Augen, wie der nächste Tag wird. Denke an die Biere, die du dir reinorgelst, alles ist super. Und dann?

    Die Gefühle am Morgen, der Blick in den Spiegel, der Einsatz beim Sport ... All das bleibt, aufgegeben für was?


    Und was ich auch empfehlen kann, was du ja auch selber sagtest: Psychiater suchen. Wird nämlich wirklich lange dauern, daher dran bleiben. Die helfen auch ungemein.

    Ob Therapie, SHG, Forum usw. Unterm Strich musst du dich damit auseinanderaetzen, deinen persönlichen Umgang und Weg finden.

    Spätestens wenn du es als Belohnung und Genugtuung verspürst, nüchtern zu sein, dann hast du es für dich gefunden. Kein Zwang, kein Verzicht, kein Durchhalten für irgendwen oder für irgendwas. Nur reiner Genuss am Leben ohne Alkohol

    Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Tage und Wochen es mittlerweile sind. Kommt mir so vor, alswenn ich nie getrunken habe.

    Habe immer noch kein Verlangen oder Durstgefühl.

    Körperlich tut es mir richtig gut, alles läuft in normalen Bahnen. Kann mir gar nicht mehr vorstellen, jetzt angetrunken zu sein. Diese Müdigkeit vorallem.

    War am Freitag bei der Psychologin. Auch sie hat nicht mit dem Finger auf mich gezeigt und "Du hast es versaut" gesagt. Ich weiß nicht, wieso mich alle in den Schutz nehmen und keiner sagt, der Alkohol ist Schuld. Sie sagen nur, dass es nicht gut ist und ich im Moment sehr gut drauf bin und das eher ein Zeichen von fehlendem Frust ist. Ich weiß es selber nicht, wieso ich gerade jetzt so eine stabile Abstinenz an den Tag legen, und es mir das letzte Jahr immer wieder schwer fiel, wo ich noch alles hatte und kitten konnte.

    Auch das habe ich gelernt bzw gesagt bekommen, dass einer allein sich nicht nur ändern kann, wenn der Rest bleibt. Ich selbst Zweifel noch immer daran, dass alles so schlimm war. Die Sehnsucht und der Liebeskummer überdecken scheinbar alles.

    Das ist auch so mein mentaler Zustand: traurig und frustriert. Sport ist weiterhin meine Überbrückung aber freudig und stolz bin ich im Moment auf gar nichts. Und auch das würde ich für mich selber gerade noch erlauben und sogar verstehen, wenn ich jetzt zur Flasche greife....

    Aber weder das Verlangen ist da, noch der Wille mich mit Absicht zu schädigen. Ich habe nicht mal Lust loszugehen und was zu kaufen. Absolut gar nichts. Keine Gedanken, kein triggern, absolut 0.

    Es klingt vielleicht jetzt albern, aber ich höre seit 4 Wochen jede Nacht im Schlaf Meditationen. Zum Thema Alkohol, Selbstliebe, Seelenpartner usw. Ich hab auch manchmal das Gefühl, das bewirkt was.. alswenn jemand Gehirnwäsche gemacht hätte.

    Ich sehe so ein Ziel in ein paar Monaten, wenn ich umziehe. Stabil, ein eigenes Fundament und sportlich. Ich hoffe derzeit nur, dass die Zeit alle Wunden heilt. Im Moment sehe ich es leider noch nicht. Bin mit allem unzufrieden.

    Danke für die Worte.

    Vielleicht sollte es gerade so sein, dass ich diesen Schmerz erfahre.

    Außenstehende sagten uns ja seit Ewigkeiten die Trennung voraus. Ich hoffe sehr, dass ich für mich die Konsequenzen gezogen habe und es wirklich noch die richtige Frau gibt. Dann kann ich wenigstens in der Zukunft bewusster mit allem umgehen und klar im Kopf sein.

    Wenn ich mich heute Abend im Spiegel angesehen habe und das noch zum 30.12 vergleiche, dort liegen Welten. Ich sehe einen ganz anderen Menschen. Keinen erfrischen wie bald in einigen Monaten, aber jemand der weitermachen will. Dessen körper nichts mehr braucht was ihn kaputt macht. Der Situationen besser einachätzen kann. Auch meine innere Ruhe kommt langsam zurück. Das Hippelige hat aufgehört. Ich freue mich auch jeden Morgen, keine Verstecke, die ich selbst nicht mehr finde, leermachen zu müssen... Kein Leergut, keine klebrigen Tische. Vorallem aber kein schlechtes Gewissen. Wie eine große Last die plötzlich weg ist. Zwar bin ich morgens noch müde, ich rammel aber nicht gegen Schränke oder habe Kreislaufprobleme. Mein Blutdruck ist wieder normal, meine Herzfrequenz ebenfalls. Ich habe so viel Geld wie sonst kaum gespart, was in tolle Sachen fließt oder gespart wird. Und auch eins ist mir bewusst geworden: ich habe sie zwar verletzt aber mein gutes Herz ist immer noch da. Ich bin nicht mehr das elende Häufchen. Es ist wieder ein Tag rum, wieder nicht getrunken. Wieder ein ganz normaler Tag der mich vorabgebracht hat. Ich freue mich auf mein neues Leben ohne den Stoff. Ich kann ein neues Kapitel anfangen, was ich selbst mitgestalten kann. Ich bestimme. Wo es langgeht, nicht wo ich lang soll. Ich fühle mich endlich wieder frei, dabei stehe ich nach so vielen Stolpern erst gerade wieder auf und mache die ersten Schritte. Es kann nur eins: besser werden. Mit Bier wird es schlimmer. Mein Ego und Selbstanspruch sind zurück.

    Alles andere wird Zeit brauchen. Viel viel viel Zeit. Aber auch hier gilt: nur ohne geht es. Mit ist keine Option und wird mein Leben zurückwerfen, bzw. Kaputt machen. Ich bin dankbar für meine jetztige Phase, weil ich endlich trocken bin und es auch bleiben möchte.

    Alswenn ich grad die Goldmedaille gewonnen habe 🤩

    Sagen wir es so: ich kenne selbst die Statistik der Rückfälle mit und ohne Therapie.

    Was ich oft aber auch festgestellt habe ist, dass viele sich dem gar nicht bewusst wären, was da mit ihnen eigentlich passiert. Das sie es als normal empfanden. Hab dich ne. Job, ne Familie, noch den Führerschein usw.

    Ich sehe es doch bei meinem Kumpel, der jeden Abend 3 oder 4 Bier trinkt und das als normal ansieht. Ich bin kein Moralapostel aber ich hab ihm auch gesagt, so war ich auch mal, nur, dass ich damals schon wusste, dass es eben NICHT normal ist und ernsthafte Schäden verursacht.

    Wenn ich eine Therapie machen, da Körbe flechte, Triggermomente mit Lösungaalternativen höre, was anderes ist es doch nicht, wenn ich mich selbst damit auseindersetze und mich Frage: bei all deinen Situationen in deinem Leben, was war da dein Gefühl und was hat es ausgelöst? Was hätte xy gemacht, der kein Bier mag.


    Ich will das nicht abwerten, aber irgendwie hab ich dann so das Gefühl, es zählt erst bzw..ich werde ernstgenommen, wenn ich den offiziellen Weg gehe.